Monatsarchive: März 2018

Wenn Drohnen plantschen gehen

Laut einer Studie der Deutschen Flugsicherung (DFS) wird es in Deutschland im Jahr 2020 rund 1.200.000 Drohnen geben. Die meist mit Kameras ausgestatteten Quadrokopter erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – trotz der eingeführten Gesetzesverschärfung und Vorschriften. Vor allem Bootsbesitzern ermöglichen die Drohnen völlig neue Aufnahmen von außen, und die Flieger werden dazu auch immer preiswerter. Selbst per Boots-Bordinstrumenten steuern lassen sich Drohnen inzwischen.

So freut sich so mancher Wassersportler schon auf seinen ersten Törn, bei dem er die Drohne, die im Dezember unterm Weihnachtsbaum lag, endlich mal ums Boot fliegen zu können, um schöne 4K-Videos zu drehen. Aber Obacht! Ganz so leicht ist das nicht. Denn Wind und schaukelnde Boote erschweren vor allem die Landemanöver. An Land kann man die meisten Kopter so einstellen, dass sie im „Fly-Home“-Modus genau an der Stelle landen, von wo sie gestartet sind. Vor allem bei technischen Problemen ist das oft hilfreich. Bei den meisten DJI-Modellen reicht es, einfach die Fernbedienung auszuschalten – und schon fliegt die Drohne heim.

Bei einem bewegten Boot ist das jedoch keine gute Idee. Daher muss meistens manuell gelandet werden. Dass diese Manöver jedoch häufig schiefgehen, zeigen zahlreiche Internet-Videos mit Drohnen-Fails. Wir haben die schönsten Abstürze zusammengestellt:

Relingssalto

Die DJI Inspire 1 ist eines der Topmodelle des chinesischen Marktführers. Sie kostet rund 2.500 Euro und kann auch größere Kamerasysteme tragen, um so noch schönere Aufnahmen zu bekommen. Die Voraussetzung dafür: Man muss sie heile wieder an Bord bringen, was in diesem Fall trotz erheblicher Verrenkungen scheitert.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=UOAYTy44uIE?rel=0&showinfo=0]

Eine Sekunde Flug

Die Akkus der DJI Phantom halten bis zu zehn Minuten. In diesem Falle war das jedoch nicht nötig, denn den kurzen Flug hätte man sicher auch mit einer leeren AAA-Batterie hinbekommen.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=59L7BmZEjMo?rel=0&showinfo=0]

Zwei Monate auf Grund

Kaum jemand hat die Chance, die Bilder vom Absturz ins Wasser zu betrachten. In diesem Falle geht die Drohne nach dem wirklich schönen Flug über die Liegeplätze baden. Nach zwei Monaten wurde sie gefunden. Und die Aufnahme ist tatsächlich erhalten geblieben. Das ist doppelt erstaunlich, denn eine Speicherkarte verträgt selten Feuchtigkeit, und abgebrochene MP4-Aufnahmen können meistens nicht abgespielt werden.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=CuoHh1jD-ak?rel=0&showinfo=0]

Üben, üben, üben

Viele gelungene Manöver geben dem Drohnen-Piloten Sicherheit. In diesem Fall klappt das mit dem Starten und Landen schon ganz prima. Wenn da nicht das Vorstag wäre.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=BF7Nmw8s9mM?t=1m1s?rel=0&showinfo=0]

Gut gerettet

Drohnen mögen Wasser nicht. Die feine Elektronik hält Feuchtigkeit nicht aus. Der holländische Kollege hier hat das gewusst, als sein Kopter plötzlich in den langsamen Sinkflug überging. Mit einem beherzten Sprung auf die Luftmatratze rettet er das teure Spielzeug vor dem Untergang.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=zP-1N4Pg_SI?rel=0&showinfo=0]

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Folge 7 – Warten auf besseres Wetter

Die Reisevorbereitungen gehen weiter
In diesem Videobeitrag erzähle ich etwas über die Vorbereitungen zur Reise, die durch Arbeit und Wetter stark gebremst wurden. Ab nächster Woche geht es daher mit Vollgas an die Arbeit.

Ausprobieren geht

Morgen ist es soweit, dass Warten hat ein Ende!

Mehr als 2 Jahre nach unserer Ankunft in Santiago de Compostela gibt es endlich den Film dazu.

Ihr könnt den Film ab morgen Mittag als FULL HD Download in einem kleinen Shop hier auf Sonnensegler.net bekommen. Der Shop ist seit heute online, ihr dürft gerne alles ausprobieren. Wer möchte, kann auch schon ein Benutzerkonto anlegen.

Videoserie bei YACHT tv

Liebe Leser, in vier Wochen ist es endlich soweit: Am 16. April wird unser Buch „Zu zweit auf See: Auf Schlingerkurs ins Segelabenteuer“ erscheinen. Nach der langen Zeit am Schreibtisch und den vielen Änderungen und Optimierungen mit dem Lektorat können wir…

„Um den Tiger“ Folge 6 Trailer

Das halbe Dutzend ist voll. Folge 6 von Guido Dwersteg`s neuer Segel-Serie „UM DEN TIGER“ ist ab sofort bei uns im Shop verfügbar. Die erneut spannende und abwechslungsreiche Episode führt Guido und Viktor zunächst 5 Tage nonstop über die russische Barentsee bis nach Kirkenes. Hier in Norwegen bleibt Carpe Diem für einige Wochen zurück, denn Guido muss dringend zu seinem schwer kranken Vater nach Hause. 3 Wochen später geht das Abenteuer dann für den Koblenzer einhand weiter. Über Vardø und Båtsfjord führt die Route nach Honningsvåg, unmittelbar südlich des Nordkaps. Ein einmalig schönes – aber auch raues – Revier, in dem es selbst im Sommer eisig kalt und stürmisch werden kann. Ab hier wird die Kurslinie dann für die nächsten Wochen nur noch Richtung Süden zeigen. Es geht zurück in die Heimat.

Dies ist der Trailer der Einzelfolge. Alternativ kann auch der ermäßigte Staffelpass für alle Folgen der Serie bestellt werden.

Jetzt sind sie perfekt

Zurück zum Heimathafen

Schon ein bisschen komisch. „Heimathafen. Das ist doch Flensburg!“ Nun. Noch dreimal wird es Cienfuegos sein und dann Culatra. Das die MARLIN wieder nach Flensburg kommt ist derzeit frühestens für 2019 geplant. Ja. Mir geht es wieder besser. Den Klingonenangriff auf mein Immunsystem habe ich irgendwie doch überlebt. Ich muss auch nicht mehr an Deck, wenn meine Crew das Schiff zum nächsten Ankerplatz segelt. Ein sicheres Zeichen dafür, dass jetzt alle mit dem Schiff klar kommen. Für mich beginnt jetzt die entspannte Zeit. Bis morgen. Dann endet die schöne Zeit mit meiner CREW 41. Jetzt. Jetzt, wo sie alles können. So ist das.

Die Windvorhersagen für die Nacht sind widrig. Wir haben Trabuco erreicht. Ein kleiner romantischer Felsbrocken im Meer. Kaum 1 Meile südlich von meinem Leuchtturm. Kann man romantisch finden. So ich. Wunderschön. Könnte tagelang hier ankern und den Vögeln beim fliegen zusehen, die Kamera in den Plastiksack eindrehen und morgen früh rüberschwimmen, bei Sonnenaufgang die Blende aufdrehen. Es gib cubanisches Rind, Languste in Knobibutter und viel Reis. Es gibt immer noch Salat. Es wird gelacht. MARLIN schwankt im Ostschwell. Es ist Dirk, für den dieser Ankerplatz kein Ankerplatz ist. Nicht für die Nacht. Wackelt doch zu sehr. Ich stimme ein. Schon dunkel, verlassen wir Trabuco. „Ich komme wieder. Nächste Woche.“ Der kleine Strand hat es mir angetan. Das Riff auf der Westseite muss wunderschön sein. „Ich komme wieder. Nächste Woche. Bestimmt“ Und so segeln wir am letzten Tag noch einen sternklaren Nachttörn. Punkt 22 Uhr schaltet William am Leuchtturm de n Wind an. 15 Knoten aus Nord. Passt. Wie schon die ganze Zeit. Crew 41 bekommt immer den richtigen Wind, in der richtigen Stärke, aus der richtigen Richtung. Weiss der Himmel, wie die das machen.

Die letzten zwei Wochen waren hart für mich. Ohne eigene Koje. Bei sechs Gästen schlafe ich im Pilothaus. Morgens rolle ich mein Schlafsack weg. Meine drei Habseligkeiten liegen hinter dem Radar versteckt. Mit Arne hab ich wieder angefangen zu rauchen, weil diese doofe elektrische Zigarette aus Deutschland nicht funktioniert. Mit der Grippe habe ich genauso schnell wieder aufgehört. Igitt. Wir haben viel gesegelt, wenig Landgang. Den Kite zu Entspannung rauszuholen passte nicht. Oder keine Wind. Abends habe ich Essen gezaubert. 24/7 Skipper und lächeln bitte. Für mich war es eine komplett alkoholfreie Zeit. Das hat mir gut getan. Während der Arbeit sollte man nicht trinken. Ganz nebenbei habe ich noch mit Eike im MARLIN Büro eine e-mail Dauerleitung gehabt. Und als dann dieser Virus zugeschlagen hat. Nun. Das war dann doch harter Toback. So ohne Kabine. Ja. Sosehr ich Maren, Rolf, Mathias, Michael, Arne und Dirk: Norddeutsch ins Herz geschlossen habe, so sehr freue ich mich auch auf Freitag. Meinen freien Tag!

Es folgt Crew 42. Samstag 12 Uhr eintreffend. Dann muss ich wieder lächelnd in der Marina stehen. Menschen, die viele Geld ausgegeben haben um mit mir und der MARLIN segeln zu gehen, die schon wochenlang den nächsten zwei Wochen entgegenfiebern. Und ganz ehrlich. Ja ich freue mich. Mein warmes, herzliches, Lächeln wird ehrlich sein. Ich werde wieder das beste aus Cuba herauszaubern, kochen und im Pilothaus schlafen. Aber nächste Woche werde ich mir die Zeit zum Kiten nehmen.

 

Der neue Nimbus

Bekannt ist Nimbus für seine souverän gestalteten Coupé-Cruiser wie die Nimbus 365 Coupé, deren Flybridge-Variante 405 und auch elektrisch motorisierbare Daycruiser. Andere Marken und Serien unter dem Dach der schwedischen Schiffsschmiede verschwanden wieder. So war über die familiären Nova-Modelle und die spurtstarke R-Serie irgendwann die Zeit hinweggegangen. Nicht nur Motorboottester trauerten diesen Booten nach. Doch die als schmerzliche empfundene Lücke wird jetzt geschlossen, mit Blick zurück und voraus.

Acht mal drei in 9, 10 und 11

Insgesamt acht neue Boote in drei Mini-Modellreihen mit drei Rumpflängen sollen die Nachfolge der Nimbus-Bestseller antreten. In acht, neun und elf Metern Länge sollen in Zukunft Tender (Modellbuchstabe T), Commuter-Boote (die C-Serie) und Weekender (die W-Serie startet bei neun Metern) auf den GFK-Kiel gelegt werden.

Die ersten Ergebnisse aus der Konstruktionsabteilung in Langedrag sehen, wie alles in den letzten Jahren, sehr gut aus. Was Chefdesigner Joacim Gustavsson und Technikchef Mats Jacobsson im Nimbus-Hauptsitz im königlichen Yachthafen bei Göteborg konstruiert und gestaltet haben, heißt schlicht Nimbus W9 und Nimbus T9. Beide Boote hatten vor kurzem Premiere.

 

    • Nimbus W9

 

    • Nimbus W9

 

    • Nimbus W9

 

Weekender mit V8, Außenborder und Diesel

Den Anfang machte in Düsseldorf der Weekender W9. Der langgezogene Rumpf hat eine scharf geschnittene Bugpartie und ist achtern relativ flach. Die Wasserlinie wurde so lang wie möglich entworfen, um die gewünschte Seetauglichkeit zu erhalten. „Unser Ziel war sicherzustellen, dass das Boot sicher und harmonisch bei allen Geschwindigkeiten fährt, besonders zwischen 20 und 35 Knoten und dass es eine niedrige Gleitschwelle hat.“ beschreibt Mats Jacobsson seine Aufgabenstellung für die W9.

Mit der langen Liste an Booten, von denen Joacim Gustavsson sich hat inspirieren lassen, klingt der Chefdesigner ein bisschen so wie jemand, der in der Süßigkeitenabteilung eines Kaufhauses übernachten durfte. 50 Jahre Werftgeschichte sind das Füllhorn, das Nimbus hier ausgießt. Der Inneneinrichtung der Nimbus W9 wird viel Ähnlichkeit mit der 26 Epoca und 32 Ballista nachgesagt, das breite Vordeck ist bekannt von der Max II. Das Design der Fenster ist inspiriert von der 22 Spectra, und auch die junge 305 Drophead taucht wieder auf. Das Wichtigste ist wohl das von den Coupés übernommene breite Gangbord, für eine bestimmte Zeit ein Alleinstellungsmerkmal der schwedischen Werft.

Nimbus W9

Nimbus W9

Nimbus W9

beide: © Nimbus Boats

Mit dem standardmäßigen 300-PS-Außenborder soll eine Höchstgeschwindigkeit von über 40 Knoten drin sein. Drin statt dran sein kann der Motor alternativ auch. Angeboten wird die W9 mit einem V8-Innenborder von Volvo Penta aus US-Produktion und mit dem Volvo Penta D4-300. Wie gut, wenn das Testcenter des Motorenherstellers nur wenige Bootskilometer vom Büro des Nimbus-R&D-Teams entfernt ist.

T wie Tender – oder doch D?

In der vergangenen Woche wurde auf der Bootsmesse in Stockholm der erste Nimbus-Tender vorgestellt. Pate für den Nimbus T9 standen die schnellen und sportlichen Boote der Nova- und der R-Serie. Ende der 1990er-Jahre von Designer und Bootsrennfahrer Ocke Mannerfeld entworfen, stand das „R“ seinerzeit für Racer. Das letzte Facelift hatten die legendär sicher laufenden Boote 2013 erhalten. Dann waren sie eingestellt worden.

Nimbus T9

Klar von der R-Serie inspiriert© Nimbus Boats

Nun also T statt R. Eigentlich könnten die Boote auch mit „D“ gekennzeichnet werden, denn die Nimbus T9 ist ein Daycruiser. Als Tagesausflugsboot ist es für alle möglichen geselligen Aktivitäten und Wassersport geeignet. Auch wenn eine Doppelkoje Übernachtungstouren mit Freunden und Familie möglich macht:  Das Bordleben spielt sich überwiegend auf Deck ab.

Das Achterdeck bietet mit einem geraden Sofa besonders viel Platz – für Fracht, wenn die Nimbus denn mal tendern soll – oder maximale Bewegungsfreiheit beim Tauchen. Möglich sind auch familientypische Möbel wie ein Sofa in U-Form mit Platz für fünf Personen, das zum Sonnenbett werden kann, und die Wet-Bar mit Spülbecken und Kochfeld, hinterm Fahrersitz. Genau wie die W9 kann die Nimbus T9 mit einem Außen- oder Innenborder motorisiert werden. Nur einen Diesel gibt es nicht.

Nimbus T9

Unverkennbare Ähnlichkeit mit Axopars T-Top© Nimbus Boats

Nimbus setzt auf Alu

Seit Mitte Januar 2018 ist Nimbus Boats Teilhaber von Alukin, einem schwedischen Hersteller von Aluminiumbooten. Diese Meldung, exakt zur boot Düsseldorf platziert, zeigt den Willen der Göteborger Bootsbauer nach Diversifizierung. Wie bei der Marke Paragon – die noch immer zum Portfolio gehört, von der man aber sonst nicht viel hört – geht es Nimbus beim Neuerwerb 2018 um eine andere Klientel als klassische Cruiser-Fahrer.

„Byggs för proffs“, gebaut für Profis, ist der Slogan von Alukin. Rund eine Fahrstunde nordöstlich von Stockholm entstehen in Norrtälje Pilothouse-Kabinenboote, offene Bowrider, Arbeits- und Anglerboote. Insgesamt werden 19 Modelle zwischen sechs und 8,50 m Länge gebaut. Das passt: Die offene See und Finnland sind nicht weit entfernt.

 

  • Alukin

 

  • Alukin

Mit dem Kauf nutzt Nimbus den augenblicklichen Boom bei Aluminiumbooten, der ganz Skandinavien erfasst hat. Dieses Geschäft will man nicht den finnischen Herstellern alleine überlassen: 9.184 finnische Boote gingen 2017 in den Export, davon fast 8.000 nach Schweden und Norwegen. Alukin ist in den letzten Jahren rasch gewachsen, die Verkaufszahlen sind nach eigenen Angaben 2017 um 30 % gestiegen.

Alukin für die Profis

Die Liaison scheint für beide Partner nützlich: Nimbus kann Boote aus dem unverwüstlichen Werkstoff Aluminium anbieten, die von kompetenter Hand „Made in Sweden“ geschweißt werden. Für Maria Nikula, Miteigentümerin von Alukin, öffnet sich durch das Nimbus-Händlernetz die Tür zur Welt ein Stück. „Konkret bedeutet es, dass wir mehr Möglichkeiten anbieten, die Boote anzuschauen und Probe zu fahren. Das wird auch den Weg für den Export öffnen“, so die künftige Geschäftsführerin. Für die Entwicklung der Boote zeichnet wie bisher Peter Nikula verantwortlich.

Die Arbeitsboote werden weiter von Alukin direkt verkauft. Der Vertrieb der Freizeitboote wird zu Nimbus gehen. Wir können gespannt sein, wann die ersten Alukin-Boote hierzulande zu sehen, zu fahren und zu kaufen sein werden. Der sinnfällig klingende Werftname ist übrigens ein Anagramm des Familiennamens der bisherigen Eigner.


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Wasserbremsen

ES MÜSSEN NICHT IMMER BALKEN SEIN

Wasserbremsen

Meister der Minis

Rainer Millies ist der amtierende (wenn auch inoffizielle) Deutsche Meister bei den Seglern der Mini-Folkeboote. Eigentlich wollte der Modellsegler aus Plön seinen Goldpokal dieser Tage verteidigen, doch fiel die für in Kühlungsborn geplante Meister-Wettkampfserie den eisigen Witterungsbedingungen der letzten Wochen zum Opfer.
Bleibt nur noch der Glühfix-Cup am Samstag dieser Woche in Plön, mit dem die immer im Winter laufende Segelsaison der Minis endet. Wenige Tage vor dem letzten Wettkampf erzählt Millies im float-Gespräch mit Michael Krieg, weshalb Modellbootsegeln auch für Segler „echter“ Boote eine echte Herausforderung ist – und wie man mit nur zwei Jahren Erfahrung beim Radio Sailing in einer Einheitsklasse meisterlich wird.

float: Herr Millies, wie sind Sie dem Virus des Mini-Folke-Segelns verfallen?

Rainer Millies: Ich habe mir das Boot Ende 2015 gekauft, nachdem ich im Plöner Segler-Verein zwei Mini-Folkeboote bei Vereinskameraden gesehen habe. Ich fand die – sofort – noch schöner als mein eigenes Modellboot, eine AC 60, die den America’s-Cuppern nachempfunden ist. Damit bin ich auf dem „Kleinen Kiel“ gesegelt, einem kleinen Gewässer nahe der Kieler Innenstadt.

Später, ich war inzwischen nach Plön gezogen, habe schnell gemerkt, dass ich bei ein bisschen Welle mit meiner AC 60 gegen die Mini-Folkes bei der Geschwindigkeit hoffnungslos unterlegen war. Die Mini-Folkeboote sind eine Eintypklasse: Alle sind identisch, sehr schick, wenn auch nicht ganz preiswert. So habe ich zugeschlagen.

Sofort von Null auf 100… im letzten Jahr gewannen Sie auf Anhieb die – inoffizielle – Deutsche Meisterschaft, den Goldpokal. Wie haben Sie das geschafft?

Millies: (lacht) Das habe ich mich selbst gefragt. Ich war ja erst anderthalb Jahre so richtig dabei, bin bei einigen Regatten gestartet und im Mittelfeld gelandet. Ein Vorteil ist sicher, wenn man segeln kann und weiß, wie man kreuzen muss, die Vorfahrtsregeln kennt, ein bisschen Taktik beherrscht und Winddreher erkennt.

Mini-Folkeboote

Kampf an der Luvtonne© privat

Am schwierigsten war zu lernen, mit den beiden Steuerknüppeln zu arbeiten, um die Schotwinde und das Steuer zu bedienen. Aber das hatte ich schnell raus. Und ein bisschen Glück gehört auch dazu. Mein Boot war optimal eingestellt mit Segelprofil und Mastneigung, es hat alles super gepasst.

Merkt oder sieht man überhaupt, ob man hart genug am Wind segelt?

Das merkt man sofort. Zumindest wenn das Boot in der Nähe ist, sehe ich das an den Windbändseln, die im Vorsegel kleben – wie bei den Großen. Schwieriger ist es, wenn das Boot weiter weg ist. Dann kann man die Fäden nicht mehr richtig deuten, und Du fährst nur nach Krängung. Normalerweise fährt man das Boot so, dass es immer ein bisschen Krängung hat. Dann weiß man, dass es gut am Wind liegt.

Mehr über die Mini-Folkeboote lesen

In der float-Reportage Mini-Folkeboote, maximaler Spaß.

Muss man sich bei Rammings durch Strafkringel sofort entlasten?

Ja, wie bei den Großen. Einmal rum, 360 Grad. Auf jeden Fall so, dass man niemanden behindert. Und man kann häufig davon ausgehen, dass man dann – bei den relativ kurzen Wettfahrten, die nur zehn bis 15 Minuten dauern – gleich hinterherfährt.

Sie sind in der heimischen Seglerszene kein ganz unbeschriebenes Blatt. Wo und in welchen Klassen haben Sie segeln gelernt?

Angefangen habe ich im Opti in der Seglergemeinschaft Ascheberg, wo ich groß geworden bin. Vorher hatte mein Vater eine Alt-H-Jolle, auf der ich das Segeln auch gelernt habe. Später hatte ich selbst zwei Alt-H-Jollen. Vom Opti bin ich – recht erfolgreich, zumindest bei weniger Wind, da ich zu leicht bin – in die OK-Jolle und in den Laser umgestiegen. Es folgten ein 15er-Jollenkreuzer und später zwei  Neptun-Kleinkreuzer – gut geeignet auch für Wanderfahrten.

Welche wichtigen Entscheidungen müssen Sie vor einer Regatta treffen?

Wir fahren, wenn das Wetter es zulässt, zwölf Wettfahrten. Man kann theoretisch nach jeder Wettfahrt das Boot kurz auf die Brücke heben, ins Gestell packen und das Rigg ein bisschen umtrimmen, wenn es die Windverhältnisse erfordern. Und so probiert man halt ein bisschen, verändert vielleicht die Achterstagspannung, die Wölbungstiefe des Segels, den Baumniederholer. Auch den Rohrkicker kann man verstellen, um ins Groß ein bisschen mehr Twist zu geben. Mit der Fock geht es genauso, denn am Fockbaum ist eine kleine Dirk, um den Baum in der Höhe verstellen zu können.

Was hat es mit den Gewichten auf sich?

Gute Frage. Der angeklebte serienmäßige Kiel hat rund zwei Kilo Gewicht. Das reicht aus bis maximal zwei Windstärken. Danach sollte man schon Blei zusätzlich reinpacken. Der Kiel ist ja innen hohl.

Welche Kurse segeln die Mini-Folkeboote?

Up- and Down-Kurse. Ideal ist, wenn man auf einem Kopfsteg steht und der Wind parallel zum Steg weht. Wenn da 16 Leute oder mehr stehen, sollte der Steg breit genug sein. Die Startlinie liegt dann idealerweise 90 Grad dazu, so dass man sie gut einsehen kann und auch nicht weit weg von seinem Boot ist. Die Wendemarken liegen ungefähr 50 Meter auseinander. Zusätzlich dazu gibt es in Luv noch eine Ablauftonne und in Lee ein sogenanntes Gate.

Ist das Startprozedere auch wie bei den Großen?

Nein, das ist kürzer. Ich habe eine kleine „Startmaschine“, eine Band-Ansage, auf meinem Handy gespeichert. Die habe ich mir selbst zusammengestellt und aufgesprochen, im Sekundentakt mit einem entsprechenden Klopfsignal. Manche machen das mit 90 Sekunden abwärts, die letzten Sekunden werden einzeln angesagt, und dann ist Start. Die Ansage wird über Bluetooth und zwei Boxen laut übertragen.

Haben Sie für unsere Leser noch einen speziellen Tipp?

Wenn es jemanden interessiert: Es gibt beim Deutschen Segler-Verband eine Seite mit mehreren Modellbootsklassen. Da kann man sich auch den Regattaplan ansehen und mitmachen.

Die Mini-Folke-Gruppe ist nicht im Deutschen Segler-Verband vertreten, weil wir es einfach nicht wollen. Das klappt auch so hervorragend. Wir haben zwei, drei Segler in unserer Gruppe, die das ins Leben gerufen haben, und die passen auch auf, dass die Regeln eingehalten werden. Und sollte jemand unsere Mini-Folkeboote gut finden, kann er sich gern mit mir in Verbindung setzen, um zu erfahren, wo wir trainieren.

Herr Millies, wir danken für das Gespräch und reichen alle Anfragen sehr gerne an Sie weiter.

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Und sie schlafen und schlafen und schlafen

HAPPY BIRTHDAY Lena!

Das wichtigste vom Tage: Lena wird heute 11 Jahre alt. Sie ist krank, wie ich und so können wir uns ein bisschen gemeinsam leid tun über das Satellitentelefon. Die Verbindung ist besser als gewohnt. Ich nutze es zum telefonieren eher selten das Iridium GO! Mit der Flat Line für Daten und 150 Minuten Telefon mtl. obendrauf. Deshalb lasse ich mir heute Zeit. Lenas Lieblingsfarbe ist grün und gewünscht hat sie sich einen grünen Bürostuhl für ihren Schulschreibtisch. Hat sie bekommen. „Ich hab Dich lieb Papa. Maya will auch noch mit Dir sprechen.“ Ihr ganzer Stolz im Moment, dass gebrauchte iPhone 6 was sie sich stetig in den letzten Wochen von Taschengeld und mit kleinen Jobs zusammengespart hat. Wie im richtigen Leben. Noch drei Wochen, dann sind alle hier in Cuba und auf der MARLIN. Osterurlaub. Kann man sich gar nicht vorstellen, wo grade noch tiefster Winter in Flensburg war.

Mit den Langusten muss man, zumindest ich, auch ein bisschen vorsichtig sein. Zuviel von dem leckeren Zeug kann bei mir zu akuten Gichtanfällen führen. Weiß nicht mehr warum, aber hatte ich schon mal und das war nicht schön. Da konnte ich tagelang nicht richtig laufen. Das fehlt mir grade noch. Kaum diesen Grippevirus überlebt…

Nach dem Frühstück wollen meine Gäste schon wieder los. Ich war noch nicht mal an Land in Cayo Campus, da geht es schon wieder auf. Das es woanders auch nicht schöner ist, kann ich ruhig erzählen. Die Unruhe bleibt. Jeder gebuchte Tag muss umgesetzt werden. Wäre es mein Urlaub, ich würde es genauso sehen. Wir habe Südwind. Ganz selten. 10 Knoten. Da macht MARLIN 7 Knoten Fahrt draus und das gegen die Strömung. Ich versuche das mal als Lob an die MARLIN anzubringen, aber so bald wir auf See sind, fallen fast alle tot um wie die Fliegen. Da liegen sie dann, vorzugsweise auf dem Vordeck. Brav eingecremt, so wie Skipper das gesagt hat. Am Anfang noch ein Buch in der Hand, rollen sie dann alle langsam in die Süllkante in den Schatten. Skipper Rolf steht am Rad und passt auf dass keiner über Bord fällt. Wir trimmen ein bisschen hier und da. Dann liegen auch zwei weiter selig schlafende Mitsegler im Cockpit. Nun könnte man auf den Gedanken kommen, dass es ihnen nicht gut geht, sie vielleicht bis spät in die Nacht feiern. Nein. Auch nachts schlafen sie tief und fest. Morgens sind sie nur mit Erikas Hilfe zu wecken. Ich kann nur schlussfolgern: Es muss das gute Essen sein.

Ich versuche den Küchenchefposten weiterhin an Arne abzugeben, denn der hat mich während meines Grippeviruskomas vertreten und hat das gut gemacht. Aber Dirk meutert und meint, dass Chefe sich heute wieder selber in die Küche stellen soll. Bin ich wohl mit gemeint. Da sind noch vier Kilo cubanisches Rinderfilet im Freezer. „Dann tau es mal auf!“, grinse ich. Miraculix und der Zaubertrank. Morgen wieder Südwind und Cayo Largo muss angelaufen werden. Ein Stempel um Cienfuegos anzulaufen wird benötigt und das Internet auf dem Platz.

 

Affentheater

Sa., 10.Mrz.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1379, 12.404 sm von HH

Gleich hinter der Marina fangen der Dschungel und ein Nationalpark an.
Kein Kindergarten-Dschungel, sondern echter Urwald. Die Marina Broschüre warnt vor ernsthaften Gefahren: Schlangen, Alligatoren von über drei Meter Länge und Pfeilgiftfröschen. Es gibt die traurige Geschichte, dass ein Hund so einen Frosch gefressen haben soll und innerhalb von dreißig Minuten mit Schaum vorm Maul gestorben sei.

Die Gebrüll der Brüllaffen donnert über das Gelände. Wenn man vor Sonnenuntergang in den Wald geht, hat man fast eine Garantie auf einen Trupp Affen zu treffen. Entweder Kapuziner-Affen oder die besagten Brüller. Über den Wipfeln kreisen Greifvögel, die auf ein unvorsichtiges Affenbaby oder ein Faultier lauern.

Brüllaffen

Brüllaffen

 

turnen durch den Wald

turnen durch den Wald

Kapuziner-Affen werfen schon mal mit Früchten nach Menschen

Kapuziner-Affen werfen schon mal mit Früchten nach Menschen

In einem kleinen Baum, direkt bei den Stegen, wohnt so ein Faultier. Selbst wenn man mehrmals am Tag bei ihm vorbei schaut, findet man es immer schlafend vor. Nur die Astgabel in der es liegt, ändert sich von Zeit zu Zeit. Über zwanzig Stunden soll so ein Faultier am Tag vergammeln. Einmal in der Woche muss es seinen Baum verlassen, um sein Geschäft zu verrichten. Den Zeitpunkt müsste man mal abpassen.

Das Marina eigene Faultier

Das Marina eigene Faultier

schläft den Schlaf der Gerechten

schläft den Schlaf der Gerechten

In der Marina paddelt ein Krokodil. Jorge heißt es und liegt manchmal neben dem Steg und sonnt sich. Wir haben es bislang nur zwischen den Schiffen treiben sehen. Wie ein gut getarntes Stück Holz. In diesem Hafen putzt keiner freiwillig sein Unterwasserschiff.
Bis 1999 hatten die USA die Hoheit über den Panamakanal. Auf beiden Seiten des Kanals standen Forts, die bei der Übergabe des Kanals ebenfalls an Panama abgetreten wurden.
Fort Sherman lag auf dem Gelände der heutige Marina. Überreste diverser ‚Flak-Geschütz-Stände‘ werden grade von der Natur zurückerobert. Die Wohnhäuser der Soldaten verfallen. Einschließlich Türen und Geländer ist in der Zwischenzeit alles demontiert worden. Die Kirche ist geplündert. Im ehemaligen Theater der Soldaten hat heute die Segelmacherin ihre Werkstatt.

Battery Mower

Battery Mower

fast komplett überwuchert

fast komplett überwuchert

Nicht mehr viel übrig

Nicht mehr viel übrig

in der ehemaligen Kirche

in der ehemaligen Kirche

Großartig gescheitert

Gestern Abend war es soweit. Nach 4 Wochen in der Finanzierungsphase ging unsere Crowdfunding-Kampagne bei Startnext zu Ende. In Zahlen betrachtet, ohne Erfolg, denn das Fundingziel von 2.800 Euro zur Finanzierung der nächsten Filmprojekte wurde nicht erreicht. Alle Unterstützer bekommen ihr Geld deshalb automatisch von Startnext zurück, bzw. es wird gar nicht erst abgebucht.

Trotzdem freuen wir uns und finden es Klasse, dass ihr mitgemacht habt. Eure Beteiligung zeigt, dass wir doch einige von euch für dieses Projekt begeistern konnten.

Ich finde, wir sind mit 1.079 Euro großartig gescheitert!