Monatsarchive: März 2018

Samstag in Cantilles

Pago Satt!

Die Nacht war ordentlich windig. Nicht unsicher, aber rocky vor Anker. Meinen Gästen macht es nichts oder eher wenig. Die sind mittendrin. Geniessen jeden Tag. Langeweile gibt es nicht. Am Morgen geht es zur Lagune und tatsächlich sehen sie zumindest frische Spuren von Krokodilen. Was sie nicht wissen, ist dass die Krokodile sehr gut schmecken. Das ist wohl eher das Problem, weshalb die Krokodile schauen, dass sie weg kommen, wenn Menschen auftauchen. Wir wollen kein Krokodil und auch kein anderes verbotenes Wildfleisch. Wir wollen einen Pago. Das ist ein überdimensionierter Red Snapper und der liegt in der Tiefkühltruhe der Ranger. Die bessern ihr Taschengeld auf. Kochen für uns. Teller, Gläser und Getränke sind selbst mitzubringen. Unter Palmen wird diniert. Jeder eine Trink Kokosnuss, mit einem Schuss Rum verfeinert. Etwas früh am Nachmittag. Da sind die Mücken noch nicht da und es gibt auch noch Licht. MARLIN schaukelt mit dem Mast und der Skipper schläft nac h dem Essen unter den den Palmen in der Hängematte ein. Wochenendstimmung.

“Am Sonntag will mein Süsser mit mir Segeln gehen!“ Der Weg führt uns für die Nacht auf die andere Seite der Bucht. Bei 2,2m Meter Wassertiefe stoppe ich und fahre ein Stück zurück. Auf 3m fällt der Anker. Es ist flaches Wasser hier. Sehr flaches Wasser. Nicht ohne Grund sind die ganzen Charterschiffe Katamarane. Aber ob ich nun eine dreiviertel Meile oder eine halbe Meile vor der Küste den Anker schmeisse. Ist ja nun auch irgendwie egal. Wir haben bis Mittwoch abend um wieder in Cienfuegos zu sein. Am Freitag kommt hoher Besuch aus der Null Grad Klima Zone „Old Germany“. Nathalie und die Kinder sind schon ganz aufgeregt. „Nur noch fünf Mal schlafen.“, ist das Subjekt der letzten e-mail. Lässt Vorfreude vermuten. Hoffentlich ist Engel Kaputtnix auch dabei im Koffer. Mir haben die letzten Tage gereicht. Ab morgen heißt es dann zurücksegeln. Wie immer, gegen den Wind. Wird es zu windig nutzen wir dann kleine Windfenster mit Flaute um zu schwierige Schl äge mit Motorkraft zu unterstützen. Das Problem ist die Strömung von Ost nach West, die die Schläge beim Aufkreuzen gemein zum Zickzacksegeln auf der Karte macht. Über das Flach zu Segeln zwischen Rosarios und Cayo Largo, dazu fehlen mir die Nerven, so flach sind die Tiefen-Angaben.

Der Samstag Abend vergeht mit Phase 10 spielen. Nix für Anfänger merke ich. Der Menker Klan ist routiniert und die Joker werden intern verteilt. Carsten trumpft mit Anfängerglück und ich lass alle gewinnen. So kann man seine Crew auch glücklich machen. Dabei ist zum Samstag Abend passend, Havanna und Mulata Rum, das beste was die Hausbar hergibt. Pia zaubert Riesen-Crevettensalat ;-) meint Languste, die sich anscheinend im Kühlschrank vermehrt. Es wir nicht ganz so spät als alle in ihren Kojen verschwinden. Über das Wetter muss sich hier keiner Sorgen machen. Auch morgen ist wieder 28 Grad angesagt. Ein frischer Wind und ein 1a Sonnenuntergang. Segel-Urlaub pur auf der MARLIN, meint Harald. So soll es sein.

 

Videoupdate #42

In diesem Videoupdate geht es mit Nomade in die Türkei. Es sind die letzten Aufnahmen mit der alten Ausrüstung, entstanden im Oktober 2017.

Viel Spaß beim anschauen.

Ein wunderschöner Segeltag

Mal nichts kaputt gegangen

Mein Tag beginnt kurz vor Sonnenaufgang. Ein kleines französisches Boot ist samt CQR-Anker Richtung Strand gedriftet und wir von einem Dinghy wieder an den rechten Platz gezogen. Das junge Pärchen wieselt am Deck. Zu helfen gibt es nichts, denn es sind schon andere Franzosen an Bord. Also schaue ich dem Ankerplatzkino neugierig mit einem Glas Kaffee in der Hand zu. Dank Rocna Anker gehören solche Aktionen ja nun zu unserer Vergangenheit. Aber ich kann mich gut erinnern, wie es davor mit einem unterdimensionierten Anker und Kette war. MARLIN ist ja nun mehrmals mit dem alten Delta Anker weggedriftet.

Ich bin früh an Land. Meine Visaverlängerung ist fertig. Ich zahle die Ankergebühr und klariere aus. Ziel Cayo Cantilles. Hier gibt es Affen, die morgens gefüttert werden, wie wir erfahren als wir angekommen sind. Na dann. „Wollt ihr morgen mal etwas früher los?“ Meine CREW 42 frühstückt gerne und lang. Meist sitzen sie um 11 Uhr noch am Salontisch und freunden sich mit dem Tag an. „Wir haben ja Urlaub!“ „Stimmt.“ So ist es auch heute. Ich habe schon eine Stunde Telefonkonferenz mit Eike aus unserem Büro Flensburg hinter mir, komme zurück und es wird noch gefrühstückt. Sogar einen Teller Rührei, noch warm, steht an meinem Platz. Eine positiv entschleunigte Crew.

Gegen Mittag sind wir dann endlich so weit, dass der Anker das Tageslicht erblickt und die grade mal 22 Meilen sind geschwind hinter uns gebracht. Der Wind schläft ein und im Schatten des Großsegels entsteht das obligatorische Gruppenfoto an Deck. Nette CREW 42. Oder? Ich mag sie.

In Cantilles angekommen ist es windstill. Wir liegen auf drei Meter, typisch für diesen Ankerplatz und können die Conchmuscheln unterm Schiff sehen. Keine zwanzig Minuten später füllt sich der Kühlschrank. „Aber die Fotos nicht veröffentlichen“, betonen die Fischer. „Sonst kommen wir ins Gefängnis und ihr auch.“ Na, dann veröffentlichen wir mal keine Fotos von diesen Rieseninsekten. Haben wir ja auch schon genug gehabt. Ich verabrede die CREW zur Dschungelwanderung und zum gegrillten Riesenredschnapper am Nachmittag. Das Wochenende wollen wir hier verbringen.

Inzwischen haben wir 20 Knoten Wind aus NE, liegen auf Legerwall, aber trotzdem sicher. Der Ankeralarm des WM850 ist sicher und stromsparend. Der Superwind leise und bei diesem Wind ergiebig. Ich gähne immer wieder. Wird Zeit ins Bett zu gehen.

 

Die neue Film-Ausrüstung

Toni, der Audio Rekorder. Hier noch mit alter Frisur.

Zuerst wollte ich euch die neue Filmausrüstung und insbesondere die Panasonic GH5 ganz ausführlich vorstellen, aber ich denke, das wäre in einer Art mehrseitigem Produkttest ausgeartet, der die wenigsten interessieren dürfte. Deshalb nur ein kleiner Überblick, womit in Zukunft die Filme gemacht werden. Wer mehr über die Kamera wissen möchte, findet im Netz unzählige, ausführliche Tests.

Das wichtigste was ich zum filmen benötige, befindet sich seit ein paar Tagen in einem Explorer Case. Das Köfferchen ist extrem stoßfest und wasserdicht nach IP67 Norm. Ich habe bereits länger ein anderes Explorer Case für meine DSLR im Einsatz und da sich das enorm bewährt hat war für mich klar, dass die GH5 ebenfalls ein solches Köfferchen bekommt.
Mir war wichtig, dass ich Kamera, Objektive, Mikrofone und das weitere Zubehör in ein möglichst kleines und leichtes Case bekomme. Umso leichter und kompakter die Ausrüstung ist, umso eher nimmt man sie mit.
Weiterhin war mir wichtig, dass die Ausrüstung im „Worst Case“ geschützt ist. Ich wäre nicht der erste, der beim einsteigen ins Schlauchboot seine Kamera versenkt hätte. Das Explorer Case samt Inhalt wiegt aktuell 3,4kg und schwimmt.

Werfen wir mal einen Blick in das Schatzkästchen:

Das alles dort mit System und gut erreichbar einzubauen, hat länger gedauert als zuerst gedacht. Drei Tage habe ich Schaumstoff, Neopren und Klettband verarbeitet, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Jetzt passt alles perfekt zusammen. Jedes Teil ist leicht erreichbar, alles ist so gestützt, dass man das Case wie einen Fußball behandeln könnte, ohne das etwas durcheinander gerät.






Nur die GoPro Hero5 Session kommt nicht mit ins Case. Die kann auch gut in der Hosentasche transportiert werden. Die GoPro ist ebenfalls neu und ersetzt die alte Rollei Actioncam, bei der das Objektiv einen Glasbruch erlitten hatte.

GoPro Hero5 Session

Die GH5 hat von Anfang an einen sogenannten Cage bekommen. Das war mir wichtig, vor allem um Zubehör besser anbringen zu können und um die Kamera bei Bedarf auch mit Griff zu bedienen. Der Cage von Smallrig wurde sehr gelobt. Das Teil ist auch wirklich schön verarbeitet und durchdacht. Allerdings kann das Hauptwahlrad nicht mehr vernünftig bedient werden. Ich habe deshalb kurzerhand die Flex angesetzt, anschließend geschliffen und poliert. Jetzt lässt sich das Rad wieder vernünftig drehen.



Aprospos bedienen. Ich hatte in Sachen Bedienung eine sehr lange Umstellphase und viele Fehler befürchtet. Zum einen, weils eben keine Canon ist, die ich gewohnt war, zum anderen, weil die GH5 ein Setup-Monster ist, bei dem man mehr verstellen kann als bei jeder anderen Systemkamera. Aber ich bin da sehr positiv überrascht. Ich finde sie ausgesprochen benutzerfreundlich. Irgendwo habe ich mal was von mehr als 200 Optionen in den Menüs gelesen, die wiederum unzählige Unteroptionen bieten. Nachgezählt habe ich nicht, aber trotz der enormen Manipulationsmöglichkeiten ist alles logisch strukturiert. Es macht richtig Spaß, das Gerät zu personalisieren und ich habe mittlerweile allein 3 Akkuladungen nur mit Einstellen und Testen verbracht.
Ob sich das alles auch im Ergebnis und beim Handling positiv bemerkbar macht, wird sich noch zeigen. Es gibt noch viel für mich zu lernen.

Gehen wir weiter durchs Case. Ganz wichtig war mir neben der Bildqualität vor allem der Ton. Damit war ich in der Vergangenheit immer extrem unzufrieden.
Für die GH5 habe ich jetzt ein vernünftiges Richtmikrofon. Dieses Mikrofon von Takstar habe ich durch Zufall bei einem Vergleichstest entdeckt und war ziemlich angetan. Es kostet nur halb soviel wie ein vergleichbares Rode, der Sound ist allerdings gleichwertig. Mir persönlich gefällt der Sound vom Takstar sogar etwas besser.
Neben dem Richtmikrofon hat nun auch ein kleines Lavaliermikrofon und ein Audio Rekorder Einzug gehalten. Der Rekorder ist vielseitig einsetzbar. Er kann mit den externen Mikrofonen versorgt werden, oder über die eingebauten Stereo-Mikros aufzeichnen. Vor allem bei Naturgeräuschen ist das Gerät extrem stark. Es hat ein unheimlich niedriges Eigenrauschen und die eingebauten Mikros sind fast besser als mein Studiomikrofon.

Tascam DR-05 Audio Rekorder

Die GH5 ist aktuell mit zwei schnellen 64 Gigabyte SDXC Karten bestückt, ansonsten sind in dem Case noch zwei Ersatz-Speicherkarten für den Notfall verstaut, zwei Ersatzakkus, der Griff für den Cage, drei „Deadcats“ aus Kunstfell (überprüft), das 20er Lumix Objektiv, ein Polfilter, ein ND Filter, ein Putztuch, eine Fotoschraube, ein Karabiner, der Kameragurt und eine Handschlaufe.
Die Deadcats hat Sabrina selbst genäht, die Handschlaufe ebenfalls. Gute, im Handel erhältliche Deadcats wären teuer gewesen und eine perfekt passende Handschlaufe für diesen Cage gab es nicht.

Morgen hat das theoretische Gequatsche dann erst mal ein Ende. Dann ist Videoupdate #42 online. Es ist das letzte Update mit der alten Ausrüstung, gleichzeitig auch eins der längsten.

Achso, Toni hat übrigens eine neue Frisur bekommen. Die alte hat mich zu sehr an so einen pöbelnden Typen erinnert. Jetzt gefällt er mir besser.

Toni mit neuer Frisur.

Die Tage rennen dahin

Neue Freunde

Aus meiner CREW 42 werden richtige Freunde. Untereinander und miteinander und mit mir. Die Stimmung an Bord ist ungewöhnlich ausgeglichen, auch wenn eigentlich sehr unterschiedlicher Charaktere aufeinander treffen. Seglerisch bin ich insgesamt sehr gefordert. Es gibt wirklich viel zu erklären, was mich ausfüllt. Die Umsetzung funktioniert dann aber auch fast perfekt. Die Jungs, Henry und Leon, spanne ich besonders intensiv ein, was auf Zustimmung der beiden jungen Männer trifft. Schön zu sehen, wie besonders sie ihre Beziehung zum Segeln in nur wenigen Tagen aufbauen. Pia und Katrin nehmen mir die Küchenarbeit ab. Carsten und Harald sind schnell routinierte Mitsegler.

Zum Bloggen komme ich kaum. Netterweise hat mich Rauner von der Capitania Cien Fuegos darauf hingewiesen, dass mein Visa gestern abgelaufen ist. Stress kommt auf. Statt zwei Tagen am Leuchtturm müssen wir uns sputen um nach Cayo Largo zu kommen und noch rechtzeitig meine neuen 30 Tage Visa zu beantragen. Auch unsere Vorräte an Diesel und Benzin schwinden. Mir bleibt nicht viel Zeit für Internet. Die Reparatur am Generator weitet sich aus. Erst mit Hilfe von Boris S. von Fischer Panda finde ich den Grund warum Erika immer wieder ausgeht. Wieder mal simple. Eine Autosicherung, die ich visuell schon kontrolliert habe, wackelt sich ab und los. Temperatur, Korrosion und Vibration heißen die Übeltäter.

Mit Henry und Leon gehe ich am Mittwoch auf die Cayo Largo Piste. Muss ja mal was passieren in so nen Urlaub mit den Eltern, finde ich. Auf dem Cayo Largo Plaza ist Freiluftdisco. Salsa, Raggeton, nicht meine Welt. Es lohnt sich trotzdem den cubanischen Gästen beim Tanzen zuzusehen. Henry und Leon staunen nicht schlecht über den südamerikanischen Tanzstil, den die Cubaner wohl mit in die Wiege gelegt bekommen. Die europäische Hälfte der Gäste tanzen dagegen eher monoton. Ich halte mich brav an meinem Mojito fest während die Jungs die Tanzfläche erobern. Klar wird es spät an diesem Mittwoch. Am frühen Morgen um sechs Uhr knallt es dann im Schiff und ein weiterer Tag im Paradies beginnt. Mit der Hilfe von Harald stellen wir Stück für Stück fest, dass die Aussenbordentlüftung des Schwarzwassertanks verstopft ist, die elektrische Toilettenpump merkt das nicht. Der Tank bläht sich auf und eine Schweißnaht platzt mit dem besagten Knall. Der braune Inhalt ergiesst sich gutriechend in die Bilge. Scheiße! Alleine diese Vorgänge zu diagnostizieren und den Mist wegzumachen frisst den halben Tag. Die Crew nimmt es mit Gelassenheit, ich schicke sie los und sie erkundet den schönsten Strand der Karibik. Den Playa Sirena. Familienoberhaupt und internistischer Allgemeinmediziner Harald geht mir zur Hand. Gemeinsam finden wir endlich das verstopfte Sieb am Geruchsausgang am Deck der MARLIN. Das Problem ist mir vollkommen neu. Die Folge: Ein gerissener Schwarzwassertank. Ich bin ernsthaft verzweifelt. Das Ding ausbauen und schweissen – Hier in Cuba unmöglich. Harald baut mich im Cockpit wieder auf. Die Lösung um meine zukünftigen Törns segeln zu können ist die Toilette direkt an das Ausgangsventil anzuschliessen. Den notwendigen Schlauch könnte eine der nächsten Crews mitbringen. Klar. Auch haben wir im Vorschiff ja noch eine Toilette. Harald trumpft weiter und findet den Riss. Zusammen verkleben wir den Schaden mit Epoxi. Ob es hält ? Nun. Mit einer Schubkarre Zement habe ich in Buenos Aires die IRON LADY gefixt und bin mit Nathalie und den Kindern erfolgreich ums Kap Hoorn gesegelt. Wird schon halten bis zum nächsten Werftaufenthalt.

Das war mein Donnerstag der 22. März 2018. Draussen bläst es sauber mit 17 Knoten Wind aus Nord. Perfektes Kite Wetter. Geplant war ein schöner Tag im Trapez und weitere Meter auf dem Bord. Entspannung für den Skipper. Sollte wohl nicht sein. Danke an Harald, ohne den es bestimmt heute keine akzeptable Lösung gegeben hätte. Danke an meine Crew, die sich nicht beschwert hat, sondern mir den Rücken gestärkt hat. Zum Abendessen gibt es cubanisches Rind. Nicht grade zart, aber trotzdem sehr schmackhaft. Morgen geht es nach Cayo Cantilles. Wir brauchen dringend Fisch und Krustentiere. In Cayo Largo gibt es keine Verproviantierungsmöglichkeiten.

Neuer Tag – Neues Glück.

 

Wird die Schlei je wieder sauber?

 

Plastikmüll in der Schlei

Schleswig, Anfang März 2018. Fast überall am Ufer der idyllischen Schlei sieht man Menschen in Warnwesten, Gummistiefeln und Arbeitskleidung. Die einen ziehen mit Haken umher, die anderen legen 1×1 Meter große Holzrahmen auf die Wiesen und ins Schilf. Ganze Trupps ziehen so an den Ufern des Ostseefjords umher. Ihre Mission: Plastikteilchen aufsammeln respektive erfassen. Denn entlang der Schlei sieht es teilweise aus, als wäre ein großer Rosenmontagszug umher gefahren und hätte Konfetti verstreut. Die ganze Fjord-Region ist mit kleinen bunten Plastikteilchen übersät. Mittlerweile kommen die farbigen Frakturen laut Anwohnern schon im rund 35 Kilometer entfernten Kappeln an. Wind und Strömung verteilen die Partikel fast unkontrolliert.

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Gehäckselte Verpackungsreste© Stephan Boden

Biomasse mit Plastikanteil

Grund des Müllskandals ist etwas, das eigentlich nach sauberer Umwelt klingt: Strom- und Wärmegewinnung aus Biomasse. In dem Faulturm des Schleswiger Klärwerks werden durch Gärprozesse Wärme und Energie gewonnen. Seit 2007 dürfen dem Faulschlamm maximal 49 % Speisereste zugesetzt werden. Dieses Verfahren gilt gemeinhin als sauber und wird dank des Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert. Die Stadtwerke Schleswig beziehen die Speisereste seit 2017 vom Recyclingunternehmen ReFood. ReFood sammelt gegen Gebühr Reste aus der Gastronomie und von Supermärkten, häckselt sie in einer sogenannten Hammermühle und verkauft Teile davon weiter. Über die Kläranlage in Schleswig gelangte der Plastikmüll nun in die Schlei. Trotz angeblich feiner Filteranlagen. Niemand weiß derzeit, wie das passieren konnte.

Zwischen den Stadtwerken Schleswig und ReFood wird die Verantwortung nun hin- und hergeschoben. Die Stadtwerke behaupten, die Speisereste dürfen laut Vereinbarung gar keine Reststoffe enthalten. ReFood, deren Website auffällig grün inszeniert ist, widerspricht dem. Man weist auf den Vertrag hin, nach dem offenbar Fremdbestandteile, sprich Verpackungsmüll, enthalten sein dürfe. ReFood hat bereits erklärt, den geheimen Vertrag öffentlich machen zu wollen. Dem haben die Stadtwerke jedoch offenbar widersprochen. Mittlerweile ermitteln das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft.

Aktionismus?

Bereits 2016 meldete eine Anwohnerin aus der Region Verunreinigungen durch Plastik. Damals wurde jedoch kein Verursacher gefunden. Die Kläranlage wurde seinerzeit nicht in Betracht gezogen. Man vermutete andere Ursachen. Anfang Januar 2018 informierte die Anwohnerin erneut die Behörde. Bei der genaueren Untersuchung wurde die Kläranlage als Verursacher der Verschmutzung ermittelt. Die Kreisumweltbehörde nimmt zwar regelmäßig Proben vom Klärwasser, das in einer abgelegene Schlei-Aue im Wald eingeleitet wird. Feststellen konnte man allerdings immer nur tadellose Wasserqualität. Auf Plastikteile wurde das Wasser dabei nicht untersucht.

Als erste Reaktion wurde in der Kläranlage ein neues Filtersieb eingebaut, das den größten Teil des Plastiks auffängt. Teilchen unter zwei Millimetern Größe gelangen jedoch immer noch nach außen. Es stellt sich die Frage, weshalb der Faulturm nicht sofort gestoppt wird. Stattdessen scheint man in Kauf zu nehmen, weiterhin fein gehäckselte Kunststoffverpackungen in die Umwelt zu leiten.

Öffentlich wurde der Skandal, nachdem Anfang März der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) den NDR einschaltete. Dadurch erfuhr auch der Schleswig-holsteinische Umweltminister Roland Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) davon. Zu dem Zeitpunkt waren allerdings schon rund 100 Kilometer Uferlinie betroffen. Habeck selbst machte sich letzte Woche ein Bild vor Ort und sprach von „erschreckenden Mengen“, die er gesehen hätte.

Plastikmüll

Mit Plastik übersäte Schilfgürtel© Stephan Boden

Tatortreiniger stören Vogelbrut

Nachdem der Fall an die Öffentlichkeit gelangt war, wurde sofort reagiert. Unter anderem mit den Reinigungsmaßnahmen. Ole Eggers, Geschäftsführer des BUND in Schleswig-Holstein: „Die Reinigungstrupps bewegen sich meist in hoch sensiblen Gebieten und stören das beginnende Brutgeschäft. Dadurch wird alles noch schlimmer. In den Reetstreifen befinden sich ganze Ökosysteme, die jetzt durch den Einsatz von Harken, Schaufeln und Bausaugern beseitigt oder zerstört werden.“ Geharkt und gesaugt wurde in Gebieten, in denen der Zutritt aus Naturschutzgründen sonst strengstens untersagt ist.

„Der Presse soll das Bild vermittelt werden, es werde etwas getan.“
(Ole Eggers, BUND)

Bislang ist nicht bekannt, wie viel Plastik überhaupt in die Umwelt gelangen konnte. Vor ein paar Tagen wurden Tauchgänge zur Prüfung verschoben, weil die Schlei wieder zugefroren ist. Reinigungstrupps laufen mit Harken und Bausaugern durchs Schilf. Mit den Holzrahmen versucht man, die Belastung zu erfassen, hochzurechnen und zu kartographieren. Der starke Ostwind der vergangenen Tage hat den Fjord vielerorts über die Ufer steigen lassen, Reetstreifen und Grünflächen wurden überspült. Auch viele private Grundstücke sind davon betroffen. Die Schleswiger Kreisverwaltung verschickte eine kurze Pressemitteilung: „Es besteht die Gefahr, dass Plastikpartikel sich mit Grüngut vermischen. Grundstücksbesitzer dürfen das Plastik-Grüngut-Gemisch auf keinen Fall über die Biotonnen beziehungsweise den Grünabfall entsorgen. Betroffene Grundstücksbesitzer wenden sich bitte zwecks ordnungsgemäßer Entsorgung an die Schleswiger Stadtwerke unter der Telefonnummer 04621/801471.“

BUND-Geschäftsführer Eggers hält die Reinigungsmaßnahmen für puren Aktionismus: „Der Presse soll das Bild vermittelt werden, es werde etwas getan und die Schlei könne auf die Schnelle gereinigt werden. In zwei Wochen schreibt dann niemand mehr über den Skandal, der sich über Jahre auswirken wird.“ Vor allem die Mikroteilchen machen ihm Sorgen. „Die großen Partikel richten erst mal relativ wenig Schaden an. Auch wenn es schlimm aussieht, kann man sie auch zunächst mal liegen lassen. Schlimmer sind die kleinen, mit bloßem Augen nicht sichtbaren Mikroplastikteilchen, die in die Nahrungskette gelangen können und in weitaus größerer Menge unsichtbar im Wasser und am Ufer zu vermuten sind.“

Niedrigwasser offenbart weitere Verunreinigungen

Seit vorgestern hat die Schlei in Schleswig Niedrigwasser und man erkennt nun auch die Partikel, die zuvor unter Wasser waren. Teilweise kann man sogar noch die Beschriftung darauf lesen. Nun tauchen jedoch auch die Klarsichtfolien auf. „Der Teil vom Schilf, der normalerweise im Wasser steht, sieht aus wie mit Tesa beklebt“, schildert Augenzeuge Sven Kraja die Situation. Er hat seine Segelmacherei direkt am Ende des Ostseefjords. Kraja mag sich kaum vorstellen, wie es auf dem Grund der Schlei aussieht: „Ich habe heute morgen mal zum Test ein paar Deckel von Getränkeflaschen in ein Glas Wasser gelegt – einige gingen sofort unter, andere schwammen.“ Eggers teilt seine Einschätzung: „Alles mit einer höheren Dichte als 1g /cm3 sinkt im Wasser. Man kann also davon ausgehen, dass der Grund der Schlei auch verunreinigt ist. Da helfen Gummistiefel und Harken nichts.“

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Ist eine Reinigung überhaupt möglich?© Boden

In den letzten Tagen war bundesweit in der Presse vermehrt zu lesen, die Säuberung der Schlei würde „wohl noch Monate dauern“. Die Frage lautet jedoch: Wie soll eine wirksame Säuberung überhaupt aussehen? Wie will man 100 Kilometer Uferlinie mit Schaufeln, Harken und Bausaugern von unzähligen, teils nur Millimeter großen Plastikteilchen reinigen? Weite Bereiche können zudem in den kommenden Monaten nicht mehr betreten werden. Denn die Brutzeit teils sehr seltener Vögel beginnt. In dieser Zeit werden Wind und Wasser die Partikel weiter verteilen – und immer kleiner werden lassen. Es ist nur schwer vorstellbar, dass die Verunreinigungen sich komplett werden beseitigen lassen. Dieser Skandal wird die Region sicher noch lange belasten. Monate sind wahrscheinlich die falsche Zeiteinheit.

Wird die Schlei jemals wieder sauber? Eggers vom BUND hat einen Rat: „Wir empfehlen, in sensiblen Bereichen erst einmal gar nichts zu tun und die Natur in Ruhe zu lassen.“ Politik, Fachgutachter und Umweltverbände sollten seiner Ansicht nach stattdessen in den nächsten Monaten gemeinsam ein Schlei-Programm entwickeln, das „angemessen und wirksam“ ist. Er hofft, dass die Politik auch in einem Jahr dazu bereit ist, Geld für die Beseitigung des Schadens zur Verfügung zu stellen. Und zwar in einer angemessenen Summe.

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Nun ist es amtlich…

Di.,20.Mrz.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1389, 12.404 sm von HH

…die Annonce ist geschaltet – Atanga wird verkauft.
Hahaha, Scherz, nun ist es amtlich, Atanga ist 35 cm länger als wir immer dachten.

Ungeachtet der Tatsache, dass wir im Augenblick gar nicht fahren können, nehmen wir wieder Kontakt mit der Panamakanal-Behörde auf. Gleich den nächsten Tag steht der ‚Vermesser‘ auf dem Kahn. Lieblos hält Francisco das Maßband an und es kommt zum plötzlichen Längenwachstum.
Uns ist es egal, es macht keinen Unterschied. Bis 15 Meter Schifflänge gilt für die Kanal-Passage sowieso ein Einheitspreis von 984 USD.
Warum dann noch nachgemessen wird bei einer Eindeutigkeit, die kleiner als 15 Meter aussieht, ist uns nicht klar. Vielleicht ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

Francisco prüft, ob wir ein Horn haben. Wer kein fest eingebautes hat, muss sich eine Luftdruck-Tröten-Dose besorgen. Und für den Advisor, der für die Schleusen an Bord kommt, wird ein abschließbarer Toilettenraum verlangt. Nur ein Eimer wird von der Kanal-Behörde nicht akzeptiert. Dieses Problem dürfte ebenfalls der Vergangenheit angehören. Die Schiffe, die heute durch den Kanal gehen, haben fast alle ein Bad.

Außerdem werden wir auf die Verpflegung hingewiesen, die der Advisor verlangen kann. Der Advisor hat an beiden Kanal-Tagen Anspruch auf eine warme Mahlzeit.
Über nichts diskutieren die zukünftigen Kanal-Reisenden mehr, als diese Verpflegung. Neben dem Advisor sind ja noch die drei Line Handler und das Eigner-Paar zu nähren. Sechs Personen, zwei Tage. Das treibt fast allen Pantry-Verantwortlichen den Schweiß auf die Stirn.
„Was koche ich nur? Soll ich vorkochen? Wo kühle ich das ganze Essen für sechs Personen? Ob ein Chili okay ist? Ach, ich mach doch lieber ein Curry. Oder besser Spaghetti? Und zum Frühstück, Himmel, was soll ich nur zum Frühstück machen?“

Dann haut Francisco die nächste Info raus: der Advisor hat Anspruch auf Wasser aus noch verschlossenen Flaschen. Da müssen schon dolle Dinger abgelaufen sein. Uns erzählt er, dass er mal eine Woche krank gewesen sei nach dem Genuss von faulem Wasser an Bord einer Yacht.

Am 7.April haben wir unseren Kanal-Termin.
Okay, wir können zur Zeit nicht fahren, aber das Problem ist in Arbeit. Ein neues Gas-Seil hat Achim in Deutschland bestellt und Susanne von der ‚That’s Life‘ ist so nett und bringt am 2.April mit hierher.
Parallel versucht Achim ein Gas-Seil hier in Panama zu bekommen. Bis jetzt ohne Erfolg. Der Shop vertröstet ihn von einem Tag auf den nächsten: „Morgen ist es da, aber Morgen ganz bestimmt.“
Ob das Gewinde an dem Gas-Zug dann auch wirklich metrisch ist, wird sich zeigen. Zum Glück kommt ja Susanne.
Wir müssten vor unsere Kanalfahrt noch eine Probefahrt machen, einige der Geräte kalibrieren und es wäre schon schön, wenn im Kanal alles funktioniert.

SIN Nummer für den Panama Kanal hat ein Schiffsleben Gültigkeit

SIN Nummer für den Panama Kanal hat ein Schiffsleben Gültigkeit

Wo der Bordstrom leise whispert

Torqeedo-CEO Christoph Ballin boot Düsseldorf 2018 © Kerstin Zillmer

Was summt an Bord und nervt nicht? Richtig: Es ist der Stromversorger, wenn er denn richtig eingestellt ist. Oder, im Optimalfall, wenn das kleine Kraftwerk sich automatisch selbst verwaltet. Und so angenehme Dinge tut wie nachts möglichst gar nicht zu laufen. Ein Converter-Generator bietet genau das. Torqeedo und der niederländische Anbieter WhisperPower haben jetzt, als Weltpremiere, die neueste Variante dieser Technologie vorgestellt.

Stromerzeuger dieser Art können stets im effizientesten Betriebspunkt laufen. In der Praxis bedeutet das für das Energiemanagement beim Electric Boating: Der Generator läuft, anders als eine Lichtmaschine, deutlich seltener. Bei Torqeedo dient er als Backup für die Energieerzeugung durch Landstrom, Solarenergie und Hydrogeneration (durch den beim Segeln mitdrehenden Propeller), um die BMWi-Batterien des erweiterten Deep-Blue-Systems zu laden.

Das Prinzip: automatisch optimal

Auf der boot Düsseldorf zeigte Torqeedo erstmals offen ein Dieselaggregat auf dem Messestand. Der gezeigte Converter-Generator hebt das feste Verhältnis zwischen Leistung, Spannungsausgang und Drehzahl auf. Das Gerät erzeugt – je nach eingestelltem Profil – alle erforderlichen Kombinationen von Leistung und Spannung. Ursächlich dafür ist die hochentwickelte Leistungselektronik. Dadurch werden Kraftstoffverbrauch, Geräusche, Vibrationen und Abgase stark reduziert.

Der Hersteller verspricht viel: Nur 295 g Treibstoff pro kWh erzeugter Energie sollen es bei nur 54 db(A) in 7 Metern Entfernung sein. Das ist, auf dem Papier betrachtet, sehr leise. Das Fahren unter Motor bei Generatorbetrieb heißt bei Torqeedo übrigens „Float“. Dabei wird exakt die benötigte Leistung vom Generator erzeugt und die Batterie nur gering genutzt. Im „Hybrid“-Modus hält sich der Generator im Stand-by und startet dann automatisch, wenn die Akkuladung einen bestimmten Punkt unterschreitet.

Deep Blue Advancad Systemüberblick

Systemüberblick des erweiterten Deep Blue System© Torqeedo

Kommende Komponenten

Überhaupt setzt Torqeedo im Jahr 1 nach dem Verkauf des Unternehmens an den Dieselmotoren-Riesen Deutz im vergangenen Herbst auf Evolution bei den System-Komponenten. Und weniger auf neuen Motoren. Neben dem Converter-Generator haben die Gilchinger für diese Saison ein Trio neuer Batterien, teils aus dem Regal der Kooperation mit BMWi, angekündigt und auf den Wintermessen präsentiert. Mehr dazu in Kürze auf float.

Wir haben mit Dr. Ralf Plieninger, dem Chief Technology Officer und einer der Geschäftsführer von Torqeedo, über den neuen Converter-Generator gesprochen.

„Jederzeit die volle Leistung“

float: Was zeichnet den Converter-Generator gegenüber dem Wettbewerb aus?
Ralf Plieninger: Unser Hochspannungs-Gleichstromgenerator verfügt im Gegensatz zu herkömmlichen Gleichstromgeneratoren über eine hocheffiziente Leistungselektronik, die es ermöglicht, den Generator auch bei nahezu leerer Batterie und niedriger Spannung mit voller Leistung zu betreiben. So kann jederzeit die volle Leistung und der beste Wirkungsgrad bereitgestellt werden. Die Geschwindigkeit ist unabhängig von der Spannung zwischen 280 und 400 Volt in einem Deep Blue System konstant.

Ohne einen Kunden zu nennen: Wann werden wir die erste Installation sehen, und wie sieht diese Konfiguration aus?
Eine kleinere Version dieses Generators wird derzeit in zwei Segelkatamaranen installiert. Die erste Einheit des neuen 25-kW-Modells mit niedriger Drehzahl wird bis Mai 2018 für den Einbau in eine große Luxussegelyacht geliefert.

Sie bewerben den Deep Blue mit „Advanced Feature Set“ als Lösung für größere Systeme, typischerweise große Segel-Kats. Was ist die kleinste denkbare Variante?
Das Advanced Feature Set umfasst neben der Landstromladung zusätzliche Energiequellen. Es kann nicht nur für den Antrieb eingesetzt werden, sondern auch für „hotel loads“, Niederspannungs-Schiffselektronik, Deckshardware und Hydraulik. Das können wir überall dort nutzen, wo es gewünscht wird. Kleine Motoryachten profitieren davon ebenso wie Segelyachten ab 40 bis 45 Fuß Länge.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=yo8I7j1KA3I?rel=0&showinfo=0]

Die erste Ankündigung des Deep Blue Advanced Systems im Video

Eignet sich der Converter-Generator auch für Ihre Strategie im gewerblichen Bereich? Was wären hier Anwendungsszenarien?
Ja, dies ist ein Hochleistungsmotor mit niedriger Drehzahl und langer Lebensdauer. Es kann beispielsweise in Passagierfähren eingesetzt werden. Diese werden typischerweise vollelektrisch betrieben. Sie müssen aber von Zeit zu Zeit auch lange Strecken zurücklegen. Für kleinere, stark beanspruchte Schiffe ist der vollelektrische Ansatz ohne Dieselkraftstoff mittlerweile oft der wirtschaftlichere. Aber es gibt immer noch Anwendungsfälle, bei denen die Batterieleistung mit einem Generator aufgeladen werden muss.

Als Motorenhersteller für den Converter-Generator haben Sie Mitsubishi gewählt. Wird es in Zukunft einmal einen Generator mit einem Verbrenner-Motor von Deutz unter der Torqeedo-Haube geben?
Das ist augenblicklich nicht sehr wahrscheinlich.

Ab wann ist das Produkt voraussichtlich lieferbar?
Ab Mai 2018.

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Folge 7 – Luftloses Kajak und selbstaufbauendes Zelt

VIDEO – Episode 7 der Vorbereitungen
Auf der BOOT hatte ich spontan ein aufblasbares Kajak zum Sofort-unter-den-Arm-klemmen Preis erstanden. Schon im Messebus zum Auto hatte ich dabei ein gutes Gefühl. Ein komplettes Kajak To-Go war nun mein eigen. Ideal für den Transport auf einem 28 Fuss Segelboot, auf dem der Stauraum gut genutzt sein will. Oder auch einfach für den Wochenendtrip entlang der Schlei, mit Rücktransport in Bus oder Ausflugsboot. Nun stand der erste Testaufbau an, ein Runde auf der Alster steht noch aus. Zusammen mit dem Kajak testete ich dann auch gleich mein Campingequipment. Einiges davon stammt noch aus guten Motorradtourtagen, einiges habe ich neu dazugekauft. 
Doch der Reihe nach:
Beim Aufpumpen des Kajaks passt erstens der Anschluss der Pumpe nur so halb, dann zerbricht direkt das Gehäuse. Amazonkauf mit Blick aufs Geld. Ärgerlich, aber daher der Vorabtest. So bleibt das Boot recht luftlos, aber es reicht für den ersten Eindruck. Das Paddel kommt mir etwas kurz vor, das muss ich noch im echten Einsatz prüfen. Und mein Zelt hat eine etwas ungünstige Form. Mein Boot sieht damit aus wie ein AWACS Flieger. Hier muss noch ein wasserdichte Verpackung her, damit die Befestigung so sinnvoll ist.  Im Boot ist genügend Stauraum vorhanden, und es ist wirklich einfach aufzubauen. Toll. Handecholot und Segel (ja, es gibt ein Kajaksegel für raume Winde) müssen allerdings auch noch im Praxistest bestehen. 
Die Outdoorausrüstung überzeugt mich dagegen voll und ganz. Das Zelt springt von alleine auf seinen Platz und baut sich selbst auf. Ein paar Heringe in den Boden und fertig. Selbstaufblasende Schlafmatte und Minischlafsack vervollständigen das Equpment. Da hat sich echt einiges getan in den letzten Jahren. So passt dann sogar ein Kopfkissen in meine „Schlaftasche“. Kochgeschirr und Besteck sind nichts besonderes. Sehr gut ist aber mein SupaDupa-Benzinkocher. Ich weiss gar nicht mehr, wann ich mir den mal gegönnt habe. Aber er läuft wie eine Eins. Nachdem ich auf einer Messe in Rostock einen Vortrag von Jörg Knorr gesehen habe, gegen den mir meine erlebten Abenteuer winzig erscheinen,  habe ich richtig Lust auf paddeln und zelten bekommen. Heute haben wir uns dann sogar verabredet um ein wenig Erfahrungen auszutauschen. Träumer unter sich. Viele Parallelen zeigten sich in Lebenslauf und Entscheidungen. Beide tragen wir wohl das Abenteuergen in uns.
Meine letzten Auftritte und Vorträge sind gehalten, jetzt geht der Blick nur noch auf die Abreise. Arzt und Zahnarzttermine stehen noch an und diverser medizinischer Kleinkram der noch mit an Bord kommt. Für sechs Monate muss man doch schon anders planen. 
Langsam wird es ernst.

Fracht unter Segeln

 

Was wäre eigentlich, wenn wir zum Transport von Gütern über die Meere wieder Segel setzen würden? Eine Frage, die sich bereits einige Reeder, Werften, Schiffsmakler und Händler im Laufe der letzten Jahrzehnte gestellt haben. Entsprechend vielfältig fallen die Antworten aus – Segel auf Frachtschiffen, Wing-Segel auf Containerriesen, Kite-Segel die Tanker ziehen und sogar hochbordige Ozeanriesen, deren Rumpf als eine Art Segel für Vortrieb sorgen soll. Für all’ diese Beispiele gilt: Sie sind High-Tech-orientiert, stecken noch tief in den Entwicklungsphasen, sind aufwändig zu realisieren und entsprechend kostenintensiv.

Unter diesen Vor- und Nachdenkern für einen Fracht- und Lastentransport unter Segeln gibt es eine kleine Gemeinde, die das Thema völlig anders angeht. Dort sagt man sich, dass eine Methode, die über Jahrtausende bestens funktionierte, auch in den heutigen modernen Zeiten durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Nicht zuletzt, weil sie umweltspezifisch sauberer agiert und einen erheblich höheren Sympathiefaktor aufweist. Kurz: Immer mehr ehemalige Fracht- und Lastensegler werden nach liebevoller Restaurierung erneut für den Transport von Waren über die Meere eingesetzt. Tendenz steigend!

float stellt drei Unternehmen im Aufwind vor, die Fracht unter Segeln transportieren. Und dabei der Umwelt einiges an Belastung ersparen wollen.

TOWT – die Schiffsmakler

TOWT

© TOWT

Transoceanic Wind Transport (TOWT) ist eine bretonische Agentur, die bereits seit 2011 auf den Transport von Waren fast aller Art unter Segeln spezialisiert ist. Die jungen Macher von TOWT verstehen sich als klassische Schiffsmakler, die Schiffe befrachten, Waren im eigenen Lagerhaus zwischenlagern und Transportgeschäfte vermitteln. Als Transportmittel nutzen sie ausschließlich Lastensegler, die den Großteil der zurückzulegenden Strecken unter Segeln absolvieren. Dabei spielt Umweltschutz in seiner ganzen Vielfalt eine zentrale Rolle für TOWT: Man will auf diesem Weg gezielt den Emissionsausstoß für den Transport von Gütern auf dem Wasser und auf dem Land verringern. Und den so transportierten Waren einen “ideellen und prestigeträchtigen Mehrwert verschaffen“.

TOWT

Löschen der Fracht© TOWT

Immerhin sechs Routen bedient TOWT bereits. Auf dem Atlantik verkehren zwischen den Antillen, der dominikanischen Republik, den Azoren und Frankreich der in 1914 in Norwegen gebaute und in Mexiko restaurierte 20-Meter Schoner „Lun II“, sowie die 1906 in Schottland auf Kiel gelegte „Lenan Head“. Auf der Trans-Ärmelkanal-Route zwischen Großbritannien und Frankreich operiert hauptsächlich die „Grayhound“, ein 23 Meter langer, originalgetreuer Nachbau eines Dreimast-Luggers. Für Transporte zwischen Skandinavien und dem südlichen Europa ist die „Avontuur“ zuständig.

Entlang der französischen Atlantik-Küste wurde von TOWT ein regionaler Liniendienst eingerichtet, der je nach Frachtauftrag unterschiedliche Häfen bedient. Hierfür kommt die „Corentin“ zum Einsatz, Nachbau eines Luggers aus dem Jahre 1840. Weitere Lastensegler stehen TOWT im Rahmen anderer Verpflichtungen zur Verfügung, z. B. die 47 Meter lange „Götheborg“.

Klassische Schiffe, klassische Waren

Man muss kein Nostalgiker sein um zu verstehen, dass auf klassischen Schiffen, die klassische Routen mit klassischer Windenergie befahren, bevorzugt auch klassische Waren transportiert werden. So werden etwa Rum, Schokolade und Kaffee sowie Whiskey, Ale-Bier und erlesene Weine geladen. Produkte, die sich später mit dem begehrten Label „unter Segeln auf See transportiert“ wertsteigernd schmücken dürfen.

Fairtransport

© Fairtransport

Stellt sich die Frage nach den Mehrkosten für den Endverbraucher. Denn in einer Branche, die auf riesigen Containerschiffen weltweit etwa 90 Prozent aller Waren transportiert, sind kleine Ladungen, die langsam, wetterabhängig und somit unpünktlich unter Segeln unterwegs sind, mit entsprechendem Aufpreis behaftet. Der mag bei TOWT proportional vielleicht hoch erscheinen, ist im Endverbraucherpreis jedoch zu verschmerzen. So erhöht sich der Verkaufspreis einer auf 6,10 Euro angesetzten Flasche Wein (Transport per LKW), die gemeinsam mit Hunderten anderen Flaschen von Portugal in die Bretagne gesegelt wurde, um 20 bis 30 Cents.

Fairtransport

Die gleichen Waren wie seit Jahrhunderten© Fairtransport

Ein Pfund Kaffee kann nach einer Atlantiküberquerung durchaus 50 bis 70 Cents mehr kosten. Bei eine Flasche „Alter Rum“ aus der Karibik machen 1,50 bis 2 Euro mehr nur wenig aus. Marginale Beträge, wenn es um Luxuswaren wie rare Schokolade oder den ganz besonderen Portwein geht. Dafür gibt es den coolen TOWT-Aufkleber auf dem Produkt sowie die Gewissheit, der Welt zumindest ein wenig Emission erspart zu haben: Im Jahre 2016 ließ TOWT 250 Tonnen Produkte unter Segeln transportieren, wobei nach Aussagen des Maklers 150 Tonnen Kohlendioxid eingespart wurden, was ungefähr einem Ausstoß von 75 Autos in Frankreich per anno entspricht.

TOWT

Klassische Waren, klassisch verpackt und klassisch bewegt© TOWT

TOWT kann auf permanent steigende Umsätze verweisen – und dennoch war 2017 ihr schwärzestes Jahr: Im Dezember 2017 brannte das TOWT-Lagerhaus vollständig ab. In dem Inferno wurden alle zwischengelagerten Waren vernichtet. Nach einer einzigartigen Medien-Aktion in Frankreich nahmen die offenbar schlecht versicherten Schiffsmakler dank zahlreicher Spenden und Investitionen vor wenigen Tagen wieder ihre Geschäfte auf.

Très Hombres – die Reeder

Fairtransport

Das Logo im Segel© Fairtransport

Drei Männer und ein Boot: Die seit jeher Klassiker-begeisterten Niederländer Andreas, Jorne und Arjen lernten sich auf der holländischen Barke „Europa“ kennen. Und gründeten 2007 spontan die „Stichtig Atlantis Zeilende Handelsvaart“, eine Reederei, die später in den griffigeren Namen Fairtransport umbenannt wurde.

Fairtransport

Andreas, Jorne und Arjen gründeten Fairtransport© Fairtransport

Mit der Restaurierung und dem spektakulären Atlantikrouten-Einsatz der Brigantine „Très Hombres“, dem derzeit einzigen Lastensegler weltweit ohne Motor (!) wurden sie zu einer Art Klassenprimus in der Lastensegler-Szene. Internationale Medienaufmerksamkeit war der Brigantine und den drei Jungs mit ihrem Lastensegler-Projekt gesichert. Und die Transportanfragen brachte das Unternehmen „Fairtransport“ bald an seine Kapazitätsgrenzen.

Fairtransport

Nordlys© Fairtransport

Also begannen die Drei mit einem teils professionellen, teils ehrenamtlichen Team von Bootsbauern und -bastlern, die Ketch „Nordlys“ aus dem Jahre 1873 umzubauen. Sie befährt mittlerweile als wohl ältester noch aktiver Lastensegler hauptsächlich den nördlichen Atlantik.
Doch damit nicht genug: Fairtransport sieht so viel Potential als Reeder und Schiffsmakler, dass man schon in Kürze mit dem Bau eines neuen Dreimast-Clippers beginnen will. Die Sailvolution soll den gesamten Markt revolutionieren.

Timbercoast – Cargo under sail

Timbercoast

Avontuur© Timbercoast

Mehr als 160 Freiwillige aus der ganzen Welt kamen 2014 nach Elsfleth in Norddeutschland, um beim Rückbau der „Avontuur“ zu helfen. Seit 2016 segelt der Zweimast-Gaffelschoner, gebaut 1920 bei Otto Smit in den Niederlanden, nun wieder als Frachtsegler. Zuvor war sie für einige Jahrzehnte als Passagier-Ausflugs-Schiff vor der niederländischen Küste eingesetzt worden. Nach dem Rückbau bildet das 43,50 Meter lange Schiff den Mittelpunkt der „Timbercoast-Gemeinschaft“. Mit ihrer Ladekapazität von 114 Tonnen verbindet sie im doppeldeutigen Wortsinne Welten: Unterwegs auf diversen Atlantikrouten transportiert die „Avontuur“ (flämisch für Abenteuer) nachhaltig hergestellte Produkte, die auch nachhaltig transportiert werden sollen.

Timbercoast

Klassischer Krafteinsatz auf klassischem Schoner© Timbercoast

Hinter Projekten wie Timbercoast steht meistens auch ein Mensch mit einer Vision. Hier ist das Kapitän zur See Cornelius Bockermann, der sich durch seine Arbeit in der Schiffsindustrie selbst ein Bild davon machen konnte, wie Mensch und Umwelt durch die Transportschifffahrt beeinflusst werden. Heute hat er das Kommando über seine ganz persönliche Antwort – die Avontuur.

Cornelius Bockelmann

Cornelius Bockelmann© Timbercoast

Heute startet die Avontuur in Kuba um im Mai in Hamburg anzukommen. Auf dieser Reise segelt sie Waren für fortschrittliche und mutige Unternehmen wie Yogi Tee (Kardamaom), El rojito, Cafe Chavalo und Teikei (Kaffee), Zotter Schokolade (Kakao), TOWT, New Dawn Traders und eigene Timbercoast-Produkte (Rum, Kaffee, Korn, Honig, Gin und Salz). Wenn demnächst Hans Georg Näder, der CEO von Otto Bock als Jungunternehmner mit 25 % bei Timbercoast einsteigt, kann es vielleicht auch schon bald mit dem Bau weiterer Schiffe losgehen.

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Fein geschliffener Daysailer

 

Die Werftchefs Dean und Dennis Hennevanger von Saffier Yachts aus den Niederlanden haben bei ihrem aktuell größten Boot Neues gewagt. Sie haben bei der Saffier SE 37 Lounge die beiden Steuerstände konsequent auf Schiffsmitte gesetzt und damit richtig Platz auf der 12 m langen Yacht geschaffen. Mehr Raum zum Segeln oder Entspannen, allein, mit Freunden oder Familie.

Die auf Daysailer spezialisierte Werft hat sich mit ihren durchdachten Designs schon früher einen Namen gemacht. 2009 waren sie die Ersten, die eine große Ruderanlage auf einem Daysailer installiert haben. Bei der bisher größten Saffier sind sie noch ein Stück weiter gegangen: Sie haben die Doppelruderanlage direkt hinter dem Kajütaufbau positioniert. Damit schaffen sie viel Platz fürs barrierefreie Segeln. Alle Schoten und Fallen für sämtliche Segel laufen verdeckt bis ins Cockpit. Sie können, ohne die Position am Ruder zu verlassen, an der Winschkonsole bedient werden.

Zugleich macht ihre technische Ausstattung die Saffier SE 37 Lounge zu einer leicht bedienbaren, schnellen und zudem seegängigen Yacht: Ein leistungsfähiges Rigg, der flache Rumpf in Kombination mit einem modernen Kiel, eine Gewicht sparende Fertigungstechnik und der fest verbaute Bugspriet, der einfaches Handling von Code-Zero-Segel oder Gennaker ermöglicht, machen das 37-Fuß-Schiff zu einer leichten und schnellen Yacht, die auch Einhand komfortabel und einfach zu segeln ist. Auf nur einem halben Meter ist für Einhandsegler alles perfekt zu erreichen.

Saffier SE 37 Lounge

Eine Fussstütze gibt Halt© Saffier
Saffier SE 37 Lounge

© Saffier

Durch eine große Luke gelangt man problemlos und bequem vom Cockpit zum Salon unter Deck. Ideal: Der Höhenunterschied zwischen den beiden Ebenen beträgt nur einen Meter, die Stehhöhe ist mit 1,65 m passabel hoch. Dank viel natürlichem Licht ist die Atmosphäre unter Deck angenehm. Hier finden, wenn nötig, vier Personen Platz zum Übernachten. Für den Kaffee am Morgen gibt es eine Küchenzeile mit optionalen Kühlschrank – und ausreichend Stauraum.

Saffier SE 37 Lounge

Unter Deck macht die weiße Eiche den Raum hell© Saffier

Die Windschutzscheibe, die dem Daysailer ein schnittiges Aussehen verleiht, schützt ausreichend bei Gischt und kann mit einer Persenning erweitert werden. An Deck, bei Saffier grundsätzlich anstelle von Teakholz mit Esthec belegt, ist der Durchgang zur Achterplattform sehr frei und offen gestaltet. Hier ergibt sich ein mit Sitz- und Liegeplätzen ausgestatteter Lounge-Bereich. Auf sofaähnlichen Duchten sollen bis zu zehn Personen Platz finden.

Auf Knopfdruck lässt sich der im Boden integrierte Cockpittisch ausfahren. Wer es noch entspannter haben möchte, kann die Sonnenliege ausklappen. Über das halb offene Heck kommt man zum Baden ganz leicht ins Wasser und vom Steg sehr einfach an Bord. So wird das Boot an der Mole zur schwimmenden Lounge – zum Sonnen oder Chillen am Abend.

    • Saffier SE 37 Lounge

 

    • Saffier SE 37 Lounge

 

    • Saffier SE 37 Lounge

 

Länge über Alles: 12,00 m
Breite: 3,45 m
Tiefgang: 1,70 m/ 2,40 m
Verdrängung: 4.800 kg
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Wer zum Basispreis von 209.000 Euro netto eine Saffier SE 37 Lounge kaufen möchte, muss sich gedulden: Die Werft ist bis 2019 ausgebucht.

Saffier Yachts

Die Geschichte der Werft ist eng verknüpft mit der Geschichte der Familie Hennevanger. Vater Richard gründete 1980 die Werft in IJmuiden, nachdem er acht Jahre mit Frau und Söhnen auf einer selbst konstruierten 60-Fuß-Yacht um die Welt gesegelt war. Die Söhne Dean und Dennis Hennevanger haben die Werft inzwischen übernommen. Sie haben die Saffier-Daysailer entwickelt. Die Saffier-Werft achtet auf hohe Fertigungsqualität. Handwerk und Liebe zum Segeln prägen die Unternehmensphilosophie.

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CREW 42 an Bord genommen

Skipper im Reparatur Mode

>Das Leben ist grausam. Denn es ist unglaublich, wie schnell das Leben weitergeht, wenn einer unserer Freunde tödlich verunglückt. Im normalen Alltag noch viel mehr, aber auch hier auf der MARLIN. Wir sind wieder unterwegs. CREW 42 hat eine knappe und doch gründliche Sicherheitseinweisung bekommen. Ich versuche mir mal was von meinem Kollegenskipper Jan abzuschauen. „Wird schon werden.“ Vieles kann man auch unterwegs noch mitteilen. Katrin, Harald, Leon und Henry sind dabei. Familie, mit zwei Söhnen, die eigentlich schon nicht mehr zu Hause wohnen und doch mit ihren Eltern ein Urlaub zusammen machen. Katrin, strahlt. Ist ja auch nicht so oft, in dem Alter der Kinder (18 und 20). Sehe ich auch so. Leon und Henry bringen viel Dynamik in die Gruppe. Sie lassen mich meine Söhne Julian & Lukas vermissen. Dabei sind auch Pia und Carsten, die sich schon lange auf die Reise mit der MARLIN freuen und auch ein eigenes Schiff haben. So ist es für mich eine entspannte Crew. Die Sonne scheint. Der Himmel ist blau. Nun. Kurs Leuchtturm liegt an. Ich vermute mal, dass aufgrund der Vorkommnisse ein Besuch der oberen Stockwerke des Leuchtturms nicht möglich sein wird. William in Ehren, muss das ja auch nicht unbedingt sein.

Der faule Zahn von Erika ist gezogen. Man sieht den Ladewandler für Erikas Starterbatterie. Zwei Löcher zeugen von der Vergänglichkeit. Ist gar nicht so schnell aufgefallen, denn die Starterbatterie des Generators wird auch geladen wenn die Hauptmaschine Johann läuft. Nun ist aber die Starterbatterie in die Jahre gekommen und musste getauscht werden. Komisch. Ich hatte noch eine Blei Säure Notfall Batterie, trocken, die dazugehörige Säure in Flaschen an Bord. Nach der Installation messe ich den Ladestrom. Kein Ladestrom, sondern Entnahme. Hmm. Da war der Zahn doch schnell gefunden und komisch: Im Kartentisch liegt Ersatz. War schon mal kaputt und ich habe natürlich direkt zwei gekauft. Auch die Frage warum kaputt habe ich mir gestellt und nun: Es ist mal wieder eine Johnson Umwältzpumpe, die anscheinend nur gebaut werden, damit sie ersetzt werden müssen. Die in Erika habe ich mit Jan schon irgendwann auf dem Weg nach Bonaire ausgetauscht mit der der fast baugleic hen von der Webasto-Ersatzheizung. Lagerwellenstift ausgeschliffen, unrund und hing fest. Quasi ein Kurzschluss. Mann, Mann oh Manno…

Eine weitere neue Johnson Dauerläuferpumpe hat Katrin im Koffer nach Cuba mitgebracht. Diese kühlt die Kühlungskompressoeren. Oder eben auch nicht mehr. Vier Jahre hat die letzte gehalten. Fast neu also. Florian, meint, dass die viel zu heiß wird. 50° zeigt das Infrarotthermometer. Anzufassen ist sie nicht mehr. Gut 30 Watt. Im Schrank finde ich eine Motorendrehzahlsteuerung. Zugeschaut und mitgebaut… ist das Ding runtergeregelt auf 7 Watt und kühlt die Kompressoren immer noch ausreichend. Nun mal ausprobieren was der Freezer dazu sagt. Die mittlere Lebenserwartung der Pumpe sollte auf jeden Fall potenziert sein, wenn das klappt.

“Spring doch ins Wasser“, wir sind angekommen am Leuchtturm. Kein William, keine Rafa, kein Frank da. Viel Zeit bleibt uns auch nicht. Morgen schon soll Südwind kommen, mein 30 Tage Cuba Visum läuft übermorgen ab. Mist. Das kann man hier in Cuba nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ich muss morgen dringend nach Cayo Largo um meine Visa zu verlängern. CREW 42 musste zwei Tage alle Vorräte an Riesengarnelen essen, wie Katrin es so sagte. Ich geh mal in die Küche. Heute gibt es Hühnchen in Weißweinsauce an Kartoffeln. Hab ich noch nie gemacht. Na ja. Wird mir schon was einfallen.