Monatsarchive: Februar 2018

Performance preiswert

Viko baut traditionell preisgünstig. Jetzt kommt die erste 35-Fuß-Segelyacht.

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Jeanneau startet Bootsclub

Jeanneau bietet Bootsclub an

Der größte Bootsclub Amerikas kommt nach Europa – zusammen mit Jeanneau.

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Wo Leipzigs Beach & Boote sind

Zwischenresümee der Bootsmesse, deren Revier noch im Entstehen ist.

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Ein Fest für Classic Sailors

Deutschlands Klassikerszene traf sich in Hamburg

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BBQ in der Shelter Bay Marina

So., 11.02.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1352, 12.404 sm von HH

Das gesellschaftliche Highlight sind sonntags die Grillabende.
Die meisten Segler bleiben nur zehn Tage hier, somit haben wir fast jeden Sonntag neue Tischnachbarn.
Jeden Sonntag die gleiche Frage: „Wollt ihr auch durch den Kanal?“ „Nein, wir sind vom Blitz getroffen worden.“ Jeden Sonntag die gleiche Reaktion: „Oh, my godness.“
Und jeden Sonntag stoßen wir auf einen Menschenfreund, der Horror-Geschichten über Blitzopfer zu berichten weiß.

Ich mag es nicht mehr hören. Wir gehen trotzdem hin. Ist ja sonst nichts los hier.
Ich hatte sogar schon überlegt bei der täglichen Wasser-Gymnastik mitzumachen. Aber das ist mir dann doch zu ‚reha‘. Die Teilnehmer sind alle schon hundert.

Beim ‚pot luck‘ wird nichts abgesprochen, daher kann es passieren, dass es eine Woche sieben Nudelsalate gibt und am nächsten Wochenende gar keinen. Das stört aber nicht weiter, schmecken ja alle anders.
Zur Zeit sind fast nur Amerikaner hier. Mal ein Australier oder Kanadier dazwischen, aber kaum Europäer. Was die Amis zum BBQ mitbringen ist besser, als ihr schlecht-kochen-können-Ruf befürchten lässt. Die meisten geben sich außergewöhnlich viel Mühe. Es gibt knusprige Weißbrot-Ecken mit Birne und Ziegenkäse überbacken oder kleine Peperoni mit Parmesan. Oder feiste Muffins mit Bananen-Glasur. Mal eine Quiche oder auch Ofengemüse.
Natürlich gibt es dazwischen Schlitzohren, die eine Dose ‚baked beans‘ öffnen, erwärmen und das Ganze als Salat verkaufen. Selbstgemacht, versteht sich.

Überhaupt die Amerikaner. Die meisten sind nett und ganz normal. Ein bisschen pauschal betrachtet: wer aus Florida oder Kalifornien stammt, ist normal. Wir wurden sogar schon mal mit einem „Wir haben ihn nicht gewählt“, begrüßt. Dazwischen gibt es natürlich auch ein paar ‚Rednecks‘, die statt der Gastlandflagge, die Flagge der Konföderierten zeigen.

Und dann sind da noch die Glitter-Ami-Frauen. Alles an ihnen ist schrill: die Stimme, die schreiend pink mit Glitzer besetzten Handy-Taschen und die Klamotten. Die Haare ein wenig zu blond, der Rock ein wenig zu kurz. Ihr Jahr, als sie zur ‚Home-coming-Queen‘ gewählt wurden, liegt 40 Jahre zurück. Alle wissen es, alle sehen es, nur die Damen wollen es nicht wahr haben.
Als wandelnde Barbie-Puppen schrillen sie umher. Ihre Schiffe haben folgerichtig die passenden Namen: ‚Zucker-Bude‘ und ’süßer Triumphwagen‘.
Am Pool habe ich auch das erste Mal in Natura ein Gesicht nach einem schlechten Face-Lifting gesehen.

Ihre oberflächliche Freundlichkeit ist legender. Und Betsy ein lebendes Exemplar. Immer wenn Betsy auf eine runde Menschen trifft und ein neues Gesicht entdeckt, streckt sie ihrem Opfer die Hand entgegen: „Hi, I’m Betsy.“ Wen sie da begrüßt, ist ihr vollkommen egal. Sie schaut gar nicht hin. Am nächsten Abend hat man wieder ihre Hand vor der Nase.
Beim dritten Mal mache ich sie darauf aufmerksam. „Ach, ihr Deutschen, ihr seid immer so direkt.“
Der Beginn einer kurzen, wunderbaren, oberflächlichen Freundschaft.

Heute ist wieder Sonntag. BBQ-Tag. Ich freu mich schon auf eine Neues: „oh, my godness.“

BBQ in der Shelter Bay Marina

BBQ in der Shelter Bay Marina

Folge 4 – Im Wikingermuseum

Videotrailer „Die Route der Wikinger – Salz und Erde“

Der nächste Schritt in meinen Vorbereitungen sollte nun ein Besuch im Wikingerschiffsmuseum in Roskilde sein. Je länger ich mich mit meiner „wiederentdeckten“ Segelroute beschäftigte, umso wahrscheinlicher wurde es das diese schon lange vor ihrer Aufzeichnung existierte. Denn erst ab Ende des 12. Jahrhunderts wurden die bisher mündlich überlieferten Geschichten überhaupt aufgeschrieben. Und nicht nur in Form weniger Runen in Steine geritzt. So sind dann auch alle überlieferten Wikingersagas stets mit Hinblick darauf zu sehen, wer sie aufgeschrieben hat und warum. Doch das ist für den Augenblick erst einmal egal. Ich möchte in Dänemark etwas über die Plausibilität der Route, die Schiffe und die Navigation der Wikinger erfahren. Und natürlich schon erste Bilder für den Film machen. Erst kurz vorher bin ich über meine Nachforschungen bei der Serie „Vikings“ hängengeblieben und dadurch erst recht vom Wikingervirus infiziert.

Die Verhandlungen mit dem Museum über die Dreherlaubnis erwiesen sich aber zunächst als äußerst mühsam, da man mich als kleine Privatperson nicht recht ernst nehmen wollte. Es geben sich dort schließlich BBC, Terra-X und andere Dokusender die Klinke in die Hand. Es war abzusehen, dass der Dreh nicht billig werden würde, doch ohne die Infos und die Bilder würde mir ein wichtiger Teil für den Film fehlen. Und je länger die Verhandlungen dauerten, umso hilfsbereiter wurde der Marketing-Manager. Und die Kosten blieben dann einigermaßen im Rahmen.

Wir machten einen Termin fest und ich bat zur Sicherheit einen Freund darum, mit einer weiteren Kamera mitzukommen, damit mir keine Fehler passieren. AirBnB war wieder unser Freund und wir reisten schon am Abend vorher an. Punkt 0900h wurden wir dann im Museum sehr nett begrüßt und konnten dann ohne Überwachung drehen was das Zeug hielt. Mit zwei Kameras, Gimbal und Slider probierten wir die ausgestellten Boote perfekt in Szene zu setzen. Erst vor ein paar Jahrzehnten wurden die Boote aus dem Roskilde Sund geborgen. Vermutlich waren sie dort als eine Art Sperre vor vielen Jahrhunderten versenkt. Teilweise sind nur wenige Holzstücke vorhanden, teilweise deutlich mehr. Diese wurden dann alle in einer Stahlkonstruktion so angeordnet wie im Original auch. Mein ganzer Respekt für die Rekonstrukteure. Zwei Stunden später hatten wir jedes Detail eingefangen und besuchten einen Bereich, der mehr der Show als der Historie dient. Ein Nachbau eines Schiffes befindet sich vor einer 180 Grad Leinwand und befährt mit Sound- und Lichteffekten simuliert ein wogendes Meer. Dazu gibt es ein paar einfache Kostüme. Eher für Kinder gedacht, haben wir hier auch unseren Spaß und nehmen ein paar schöne Sequenzen mit.

Der Höhepunkt des Besuches ist für mich aber die Bootswerkstatt. Hier werden sehr, sehr originalgetreu Siehe dieser Link Boote nach altem Vorbild gebaut. Darunter auch große Schiffe wie der Seehengst, der so original wie möglich rekonstruiert wurde und einige große Reisen hinter sich hat. Experimentelle Archäologie auf See. Ein weiteres dieser Schiffe ist die Rekonstruktion eines Handelsschiffes der Wikingerzeit, die Ottar. Also die Art Boot, die eher auf den östlichen Routen unterwegs war als die kriegerischen Langboote. Handel gen Osten, Raubzüge gen Westen. So kann man die Aktivitäten der Wikingerzeit grob skizzieren. Und da Wikinger eigentlich Seeräuber bedeutet, trifft das auf die von mir rekonstruierte Route streng genommen nicht zu. Denn diese war zur Wikingerzeit mehr eine Handelsroute, als eine Eroberungsroute. Und so hießen die Seefahrer hier Waräger und weiter im Osten Rus; die Ruderer. Daher auch der Name Russland. Aber das führt hier zu weit.

Es gibt so viel zu sehen in der Werkstatt, dass die Speicherkarten glühen. Wir müssen aber fertig werden, denn in Kopenhagen wartet ein Experte für ein Interview auf uns. Wer? Kein geringerer als der Kapitän der Ottar. Im normalen Leben IT-ler für Bausimulationen, ist er „privat“ als Skipper auf einigen großartigen Reisen unterwegs. Auf der Ottar bis Island und anderen Inseln der Nordsee. Nur mit Navigationsmitteln der Wikinger, versteht sich. Oder mit einem Schilffloss von Dänemark nach Tahiti. Ich habe sehr großen Respekt vor diesem Mann und bin voller Vorfreude auf den Besuch in seiner Wohnung mitten in Kopenhagen. Im 6.ten Stock. Parkplätze nur im Parkhaus rund einen Kilometer entfernt. Stative, Kameras, Lampen auf dem Rücken, klingeln wir schnaufend an seiner Wohnungstür. Mit einem Grinsen empfängt uns Esben Jessen. Er wirkt auf mich beinahe zu jung für einen Wikingerkapitän.

Er weiß zunächst nicht so recht etwas mit uns anzufangen und wir beschnuppern uns ein wenig. Ich erzähle von meinen Reisen, er von seinen und wir kommen uns ein wenig näher. Die größte Hürde war dann die Faszination vieler rechtsradikaler Deutscher für die Wikinger. Als wir deutlich zu verstehen geben, dass wir damit aber so gar nichts am Hut haben und unser Interesse mehr an Navigation denn an den Göttern Thor und Odin liegt, taut die Stimmung spürbar auf. Esben unterzeichnet die Drehgenehmigung und wir legen los. Beide Kameras laufen und ich stelle meine vorher überlegten Fragen. Zwei Stunden später habe ich mehr Informationen erhalten, als in allen Büchern und Dokus bisher. Es macht eben einen Riesenunterschied, ob man von der Theorie oder der Praxis spricht. Und Esben hat alles in der Praxis probiert. Sonnenkompass, Sonnenstein, ja. Und auch deren Einsatz erklärt er mir ausführlich. Sagt aber auch, dass es alles nur Hilfsmittel sind, die zwar nützlich, aber nicht essentiell sind. Er probiert mir, die Denk- und Herangehensweise an Seereisen ohne Karten und GPS näherzubringen. Man muss seine Sinne schärfen. Ein Gefühl für Zeit und Geschwindigkeit zu bekommen, ohne Instrumente zu bemühen.

Er erzählt von seinen ersten Versuchen die Dauer einer Stunde zu schätzen. Im Mittel mit einem Fehler von +/- 20 Minuten. Ein erfahrener U-Bootfahrer in seiner Crew schaffte es aber auf Anhieb auf +/-2 Minuten. Jagd auf Roter Oktober lässt grüßen. Navigation mit der Stoppuhr unter Wasser. Ich lerne viel über die Navigation mit Sinnen. Wolkenformationen über den großen Inseln. Zugbahnen von Vögeln. Wind und Wellen. Alles dient als Anhaltspunkt. Nicht für eine punktgenaue Navigation, aber eben genau genug um die Shetland-Inseln zu finden. Segelanweisungen wie den Horizont in halbe Höhe der Berge der Faroer-Inseln zu bringen, um den richtigen Abstand zur Fahrt nach Island zu finden. Ich bin froh, alles auf Speicherkarte zu haben, denn es fällt schwer alle Infos zu verarbeiten. Am Ende des Interviews sagt Esben, das er ja doch gerade erst angefangen hätte! Das glaube ich gerne, aber das sprengt den Rahmen meines Filmprojektes. Hinterher bleiben wir noch in Mailkontakt, bis ich das Gefühl habe, wirklich alles begriffen zu haben.

Was für ein Tag. So viele Informationen. Ich begeistere mich immer mehr für mein Projekt und freue mich wahnsinnig darauf bald loszufahren. Doch vorher steht noch der Schnitt des Materials zu einem kurzen Trailer für das Crowdfunding an. Drehgenehmigungen, Kameratechnik, Fahrtkosten, Übernachtungen. Alles summiert sich schnell und ich bin noch nicht einmal losgefahren. Aber ich hoffe die Begeisterung für das Projekt nach außen hin so übertragen zu können, dass ich nicht finanziell daran ersticke. Aber nun gibt es kein Zurück mehr für mich.

Gefällt dir die Idee zum Film? Dann würde ich mich sehr über deine Unterstützung als Crowdfunder freuen. Denn nur mit eurer Hilfe werde ich das Projekt umsetzen können.


https://www.startnext.com/segelfilm-salz-und-erde
DIESER BEITRAG ENTHÄLT JEDE MENGE FOTOS VON LARS GRÖTZINGER

Ein guter Start

Ziemlich genau 24 Stunden ist es her, dass wir unsere Crowdfunding-Kampagne bei Startnext auf euch losgelassen haben.
Sabrina und ich waren natürlich sehr gespannt, wie ihr darauf reagieren werdet. Wir konnten überhaupt nicht einschätzen, wie sich das entwickeln wird. Findet ihr die Aktion gut oder nicht? Wurde alles verständlich erklärt, bleiben Fragen offen, treffen die Dankeschöns euren Geschmack? Viele Fragen, auf die man erst nach dem Start eine Antwort bekommt.

An diesem ersten Tag sind sage und schreibe 414 € zusammen gekommen! Das sind bereits 15% des Fundingziels!

Mit so einem tollen Start hätten wir wirklich nicht gerechnet. Dafür möchten wir euch schon mal Danke sagen.

Die Kampagne läuft jetzt noch 27 Tage und wir sind natürlich gespannt, wie es weiter geht.

SIP im Untergrund

Skippers Workout

Nett andere Leute durch die Weltgeschichte zu schippern bedarf ja nun einer gewissen Ausbildung. Die seemännischen Scheine sind die Basisvorraussetzung um SIP zu werden. Doch so ein Schein heißt noch lange nicht, dass damit auch sichergestellt ist, dass die MARLIN erfolgreich auf der anderen Seite des Oceans ankommt und schon mal garnicht, dass Kunden und Eigner glücklich sind und der eingesegelte Umsatz dazu führt, dass die Kosten des Kutters gedeckt sind. Vielmehr muss ein SIP auf der MARLIN das definitive Multitalent sein. Ob nun das Stehen auf dem Kite Bord dazugehört stellt sich nach dem letzten Logbuchbericht von Stefanie zu Diskussion.

Der SIP muss nebst selbstbewußt (Womit Stefanie definitiv kein Problem mit hat :-) muss der SIP vor allen Dingen eins können. Kochen. Nur ein satter Mitsegler ist ein glücklicher Mitsegler. Dann muss der SIP sich zu handwerklich zu helfen wissen. Zwei linke Daumen geht garnicht. Um einen Monteur von Land zu rufen, dazu fehlt definitiv die Zeit. Also sind handwerkliche Fähigkeiten unabdinglich. Ich meine hier überdurchschnittliche Fähigkeiten! Stefanie kann sich heute selbst beweisen. Level 4 ist angesagt. Der Pegelschalter im Grauwassertank ist defekt. Also muss der Deckel des Tanks im Kiel der MARLIN geöffnet werden und ein neuer eingebaut werden. Vor allen Dingen eine recht geruchsvolle Angelegenheit. Eng ist es hier. Man muss Gummiarme haben. Ich superweise Stefanie. Alles in allem schafft Stefanie das alleine. Das ganze ist mit ordentlich Fluchen und Grummeln begleitet. Im Ernstfall, also als alleiniger Skipper an Bord, wäre zwar Kommunikation mit mit der Boden station, also mir zum Beispiel in Deutschland, über e-mail notwendig gewesen, aber sie hätte ihr Ziel auch ohne mich erreicht. Unser SIP zeigt vor allen Dingen ein wichtiges Charaktermerkmal: Durchhaltevermögen. Schlimm wäre nur, wenn zum gleichen Zeitpunkt die Zigaretten ausgehen würden, weil die Ruhepausen dann nicht gewährleistet wären. Noten gibt es auch. Stefanie bekommt eine Zwei minus. Na. Das ist doch super. Ich lobe fett. Stefanie ist zu Recht stolz und der Grauwassertank wird wieder rechtzeitig automatisch abgepumpt ohne das es im ganzen Schiff stinkt wie Hölle. Ziel erreicht.

Aber auch ich darf werkeln, nebst Grauwassertank repariere ich einen Splint am Vorstag, die Dusche an der Badeplattform bekommt ein neues Gehäuse, dass natürlich nicht einfach passt. Das Schloss der Hecktüre zum Keller funktioniert auch wieder. Das Steuerrad hat drei gebrochene Speichen, die der nette Vedha von “Curacao Professional Welding” schweißt das schnell, unkompliziert und günstig. Mensch. Klappt ja mal alles wie am Schnürchen. Jetzt muss nur noch der Lederbezug des Stuerrades wieder an seinen Platz. Gut aussehen soll das auch noch. Na dann. Nebenbei wird der Kühlschrank repariert und tausend andere Kleinigkeiten. Zugeschaut und mitgebaut. Aber fertig ist Stefanie noch nicht. Sie erreicht das nächste Level. Erika, der Generator läuft zwar und hat sich auch mit dem SIP angefreundet, aber trotzdem steht der Austausch der Wasserpumpe, Zahnriemen und Impeller, sowie eine typische Inspektion auf dem Aufgabenzettel der strebsamen SIP. Da. Wird Stefanie demnächst wieder viel fluchen. Wohlauf.

Morgen kommen unsere neuen Gäste.

Crowdfunding-Kampagne bei Startnext

In wenigen Wochen geht die Reise mit Nomade weiter. Das Schiff steht gut da, die Bordkasse ist gefüllt und die Vorfreude auf die nächste Reise groß. Alles gut, könnte man sagen, wäre da nicht das Problem mit der Filmausrüstung.
Bisher haben wir die Kameras und alles weitere, was zum Filme machen nötig ist, immer aus unserer Bordkasse bezahlt. Die letzte richtig große Investition in neue Ausrüstung ist allerdings mittlerweile auch einige Jahre her. Während wir unterwegs waren, musste nur hier und da mal ein Akku getauscht oder etwas repariert werden. Die laufende Belastung war für Sabrina und mich deshalb überschaubar.
Nach vielen Jahren im Einsatz funktioniert allerdings keine unserer Kameras mehr vernünftig. Reparieren wäre sinnlos, bzw. gar nicht möglich. Des weiteren sind die Festplatten zur Archivierung ebenfalls voll.

Um die Reise wieder mit Videoupdates und einem Film zu dokumentieren, benötigen wir deshalb eure Hilfe.

Wir haben dazu bei Startnext eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, die ausschließlich zur Finanzierung der Kameras und wichtigem Zubehör gedacht ist.
Von heute an, bis zum 10. März um 23:59 Uhr könnt ihr euch an dem Projekt beteiligen.
Das Ganze soll natürlich nicht einseitig sein. Für eure Unterstützung haben wir einige Dankeschöns vorbereitet. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr mal vorbei schaut und helft, die nächsten Video- und Filmprojekte zu ermöglichen.

Alle Einzelheiten zur Crowdfunding-Kampagne findet ihr auf unserer Projektseite bei Startnext: startnext.com/sonnensegler

Sollte das erste Fundingziel nicht erreicht werden, bekommen übrigens alle Unterstützer ihren Beitrag zurückerstattet. Euch entstehen in dem Fall keine Kosten. Es gilt das Prinzip: Alles oder Nichts!

Teaser Eins

Heute ist es soweit, wir lassen die „Katze“ Nummer Eins aus dem Sack!

Während hier am Niederrhein die Pandabärin steppt und sich die fünfte Jahreszeit dem Höhepunkt nähert, sitze ich unverkleidet vorm PC und schnipple an diversen Filmprojekten herum. Da „Irgendwie ans Kap“ in Kürze fertig ist, wird es so langsam Zeit, mal einen ersten Teaser für den Nachfolger raus zu hauen.

„Katze“ Nummer Zwei folgt dann morgen und soviel kann ich schon mal verraten: Es ist kein weiterer Teaser.

Heute ist übrigens nach langer Zeit endlich ein Foto von einer dieser seltenen Pandabärinnen gelungen. Der sogenannte „Brillenpanda“ ist eine endemische Art, die für gewöhnlich nur am Niederrhein vorkommt. Sie tauchen normalerweise nur in der fünften Jahreszeit für einen kurzen Moment auf. Den Rest des Jahres hört und sieht man nichts von ihnen.

Noch alle Knochen beisammen?

Aller Anfang ist schwer

“3-mal habe ich bisher auf einem Kiteboard gestanden. Völlig ungeübt und untrainiert. War ne geile Erfahrung. Mit „self education“ sollte es dann weitergehen, unwissend über all die Gefahren, die einem dabei drohen können. Micha hatte es ja bereits vor 2 Jahren schwer erwischt. Schulterbruch. Das will ich natürlich nicht erleben und entschließe mich statt self education die Vorzüge eines Kitetrainers zu genießen.

Auf Bonaire gibt es zwar eine Kiteschool, jedoch ist die Location absolut untauglich für Greenhorns like me. Auf Klein Curacao ebenfalls viel zu gefährlich. Aber auf Curacao wurden wir fündig. Kleine, geschützte Lagune, abseits gelegen, im typisch karibischen Stil, einfach und simpel mit Möbelfundstücken von der Straße, aus denen Polsterstoff und Federn herausschauen, hergerichtet. Hyggelig :-)

Dafür glänzt Nik, unser Kitelehrer von der Nix Kiteschool mit umfangreichen Wissen. Ein wirklich gemütlicher Zeitgenosse. Wir buchen jeder 2 Stunden. Sicherheit steht bei ihm an erster Stelle. Fehler, die er an Mich’s 14m2 Kite findet, müssen erst repariert werden, bevor es ins Wasser geht. Ich bin zunächst nur Zuschauer und beobachte das Ganze mit respektvollem Abstand. Als absoluter Laie erkenne ich allerdings sofort alle Fehler, die der Micha macht ;-) Das soll mir später nicht passieren. Ich strotze nur so vor Selbstbewusstsein. Nach zwei Stunden kommt Micha völlig ausgepowert aus dem Wasser. Ich schwöre, Micha stand mindestens einmal für mehr als 10 Meter auf dem Board ;-) Er selbst ist einen großen Schritt weiter gekommen. Das macht den Unterschied zwischen einem guten Kitelehrer und einem guten Kitelehrer.

10 Minuten später bin ich dran. Kite selbst aufpumpen. Wofür habe ich eigentlich bezahlt? Nach dem Aufpumpen hätte ich gerne eine kurze Verschnaufpause, aber mit Nik treibt mich direkt ins Wasser. Kurze Einweisung in das Sicherheitssystem, dann Kitekontrolle. Das A&O beim Kiten. Klappt super dank ein paar Stunden am Trainerkite mit Micha auf Klein Curacao. Schnell kommen wir zum Bodydragging, downwind, upwind, mit und ohne Brett. Auch extrem wichtig, falls man mal das Board verliert, um wieder zum Brett zurückzugelangen. Ich schlucke meine ersten Liter reinstes karibisches Meerwasser. Klappt aber ansonsten sehr gut. Den Kite verliere ich nicht ein einziges Mal. Bin mega Stolz und total infiziert. Leider darf ich noch nicht aufs Brett steigen. Bin erst bei 60-70%, sagt der Nik. Grmpf!#%&$§! Morgen oder Freitag haben wir uns gleich für weitere zwei Stunden gebucht. Bin zuversichtlich dann aufs Board zu kommen. Achja; Nix ist passiert. Alle Knochen noch beisammen :-) Am Vormittag hat es einen Kiter direkt in die Mangroven verschlagen…

Thema SIP (Skipper in Practice – Anmerkung: Wikipedia verdächtige Definition von Micha): Skipper auf seinem eigenen Schiff zu sein, ist nicht sonderlich schwer. Skipper auf einer fremden Eigneryacht dagegen umso mehr. Micha’s und meine Erwartungen waren besonders hoch. Meine erstrecht. Die ersten Tage haben mich extrem gefordert. Gibt da eben doch den „kleinen Unterschied“ zwischen Mann und Frau. Bin zwar eine sehr stattliche und eher maskuline Erscheinung, aber nur mit Hamsterkräften. Da haben sich schon andere verguckt (nee, nicht was Ihr denkt ;-) und mich überschätzt. Hier auf der MARLIN ist alles eine Dimension größer. Dazu kommt die ungewohnte Hitze und zuweilen sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Das alles, plus die Komplexität der Systeme erfordern bei mir mehr Zeit, als dem Micha und mir zu Anfang lieb war. Ich war recht schnell demotiviert, konnte die Zeit nicht wirklich genießen. Mittlerweile hat sich das Blatt komplett gedreht. Micha hat das Tempo angepas st. Soziale Kompetenz eben. Das, was einen wirklich guten Skipper ausmacht. Ich habe mich halbwegs akklimatisiert und mein Tempo entsprechend angepasst. Die Stimmung ist super. Ich bin Micha unendlich dankbar für seine Geduld. Am Ende profitieren wir beide hoffentlich voneinander. Meine Lieblingsbeschäftigung derzeit: Squall nähert sich. Von vorne bis achtern alle Luken und Fenster schließen. Das sind nicht gerade wenige. Wenn der Squall durch ist, das Ganze in umgekehrter Reihenfolge wieder zurück. Sonst ist hier schnell dicke Luft. Das alles in einem regelmäßig wiederkehrenden Takt :D

Neue Crew kommt am Wochenende für den Überführungstörn nach Kuba. Für mich die erste Bewährungsprobe.

Nur Wind und Muskeln

Die Regatta mit dem höchsten Kultfaktor: das Race to Alaska

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