Monatsarchive: Januar 2018

Unser Kühlschrank ist da

Fr., 26.01.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1336, 12.255 sm von HH

So habe ich mir das nicht vorgestellt.
Ich hatte ‚plug and play‘ erwartet.

Dass das halbe Schiff zerlegt werden muss, war nicht zu erwarten.
Fast alle Kabel, die unter der Decke entlang Richtung Kühlschrank führen, sind rot.
Es gibt so viele schöne Mädchenfarben: Mauve, Fuchsia, Koralle. Warum nutzt die Kabelindustrie das nicht? Das beraubt die Menschheit um so schöne Sätze wie „Ich verlege heute die lavendelfarbenen Kabel“.

Welches der roten Kabel mag das richtige sein?
„Zieh doch einfach am Kühlschrank-Ende und ich beobachte, welches Kabel wackelt“, versuche ich zu helfen.
Ein tötender Männerblick: „Alle Kabel sind mit einer Plastikspirale zusammen gebündelt, damit man ja nicht an einem Kabel ziehen kann. Und damit das auch wirklich nicht funktioniert, ist zusätzlich alle vierzig Zentimeter das Bündel mit Isolierband umwickelt.“
Ich höre auf mit klugen Tipps.

Damit Achim das richtige Kabel finden kann , muss die Decke in der Pantry runter.
Damit die Decke runter kommt, muss der Haltegriff neben dem Niedergang ab.
Damit der Haltegriff abgeschraubt werden kann, muss eine weitere Holzleiste weg. Die ist geschraubt und geleimt und gerade in Santa Marta frisch von mir lackiert.
Damit er das Isolierband vom Bündel puhlen kann, muss ein weiteres Deckenelement im Salon runter.

Viele, viele böse F-Wörter später hat Achim das richtige Kabel gefunden.

Wohnlichkeit jetzt auch in der Pantry

Wohnlichkeit jetzt auch in der Pantry

Na, wo ist den das rote Kabel?

Na, wo ist den das rote Kabel?

Die Küchen-Decke, mein ewiger Feind bei der Fett-Spritzer-Suche, liegt offen neben mir. Jetzt kommt Schwager Jürgen mit seinen tollen Ratschlägen ins Spiel: Ich kann den Feind putzen, ohne mir über Kopf die Arme zu verrenken.
Es ist eben nichts so schlecht, dass es nicht für irgendetwas gut wäre.

Achim prökelt derweil weiter. Er versucht das richtige Kabel aus der Spiralen-Umklammerung zu ziehen. Keine Chance. Ohne die Spirale zu entfernen, wird das nichts.

Schlappe 24 Stunden später läuft der Kühlschrank und die Deckenplatten sind wieder an ihren Platz. Nebenbei wurden noch ein paar Kabel von ‚Lüfter Küche‘ und ‚Lüfter Deckshaus‘ entfernt. Keiner von uns hat je diese Lüfter zu Gesicht bekommen.
Also, es geht voran. :-) Jetzt mit kaltem Bier zum Feierabend.

Windpilot Jubiläum 50 Jahre

FAST HÄTTE ICH ES NICHT GEMERKT!

Zum Glück besitzt die Hansestadt Hamburg eine offenbar tadellos funktionierende Verwaltung.

2018 Jubiläum 50J

Achillesferse Maschine – Abgase – Wasser

WIE PASST DAS ZUSAMMEN?

Eigentlich passt es garnicht, weil ein jeder der Feind des anderen ist, weil man hier Lösungen zu finden hat, die mit Segeln unverträglich sind

Maschine + Wasser

Ein Tag auf der boot Düsseldorf

Das letzte mal waren Sabrina und ich vor 6 oder 7 Jahren auf der boot in Düsseldorf. Wir können uns kaum noch daran erinnern, so lange ist das mittlerweile her. Wurde also mal wieder Zeit für einen Besuch der Messe.
Gestern morgen ging es los. Für uns kein weiter Weg. Etwa 40 Minuten brauchen wir von der Haustür in Wesel bis zum Parkplatz in Düsseldorf. Nochmal 30 Minuten dauerte es, bis das Auto stand und wir am Eingang waren. Wenn man bedenkt, dass auf dem Gelände der Messe Düsseldorf bis zu 20.000 Autos untergebracht werden müssen, ist diese Zeit doch ganz ok. Manchem Besucher ist da allerdings bereits der Kragen geplatzt. Die Einweiser auf dem Parkplatz haben mir Leid getan.
Wir fanden die Organisation super und die Messe selbst hat uns ziemlich gut gefallen. Wir waren in allen Hallen und haben uns so viel wie möglich angeschaut. Die Hallen mit Ausrüstung und den Bereich mit Segelbooten sind wir gleich zweimal abgegrast. Man schafft es allerdings kaum, alles an einem Tag zu sehen.
Besonders interessant war für mich, mal wieder einen Überblick bei den verschiedenen Herstellern von mittleren bis größeren Segelyachten zu bekommen. Da hat sich seit unserem letzten Besuch einiges getan. Am auffälligsten fand ich, dass kaum noch einer auffällt. Gefühlte 99% aller Bugsteven sind gerade, der Kiel ist kurz und filigran, der Bauch flach, ein Skeg gibt es nicht mehr. Für viele Segler sicherlich optimal, aber nicht für alle.
Die Vielfalt bei den Rumpfformen hat jedenfalls spürbar abgenommen, es scheint sich eine Art Standardrumpf durchzusetzen. Ich persönlich finde das etwas schade und hoffe, dass dieser Trend eher früher als später wieder out ist.

Eine Seltenheit geworden, diese Bugform.

Für Sabrina und mich war die schönste und interessanteste Segelyacht dieser Messe die Scalar 34 von Henningsen & Steckmest. Ein modernes Schiff, bei dem man jedoch nicht auf Biegen und Brechen jedem Trend hinterher gehetzt ist. Ein absoluter Leckerbissen in meinen Augen.

Scalar 34

Scalar 34

Bei den kleineren Segelbooten und auch bei den Motorbooten hatte ich das Gefühl, dass seitens der Hersteller mehr gewagt wird. Die Vielfalt an Typen, Formen und Baumaterialien ist nahezu unüberschaubar.
Auch in Sachen Ausrüstung und Zubehör hat sich einiges getan. Da freue ich mich schon richtig drauf, wenn wir bei Nomade irgendwann an den Punkt kommen, neue Ausrüstung auszusuchen.






Am frühen Nachmittag waren wir schließlich in Halle 13 (Travel World). Einer der größten Aussteller in Sachen Tourismus ist dort die Türkei und neben einigen anderen Marinas war die Viaport, in der Nomade gerade an Land steht, dieses Jahr ebenfalls wieder auf der boot vertreten.
Das Egemen für die Viaport Marina da sein wird, wussten wir schon länger und darauf hatten wir uns besonders gefreut.
Egemen hatte letztes Jahr alles wichtige für Nomade geregelt und geholfen wo es nur ging. Das Wiedersehen für mich und das Kennenlernen für Sabrina war natürlich Klasse. Da kommt einem die Welt schon klein vor.
Wir haben lange geplaudert und uns irgendwann wieder verabschiedet. Nomade geht es übrigens bestens. Die schläft tief und fest an ihrem Platz in Tuzla.


Zu Gast bei Egemen.

Auf dem Rückweg durch die verschiedenen Hallen haben wir dann hier und da noch ein paar nette Leute getroffen, unter anderem Dirk Krauss, den wir bisher nur durch seine Website und Facebook kannten.

Alles in allem ein sehr schöner Tag. Filou war übrigens nicht dabei, der hatte dafür einen Verwöhntag bei meiner Oma, die sich immer ziemlich freut, wenn sie mal „babysitten“ darf.

Salz und Erde – Der Seeweg der Wikinger durch die Schären

„Salz und Erde – Der Seeweg der Wikinger durch die Schären“ 
Nach 9 Monaten intensiver Vorarbeit präsentiere ich hier nun mein neues Segelfilmprojekt für 2018. Wenn es dir gefällt, würde ich mich sehr über eine Unterstützung für dieses sehr aufwendige Vorhaben freuen.

Filmtrailer

boot Düsseldorf 2018 in drei Minuten

Die weltgrößte Bootsmesse im Schnelldurchlauf

Der Beitrag boot Düsseldorf 2018 in drei Minuten erschien zuerst auf Float Magazin.

America First

WATER TOYS IM LAND DER BEGRENZTEN UNMÖGLICHKEITEN

Auf Gran Roques / Venezuela angekommen

Pelikanische Einklarierung

“Mit oder ohne?“ Ich entscheide mich für „Mit“. Mit Einklarierung. Meine Gäste, vielleicht selbst irgendwann mal auf eigenem Kiel unterwegs, wollen wissen wie es ist. O.K. Können sie haben.

Der Anker fällt bei strömenden Regen in finsterer Nacht direkt vor der Baracke der venezolanischen Küstenwache. Sechs Meter Wassertiefe. Hier ist unsere MARLIN mal in so einem Squall abgehauen. Das war noch zu Delta Anker Zeiten. Heute hält der Anker ohne auch nur einen Millimeter zu rutschen. ROCNA eben. Kann man um vier Uhr am Morgen ein Ankerbier trinken? Oder auch zwei? Jou. Wir sind sicher und schnell angekommen. Cornelia hat Seebeine bekommen und den Kampf gegen die Seekrankheit gewonnen. Das muss gefeiert werden.

Nach ein paar Stunden Schlaf sieht die Welt bekanntlich auch besser aus. Wir sind immer noch an der Stelle wo der Delta mal eben gerutscht ist. Ich lasse mich in das klare Wasser fallen und schnorchel Kette und Anker ab. Alles gut. Auch mir geht es schlagartig besser, als ein junger Venezolaner im Kajak angepaddelt kommt. „Bienvenido en Venezuela. Soy Guarda Costa…“, stellt sich der sympathische Junge vor und fragt ob er zwecks Kontrolle an Bord kommen darf. „Na klar. Immer gerne!“ Er sitzt im Cockpit und kontrolliert ob wir alle Pässe haben. „O.K. Dann kommt bitte nachher ins Office für die Papiere.“ Eilig hat es keiner und wenn vier Personen gleichzeitig an Land wollen, dauert dass ja immer. Unser Dinghy machen wir am Schwimmsteg der Tauchschule fest. „Soll ich abschliessen?“ „Nö. Hier wird nicht geklaut.“

Die Einklarierung beginnt. Wir sitzen in einem verdunkeltem Raum. Jemand füll Papiere aus und wir bekommen quasi einen Agenten, Jerry, der uns helfen soll bei den anderen Institutionen, denn es ist alles anders im Moment. Noch 2016 konnte man am Anleger der Fähren günstig Euro zu Bolivar machen. Schwarzmarkt. Dann konnte man mit Bündeln von Geld einkaufen gehen. Aber Bolivar gibt es nicht mehr. Gezahlt wird nur noch mit venezolanischen EC Karten. Macht aber auch nichts. Der einzige Supermarkt auf der Insel ist geschlossen und zu verkaufen für 190.000 Dollar. Es gibt nicht zu kaufen. Ausser Diesel und Bier.

Alles läuft wie am Schnürchen, nur eben typisch südamerikanisch langsam. Nach der Küstenwache geht es zur Immigration. Ich kenne die Beamten noch von früher, die mich natürlich nicht mehr. Meine Crew läuft hinter mir her. Es gibt weder geteerte Strassen, noch Autos auf Gran Roques. Es ist heiß. Ich verhandle auf Spanisch und wir bekommen den Ein- und Ausklarierungsstempel direkt in einem, brauchen also am Montag deswegen nicht mehr wiederkommen. Jerry zahlt mit seiner Karte die Gebühren für die Einklarierung und Parkgebühr für zwei Wochen. Zusammen 40 $US. Ok. Alles gut. Am Montag bekommen wir vielleicht 300L Diesel geliefert. Ich bin gespannt. Jerry richtet meine venezolanische SIM Karte ein und schwupps haben wir Internet.

Zurück zum Dinghy ist diese nicht geklaut, aber besetzt. 10 Pelikane haben das Dinghy als ihr neues Heim entdeckt. Sieht cool aus. Allerdings ist es beschissen. Vollgeschissen. Wieder was gelernt. Fahre nicht ohne Lappen und Wurzelbürste mit dem Dinghy. Wir verlegen ins zwei Meilen nahe Cayo Francisqui. Jetzt wird es irgendwie traurig für mich. Das Haus der Kite Schule, auf Pfählen gebaut, steht mitten im Wasser. Die flache Sandinsel, der Strand rundherum, ist weggespült. Hmm. Das ist ja dumm gelaufen. Der Kite Startplatz ist weggefegt. Meinen Mitseglern ist das nicht so wichtig. Sie kennen es ja nun auch nicht anders. Für sie ist es trotzdem: „Oh wie schön ist das denn hier.“ Der Tag ist schon gelaufen. Die Sonne geht unter. Ein Squall kommt selten allein. Ich habe 2kg Yellofin Thuna aufgetaut. Wir essen alle viel zu viel und dann kommt das Sandmännchen, streut ordentlich Sand in unsere Augen. Dieses Wochenende bleiben wir hier.

+++ SAIL EXPEDITION +++
+++ 1.000 Meilen FASTSAIL Törn nach Cuba +++
+++ Atlantiküberquerung West-Ost. Noch ein Platz für eine weibliche Mitseglerin frei! +++
+++ Mittelmeer 2018 +++


Buchst Du hier:
www.marlin-expeditions.com

ocean tribute award für Green Boats

Der Nachhaltigkeits-Award geht jährlich an Projekte zum Meeres- und Gewässerschutz.

Der Beitrag ocean tribute award für Green Boats erschien zuerst auf Float Magazin.

Vortragstermin: im Raum HANNOVER, 1.2.18

Rechtzeitig genug, als das ihr euch den Termin noch rot anstreichen könnt, kurzfristig genug damit ihr ihn nicht vergesst, habe ich einen neuen Vortragstermin für euch um die lange Wintersaison zu überbrücken. Am 1.2.18 um 19:30 beim Hannoveraner Seglertreff in Steinhude am gleichnamigen Meer. Dort werde ich mal wieder über Rund Ostsee, meine dort erlebten Abenteuer,  Fahrtensegeln als Mittzwanziger, und „Im Zweifel für den Segelsommer“ erzählen. Würde mich freuen ein paar von euch dort begrüßen zu dürfen!

  • Am Donnerstag 01.02.18, 19:30
    Beim Seglertreff Region Hannover, Steinhuder Seeterassen., Meerstraße 2, 31515 Steinhude
    Der Vortrag ist öffentlich, alles Weitere erfahrt ihr auf der Veranstaltungsseite des Seglertreffs

Also, bis denn dann!

 

Video Fundstück: Einfach mal den Rammbock spielen

Wie jetzt? Was hat diesen Skipper geritten? Das Hindernis ist eigentlich schwer zu übersehen. Ob er die Geduld verloren hat? Weiterlesen

Horror Crash: Vom Motorboot überfahren – Spielte der Skipper am Handy?

Ein Motorboot-Unfall erhitzt die Gemüter der Wassersport-Community in den USA. Er erinnert an einen Vorfall in der Lübecker Bucht. Weiterlesen