Monatsarchive: Oktober 2017

HANSEBOOT 2017: Ankommen auf dem Schiff, auf dem Rollo Gebhard vor Grönland kenterte.

 Es ist eine dunkle, wolkenlose Nacht am Hamburger Hafen. Vor wenigen Tagen hatte Sturmtief „Herwart“ den Zugang zum Sporthafen noch knietief überflutet, über den ich jetzt gehe. Zwei Schwimmstege, die in der Dunkelheit aneinander scheuern, es klingt in der Dunkelheit, als wären es zwei Wale.

Und dann liegt sie vor mir. KIRA VON HANDELOH heißt sie jetzt, die einst SOLVEIG hieß. Und Rollo Gebhards Schiff war. SOLVEIG IV – ein dunkelblauer Schatten am Ende eines unbeleuchteten Schlengels. 50 Meter weiter fährt ein Containerfrachter vorbei. Ein Festmacher knarzt singend im Takt.

Schmuck sieht sie aus, als ich in der Dunkelheit die Bordwand hochklettere. Und gut gepflegt. So wie ich ist vor mehr als dreißig Jahren an dieser Bordwand auch Rollo Gebhard hochgeklettert. Mit seiner jungen Frau, Angelika.
Dann habe ich in der Dunkelheit den Niedergang vor mir. Ich schiebe das Luk zurück, klettere drei Stufen hinunter. Ich stehe im Salon. Hier war das also. Ich sehe die roten Polster. Die einfachen Schapptüren, die Beschläge, die noch die originalen sind. Die Küche. Ich denke an Rolle Gebhard. Ich schaue zur Holzdecke des Salons. Und stelle sie mir die beiden vor, damals im Sommer 1983 vor der Südspitze von Grönland.

„Ich höre das Bersten von Holz, 
das Rauschen von Wasser.
Unser Boot wälzt sich noch weiter herum, 
ich liege auf der Decke der Kajüte,
rolle wieder zurück, am Bullauge vorbei, 
dort, wo Wasser eindringt.“
Rollo Gebhard, in: Leinen los. Wir segeln um die Welt.
Es ist meine Lieblingsgeschichte, die auf diesem Schiff und in diesem Salon spielt. Weil Rollo Gebhard ja schon zwei mal über den Atlantik gesegelt war – zum ersten Mal 1963/64 auf einem 5,60 (!) Meter langen Sperrholzboot; danach auf einem immerhin 7,30 langen Kajütboot – und nicht schon wieder von den Kanaren aus in die Karibik wollte, hatte er sich für diesen Törn für eine andere Route entschieden: Von Deutschland an Schottland vorbei über Island und Grönland die Nordroute nach Nordamerika. Mit dabei seine Frau Angelika. Die war noch nie zuvor gesegelt. Was tats.

Bis Island lief alles gut. Es war August 1983. Deutschland erlebte einen Jahrhundertsommer, aber vor der Südspitze Grönlands geraten Rollo und Angelika in einen Sturm. Die Wellen müssen gigantisch gewesen sein, schreibt Gebhard. Mitten in der Nacht, kurz nachdem Gebhard draußen an Deck war, erwischt ein Brecher das Boot breitseits. Die SOLVEIG kentert, Wasser dringt ins Schiff, Elektronik, Heizung und was nicht niet und nagelfest war, ist hinüber. Auch die Windmessanlage, die Antennen für die Navigation und Funk. Der Motor macht nicht mehr.
Doch die beiden Masten überstehen wie durch ein Wunder die Kenterung. Die nächsten Tage, mit nassen Klamotten in den nassen Polstern, werden zur harten Prüfung:

„Da treiben wir nun mit unserer Habe
durch die trostlose Einsamkeit des Meeres.
Bei Sturm und ungeheurem Seegang.
Es geht mir wie früher als Kind. 
Wenn ich mich nachts fürchtete
und mir die Bettdecke übers Gesicht zog“.
Rollo Gebhard, in: Leinen los. Wir segeln um die Welt.

Es dauert, bis der Sturm nachlässt. Und die beiden mehr als zwei Wochen später ohne die Möglichkeit einer Heizung mit nassen Klamotten ausharren. Und weitermachen.

„Mit knapper Not und unter Aufbietung letzter Kräfte 
gelang es uns, nach 16 eisigen Nächten und Tagen 
die Küste Neufundlands zu erreichen.
Dieses Ereignis ist bis heute ein unvergessener Einschnitt 
in meinem und vor allem in Angelikas Leben geblieben.“
Rollo Gebhard, in: Leinen los. Wir segeln um die Welt.
Nach einer Erholungspause in St. Johns und umfangreichen Reparaturen setzen sie ihre Reise nach Süden fort. Aber damit ist Rollo Gebhards Bericht noch nicht zu Ende. Diese Reise auf SOLVEIG IV
sollte noch einiges in Gang setzen.
Jetzt sitze ich hier in diesem Salon. Es ist eine kalte Nacht Ende Oktober. Halloween. Das Schiff schwankt, wahrscheinlich ist gerade wieder ein Frachter an uns vorbei. Im Abfluß der Küche gurgelt das Wasser im Takt unseres Schwingens. Ich werde an die beiden denken, heute, beim Einschlafen in der achteren Koje.
Rollo und Angelika Gebhards 
immer noch spannenden Reisebericht 
über ihren weiteren Weg um beide Amerikas 
bis zu den Gletschern Alaskas
können Sie lesen in:
oder AMAZON
oder in jeder Buchhandlung.

Der Bericht der Kenterung ist
eine von mehr als 30 Sturmgeschichten
im soeben erschienenen Band: 

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oder in jeder Buchhandlung.

Special Thanks to Edgar Schrader!!

So nah und doch so fern

Gerade einmal 8 Seemeilen beträgt die kürzeste Distanz zwischen Nomade und dem Beginn des Bosporus am 22. Oktober. Es ist der letzte Törn mit Nomade in diesem Jahr und die Sicht ist anfangs eher schlecht. Etwa 3 Seemeilen weit kann ich schauen, alles darüber hinaus verschluckt der Dunst. Ich segel mit Nomade so nah an Istanbul vorbei und sehe dennoch nichts von dieser Metropole.

Getrübt ist die Stimmung trotzdem nicht. Denn das Jahresendziel ist nur noch wenige Stunden entfernt und bereits alles geregelt. Wir haben ein tolles Angebot in der Viaport Marina in Tuzla bekommen und auch mein Flug von Istanbul nach Düsseldorf ist bereits gebucht.
Und so genieße ich diesen abwechslungsreichen Törn in vollen Zügen.
Der Tag beginnt mit viel Wind von schräg achtern und zeitweise sehr kabbeligem Wasser. Es dauert nicht lange, da schiebt uns die Strömung des Bosporus merklich nach Süden. Wind und Strom stehen gegeneinander und sorgen für Bewegung im Wasser. Es gibt aber auch immer wieder Phasen mit Null Strömung. Die bevorstehenden Wechsel kann man bereits von weitem an der veränderten Wasseroberfläche erkennen. Das Verkehrstrennungsgebiet, das es zu überqueren gilt, lässt sich mit dem im Ärmelkanal vergleichen. Der Seeweg zwischen Dardanellen und Bosporus ist einer der meistbefahrenen der Welt. Dank AIS ist es trotzdem ein leichtes, den richtigen Moment zur Überquerung der Verkehrstrennungsgebiete zu finden.
Als das geschafft ist, liegen die Prinzeninseln an Backbord und die See wird immer ruhiger. Delfinbesuch habe ich heute auch noch einmal zum Abschluss der Reise. Überhaupt habe ich im Marmarameer viel mehr Delfine gesehen als erwartet. Auch wird hier sehr viel gefischt. Immer wieder trifft man auf große Trawler und unzählige kleinere Fischerboote.

Am frühen Abend liegen schließlich 33 Seemeilen hinter mir und ich bin unmittelbar vor der Viaport Marina. Auf Kanal 72 melde ich mich an und bekomme folgende Antwort (im Original auf Englisch): „Nomade, herzlich Willkommen in der Viaport Marina, bleiben sie bitte an ihrer Position, wir schicken einen Lotsen.“
Nach kurzer Wartezeit war dann das Lotsenboot bei mir und ich sollte folgen. Mit 3 Knoten ging es anschließend in den Bereich für Segelyachten. In der Gasse wartete bereits ein zweites Schlauchboot und ich musste nichts weiter machen, als vor der Box einlenken, aufstoppen und etwas rückwärts fahren. Ein Mitarbeiter hat vom Schlauchboot aus die Mooringleine am Bug belegt, der andere die Heckleinen. Völlig entspannt angekommen.
Wo das Büro ist, wollte ich dann wissen. Antwort: „Da brauchen sie nicht hin laufen, wir fahren sie mit dem Schlauchboot zum Büro.“
Dann ging es los, durch die neueste Marina in der Türkei. Der erste Eindruck war ziemlich überwältigend, der Empfang im Büro herzlich.
Nach einer zusätzlichen Zugangskarte für Sabrina brauchte ich nicht zu fragen, die lag bereits neben meiner fertig auf dem Schreibtisch.

Der Rückweg zu Nomade war ein wenig anders, als in anderen Marinas. Ich bin aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen. Man hat hier eine Marina geschaffen, die selbst in der Türkei einmalig ist. In ganz Europa gibt es nichts vergleichbares und im nächsten Beitrag werde ich euch ein wenig mehr über das Schlaraffenland für Segel- und Motorboote im Süden von Istanbul erzählen.

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Die 19. Neuerscheinung bei millemari.: STURM. Jetzt NEU zur HANSEBOOT 2017.

Meine Frau sagt: Dies Buch zu Lesen war für sie der blanke Horror. Das Buch kam Freitag Abend aus der Druckerei. Katrin sagt, es würde in ihr all die schlimmen Ereignisse dieses Segelsommers wieder aufwühlen. Wie unser Motor irgendwo zwischen Korcula und Lastovo kurz nach dem Ablegen würgend stockte. Und nicht wieder ansprang. Wie ich ihn trotz mehrfachem Zerlegen der Leitung nicht wieder anbekam. Wie wir bei 30 Knoten vor dem Hafen von Korcula Stadt ein unmögliches Ankermanöver ohne Motor fahren mussten. Dieselpest. Es hätte schlimm enden können.
Merkwürdigerweise hat jeder, der öfter segelt, solche oder ähnliche Geschichte erlebt. Wer segelt, hat sich damit abgefunden. Slippende Anker, stotternde Motoren, klemmende Genuas – und alles genau dann, wenn man es halt gerade gar nicht brauchen kann, wenn der Wind gerade auffrischt. Meist erzählt man sich diese Geschichten unter Freunden, nach dem Törn – der Hauch des überstandenen Abenteuers umweht noch das Erzählte. Man wirft locker mit dem „Siebener“ um sich. Und nur zu leicht vergisst man: Wie man sich allein oder zu zweit in dieser Situation fühlte. Und dass man einfach nur großes Glück hatte.
Vielleicht haben wir uns auch daran gewöhnt, dass Segeln nichts anderes ist, als ständig mit irgendwelchen Widrigkeiten fertig zu werden. Wünschen tut sich die Widrigkeiten keiner. Aber sie gehören dazu, zum auf dem Wasser unterwegs sein.
Als wir von millemari. vor zwei Jahren in den Internet-Foren Segler dazu aufriefen, uns doch die Geschichte ihres Sturms zu erzählen, flossen die Einsendungen erst zögerlich. Kaum jemand, der in der Nordsee, in der Ostsee, im Mittelmeer tatsächlich die acht, die neun Beaufort am eigenen Leib erlebt hat. Wir wollten ein Buch machen von normalen Seglern. Für normale Segler. Nichts aus den Roaring Forties, nichts vom VOLVO OCEAN RACE, von Ausnahmeseglern, die für genial inszeniertes Life-Spektakel bezahlt werden. Wir wollten Geschichten vom IJsselmeer, von der Deutschen Bucht oder Skagerrak oder Kroatien. Nach und nach kamen die Geschichten. Genau aus diesen Revieren. Wir lernten, dass man tatsächlich nicht weit fahren muss, um von 40 Knoten trotz gutem Wetterbericht überrascht und eingeholt zu werden. Und fernab aller bewundernden Zuschauer unbeobachtet einen stillen Kampf zu führen. Und dramatische Augenblicke zu durchleben.
Nicht jede unserer Geschichten geht gut aus. Nicht jeder hatte einfach großes Glück. Davon berichten nur allzu oft die Segelzeitschriften, davon erzählt auch unser Coverfoto, zu dem Sie die zugehörige Geschichte im Buch finden.
Unsere Absicht war es, ein Buch zu machen, das zeigt, wie Männer und Frauen in extremen Situationen reagieren. Namhafte Weltumsegler sind darunter wie Mareike Guhr, Rollo Gebhard oder Bobby Schenk. Berufskipper auf dem x.ten Überführungstörn. Profis und Eigner und Charterer. Doch allen 41 Geschichten gemeinsam ist, dass sie harmlos beginnen.
Meine Frau hat das Buch erst heute Nachmittag wieder weggelegt. Wir diskutieren darüber, was Segeln ist.
Wir wünschen Ihnen wenig Horror und viel Spaß beim Lesen. Mit dem 19. millemari.-Buch.
Ihr 
Thomas Käsbohrer
PS: In den nächsten Tagen berichten wir live von der HANSEBOOT in Hamburg. Wir nächtigen in Hamburg auf einem der Schiffe, auf denen eine der spannendsten Geschichten unseres Buches spielt. Lassen Sie sich überraschen…
                                      
41 Geschichten aus fünf Ozeanen von
Bodo Müller
Mareike Guhr
Rollo Gebhard
Holger Peterson
Jocelyn Fastner
Roberto Imbastaro
Sebastian Pieters
und vielen vielen anderen…
Oder bei AMAZON.
Oder in Ihrer Buchhandlung.

Reisende soll man nicht aufhalten

Angekommen im Abendland

In Spanien leben die Menschen zusammen auf den Strassen. In Deutschland leben die Menschen in Wohnungen. Ein nicht zu unterschätzender Lebensqualitätsindikator. Zuhause. So lässt sich mein Gefühl hier definieren und endlich mal seit Monaten friere ich nicht ständig und laufe in kurzer Hose und ohne Skiunterwäsche herum. Wenn die Sonne den Weg zum Wasser, zum Horizont geht, stellen die Spanier ihre Plastikstühle vor die Haustüre, einen Beistelltisch, Freunde kommen, es wird gelacht, getrunken, gespielt. Mein Freund Agustin hat eine kleine Wohnung mit Meerblick direkt an der Strandpromenade gemietet…Hat er gut gemacht. Auch wir sitzen bis spät in die Nacht auf der Straße feiern, dass wir leben und uns schon fast dreißig Jahre kennen. Schön Freunde zu haben, die nicht verloren gehen.

Zwischenzeitlich sind Agustin und ich in Tarifa angekommen. Wir finden eine einfache Unterkunft, der eine Kite Schule angegliedert ist. Anabel schmeißt den Laden und das macht sie sehr gut. Tarifa ist ja nun mal der windigste, was ich jetzt erst erfahre, der böigste Surfspot Europas. Ablandig und fast ohne Stehwasser. Juliaan, begnadeter Kiter, meint: „Wenn Du es hier gebacken bekommst, passt das auf der ganzen Welt.“ Ok. Ich schaue unwissend. Ich bin weiterhin der Anfänger. Basti, heißt mein Kitelehrer für die nächsten Tage. Er drückt mit den 7er Kite in die Hand und ich soll mal zeigen was ich kann oder eben auch nicht. Das ganze bei 30-35 Knoten Wind. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Klappt alles ganz gut. Ich schlucke ordentlich Wasser beim Bodydraggen. Plötzlich ist der Wind weg. Quasi, wie beim Segeln. Morgen geht es weiter.

Jan ist mit CREW 35 unterwegs von La Coruna nach Lissabon, wo ich mit etwas Glück wieder auf die MARLIN aufspringen kann. Ich höre nur großes Lob von Martin über Jan. Also ist wohl alles gut. Aber ein bisschen vermissen würden sie mich schon. Ich vermute mal in der Küche. Ich habe dann schon mal gegoogelt, wo ich auf Gran Canaria Kiten kann.

So ganz untätig bin ich hier in Tarifa nicht. Per Videokonferenz bin ich mit Maik im Office in Flensburg verbunden, der den Laden dort mit Ana zusammen alleine schmeißen muss. Gut das es Internet gibt. Hier vor Ort knüpfe ich Kontakt, verteile Visitenkarten um meine Kite-Surf-Sail Expedition vom 3.2.-15.2.18 an den Mann zu bringen. Hier geht es an die einsamsten und schönsten Orte in der südlichen Karibik, die nur mit uns zu erreichen sind. Vier Plätze sind derzeit noch frei.

 


 

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Riva – Immagini del Momento

Riva-Fotograf Olaf Tamm stellt in Hamburg aus.

Der Beitrag Riva – Immagini del Momento erschien zuerst auf Float Magazin.

Bootsflucht

Old friends. Spontanreise.

Pontevedra. Dort wohnt Agustin. Mein alter galizischer Freund, den ich vor 30 Jahren auf einer romantischen Rundreise durch Spanien zum tiefgehenden Freund gewonnen habe. Alle Jahre wieder haben wir uns irgendwie gesehen. Oft in Benicarlo in Spanien, wo ich lange Jahre ein Haus hatte. Ab Brasilien ist er mit mir und der IRON LADY nach Uruguay gesegelt. In Galizien habe ich ihn mit verschiedenen Hunden, Wasserspielzeugen und Lebensabschnittsfrauen besucht. Sogar meiner verstorbenen Mutter Anneliese hat er schöne Augen gemacht. Eine richtige Fern- und Selten- aber Tiefbeziehung, die immer wieder auftaucht. „Wo bist Du?“ Ich rufe Agustin an, vermute ihn ein paar Buchten weiter in Pontevedra und die Chance ihn dort oder in Vigo zu sehen ist groß. „Ich wohne jetzt in Málaga in Andalusien. Galizien im Winter ist mir zu kalt.“ Wirklich wundern tut es mich nicht. „Wie weit weg ist Tarifa von Málaga?“ „Anderthalb Stunden mit dem Auto.“ Ich muss weg von der MARLIN. Das ist absolut sicher. Fünf neue Gäste sind an Bord. Da sind zwei Skipper einfach zu viel. Die Wettervorhersage ist easy. „Jan. Kann ich für ein paar Tage abhauen nach Tarifa?“ Jan nickt. Ein Blick auf den Windfinder zeigt perfekten Wind für Tarifa. Zehn Minuten später habe ich ein One Way Ticket gebucht und packe meinen Kite Schirm unter den Arm. „Agustin. Ich bin heute Abend bei Dir.“

Meine Crew besteche ich, indem ich heute noch mal koche. Am Vormittag waren wir zusammen einkaufen. Ich habe zwei Seeteufel auf dem Markt erstanden. Martin sagt, ich soll Wein kaufen. Kann ich. Spanien ist meine eigentliche Heimat, wenn nur meine Töchter und die Mutter meiner Töchter nicht in Flensburg leben würden… Ich flirte auf Spanisch mit den Marktfrauen und mit vollen Tüten fährt die Crew zurück zum Boot. Es ist wunderschön endlich wieder Spanisch sprechen zu können. Ich passe nicht mehr ins Taxi. Gut so. Beine vertreten, durch La Coruña schlendern ist angesagt. Die letzten drei Wochen haben mich deutlich gefordert, in vielerlei Hinsicht. La Coruña, ein meiner spanischen Lieblingsstädte besticht mit kristallblauem Himmel, Sonne, Pulpo gallego und einem Glas Rotem. Ich lebe auf.

Zwischenzeitlich sitze ich im Flieger. Ich habe Pech gehabt. Am letzten Freitag den 13ten ist mein geliebtes MacBook Air abgekackt. Keine Reaktion mehr. Noch nicht einmal auf den OS Installations-USB-Stick reagiert das BIOS. Nun. Dann ist das ein Fall für die MAC-Klinik und ich muss meinem Geschenk für „13 Monate Nichtraucher sein“ vorgreifen und mir ein neues MacBook Pro schon nach „2 Monaten Nichtraucher sein“ bestellen. So kann es gehen. Jan bringt das gute Teil in Zeitungspapier eingepackt mit. Es dauert ein bisschen, bis wir uns anfreunden. Jetzt bin ich ganz begeistert. Ich kann noch mehr bloggen, noch mehr schreiben, noch mehr Bilder machen. Noch mehr: Leben.

Zum Thema Leben habe ich ja nun eine vollkommen neue Einstellung. Einem Freund schreibe ich: „Estaba cerca del fin de mi vida. Para mi cada dia vale diez veces mas que una monda de oro puro.“ Es rattert in meinem Schädel.

 


 

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Die hanseboot beginnt am Samstag, 28. Oktober 2017 zum vorerst letzten Mal

Die hanseboot öffnet vom 28.10.-5.11.2017 auf dem B-Gelände der Hamburg Messe zum vorerst letzten Mal in dieser Form ihre Tore für Profis, Freizeitskipper und Einsteiger. In direkter Nähe zu den nordeuropäischen Revieren und den großen Binnengewässern präsentiert die 58. Internationale Bootsmesse Hamburg neue Boote und Yachten und informiert über Trends und Neuheiten der Bootssport-Branche.

Funsport wird auf der hanseboot 2017 großgeschrieben
An allen 9 Tagen gibt es ein attraktives Mitmachprogramm, bei dem neue Wassersportarten und innovative Funsportgeräte selbst ausprobiert werden können. Natürlich kostenlos und unter Anleitung von erfahrenen Wassersportprofis.
Im täglichen Programm der hansboot arena in Halle B1.EG findet jeder Besucher den für ihn passenden Vortrag. Profis referieren dort über ihre Erfahrungen mit trendigen Wassersportgeräten und geben Tipps zu Material, Handling und Revieren.

Die ADAC Sportschifffahrt auf der hanseboot
Mit 2 Millionen aktiven Wassersportlern ist der ADAC der größte Dienstleister rund um die Sportschifffahrt. Ob die Bootstouristischen Informationen im TourSet-Format, der Marinaführer online oder Informationen zu Gebrauchtbootkauf, Sicherheit an Bord oder Führerscheinfragen.

Am Messestand des ADAC e.V. Hansa in der Halle B3 EG, Stand 100  können sich Mitglieder und Interessierte umfangreich beraten lassen. Außerdem erfahren sie hier alles rund um den Internationalen Bootsschein, die ADAC Wassersportversicherungen sowie die Vorteile bei der Yachtcharter oder in den Stützpunktmarinas.

Die hanseboot ist unter der Woche von 12 bis 20 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet. „Kids go free!“: Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre haben freien Eintritt.

Zum Abschied von der hanseboot erhalten alle Besuchern eine besondere Vergünstigung,
2017 kostet das Ticket drei Euro pro Person.

Weitere Informationen unter www.hanseboot.de.

Ziemlich beste Zeit

Die Boot & Fun Berlin wächst und gedeiht

Der Beitrag Ziemlich beste Zeit erschien zuerst auf Float Magazin.

ADAC präsentiert neues Merkblatt zu Sportbootführerscheinen, Funkzeugnissen & Co.

Die bisherige Information für Wassersportler ›Sportbootführerscheine und Funkzeugnisse‹ steht nun auch neu im TourSet-Format als Bootstouristische Information „BTI 22 Sportbootführerschein“ zur Verfügung.

Im Zuge dieser Umstellung wurden die Inhalte komplett überarbeitet und aktualisiert. Das BTI 22 beschreibt anhand übersichtlicher Tabellen, für welches Gewässer welcher Nachweis erforderlich ist.
Mit der neuen Sportbootführerscheinverordnung werden die Geltungsbereiche Binnengewässer und Seegewässer zusammengelegt, d.h., auf dem Führerschein ist erkennbar, ob der Schiffsführer die Berechtigung für den Binnenbereich oder den Seebereich oder für beide Gewässer besitzt. Ab 2018 soll der Sportbootführerschein auch im Scheckkartenformat verfügbar sein.

Das neue BTI 22 liefert neben den Erfordernissen zum Sportbootführerschein auch die Information über die Funkzeugnisse UBI, SRC oder LRC. Stellenweise sind diese Funkzeugnisse – in Abhängigkeit vom Fahrtgebiet – zum Chartern von Booten erforderlich.

Darüber hinaus bietet das BTI 22 auch Informationen zu Pyrotechnischen Signalmitteln (Pyros) und den entsprechenden Nachweisen.

SV Dark Horse – John Frankiss UK

OCEAN 60 CIRCUMNAVIGATION 2014 – 2016

Es gibt Schiffe in meinem Leben, die in meinem Kopf bestimmte Türen öffnen. Sei es ein ungewöhnliches Design, die Geschichte des Werdegangs, oder eine ganz persönliche Lebensgeschichte dahinter. Oder aber die schiere Grösse eines Schiffes, die meine Sinne fasziniert, weil mit der Grösse eines Schiffes eben auch Lösungen möglich werden, die man in kleinen Schiffen zu realisieren nicht im Stande ist. Hier liegt die Wurzel begraben, die so viele Schiffe lebenslang begleiten, deren Name immer wieder der gleiche ist: Kompromiss heisst die Dame, die uns nach dem A dann B und danach das ganze Alphabet deklinieren lässt.

Am 22.11.2013 erhielt ich folgende Anfrage aus Afrika:

Peter,
I have an Ocean 60, this is a 60 foot 22 ton plastic schooner. The pacific plus appears to be the only wind vane that will handle this size of vessel plus give me an emergency tiller. My concern is the rudder, can this be adapted to be removed easily as I fear it will interfere with maneuvering while going astern?
All best
John

Es folgte ein Austausch über mögliche Montageoptionen einer PACIFIC alternativ einer PACIFIC PLUS.

In 2014 haben wir eine PACIFIC nach Gibraltar ausgeliefert. John hatte die SV DARK HORSEvom Voreigner, der LLOYDS BANK of London, übernommen, die das Schiff 24 Jahre in Besitz hatte, um seine Weltreise mit der ganzen Familie durchzuführen.

Das Schiff, bei der SOUTHERN SHIPYARD gebaut, hatte bereits unzählige Atlantik Überquerungen hinter sich, war stark und solide gebaut, ein sicheres Heim für eine grosse Familie. Die Weltumsegelung wurde bis zum Herbst 2016 absolviert.

John´s Kommentare waren knackig und kurz:

yup, the best Germany can produce, Wind Pilot

Nun steht das Schiff zum Verkauf. mit der Windpilot Pacific am Heck.

Dark Horse is now for sale
John Frankiss WEITERLESEN

Die Belohnung. Skippers delight.

Sailing a la carte.

Irgendwann dreht sich das Blatt dann doch. Aus mörderischen Wellen, die über das Deck waschen, wird die langgezogene Atlantikdünung, die die MARLIN sanft in die Höhe hebt und wieder absinken lässt. Aus depressiven dunklen Wolkenformationen am Himmel, wird der mit dem Aquarellpinsel gemalte Abendhimmel mit dem zentralen Punkt unserer Begierde, der untergehenden Sonne. Statt wild gewordener bretonischer Fischer, die einen verfolgen, tauchen zum Licht und Szenerie passend rechts und links der MARLIN je ein Delfin auf und wünschen uns eine gute Reise. Aus dem Röhren des Motors seit den frühen Morgenstunden wird ein SO Wind mit 7 Knoten, den die MARLIN geisterhaft unter Vollzeug in 6 Knoten Fahrt verwandelt. Das Kielwasser gurgelt leise und endlich steht am Himmel die Sichel des Neumonds, eine neue Zeit ankündigend. La Coruna liegt voraus. Spanien. Noch 150 Meilen zu segeln oder wie auch immer. Es ist der Moment. Dieser wunderschöne Moment nach all dem Trubel, um das Schiff bis hierher zu bekommen, der wunderschöne Moment, wenn der Motor verstummt und der Maxprop Faltpropeller sich mit dreimaligem Klacken zum Feierabend verabschiedet. Die See kann so süß sein, die See kann so brutal und hinterhältig sein, dass es mir kalt den Rücken runterläuft und gleichermassen die Beine schlackern lässt. Die See kann so unvermeidlich fantastisch Atlantikblau sein, ein Farbe, die es nur hier am Süden der Biskaya, am Kap Finstere gibt. Wohl dem, der dieses Blau in seinem Leben schon mal gesehen hat und es nie wieder in seinem Leben vergessen wird. Schon ist es dunkel um uns herum. Mit jedem Zentimeter weissen Segeltuches, dass wir zur Verfügung haben, versuchen wir das Licht einzufangen, es gelingt uns mit der federleichten Brise Wind. Jetzt kann MARLIN zeigen wofür dieser lange Mast in ihr drin steckt. Nur auf diesem am Wind Kurs saugt sie sich an den Wind fest und macht Fahrt durch den eigenen Fahrtwind. Das macht sie so zauberhaft schön, dass ich nie genug davon bekommen kann, jedes Mal zu merken wenn das Gewicht des Schiffes und die Beschleunigung mich leicht in das Sitzpolster drückt. Das Leben kann so schön sein.

 


 

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Der neue Film `UM DEN TIGER`

Natürlich wird es auch über den Törn „UM DEN TIGER“ bald einen neuen Film geben. Wenn du als einer der Ersten über dessen Erscheinen informiert werden möchtest, dann trage dich jetzt unverbindlich und kostenlos in den „UM DEN TIGER“ Newsletter ein. Sobald es Infos zum neuen Film gibt, bekommst du so unaufgefordert eine Benachrichtigung von uns zugeschickt. Danke für Dein Interesse und bis dann ..


Ja, ich möchte kostenlos und unverbindlich informiert werden, sobald es Neuigkeiten zu Guidos neuem Film „UM DEN TIGER“ gibt.