Monatsarchive: August 2017

Internet-Fundstücke

Moin Moin aus der Regenhölle von Hammerfest. Es schüttet jetzt seit knapp 30 Stunden ohne Pause und so langsam schwindet der Glauben, dass sich das irgendwann nochmal ändert. Aber Spaß beiseite. Alles gut soweit. Ich stehe nach wie vor am Schwimmsteg in der rechten Ecke des Hammerfester Hafens und harre der Dinge die da kommen. Leider ist es gerade nicht nur sehr nass, sondern auch kalt. Die Temperaturanzeige an der Hauswand gleich neben mir durchbricht nur selten die 7 Grad Celsius Marke. Nachts geht’s gerne auch mal auf 4 bis 5 Grad runter. Nur gut, dass ich doch noch Strom organisieren konnte und so der Heizlüfter verhindert, dass ich nachts den arktischen Heldentod sterben muss. Der Wind lässt nach ebenfalls gut 30 Stunden nun langsam etwas nach. Wirklich viel kam hier im Hafen Gott sei Dank davon nicht an. Draußen muss es mit bis zu 30 Knoten aber ganz schön dengeln. Gerade in dem nach Südwest verlaufenden Fahrwasser kommt es da mit Düse und Fallwinden sicher zu ganz schönen Kapriolen. Aber der Wind ist gar nicht das Ding, ich habe gerade ehrlich gesagt einfach keinen Bock auf einen weiteren Tag unter der Eisdusche. Ich bin froh, Boot und Inhalt gerade mal wieder halbwegs trocken zu haben. Dann warte ich lieber noch bis morgen. Dann wird’s zwar mit dem Wind wieder schwierig, aber dafür soll wenigsten der Regen nachlassen. Segeln wäre selbst gestern und heute trotz ordentlicher Brise schwer geworden, da es in den Fjorden immer wieder zu Abschattungen, Kapeffekten und so weiter kommt. Das bedeutet, man muss im Grunde durchgehend auf standby sitzen, um auf die andauernden Änderungen der Bedingungen zu reagieren. Langer Rede kurzer Sinn, ich bleibe heute noch hier und werde morgen Richtung Hasvik starten. Einem kleinen Fischerhafen etwa 35 Seemeilen von hier entfernt. Dort will ich dann eine Nacht verbringen, um dann weiter nach Skjervoy zu fahren. Das liegt bereits außerhalb der Finnmark und ich bin dann ab sofort in der Troms-Region. Tromsoe soll dann auch das nächste Ziel sein, bevor ich die Lofoten in Angriff nehmen will. Ich habe mir übrigens eben mal den Spaß gemacht und mal nach den Temperaturen in Bergen geschaut. Dort sind es gerade über 20 Grad, während hier oben die Milch gerinnt. Der Hammer was das ausmacht. Heute Abend ist hier dann wohl auch noch die große Party mit Livemusik auf einer fetten Bühne und allerlei Tamtam. Bin mal gespannt. Die Soundchecks laufen jedenfalls seit gestern und lassen Carpe unter den mächtigen Bässen erzittern. Datt wird dann wohl ne Nacht mit Ohrstopfen :-).

Ja und dann habe ich in den letzten Tagen immer wieder mal Mails vom Thomas Neumann bekommen, der mich mit Bildern von Webkameras aus dem Internet versorgt hat. So gibt es jetzt also tatsächlich auch mal ein paar Schnappschüsse von Carpe und mir „von außen“. Genauer gesagt aus Vardoe, Honningsvag und Batsfjord. Klasse Thomas, vielen Dank für deine Mühe. Ahoi !

Und noch ein Web-Gimmick, den ich euch nicht vorenthalten möchte hat mich erreicht. Es gibt nämlich eine sehr schöne Panorama-Webcam von Hammerfest. Wenn ihr ganz genau hinschaut, findet ihr Carpe und mich ganz unten links in der Ecke, hinter den roten Dächern. Danke für den Link Stephan Leiner.

Zur Webcam hier klicken

Wilfried Erdmann in Hamburg

Erdmann an Bord seiner "Kathena nui"

Wilfried und Astrid Erdmann sind nach Schottland gesegelt. Ein Törn, der für beide zum Abschied vom Langfahrtensegeln geriet – nachzulesen in einem neuen Buch

Eine der zwei tollsten Segeltöchter der Welt

MARLIN@Örö.fi

“Sag mal Juha. Was ist denn Dein Special where to go, auf dem Weg durch die Schären von Helsinki nach Stockholm?“ Mein neuer Freund Juha steht vor der 20 Meter Finnischen millionenschweren Motoryacht deren Captain er beruflich ist; sieht mich an. „Örö. Da wird es Dir gefallen. Deinen Kindern. Deiner Frau. Nettes Restaurant. Warte ich zeig es Dir mal.“ Juha zückt sein altes iPhone und zeigt mir in Navionics die Umriss von Örö.

Juha ist schon ein paar Tage her. Gerne hätte ich Juha ein bisschen näher kennengelernt. Aber wie das so ist: Zeit ist eine andere Dimension für mich geworden. Damit gehe ich nicht mehr so leichtfertig um. Geht auch gar nicht. Wir müssen Mitte der nächsten Woche in Stockholm sein. Am Montag kommt meine kleine Lena aufs Gymnasium. Ne. Das geht eigentlich gar nicht. Ich will nicht das meine Lena groß und erwachsen wird.

Auf dem Steg wo auch Juha in Helsinki gelegen hat, habe ich Nathalie gebeten mir die Wolle vom Kopf zu rasieren. Auf meinem Kopf ist das reinste Gewächshaus, viele Haare, dicke Haare und dunkle Haare, aber lockige Haare und Unmengen von Wirbeln. Ich habe in kürzester Zeit wie Max und Moritz / Der Struwwelpeter von Wilhelm Busch ausgesehen. Also. „Nathalie. Stell mal 8mm ein und dann runter mit der Wolle.“ Die Wolle schwimmt langsam an der glatten Oberfläche leewärts durch das Hafenbecken von Helsinki. Hier, wo mich Holger vor gut zwanzig Jahren und ein bisschen meer mit dem Segelvirus angefixt hat.

Kurzhaarig schaue ich heute Morgen in den Spiegel. MARLIN motort. Meine Frauen an Bord. Es regnet. Rechts Schären. Links Schären. Ich muss an Patagonien denken. Ich klemme mich hinter die Klappe des Laptops. Mails, Termine, Rechnungen, Absprachen, Organisation. Ein Eimer voll mit Arbeit ist die MARLIN geworden. Eine Firma. Ein Geschäft. 50 Meilen motoren wir innerhalb der Schären nach Westen. Es regnet, deshalb ist es auch egal. Wir müssen Strecke machen, es ist uns egal dass kein Wind ist. Freundschaftsbänder. Ich installiere VNC, damit man die doppelte Navigation vom Bordrechner auch oben auf dem iPad hat. Scheiß Dosen Software. Immer dieses Rumgefummel.

Am frühen Abend laufen wir in Örö ein. Schon von weitem versprüht diese Insel eine ungemeine Gelassenheit. Fast schuldig machend ruft sie einem zu: „Warum bist Du erst um die ganze Welt gesegelt ohne mich zu kennen?“ Eindeutig eine weibliche Insel. Auch bis vor ein paar Jahren noch militärisches Speergebiet, jetzt Naturschutzgebiet und Teil des Archipelago National Park.

Wir legen an, ich mache einen Aufstopper und nix geht mehr. Die Motorsteuerung ist gebrochen. Schalten geht noch, aber Gas geben ist nix mehr. Hab ich schon zig mal geträumt von, dass eine Motorsteuerung als Ersatz an Bord sein sollte. Hätte. Hätte. Jetzt kann ich mir was einfallen lassen. Wahrscheinlich muss ich Lena trainieren, dass sie im Motorraum die richtige Drehzahl an der Diesel-Injektorpumpe einstellt. Irgendwie wird es schon gehen. Aber wir vertagen das Thema erst mal auf morgen. Die Sauna ist wichtiger und die Sauna von Örö ist so ziemlich die genialste Sauna, die mir jeh untergekommen ist. Einfach schön gestaltet, mit einem Fenster, mit Blick auf die Schären, mit eigenem Steg mitten in die Ostsee. Sogar unsere Kinder kommen heute mit in die Sauna und sind begeistert. Fortschritte. Echte Fortschritte und dazu noch warme Fortschritte.

 


 

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

 

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Extreme Sailing Series: Alinghi holt auf in Wales – Live-Übertragung am Sonntag und Montag

Extreme Sailing Series - Act 6 - Cardiff

Beim 6. von acht Akten der Extreme Sailing Series im walisischen Cardiff muss Alinghi gewinnen, wenn das Team noch eine Siegchance in der Gesamtwertung haben will. Genauso sind die Schweizer gestartet. Weiterlesen

Keine lahme Ente

AWO Etap 28i gebrauchtboottest  - 58: <p>
	Volle Fahrt: Selbst bei Windst&auml;rke sechs auf dem IJsselmeer vermittelt die Etap noch viel Sicherheit. Das liegt auch an der gesch&uuml;tzten Plicht</p>

Segelspaß ist mit der durchaus sportlichen Etap 28i garantiert, auch unter Deck zeigt die unsinkbare Belgierin Größe. Der Gebrauchtboot-Test im PDF-Download

Grant Dalton: Isle of Man Motorrad-Crash überlebt

Die Segelwelt wartet gespannt darauf, was sich die Neuseeländer für den nächsten America’s Cup ausdenken. Und was macht Kiwi-Boss Grant Dalton? Er setzt sein Leben bei einem gefährlichen Hobby aufs Spiel. Weiterlesen

Laser Radial WM: Svenja Weger ist zurück – Deutsche Frauen Power auf dem IJsselmeer

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Vor drei Jahren holte Svenja Weger im zarten Alter von 20 Jahren sensationell den EM-Titel im olympischen Laser Radial, tauchte dann aber ab. Nun ist sie zurück und hat eine große Schwäche ausgebügelt. Weiterlesen

Die 7 Königreiche

Die Isle of Man gefällt mir so gut, dass ich beschließe mir noch einige weitere Ecken anzusehen. So mache ich mich dann auf den Weg rund um die Insel in die Hauptstadt Douglas. Ich kann mein Glück kaum fassen, dass das Wetter mir das erste Mal seit Schottland zwei schöne Frühlingssegeltage (Für das Attribut „Sommer“ ist es einfach auch heute viel zu kalt) hintereinander erlaubt. So geht es ganz entspannt vom Tidenstrom getragen zunächst an der Ostküste der Insel entlang bis zum Ayre Point, der Nordspitze der Isle of Man. Irgendwie erinnert mich das hier alles ein wenig an Bornholm. Die schroffe felsige Küste, einige Felder und Weälder und vereinzelte Hütten. Wirklich schön anzusehen.

Ayre Point erreiche ich pünktlich zum Stillwasser. Das ist auch besser so, denn hier verwirbeln sich alle Wassermassen die weiter in Richtung Liverpool strömen wollen. Jetzt aber ist es friedlich und ich kann den Ausblick auf  Den Leuchtturm und das gigantische Nebelhorn daneben werfen. Bei passenden Bedingungen soll man das Ding angeblich über 30 SM weit hören können…

Weit an Backbord gibt es auf einmal eine Wasserfontäne. Schnell greife ich das Fernglas und erblicke tatsächlich… einen Minkwal! Leider bleibt er nicht lange und so wende ich meinen Blick wieder nach Backbord und genieße die immer felsiger werdende Landschaft. Eigentlich komisch, würde man die schroffere Küste doch auf der Luvseite, hier der Westseite erwarten. Dinge über die man sich beim Segeln Gedanken macht… Aus solchen merkwürdigen Gedanken werde ich aber schnell wieder heraus gerissen. Hinter mir spritzt das Wasser wieder auf. Dieses Mal ist es aber kein Wal, sondern schon wieder eine Schule Delphine! In einer langgezogenen Kurve nähern sie sich tierisch schnell von Achtern. Fast wie ein Geschwader Kampfjets. Sie schießen in wenigen Zentimetern Abstand am Boot vorbei, springen hoch und tauchen wieder unter der Bugspitze durch. Zumindest von den Bewegungen her ist der Kampfjetvergleich gar nicht mal so daneben gegriffen… Vor der Kullisse mit Felsen, Feldern, Knicks und britischen Herrenhäusern ist das ganze noch mal schöner als neulich in der Irischen See.

Irgendwann am Abend komme ich dann in Douglas an. Auch hier weiß ich schon lange vorm Anlegen genau meine Liegeplatznummer, mit welcher Seite angelegt wird und alles andere wichtige. Ich finds echt erstaunlich wie gut die Häfen hier nur durch ein bisschen Funkerei organisiert sind. Könnte an der Ostsee auch manches Hafenkino ersparen… Dafür hat der Hafen allerdings auch die abstoßendsten Sanitäranlagen aller meiner bisherigen Reise. Ausdrücklich inklusive Osteuropa.
In Douglas mache ich erstmal einen kleinen Zug durch die Gemeinde. Die Stadt ist heutzutage bekannt als Steuerparadies. Nebenbei ist sie aber auch bereits seit dem 19. Jhdt. ein typisch viktorianisches Seebad mit Promenade, Strand und gesellschaftlichem Leben. Als die Cote d´azur noch zu weit weg war reiste die Londoner Gesellschaft nach Douglas. Dementsprechend prachtvoll sieht es hier an einigen Ecken auch noch aus.

Sogar eine Pferdekutsche fährt hier noch an den alten Prachtbauten entlang. Ich informiere mich mal kurz und steige ein. Die Kutsche fährt hier nicht nur als Touristenattraktion sondern ist ernsthaft eine städtische Buslinie. So kostet der Spaß dann auch nur wenige Pfund. Von dort geht es weiter mit dem öffentlichen Nahverkehr. Hier gibt es nämlich eine uralte Straßenbahn, die der Küste entlang bis auf den höchsten Berg der Insel fährt. Perfekt um einen tollen Eindruck der Landschaft zu bekommen. Das über 100 Jahre alte Gefährt fährt dann auch gar nicht auf der Straße sondern auf engen gewundenen Schienen durch die Dörfer. Fühlt sich fast an wie ne Zugfahrt durch den Märchenwald im Freizeitpark. Ich steige auch mal aus, streife durch die Dörfchen, mache dem Pub meine Aufwartung, und nehme einfach den nächsten Zug weiter.

Das Highlight kommt aber noch: Am Ende quält sich die aus allen Rillen knarzende Bahn auf den höchsten Punkt der Insel hoch. So hoch, bis kein einziger Baum mehr auf dem Rasen steht. Nur noch Schafe und Steine. Nun lohnt es sich aber gleich doppelt, dass heute ein schöner Tag ist. Bei klarer Sicht kann man von hier oben nach einer alten Sage der Manxmen nämlich 7 Königreiche von einem Ort aus entdecken. Und tatsächlich, ich kann sie alle erblicken: Das Königreich der Isle of Man, Irland, Schottland, England, Wales, das Königreich des Himmels und der See.
Spaß beiseite, der Blick ist wirklich einmalig. Von Liverpool in England  kann man über die gesamte Irische See bis nach Irland und zum Mull of Kintyre in Schottland schauen. Neben dem Blick über die Isle of Man natürlich. Stundenlang könnte ich hier oben bleiben und hätte immer noch nicht alles gesehen. Erst den letzten Zug zurück nach Douglas nehme ich dann und es geht zurück durch die Landschaft. Wer sich diese kleine Tour entgehen lässt war nicht auf der Isle of Man sagt der Hafenmeister, und nach diese Tag glaube ich ihm auch. Die Isle of Man war wirklich ein lohnenswerter Abstecher und ein ganz besonderes Törnziel. Und der Landgang heute hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt.

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Eine Geschichte von Piraten, Töpfen und Pfannen, Kerben im Baum und Stress, manchmal zuviel Stress. Der junge Franzose Erwan le Draoulec könnte die Serienwertung der Mini Transat gewinnen. Weiterlesen

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Wird das die neue Seascape 14?: <p>
	Wird das die neue Seascape 14?</p>

Nach Informationen von YACHT online wird Seascape in wenigen Wochen eine neue, für den Autodach-Transport geeignete Gennaker-Jolle präsentieren

Countdown zum Rennen nach Petersburg

Club Swan 50 Nautor segeln 2016 PR_295: <p>
	Gesegelt wird das Rennen auf neuen ClubSwan 50 One Design</p>

Am Samstag beginnt das Nord Stream Race, bei dem auch eine deutsche Crew von Deutschem Touring Yacht-Club und SKWB startet

J Class Worlds: Sechs Yachten-Legenden in Newport – Deutsche “Topaz” mit zweitem Sieg

J Class

Die erste Neuzeit-WM der sechs J-Class-Yachten in den historischen America’s Cup Gewässern generiert die erwartet starken Bilder, aber unerwartet spannende Rennen. Weiterlesen