Monatsarchive: Januar 2017

Wieder zu Hause auf’m Kutter

Besuch aus Düsseldorf.

Oma ist da und hat ihren bekannten Hermann mitgebracht. In unserem Flensburger Chaos haben wir leider kein Gästezimmer. Doch. Wir haben ja unser schwimmendes Domizil. Also zieht Oma ein. Hermann auch. Nicht für immer, aber für ein paar Tage. Ich mag es ja wenn Gäste auf der MARLIN sind. Ob es Bekannte, Verwandte oder nette Airbnb Gäste sind ist mir dabei egal. Ja, es dürften bei uns auch Gäste aus Irak und Iran sein. Wir sehen das nicht so wie der neue amerikanische Präsident.

Zwei Lachsforellen fängt Nathalie fast selbst. Sie geht in den Fischladen. Wieder so ein Vorteil, wenn man am Meer lebt. Nicht nur einen Liegeplatz für unsere Arche Micha haben wir, sondern eben auch den Fischladen um die Ecke. Fischers Fritz fängt frische Fische und ich krame den Räucheröfen aus der Kleiderkammer, eine Handvoll norwegisches Räuchermehl und nach 40 Minuten gibt es geniale selbstgeräucherte Lachsforellen. Da strahlen die Gesichter als wenn es Weihnachten wäre. Ist es ja auch irgendwie. Ich strahle auch. Habe auch jede Menge Grund das zu tun. Ich lebe.

Willst Du auch geräucherten Fisch? Und die MARLIN segeln? Übernächstes Wochenende gehen unsere Schnuppersegelntörns los. Am 17. Februar sind noch zwei Plätze frei. Mareike ist auch dabei. Die hat was zu erzählen und ich? Ich kann ja mein Maul eh nicht halten. Du bist dabei.

Im Glüxpiraten Segeltalk

Danke an die Glüxpiraten für dieses tolle Interview!! Ich hätte noch stundenlang weitermachen können… Tolle Idee, und es gibt viele interessante Podcasts kostenlos auf der Seite der Glüxpiraten. Unbedingt mal reinhören!

http://gluexpiraten.de/gst009-interview-mit-claus-aktoprak/

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DIE BOOT 2017. Der große Traum. Vom neuen Boot.

Live von der BOOT in Düsseldorf ein paar Eindrücke.

Nein. Sozialist war ich nie. Eher von der Sorte „Leben und leben lassen“. Aber wenn ich so durch Hallen mit den GFK-gewordenen Träumen der Serienhersteller schlendere, dann komme ich doch auf der diesjährigen BOOT etwas in die Krise. Eine nette 37er? Findet man noch bei dem mittlerweile etwas angestaubt wirkenden HALLBERG-RASSYs. Oder bei den – naja – etwas niedrigpreisigen DUFOURS. Schreitet man durch die Halle, gibts den Kunden fürs mittlere Segment wohl nicht mehr wirklich. Oder man überlässt ihn den kleineren Werften, den SARRES, den SIRIUS‘, den SCHÖCHLs.

Stattdessen suchen die großen Massenhersteller der vergangenen Jahre ihre Zukunft in schierer Größe. Man findet bekannte Namen, versehen mit großen Zahlen. Ein namhafter Franzose mit 63 Fuß. HANSE mit deutlich über 60 Fuß. OYSTER sowieso seit je her. JEANNEAU mit 64 Fuß. Kann das gutgehen? Wenn Hersteller, die man für ihre Billigproduktion schätzte (gerade letzterer), plötzlich am großen Kuchen des neuen Geldes mitknabbern wollen? Oder geht nur noch da was?
60-Fuß-Yachten von bekannten Serienwerften also überall. Steht es so um die Welt? Nach „Make America great again?“ nun auch „Make boats great again?“
„Gekauft wird ein Boot mehr und mehr auf der Messe, nicht mehr auf dem Wasser.“, sagt der Vertriebsmann eines der vertretenen Hersteller. Gekauft wird nach Raumeindruck, heißt das. Nach dem, was man auf einer Messe als echt großzügige Innenraumgestaltung empfindet. Nicht danach, was man eigenhändig noch zwischen den Dalben eines nordadriatischen Hafens anlegen kann. Nein, Größe ist gefragt. Aber – wenn ich den Gedanken weiterspinne – was sagt das über den Zustand der Welt? Vorbei mit „Wohlstand für alle?“ Oder frißt einfach nur ein gewaltiges Überangebot auf dem Gebrauchtbootmarkt die Kunden weg, bevor sie auf der BOOT sich für einen der neuen Familiensegler zwischen 35 und 40 Fuß entscheiden können? Ich wünschte, ich wäre klüger und wissender, als ich es bin. Dann wüsste ich auch: Wohin diese Welt geht. Nein. Mich machen all diese 60 einfach nur ratlos, was da gerade passiert in der Welt.
Und dann das da: Eine ranke Schönheit. 50 Fuß lang. Kielhöhe knapp vier Meter. Zwei dürre Ruderflossen im Heck, die aussehen wie die kurzen Stummelflossen der gierig-schönen Jäger, die ich des Sommers gelegentlich an der Schleppangel habe: der schnellen blauen Makrelen. Schlanker Decksaufbau. Alles, aber auch wirklich alles an dieser Schönheit signalisiert Schnelligkeit. Und noch einmal: Wir reden über 50 Fuß Länge. Satte 15 Meter. Aber das: Ist erst der Anfang.
Denn das Ganze ist Spielzeug der Extraklasse. Accessoire, was es nicht auf den Edelmeilen der Welt zu kaufen gibt. Und beim Ferrari-Händler um die Ecke auch nicht. Ein edler Rennschlitten für die kleine sommerliche Ausfahrt zu zweit mal schnell die Adria runter. Und dann rechts abbiegen nach Sizilien. „Die macht 20 Knoten – wenn Du es willst“, sagt Fortunato, und er muss es wissen, denn er macht den Vertrieb an der Adria.
Wer nun erwartet, dass im Inneren der Swan geschmackloser Protz herrscht: Weit gefehlt. Die Doppelkabine im Bug ist schlicht. Einfache Holzoberflächen. Die großen Schubladen unter dem Bett mit Ledergriffen – wie zu Studentenzeiten. Aber nicht aus Kostengründen, nein nein. Gewicht ist bei dieser Schönheit alles. Wir werden noch öfter darauf zu sprechen kommen.
Und was ist das da, was da vorne in der Eignerkabine ledergesäumt von der Decke hängt? Ein  Hängeklo? Ein tragbarer Schrankkoffer? Irgendwas, um jemand Ungeliebten ganz kurz mal wegzustellen? Nein. Es ist der Schrank für die Dame des Hauses, ein Leichtgewicht wie vermutlich sie selbst. Und wenns mal wirklich auf jedes Gramm ankommt: Dann hängt man das Ganze einfach aus.

Es geht weiter in der Welt der Wunder, die SWAN da in Schiffsform auf die Messe gestellt hat. Ein Bodenbrett, das ich da in der Hand halte, na klar. Und? Was wiegt es? Sie haben 30 Sekunden. Nein falsch. Das zentimeterdicke Bodenbrett, das ich da in der Hand halte, ist ungefähr so schwer wie eine Frisbee-Scheibe. Es wiegt keine 30 Gramm. Das ganze Wunderwerk ist vom Innenausbau dünnste Furniere auf leichtestem Trägermaterial. Außenwände und Schiffsrumpf komplett in Kohlefaser. Aber wir wollen ja nicht angeben – drum ist weißes Gelcoat drauf. Und so wiegt das ganze Mirakel in weiß gerade mal ein Drittel dessen, was eine handelsübliche 15-Meter-Serienwerft auf die Waage bringt.
Einen kleinen Punktabzug, aber nur einen klitzekleinen, gibts dann auch nur für die Bordküche. Die erinnert in etwa an eine moderne Office-Teeküche, und das nicht nur, was ihre Größe angeht. Sie ist nicht nur so klein gehalten, damit im schweren Seegang wirklich keiner beim Kochen umfallen kann, sondern – ja: Gewicht! Nein. Geschlemmt wird hier an Bord nicht. Sondern im Hafen.
Aber fragen wir jetzt nach solchen Petitessen, in welchen Adriahäfen man denn das 4-Meter-Tiefgang-Schmuckstück an welchem Schlängel rückwärts einparken kann. Fragen wir nicht, was diese nackte Schönheit denn kosten mag. Damit befassen wir uns nicht. Sagen wir einfach: Dass SWAN da etwas WIRKLICH Beeindruckendes und Innovatives geschaffen hat.
Nein. Sozialist war ich nie. 
PS: Das netteste Detail des Schiffes, was mich am meisten entzückte, das entdecke ich dann am Bug. Wo die Kräfte der SWAN zusammentreffen im Bug ist alles Edelstahl. Bis auf eines: Die Ankerkette. Die ist verzinkt. Weil… ja, vermutlich weil: Edelstahlketten zwar schöner in den Ankerkasten fallen, aber deutlich bruchanfälliger sind als verzinkte. Nein. Wie hübsch.
Jetzt neu. Und nein. Mein neues Buch ist braver als dieser Artikel:

Im Sommer 2016 umsegelte ich auf LEVJE Sizilien.
Dies ist der Reisebericht. Und die Beschreibung eines Segelsommers 
und einer Reise um eine Insel, die ihresgleichen sucht.
Mit Anhang für Segler mit „Do’s & Don’ts“, Häfen, Marinas, Internet.

JETZT als erschienen als PRINT oder als eBook ab € 9,99
sowie in jeder Buchhandlung oder bei AMAZON.

DIE BOOT 2017. Der große Traum. Vom neuen Boot.

Live von der BOOT in Düsseldorf ein paar Eindrücke.

Nein. Sozialist war ich nie. Eher von der Sorte „Leben und leben lassen“. Aber wenn ich so durch Hallen mit den GFK-gewordenen Träumen der Serienhersteller schlendere, dann komme ich doch auf der diesjährigen BOOT etwas in die Krise. Eine nette 37er? Findet man noch bei dem mittlerweile etwas angestaubt wirkenden HALLBERG-RASSYs. Oder bei den – naja – etwas niedrigpreisigen DUFOURS. Schreitet man durch die Halle, gibts den Kunden fürs mittlere Segment wohl nicht mehr wirklich. Oder man überlässt ihn den kleineren Werften, den SARRES, den SIRIUS‘, den SCHÖCHLs.

Stattdessen suchen die großen Massenhersteller der vergangenen Jahre ihre Zukunft in schierer Größe. Man findet bekannte Namen, versehen mit großen Zahlen. Ein namhafter Franzose mit 63 Fuß. HANSE mit deutlich über 60 Fuß. OYSTER sowieso seit je her. JEANNEAU mit 64 Fuß. Kann das gutgehen? Wenn Hersteller, die man für ihre Billigproduktion schätzte (gerade letzterer), plötzlich am großen Kuchen des neuen Geldes mitknabbern wollen? Oder geht nur noch da was?
60-Fuß-Yachten von bekannten Serienwerften also überall. Steht es so um die Welt? Nach „Make America great again?“ nun auch „Make boats great again?“
„Gekauft wird ein Boot mehr und mehr auf der Messe, nicht mehr auf dem Wasser.“, sagt der Vertriebsmann eines der vertretenen Hersteller. Gekauft wird nach Raumeindruck, heißt das. Nach dem, was man auf einer Messe als echt großzügige Innenraumgestaltung empfindet. Nicht danach, was man eigenhändig noch zwischen den Dalben eines nordadriatischen Hafens anlegen kann. Nein, Größe ist gefragt. Aber – wenn ich den Gedanken weiterspinne – was sagt das über den Zustand der Welt? Vorbei mit „Wohlstand für alle?“ Oder frißt einfach nur ein gewaltiges Überangebot auf dem Gebrauchtbootmarkt die Kunden weg, bevor sie auf der BOOT sich für einen der neuen Familiensegler zwischen 35 und 40 Fuß entscheiden können? Ich wünschte, ich wäre klüger und wissender, als ich es bin. Dann wüsste ich auch: Wohin diese Welt geht. Nein. Mich machen all diese 60 einfach nur ratlos, was da gerade passiert in der Welt.
Und dann das da: Eine ranke Schönheit. 50 Fuß lang. Kielhöhe knapp vier Meter. Zwei dürre Ruderflossen im Heck, die aussehen wie die kurzen Stummelflossen der gierig-schönen Jäger, die ich des Sommers gelegentlich an der Schleppangel habe: der schnellen blauen Makrelen. Schlanker Decksaufbau. Alles, aber auch wirklich alles an dieser Schönheit signalisiert Schnelligkeit. Und noch einmal: Wir reden über 50 Fuß Länge. Satte 15 Meter. Aber das: Ist erst der Anfang.
Denn das Ganze ist Spielzeug der Extraklasse. Accessoire, was es nicht auf den Edelmeilen der Welt zu kaufen gibt. Und beim Ferrari-Händler um die Ecke auch nicht. Ein edler Rennschlitten für die kleine sommerliche Ausfahrt zu zweit mal schnell die Adria runter. Und dann rechts abbiegen nach Sizilien. „Die macht 20 Knoten – wenn Du es willst“, sagt Fortunato, und er muss es wissen, denn er macht den Vertrieb an der Adria.
Wer nun erwartet, dass im Inneren der Swan geschmackloser Protz herrscht: Weit gefehlt. Die Doppelkabine im Bug ist schlicht. Einfache Holzoberflächen. Die großen Schubladen unter dem Bett mit Ledergriffen – wie zu Studentenzeiten. Aber nicht aus Kostengründen, nein nein. Gewicht ist bei dieser Schönheit alles. Wir werden noch öfter darauf zu sprechen kommen.
Und was ist das da, was da vorne in der Eignerkabine ledergesäumt von der Decke hängt? Ein  Hängeklo? Ein tragbarer Schrankkoffer? Irgendwas, um jemand Ungeliebten ganz kurz mal wegzustellen? Nein. Es ist der Schrank für die Dame des Hauses, ein Leichtgewicht wie vermutlich sie selbst. Und wenns mal wirklich auf jedes Gramm ankommt: Dann hängt man das Ganze einfach aus.

Es geht weiter in der Welt der Wunder, die SWAN da in Schiffsform auf die Messe gestellt hat. Ein Bodenbrett, das ich da in der Hand halte, na klar. Und? Was wiegt es? Sie haben 30 Sekunden. Nein falsch. Das zentimeterdicke Bodenbrett, das ich da in der Hand halte, ist ungefähr so schwer wie eine Frisbee-Scheibe. Es wiegt keine 30 Gramm. Das ganze Wunderwerk ist vom Innenausbau dünnste Furniere auf leichtestem Trägermaterial. Außenwände und Schiffsrumpf komplett in Kohlefaser. Aber wir wollen ja nicht angeben – drum ist weißes Gelcoat drauf. Und so wiegt das ganze Mirakel in weiß gerade mal ein Drittel dessen, was eine handelsübliche 15-Meter-Serienwerft auf die Waage bringt.
Einen kleinen Punktabzug, aber nur einen klitzekleinen, gibts dann auch nur für die Bordküche. Die erinnert in etwa an eine moderne Office-Teeküche, und das nicht nur, was ihre Größe angeht. Sie ist nicht nur so klein gehalten, damit im schweren Seegang wirklich keiner beim Kochen umfallen kann, sondern – ja: Gewicht! Nein. Geschlemmt wird hier an Bord nicht. Sondern im Hafen.
Aber fragen wir jetzt nach solchen Petitessen, in welchen Adriahäfen man denn das 4-Meter-Tiefgang-Schmuckstück an welchem Schlängel rückwärts einparken kann. Fragen wir nicht, was diese nackte Schönheit denn kosten mag. Damit befassen wir uns nicht. Sagen wir einfach: Dass SWAN da etwas WIRKLICH Beeindruckendes und Innovatives geschaffen hat.
Nein. Sozialist war ich nie. 
PS: Das netteste Detail des Schiffes, was mich am meisten entzückte, das entdecke ich dann am Bug. Wo die Kräfte der SWAN zusammentreffen im Bug ist alles Edelstahl. Bis auf eines: Die Ankerkette. Die ist verzinkt. Weil… ja, vermutlich weil: Edelstahlketten zwar schöner in den Ankerkasten fallen, aber deutlich bruchanfälliger sind als verzinkte. Nein. Wie hübsch.
Jetzt neu. Und nein. Mein neues Buch ist braver als dieser Artikel:

Im Sommer 2016 umsegelte ich auf LEVJE Sizilien.
Dies ist der Reisebericht. Und die Beschreibung eines Segelsommers 
und einer Reise um eine Insel, die ihresgleichen sucht.
Mit Anhang für Segler mit „Do’s & Don’ts“, Häfen, Marinas, Internet.

JETZT als erschienen als PRINT oder als eBook ab € 9,99
sowie in jeder Buchhandlung oder bei AMAZON.

Abrechnung mit der Realität

Trump. Das geht hier ja nun mal gar nicht.

“Schatz. Da kann mir einer nen Sack Gold auf den Tisch stellen für die MARLIN, es wäre mir egal.“ Zwei Minuten Fernseh-Nachrichten reichen aus um sich der Bedeutung eines schwimmenden Fluchtmittels „Segel-Yacht“ bewusst zu werden. Anstatt Mitsegeln auf der Ostsee, werden wir wohl bald eher das Projekt Arche Wnuk-Müller starten, unsere Kinder, ausgewähltes Hab und Gut zusammensammeln und die Reise auf den gegenüberliegenden Punkt der Erde, von Washington US als Wegpunkt ins GPS programmieren. Das dürfte dann das Minerva Riff zwischen Fiji und Neuseeland sein oder alternativ die Gambier Inseln im südlichen Pazifik. Du lachst. Mir ist das gar nicht so fern und unrealistisch.

Der Besuch der Düsseldorfer Messe bremst mich in meiner schreiberisch, kreativen Energie aus, wie die Betonwand einer Crashtest Anlage für Autos. Ich fühle mich wie ein Dummy konfrontiert mit der Realität. BUMM! Am Freitag beende ich meine letzte Chemotherapie im Kampf gegen meine Leukämie, schon stehe ich statt wie in der Reha, mich mit Gleichkranken über meiner Prostata Probleme unterhaltend, auf der BOOT Messe und treffe Menschen, Freunde, Mitfühlende, Kollegen aber auch Kontroverse. Wie gehe ich am besten mit meiner Krankheit, dem Gift der letzten sechs Monate, um? Meine Haare wachsen wieder, mein total traktiertes Kurzzeitgedächtnis nimmt zeitweise wieder den Normalzustand ein, mit jedem Liter Urin und Ausscheidungen von Gift, bekomme ich Kraft und Lebendigkeit wieder. Menschliches und Gefühlsmäßiges Highlight des Delius Klasing Autorentreffs sind eindeutig die Seenormaden Doris und Wolf. Punkt 22 Uhr randalieren meine Blutwerte. War wohl ein bisschen viel. Jetzt mal schnell nach Hause und ab auf die Heizung bei Freund Guido, der mir mit seinem Heim und seinem Sofa die Insel zu meinen etwas abenteuerlichen Ausflügen in die Realität für die Nächte in Düsseldorf ist. Mein Weg führt nah am Krankenhaus vorbei. „Soll ich vielleicht doch noch schnell einen Bluttest machen lassen?“ Meine Knie zittern. „Nein. Eine stationäre Aufnahme, eine Nacht im Krankenhaus. Nein, dass brauche ich grade irgendwie nicht. Ich muss mich entscheiden die Steuerung meiner Gesundheit wieder selbst zu übernehmen und dies meinem Körper auch mitzuteilen.“ Ihr wollt es wissen, ich will es mitteilen. Ich bin gesund. Alle drei Monate kommt nun der Eiertanz. Knochenmarkpuktion. Ist diese mit mit für mich positivem Befund für ein Jahr, steigt der exponentielle Gesundheitszustand bis auf 80% nach dem ersten Jahr, ist diese mit negativem Befund geht der ganze Scheiß wieder von vorne los. Let’s play survive. Die beste Reha für mich wird die MARLIN sein. Da bin ich mir sicher.

Zurück zu Trump. Was fällt uns dazu noch ein? Was haben wir von einem Staat zu halten, der so einen Politiker zu seinem Präsidenten auserwählt? Zum Wegrennen ist es. Peinlich für unsere Kinder. Dieser Mensch macht mich und Millionen von Menschen traurig, macht uns Angst. Wie konnte so etwas passieren? Ist es wirkliche ein Abbild von der Mehrheit der Amerikaner am Tage der Machtübernahme die Erfolge von Obama zu annullieren. Wer ein bisschen in Geschichte aufgepasst hat, sieht Parallelen von 1933. Dabei geht es den Amerikanern doch gar nicht so schlecht. Die Hoffnung das Trump gar nicht so wäre wie er scheint, verfliegt. Er ist genau so wie er auftritt und nun für die Amerikaner entscheidet. Ich kenne keinen Amerikaner der hinter diesem Politiker steht, der so wenig von Politik versteht wie ein Eskimo von Kühlschränken.

Das mithin Beste an meinem Düsseldorf Besuch war der Tag mit meinen Söhnen Lukas und Julian. Wie heißt es so schön: „Blut ist dicker als Wasser.“

Ein neues Buch bei millemari.: EIN SOMMER LANG SIZILIEN.

In den nächsten Tagen berichte ich live von der BOOT in Düsseldorf.

Aber heute: Stelle ich zunächst mein neues Buch vor.

Live aus dem B&B Hotel in Duisburg.

Es ist kalt. Es ist die letzte Woche im Januar. In Düsseldorf ist die BOOT. Und ich bin eben zusammen mit Susanne von millemari. in Duisburg im B&B Hotel eingetrudelt. Es ist 22 Uhr. Und der Blick aus dem Hotel macht die Jahreszeit auch nicht besser.

Unendlich weit weg scheint der letzte Sommer, in dem ich mit LEVJE Sizilien umrundete. Und weil das alles soweit weg ist, bestellt die freundliche Tanja Rosenbaum, Vielleserin und Hotelchefin, für uns erstmal Pizza beim Bringservice. Und etwas Wein. Ein klein wenig Sizilien in Duisburg – wo Sizilien doch weiter nicht weg sein kann.

Und für alle, die das Meer lieben und denen es gerade genauso geht, ist mein Buch. Ein bisschen Sehnsucht nach dem Sommer, dem Blau des Meeres im Süden Siziliens. Ein bisschen Segelgeschichten – darüber wie es ist, von Korfu herüberzusegeln, einen langen Schlag im November, ein Segelabenteuer. Wie es ist, den Winter in einem kleinen Ort in Sizilien zu verbringen. Und im Frühjahr übers Meer ins keine zehn Stunden entfernte Malta aufzubrechen. Wie einen dieses Sizilien allerorten empfängt: Mit seinen Bars. Mit seinem Barock. Mit seiner Einfachheit. Und vor allem: Mit seinem Essen, seiner Lebensart, seinen Menschen. Wie es ist, fünf Monate Zeit zu haben, um jede der Küstenstädte rundrum intensiv zu erleben.

Sizilien, so schreibe ich an einer Stelle, ist eine Reise in das alte Italien. Und das gilt im Guten wie im Schlechten. Das alte Italien, weil Shopping-Malls, Fastfood und Massentourismus noch Lichtjahre entfernt sind. Das alte Italien, weil hier Schönheit und Grobheit, Aufbruch und Hoffnungslosigkeit, Aufrichtigkeit und Selbstsucht eng beieinander liegen wie kaum woanders. Sizilien, an der Peripherie Europas gelegen, ist mehr Europa als anderswo.

Ich gebe zu: Ich habe mich bisschen vernarrt in dieses Sizilien, das manchmal entwaffnend herzlich, manchmal spröde ist. Doch eines war mein Segelsommer in Sizilien immer: Es war spannend und überraschend wie dieses Meer, das Sizilien umgibt: „Du weißt nie, was Du kriegst.“

Und nun ist die Pizza da, in Duisburg, im Winter, nachts um halb elf. Und morgen: Da schreibe ich von der BOOT. Aber nicht, ohne an Sizilien zu denken. Und das Meer.

Im Sommer 2016 umsegelte ich auf LEVJE Sizilien.
Dies ist der Reisebericht. Und die Beschreibung eines Segelsommers 
und einer Reise um eine Insel, die ihresgleichen sucht.
Mit Anhang für Segler mit „Do’s & Don’ts“, Häfen, Marinas, Internet.

JETZT als erschienen als PRINT oder als eBook ab € 9,99
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Ein neues Buch bei millemari.: EIN SOMMER LANG SIZILIEN.

In den nächsten Tagen berichte ich live von der BOOT in Düsseldorf.

Aber heute: Stelle ich zunächst mein neues Buch vor.

Live aus dem B&B Hotel in Duisburg.

Es ist kalt. Es ist die letzte Woche im Januar. In Düsseldorf ist die BOOT. Und ich bin eben zusammen mit Susanne von millemari. in Duisburg im B&B Hotel eingetrudelt. Es ist 22 Uhr. Und der Blick aus dem Hotel macht die Jahreszeit auch nicht besser.

Unendlich weit weg scheint der letzte Sommer, in dem ich mit LEVJE Sizilien umrundete. Und weil das alles soweit weg ist, bestellt die freundliche Tanja Rosenbaum, Vielleserin und Hotelchefin, für uns erstmal Pizza beim Bringservice. Und etwas Wein. Ein klein wenig Sizilien in Duisburg – wo Sizilien doch weiter nicht weg sein kann.

Und für alle, die das Meer lieben und denen es gerade genauso geht, ist mein Buch. Ein bisschen Sehnsucht nach dem Sommer, dem Blau des Meeres im Süden Siziliens. Ein bisschen Segelgeschichten – darüber wie es ist, von Korfu herüberzusegeln, einen langen Schlag im November, ein Segelabenteuer. Wie es ist, den Winter in einem kleinen Ort in Sizilien zu verbringen. Und im Frühjahr übers Meer ins keine zehn Stunden entfernte Malta aufzubrechen. Wie einen dieses Sizilien allerorten empfängt: Mit seinen Bars. Mit seinem Barock. Mit seiner Einfachheit. Und vor allem: Mit seinem Essen, seiner Lebensart, seinen Menschen. Wie es ist, fünf Monate Zeit zu haben, um jede der Küstenstädte rundrum intensiv zu erleben.

Sizilien, so schreibe ich an einer Stelle, ist eine Reise in das alte Italien. Und das gilt im Guten wie im Schlechten. Das alte Italien, weil Shopping-Malls, Fastfood und Massentourismus noch Lichtjahre entfernt sind. Das alte Italien, weil hier Schönheit und Grobheit, Aufbruch und Hoffnungslosigkeit, Aufrichtigkeit und Selbstsucht eng beieinander liegen wie kaum woanders. Sizilien, an der Peripherie Europas gelegen, ist mehr Europa als anderswo.

Ich gebe zu: Ich habe mich bisschen vernarrt in dieses Sizilien, das manchmal entwaffnend herzlich, manchmal spröde ist. Doch eines war mein Segelsommer in Sizilien immer: Es war spannend und überraschend wie dieses Meer, das Sizilien umgibt: „Du weißt nie, was Du kriegst.“

Und nun ist die Pizza da, in Duisburg, im Winter, nachts um halb elf. Und morgen: Da schreibe ich von der BOOT. Aber nicht, ohne an Sizilien zu denken. Und das Meer.

Im Sommer 2016 umsegelte ich auf LEVJE Sizilien.
Dies ist der Reisebericht. Und die Beschreibung eines Segelsommers 
und einer Reise um eine Insel, die ihresgleichen sucht.
Mit Anhang für Segler mit „Do’s & Don’ts“, Häfen, Marinas, Internet.

JETZT als erschienen als PRINT oder als eBook ab € 9,99
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Trans-Ocean e.V. – Update

WENIG NEUES VOM VEREIN MEINE LIEBE SCHOLLE

Uwe Janssen´s ( Yacht ) Beschreibung des Lebens und Treibens des Vereins ist – obgleich 5 Jahre her – unvergessen:

Inhaltlich und ob seines Niveaus – unwesentlich über der Grasnarbe – war der lange gärende Zwist in der Hochseesegler-Vereinigung Trans-Ocean (TO) bis vor wenigen Tagen keinerlei Erwähnung wert. Ödes Vereinsgemeier, Ränkespielchen hier und Vorwürfe dort, der dilettantische Vorstand, keine Kommunikation, kurz: ganz das Übliche – Disput gewordene Langeweile, ein laues Lüftchen im Wasserglas, nicht interessanter als die erbitterte Auseinandersetzung über Ruhezeiten im Kleingartenverein „Meine liebe Scholle“.

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Liegeplatz auf der boot gewinnen

Auch in diesem Jahr gibt’s für Adria-Skipper und solche, die es werden wollen wieder ein Highlight auf der boot Düsseldorf:  Einmal einen gratis Jahresvertrag für einen PREMIUM Liegeplatz auf dem Wasser für die Bootsgröße bis 11,99 x 3,89 Meter (also bis 12 m) gibt’s für den Gewinner des diesjährigen Gewinn-Spiels der ADAC Stützpunktmarina Punat auf der Insel Krk in Kroatien.

Marina Punat

Die ADAC Stützpunktmarina verlost wieder einen Jahresliegeplatz auf der boot.

Die Marina ist die erste Adresse für all jene, die aus Deutschland oder Österreich nach Kroatien fahren. Per Straßenbrücke vom Festland aus oder per Flugzeug über den nur 30 Fahrminutenentfernten Flughafen Rijeka.

Für alle, denen nicht das Los-Glück vergönnt ist, lohnt sich der Besuch am Marina Punat Stand aber trotzdem: 10 Prozent Messerabatt bei Vertragsabschluss auf der boot Düsseldorf bekommen alle, die einen Premium-Jahresliegeplatz im Wasser buchen.

Der Vertragsbeginn soll im Laufe des Jahres 2017 sein.

Die Verlosung findet am Sonntag, den 29. 1. 2017 um 12 Uhr am Stand der Marina Punat in Halle 13 am Stand D 64statt, die Teilnahmebedingungen finden Skipper hier.

boot 2017: Italiens Marinas locken mit Dolce Vita

Lockruf Italien: Dolce Vita und Marina
MP Network jetzt mit deuschsprachigen Costumer Care

 

Marinero MPN

Gäste sind in den MPN Marinas stets willkommen, einen Vorgeschmack können Skipper auf der boot Düsseldorf erfahren.

Das neue italienische Marina Netzwerk lockt die deutschsprachigen Bootsfahrer mit dem einzigartigen Concierge Konzept und einem 30 prozentigen Rabatt auf alle Liegeplätze für die kommende Saison. Pünktlich zur boot wurde darüber hinaus ein deutschsprachiger Kundenservice eingerichtet. Der MPN Costumer Care, in persona Lara Eulenstein,  beantwortet sowohl schriftliche als auch telefonische Anfragen zu Liegeplätzen und Preisen und steht auf der boot für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Tremiti

Aktuell hat MPN Marinas fünf Yachthäfen sowohl an der Adria- als auch an dem Küstenabschnitt der thyrrhenischen Seite unter seine Fittiche genommen, bis 2019 sind weitere geplant:

ADAC Stützpunktmarina dei Cesari, Fano, Marken

Marina di Sveva, Montenero Bisaccia, Molise

Marina Capo d´Orlando, Messina , Sizilien (Eröffnung Sommer 2017)

Marina di Santa Marinella, Santa Marinella, Latium

Porto di Cecina, Cecina, Toscana

Die einzlnen Marinas, das Konzept und die Liegeplatzangebote für die kommende Saison werden im Rahmen der boot an zwei verschiedenen Abenden vorgestellt:

  • Freitag 27. Januar ab 16.30 Uhr – ‚Der Adria-Aperitif‘ mit regionalen Spezialitäten
  • Samstag 28. Januar 16.30 Uhr – ‚Aperitif tyrrhenisches Meer‘ , mit regionalen Spezialiäten

MPN Marinas Costumer Care: Lara Eulenstein, costumercare@mpnmarinas.eu, Telefon +39 338 7161328

SV Shalom – Anna Haubrich GER

MARTINIQUE – ANNAS REVUE – TRAMPEN ZU LAND UND WASSER

22.Januar 2017

Hallo Herr Foerthmann,
Als erstes auch von mir nochmal tausend Dank, dass Sie Christoph „Angie“ gesponnsert haben – sonst wäre diese Reise so gar nicht möglich gewesen.

Zu meiner Reise…

Angefangen hat es mit dem Traum, Costa Rica zu sehen (da war ich 12). Und nach dem Abi war klar, dass ich mir diesen Traum erfüllen wollte. Anfang des Jahres lernte ich dann Joshi kennen, der auch in diese Richtung wollte, allerdings auf unkonventionelle Art: Am besten ohne Geld und nur durch Auto – bzw Bootstop. Da ich generell für alle verrückten und erstmal unmöglich scheinenden Ideen zu begeistern bin, haben wir beschlossen, nach Südamerika zu trampen.

Am 4.10. ging es dann auf der Autobahnraststätte in Grünstadt los. Ich vermute mal, außer uns beiden hatten viele schon Zweifel, dass wir überhaupt bis nach Spanien kommen würden. 24 Stunden später wachten wir in Benidorm an der spanischen Küste auf – wir waren sogar überrascht, wie einfach und schnell wir voran gekommen sind.

In Benidorm wohnten wir dann mit unseren Hängematten 4 Tage hinter einer Raststätte unter Palmen, um auf unser erstes Boot zu warten, welches in ein paar Tagen in Calpe anlegen würde. Dort bestieg ich dann also das erste Mal bewusst ein Segelboot. ( Zuvor war ich mal ein paar Tage auf einem Katamaran zum tauchen und mit der Schulklasse auf dem Ijsselmeer segeln, was mir aber im Vergleich zu dem, was mich erwarteten würde, ziemlich unvorbereitet ließ).

Bernhard, der „Crazy Captain“ (zu dem Sie auch ein ganzes Video auf youtube finden), den wir über Hand – Gegen – Koje ausfindig machen konnten, brachte uns entlang der Küste Spaniens, über Marokko nach Las Palmas, Gran Canaraia. Eine unvergessliche Fahrt, die insgesamt 4 Wochen dauerte, jedoch alle paar Tage Landgang versprach.

In Las Palmas ging für Joshi und mich dann die 2. Etappe los: ein Boot für die Atlantiküberquerung zu finden. Keine zwei Tage später hatten wir einen neuen Skipper, der ebenfalls Bernhard hieß – diesmal aber Franzose war. Mit ihm und der SAUDADE setzten wir nach La Gomera über, wo wir zufälligerweise direkt neben Christoph in der Marina lagen.

Das erste, was ich von ihm und SHALOM sah, war sein alter Windpilot, auf dessen Windfahne groß die Worte “ Gott muss ein Seemann sein“ geschrieben stand. Als ich miterlebt hatte, wie Christoph segelt, wusste ich auch warum, aber dazu später mehr.

Es tat gut, jemanden kennen zu lernen, der noch „verrücktere“ Sachen machte als ich, sich einfach ein Boot zu kaufen und um die Welt segeln zu wollen kam mir völlig absurd vor.

Die nächsten 4 Wochen verbrachten wir also zusammen auf La Gomera. Joshi und ich wohnten auf der SAUDADE, deren Besitzer für einen Monat nach Frankreich geflogen war und uns sein Boot überließ. Wenig später adoptierten wir Albi, ebenfalls ein Reisender auf Bootssuche und erkundeten zu viert die Insel.

Die Zeit verging wie im Flug und irgendwann war es dann für Christoph Zeit, abzulegen, um nicht den Rest seines Lebens in San Sebastian zu verbringen (was er sich sehr gut vorstellen konnte).

Albi, Joshi und ich halfen also kräftig bei den Vorbereitungen: Kopierte Seekarten wurden mit Panzertape zusammengebastelt, der Sextant getestet und der überflüssige Wassertank ausgebaut. Nachdem der alte 2 Takt Motor dann zum x – ten Mal wieder zusammengebastelt war, fehlte nur noch das Proviant. Christoph und ich dackelten also zum Supermarkt. „Was brauche ich denn überhaupt?“, wendet er sich an mich. Verdutzt schaue ich ihn an, ich war eigentlich als Tragehilfe und nicht als Shoppingberaterin mitgekommen. Etwas ratlos standen wir also vor den Regalen und stopften einfach alles, was irgendwie lange haltbar war, in die drei Einkaufskarren.

Nachdem alles an Bord verstaut war, gab es noch ein letztes Bierchen für alle ( es waren insgesamt 27 davon an Bord, nur für den Fall, dass das Wasser ausgeht) und Christoph machte sich mit unseren besten Wünschen auf den Weg.

Drei Tage später lag SHALOM wieder neben uns in der Marina – der selbst gebastelte Windpilot machte nicht mit, sein Getriebe hatte Zahnausfall und Karies bekommen.

Da retteten Sie, Herr Foerthmann, dann die bevorstehende Reise. Christophs Vater packte den gesponserten Windpiloten in den Koffer und landete ein paar Tage später auf La Gomera. Eine Woche lang wurde gewerkelt und entspannt, bevor die Vorbereitungen wieder losgingen (Seekarten hatten wir ja zum Glück schon mit Panzertape zusammengeklebt, es fehlte also nur noch mehr Bier und ein paar Äpfel).

Albi und Joshi haben in der Zeit beschlossen, nach Teneriffa zurück zu trampen. Die ganze Zeit zog Christoph mich auf, noch „bootlos“ zu sein und jeden Morgen war die erste Frage, die von SHALOM herüberschallte „Hast du endlich ein Boot gefunden?“ ( natürlich mit süffisantem Grinsen ). Zu meiner Verteidigung hatte ich aber ja noch die SAUDADE zum Wohnen – zumindest bis ihr rechtmäßiger Besitzer zurück kam. Als wir dann am letzten Abend vor der erneuten Abfahrt wieder einmal ratlos im Supermarkt standen und ich noch erneut versuchte, kulinarische Tipp´s zu geben, damit Christoph sich nicht 20 Tage lang ausschliesslich von „Feuertopf“ und anderen Dosengerichten ernähren musste, unterbricht er mich mitten im Satz: „Warum kommst du nicht einfach mit und kochst?“. Dann ging es los. Nicht nur, dass ich richtig aufgeregt wurde. Ich konnte nicht mal kochen, aber das war dann erstmal unwichtig.
Immer noch nicht sicher, ob das ein Scherz war, den Christoph vielleicht bereits bereute, stand ich am nächsten Morgen aufgeregt vor SHALOM.

„Passt das überhaupt?“ – „Werden wir ja sehen.“

Mit diesen Worten räumten wir das komplette Boot aus. Man mag vielleicht denken, in ein 7m Boot passt nicht viel rein. Mir kam SHALOM allerdings erstmal vor, wie eines dieser Zauberzelte aus Harry Potter. Wir kauften noch mal zwei, drei Einkaufskarren Proviant ein und ich kam mir vor, wie in dem Spiel „Tertris“. Wie das alles reingepasst hat, weiß ich bis heute noch nicht. Zwei Tage nach dem geplanten Abfahrtsdatum waren wir endlich fertig. Fehlte nur noch, dass ich meinen Eltern irgendwie beibringe, dass ich mit einem 18 jährigen Segler auf dem kleinsten Boot in der Marina Gomera über den Atlantik segeln wollte.

Nachdem auch das überwunden war, legten wir ab. Ich glaube, meine Mutter hat die nächsten 30 Tage nicht mehr ruhig geschlafen!

Die ersten beiden Tage waren wie aus dem Bilderbuch: wunderschöne Sonnenuntergänge, leckeres und frisches Essen, um uns Wale und Delphine. Die Sorgen meiner Eltern ( und allen anderen Leuten, die von unserem Vorhaben erfuhren ) kamen mir auf einmal lächerlich vor. Vier Tage später sollte sich das ändern.

Auf einmal hatten wir 30 Knoten Wind und hohe Wellen. Extrem hohe Wellen. Die nächste Woche kam ich mindestens einmal am Tag zu dem Punkt, an welchem ich mein Leben als beendet ansah und nur noch in der Koje lag und darauf wartete, dass wir untergingen.

Christoph sprang derweil munter an Deck rum, wechselte Segel auf dem Vordeck und Angie, unser Windpilot, hielt uns Tag und Nacht auf Kurs. Wäre Christoph über Bord gegangen und ich hätte das Schiff drehen müssen ….. Ich wollte diesen Gedanken nicht weiter daran denken.

Als wir dann in die Bucht von Mindelo segelten, atmete ich das erste Mal wieder auf. Geschafft. Vorerst.

Wir gönnten uns 9 Tage Pause, verbrachten viel Zeit auf anderen Booten und lernten wieder unglaublich viele nette Leute kennen. Dann hieß es wieder „Anker auf“ und raus, auf den Atlantik. Wow. Was das heißen sollte, konnte sich keiner von uns beiden richtig vorstellen. Lange Zeit nur Wasser, nur wir beide auf einem Boot, dass gefühlt kleiner ist als mein Kleiderschrank.

Das Wetter war auf unserer Seite. Fast durchgängig 30 Grad, Sonne satt und angenehmer Wind. Zwischendurch hatten wir zwar auch mal Flaute, was aber zumindest die eine Hälfte der Besatzung gar nicht störte.

Leider muss ich an dieser Stelle unterbrechen – wir sitzen seit 4 Stunden in der Bar und es wird langsam dunkel. Morgen folgt der Rest,

Bis dahin alles liebe und beste Grüße,

Anna

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