Monatsarchive: Dezember 2015

Feiert schön und habt euch lieb

Kommt gut rüber 2015 - 2016 C

Im Winter: Am Meer (IV). Von Sizilien und Mallorca. Oder: Kommen und Gehen.

Es ist Weihnachten geworden, und ich bin nun etwa 550 Seemeilen, 1.000 Kilometer, weiter nordwestlich: Der Hafen heißt Port de Pollença, und er liegt auf Mallorca. Von Sizilien, der größten Insel des Mittelmeers, auf die siebtgrößte. Von 5 Millionen Einwohnern auf eine Insel mit knapp 850.000. Auch hier hat es jetzt an Weihnachten tagsüber freundliche 18, 19 Grad. Und manches arglose Bleichgesicht, das nicht aufpasst mit der Sonne, zeigt sich tags darauf in schmerzhaftem Krebsrot. Statt in Sizilien pünktlich um fünf vor fünf geht die Sonne hier eine Dreiviertelstunde später unter. Fürs Queren der Insel mit dem Auto braucht man auf Siziliens buckligen Landstraßen mehr als sechs Stunden, in Mallorca ist man dank properer Autobahn in 45 Minuten einmal quer durch. Um Mallorca herumzusegeln, für die 150 Seemeilen, ist man drei bis vier Tage unterwegs, mindestens. Die gleiche Distanz ist gerade mal die Länge der Südküste Siziliens, die Nordküste ist genauso lang, Verlockungen wie Ägadische oder Äolische Inseln nicht eingerechnet. Aber darüber berichte ich dann im Frühsommer 2016, wie sich das anfühlt, einmal um Sizilien herum. Über die „halbe Umrundung Mallorcas“ schrieb ich im vergangenen Frühjahr, vom Törn mit den SEGELREBELLEN“ – hier weiterlesen.
Und sonst? Gibts natürlich noch mehr Unterschiede – Insel ist ja nicht gleich Insel. Die unterschiedlichen „Nationalitäten“ fallen dabei noch am wenigsten ins Gewicht. Nein, Sizilien ist fast schon irgendwie eine Insel wie ein eigenes Festland. Es lebt irgendwie aus sich selber („Nüsse vom Ätna!!“ „Orangen vom Ätna!!“), zumindest scheint das so, wo Mallorca ganz offensichtlich sehr vom und von anderen lebt und seine liebe Not hat, zwischen all dem „anderen“ das „eigene“ irgendwie zu bewahren. Zu schnell boomen Orte wie Port de Pollença, und dies „Boomen“ besteht mehr aus dem Auf- und Abschwellen dieses kleinstädtischen Organismus mit den Jahreszeiten. Kommt der Sommer, wächst die Einwohnerzahl von Port de Pollenca mal eben aufs fünf- bis siebenfache, grob geschätzt. Kommt der Winter, reduziert sich das alles dann wieder auf die 8.000 tatsächlichen Einwohner. 
Es sind hauptsächlich Briten und Festlandsspanier, die hier ihre Ferienwohnungen haben oder Hotels buchen, die jetzt im Winter geschlossen, stillgelegt sind. So wie auch die Strandpromenade von Port de Pollença, wo nicht nur SUPERSPAR und HIMALAYAN SOUVENIR verrammelt sind. Sondern fast der ganze Ort. Nur bei den Immobilienmaklern in Port de Pollença geht abends das Licht nicht aus. Zu viele von ihnen am selben Ort sind untrügliches Zeichen, was auf dieser Insel für heftiges Kommen und Gehen herrscht. Und mancher unter ihnen brüstet sich gern damit, dass er diese oder jene Wohnung „nun schon zum fünften Mal verkaufe“. Und so bleiben sie merkwürdig unter sich, die Mallorquiner, wo Sizilien an vielen Orten „großstädtischer“ und gelegentlich auch echter „melting pot“ ist und der sizilianisch aussehende Kellner sich schnell als waschechter Albaner entpuppt.
Ja, das mit dem „verrammelt“, es hat dann aber auch wieder seine eigenen Reize. Das Meer gehört einem nun wirklich ganz allein. Liveaboards, Leute die hier den Winter auf dem Boot verbringen, gibt es in Port de Pollença kaum, auch im nahen Alcudia nicht, das nun wirklich mit einer großen Marina punkten könnte. Wer kommt, der bleibt nicht, anders als in Marina di Ragusa, jedenfalls nicht über den Winter. Der Hafenmeister in Port de Pollença blickt sehnend hinaus auf die Mole, auch die Strände hat man für sich allein, gerade mal ein Mensch mit Weitwinkel-Objektiv, der sich wie wir am Strand in der Dämmerung herumtreibt, auf der Suche nach eben jenen 15 Minuten, in der sich die Welt am Meer – Sommer wie Winter – in ganz besonderen Licht zeigt.
Restaurants haben meistens zu, im ein paar Kilometer entfernten Cala San Vicenc jedenfalls alle, der Ort ist nun wirklich verlassen. Und doch ein Traum in den purpur-, violett-, sowieso blau-Tönen, die sich alle, alle jetzt zeigen, wo die Sonne weit in unserem Rücken schon im Meer versunken ist.
In diesem Licht besehen versteht man manchen abstrakten Maler besser, dem die Welt nur noch als Aufeinandertreffen zweier Farbflächen erschien, aber das ist ja nun nicht nur im Winter so am Meer. Und das haben sie nun wirklich alle gemeinsam, die Orte am Mittelmeer, die ich im Winter bereist habe:  Die duftigen Wolken in der Luft. Die weichen Blautöne. Und mit ein wenig Glück auf der weiten Leinwand des Himmels einen zartrosa Strich, der sie trennt, die Farbflächen.
All das allein in der Stunde, wenn die Sonne sinkt, ist schon das Kommen wert. Und sie, die unzähligen weichen Blautöne: sie machen mir das wieder-Weggehen vom Meer schon heute schwer – egal ob Sizilien oder Mallorca.


Noch mehr gute Geschichten vom Autor von Mare Piu?
1:05 Stunden echte Ferien vom Alltag mit diesem Film: 

                         Als Download und auf DVD: € 19,99

Was passiert, wenn das Leben die gewohnten Bahnen verlässt? 
Was geschieht, wenn man sich einfach aufmacht und fünf Monate Segeln geht? 
Darf man das? Und wie ändert sich das Leben?
Der Film einer ungewöhnlichen Reise, der Mut macht, seinen Traum zu leben.



Der Film entstand nach diesem Buch: 
Geschichten über die Entschleunigung, übers langsam Reisen 
und die Kunst, mehr zu sehen. 
Einmal München – Antalya, bitte. 

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Im Winter: Am Meer (IV). Von Sizilien und Mallorca. Oder: Kommen und Gehen.

Es ist Weihnachten geworden, und ich bin nun etwa 550 Seemeilen, 1.000 Kilometer, weiter nordwestlich: Der Hafen heißt Port de Pollença, und er liegt auf Mallorca. Von Sizilien, der größten Insel des Mittelmeers, auf die siebtgrößte. Von 5 Millionen Einwohnern auf eine Insel mit knapp 850.000. Auch hier hat es jetzt an Weihnachten tagsüber freundliche 18, 19 Grad. Und manches arglose Bleichgesicht, das nicht aufpasst mit der Sonne, zeigt sich tags darauf in schmerzhaftem Krebsrot. Statt in Sizilien pünktlich um fünf vor fünf geht die Sonne hier eine Dreiviertelstunde später unter. Fürs Queren der Insel mit dem Auto braucht man auf Siziliens buckligen Landstraßen mehr als sechs Stunden, in Mallorca ist man dank properer Autobahn in 45 Minuten einmal quer durch. Um Mallorca herumzusegeln, für die 150 Seemeilen, ist man drei bis vier Tage unterwegs, mindestens. Die gleiche Distanz ist gerade mal die Länge der Südküste Siziliens, die Nordküste ist genauso lang, Verlockungen wie Ägadische oder Äolische Inseln nicht eingerechnet. Aber darüber berichte ich dann im Frühsommer 2016, wie sich das anfühlt, einmal um Sizilien herum. Über die „halbe Umrundung Mallorcas“ schrieb ich im vergangenen Frühjahr, vom Törn mit den SEGELREBELLEN“ – hier weiterlesen.
Und sonst? Gibts natürlich noch mehr Unterschiede – Insel ist ja nicht gleich Insel. Die unterschiedlichen „Nationalitäten“ fallen dabei noch am wenigsten ins Gewicht. Nein, Sizilien ist fast schon irgendwie eine Insel wie ein eigenes Festland. Es lebt irgendwie aus sich selber („Nüsse vom Ätna!!“ „Orangen vom Ätna!!“), zumindest scheint das so, wo Mallorca ganz offensichtlich sehr vom und von anderen lebt und seine liebe Not hat, zwischen all dem „anderen“ das „eigene“ irgendwie zu bewahren. Zu schnell boomen Orte wie Port de Pollença, und dies „Boomen“ besteht mehr aus dem Auf- und Abschwellen dieses kleinstädtischen Organismus mit den Jahreszeiten. Kommt der Sommer, wächst die Einwohnerzahl von Port de Pollenca mal eben aufs fünf- bis siebenfache, grob geschätzt. Kommt der Winter, reduziert sich das alles dann wieder auf die 8.000 tatsächlichen Einwohner. 
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Ja, das mit dem „verrammelt“, es hat dann aber auch wieder seine eigenen Reize. Das Meer gehört einem nun wirklich ganz allein. Liveaboards, Leute die hier den Winter auf dem Boot verbringen, gibt es in Port de Pollença kaum, auch im nahen Alcudia nicht, das nun wirklich mit einer großen Marina punkten könnte. Wer kommt, der bleibt nicht, anders als in Marina di Ragusa, jedenfalls nicht über den Winter. Der Hafenmeister in Port de Pollença blickt sehnend hinaus auf die Mole, auch die Strände hat man für sich allein, gerade mal ein Mensch mit Weitwinkel-Objektiv, der sich wie wir am Strand in der Dämmerung herumtreibt, auf der Suche nach eben jenen 15 Minuten, in der sich die Welt am Meer – Sommer wie Winter – in ganz besonderen Licht zeigt.
Restaurants haben meistens zu, im ein paar Kilometer entfernten Cala San Vicenc jedenfalls alle, der Ort ist nun wirklich verlassen. Und doch ein Traum in den purpur-, violett-, sowieso blau-Tönen, die sich alle, alle jetzt zeigen, wo die Sonne weit in unserem Rücken schon im Meer versunken ist.
In diesem Licht besehen versteht man manchen abstrakten Maler besser, dem die Welt nur noch als Aufeinandertreffen zweier Farbflächen erschien, aber das ist ja nun nicht nur im Winter so am Meer. Und das haben sie nun wirklich alle gemeinsam, die Orte am Mittelmeer, die ich im Winter bereist habe:  Die duftigen Wolken in der Luft. Die weichen Blautöne. Und mit ein wenig Glück auf der weiten Leinwand des Himmels einen zartrosa Strich, der sie trennt, die Farbflächen.
All das allein in der Stunde, wenn die Sonne sinkt, ist schon das Kommen wert. Und sie, die unzähligen weichen Blautöne: sie machen mir das wieder-Weggehen vom Meer schon heute schwer – egal ob Sizilien oder Mallorca.


Noch mehr gute Geschichten vom Autor von Mare Piu?
1:05 Stunden echte Ferien vom Alltag mit diesem Film: 

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Was passiert, wenn das Leben die gewohnten Bahnen verlässt? 
Was geschieht, wenn man sich einfach aufmacht und fünf Monate Segeln geht? 
Darf man das? Und wie ändert sich das Leben?
Der Film einer ungewöhnlichen Reise, der Mut macht, seinen Traum zu leben.



Der Film entstand nach diesem Buch: 
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Merry Christmas!

Liebe Leser, wir senden euch die allerherzlichsten Grüße aus dem warmen Florida! Wir sind am 23. Dezember nach fast 1000 Seemeilen (seit Deltaville, VA) und effektiv drei Wochen permanenter Bewegung wieder in North Palm Beach angekommen. Hier im Little Lake…

Eine Art Weihnachtsgeschichte

Das Jahr neigt sich mal wieder dem Ende zu. Sabrina und ich sitzen in diesen Tagen so oft es geht zusammen und lassen die Zeit Revue passieren. Mama und Oma versorgen uns mit selbstgemachten Plätzchen in rauen Mengen und abends sorgen Räuchermännchen für eine gemütliche Atmosphäre. Es geht uns gut nach dem letzten Abenteuer und wir genießen diese freien Tage, bevor Sabrina Anfang Januar im neuen Job durchstartet und ich Teil 2 von „Mit Wind und Sonne um die Welt“ in Angriff nehmen werde.

2015 war für uns eines der turbulentesten Jahre. Der zweite Aufbruch ins Ungewisse, viel Arbeit an Eos und ein wunderschöner Sommer in Frankreich. Nach der ersten Euphorie dann der Dämpfer in der Biskaya und die anschließende Suche nach dem richtigen Weg. Auf den Jakobsweg sind wir dabei durch Zufall gekommen. Eben weil er direkt am Hafen vorbei geführt hat und weil wir durch eine Freundin wussten, was die Jakobsmuschel am Wegesrand zu bedeuten hat. Dass wir dann kurze Zeit später Eos in Port Medoc abschließen, mit Rucksack auf dem Rücken los laufen, unterwegs zwei Mountainbikes kaufen und nach 46 Tagen tatsächlich am Kap stehen, das war mit das Beste was uns passieren konnte.
Der Camino, der Jakobsweg, er hat uns eine Menge gegeben. So viel, dass wir selbst heute noch immer wieder Momente haben, in denen wir einzelne Details erst so richtig realisieren. Einfach, weil diese 46 Tage so voll waren mit Erlebnissen, Begegnungen, Bildern und verschiedenen Gefühlen. Ein Auf und Ab, nicht nur in Gestalt unglaublich vieler Höhenmeter, nein, vor allem eine Gefühlsachterbahn, ähnlich wie beim Fahrtensegeln. Mit einem Unterschied: Segeln ist für uns in erster Linie eine Herausforderung für den Kopf und dabei leicht für den Körper, was die Anstrengung anbelangt. Pilgern empfinden wir dagegen um 180° verdreht. Federleicht für die Psyche und dabei schwer für die Physis. Beides hat seine Reize. Bei beiden Arten des Reisens gibt es Licht und Schatten. Ein Freund von uns hat dabei treffend angemerkt: „Nun, wenn das auf dem Boot umgekehrt ist, auch daran kann man ja arbeiten, genau wie der Körper sich allmählich an schwere Arbeit gewöhnt.“
Das wird eine der Aufgaben für die nächste Zeit. Wird vermutlich etwas länger dauern. Aber besser, als Eos zu verkaufen und den Traum vielleicht für immer aufzugeben. Davon sind wir zum Glück mittlerweile ziemlich endgültig wieder ab.
Also werden wir Eos 2016 erst mal nach Hause holen! Weiter aus dem Fenster lehnen möchte ich mich an dieser Stelle noch nicht. Wir planen noch…

In der Zwischenzeit hat sich noch etwas etwas ereignet. Wir haben vor einigen Tagen eine Karte nach Elguero geschickt. Wir waren uns allerdings nicht sicher, ob sie überhaupt ankommen wird, denn adressiert hatten wir sie an „unsere Freunde in Elguero“. Auf der Karte war auch ein Foto von Sabrina und mir, wie wir am Kap stehen. Wer uns also gesehen hat, konnte vielleicht etwas damit anfangen, so unsere Hoffnung.

Vorgestern hatten wir dann eine wunderbare Nachricht im E-Mail Postfach. Unsere Postkarte hat den Weg zu unseren Freunden gefunden und wir haben Weihnachtsgrüße aus Elguero bekommen, jenem Ort, an dem wir eine so unglaublich große Gastfreundschaft neben dem Jakobsweg erlebt haben. Von dort, wo wir spät abends, ohne Aussicht auf einen Schlafplatz, als Fremde aufgetaucht sind. Als Fremde, die nicht mal richtig Spanisch konnten. Man hat in diesem kleinen Dorf damals alles in Bewegung gesetzt, um uns zu helfen. Am Ende haben wir den Schlüssel für das Gemeindehaus bekommen und hatten einen sicheren Schlafplatz für die Nacht.

Frohe Weihnachten … und für alle, die nicht Weihnachten feiern, ein paar schöne freie Tage.

Viel Spaß mit dem Videoupdate #21:

Video Nummer Zwei – Ein wenig Rückreisefeeling

We had a lot of fun

We had a lot of fun

MARLIN hauled out

Die MARLIN steht inzwischen an Land und ich organisiere die Arbeiten und meine Heimreise nach Sockenland. Ich wünsche allen Lesern, Mitseglern, Familienangehörigen, Freunden und Bekannten ein frohes Fest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und vor allen Dingen: Gesundheit.

Sendepause.


Mitsegeln auf der MARLIN www.marlin-expeditions.com

We had a lot of fun

20151222

MARLIN hauled out

Die MARLIN steht inzwischen an Land und ich organisiere die Arbeiten und meine Heimreise nach Sockenland. Ich wünsche allen Lesern, Mitseglern, Familienangehörigen, Freunden und Bekannten ein frohes Fest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und vor allen Dingen: Gesundheit.

Sendepause.

 


Mitsegeln auf der MARLINwww.marlin-expeditions.com

 

Wir waren wir nicht untätig in der letzten Zeit

ebook_news

eBooks

Wir haben bei uns im Shop mit dem Verkauf von eBooks begonnen. Nicht zuletzt an Bord bieten eBooks im Vergleich zum gebundenen Buch viele Vorteile. Sie brauchen weniger Platz, denn sie lassen sich auf dem meist ohnehin vorhandenen Computer, Tablet oder Smartphone abspeichern. Darüber hinaus bieten sie je nach eBook Reader weitere Vorteile, wie Suchfunktionen, Lesezeichen oder Notizen. Wir möchten niemanden vom gebundenen Buch weg bringen, sind aber überzeugt davon, dass die Entwicklung auch beim Buch – ähnlich wie bei der Musik oder beim Film zunehmend zum digitalen Produkt gehen wird. Und da das Segeln bei den großen Playern wie Amazon, Apple, Google etc eher eine untergeordnete Rolle spielt und wir ihnen ohnehin nicht die „Segelwelt überlassen“ wollen, erweitern wir unseren „Online Segel Kiosk“ um eBooks rund um das Thema Segeln. Neben diversen Filmen werden wir in 2016 rund 20 neue eBooks veröffentlichen.

Übrigens für alle, die es interessiert, wir geben wie bei unseren angebotenen Filmen 80% der Nettoerlöse an unsere Autoren, Filmemacher und Lizenzgeber weiter. Gleichzeitig muss sich niemand exklusiv an segel-filme binden. Wir glauben, das ist wirklich fair.

navionics

Seekarten

Dem ein oder anderen dürfte es aufgefallen sein. In unserer „Häfen & Ankern“ Sektion lassen sich jetzt neben den Google Karten auch Navionics Seekarten anwählen. Natürlich setzt das eine Internetverbindung voraus, aber die ist ja immer häufiger vorhanden. Einfach in der „Häfen & Ankern“ Sektion oben links auf der Karte die „Nautical Carts“ anwählen. Perspektivisch werden wir eine webbasierte Navigationslösung anbieten.

guido_episode_2

sailing-films.com

Ausserdem sind wir mit unserer englischsprachigen Seite online gegangen. Natürlich ist dort im Vergleich zu segel-filme derzeit noch weniger Content vorhanden, aber wir haben vor, dies peu á peu zu ändern. Sollte dies zufällig jemand lesen, der des Englischen souverän mächtig ist und – wie wir – Spaß am Segeln, Filmen und an der Filmproduktion hat, sollte er/sie uns ruhig mal kontaktieren.

Und bitte nicht wundern, wir benutzen auf segel-filme kein Flash mehr, sondern stattdessen auch in der Desktopansicht nur noch HTML. Auf Grund der ständigen Flash Sicherheitslücken war dieser Schritt überfällig.

Ansonsten bleibt es dabei, wir wünschen entspannte Feiertage und einen guten Rutsch.

„Warum machen wir das eigentlich?“

Liebe Leser, wir haben mal wieder einen neuen Blogeintrag auf YACHT.de gepostet. Hier findet ihr den direkten Link dorthin: KLICK Übrigens: Seit vergangenem Mittwoch ist die neue YACHT 01/2016 am Kiosk, mit „Maverick too“ auf dem Titel! Nach dem ersten Jahr…

Drei Tage, drei Videos

Fangen wir an mit einem Rückblick auf den Botafumeiro in Santiago. Für uns war die Atmosphäre nach dem langen Weg ziemlich ergreifend.

Last Pic vom Bootsmädchen

Last Pic vom Bootsmädchen

Heissnasse Überfahrt nach Trinidad

Claudia verlässt mich. Tja. So kann es gehen. Chaguramas ist nicht so der Renner würde ich mal sagen und da reizt es doch mehr mit Mark von der USUTU von Grenada nach Antigua zu segeln. Mir soll es recht sein. Ich habe die Beiden nicht ohne Absicht bekannt gemacht. Was soll Claudia auch dabei sein, wenn ich anfange Bootprojekte anzustoßen, Verhandlungen führe etc… Nix gut. Und Mark kümmert sich rührend um Claudia ;-)

Und so segeln wir am Sonntag Morgen in aller Frühe los. Claudia steht etwas sprachlos da, als ich etwas schroff mal alles einfach selber in die Hand nehme, den Anker aufhole, die MARLIN in Position bringe, das Groß mit der E-Winsch in wenigen Sekunden hochziehe und ohne Trara und Kommandos nach 10 Minuten auf der Kurslinie nach Trinidad bin. „Sorry Claudia. Ich musste mal scheuen, ob ich das noch alles alleine kann. Das muss halt sitzen.“ Mit achteinhalb Knoten Speed und der Fock am Start geht es schnell Richtung Trinidad. Ich setze den neuen „Planer“ ein. Ein Stück Edelstahlblech, dass meine Fischköder einige Meter in tiefes Wasser zieht. Beißt ein Fisch an, geht der Planer waagerecht und kommt mit dem Fisch an der Leine an die Oberfläche. Wegen den Algen im Wasser erhoffe ich mir so wieder Fisch zu fangen. Schon nach weniger als einer Stunde habe ich eine kleine Dorade an der Angel. Sollte das klappen? Leider entwischt mir der Fang wieder und es gibt später Spagetti mit Tomatensoße.

Wir segeln fürstlich und megaschnell in die richtige Richtung bis ebenso megaschnell ein dicker Squall aus Osten kommt. Mein siebter Sinn sagt mir: „Segeljacke, Segelschuhe!“ Claudia schläft. Sie ist gestern erst sehr spät von der USUTU zurück gekommen. Tja, Abschiednehmen ist halt nicht einfach. Kurze Zeit später reffe ich die Fock, das Groß ist schon im zweiten Reff und ab geht die Post. 30 Knoten legen uns auf die Seite, Claudia fällt aus der Koje. „Kann ich helfen?“ „Halt Dich fest und bleib im Cockpit!“ Nass ist es. Es regnet in Eimern und irgendwie ist es wie immer kurz vor der Küste von Trinidad.

Für den Yanmar habe ich ein dickes Rückschlagventil in den Kühlwasserzugang eingebaut. Ein großes. In der Hoffnung nun alle Kühlwasserprobleme los zu sein starte ich die Hauptmaschine und wieder bekommt der Yanmar nur Luft statt Wasser. Im Hafen klappt immer alles, nach dem Segeln: Scheiße! Wir stehen 10 Meilen vor dem Eingang nach Trinidad. „Und nu?“ Durch das Ventil kann ich auch nicht wie gewohnt einfach mit der Druckwasserpumpe den Yanmar mir Süßwasser füllen und dann läuft er wieder. Wir müssen zweimal beidrehen und mit viel Liebe und Gut zu Reden, Tätscheln und Fluchen läuft der Yanmar irgendwann wieder mit einem guten Strahl Kühlwasser. Doch ein neues, altes Problem meldet sich. Die Öldrucklampe geht jetzt gar nicht mehr aus. Bisher gab es Probleme im Leerlauf, jetzt plötzlich immer. Warnt der Summer und die Öldrucklampe, was macht man da? Sofort Motor aus, sonst Kolbenfresser. Ich schaue auf das Monometer. Oldruck ist 60psi. Also ist doch alles o.k. und er Sensor ist im Eimer. Wieder geistert es durch meinen Kopf: Warnt der Summer und die Öldrucklampe, was macht man da? Sofort Motor aus, sonst Kolbenfresser. Fünf Meilen vor uns, der Hafen, ein kühles Bier, die Werft und ein Mechaniker, der mir helfen kann. Hmm. Also noch mal Öl checken. Alles ist o.k. Frisches Öl ist drin, Filter gewechselt. Bis in den Boca del Dragon segeln wir, dann ist der Wind weg, dreht auf Süden, der Strom steht uns entgegen. Der Kanal ist eng. Es ist dunkel. Ich starte den Motor, geh in den Wind, Claudia lässt der Große einfach in das Lazybag fallen. „So, wenn wir jetzt in drei drei Minuten einen Kolbenfresser haben, dann haben wir ein Problem: Warnt der Summer und die Öldrucklampe, was macht man da? Sofort Motor aus, sonst Kolbenfresser. Aber alles ist gut. Motortemperatur normal. Wir tuckern mit 1800 Touren Richtung Chaguramas, direkt hinter uns die Küstenwache. „Wo kommen die denn her?“ Keiner hat sie vorher gesehen. Ich schalte das AIS wieder auf Senden und schon drehen sie ab. Vor Peakes Yacht Service fällt der Anker. Kaltes Bier. Emma den Motor streicheln, noch ein Rum und ab in die Falle.

Heute dann Einklarieren und das ganze Procedere. „Da könnt ihr aber nicht liegen bleiben.“ „Wir haben ein Motorproblem.“ „Ok. Dann dürft ihr mitten im Trafficchannel liegen bleiben.“ Die MARLIN freut sich schon auf die Werft. Drei Jahre war sie jetzt ununterbrochen am Start. Ein Jahr Karibik mit mehreren Kollisionen, Lackschäden, Ankerproblemen, Mastschaden, Nord-Atlantiküberquerung, Umflaggen nach Deutschland, Ein Winter in Flensburg, sportliches Testsegeln mit vier Crew’s im Winter auf der Förde, die norwegische Küste gegen Wind und Strom, Lefoten, Spitzbergen und zurück nach Bergen. Im Sturm nach Amsterdam, durch den Kanal und gegen den Wind durch die Biskaya, Portugal und Madeira, die Salvagens und die Kanaren. Zehn weitere Crew’s hat sie hinter sich gebracht ohne große Schäden. Die MARLIN hat sich echt bewährt. Ein tolles Schiff. Sie hat sich ein bisschen Werft verdient. Mehr als 20.000 Meilen seit Kauf der MARLIN in 2013.

 


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