Monatsarchive: Dezember 2015

Last Pic vom Bootsmädchen

Heissnasse Überfahrt nach Trinidad

Claudia verlässt mich. Tja. So kann es gehen. Chaguramas ist nicht so der Renner würde ich mal sagen und da reizt es doch mehr mit Mark von der USUTU von Grenada nach Antigua zu segeln. Mir soll es recht sein. Ich habe die Beiden nicht ohne Absicht bekannt gemacht. Was soll Claudia auch dabei sein, wenn ich anfange Bootprojekte anzustoßen, Verhandlungen führe etc… Nix gut. Und Mark kümmert sich rührend um Claudia ;-)

Und so segeln wir am Sonntag Morgen in aller Frühe los. Claudia steht etwas sprachlos da, als ich etwas schroff mal alles einfach selber in die Hand nehme, den Anker aufhole, die MARLIN in Position bringe, das Groß mit der E-Winsch in wenigen Sekunden hochziehe und ohne Trara und Kommandos nach 10 Minuten auf der Kurslinie nach Trinidad bin. „Sorry Claudia. Ich musste mal scheuen, ob ich das noch alles alleine kann. Das muss halt sitzen.“ Mit achteinhalb Knoten Speed und der Fock am Start geht es schnell Richtung Trinidad. Ich setze den neuen „Planer“ ein. Ein Stück Edelstahlblech, dass meine Fischköder einige Meter in tiefes Wasser zieht. Beißt ein Fisch an, geht der Planer waagerecht und kommt mit dem Fisch an der Leine an die Oberfläche. Wegen den Algen im Wasser erhoffe ich mir so wieder Fisch zu fangen. Schon nach weniger als einer Stunde habe ich eine kleine Dorade an der Angel. Sollte das klappen? Leider entwischt mir der Fang wieder und es gibt später Spagetti mit Tomatensoße.

Wir segeln fürstlich und megaschnell in die richtige Richtung bis ebenso megaschnell ein dicker Squall aus Osten kommt. Mein siebter Sinn sagt mir: „Segeljacke, Segelschuhe!“ Claudia schläft. Sie ist gestern erst sehr spät von der USUTU zurück gekommen. Tja, Abschiednehmen ist halt nicht einfach. Kurze Zeit später reffe ich die Fock, das Groß ist schon im zweiten Reff und ab geht die Post. 30 Knoten legen uns auf die Seite, Claudia fällt aus der Koje. „Kann ich helfen?“ „Halt Dich fest und bleib im Cockpit!“ Nass ist es. Es regnet in Eimern und irgendwie ist es wie immer kurz vor der Küste von Trinidad.

Für den Yanmar habe ich ein dickes Rückschlagventil in den Kühlwasserzugang eingebaut. Ein großes. In der Hoffnung nun alle Kühlwasserprobleme los zu sein starte ich die Hauptmaschine und wieder bekommt der Yanmar nur Luft statt Wasser. Im Hafen klappt immer alles, nach dem Segeln: Scheiße! Wir stehen 10 Meilen vor dem Eingang nach Trinidad. „Und nu?“ Durch das Ventil kann ich auch nicht wie gewohnt einfach mit der Druckwasserpumpe den Yanmar mir Süßwasser füllen und dann läuft er wieder. Wir müssen zweimal beidrehen und mit viel Liebe und Gut zu Reden, Tätscheln und Fluchen läuft der Yanmar irgendwann wieder mit einem guten Strahl Kühlwasser. Doch ein neues, altes Problem meldet sich. Die Öldrucklampe geht jetzt gar nicht mehr aus. Bisher gab es Probleme im Leerlauf, jetzt plötzlich immer. Warnt der Summer und die Öldrucklampe, was macht man da? Sofort Motor aus, sonst Kolbenfresser. Ich schaue auf das Monometer. Oldruck ist 60psi. Also ist doch alles o.k. und er Sensor ist im Eimer. Wieder geistert es durch meinen Kopf: Warnt der Summer und die Öldrucklampe, was macht man da? Sofort Motor aus, sonst Kolbenfresser. Fünf Meilen vor uns, der Hafen, ein kühles Bier, die Werft und ein Mechaniker, der mir helfen kann. Hmm. Also noch mal Öl checken. Alles ist o.k. Frisches Öl ist drin, Filter gewechselt. Bis in den Boca del Dragon segeln wir, dann ist der Wind weg, dreht auf Süden, der Strom steht uns entgegen. Der Kanal ist eng. Es ist dunkel. Ich starte den Motor, geh in den Wind, Claudia lässt der Große einfach in das Lazybag fallen. „So, wenn wir jetzt in drei drei Minuten einen Kolbenfresser haben, dann haben wir ein Problem: Warnt der Summer und die Öldrucklampe, was macht man da? Sofort Motor aus, sonst Kolbenfresser. Aber alles ist gut. Motortemperatur normal. Wir tuckern mit 1800 Touren Richtung Chaguramas, direkt hinter uns die Küstenwache. „Wo kommen die denn her?“ Keiner hat sie vorher gesehen. Ich schalte das AIS wieder auf Senden und schon drehen sie ab. Vor Peakes Yacht Service fällt der Anker. Kaltes Bier. Emma den Motor streicheln, noch ein Rum und ab in die Falle.

Heute dann Einklarieren und das ganze Procedere. „Da könnt ihr aber nicht liegen bleiben.“ „Wir haben ein Motorproblem.“ „Ok. Dann dürft ihr mitten im Trafficchannel liegen bleiben.“ Die MARLIN freut sich schon auf die Werft. Drei Jahre war sie jetzt ununterbrochen am Start. Ein Jahr Karibik mit mehreren Kollisionen, Lackschäden, Ankerproblemen, Mastschaden, Nord-Atlantiküberquerung, Umflaggen nach Deutschland, Ein Winter in Flensburg, sportliches Testsegeln mit vier Crew’s im Winter auf der Förde, die norwegische Küste gegen Wind und Strom, Lefoten, Spitzbergen und zurück nach Bergen. Im Sturm nach Amsterdam, durch den Kanal und gegen den Wind durch die Biskaya, Portugal und Madeira, die Salvagens und die Kanaren. Zehn weitere Crew’s hat sie hinter sich gebracht ohne große Schäden. Die MARLIN hat sich echt bewährt. Ein tolles Schiff. Sie hat sich ein bisschen Werft verdient. Mehr als 20.000 Meilen seit Kauf der MARLIN in 2013.

 


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SV Irene – Pam + Dick Morris UK

EIN GROSSES LEBEN MIT KLEINEM BUDGET

SV Irene

Es ist erst einige Wochen her, als mich folgende Mail erreichte:

Good Morning Peter,
I have had a ‚Pacific‘ for many years and it continues to work to perfection. It has, however, a small problem – the sun has broken down the surface of the worm wheel and the worm no longer engages properly with the wheel. I would like a replacement for both worm and wheel if it is a direct replacement. I do have an alternative ‚plan‘ but would rather keep to the original.

My ‚Pacific‘ is now about 18 years old ( you took a photograph of ‚Irene’s windpilot when we were in the Canaries and kindly left a copy of his book ), and has been invaluable for steering ‚Irene‘ on her short handed extended cruise.
Thank you for any help you can give me.
Dick Morris

Irene

Ich sah sofort das Bild der SV IRENE vor mir, ein Schiff, ein Schwergewicht, eine Herausforderung, die mir vor 20 Jahren Respekt einflösste: 30 Tonnen, mit voller Ausrüstung wahrscheinlich noch ein paar Gramm mehr – welcher Schiffseigner kennt denn schon das wahre Gewicht seiner Yacht, solange er sie nicht selbst gewogen hat? Zumal Schiffe stets die Eigenschaft besitzen, in ihren unergründlichen Tiefen ungeahnte Mengen an Ausrüstung und Ersatzteilen, zu sammeln und zu verbergen, die man erst bemerkt, wenn der Travellift wg. Überlast zum Stehen kommt, oder der Kranwagen ins Hafenwasser kippt. Jedenfalls hatte ich Pat und Dick seinerzeit auf der London Boat Show die PACIFIC mit der Zusicherung verkauft: in case the unit might not perform your boat, I will take her back and reimburse your payment. Auf diese Weise habe ich mich im Verlauf von 40 Jahren immer weiter an die Grenzen der Leistungsfähigkeit meiner Systeme herangetastet. Try and Error – zurücknehmen musste ich nie. So sah ich vor einigen Jahren auf dem Cover Foto der norwegischen SAILAS den NEUBAU einer gewaltigen COLIN ARCHER – in Norwegen aus Teak Holz gebaut, was allein eine teure Sensation – mit einem Gewicht im Bereich von 40 – 50 Tonnen – am Heck eine rührend klein erscheinende PACIFIC, die der Eigner / Bauherr des Schiffes von seinem vorherigen COLIN ARCHER demontiert und einfach ans Heck seines Neubau´s montiert hatte. Wie zu hören war, mit besten Erfolgen. I live and learn – dieser Spruch gilt in allen Wirtschaftszweigen. Aber auch die 50 Tonnen Marke wurde später gerissen, denn die SV Wynard, ein Zweimast Schoner segelt seit Jahrzehnten mit einer zierlichen Heckverzierung aus meinen Stall.

Weil Neugierde mein zweiter Vorname ist, entspann sich in den Wochen nach Dick´s Kontakt aus Nelson, New Zealand, ein höchst interessanter Mailwechsel, in dessen Verlauf ich die ungewöhnliche Geschichte von Pat und Dick – und ihrem schwimmenden Zuhause – erfahren konnte. Eine Geschichte, die Mut machen sollte, wenn es darum geht, eigene Träume in gelebtes Leben zu transformieren, ohne ständig den Mangel an finanziellen Mitteln in den Mittelpunkt aller Überlegungen zu stellen, oder gar als Ausflucht zu strapazieren, warum man – leider leider – nicht hat weiter segeln können, weil die Knete nicht mehr gereicht.

Mein Herz gehört stets den stillen Helden, die ihren Lebensweg in gerader Furche gehen, ohne stets und ständig Misserfolge oder Niederlagen dafür verantwortlich zu machen suchen, anstatt Eigenverantwortlichkeit zu verstehen und zu sehen.

Hier ist ein interessantes Interview

Hier mein Schriftwechsel mit Dick:

Hi Peter,
thanks again – any details that you want are for the asking – anything that can encourage people, who may be of ’slender means‘, that cruising is not the sole prerogative of the wealthy. Cruising can still be done on a small budget if as much of the work is done by your own hands and a few sacrifices are made. ‚Irene‘ has no radar, no fridge, or freezer, no water maker, no bow thruster, a hand wound anchor winch, and only a relatively small engine ( seventy horsepower ) for her 30 ton displacement. Not only have I not had to buy all those wonderful ‚Gadgets‘ ( now wide promoted as ‚essential‘ ), I have not had to fit them and then take them out to pay for repairs. We had one disastrous engine re-build in the U.S. and had to have it done again later – but, as we have been away from ‚civilisation‘ for over 17 years now I suppose that is not so bad.

I still say the best bit of equipment we have is the Windpilot – no wires, no amps, no volts, no ohms and no trouble – such small spares as we have needed have been supplied quickly and easily – wish I could say the same for other things that we have had to have mailed to us.

Lighter weather

LIFE TIME BOATAHOLIC

I am a lifetime ‚Boataholic‘ of the Keep It Simple background where all must be done at minimum cost with simple tools as any other way is too expensive.

I started working life in engineering – tool making, then instrument making ( I have two sextants ( that I made for myself while working for Kelvin Hughes ). I then took up development estimating for production costs – each job interrupted with sailing breaks of a few months to a couple of years.

You are quite right – engineering ( and the dirty hands that go with it ), are a root of your being and the building and/ running of a simple vessel on a very small budget brings continuous challenges.

CONCRETING OF A BOAT

‚Irene‘ is a ferro-cement Colin Archer type gaff ketch. The design was adapted by J. Benford – some of his ‚mistakes‘ giving some trouble as I did not discover them ( quite by chance ), just before concreting day. One of these left me with no distance at all in front of the engine in stead of the 10 inches I should have had.

concreting

Concreting day was in 1977 and, despite promises otherwise, I was forced to move the cured hull – a diversion that was to prove a challenge – but it was done. A rebuild of a house, subsequently lost due to divorce, meant another move – it was as well that I made a good solid trailer! Then the job of rebuilding the very small cottage that I still own, and let, to finance life.

Towards Launching 1985

Just to add to my woes at that time the local council started to kick me out of the new site. I managed to cheat and lie for three years, ( having my workshop burnt out and lost my wooden masts that I had ‚harvested from myself from Wales ). The workshop fire destroyed all my woodworking machinery ( old gear that that I rebuilt for the job ), so I had to do almost everything by hand. These delays were added to by the meanness of the insurance company – I could no longer afford to replace my wooden masts – so, to buy progress, I went to Spencer of Cowes for steel ones. Those provided were rubbish and the subsequent court proceedings gave Spencer time to ‚go broke‘ and avoid reparations. I suffered  none of the legal costs but had to rebuild the masts I had been left with. By this time ‚Irene‘ had been launched and I carried on fitting out. I did, by that time, know more about steel masts ( and could have done a better job the that done by Spencer ), so went ahead and made gaffs, booms and bowsprit to my own designs and then getting all galvanised – none of which have I regretted.

THE CRUISING LIFE

By 1989 I was sailing – North Sea, France, Belgium, Holland, Channel, English South Coast and Channel Islands during holidays from my full time employment. In 1998 I had the chance to leave my job – the cottage was paid for and the boat was ready. Pat said that she would join me for 6 months trial ( she is still with me 17 years later ), and we were off.

OLYMPUS DIGITAL CAMERARough stops so far: France, Spain, Portugal, Canaries ( where you kindly left us a copy of your book ), thence to Tobago, Trinidad, and cruise up the island chain – which was changed with the failure of the engine. I didn’t want to get caught in the hurricane belt by chancing a rebuild there so carried on without it – to the islands northward, the Bahamas and into Charleston, S Carolina. No easy cure was available so we sailed up the Gulf Stream to Chasapeake Bay. We were kindly taken under the wing of a small village and found somewhere to get the engine rebuilt. I could have easily done it myself but the prospect of getting spares from Europe into America was too daunting to contemplate. I took weeks and subsequently proved a very poor job.
From there we went to Bermuda, the back down to the Caribbean to stop where we missed on the way North.

'Irene' Weather

The Pacific was my aim from an early age and now we were on our way by way of Venezuela and Panama. We escaped the depredations of the villains in Panama and made atypically slow passage to Galapagos. The next ‚leg‘ was to the Marquesas – a good fast run (for ‚Irene) similar to our atlantic run under her running rig of two large headsails boomed out with 20 foot poles), two water sails under them and a pair of old top’sls from the top of the mizzen. The booms are ‚heeled‘ on the back of the anchor winch – this means that the wind can be carried far out on either quarter.

I left off at the Marquesas – a delightful cruise around most of the islands that ran into our ’schedule‘ to be out of  the southern cyclone area. Rather than hurry across the pacific and not ’stop to smell the roses on the way‘ I decided to go North to Hawaii.

It was a slow, light weather passage of about 2000 miles – all on the Starboard tack. This diversion had the advantage of allowing us another ’season‘ in French Polynesia and a more leisurely cruise thence onwards. The return was even slower – but what is the problem with that when there is a well found, well stocked boat under you and all the time you need. By the way ‚Irene‘ has no ‚fridge, no freezer, no radar, no watermaker, no shower – and a long list of ’no’s‘ – but I have not had to buy them, or make the power to run them – nor has any of them had the chance to let me down.

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French Polynesia was, of course, a delight – particularly as we went to ‚unpopular‘ places and, generally had anchorages to ourselves. I would like to have gone to ‚Suwarrow‘ but it it was a very wind year thereabouts and there were two yachts on the reef and another in trouble.

The Cook’s were simple and nice and we stopped at Beveridge reef to anchor in th middle of nowhere.

By now we had another choice – hurry through Tonga, Fiji, New Caledonia and Vanu Atu and on to Australia OR cruise, at leisure, through Tonga and then go to NZ and make a separate cruise of the others.

Tonga was lovely but several places were overcrowded with yachts and we would find out where the were going and then have peace and quiet for ourselves.

Eventually it was time to go and we cleared for NZ. We have been very strict to enter and leave everywhere properly documented – there are plenty that don’t bother.

We arrived off NZ with clearing rain and escorted into a lovely green and pleasant Russell, Bay of Islands, by Dolphins. Our cruise to the Southward to spend our first winter out of the tropics for some years boded a cold winter – with a well earned refit for ‚Irene‘ in a strange port – to be carried out by ourselves as cheaply as was consistent with our very slender budget.

A slow wander Southerwards by way of some of the Sounds took us to Nelson – the ideal place to carry out a major refit – which went very well – and even the first threatened ‚winter‘ was no problem as Nelson has a micro climate of it’s own.

As soon as we could we left for a cruise of the Marlborough Sounds and the Abel Tasman region then back to Nelson to stock up for a cruise to the South – Fiordland and it’s sounds then to Stewart Island with stops down the West Coast and up the East Coast.

The next cruise was to Fiji, Vanu Atu and New Caledonia – all delightful – then down to the E.Coast of Australia to Tasmania – for a quick look – and ended up staying for a year! A single handed cruise to the Northwards took me, via the Bass strait ‚Furneaux Islands‘, to some of the higher islands within the Great Barrier Reef – but left out much so as to have another look on another cruise – and sailed back to NZ.

Most recent cruise was direct to Bundaberg and thence North through the reef islands previously missed out. As soon as the first Northerly was forecast we headed South to Tasmania – eventually spending over two years in those waters.

Workshop_engine room

THE SIMPLE LIFE

you are so right – I don’t complain – I just like to encourage others to carry on with their ambitions – the greatest of which should be to live slower and better. It is a sad fact that the world is now so “excited“ that even relaxation must done as fast as possible! At high speed there is no time for the small simple ‚adventures‘ that a slower life abounds with – and we have been lucky to have had many of them. One of my favourites is that, when we first lay in Hobart, the local newspaper sent a reporter to us. We are both of the opinion that we should go quietly about the world and to hope that the world goes quietly about us – but I welcomed him with the offer of a beer – warning him that it would not be cold, (a sure way to frighten an Aussie), so he said had I problem with the ‚fridge – no I replied – no fridge. A little later he asked Pat how she managed without a ‚fridge. She simply said that when we got to a port we bought each other an ice cream. The following day, after the paper had been circulated, a lady we had never seen before came along the quay with two ice creams and said ‚When you have finished them come to dinner‘. We, of course, had them to dinner on board – such are our small adventures and they have left us with friends all along the way. We have time for people and they have time for us – it works well for all.

I feel strongly for your research into the low profile sailors and sailing and I lack whatever it takes to have done the same – so, please carry on with the good work and if I can encourage it in any way an email will find me. I will be looking at blog sites very soon – we have poor signals hereabouts but will soon have a ‚House Sit‘ with more signals and data to spare.

Encouragement in your endeavours

This comes with our regards and best wishes in all that you do.
From Both Pat and Dick aboard ‚Irene‘
Nelson, New Zealand

Homies

20151219

Knoten im Kopp

Ich schreibe eigentlich, bekanntermaßen, leidlich, leidenschaftlich und einfach gerne meinen Blog. Im Moment eher ungern. Bin wohl in das nach Atlantiküberquerung-Loch gefallen oder bekomme schon meine Weihnachtsmuffelvorstimmung. Ich weiß es nicht. Es ist auch alles irgendwie unspannend, wie ich vorm Rechner sitze, Quittungen einscanne, Zahlen von rechts nach links schiebe, Ersatzteile im Internet bestelle und finale ToDo Listen erstelle. Nach einigen dazugekommenen Regentagen, habe wir es aber dann heute aber doch geschafft. Wir sind raus aus Grenada. 24 Stunden habe wir Zeit das Land zu verlassen und die MARLIN nach Trinidad zu bringen.

Claudia freut sich auf den letzten Trip mit der MARLIN am Wochenende nach Trinidad. Ich auch. Sie ist jetzt schon acht Wochen auf der MARLIN und schon eine echtes Bootsmädchen. Eher zurückhaltend muss ich sie manchmal etwas aus der Reserve locken. „Claudia, ich muss heute in den Mast. Du ziehst mich hoch.“ „O.K.“ So ganz wohl ist mir bei der Sache nicht. Wir sind ja nur zwei Personen an Bord. Aber ohne Vertrauen kommen wir ja nun auch nicht weiter und ich nicht in den Mast. Und das ist notwendig. An der LunaWLANnet scheint ein Kurzschluß zu sein, unser Ankerlicht hat die Leuchtkraft eines Teelichts und die Lazyjacks schamfilen mit den Running Backstays. Also. Denn mal los. Dank Elektrowinsch muss Claudia mich nicht die 25 Meter mit der Hand hochwinschen. Ich sichere mich selber an der an Deck durchgesetzten Dirk mit einem Bergsteigerknoten, an einem zusätzlichen Life Belt, der sich zuzieht, sollte irgendetwas anderes brechen. Schwupps bin ich komfortabel oben. Leider entpuppt sich der Kurzschluss als wahr. Da muss eine neue LunaWLANnet her und mit viel Glück nur ein neuer LAN Stecker aufgecrimpt werden. Das in der Höhe bei dem Schwell der Prickley Bay. Ne, dass machen wir in Trinidad, wenn ich aus Deutschland im Februar zurückkomme. Das Ankerlicht ist auch hinüber. Da gönnen wir uns dann mal eine LED-Tricolor. Auf den Erfolg unserer Mission.

 


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SV Olgalou – Inga + Vassil Beitz-Svechtarov NED

MERRY FISHMAS
X-Mas 2015fishmas_kl

SV Witte Raaf – Petra+Jan Versol NED

X-MAS 2015 IN SURINAM
Kerstkaart 2015

You may have noticed in the media: Surinam is in trouble thanks to the Bouterse government’s financial policy of squandering money. In April, Surinam was still going to become a second Dubai; in May Bouterse was re-elected; in June it was clear that things were going terribly wrong; and as of August turmoil is growing as a result of the tripling of energy rates for example. Devaluation of the Surinamese dollar by 25% and disproportionate price rises of 25+% … in short, a dramatic situation for the average Surinamese.

Fortunately in October, returning from Holland, we brought 130 kg of food with us and last month we stocked up on 6 cartons of rum. And in the meantime P has started a vegetable garden! The vegetables have really taken hold: the first cucumbers have already been eaten and with their plentiful flowers and small fruit, we will probably soon be sick and tired of cucumber salad, ratatouille [J1] and gazpacho. We already enjoyed our own callalloo (tasted like super spinach) twice, the tomato plants are blossoming, paksoy and kaisoy are ready to harvest and we are growing 10 eggplants. We are still working on the sweet peppers. On top of these, we have red chilli peppers and bananas and our mango tree is laden with 45 gorgeous whoppers weighing 600-750 grams each. So no need to worry about us! And although at the moment Suriname’s near future seems fairly grim, developments in Venezuela are promising.

We therefore send you this Christmas card showing the golden sunset we enjoy here so often, and we hope that dawn will bring a golden lining. This is our wish for you all and for Surinam – especially now – and all the people who share our love for this beautiful country.

Petra & JanWillem

Oyster Dämmerung

EIN DONNERHALL GEHT UM DEN BALL

Oyster Dämmerung

Der spektakulären Untergang einer OYSTER 825 im Mittelmeer im Juli 2015 hat viele Fragen aufgeworfen. Das erst im Jahre 2014 einem russischen Eigner übergebene Schiff wurde kürzlich gehoben. Seitdem füllen die verheerenden Fotos struktureller Schäden internationale Tageszeitungen, sowie Fachzeitungen und englische Foren.

Die Sprache der Fotos ist erschütternd. Dagegen erscheinen Berichte, Kommentare oder laue Erklärungsversuche wie Öl ins Feuer einer Diskussion, die uns seit Jahrzehnten begleitet, beschäftigt und manchmal sogar verängstigt: Quo Vadis Bootsbau. WEITERLESEN

Menschen am Meer:

Was nun folgt, mag möglicherweise für den ein oder anderen trostlos sein. Aber wie vieles im Leben ist das nur eine Frage der Perspektive.
Nehmen wir mal das Bild oben: Ich habe es aufgenommen heute Nachmittag, als gegen Viertel vor fünf die Sonne unterging, in Punta Secca, wohin ich nun fast jeden Abend streune, weil sich da die Südküste Siziliens nach Westen weitet. Und sich plötzlich der Blick auf die untergehende Sonne bietet. Punta Secca im Winter also, …

am heutigen 17. Dezember, bei Sonnenuntergang. Vier verlassene Häuser irgendwo in Südsizilien, verrammelt vor den Südstürmen, die in den kommenden Wochen unweigerlich hier fegen werden. Vier Häuser, die sich wie vier Alte in ihrer Einsamkeit aneinanderschmiegen, als wollten Sie sich Trost zusprechen. Der Winter am Meer, auf dem Boot, er kann schon ganz schön trostlos sein. Oder?

Derselbe Ort, derselbe Augenblick: Ich habe mich lediglich einmal im Halbkreis um mich selber gedreht, und schaue jetzt nach Westen, aufs Meer, statt auf die einsamen Häuser. Punta Secca, wie 


ich es nie vergessen werde. Und damit sind wir auch schon beim Thema: Warum ich im Winter so gerne am Meer bin? Warum ich im Winter gerne auf dem Boot lebe?
Aber lassen wir erst einmal ein paar andere Menschen zu Wort kommen. Menschen, die ich hier getroffen und kennengelernt habe, und die jetzt im Winter genauso wie ich auf dem Boot leben. 

1. Julia, aus Kanada, 52.
Im Hafen von Marina di Ragusa überwintern derzeit etwa 50 Langfahrtsegler. Schweden, Holländer, Kanadier, Briten. Meist Paare. Man trifft sich ein-, zweimal die Woche. Zum Beispiel vergangenen Sonntag, wo die Schweden das Lucienfest feierten. Und alle anderen einluden zu Punsch und Selbstgebackenem. Oder gestern Abend, als das Marina-Restaurant für die Segler italienische Schweinshaxe offerierte. Dabei lernte ich Julia* (Name geändert) kennen. Und über der italienischen Schweinshaxe, die im Kartoffelbett geschmort auf den Teller kam und eine Offenbarung war, ging das Gespräch zwischen Julia und mir um das Thema „Jetzt auf dem Boot“. Julia ist mit ihrem Mann Peter erst seit kurzem hier in Marina di Ragusa. Sie ist Kanadierin aus Montreal, 52. Und bis letztes Jahr hat sie dort im Management einer kanadischen Bankengruppe gearbeitet. Alles war ok – doch irgendwas fehlte im Leben. Also begann sie vor einigen Jahren, zu segeln. Machte wilde Sachen: Von Nordkanada zusammen mit Peter die Westküste hinunter nach Californien – kein Spaß in der Kälte und den Stürmen Nordkanadas. Aber es war ihrer beider Ding. 
Irgendwann hat sie im vergangenen Jahr gekündigt. Das verstand ihr Boß so gar nicht. Und ging mit Peter auf die Suche nach einem Boot. Sie hatten ein Bestimmtes im Sinn, eines, das weltweit nur 28 mal gebaut wurde – und hier in Marina di Ragusa fanden sie es. Und nun sind beide hier. Auch wenn sie noch nicht wissen, wohin ihre Reise gehen wird, wie weit. „Es ist so phantastisch schön hier“, sagt Julia, „und eigentlich genieße ich jeden Tag, bevor wir in einigen Wochen für einige Zeit zurück nach Kanada gehen“. Warum Sie längere Zeit von dort weggehen will? Julia meint, dass sie ihren Job schon sehr geliebt hat. „Ich habe viel gearbeitet. Und gerne. Aber zuhause ist das irgendwie, als wäre etwas in Dich eingraviert. ‚Sei ehrgeizig‘. ‚Sei erfolgreich‘. ‚Arbeite hart‘. Es ist wie eine Gravur, die wir nicht loswerden. Aber hier am Meer auf dem Boot: Da werde ich sie los.“
2. Juran, aus Schweden, 74. 
Mein Nachbar Juran ist Schwede. Juran ist 74 und lebt mit der quirligen Eileen hier in Marina di Ragusa auf dem Boot neben Levje. Am Samstag wird Juran zusammen mit Eileen nach Schweden reisen, für ein paar Wochen, vor allem um seine Enkel zu sehen. Warum er denn nicht in Schweden bliebe, bei Kindern und Enkeln, habe ich ihn vor ein paar Tagen gefragt. Und er erzählt mit sanfter Stimme: „Ich bin jetzt seit 22 Jahren unterwegs auf diesem Boot. Ich habe Elektronik-Entwicklung gemacht und Beratung für die Industrie, es wurde immer mehr und immer mehr. Irgendwann hatte ich genug davon, nur immer getrieben zu sein. Da bin ich mit 52 los.“ Und warum er heute mit 74 nicht nach Schweden zurückkehre, zu seinen Kindern und Enkeln? Juran denkt einen Moment nach. „Es ist gut, meine Enkel zu sehen. Aber es tut mir einfach sehr weh, zu beobachten, wie sehr meine Kinder und Enkel einfach im Rattenkäfig des Daily Life stecken und leiden. Auch wenn Schweden meine Heimat ist: Ich kann da nicht mehr zurück.“

3. Angelika Gebhard aus Deutschland.
Angelika Gebhard ist die Frau des 2013 verstorbenen Weltumseglers Rollo Gebhard, dessen acht Bücher demnächst bei millemari. in neuer Überarbeitung erscheinen werden. Mit ihrem Mann segelte Angelika Gebhard sechs Jahre um die Welt – es war ihr erster Törn überhaupt, und die Route hatte es in sich. Von Deutschland nach USA – aber nicht über die Kanaren, sondern über Island und Grönland nach New York. Von der Südsee mal einfach nach Alaska. Zurück von der Südsee nonstop nach Emden. 
Bei unserem zweiten Gespräch erzählt Angelika Gebhard über diese Jahre und zieht folgendes Resumee: „Wissen Sie: Es ist ja nicht so, dass Segeln einen Menschen wirklich verändern würde. Man bleibt doch derselbe. Was sich aber ändert, ist: Wie man manche Dinge sieht. Zum Beispiel ‚Reichtum‘. Reichtum ist nicht, was man besitzt. Reichtum ist, zu wissen, was man nicht braucht.“ 
4. Die Kartenspieler von Punta Secca.
In der Zwischenzeit ist es dunkel geworden in Punta Secca. Der Leuchtturm, den ich schon im vorigen Post beschrieb, wirft sein Licht in die Nacht. Die Bar LA PICCOLA OASI darunter ist schon dunkel. Zwei, drei Grüppchen von Männern, Fischer augenscheinlich, stehen auf der Piazza herum, palavern im Dunkel. Und auch die Kartenspieler, über die ich schrieb, sitzen am selben Platz. Ich getraue mich nicht, die vier, auch sie wohl Fischer, anzusprechen, so vertieft sind sie in ihr Spiel. Aber wenn ich sie fragen würde, was um Himmels willen sie denn in einer Dezembernacht am Meer in Wollmützen draussen sein und ausgerechnet in der Kälte Kartenspielen lässt: Dann bin ich mir fast sicher, dass ihre Antwort in dürren Worten nicht so verschieden wäre von dem, was Angelika Gebhard über die Sicht auf die Welt sagte.
Belassen wir es zunächst bei diesen Antworten. Und während ich jetzt in meine Segeljacke gehüllt die nächtliche Hafenpromenade von Marina di Ragusa entlangschlendere und nur die Wellen höre, die von Malta und Afrika heranrauschen, denke ich mir: Schon gut so, wie die Welt gerade ist.
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Soeben bei millemari. erschienen:

Sehenswerte Bilder und Texte aus diesem Buch haben wir 
auf unserer millemari.-Bestellseite für Sie zusammengestellt. 
Klicken Sie rein.



Menschen am Meer: Warum manche Menschen im Winter gerne auf dem Boot und am Meer leben. Vier Antworten.

Was nun folgt, mag möglicherweise für den ein oder anderen trostlos sein. Aber wie vieles im Leben ist das nur eine Frage der Perspektive.
Nehmen wir mal das Bild oben: Ich habe es aufgenommen heute Nachmittag, als gegen Viertel vor fünf die Sonne unterging, in Punta Secca, wohin ich nun fast jeden Abend streune, weil sich da die Südküste Siziliens nach Westen weitet. Und sich plötzlich der Blick auf die untergehende Sonne bietet. Punta Secca im Winter also, am heutigen 17. Dezember, bei Sonnenuntergang. Vier verlassene Häuser irgendwo in Südsizilien, verrammelt vor den Südstürmen, die in den kommenden Wochen unweigerlich hier fegen werden. Vier Häuser, die sich wie vier Alte in ihrer Einsamkeit aneinanderschmiegen, als wollten Sie sich Trost zusprechen. Der Winter am Meer, auf dem Boot, er kann schon ganz schön trostlos sein. Oder?
Derselbe Ort, derselbe Augenblick: Ich habe mich lediglich einmal im Halbkreis um mich selber gedreht, und schaue jetzt nach Westen, aufs Meer, statt auf die einsamen Häuser. Punta Secca, wie 


ich es nie vergessen werde. Und damit sind wir auch schon beim Thema: Warum ich im Winter so gerne am Meer bin? Warum ich im Winter gerne auf dem Boot lebe?
Aber lassen wir erst einmal ein paar andere Menschen zu Wort kommen. Menschen, die ich hier getroffen und kennengelernt habe, und die jetzt im Winter genauso wie ich auf dem Boot leben. 

1. Julia, aus Kanada, 52.
Im Hafen von Marina di Ragusa überwintern derzeit etwa 50 Langfahrtsegler. Schweden, Holländer, Kanadier, Briten. Meist Paare. Man trifft sich ein-, zweimal die Woche. Zum Beispiel vergangenen Sonntag, wo die Schweden das Lucienfest feierten. Und alle anderen einluden zu Punsch und Selbstgebackenem. Oder gestern Abend, als das Marina-Restaurant für die Segler italienische Schweinshaxe offerierte. Dabei lernte ich Julia* (Name geändert) kennen. Und über der italienischen Schweinshaxe, die im Kartoffelbett geschmort auf den Teller kam und eine Offenbarung war, ging das Gespräch zwischen Julia und mir um das Thema „Jetzt auf dem Boot“. Julia ist mit ihrem Mann Peter erst seit kurzem hier in Marina di Ragusa. Sie ist Kanadierin aus Montreal, 52. Und bis letztes Jahr hat sie dort im Management einer kanadischen Bankengruppe gearbeitet. Alles war ok – doch irgendwas fehlte im Leben. Also begann sie vor einigen Jahren, zu segeln. Machte wilde Sachen: Von Nordkanada zusammen mit Peter die Westküste hinunter nach Californien – kein Spaß in der Kälte und den Stürmen Nordkanadas. Aber es war ihrer beider Ding. 
Irgendwann hat sie im vergangenen Jahr gekündigt. Das verstand ihr Boß so gar nicht. Und ging mit Peter auf die Suche nach einem Boot. Sie hatten ein Bestimmtes im Sinn, eines, das weltweit nur 28 mal gebaut wurde – und hier in Marina di Ragusa fanden sie es. Und nun sind beide hier. Auch wenn sie noch nicht wissen, wohin ihre Reise gehen wird, wie weit. „Es ist so phantastisch schön hier“, sagt Julia, „und eigentlich genieße ich jeden Tag, bevor wir in einigen Wochen für einige Zeit zurück nach Kanada gehen“. Warum Sie längere Zeit von dort weggehen will? Julia meint, dass sie ihren Job schon sehr geliebt hat. „Ich habe viel gearbeitet. Und gerne. Aber zuhause ist das irgendwie, als wäre etwas in Dich eingraviert. ‚Sei ehrgeizig‘. ‚Sei erfolgreich‘. ‚Arbeite hart‘. Es ist wie eine Gravur, die wir nicht loswerden. Aber hier am Meer auf dem Boot: Da werde ich sie los.“
2. Juran, aus Schweden, 74. 
Mein Nachbar Juran ist Schwede. Juran ist 74 und lebt mit der quirligen Eileen hier in Marina di Ragusa auf dem Boot neben Levje. Am Samstag wird Juran zusammen mit Eileen nach Schweden reisen, für ein paar Wochen, vor allem um seine Enkel zu sehen. Warum er denn nicht in Schweden bliebe, bei Kindern und Enkeln, habe ich ihn vor ein paar Tagen gefragt. Und er erzählt mit sanfter Stimme: „Ich bin jetzt seit 22 Jahren unterwegs auf diesem Boot. Ich habe Elektronik-Entwicklung gemacht und Beratung für die Industrie, es wurde immer mehr und immer mehr. Irgendwann hatte ich genug davon, nur immer getrieben zu sein. Da bin ich mit 52 los.“ Und warum er heute mit 74 nicht nach Schweden zurückkehre, zu seinen Kindern und Enkeln? Juran denkt einen Moment nach. „Es ist gut, meine Enkel zu sehen. Aber es tut mir einfach sehr weh, zu beobachten, wie sehr meine Kinder und Enkel einfach im Rattenkäfig des Daily Life stecken und leiden. Auch wenn Schweden meine Heimat ist: Ich kann da nicht mehr zurück.“
3. Angelika Gebhard aus Deutschland.
Angelika Gebhard ist die Frau des 2013 verstorbenen Weltumseglers Rollo Gebhard, dessen acht Bücher demnächst bei millemari. in neuer Überarbeitung erscheinen werden. Mit ihrem Mann segelte Angelika Gebhard sechs Jahre um die Welt – es war ihr erster Törn überhaupt, und die Route hatte es in sich. Von Deutschland nach USA – aber nicht über die Kanaren, sondern über Island und Grönland nach New York. Von der Südsee mal einfach nach Alaska. Zurück von der Südsee nonstop nach Emden. 
Bei unserem zweiten Gespräch erzählt Angelika Gebhard über diese Jahre und zieht folgendes Resumee: „Wissen Sie: Es ist ja nicht so, dass Segeln einen Menschen wirklich verändern würde. Man bleibt doch derselbe. Was sich aber ändert, ist: Wie man manche Dinge sieht. Zum Beispiel ‚Reichtum‘. Reichtum ist nicht, was man besitzt. Reichtum ist, zu wissen, was man nicht braucht.“ 
4. Die Kartenspieler von Punta Secca.
In der Zwischenzeit ist es dunkel geworden in Punta Secca. Der Leuchtturm, den ich schon im vorigen Post beschrieb, wirft sein Licht in die Nacht. Die Bar LA PICCOLA OASI darunter ist schon dunkel. Zwei, drei Grüppchen von Männern, Fischer augenscheinlich, stehen auf der Piazza herum, palavern im Dunkel. Und auch die Kartenspieler, über die ich schrieb, sitzen am selben Platz. Ich getraue mich nicht, die vier, auch sie wohl Fischer, anzusprechen, so vertieft sind sie in ihr Spiel. Aber wenn ich sie fragen würde, was um Himmels willen sie denn in einer Dezembernacht am Meer in Wollmützen draussen sein und ausgerechnet in der Kälte Kartenspielen lässt: Dann bin ich mir fast sicher, dass ihre Antwort in dürren Worten nicht so verschieden wäre von dem, was Angelika Gebhard über die Sicht auf die Welt sagte.
Belassen wir es zunächst bei diesen Antworten. Und während ich jetzt in meine Segeljacke gehüllt die nächtliche Hafenpromenade von Marina di Ragusa entlangschlendere und nur die Wellen höre, die von Malta und Afrika heranrauschen, denke ich mir: Schon gut so, wie die Welt gerade ist.
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Soeben bei millemari. erschienen:

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Betthupferl

Vor kurzem auf Eos…

In einer Nacht hab ich schlecht geschlafen. Kurz nach 0 Uhr war ich wieder wach. Rumwälzen hilft ja meistens nix, also schau doch mal nach draußen, dachte ich mir.
Bin leise aus der Koje gekrabbelt, während Sabrina tief und fest geschlummert hat. Danach noch den Niedergang geöffnet und siehe da, ein sternenklarer Himmel. Dazu kein Schwell im Hafen und absolut windstill. Könnte heute klappen, mit dem Astrofoto von Bord.
Das schwierige dabei ist, man muss lange belichten, um genug Sternenlicht auf den Chip der Kamera zu bekommen und ein Boot bewegt sich auch im Hafen eigentlich immer irgendwie. Das führt dann meistens zu verwackelten Fotos. Heute Nacht waren die Bewegungen aber sehr sehr gering und nach wenigen Fehlversuchen hatte ich einige brauchbare Fotos auf der Speicherkarte. Im ersten Bild waren es zwei mal 2 Sekunden bei ISO 12800, im zweiten Bild 5 mal 2 Sekunden, die mittels Bildbearbeitung später überlagert wurden, um das Rauschen zu verringern.
Die beiden Bilder geben recht gut den visuellen Eindruck wieder, den man an der dunklen Atlantikküste hat, wenn man von Deck aus nach oben schaut.

2015-12-11 Eos - Astrofoto Port Medoc 1

Hinter den Bergen beim blauen Leuchtfeuerschiff

Hinter den Bergen beim blauen Leuchtfeuerschiff

Kleine Pflaster gegen die Skipper Blasen

Ja. Es war auch alles anstrengend in den letzten Wochen und Skipper Micha bedarf ein paar Tagen Ruhe. Da kommt die Einladung von LUNATRONIC Kunde Konrad doch mal im Hotel/Spa/Marina Komplex „Le Pha Bleu“ vorbeizuschauen grade richtig an. Ich soll mir das Kurzwellenumfeld in Konrads Yacht, einer schicken, eleganten Hanse anschauen, in der er ein M802 mit PACTOR Modem einbauen will, dass er als Selbsteinbausatz von mir (LUNATRONIC) gekauft hat. Die Besichtigung ist schnell erledigt und im Angesicht zu der ToDo Liste auf der MARLIN bin ich auch ganz froh, dass Konrad mich nicht bittet die Kabel für ihn durch seine Bilge zu ziehen, sondern dies selbst machen will. Jaja ;-)

Also sitze ich seit zwei Tagen am Pool und lasse mir von schicken langbeinigen creolischen Schönheiten ebenso lange „Long-Drinks“ in eiskalten Gläser servieren und genieße ab und an dazu einen Gruß aus der bis in die Schweiz bekannten Küche. Einmal am Tag kommt der ansässige Chiropraktiker und kümmert sich um die Schmerzen im Lendenwirbelbereich meines Rückens. Über What’s App berichtet mein Bootsmädchen Claudia von ihren Fortschritten auf der MARLIN im Kampf mit der To Do Liste. Ich genieße die 30 Grad im Schatten und langweilige mich ein bisschen, während ich den Kokosnüssen ausweiche, die von den Bäumen fallen.

Die Realität sieht leider wie so oft im Leben ganz anders aus. Am Samstag kommt Susan mit ihrem Ehegatten Thomas an Bord um einen entspannten Wochenendschnuppertörn zu machen. Chris und Claudia freuen sich auch schon. Ich sowieso. „Sollen wir heute mal die Fock statt der Genua setzen? Ich schaue mein erfahrenes Team fragend an. Das Meer ist weiß. „Ach nö Skipper, dass ist doch wieder so viel Arbeit mit den Running Backstay’s.“ Ich schaue wieder auf’s Meer, auf die weißen Schaumkronen. „Na, wie ihr wollt. Dann zieht mal das zweite Reff ins Großsegel.“ Zwanzig Minuten später sitzt der arme Thomas mit dem gelben Eimer zwischen den Füßen geknickt im Cockpit und die MARLIN reitet die Wellenberge hoch und runter. Da fällt auch noch der Kurt ins Wasser. „MANN ÜBER BORD!“ Der orangefarbige Rettungsring klatscht in die See. Große Aufregung. Böse Blicke. Meine Atlantikcrew hatte es ja immer sehr eilig. Mein schlechtes Gewissen bestätigt sich. Ich hätte dieses Manöver am Anfang des letzten Atlanti-Schlages machen sollen und in Zukunft wird das immer so sein, auch wenn der Generator streikt und zig andere Probleme anscheinend wichtiger sind. Die Kommandos kommen langsam, die MOB Taste wird spät gedrückt und die Rettungsmittel werden nicht ausgeworfen. Außer Claudia hat keiner meiner Mitsegler eine Rettungsweste an. Nach drei Minuten gerät Kurt, der über Bord geworfene Rettungsring außer Sicht und Steuerfrau Susan sagt: „Micha, ich weiß nicht was ich machen soll!“ In der Lost in Space Situation schaut auch Co-Skipper Chris nur noch schnell weg aufs Wasser. Wären Miki und Richard da, würden die jetzt noch wissen was zu tun ist? Ohje. Ich bekomme die mittelschwere Krise und mache mir ernste Selbstvorwürfe. Über den Atlantik habe ich sie alle rüber bekommen. „Mensch Kinders. Ich bin echt froh, dass ich bei euch nicht über Bord gefallen bin.“ Ich übernehme das Steuer. Inzwischen haben alle ihre Westen an. Wir wenden und segeln zum MOB GPS Punkt zurück. Chris erblickt Kurt, Aufschiesser, Genau steht back und Susan nimmt Kurt an der Lee Seite an Bord. Beigedreht machen wir eine Teambesprechung, trinken was und kommen zur Ruhe. „Also, da müsst ihr wohl noch mal wieder kommen auf die MARLIN. Das muss noch mal geübt werden. Und wenn nicht, dann solltet ihr das zumindest auf dem nächsten Boot als allererstes machen. So lange bis das im Schlaf klappt.“ Betretene Gesichter schauen mich an.

Am Abend im Restaurant den Pha Bleu’s ist alles wieder vergessen und hoch die Tassen. Chris reist um vier Uhr morgens am Sonntag Morgen ab. Allerdings nicht für lang. Um acht Uhr ist er schon wieder zurück an Board. Er hat seinen Reisepass vergessen. Ohne Pass, kein Flug. Und so kommt er in den Genuß einen Dinghy Concerts. Alle paar Wochen veranstaltet Dieter, der Schweitzer Initiator des Pha Bleu’s, eine Konzert zu Wasser. Ein alte Bartsch dient als Publikumsplattform mit Getränkeausschank und das Arbeitsschiff als Konzertbühne. Ein paar lokale Musiker spielen Bob Marley Songs und alles was ein Dinghy hat, dockt im trinkenden Pulk an und rockt mit. Auf jeden Fall eins: Einmalig. So ein Konzert haben wir noch nie besucht. Am Abend räume ich den Freezer aus, denn den brauchen wir erst wieder im Februar. Chris bekommt noch mal ohne Abrechnung doppelten Lammrücken a la Michael aus dem Ofen, als Pflaster wegen dem Reisepass. Ich hätte ja auch mal dran denken können. Die Frage: „Hast Du alles?“, reicht eben doch nicht immer.

Jetzt waren es nur noch zwei. Claudia und Micha sitzen auf der MARLIN. Ein Blatt Papier mit allem was gemacht werden muss. Ganz oben: Claudia Frisör. So. Ich leg mich wieder im Gedanken an den Pool zu den lanbeinigen Creolinnen und den dazu passenden Drinks. Morgen wieder Realität. Gute Nacht.


Mitsegeln auf der MARLIN www.marlin-expeditions.com

Hinter den Bergen beim blauen Leuchtfeuerschiff

Kleine Pflaster gegen die Skipper Blasen

Ja. Es war auch alles anstrengend in den letzten Wochen und Skipper Micha bedarf ein paar Tagen Ruhe. Da kommt die Einladung von LUNATRONIC Kunde Konrad doch mal im Hotel/Spa/Marina Komplex „Le Pha Bleu“ vorbeizuschauen grade richtig an. Ich soll mir das Kurzwellenumfeld in Konrads Yacht, einer schicken, eleganten Hanse anschauen, in der er ein M802 mit PACTOR Modem einbauen will, dass er als Selbsteinbausatz von mir (LUNATRONIC) gekauft hat. Die Besichtigung ist schnell erledigt und im Angesicht zu der ToDo Liste auf der MARLIN bin ich auch ganz froh, dass Konrad mich nicht bittet die Kabel für ihn durch seine Bilge zu ziehen, sondern dies selbst machen will. Jaja ;-)

Also sitze ich seit zwei Tagen am Pool und lasse mir von schicken langbeinigen creolischen Schönheiten ebenso lange „Long-Drinks“ in eiskalten Gläser servieren und genieße ab und an dazu einen Gruß aus der bis in die Schweiz bekannten Küche. Einmal am Tag kommt der ansässige Chiropraktiker und kümmert sich um die Schmerzen im Lendenwirbelbereich meines Rückens. Über What’s App berichtet mein Bootsmädchen Claudia von ihren Fortschritten auf der MARLIN im Kampf mit der To Do Liste. Ich genieße die 30 Grad im Schatten und langweilige mich ein bisschen, während ich den Kokosnüssen ausweiche, die von den Bäumen fallen.

Die Realität sieht leider wie so oft im Leben ganz anders aus. Am Samstag kommt Susan mit ihrem Ehegatten Thomas an Bord um einen entspannten Wochenendschnuppertörn zu machen. Chris und Claudia freuen sich auch schon. Ich sowieso. „Sollen wir heute mal die Fock statt der Genua setzen? Ich schaue mein erfahrenes Team fragend an. Das Meer ist weiß. „Ach nö Skipper, dass ist doch wieder so viel Arbeit mit den Running Backstay’s.“ Ich schaue wieder auf’s Meer, auf die weißen Schaumkronen. „Na, wie ihr wollt. Dann zieht mal das zweite Reff ins Großsegel.“ Zwanzig Minuten später sitzt der arme Thomas mit dem gelben Eimer zwischen den Füßen geknickt im Cockpit und die MARLIN reitet die Wellenberge hoch und runter. Da fällt auch noch der Kurt ins Wasser. „MANN ÜBER BORD!“ Der orangefarbige Rettungsring klatscht in die See. Große Aufregung. Böse Blicke. Meine Atlantikcrew hatte es ja immer sehr eilig. Mein schlechtes Gewissen bestätigt sich. Ich hätte dieses Manöver am Anfang des letzten Atlanti-Schlages machen sollen und in Zukunft wird das immer so sein, auch wenn der Generator streikt und zig andere Probleme anscheinend wichtiger sind. Die Kommandos kommen langsam, die MOB Taste wird spät gedrückt und die Rettungsmittel werden nicht ausgeworfen. Außer Claudia hat keiner meiner Mitsegler eine Rettungsweste an. Nach drei Minuten gerät Kurt, der über Bord geworfene Rettungsring außer Sicht und Steuerfrau Susan sagt: „Micha, ich weiß nicht was ich machen soll!“ In der Lost in Space Situation schaut auch Co-Skipper Chris nur noch schnell weg aufs Wasser. Wären Miki und Richard da, würden die jetzt noch wissen was zu tun ist? Ohje. Ich bekomme die mittelschwere Krise und mache mir ernste Selbstvorwürfe. Über den Atlantik habe ich sie alle rüber bekommen. „Mensch Kinders. Ich bin echt froh, dass ich bei euch nicht über Bord gefallen bin.“ Ich übernehme das Steuer. Inzwischen haben alle ihre Westen an. Wir wenden und segeln zum MOB GPS Punkt zurück. Chris erblickt Kurt, Aufschiesser, Genau steht back und Susan nimmt Kurt an der Lee Seite an Bord. Beigedreht machen wir eine Teambesprechung, trinken was und kommen zur Ruhe. „Also, da müsst ihr wohl noch mal wieder kommen auf die MARLIN. Das muss noch mal geübt werden. Und wenn nicht, dann solltet ihr das zumindest auf dem nächsten Boot als allererstes machen. So lange bis das im Schlaf klappt.“ Betretene Gesichter schauen mich an.

Am Abend im Restaurant den Pha Bleu’s ist alles wieder vergessen und hoch die Tassen. Chris reist um vier Uhr morgens am Sonntag Morgen ab. Allerdings nicht für lang. Um acht Uhr ist er schon wieder zurück an Board. Er hat seinen Reisepass vergessen. Ohne Pass, kein Flug. Und so kommt er in den Genuß einen Dinghy Concerts. Alle paar Wochen veranstaltet Dieter, der Schweitzer Initiator des Pha Bleu’s, eine Konzert zu Wasser. Ein alte Bartsch dient als Publikumsplattform mit Getränkeausschank und das Arbeitsschiff als Konzertbühne. Ein paar lokale Musiker spielen Bob Marley Songs und alles was ein Dinghy hat, dockt im trinkenden Pulk an und rockt mit. Auf jeden Fall eins: Einmalig. So ein Konzert haben wir noch nie besucht. Am Abend räume ich den Freezer aus, denn den brauchen wir erst wieder im Februar. Chris bekommt noch mal ohne Abrechnung doppelten Lammrücken a la Michael aus dem Ofen, als Pflaster wegen dem Reisepass. Ich hätte ja auch mal dran denken können. Die Frage: „Hast Du alles?“, reicht eben doch nicht immer.

Jetzt waren es nur noch zwei. Claudia und Micha sitzen auf der MARLIN. Ein Blatt Papier mit allem was gemacht werden muss. Ganz oben: Claudia Frisör. So. Ich leg mich wieder im Gedanken an den Pool zu den lanbeinigen Creolinnen und den dazu passenden Drinks. Morgen wieder Realität. Gute Nacht.

 


Mitsegeln auf der MARLINwww.marlin-expeditions.com

 

Hin und her

IMG_3753 Port MedocBevor wir Eos verlassen haben, hat sie noch eine leichte Wellness Behandlung bekommen. Die Backskistendeckel mussten nachlackiert werden und im Kleiderschrank haben wir die Aussenwand neu isoliert und eine Isotherm Matte aufgebracht.
Die Rückfahrt nach Deutschland war unspektakulär. Wir hatten Glück und mussten das vollbepackte Auto an keinem der Kontrollposten ausräumen und haben nun endlich unseren wichtigsten Krempel wieder hier. Die ganzen Sachen waren so gut es ging ins Auto eingepuzzelt, trotzdem musste die gesamte Werkstattausrüstung und ein paar unwichtige Dinge an Bord bleiben, weil einfach nicht mehr rein ging. Da merkt man erst mal, was man so alles an unnützem Kram durch die Gegend gesegelt hat.

Hauptthema während dieser Fahrt war, mal wieder, ob wir mit einem Verkauf die richtige Entscheidung getroffen haben, oder nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass euch das Thema so langsam nervt. Uns auch.
Seit Monaten ein hin und her. Mal waren wir uns sicher, dass eine Trennung von Eos das Beste für uns wäre. Ein anderes mal, dass wir sie unbedingt behalten wollen. Wir haben uns so manches mal wie kleine Kinder gefühlt, die überhaupt nicht wissen was sie eigentlich wollen. Eines der Hauptargumente gegen eine Fortsetzung der Fahrtensegelei war dabei immer wieder unsere Seekrankheit. Hätten wir die nicht, gäbe es diese ganze Diskussion vermutlich gar nicht. Dann hätten wir die ganz normalen Hochs und Tiefs, wie sie die meisten anderen Fahrtensegler auch haben. Würden manches Mal im Hafen unser Schiff verfluchen und ne Stunde später in den Himmel loben.
Aber so ist es bei uns nicht. Wir hatten dort draußen zuletzt ernsthafte Probleme. Manche kann man mit Technik in den Griff kriegen, wie zum Beispiel die Bedienung ins Cockpit legen und ein anderes, besseres Reffsystem einbauen. Manche Probleme verschwinden mit der Zeit, allein durch die Erfahrung, die uns momentan noch fehlt. Aber ob die Seekrankheit jemals verschwinden wird? Keine Ahnung.
Wenn in den letzten zwei Wochen jemand bei dem Verkaufspreis in der Anzeige zugesagt hätte, dann wäre Eos jedenfalls weg gewesen und wir hätten uns vielleicht nen Land Rover gekauft!
Vermutlich hätten wir Eos aber den Rest unseres Lebens nachgeheult.

In den letzten zwei Tagen haben wir dann nochmal lange Rat bei meinen Eltern gesucht, alles ein weiteres x-tes Mal durchgekaut, einen Teil der Ratschläge von Lesern und Freunden erneut gelesen.

Gestern Abend haben wir dann die Verkaufsanzeige gelöscht. Wir behalten unsere Eos und sind vorsichtig optimistisch, dass wir die Probleme in den Griff bekommen.

Danke an alle, die uns in den letzten Monaten versucht haben umzustimmen. Noch sind nicht alle Mails beantwortet, aber das holen wir bald nach.

Wie die Zukunft mit Eos aussieht ist noch offen. Ein drittes Mal in Folge kriegen wir einen Ressourcen zehrenden Ausstieg allerdings vorerst nicht hin. Dann wären wir nämlich ziemlich schnell blank. Es muss also 2016 anders laufen. Mit Urlaub und teilweise auch Einhand. Aber von einem konkreten Plan sind wir noch weit weg. Jetzt warten wir erst mal ab, welche Jobs sich ergeben und loten alle möglichen Richtungen aus.

Wie es uns mit dieser Entscheidung geht?
Ein wenig wie damals, als wir die Entscheidung getroffen haben, Eos zu kaufen. Eine Mischung aus Vorfreude und etwas Bammel vor der Aufgabe, die wir uns auferlegt haben. Fühlt sich jedenfalls überwiegend gut an.