Monatsarchive: Oktober 2014

Keine Panik auf der Titanic

Eine positive Nachwirkung meiner Reise konnte ich gestern deutlich spüren. Ich bin sehr viel ruhiger, geduldiger und ausgeglichener geworden. Es galt folgende Aufgabe zu bewältigen: Kauf und Einbau einer neuen Duschkabine für unsere Wohnung in der Türkei. Klingt zunächst einmal nicht so wild, aber die Tücken lagen wie immer im Detail. Wir hatten uns am Mittwoch in einem Baumarkt in einem Mega-Outletcenter in Izmir eine passende Kabine ausgesucht. Es wurden dann unsere Adressdaten aufgenommen und ein Termin für Lieferung und Einbau am Samstag gemacht. Soweit so gut. Freitag abend habe ich die alte Kabine dann komplett demontiert und entsorgt.

Am Samstag zur Lieferzeit um 1400h klingelt das Telefon. Man würde unsere Rechnung zur Ausgabe der Kabine an den Monteur benötigen. Alles Fluchen und der Hinweis, das man uns davon nichts erzählt hätte und wir nie wieder dort einkaufen würden, nützte nichts. Wir müssten bitte mit der Rechnung persönlich kommen. Also ab ins Auto und 40 Kilometer durch die Berge nach Izmir. Ich fahre, da meine Frau schon vor Wut rot glüht. Natürlich fängt es an wie verrückt zu regnen und natürlich ist die Millionenmetropole Izmir, wie jede andere Großstadt am Samstag, komplett überlaufen. Das gilt insbesondere für das Outletcenter und der vermeintliche Stau auf dem Zubringer entpuppt sich nach vielen Warteminuten als die Schlange für das Parkhaus. Endlich im Parkhaus angekommen, erfahren wir das wir DRAUSSEN zur Warenausgabe kommen sollen. Also wieder raus und ins absolute Halteverbot gestellt. Der Monteur erscheint und bittet Merih mitzukommen um noch ein paar Details zu klären. Ich bleibe zur Sicherheit am Auto. Ca. 40 Minuten später kommt Merih dann zurück (ich dachte natürlich schon sie hätte sich im Center verlaufen und hatte BEIDE Handys im Auto, es war also kein Kontakt möglich), aber nein, die Rücksprache drehte sich um die Anschlüsse des Abflusses, Durchmesser etc. (ihr absolutes Spezialgebiet) und das ein Einbau mit dem vorhandenen Anschluss nicht möglich wäre. Es müsste erst noch ein Klempner kommen und das kurz Umbauen. Keine große Sache. Heute würde das natürlich nichts mehr werden. Ich bin natürlich davon ausgegangen, das das Sache der Baumarkt-Monteure wäre, aber die bauen nur die Kabine auf und legen nicht den Abfluss! Geld zurück wäre natürlich auch eine Option. Super, zum Glück hatte ich schon alles ausgebaut und auf den Müll gebracht!!

Aber was soll ich sagen. Vor der Reise wäre ich hier schon komplett ausgerastet, nun habe ich nur ein müdes Lächeln dafür üblich und schlage vor erst einmal zu Mittag zu essen und zu entspannen. Merih war nun lange nicht so relaxt wie ich, so das ich sie erstmal zurück auf den Teppich holen musste. Der Kellner wurde auch gleich zur Zielscheibe ihrer Wut….Ende der Geschichte: Abends haben wir noch einen Klempner erreicht, der kurz Rücksprache mit dem Baumarkt hielt. Es musste der Boden aufgestemmt und ein neuer Abfluss verlegt werden, hätte der Verkäufer uns das denn nicht gesagt? Arrrggggghhhhhh…. Aber nun kommt der Heimvorteil Türkei ins Spiel: Was in Deutschland 14 Tage dauern und viel Geld kosten würde, wurde hier am nächsten Morgen bereits in 45 Minuten für ca. €35.- erledigt. Ich bin mal gespannt, was sich bei Lieferung der Kabine noch ergibt…aber kann irgendwie entspannt darüber lächeln. Früher wäre ich absolut genervt und gestresst gewesen. Langes Segeln hat also auch eine durchaus therapeutische Wirkung. Ich hoffe sie hält noch lange, lange an!!   

Hinter den Kulissen der Segelforen

2 OrangUtanPLATZHIRSCHE – MODERATOREN – KLICK VIEH
Dies ist eine kleine Geschichte von Platzhirschen, Moderatoren und frechem KlickVieh, das sich erdreistet, auf verbotenem Territorium – in Segelforen – eine missliebige Meinung zu artikulieren. Kleiner Exkurs zum Thema Sozialverhalten unter Seglern, hier:
SEGELFOREN: Yacht Forum YF oder Segeln-Forum SF oder dem Forum eines Vereins in Cuxhaven, dessen Name ich chronisch notorisch vergesse. WEITERLESEN

Abgeschleppt

Einige unserer Marinetraffic-Verfolger haben es schon geahnt und befürchtet: “Maverick” ist heute früh von einem spanischen Rettungsboot ins kleine Fischerdorf Cariño eingeschleppt worden. Der Crew geht es gut, nur das Schiff hat große Probleme gemacht und heute früh gab es 30 Meilen vor La Coruña in einer für drei Tage vorhergesagten Flaute keine andere Möglichkeit, als uns hineinschleppen zu lassen. Die Rechnung haben wir schon: ein Monatsbudget ; ) Die Pechsträhne scheint nicht abzureißen. Wir haben auf der Biskaya mächtig Prügel  bekommen, ich habe in der vier Tagen keine zehn Stunden geschlafen. Nun liegen wir mithilfe der herzensguten Rettungskreuzer-Mecaniker und ein paar Regenrohre zusammengeflickter Maschine im Päckchen am Kreuzer und wollen morgen wagen mit der unzuverlässigen Maschine, unserer Segel und 2 Beaufort in den nächsten Yachthafen zu gelangen. Den genialen Platz haben wir dem Kapitän zu verdanken. Ansonsten hätte ich heute Nacht jede Stunde raus gemusst um die Leinen an der Containerpier zu verlängern. Sechs Meter Tiefenhub …

Sobald wir wieder Internet haben erzähle ich die ganze Geschichte. Hoffentlich morgen. Und eine Dusche!

die gebeutelten aber trotz allem glücklichen

johannes und Cati

 

The red Dinghy

20141023

Lang ersehnt ist es endlich da.

“Sag mal Julian, wo ist eigentlich unser alts Dinghy?“ „Eh Alter, das hab ich vorhin weggeschmissen. Das wollte noch nicht einmal geschenkt habe.“ Im ersten Moment wollte ich grade überlegen, ob ich jetzt sauer werden soll, aber eigentlich, „Ja is klar. Hätte ich auch so entschieden.“ Das war vor zwei Wochen. Unser neues NAIAD Dinghy, professionelles Neuseeländisches Design war ja auch schon auf’m Frachter und auf’m Weg nach Hamburg. Vor ein paar Tagen ist es dann endlich gekommen. Aufbauen konnten wir es allerdings noch nicht, weil es die ganze Zeit in Strömen geregnet hat. Gestern war es dann endlich so weit. Julian auch wieder da vom Heimaturlaub und Job. Nen bisschen tricky war es schon, aber jetzt ist es aufgepumt. Der UV-Resistente Gummiwulst aus PVC beinhaltet zwei dicke Innenschläuche. Der Boden ist komplett Aluminium. Heißer Renner mit dem Namen Mayalena – wollte der Spender Ortwin zu Lebzeiten noch so, haben wir so gemacht. Danke noch mal.

20141023a

Am Abend vorher ist Julians Freundin Jenny noch eingelaufen, gestern Mittag haben wir dann die Flucht nach vorne angetreten. Ich mit einer fetten Magen Darm Verstimmung, laufen wir ein paar Stunden später auf den Ochseninsel ein. Das Dinghy hat noch einen 8PS Yamaha, aber der wird noch gewechselt. Unterwegs einfach mal reingesprungen und nen paar coole Aufnahmen gemacht. Nein, wir fahren nicht weg und nach Süden, wir denken nur oft dran.

Video zum Meet & Greet

Hier ein paar kurze Eindrücke von unserem wirklich tollen Meet & Greet in Stavoren. Noch einmal vielen vielen Dank für den super Empfang und den echt schönen Abend … Ahoi !!



Menschen am Meer: Canan, 17.


In Ekincik am Strand treffe ich Canan. Canan (wie immer im Türkischen wird das „C“ wie „Dsch“ gesprochen) ist 17, ein fröhlicher Teenager, der mich anspricht, während ich am späten Nachmittag mein kleines Dinghi den Strand hinauf ziehe. Sie plappert so munter darauf los, dass ich zunächst denke, sie sei die Tochter des hiesigen Tavernenwirts, die mich in ein Gespräch verwickelt. Und unser Gespräch würde unweigerlich nach zwei Minuten ins Überreichen der Speisekarte münden. 

Tut es aber nicht. Canan hat das Wochenende mit ihrer Familie hier am Strand verbracht. Sie liebt es einfach, Englisch zu sprechen. Und da ich gerade als einziger am Strand stehe, mein Dinghi in der Hand und so aussehe, als spräche ich leidlich Englisch: voilá.

Canan hat noch alles vor sich. Sie wächst in einer muslimischen Familie auf, und noch geht sie zur Schule. Aber sie träumt davon, richtig gut Englisch zu lernen, vielleicht sogar einmal in den Ferien nach England zu gehen, um dort richtig Englisch zu lernen. Ich wünsche Canan, dass sie das schafft. Und ihren Traum von England wahr machen kann.


Und während der Muezzin ruft und ich nach unserem dreiminütigen Gespräch wieder allein in der Abenddämmerung am Feuer sitze und zusammen mit den hiesigen Katzen nachdenklich in die Flammen und in die Bucht von Ekincik schaue, fällt mir ein, was mir Eda, Unternehmensberaterin aus Istanbul, über ihr Land sagte: „Die Türkei ist nicht Europa. Die Türkei ist auch nicht Asien. Sondern etwas dazwischen.“ Damit hat mir Eda, die in USA studierte, den Schlüssel zum Verständnis ihres Landes in die Hand gegeben. 

Hoffen wir, dass dieses Land, das nicht Europa und auch nicht Asien ist, seinen schwierigen Weg zwischen den Polen zu einer eigenen Identität finden wird.

So wie Canan.










Meet & Greet

Hallo zusammen !
Schöne Grüße aus dem verregneten Koblenz. Ich bin wieder gut zu Hause gelandet. Den gestrigen Tag habe ich hauptsächlich in irgendwelchen holländischen Bimmel-Bahnen verbracht. Am Ende habe ich bis nach Koblenz ungefähr genauso lange gebraucht wie bis nach Brest vor gut 4 Wochen. Carpe liegt derweil sicher vertäut in der Marina und wartet auf ihren Kran-Termin. Das wird wohl noch ein bis zwei Wochen auf sich warten lassen. Bis dahin kann sie sich also auruhen und ein bißchen mt den Nachbarbooten klönen.

Ich weiß nicht wie ihr es seht. Aber ich fand unser Meet & Greet in Stavoren einfach nur geil! Genau so habe es mir vorgestellt. Das gleich so viele von euch aufgetaucht sind, hat mich natürlich besonders gefreut. Auch wenn es dadurch natürlich sehr schwer war, auch mit jedem ein paar Worte zu wechseln. Ich habe alles versucht und hoffe auf euer Verständnis, dass vielleicht nicht jeder seine Fragen loswerden konnte.

Ich fand den Abend jedenfalls absolut klasse und werde mich noch sicher sehr sehr lange daran erinnern. DANKE DANKE DANKE ! Hier schon mal ein paar Bilder zum nacherleben. Ich werde versuchen, die Tage auch noch ein paar bewegte Bilder einzustellen. Bis dahin … Ahoi !

Meet & Greet Stavoren
Sogar mit Transparent .. klasse !
Was ist denn das da oben ?
Der letzte Anleger
Geschafft !
Großes Hallo
Yiiehhaaa !
Ankunft nach über 2 Jahren
Die letzten Meilen
Das Wetter stimmt
Mit Fackel in der Hand
Eines von vielen Erinnerungsfotos
Super Empfang direkt an der Mole
Sind die alle wegen mir da ?
Einfahrt in den Stadthafen
Ein Landungsbier für alle
Und Prost ...
Und Prost ...
Kann man ihn schon sehen ?
Meet & Greet Stavoren
Gruppenbild mit Leuchtfeuer
Bitte recht freundlich
Jemand noch ohne ?
Na denn Pro-host
Guido ist happy

Unser türkischer Traum aus Stein

Nach meiner Ankunft in Kiel bin ich mit meiner Frau direkt in die Türkei in unsere Ferienwohnung gefahren. Das klingt so großspurig aber ich will hier nicht angeben, sondern anregen! Wie kommt also nun ein armer Musiker zu einer Wohnung in der Türkei? Wie schon an anderer Stelle im Blog erwähnt rate ich jedem Menschen seine Träume niemals aus den Augen zu verlieren. Wie soll das Leben einem Gutes tun, wenn man sich nichts wünscht? Aus meiner Erfahrung heraus funktioniert das eigentlich immer ganz gut, wenn man seine Träume nur ernst genug nimmt. Seit meinem ersten Urlaub am Mittelmeer vor 35 Jahren träume ich also nun von einem Haus/Wohnung am Meer. Natürlich war ich mir dabei stets bewusst, das dieser Wunsch vollkommen ausserhalb meines finanziellen Rahmens liegt, kann ich mir ja üblicherweise kaum die Miete leisten. Bis…? Ja, bis uns im Urlaub in der Türkei ein Freund von Freunden seine Wohnung zum Verkauf anbietet. Einfach aus Spaß sehen wir uns diese an. Zwei Stockwerke, Terrasse, ein Zipfel Meerblick. Preis um die €50.000.-. Aus Frankreich oder Italien wusste ich, das in so einer Lage schon eine Null mehr dranhängen würde, und irgendwie erschien mein langgehegter Wunsch in der Türkei plötzlich realisierbar. Aber natürlich eigentlich immer noch unbezahlbar für uns. 

Obwohl….hmmm, wenn wir alles zusammenkratzen , Lebensversicherungen und anderen Tüdelkram auflösen und dann über 10 Jahre finanzieren würden? Bei einer Rate von ca. €500.-, jeder von uns beiden also €250.- für diesen Traum aufbringen würde? Hmm..erstmalig erschien mir dieser Traum irgendwie greifbar, und wir hingen am Haken. Gleich 10 Wohnungen haben wir uns in den letzten 2 Tagen des Urlaubs noch angesehen. Eine hatte die beste Aussicht, eine (teurere)  den besten Schnitt. Zurück zuhause verloren wir dann alles zunächst etwas aus den Augen, bis ich aus Spaß einmal mit einer Bank eine Finanzierung durchgerechnet habe. Irgendwie passte es aber immer hinten und vorne nicht. Zuwenig Eigenkapital, aus Deutschland nicht möglich, keine Sicherheiten…irgendetwas war immer. Es konnte, wenn überhaupt, also nur die günstigere Wohnung mit der besten Aussicht werden. Dann zeigte sich eine türkische Bank in Deutschland, die Isbank, mit einem Mal gesprächsbereit. Wir sind mit Anzug und Kostüm dann zum Banktermin gegangen und….ab hier wird es nun zu kompliziert um in die Einzelheiten zu gehen, aber irgendwie war es zwar superknapp, aber doch machbar! Oha, nun mussten wir uns entscheiden…eigentlich haben uns alle abgeraten. Wir wohnten ja in Hamburg auch noch zur Miete, aber die Träume von meiner Frauund mir passten zusammen und wir sagten: OK!! Wenn nicht jetzt, wann dann? 

Ich würde im Nachhinein nun keinem Deutschen raten ein Immobiliengeschäft in der Türkei ohne Makler abzuwickeln, aber wir waren so wahnsinnig. Im Oktober erst besichtigt, gehörte die beste Aussicht im Februar bereits uns. Nach einem Chaos aus sehr lauten Preisverhandlungen, wackeligen Schecks, türkischem Grundbuchamt und was weiss ich noch allem, standen wir ohne Wasser und Strom nun in unserer ersten eigenen Wohnung. Es dauerte dann immer noch zwei Jahre, bis wir den ersten Urlaub auch mal geniessen konnten (ohne Ämterstress und Baumarktbesuche) aber mittlerweile hat sich alles eingegroovt und wir sind bis heute glücklich über den Spontankauf. Die Raten waren spürbar, aber auch machbar und uns die Sache wert. Schon vier Jahre später konnten wir dann (aus weiteren glücklichen Umständen, andere Story!) die Finanzierung ganz ablösen und sind nun Eigentümer. 
Die Moral der Geschichte: Kein Traum ist so verrückt, das er nicht irgendwann wahr werden kann!! Die Vernunft sprach dagegen, aber der Bauch dafür. Schön das wir auf den Bauch gehört haben, und gerade Raki trinkend und über das tiefblaue Mittelmeer auf die Insel Samos schauen. Aber ich wollte ja nicht angeben… 
Weitere Infos unter www.hhpromotion.de 

Der neue Gustav

20141021

Wenn der Skipper kleinlich wird

“Nein, dass ist keine Kirschentkernungsmaschine. Das ist unser neue Autopilot.“ Feines Teil. Was? Der Jefa Motor unter der Steuersäule ist zwar o.k., nutzt aber das ganze Cockpit als Resonanzkörper. Sprich, er ist laut wenn er zu arbeiten hat. Da ist der Skipper empfindlich, wenn er nicht in Ruhe schlafen kann. Da hat der Skipper den halben Weg von den Bahams bis zu den Azoren drüber nachgedacht.

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Torsten war da und hat die Halterung angefertigt. Unter der Decke unseres achterlichen Lockers, wir nennen es unseren Keller, ist der Zylinder von Lecomble & Schmitt jetzt angebracht und steuert das Ruder der MARLIN direkt – wenn wir das so wollen. Über die drei Schläuche erzeugt der 24V Motor ordentlich Schub bis zu 700kg um die 27 Tonnen MARLIN in die richtige Richtung zu steuern. Der Hydraulikmotor ist schallschluckend an der Decke aufgehängt und auf einer Teakholzplatte angebracht, die auf ebenfalls schallschluckender Matte quasi schwimmt, also keine Schraubenverbindung zum Bootskörper hat. Leider hatte ich nicht das entsprechend dicke Kabel um die Einheit bereits anzuschließen. Zum Wochenende wissen wir mehr. Ob sich der ganze Kopfschmalz, Erfahrung und Materialaufwand gelohnt hat. „Wenn jemand auf der MARLIN Krach macht, dann nicht der Autopilot!“ Wirklich wissen tun wir es wohl erst nach dem ersten Sturm auf dem Weg nach Norwegen.

Mobiles Internet (PrePaid) nun endlich auch in der Türkei

Daran sind wir in der Türkei schon öfter gescheitert. Entweder hätten wir einen türkischen Wohnsitz nachweisen müssen oder das Handy sollte in der Türkei aufwendig registriert werden bzw. dort gekauft worden sein. Nun endlich bietet Turkcell auch eine einfache PrePaid Option für Ausländer an. Die SIM Karte kostet dabei einmalig 40 Lira, dann gibt es Aufladeoptionen zu 1, 2 und 4 GB. Die 4GB Option kostet 42 Lira inkl. 1 Stunde Gesprächszeit nach Deutschland. Es ist also immer eine Telefonoption mit eigener Rufnummer dabei, was bei den sonst üblichen Telefongebühren absolut Sinn macht. Erhalten kann man alles im Turkcell Shop in fast jedem größeren Ort. Dabei die Turkcell Europe wählen.  Die Karte wird vor Ort freigeschaltet, es wird bar bezahlt und dabei der Ausweis kopiert. SIM Karte einsetzen, PIN eingeben, Paket Daten einschalten, Roaming ausschalten. Fertig! 
ENDLICH müssen wir nicht mehr für jede Mail in ein Cafe rennen, sondern surfen bequem von Terasse oder Charterschiff aus :-)

Mit Sicherheit an Bord

Beim Ausräumen des Bootes ist mir aufgefallen, wie viele Ausrüstungsgegenstände ich aus sicherheitstechnischen Gründen dabei hatte. Es reist sich einfach entspannter, wenn man weiß das man auf Notfälle gut vorbereitet ist. Gebraucht habe ich davon wenig. Aber: Better safe then sorry. Man kann natürlich noch mehr machen (z.B.: AIS, EPIRB, Rettungsinsel), das geht dann aber auch alles sehr ins Geld. Ich habe hier einmal zur Anregung für die eigene Reiseplanung eine Liste der Dinge gemacht, die ich zur Sicherheit an Bord hatte. Natürlich ihne Anspruch auf Vollständigkeit und so nehme ich natürlich gerne weitere Vorschläge an, um die Liste zu vervollständigen. Für meine Ostseereise fühlte ich mich damit aber bereits sehr gut ausgerüstet.

Persönliche Ausrüstung
– Warme, regendichte Kleidung und Schuhe
– Gute Sonnenbrille
– Kopfbedeckungen gegen Sonne
– Rettungswesten mit integriertem Gurt
– bei längeren Fahrten immer am Mann:
schwimmfähiges Funkgerät, Nico-Signalgeber, Taschenlampe mit Blitzfunktion
– Neoprenanzug zum Tragen im kalten Wasser
– Handschuhe mit Leder an Handflächen und Fingern

Überbord
– Safety Lines über beide Bootsseiten
– Lifebelt zum Einpicken in die Weste immer an Deck bereit
– Rettungsleiter mit Lösevorrichtung aus dem Wasser
– 2 Tampen mit Knoten zum Greifen über Süll am Achterschiff
– Rettungsring mit langer Leine
– Schlauchboot als Rettungsinsel

Notfall 
– 10 rote Raketen
– Handfackeln
– Knicklichter
– Nicosignalgeber
– UKW DSC Funkgerät
– Handfunkgerät
– Vuvuzela als nicht-elektrischer Signalgeber

Position
– mehrere GPS Systeme bereit, davon eines mit Batterien statt Akku
– immer 2 GPS Systeme in Betrieb (System1: Plotter, System2: Garmin eTrex mit Verbindung zum Funkgerät für aktuelle Position bei DSC Alarm Auslösung.
– Seekarten für alle Gebiete, r egelmässigerPositionseintrag nach eTrex Angabe, dabei ständiger Vergleich mit Plotterposition
– Handbücher für alle Reviere, Jachtfunkdienst

Lecksicherung
– Leckstopfen aus Weichholz
– StayAfloat Paste
– Beil um an versteckte Lecks zu kommen
– Automatische (mit akustischem Alarm) und manuelle Bilgepumpen
– Pütz immer bereit
– 2 lange Kanthölzer und Säge
– Diverse Holzkeile
– Sitzkissen auch als Leckstopfen nutzbar
– Feste Plane mit Augen als Lecksegeloption

Brandschutz
– 2 Feuerlöscher greifbar in Halterungen
– 1 Fireknockout in der Backskiste
– Löschdecke griffbereit
– Rauchmelder

Sonstiges
– Viel Werkzeug für Notreparaturen
– Ersatztampen in ausreichender Länge, Ersatzgroßschot
– Ersatzschäkel (Soft und Hard), Blöcke, Beschläge
– 2 lange schwimmfähige Schleppleinen
– Harz, Härter, Matte
– Ersatzimpeller, Schläuche, Klemmen
– starker Handscheinwerfer
– 2.tes vollständiges Ankergeschirr
– Ersatzfernglas
– zusätzliche unabhängige Batterie mit eigenem Ladegerät
– Inverter 12V auf 220V zum Netzbetrieb der Handys oder GPS
– Kabel, Sicherungen
– Dicke Batteriekabel als Blitzableiter für die Wanten
– Segelnadeln, Garn und Handschuhe, Segeltape
– Verbandskasten und umfangreiche Reiseapotheke
– Kanthölzer passend auch als Notpinne
– Paddel
– Teflonband und Hanf
– Schraubklemmen zur Notreparatur von Wantendrähten
– Grosse Eisensäge und Bolzenschneider zum Wantenschneiden
– Radarreflektor im Topp
– Segelmesser in Reichweite (um bei Bedarf Schoten zu kappen)
– Sturmfock und 3.tes Reff im Groß

Sozialverhalten unter Seglern

Dinghie SchleppEVOLUTION
Der rote Faden sozialen Miteinanders wird bereits in Kindsköpfen zart verknotet. Aaaatich sein – nicht Hauen oder Kneifen – Bonsche teilen – Helfen – Trösten – das Credo allen sozialen Verhaltens ist geprägt von Abläufen, die wir gemeinhin akzeptieren, denen wir uns – stillschweigend oder nicht – unterwerfen, und dessen wesentlicher Grundstein der Respekt sowie Emphase gegenüber unseren Mitmenschen ist. WEITERLESEN