Monatsarchive: August 2013

Curacao

Buntes Leben

Auf Curacao braucht man vor allem eins, Geduld und Zeit. Am besten plant man immer gleich die doppelte Zeit ein, dann kann nichts schief gehen. Das fängt beim Warten auf den Bus an und hört beim Warten auf die Rechnung im Cafe auf. Macht nichts. Beate und Tara haben Urlaub und wir haben eh Zeit. Unsere Überfahrt war dafür schnell, in ein paar Stunden hat uns der Passat gestern die knapp 36 Seemeilen nach Südwesten gepustet. Begonnen in Lee ohne, beendet in Luv mit ordentlich Welle. Fische gefüttert hat keiner, gefangen haben wir allerdings auch nichts.

Vom ruppigen karibischen Meer ging es dann in die Lagune von Spanish Waters. Im Eingang ein Golfplatz, grasgrüner Rasen auf einer Insel, auf der noch nicht einmal Orangen, geschweige denn anderes Obst wächst. In der Einfahrt ist feiner Sand aufgeschüttet, Schirmchen und Liegestühle im Sand, flaches, türkisfarbenes Wasser durch einen Bootspontoon geschützt. Huch, das war vor 11 Jahren noch nicht da, so aufgeräumt. In der Anchorage von Spanish Waters bläst es mit 20 Knoten den Berg runter, drei Ankerfelder sind betonnt, wer außerhalb ankert, bekommt Ärger mit der Küstenwache. Irgendwo finden wir ein Plätzchen, wo wir unser Eisen ablegen können, schön nah am Dinghidock, denn mit 3,3 PS und 6 Personen kommt man nicht weit. Sundowner auf dem Vordeck, geruhsamer Schlaf, heute ohne Mücken. Kein Wunder, gegen den Wind kommen sie nicht an.

Heute stand Einklarieren auf dem Plan, wie gesagt, ohne Geduld kommt man nicht weit. Allein im Zollgebäude verbringen wir eine geschlagene Stunde, das Computersystem ist neu und irgendwie weiß keiner so genau, wie es funktioniert. Der Officer scheint jedoch nett zu sei, denn während wir Weiber im Warteraum auf einem grün-schwarzen Bildschirm irgendein Fahrradrennen verfolgen, hören wir Micha in der Amtsstube Schenkelklopfen und Witzchen reißen. Die Immigration ist in Otra Banda, auf der anderen Seite des Wassers, irgendwo im Containerhafen, da wo die Häuser spärlicher und heruntergekommener sind. In Otra Banda findet man aber auch die Cafes und Restaurants der Locals. Während an der Uferpromenade Wasser über den Köpfen der weißweintrinkenden Kundschaft zur Abkühlung zerstäubt wird, dreht sich in Otra Banda ein einsamer Ventilator. Es gibt Arepas (Maiskuchen) mit Bohnen und Empanadas, Salsamusik aus den Lautsprechern und Plastikteller, echt südamerikanisch. Kein Wunder, der Besitzer ist ein stattlicher Venezolaner, mit Goldkettchen. Auf den Straßen ist alles bunt, nicht nur die Häuser strahlen in leuchtenden Bonbonfarben, auch die Klamotten. Europäisch dezente Kleidung in grau, braun, oliv und weinrot sucht man vergebens. Ringel in Pink und Lilia, Karos in Neongrün und Leopardenlook sind angesagt. Gestern habe ich festgestellt, dass mittlerweile 50 Prozent meiner Sachen Löcher haben, ob das hier der geeignete Ort zum Aufbessern der Gaderobe ist?

Zum Tagesabschluß gibt es ein Bier in der Fischerkneipe mit Live Musik. Sarifundis, den alten Seglertreff gibt es nicht mehr, ist abgebrannt vor ein paar Jahren und aus bautechnischen Genehmigungsgründen nicht wieder eröffnet worden. Dafür trifft man sich am Fisherman’s Dock, auch schön. Holzige Klappstühle, nette Bedienung, billiges Bier und gute Pommes, was wollen wir mehr am Freitagabend nach einem staubigen Stadttag?

Eine Woche im Paradies

Mit roten Augen und noch etwas müde sitze ich um neun Uhr an einem Freitag Morgen auf einem grasgrünen Plastikstuhl in einer zitronengelben Küche, rauche eine Zigarette, weil ich diesen Moment unbedingt festhalten muss, aber meine Gedanken genauso bunt durcheinander gewürfelt sind, wie diese Kombüse. Heute soll es weiter gehen, nach Cayenne, Französisch-Guayana. Eigentlich wollten wir nur drei Tage hier bleiben – unser Visum ist schließlich schon um zwei drittel überzogen und wir befinden uns illegal im Land – kurz unser Crewmitglied Lena verabschieden, niemanden aufnehmen und schon am Montag weiter fahren, aber Jericoacoara wollte das nicht.

Rote Augen, gelbe Küche, grüner Stuhl - nur fünf Stunden zuvor

Die Ankunft war schon aufregend. Das GPS hatte leider Recht, denn wir müssen im Dunkeln, kurz nach Sonnenuntergang den Anker schmeißen. Eigentlich machen wir so etwas ungern, im Dunkeln ankommen. Wir denken, noch ziemlich weit weg vom Strand zu sein, mit viereinhalb Metern Wasser unter dem Kiel und wundern uns aber keine fünf Minuten, nach dem die Segel unten sind, was das da für ein Licht ist. Kann das ein Auto sein? Nee, hat keine roten Rücklichter, ist bestimmt so ein kleines Fischerboot – ganz schön schnell aber. Als wenn in Brasilien alle Autos rote Rücklichter hätten… Es war natürlich kein Boot, denn zwei Stunden später gehen Segel und Anker wieder hoch und ein paar hundert Meter weiter wieder runter, denn jetzt war es nur noch eine Hand breit Wasser.

Die Sonne ist untergegangen und Jeri hinter diesem Hügel

Am nächsten Morgen stellen wir dann fest, dass Wind, Strömung, Entfernung zum Strand, unser Schlauchboot und Paddeln heute in keiner guten Konstellation stehen. Also kommen endlich die beiden Surfbretter zum Einsatz, die wir seit über zwei Jahren ungenutzt mit uns schleppen, denn auf so einem Surfbrett kann man ziemlich gut und schnell vorankommen, um an Land dann einen Fischer/Fährmann zu organisieren. Das Problem nur: Wasser, Bretter und ich waren in dieser Konstellation noch nie zusammen.

Na klar, Palmen in Wüste vor blauem Wasser mit Kitesurfer - sehr vielversprechend!

Benni ist schon im Wasser, ich reiche die Bretter an und springe hinterher, bekomme noch einen Tipp „Körper aufs Brett und los!“, witzele „Ach, nicht drunter?!“ und dann ist der Captain auch schon weg. Ich rutsche links vom Brett, rechts vom Brett, treibe rückwärts und steige wieder an Bord. Reicht ja, wenn einer Hilfe holt. Eine halbe Stunde später kommt Benni tatsächlich in einem coolen Dingi mit starkem Motor und einem Kitesurfschulenbesitzer am Steuer wieder zurück und wir werden an Land gebracht.

Surreal ist es hier. Wüste mit riesigen Dünen direkt am Meer, es gibt keine Straßen, nur kleine Pousadas, Mädchen mit bunten Armen, keine Bank und keinen Geldautomaten, bzw. keinen, der Visa akzeptiert. Mit unserem Kram setzen wir uns in eine Bar mit WIFI und wissen noch nicht wirklich, wo wir heute Nacht bleiben, denn zurück zum Boot würde noch mal fünfzig Reais kosten. Da bekommt man schon ein Zimmer mit Frühstück für.

Der Captain holt Hilfe und ist mal nicht am Steuer

Von meinen Sorgen nichts ahnend baut sich in unserer Bar gerade ein Musiker auf. Sehr professionell erdet er mit einem Messer im Sand und langem Kabel seinen Mixer, ich darf seinen Strom für unsere Rechner anzapfen und bin gespannt, was jetzt wohl gleich kommt. So ein Surfertyp, mit gold-verspiegelter Sonnenbrille, nassen Locken und Muskelshirt gesellt sich auf die Bühne und ich kann da gerade nicht glauben, wie großartig er die Geige fiedelt!

Davi hinter dem Wahrzeichen von Jeri, dem "Pedra Furada"

Das war Davi. Von da an ging alles viel zu schnell, deswegen sind wir auch schon vier Tage zu lang hier: Wir müssen Davi natürlich aufnehmen, versacken mit ihm am ersten Abend in der „Cevicheria“, am zweiten beteiligen wir uns an der Völkerwanderung auf die Düne zum Sonnenuntergang gucken, holen das Cello vom Boot, um in der „Cevicheria“ aufzuspielen und ab sofort zum nicht-zahlenden Inventar dazuzugehören, am dritten fahren wir durch die Wüste zur Lagune „do paraiso“, bleiben auf dem Hinweg aufgrund Motorproblems liegen, auf dem Rückweg dann etliche Male stecken, schaffen es aber, zahlen abends für das Essen, Reis und Bohnen, nur die Hälfte, wir sind ja Einheimische, am vierten spielen wir wieder in der „Cevicheria“, es hatte ja allen soooo gefallen, am fünften gehen wir surfen, gucken Sonnenuntergang von einem anderen Strand, spielen, essen und trinken natürlich wieder in der „Cevicheria“, am sechsten schaffen wir es dann endlich Davi bei dem Wahrzeichen Jeris aufzunehmen, dem „Pedra Furada“ und der siebte Tag ist jetzt.

Spaß am Strand von der Lagune "do paraiso"

Die vergangene Woche war einfach so großartig, dass alles Negative aufgewogen und mit einer Welle der guten Erinnerung überspült wird: Die Überfälle in Rio und Salvador, die über tausend Euro an Mechaniker, für Reparaturen ohne langfristigen Erfolg, das geklaute Ventil in Fortaleza… alles ist gut.

Überall Paradies auf dem Weg zum Recording Ort

Davi kommt herein. Vor einer halben Stunde lag er noch in der Hängematte, die Hände wie zum Gebet gefaltet. Wofür er wohl gebetet hat? Wir starten eine halbherzige Unterhaltung über das Unvermeidliche: Wollen wir nun endlich mal, so früh wach, zu dem tollen Frühstückslokal gehen, wo wir schon vor fünf, vier und drei Tagen nichts zu Essen bekommen haben, weil wir zu spät waren, oder doch einfach selbst etwas Kleines zubereiten?

Auch er ist noch müde und wirtschaftet so um mich herum. Müllbeutel werden herausgetragen, sein Hund Snoop bekommt Futter, mein Aschenbecher wird geleert. Nebenbei summt er eine Melodie, die ich irgendwo her kenne. Was war das noch mal? Google weiß es. „To France“ von Mike Oldfield. Wieso singt er das jetzt? Und warum passt das so gut?

“Taking on water, sailing a restless sea” / “Far from the islands don’t you know you’re never going to get to France” / “Walking on foreign ground, like a shadow”

flattr this!

memorial friday

Strandtag

und ausklariert

Bonaire ist nicht gerade der richtige Ort, um von Bucht zu Bucht zu segeln. Ankern ist generell verboten, da das gesamte Gewässer um die Insel ein Marine Schutzgebiet ist. Und selbst wenn es erlaubt wäre, es wäre nicht ratsam, Der Sand- und Korallenschuttstreifen an der Leeseite ist gerademal ein paar Schiffslängen breit, danach geht es steil in die Tiefe. Da hält kein Anker, wenn der Wind mal auffrischt. Um unseren Gästen aber dennoch ein bisschen einsame Postkartenidylle zu bieten, fahren wir heute wieder nach Klein Bonaire. Die Mouring hat sich gestern bewährt und der Skipper hat noch Handyempfang und kann sich dem startenden Geschäft nach dem Sommerloch widmen.

Ich nehme die Damen mit an den Strand, Flossen, Schippen, Eimer und Schnorchel, alles was man braucht. Der Sand ist perfekt für ganze Burgenlandschaften und Torten geeignet, hinter dem Streifen Sand beginnt das Bonairegestrüpp. Es finden sich Muscheln, Korallenskelette, kleine Krabben und Einsiedlerkrebse, kurzum, alles, was Maya und Lena lieben und ihrer Freundin zeigen wollen. Die Mütters dürfen im spärlichen Schatten sitzen und quatschen, nen bisschen wie am Sandkastenrand auf dem Spielplatz, nur schöner.

Während ich auf das Wasser schaue, steckt plötzlich eine Schildkröte den Kopf aus dem Wasser um Luft zu holen. In Windeseile ziehen wir unsere Flossen und Schnorchel an, doch Mr. Turtle ist abgetaucht. Schade, dafür erwartet uns ein wunderschönes Riff, medizinballgroße Gehirnkorallen schon im 50 cm tiefen Wasser, Geweihkorallen zum Anfassen nahe und Fischschwärme in allen Farben. Beate lotse ich zur Riffkante, einmal über den Tellerrand in die Tiefe schauen, die unglaublichen Gärten erahnen, die es hier unter Wasser zu entdecken gibt. Ein wunderbarer letzter Schnorchelausflug.

Denn morgen geht es weiter nach Curacao. Segeln mit Gästen, oder erweiterter Crew, wie es auf der neuen Crewliste steht. Gnädigerweise haben uns die Beamten schon heute für Morgen ausklariert, nach dem Frühstück geht es los. Bananen und Cracker sind gekauft, die Tauchflaschen verstaut, fehlt nur noch das Segelkleid und eine Mütze Schlaf, dann kann es losgehen.

Kroatiens EU-Beitritt: Nachversteuerung, Zolldeklaration & Gebühren für Skipper

Kroatien EU-Beitritt

Seit dem 1. Juli 2013 ist das Urlaubsland Kroatien 28. Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Inzwischen liegen dem ADAC konkrete Informationen zu den Änderungen für Skipper und Bootseigner vor. Diese betreffen insbesondere:

  • Vignetten
  • Schifffahrtssicherheit
  • Befeuerung
  • Nachversteuerungspflicht
  • Überführung der Boote/Yachten in den freien EU-Warenverkehr

Die wichtigsten Informationen von EU-Kommission, kroatischen Ministerien und Handelskammer hat der ADAC für Sie zusammengestellt.

Vignette und sonstige Gebühren 2013

Auch nach dem EU-Beitritt sind Bootstouristen verpflichtet, Gebühren für Schifffahrtssicherheit, für Befeuerung und für die informative Seekarte zu bezahlen. Dies geschieht aber nicht mehr mittels Vignette. Nach Entrichtung der Gebühren erhält der Eigner jetzt einen Zahlungsbeleg, der mitgeführt werden muss.

Ausnahme: Keine Gebühr entfällt auf Wasserfahrzeuge mit einer Länge von bis zu 2,5 m (vorher 3 m) und einer Motorleistung von bis zu 5 kW.

Die Gebühren für Schiffsicherheit, Befeuerung, Info-Karte und Verwaltung bleiben unverändert.

3 Beispiele

  • Für 4-5 m lange Sportboote fallen Gesamtgebühren in Höhe von 420 Kuna an.
  • Ein 8-9 m langes Boot kostet unverändert 955 Kuna.
  • Für 12-13 m lange Boote wird wie bisher eine Gesamtgebühr von 1765 Kuna erhoben.

Alte Vignetten bleiben gültig

Die im Jahr 2013 erstellten Vignetten behalten ihre reguläre Gültigkeit. Ab 1.4. 2014 ist dann laut Auskunft der Handelskammer eine weitere oder ersetzende Gebühr geplant. Es handelt sich um „Entgelte für die Schifffahrtssicherheit und für den Schutz gegen Umweltver-schmutzung“. Die Höhe der Gebühren ist abhängig von Länge und Motorleistung des Wasserfahrzeuges. 

Aufenthaltsgebühr

Neben den genannten Gebühren wird laut Handelskammer weiterhin eine Aufenthaltsgebühr von Eignern und Nutzern der Boote und Yachten erhoben, wenn diese „länger als 5 m sind, eine eingebaute Koje haben und für Urlaub, Entspannung oder Kreuzfahrten genutzt“ werden. Der Pauschalbetrag liegt je nach Bootslänge und Aufenthaltsdauer zwischen 150 Kuna für 5-9 m lange Boote bei einer Aufenthaltsdauer von bis zu 8 Tagen sowie 1.700 Kuna Jahresgebühr für Yachten über 20 m Länge.

 

Zölle, Nachversteuerung & Zolldeklaration – Übergangsfrist bis 31.03.2014

Mit dem EU-Beitritt ist Kroatien auch Teil der Zollunion der EU geworden. Damit müssen Boote und Yachten, die sich zu diesem Zeitpunkt im Status der vorübergehenden Einfuhr befanden und von EU-Bürgern eingeführt wurden, bis zum Ende der Übergangsfrist am 31.03.2014 in den freien Warenverkehr innerhalb der EU überführt werden. Das Verfahren muss gegenüber den zuständigen Zollbehörden mittels Zoll-Deklaration beendet werden. Die Einfuhrumsatzsteuer wird dann bei Verlassen des Verfahrens erhoben.

Boote sind von der Einfuhrumsatzsteuer befreit, wenn

  • das Datum der Erstinbetriebnahme des Wasserfahrzeuges vor dem 01.07.2005 liegt,
  • der Betrag der Mehrwertsteuer bei der Einfuhr weniger als 160 Kuna betragen würde,
  • der Bootsbesitzer nachweisen kann, dass die Steuer bereits berechnet und in einem EU-Mitgliedsstaat bezahlt wurde.

Für betroffene Eigner, deren Boote noch nicht im freien Warenverkehr der EU sind, bestehen nach Information des kroatischen Finanzministeriums und der Handelskammer in Kroatien 3 Möglichkeiten zur Überführung:

1. Überführung in den freien Warenverkehr

Für das Boot müssen Einfuhrumsatzsteuer und ggf. der Einfuhrzoll beim zuständigen Zollamt entrichtet werden. Der Einfuhrzoll kann entfallen, wenn wie oben beschrieben, der Bootsbesitzer nachweisen kann, dass die Steuer bereits berechnet und in einem EU-Mitgliedsstaat bezahlt wurde.

2. Überführung in einen EU-Mitgliedsstaat im Transitverfahren T1

Wurde für das Boot weder Zoll noch Einfuhrumsatzsteuer/Mehrwertsteuer entrichtet, muss dieses im Transitverfahren T1 überführt werden. Wenn das Boot dann innerhalb der EU verbleiben soll, erfolgt die Zollabfertigung in dem Mitgliedsstaat der EU, in den das Boot überführt wird.

Da die Abwicklung des Zoll- bzw. Transitverfahrens auf elektronischem Wege erfolgen muss und das Ausfüllen der Formulare für Laien schwierig ist, wird empfohlen, für die Ausfertigung der notwendigen Papiere eine Spedition zu beauftragen.

 3. Ausführung aus der EU – hierzu wenden Sie sich bitte an die zuständigen Zollbehörden!

Auch Eigner, deren Wasserfahrzeuge sich zum Zeitpunkt des Beitritts im Verfahren der vorläufigen Einfuhr in Kroatien befanden und den Status der EU-Gemeinschaftsware haben, müssen laut Handelskammer 2013 durch eine Zoll-Einfuhrdeklaration bis zum 31.3.2014 eine freie Inverkehrssetzung erwirken.

Weitere Hinweise liefern auch die Fallbeispiele der Informationsunterlage der Europäischen Kommission TAXUD/A2/SPE/2013/058-DE, S. 24 ff., deutsche Fassung.

Weitere nützliche Quellen

DesTopNews 2013-35

Going Off The Wall

Divers Paradiese

What’s going on on MARLIN

Was gibt es zu berichten? Das wichtigste vom Tag: Nathalie und ich waren Tauchen. „Tauchen Hurra!“ Nathalie hatte ihren letzten Tauchgang in 2005. Ich weiß es nicht mehr. Unterwasserschiff schrubben gilt ja nun nicht wirklich. Oder? Is ja auch egal. Wir haben noch eine 12L Aluflasche für die MARLIN erstanden. Gebraucht. Is klar. Und noch ein BCD für Nathalie. Größe S. Das passt. Und noch einen zweiten Automat. Gebraucht. Is klar. Die Flasche bekommt einen Stempel beim lokalen Tauchflaschentest und wir lassen die Tanks bei der erstbesten Tauchschule füllen. Beate ist da, kann die Kinder behüten und endlich, endlich mal wieder lassen sich Nathalie und Micha ins blaue Nass hinter dem Heck der MARLIN ins Wasser fallen. Es geht runter auf 20 Meter. Testtauchgang. Geil. So geil, geiler geht es nicht. Wir lassen uns vorbei treiben. Ein angefütterter Kaiserfisch hängt an meinen Flossen. Superschöne Korallen. Was soll ich sagen. Es ist still hier in Bonaire unter Wasser. Es ist eben Tauchers Paradies. Wir haben nichts verlernt. Wir können uns nicht streiten, wir reden nicht über Kinder, wir gleiten einfach nur dahin. Schade, dass wir keine UW Kamera haben. So gerne hätte ich ein paar Bilder, ein paar Sequenzen aus der Tiefe mitgebracht.

Das war gestern. Heute haben wir mit Tara und Beate, unseren Gästen und Freunden dann doch endlich verlegt. Ein bisschen schwierig mit dem großen Boot. Eigentlich sind nur Boote bis 55 Fuß an der Waterfront erlaubt. Ich habe uns einfach kleiner gemacht. Wir wollten ja eh ein 55 Fuß Boot haben. An den Tauchmourings ist nur 45 Fuß erlaubt. Hmm. In Klein Bonaire lassen wir uns wieder fallen. Platsch! Erst mal schauen ob die Mouring o.k. ist. An der Mouringleine geht es runter. 20 Meter, 25 Meter, 30 Meter, Nathalie gibt ein Zeichen, dass es ihr reicht. Auf vierzig Meter finde ich endlich den Betonblock. Wirklich nicht grade groß. Für die zwei Stunden wird er halten. Auf 30 Meter geht es an einer Steilwand vorbei. Tauchen ist so schön. Danke Beate: Fürs Aufpassen auf die Kinder. Wunderschöner Tauchgang.

Dies und Das

Staubige Schotterstrassen

Aus der Hängematte

An der Strandpromenade beginnt das allabendliche „Brumm… Bruumm der Motorräder und getunten Autos“ Bonaire ist klein. Sehr klein. Es gibt nicht viel zu tun, es passiert nicht besonders viel. Eine eigenständige Romantik. In der Hängematte liegend genieße ich die Ruhe. Allein an Bord der MARLIN. Es war nur ein Kabelbruch und die Umwältzpumpe wälzte manchmal um und eben manchmal nicht. Fehler, die man liebt. Irgendwann findet man sie und dann ist man glücklich. Die Hochs eines Seglerlebens. Jetzt überhitzt der Fischer Panda Generator nicht mehr und brummt friedlich sein Abendlied, wenn ich in der Hängematte liege und der Sonne beim Schichtwechsel zuschaue. Auch über alles was heute wieder schief gegangen ist, könnte ich schreiben, kann ich auch lassen. Den Augenblick genießend schubse ich mich ein bisschen am Achterstag an und die Gedanken, sie schubsen einfach so mit. Hängemattenromantik.

Wir haben es geschafft. Jawohl! Die Hauptaufgabenliste ist nach gut sieben Monaten abgearbeitet. Der Wassermacher tut seinen Dienst, die Tanks sind voll. Wir sind unabhängig. Die MARLIN ist in Ihren Dienst gestellt. Ab sofort gehen wir über in die normale Pflege, Wartung und Erweiterung im normalen Bootsalltag. Meint: Jeden Tag geht etwas kaputt. Jeden Tag werden Kleinigkeiten repariert. Das gehört dazu. Das normale „Rauf und Runter“

Gestern durfte ich ausgehen. Befreundete Segler gibt es hier nicht. Gut, dann ziehe ich eben alleine los. Am Trubel im „Karel’s“ trolle ich mich vorbei, lande in einer Latinobar am Stadtrand. Am Tisch sitzen drei Jungs, ich frage ob ich mich dazusetzen darf. Auf Spanisch versteht sich. Verwunderung in den dunklen Augen von Roman und Isaac. Die dominikanischen Arbeitsimmigranten werden schnell nett und nehmen mich in Ihre kleine Partyrunde auf. Abwechselnd bestellen wir das bevorzugte Bier. Presidente heißt es. Außer mir ist kein Gringo an Bord. Ich erzähle aus meinem Leben, sie erzählen aus ihrem Leben. Wie viele Kinder, von wie vielen Frauen. Womit man sich so durchs Leben schlägt und immer wieder „Prost (Salud)“. Die leeren Flaschen fallen laut klirrend in einen Pappkarton neben dem Tisch. Das Zeichen für die Bedienung für eine neue Runde. Ich werde weitergegeben, muss Hände schütteln. Ausschließlich Männerhände, mit Schwielen, kraftvolle Hände die Häuser bauen, Reifen wechseln. Zu später Stunde fahren wir durch einsame Straßen, in noch einsameren Vororten. Mit der Polizei gibt es keine Verträge. Es wird sich weder angeschnallt, noch werden Helme auf den Motorräder getragen. Bonaire ist klein. Jeder kennt jeden und auf den wenigen Straßen passieren anscheinend keine Unfälle. Wir erreichen das Schlusslicht. Nüchtern ist keiner mehr. Ein paar dicke Kolumbianerinnen wedeln mir ihren billigen Parfumduft um die Nase. Roman lächelt mich an. Ich schüttle mit dem Kopf und schon sind wir wieder alleine am Plastiktisch. Im Fernsehen läuft eine Reportage über chemische Kampfmittel. Ich fange an doppelt zu sehen. Zeit nach Hause zu kommen. Auf meine Frage, bringen mich die Jungs genauso schnell wieder zum Dinghy, wie sie mich vorher abgefüllt haben. Nette Kerle. Der Außenborder ist unter den Steg gekommen. Der Gangschalthebel ist abgebrochen. War klar. Irgendwas musste ja noch schief gehen. Wenigstens war der Vorwärtsgang noch drin und ich fahre in Schlangenlinien nach Hause. Mein Partybedarf ist vorerst gedeckt.

Klar hatte ich heute dann einen megadicken Kopf. Man hat es schon schwer als Seebär, als Seemannsgarn spinnender Kapitän. Und so will mir heute auch gar nichts gelingen. Zum wieder normal werden schnorchle ich zum Karel’s, der Promenadenkneipe, wo der abgebrochene Hebel liegen sollte. Statt Hebel finde ich den fischreichsten Schnorchelplatz von Bonaire. Hier fällt so viel ins Wasser, die kolumbianische Bedienung füttert dann noch in den Morgenstunden die Fische, wenn noch keine Gäste da sind. Ein echter Schnorchel-Geheimtipp. Eigentlich müsste ich heute Belege für die LUNATRONIC Buchhaltung zusammensuchen, aber ich schaffe es nicht die UMTS Karte für den Internetzugang wieder aufzuladen und auch ansonsten sind schwere Einbußen der Gehirntätigkeit durch den übermäßigen Partytrubel der letzten Nacht zu bemerken. Also beschränke ich mich auf eher einfache Tätigkeiten wie Tauchflasche abholen und Beschriftung vom Schaltpanel am Kartentisch anfertigen. Sonntag eben. Heute gehe ich bestimmt früh ins Bett.

Nationalpark

Staubige Schotterstrassen

Maya schreibt: Die TARA, meine beste Freundin ist gekommen. Sie schlafen zwar noch nicht auf der MARLIN, aber sie kommen jeden Tag. Meistens unternehmen wir etwas. Oder wir gehen schnorcheln und manchmal können wir auch in der Ferienwohnung schwimmen gehen, aber übermorgen ist Schluss damit, denn die Tara kommt auf die MARLIN und schläft dann auch auf der MARLIN. Heute gehen wir ins Naturschutzgebiet. Wir steigen ins Mietauto. Wir fahren los. Erst zu so einer besonders schönen Küste, dann zu denn Echsen. Die Echsen haben gedacht, meine Füße wären etwas zu essen. Die waren richtig groß. Danach sind wir zum blow hole gefahren, das spritzt richtig und dann haben wir gepicknickt und sind schnorcheln gegangen.

Zwischenstopp auf dem Dirty Market

Morgens um sechs lassen wir in Maceió neben duzenden Fischerbooten unter Segeln den Anker fallen. Hier macht die Mittelklasse Brasiliens Urlaub – die Strände der knapp einer Millionen Einwohner starken Stadt sollen die schönsten Stadtstrände im ganzen Land sein. Nur leider wurde der Strand, an dem wir ankommen, seit den fünfziger Jahren dermaßen verdreckt, dass die Badekultur eine Bucht weiter gen Norden gezogen ist. Wir tragen unser Dingi über Plastik hinweg aus dem Wasser auf den Strand und parken es dort, wo wir denken, dass die Flut es nicht stehlen kann – zwischen zwei Autos. Jedoch kommen gleich ein paar Männer aus der zum Strand zugehörigen Favela und machen klar: Gebührenfreie Parkplätze gibt es hier genauso wenig, wie im Rest des urbanen Brasiliens oder der Münchener Innenstadt.

...und in diesem Moment fällt der Anker in Maceió

…und in diesem Moment fällt der Anker in Maceió

Das war mal ein schöner Strand

Das war mal ein schöner Strand

Wir parken unser Dingi optimal

Wir parken unser Dingi optimal

Mit ein paar Reais weniger in den Taschen marschieren wir an der Promenade entlang in Richtung Altstadt. Eigentlich auf der Suche nach einem Café, vielleicht am Strand, das Frühstück serviert und ein WIFI-Zeichen an der Tür hat. Zielsicher biegen wir jedoch an den richtigen Ecken ab und lassen an irgendeiner Kreuzung die Strandidee zurück, um eine halbe Stunde später verloren im riesigen „Hipermarket“ zu stehen. Es gibt hier im Eingangsbereich ein Café und einen Laden mit Internetzugang. Mit Händen und Füßen versuchen wir den unterschiedlichen Angestellten unsere Vision einer Fusionierung zu erklären. „Hyper Hyper“ singt H.P. Baxxter dazu wenig hilfreich in meinem Kopf und ich kann mich trotz der verschallerten Laune des ersten Tages an Land beherrschen, nicht laut mitzusingen.

Da kommt eine auf uns zu, die definitiv auch nicht von hier ist. Heather ist gebürtige Amerikanerin und hat mit ihrem Mann Fabio gerade ein Restaurant eröffnet. Von elf bis drei gibt es hier ein extrem billiges Mittags-Buffet im passenden Ambiente. Direkt gegenüber vom Supermarkt. Und im Laden daneben haben Fabios Eltern ein Trödelgeschäft, in dessen eisgekühltem Büro wir ins Internet dürfen! Wäre das schon mal geklärt. Jetzt brauchen wir nur noch Frühstück, aber das lässt sich in dem „Hipermarket“ ja finden. Irgendwas schön fettiges, das wir auf See auf unserem wackeligem Herd nicht zubereiten können. Wir entscheiden uns für Broiler.

Broiler essen im Hiper Markt

Broiler essen im Hiper Markt

Am nächsten morgen stehen wir schon um vier Uhr auf, um mit Heather und Fabio auf den „Dirty Market“ zu gehen. Die beiden müssen Zutaten für ihr Restaurant einkaufen und hier gibt es einfach alles: Rinderhälften, ganze Rinder, Innereien, Fisch und auch Live-Tierschlachtung! Überall stehen den ganzen Tag Menschen auf engstem Raum zusammen im Halbdunkeln und zerkleinern Fleisch.

Hannes im Fleisch

Hannes im Fleisch

Eigentlich heißt der Markt „Mercado do Producao“, doch ich komme mir mit meiner Kamera vor, wie ein Spion vom Gesundheitsamt. Blut spritzt gegen gekachelte Wände und auf zementierten Boden, ein Stückchen Fleisch für den Hund fliegt über die Theke, und gleich noch eins! Ich lehne mich aus Versehen gegen eine Rinderhüfte. Keine fünf Minuten später fotografiere ich gedankenverloren wunderschön geschichteten Speck und werde fast von einhundert Kilo Mensch mit fünfzig Kilo Rind über den Schultern umgerannt. Dies ist kein Ort für Vegetarier oder Träumer.

Der ist ja nocn niedlich: Den Mann, der mich beinahe umgerannt hat, habe ich leider nicht mehr "erwischt"...

Der ist ja nocn niedlich: Den Mann, der mich beinahe umgerannt hat, habe ich leider nicht mehr “erwischt”…

Fabio führt uns hinter den Laden, wo er gerade fünfzehn frische Hühnchen bestellt hat. Während ein Mann mit leerem Blick die Hühner aus Kisten angelt, um sie dann kopfüber in ein Edelstahl Rondell zu hängen, unterhalten wir uns über unsere Einstellung zum Essen. Alle, die da sind, um sich das Spektakel anzuschauen, sind sich einig: Wir essen gerne Fleisch und wollen auch wissen, wo die Filets herkommen. Der Mann hat jetzt ein Messer in der Hand und schlitzt Huhn für Huhn den Hals auf. Ich revidiere: Es macht mir zumindest nichts aus, zu wissen, wo die Filets herkommen… auch wenn ich bei dem Geflügel-Gestank froh bin, heute Morgen nichts gegessen zu haben.

So federig ist das Filet vor seiner Formvollendung

So federig ist das Filet vor seiner Formvollendung

Die Gang vom "Dirty Market": Fabio, Heather, Michi, Lena, Hannes, Benni (v.l.n.r.)

Die Gang vom “Dirty Market”: Fabio, Heather, Michi, Lena, Hannes, Benni (v.l.n.r.)

Nach einem kurzen Aufenthalt an einem der schönsten Stadtstrände Brasiliens können wir für die nächste Überfahrt schon wieder abgepackte Wurst kaufen, ohne an die Ausgangsform derselben denken zu müssen. Mit unendlich vielen Tüten bepackt stehen wir im Dunkeln vor unserem Dingi und überlegen, ob wir zwei Mal fahren müssen, oder es riskieren können, alles auf ein Mal mitzunehmen. Die Entscheidung nimmt uns eine lachende Alkoholfahne mit singendem Portugiesisch ab. Der dazugehörige Mann hat ein größeres Dingi und will uns gerne zu unserer Marianne fahren. Während er das eine lange Paddel, das am Ende seines Holzbootes befestigt ist, im Stehen rhythmisch hin und her bewegt, erzählt er uns seine Lebensgeschichte, die wir leider nicht verstehen. Doch mit einem hysterischen Quieken markiert er für uns die Höhepunkte, sodass auch wir lachen können und die Unterhaltung nicht abbricht, bis wir ihm, mit den Einkäufen an Bord, „muito obrigado“ für den Fährdienst ein paar Reais zustecken und er auf die Lichter der Strandbar zusteuert.

Ein wenig dunkel, aber das ist unser Fährmann

Ein wenig dunkel, aber das ist unser Fährmann

Wir dagegen verstauen Lebensmittel und anderen Kram seefest in unserer Marianne. Im Morgengrauen lichten wir den Anker, lassen uns von der Ebbe hinausziehen, hissen die Segel und nehmen Kurs auf Fortaleza, einer knapp zwei Millionen Einwohner starken Stadt, mit noch mehr schönsten Stränden Brasiliens…

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Safari auf Bonaire

Esel, Ziegen und Flamingos

Unsere Gäste haben sich akklimatisiert. Hitze, Luftfeuchtigkeit, fremde Gerüche und schaukelnde Boote können keinen mehr schocken, Zeit für ein bisschen Sightseeing. Ohne Pickup kommt man hier nicht weit, da alle interessanten Gegenden nur auf Schotterstraßen mit Schlaglöchern zu erreichen sind. Bezüglich des Mietwagens hatten wir die Wahl zwischen Pick-Up und Smart, nicht schwer zu erraten, auf wen die Wahl gefallen ist. Ein neuer Herr Beuger, mit Flamingo auf dem Nummernschild und natürlich Ladefläche für die Schnorchel Ausrüstung und den restlich Pröll, den man, mit nun drei Kindern, so mitschleppen muss.

Den Skipper lassen wir zu Hause, fünf Weiber kann er immer nur stundenweise ertragen. Grobe Zielrichtung heute Südost, die Lagune Lac mit ihren Mangroven. Die Vegetation hier auf Bonaire ist nur auf den ersten Blick karg, riesige Kakteen und Mangroven bieten vielen Tieren Schutz. Am südlichen Sandstrand der Lagune ist alles fest in Windsurferhand. Beach Bars mit bunten Brettern und Liegestühlen, ausgefallene Bikinimode, Surfermucke aus den Lautsprechern. Ein ganz anderes Klientel als die Taucher auf der Leeseite. Hochsaison ist jedoch nicht, nur wenige bunte Segel sind trotz perfekter Bedingungen draußen zu sehen. Ein paar Meter weiter finden wir den öffentlichen Strand mit Schatten ohne kostenpflichtigen Liegestuhl. Flossen an und rein ins Wasser, Schildkröten gibt es zu entdecken.

Bei der anschließenden Fahrt rund um die Lagune gibt es allerhand Tiere zu entdecken, die Hauptattraktion: Flamingos. Lachsrot sind sie hier und heute in großen Schwärmen zu sehen. Ihr Gefieder färbt sich rot durch die Ernährung, die kleinen Krabben sind durch den Verzehr roter Algen rot gefärbt, der Farbstoff lagert sich im Gefieder ab. Außenseiter, die als letzte an die Futterstelle gelassen werden und weniger vom großen Kuchen abbekommen, sind dementsprechend blasser gefärbt, wie wir selbst beobachten können. Ob sich ähnliches bei der Verteilung von Gummibärchen oder Schokostreuseln an Kinder einstellen kann? Unser absoluter Liebling ist jedoch ein wilder Esel, mit dem Lena sogar ihre letzte Möhre teilt. Geduldig steckt er sein weiches Maul durchs Beifahrerfenster und wartet auf Nachschub.

Doch den müssen wir erst besorgen, an unserem letzten Tagesstop, keine Wildnis, sondern pure Zivilisation, der bekannte holländische Supermarkt Albert Heijn. Den gab es nicht vor 11 Jahren, brandneu, riesengroß. Die Angestellten, auch die Männer, tragen lila Hemden. Ich fühle mich wie damals mit der IRON LADY Ijsselmeer. Schokostreusel, Honigbrot, Vla, Chocomel und alter Gouda, alles da. Gemüse muss wieder selbst abgewogen werden und fast erwarte ich an der Kasse einen Bezahlautomaten zu finden. Da sitzt aber glücklicherweise eine nette Venezolanerin. Glück gehabt. Essen darf man übrigens nicht im ah, darauf werde ich bestimmt vom Security Officer hingewiesen, als ich den halb verhungerten Kindern eine Scheibe holländisches Brot in die Hand drücke. Hm, ich glaube das nächste Mal gehe ich dich wieder zum Chinesen um die Ecke.