El Niño: Am Panamakanal droht Blauwasserseglern Mega-Stau
Weniger Schleusungen, knappe Termine: Warum Langfahrtsegler ihre Panamakanal-Passage jetzt sehr früh planen müssen – und weshalb der Jahresbeginn 2027 besonders schwierig werden könnte.
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Die Ausbildungsyacht “Walross IV” war bei der Parade anlässlich der 250-Jahr-Feier der USA. Skipper Oliver Krist über die offizielle Rolle der “Walross IV” als Botschafterin Berlins.
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Ein kanadischer Einhandsegler ist mit seinem Katamaran auf dem Weg von Darwin nach Christmas Island. Als er sich zweimal nicht wie vereinbart bei seiner Familie meldet, schlägt sein Bruder Alarm. Daraufhin startet eine der aufwendigsten Rettungsaktionen mitten im Indischen Ozean.
Lea Rambadt leitet mit Mitte 20 ihre eigene Segelmacherei. Im YACHT-Podcast spricht sie über das Handwerk und die häufigsten Fehler bei der Persenning.
08.09.2026; Vanuatu/Espiritu Santo/Palikulo Bay; Tag 4.483; 30.106 sm total
„Sie haben eine Lücke in Ihrem Lebenslauf.“
Jedes Mal, wenn mein Blick auf unsere Australienkarte fällt, kommt mir dieser Satz aus der Personalabteilung in den Sinn.
Vor zwei Monaten habe ich in Port Vila auf einer Mauer gesessen und auf Achim gewartet. Wieder fällt mir unsere Lücke im Lebenslauf ein. Und dass uns der Pazifik so gut gefällt. Einmal raus, dann kommen wir nicht zurück.
Als Achim mich an der Mauer abholt, mache ich den Vorschlag: „Was hältst du davon, wenn wir noch eine weitere Saison im Pazifik bleiben? Lass uns nach Australien segeln. Da gibt es eine Lücke zu stopfen.“
Ich blicke in große Augen, gefolgt von einem schiefen Grinsen. „Lass mich drüber nachdenken.“ Das Denken fällt kurz aus, bereits am Abend ist es beschlossene Sache. Wir ändern unsere Pläne.
Diese Lücke in der Australienrunde ist der Stein des Anstoßes.
Die wollen wir mit Atanga und nicht mit dem Auto schließen (das gibt prima Raum für weitere Planänderungen
).
Die Vorbereitungen dafür sind recht einfach. Wir brauchen nur hinzusegeln. Schlappe 1.200 Meilen bis nach Cairns. Bis Mitte November geht das gefahrlos. Wir sind noch außerhalb der Zyklonsaison. Der Wind wird schräg von hinten oder der Seite kommen – wahrscheinlich von der ersten bis zur letzten Meile.
Strecke Vanuatu nach Cairns. Nichts im Weg, Kurs 266°. Klingt so erstmal einfach.
Wind nach Cairns. So sieht es nahezu jeden Tag in der Vorhersage aus. Klingt so erstmal einfach.
Als Hürde bleibt das Thema mit den Visa übrig. Von unserem Tasmanien-Besuch haben wir noch ein 3-Monate-E-Visum. Das ist gültig bis Mitte Dezember. Damit kommen wir problemlos rein. Dann können wir alle drei Monate in Australien um weitere drei Monate verlängern. Der Pferdefuß dabei: Wir müssen jeweils für einen Tag ausfliegen. Wohin ist egal. Deutschland (hurra, liebe Menschen besuchen), Neuseeland (pfui!, aber warum nicht?) oder nach Borneo (Affen bestaunen).
Die Möglichkeiten sind unerschöpflich.
Damit wir bis zum Ende der neuen Zyklon-Zeit – im Mai – nur einmal ausfliegen müssen, wollen wir nicht vor dem 1. November in Australien ankommen.
Bis hierher ein guter Plan.
Leider läuft unser Visum für Vanuatu am Samstag aus. In vier Tagen. Selbst, wenn wir trödeln, wären wir zu früh in Cairns. Daher ist die schlaue Idee geboren, in Vanuatu einen Monat Verlängerung zu beantragen.
In Luganville waren wir bei der Immigration, um zu fragen, wie wir das anstellen sollen. Die nette Beamtin: „Ihr müsst das online machen. Am besten fünf Tage vorher.“
Das war Achim zu knapp. Der Antrag ist letzte Woche rausgegangen und hat den Status „unter Bearbeitung“ erhalten. Seitdem still ruht der See.
Immigration Office. Lange Schlange, aber der Weg zum Visa-Schalter ist frei. Hier melden die Menschen auch die Geburten ihrer Kinder an.
Der Sprechschlitz liegt kurz über Kniehöhe. Nicht optimal für längere Diskussionen.
Wir sind nicht so ruhig. Sollte bis Samstag nichts kommen, sind wir dann bereits illegal? Oder nicht? Morgen fahren wir noch einmal nach Lunganville und hoffen auf Auskünfte.
Die Idee, am letzten Tag offiziell auszuklarieren und uns vier Wochen in irgendwelchen Buchten zu verstecken, haben wir verworfen. Es ist beliebig unwahrscheinlich, dass Vanuatu davon etwas mitbekommt. Die Offiziellen hatten ja nicht mal ein Funkgerät beim Einklarieren, geschweige denn ein Fahrzeug. Aber die Belohnungen, falls wir erwischt werden, sind zu groß. Es stehen bis zu 100.000 Euro im Raum, plus Meldung an ein internationales „rotes Register“ mit Visa-Vergehen.
Außerdem haben wir vor den Fragen in Australien deutlich Respekt. Die Inselstaaten im Pazifik werden zunehmend als Drogenstrecke von Südamerika aus genutzt. „Wo waren sie eigentlich die letzten sechs Wochen? Ach, der feine Herr ist Chemiker. Dann wollen wir doch mal schauen …“

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