Archiv der Kategorie: News & Blogs

Zäh und zögerlich in Richtung Ziel

America's Cup World Series: <p><br />
	ACWS vor San Digo</p>

Erneut ist eine Frist ohne nennenswerte Neuigkeiten verstrichen. Die Verteidiger tun sich schwer mit dem Durchstart in den 35. America’s Cup

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ORC-Weltmeister kommen aus Italien und Estland

Das WM-Podium der ORC-A mit der deutschen Bronze-Crew der 'Silva Neo'.  ©segel-bilder.de

TP52 „Enfant Terrible“ fing die norwegische „Santa“ im Finalrennen noch ab. „Silva Neo“ holt die einzige deutsche WM-Medaille. Weiterlesen

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Erklärung/Interpretation des Fotofilms.

Na? Gestern schön die Augen verdorben? Ich wusste, dass die Kommentare genauso kommen. Hier meine Erklärung, was ich mir mit dem Film gedacht habe. Wer sich hier Fotos ansehen will, der kann einfach die Kategorie “Galerie” oder das Schlagwort “Galerie”, bzw. “Foto” ansehen. Fotos gibt es hier genug. Um genau zu sein, 4754 Bilder auf […]

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back to sea

We’ve gone sailing for a couple weeks. First real vacation for us in a year so it’s extremely wonderful, especially since the weather’s been glorious thus far and we’ve even had dolphins racing with the boat as we’ve cruised this heavenly nature of the Long Islands.

Check in on our Facebook if you want to see at least a tad more updates.

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Die Pommern – Kein Museum wie jedes Andere

“What can one do in this town? – Oh, we have a very nice maritime musuem!” Danke, kenn ich schon…

So, oder so ähnlich, hat sich nicht nur eine Unterhaltung in den letzten Monaten abgespielt. Ich möchte ja niemandem zu nahe treten, aber ein Seefahrtsmuseum gibts gefühlt an jedem gebuddelten Becken mit mehr als 3 Häusern. Die ersten sind noch interessant, aber spätestens seit Litauen wiederholt sich das ganze. Umso erwähnenswerter ist es aber, dass es auch noch maritime Gedenkstätten gibt, die wirklich fesseln und begeistern. Und die Pommern, das berühmte Museumsschiff in Mariehamn gehört definitiv dazu.

Die Decks im Originalzustand.

Meine Motivation zum Besuch war anfangs eher mäßig und eher dem “kulturellen Pflichtprogramm” von Zeit zu Zeit geschuldet. Es hat sich aber von vorne bis hinten gelohnt. Die Pommern gehört zu den Flying-P Linern der Hamburger Laeisz Reederei und ist ein Schwesterschiff der Passat und Kruzenshtern, ex Padua. Nach Mariehamn ist sie durch den åländischen Reerder Eriksson gekommen, der als letzter weltweit noch auf Segelschiffe zum kommerziellen Frachttransport setzte. Als die Pommern nicht mehr rentabel betrieben werden konnte, wurde sie der Stadt Mariehamn als Museumsschiff, mit der Bedingung sie im Originalzustand zu belassen, übergeben. Und gerade das macht ihren Reiz aus.Ich kenne viele Museumsschiffe. Die Passat, HMS Victory, und allein auf dieser Reise die Aurora oder mittlerweile die Wasa. Abgesehen von der englischen Victory war aber keins so lebendig wie die Pommern. Ich bin auch schon auf mehreren Großseglern eine Zeit lang gefahren, kenne also den Betrieb dieser Schiffe. Umso fasziniert mich, wie dieses Schiff gesegelt wurde. Wie die Mannschaft (gerade mal 24 Mann, das ist nix auf so einem Dampfer) gelebt und gearbeitet hat. Die Pommern ist mit allen Räumen bis hin zum Kielschwein frei zugägänglich. Das kommt der Lebendigkeit und dem Verständnis sehr zugute. Nur in die Toppen wollte man mich irgendwie nicht lassen… ;-)

Rigging.

Die Räume der Mannschaft, das Hauptdeck, die Ladedecks, welche heute zahlreiche Vitrinen mit Gegenständen des Schiffsbetriebs beherbergen, all das hat mich sehr beeindruckt. Wer mal auf einem Großsegler mitgefahren ist wird aber verstehen, dass mich eine Tatsache ganz besonders beeindruckt hat. Das Schiff ist von Mariehamn auf die andere Seite der Welt nach Australien oder Chile gefahren. Und das mit gerade einmal 24 Mann Besatzung. Und davon nur 16 Decksleute. Zum Vergleich: Die moderne Dreimastbark Alexander von Humboldt fährt mit ca. 60 Mann Besatzung. Diese 24 Mann mussten dieses riesige Schiff und 4 Masten komplett allein bewältigen. Das macht gerade einmal 6 Mann pro Mast. Was für eine Arbeit während der Segelmanöver, vor allem beim Brassen (Schiften der Rahen bei Halse und Wende) gewesen sein muss, kann ich mir sehr gut vorstellen. Und das Monate am Stück. Wahnsinn….

Am Ruder.

Es gibt zwar einige Erklärungstafeln und Museumsvitrinen, aber trotzdem sind die meisten Räume so hinterlassen als ob der Koch oder Bootsmann jeden Moment aus der Mittagspause zurückkommen können. Tagsüber weht die Flagge der Ålands am Besan. Und unter der Wasserlinige hört man das Plätschern der Ostsee am stählernen Rumpf. Und gerade das lässt die Pommern so lebendig erscheinen. Es ist kein steril hergerichtetes Etwas, sondern ein echtes maritimes Denkmal.

Auch das angeschlosse Museum, welches sich auf die Ålands und speziell den alten Segelschiffen widmet, ist einen Besuch wert. Auch hier sind die Exponate alles andere als alltäglich.

Ansonsten lasse ich jetzt einfach mal die Bilder für sich sprechen. Und falls es euch jemals nach Mariehamn verschlägt: Lasst euch die Pommern auf keinen Fall entgehen!

Viermastbark Pommern
Auch heute kommt das Schiff noch sehr majestätisch daher.
Die Decks im Originalzustand.
Die Kombüse.
Machen die nicht heute in Rasenmähern?
Rigging.
Die Ankerwinsch in der Vorpiek.
Das Vordeck. Wer mal auf nem kleineren gestanden hat weiss, wie es hier bei Schwerwetter rauf und runter gehen muss...
An Deck.
Also das würde ich jetzt reklamieren...
Das Mannschaftslogis. Die Mannschaftsdienstgrade umfassten nur 16 Mann!!
Die hatten zwar mechanische Fallwinschen für die Rahen zur Hilfe...
...Die weitaus häufigste Aufgabe, das Brassen, wurde aber kommplett von Hand erledigt...Ächz.
Der Großtopp
S/V Pommern.
Die Kammer des 1. Offiziers.
Die Etappe lässt es sich gut gehen...
Der Kapitän hat aber noch mehr Auswahl.
Wie in Nordkorea: Bild vom Chef an der Wand. Gustav Eriksson.
Der Kapitänssalon.
Am Ruder.
Den eigenen Kahn fest im Blick.
Ich stelle mir vor wie ruhig und stetig die Bewegungen dieses Schiffes gewesen sein mussten.
Selbst die Frachtdecks sind frei zugänglich.
Bis man alle Segel von so nem Oschi drauf hat vergeht eine Weile. Glaubt mir...
Die Seilerei.
Schiffszertifikat.
Interessanter Passagiervertrag....
10m bis zur freien Luft.
Für den Juristen: Alte Seefrachtbriedfe und Ladungsdokumente..
Das Plätschern des Wassers am Rumpf lässt das ganze Schiff lebendig wirken.
Sogar Segel werden noch fürs Foto gesetzt. Die Pommern lebt.
Wahre Worte im angeschlossenen Museum.
Nicht die Pommern! Hat nur 3 Masten.
Pamir.
Tolles anschauliches Modell eines kompletten Topps.
Auch die hiesige Schifffahrt kommt nicht zu kurz.
Jeder Aspekt wird beleuchtet.
Bis hin zur Seenotrettung...
Auch mein kleines Paradies, Kobba Klintar, wird beschrieben.
Ein kleiner, vor den Inseln gefundener, Torpedo.
Alle auf den Ålands registrierten Schiffe werden im Modell gezeigt.
Auch alte Schiffsmotoren sind ausgestellt. Kein Einheitsbrei dieses Museum....
Bei modernen Motoren hat man sich dankenswerter Weise auf einen Zylinder und eine Nockenwelle beschränkt...;)

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Beule am Kopf

Ich habe eine sehr große Beule am Kopf, die meine Unfähigkeit zu lernen bezeugt. Mein  Boot hat gerade Stehhöhe aber in den Durchgängen muss man sich bücken. Und bestimmt zweimal jeden Tag vergesse ich das und zack, wieder einen auf die Beule…und immer auf die gleiche Stelle. Ich glaube manchmal das jede Laborratte lernfähiger ist als ich.

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Segel-Olympia 2024: Tauziehen zwischen Kiel, Rostock und Travemünde

Wo liegt Deutschland bestes Olympiarevier, hier in Travemünde, oder vor Schilksee oder Warnemünde?  ©Marina Könitzer

Wenn Hamburg in zehn Jahren Olympiastadt werden soll, buhlen die schönen Töchter um die Austragung der Segelregatten. Kiel-Schilksee und Lübeck-Travemünde, aber auch Rostock-Warnemünde könnten es sein. Weiterlesen

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3 Jahre DIGGER. Fotofilm.

Vor ziemlich genau 3 Jahren habe ich zum ersten Mal eine Varianta 18 zur Probe gesegelt. Im Spätherbst 2011 dann kam ein neues Boot bei mir an – DIGGER. Eine Fotofilm-Rückblende. Man nehme: Einige hundert Bilder, Musik, After Effects. Alles zusammen in die Timeline werfen, Titel davor und fertig. Heraus kommt eine Rückblende der letzten […]

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Überwachung

20140808

Banditen tragen schwere Säcke

Wir passieren die deutsch-holländische Grenze. Über uns Kameras die jeden Wagen filmen, der sie passiert. Immer schön lächeln. In der Schleuse, auf den Brücken, im Nordseekanal, überall wird man gefilmt, aufgenommen und das Gefilmte gleich übertragen, weltweit. Wenn unsere Leser die Webcam der Schleuse xy aufrufen, würden sie schneller sehen, wann sich die Tore öffnen, als wir. Bei der Autovermietung unterzeichnet Micha den Vertrag mit dem Finger auf dem I-Phone, auch der Wagen überwacht was wir tun, Warnung hier, Warnung da. Achtung Gefahrenstelle. Bitte Denken abstellen, die Elektronik macht das schon.

Wir sind noch nicht wirklich angekommen, rennen hinterher oder bleiben einfach stehen und widmen uns unserem Fahrtenseglertrott bis uns die Wirklichkeit wieder einholt. So wie gestern. Nach 11 Tagen mit 7 Personen auf See waren Kühlschrank und Backkisten leer. Richtig leer. Keine Butter, keine Eier, kein Brot, von Gemüse und Fleisch ganz zu schweigen. Aber find mal einen Supermarkt im Zentrum von Amsterdam. Wir verlegen also, noch eine Schleuse, dann sind wir im Markermeer. Der kleine Ort Durgerdam hat einen süßen Yachtclub, ein paar Stege und einen sicheren Ankerplatz vor der Tür. Aber ansonsten gibt es nichts. Kein Laden, kein Bäcker, kein Kiosk. Nicht einmal einen Zigarettenautomaten für die Jungs. Der Hafenmeister zuckt nur mit der Achseln, müsst ihr halt nach Amsterdam. Klar, mal eben. Hier machen eben alle Urlaub, haben das Auto mit einer Kofferraumladung Aldi oder Albert Heijn vollgemacht. Glücklicherweise haben unsere Freunde von der ELIN uns die Koordinaten eines Supermarktes gemailt. Der internationale Informationsfluss über Funk funktioniert bestens.

Auf der anderen Seite der Ij ist in den letzten Jahren ein Neubaugebiet entstanden, schicke Häuser, einige Marinas, früher war hier nur Wasser. Mittendrin ist der Supermarkt. Mit Einkaufsliste und Geld schicken wir die Jungs am frühen Abend los. Der Weg ist weit, einmal quer über die Ij, inklusive Schleuse, 30 Minuten Dinghifahrt. Zwei Stunden später liegen wir Mädchen in der Abendsonne auf dem Vordeck und wundern uns über den Helikopter, der seine Runden über der MARLIN zieht. Wollen die zu uns? Übungsflug? Ist ja komisch, so spät am Abend werden doch auch keine Rundflüge mehr angeboten. Unsere Gedanken werden vom Ruf der Zwillinge unterbrochen, die gerade zurückgekommen sind. Im Dinghi den schweren Verproviantierungssack mit Klopapier, Mülltüten und Lebensmitteln. Wir haben kaum die Beute im Kühlschrank verstaut, als ein Polizeiboot mit Blaulicht auf uns zurast. Was denn jetzt? Wir haben uns doch brav überall gemeldet, unsere Rechnungen bezahlt und überhaupt. Die werden doch nicht jetzt wegen der Nacht im Kanal kommen. Ob man da doch nicht liegen durfte?

Im Schnellboot sitzt ein sehr holländisches Polizistenpaar, groß, blond, langhaarig die Beamtin, sommersprossig und rothaarig der Kollege. Frau Polizistin grinst übers ganze Gesicht, der Kollege kann sich sein Lachen kaum verkneifen. „Ward ihr das mit dem Dinghi auf der anderen Seite?“ „Äh, ja, die beiden Jungs hier, ist das verboten?“ „Was habt ihr da gemacht?“ „Ähm, eingekauft, bei Albert Heijn, hier auf der Seite gibt es ja nichts und nach 14 Tagen auf See haben wir nichts mehr zu essen.“ „Ja, das haben wir uns auch schon gedacht! Ein paar Leute haben ein verdächtiges Boot gemeldet. Zwei junge Männer in dunkler Kleidung und schweren Säcken, sie haben vermutet, dass eingebrochen wurde!“ Wir sind sprachlos. Das ist kein Aprilscherz, oder?“ „Habt ihr nicht den Helikopter gesehen? Der ist wegen Euch los, hat das Dinghi verfolgt, damit wir sehen konnten, wo ihr hinfahrt. Wir haben ja gleich gesagt, dass ihr einkaufen ward, aber gemeldet ist gemeldet, dem mussten wir wohl nachgehen! Tschuldigung für die Störung, habt noch einen schönen Abend.“ Unter lautem Gegacker verschwinden die beiden im Gleitflug. Völlig verdattert lassen sie uns zurück.

Nun immerhin müssen wir uns keine Sorgen machen, wir sind ja gut überwacht.

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Vorschlussrunde der ORC-WM vor Kiel

Vor dem Finale aus Bronze-Platz: die Crew der GP42 'Silva Neo'.  ©segel-bilder.de

Vor dem Finalrennen der ORC-WM haben Norwegen, Estland und Italien die besten Titelchancen. Die „Silva Neo“ will Podiumsplatz verteidigen, während die „Sportfreund“ trotz umstrittener Spezialgenua zurückfiel. Weiterlesen

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Åland Inseln

Wenn zu viel Post aus dem Urlaub kommt, war es langweilig. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall ´ne gute Entschuldigung für die Sendepause der vergangenen Tage. Gibt aber viel zu erzählen!

Öregrund habe ich nach einem Hafentag bei immer noch tropischen Temperaturen verlassen. Den ganzen Tag über ist es fast immer über 30 Grad warm. Die Flaute der letzten Tage machte das Ganze nicht angenehmer. Aber nun soll einen Tag mal ganz anständiger Wind wehen.  Außerdem hat sich durch die langanhaltende Hitze hier in den Schären bereits ein beachtlicher Algenteppich gebildet. Also auf zu den Åland Inseln. Auf See ist das ganze auch durch das kühlende Wasser und die leichte Brise viel angenehmer. Komisch eigentlich. Bei der Hitze will man am liebsten nichts machen, dabei ist es draußen eigentlich wesentlich angenehmer. Traumhaftes Segeln.  27 Grad, 3-4 Bft. schön von der Seite – so kann es ewig weitergehen. Wie bei allen perfekten Segeltagen kommt das Ziel dann eigentlich viel zu schnell.

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Abends komme ich auf den Ålands an. Ich wollte allerdings noch nicht zu DEM Hotspot, Mariehamn. Dort ist bestimmt eh nix mehr frei um die Zeit. Stattdessen habe ich mir etwas anderes ausgesucht. Die kleine Lotseninsel Kobba Klintar, ganz am Rand der Inseln. Die Lotsenstation ziert sogar das Cover des örtlichen Revierführers, es sollte also ganz nett werden. Dazu gehört ein noch winzigerer Hafen, der im Hafenführer eigentlich nur als Lunch-Stopover ausgewiesen ist. Egal, das Wetter ist ruhig, ich kann mich dünn machen, wird schon. Auf Kobba Klintar steht eine riesige weiße Ansteuerungsbake. Das wäre an so einem Ort nicht weiter erwähnenswert, wenn ich diese Bake nicht schon den ganzen Nachmittag vor mir gehabt hätte. Habe selten so ein markantes Seezeichen gesehen. Bei absoluter Windstille laufe ich abends in den kleinen Hafen ein. Außer mir liegt nur noch ein kleines holländisches Motorboot. Und tatsächlich, mehr als 1 Segelboot meiner Größe würde hier wirklich keinen Platz finden. Die Insel selbst ist allerdings eine Offenbarung. Die Lotsenstation beherbergt heute ein kleines Museum, es gibt ein kleines Cafe, und das Fahrwasser der Großsschifffahrt führt direkt neben uns vorbei. Einzig die Mücken nerven etwas. Die treten hier in dermaßenen Schwärmen auf wie ich es noch nie erlebt habt. Ganze Strudel die klingen wie ein Starkstrom-Transformator bilden sich über den kleinen Vegetationsnestern. Aber egal. Die Geheimwaffe ANTI-BRUMM (Das Zeug heißt wirklich so) hält mir alle vom Leib. So kann ich auch den Sonnenuntergang am Westufer der Insel genießen. Und der ist eigentlich das schönste an der Insel. Kobba Klintar markiert den traditionellen Aus- und Eingang zu den Alands. Eigentlich ist es aber eine Schäre wie viele andere, doch an solchen Orten ist der Horizont immer etwas weiter als anderswo entfernt. Es ist dasselbe Phänomen was mich an Orten wie Haparanda, aber auch dem Nordkap, Kap Finnistere in Spanien, Mizen Head in Irland, oder auch Skagen reizt. Hier ist etwas Zuende. Und dahinter wartet etwas Neues. Eigentlich sind solche klugen Sprüche meistens einfach nur nervig, doch an diesen Orten nehmen sie irgendwie Gestalt an. Und so sitze ich den ganzen Abend (gut Ok, nur bis die Mückenplage wirklich so schlimm wurde, dass die Viecher IN die Bierdose geflogen sind) am Meer, schaue raus auf die hier nicht enden wollende See, sinniere über den Zweck meiner Reise und bin einfach nur zufrieden. Mehr davon bitte.

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Morgens geht es dann nach Mariehahm. Mariehamn ist mal wieder eines der Sehnsuchtsziele schlechthin. Oft sind solche mit Erwartungen vollgeladenen Orte gerade deswegen dann aber auch irgendwie enttäuschend. Gerade deswegen will ich mir das Ganze dann aber mal ganz genau anschauen. Und schon die Ansteuerung ist echt klasse. Es geht vorbei an den gigantischen Fährterminals, dem Hotel Adlon ;-) , und natürlich der Viermastbark Pommern. Der Hafen ist zwar wie gesteckt voll, ich schnapp mir aber trotzdem aber noch einen super Platz mit Blick auf die Pommern. Selbst mich alten Skeptiker packt das Umfeld sofort. Die Stimmung im Hafen ist unheimlich fröhlich, relaxt, und international. Alle Sprachen hört man irgendwo. Das passiert einem zwar auch an anderen Orten, aber irgendwie wird Mariehamn seinem Ruf als Dreh- und Angelpunkt aller Ostseereisen direkt. Während meiner Hafentage hier sehe ich (natürlich neben alle Ostseeanrainerstaaten inklusive Russland) auch Besucher aus England, Irland, Spanien, Frankreich, Italien, den Faröern und sogar Island. Das gibts zwar selbst in Kiel-Schilksee manchmal so, aber hier ist die dadurch geschaffene Atmosphäre einfach nur genial.  Mariehamn ist auch Kreuzungspunkt für zahlreiche Fährlinien in der Ostsee. So kommt es hier beizeiten vor, dass 4 dieser Brummer gleichzeitig eintreffen oder ablegen. Und das selbst Nacht. Früherhaben die Leute sehnsüchtig den davonfahrenden Passagierdampfern hintergeschaut. Nur so kann man es erklären, dass dieses Schauspiel hier nicht etwa nervend ist, sondern seinen Beitrag zur tollen Gesamtatmosphäre leistet. Wer einmal gesehen hat, wenn 4 dieser hell erleuchteten Bettenburgen gleichzeitig nachts im Dunkeln rangieren, versteht was ich meine…

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Kurz nach meinem Einlaufen trifft auch die Eisbeere ein. der Skipper Luke ist ein regelmäßiger Leser meiner Website und darüber, und über Funk haben wir uns hier auch verabredet. Ich hab ihm einen Platz neben mir freigehalten und wir sind uns auf Anhieb sympathisch und das erste gemeinsame Anlegebier dauert recht land. Die folgenden Tage werden wir immer wieder gemeinsam die Gegend erkunden. Zuallererst lasse ich mich aber mal so richtig gehen und mache Nix. Das mache ich zwar manchmal auch, aber heute nehme ich mir mal auch nix vor. So langsam komme ich dem Zustand der Tiefenentspannung immer näher. Am Abend gibt es dann das nächste Highlight. Ein deutscher Seglermythos: Pizza in Mariehamn, direkt unter dem Heck der Pommern. Und auch hier stimmt die Überlieferung. Die Pizza ist tatsächlich die beste die ich außerhalb von Italien je probiert hab. Am Ende wird jeder Hafentag in Mariehamn mit einer Pizza garniert. Die nächsten 2 Tage vergehen dann mit Sightseeing. Zuerst mal geht es mit der Eisbeere-Crew auf die Suche nach Eis. Eis heisst auf finnisch übrigens Jäatelö. Dass auf den Ålands eigentlich schwedisch gesprichen wird ist uns in diedem Zusammenhang egal, den dieses ist wohl das einzige wirklich prägnante finnische Wort. Wir machen uns also auf die Suche, nicht ohne das Objekt der Begierde regelmäßig zu rufen. Wer sich das Wort einmal vorliest versteht, welchen belustigenden Eindruck das auf die Umwelt gemacht haben muss. Aber egal, wir sind im Urlaub. Ansonsten erkunden wir noch die Innenstadt, die Pommern (über die ich später noch mehr erzählen werde), eine kurze Radtour durch die Umgebung, klassisches Hafenleben eben. Die Abende vergehen mit den Jungs und Mädels von der Eisbeere auch immer recht fix. Und die allabendliche Pizza darf natürlich nicht fehlen.

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Am Montag legt die Eisbeere dann ab. Sie wollen die Alands noch ein wenig erkunden. Ich bin aber irgendwie immer noch mit so viel Körperspannung wie ein Faultier unterwegs und bleibe. Noch ein letzter Stadtrundgang, ein nach 4 Monaten dringend notwendig gewordener Friseurbesuch, und  dannn macht Mariehamn noch einma seinem Namen als Treffpunkt von Seglern aus aller Herren Länder alle Ehre. Neben meinem holländischen Freund aus Kobba Klintar klopft dann auch noch Karsten ans Boot. Auch ein regelmäßiger Blogleser der mich hier hat liegen sehen. Lange tauschen wir und bei Bier und italienischer Studentennahrung über unsere Erlebnisse der letzten Monate aus. So erfahre ich auch, dass ich durch meine nicht zustande gekommene Motorwartung in Tallinn wohl einem echten Gauner entwichen bin. Man muss ja auch mal Glück haben.

Am Dienstag, nach 3 Hafentagen, zieht es auch mich dann aber weiter. Komisch, mich so lange festzuhalten schaffen wirklich nicht viele Plätze, aber Mariehamn ist einfach eine perfekte Mischung. Es sind wieder 32 Grad, und auf See ist das ja nun doch wie neulich gelernt angenehmer. Ich verlasse den Hafen selbstverständlich nicht ohne eine Pizza to go. Der Wind ist schwach.  Badehosensegeln ist angesagt. Nur langsam geht es voran, doch ich möcht ja eh nur irgendeine nette Insel erreichen, egal wie weit. Ich muss ein herrliches Bild abgegeben haben. Der Autopilot steuert, die Musik brüllt. Und ich mampfe in Badehose die auf der Sprayhood geparkte Pizza. Königsstimmung.

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Der Hafen von Rödhamn ist abends schon völlig überlaufen, doch die Bucht nördlich davon sieht doch ganz gut aus. Auf dem Weg dort rein bretter ich dann fast noch ein Dinghy über. Was halten die auch direkt auf mich zu?! Hat seinen Grund, es sind nämlich Birger und Klaus von der Eisbeere, die dort ebenfalls schon vor Anker liegen. Schon witzig, da ist man einem einem Archipel mit Tausenden von traumhaften Inseln unterwegs, und schon nach einem Tag laufen wir uns wieder über den Weg.  Das Ensemble in der Bucht wird dann noch von einer englischen 60 Fuß Yacht komplettiert, die mit ihrem Bugstrahlruder beim Einlaufen ganze Schwimmgruppen auseinandersprengt. Was für ein Eimer…

Die Ålands sind toll. Nur einen Bruchteil davon habe ich gesehen, aber nun wartet Schweden wieder auf mich. Und ein Wochenende in Stockholm.

 

Auf der schwedischen Seite bewegt sich erstmal kein Windhauch.
Erst am Ende der Schären lassen sich die ersten Wellen erkennen...
Die langanhaltende Hitze hat einen 1A Algenteppich gebildet.
Draussen ist das Wetter aber super. Perfektes Sonnensegeln.
Der auf den AIS paralell laufende Holländer scheint sich um die VTG´s nicht zu scheren.
Karten, Gastflagge, Führer, Anti-Brumm. Alles für einen gelungenen Aland Trip liegt bereit.
Vielleicht die letzte Gastlandflagge dieses Jahr?!
Schon von weitem ist die Bake von Kobba Klintar zu erkennen.
Kobba Klintar.
P1010514
Der Hafen dafür aber ein purer Idyll.
Angekommen auf den Ålands.
Kobba Klintar.
Das alte Lotsenhaus. Heute ein Museum.
Im Lotsenmuseum. Dieser Dieselmotor hat über mal...
ein gigantisches Nebelhorn mit 2m Durchmesser betrieben.
Lotsenmuseum.
Der Lotse hält auch heute noch Ausguck nach ankommenden Schiffen.
Ob ihn das Meganebelhorn hinter ihm aus der Ruhe bringen kann.
Leider gibts hier auch beängstiegende Mückenschwärme.
Aber auch das kann die Stimmung nicht zerstören.
Die Landschaft ist traumhaft.
Der Kollege wohnt hier dauerhaft im Hafen.
Kein Wunder, dass dieser Bronzemaler sich die Insel als Motiv ausgesucht hat.
Der Abend an den Klippen wird einer der schöneren.
Abendstimmung.
Der Horizont reicht hier ein wenig weiter als anderswo.
Selbst die vorbeiziehende Fähre wirkt von hier aus noch idyllisch.
Ansteuerung von Mariehamn.
Ja ne, is´richtig....
Die hier beheimatete Museumsbark Pommern.
Pommern.
Wenn die Fähren hier so schnell drehen, dass sie Schlagseite bekommen, ist das Fahrwasser dicht.
Geile Karren haben die hier.
Die Innenstadt ist ansonsten eher mäßig spannend.
Das Lyceum ist aber echt schön.
Eine Seglerlegende. Pizza unter dem Heck der Pommern.
Die Pommern.
Nonsuch in Mariehamn.
Auch Nachts wenden die Fähren hier zu 4. auf einmal. Echt beeindruckend.
Mariehamn bei Nacht.
Reges Hafenleben...
....beim ASS.
4 Fähren gleichzeitig. Weil Fahrpläne auffächern langweilig ist.
Kein Platz mehr für Gastlandflaggen. Wir haben ein holländisches Schiff gekapert. Früher wurde die Flagge eines gekaperten Schiffes unter die eigene gesetzt. Ob de netten Hafenmeisterin wohl dieser Brauch bekannt war.
Neuester Shoppingtrend. Rosa Hackenporsche mit Rentnerbike.
Darf man mit dem Kennzeichen überhaupt noch fahren?
Mariehamn von oben.
Die Finnen stehen auf Oldtimer...
In Rödhamn ist es mir zu voll..
Deutlich.
Also lieber vor Anker...
Ein traumhafter letzter Abend auf den Ålands.

 

 

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Nach dem heutigen Tag wird sich für die Klassen B und C der mittleren und kleinen Yachten entscheiden, wer den Cut für die Goldgruppe geschafft hat. Weiterlesen

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