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Törnbericht: von Schottland nach Island über die Färöer-Inseln

Ausgangssituation

Carsten Sommer hatte sein Schiff – die Segelyacht LOGOFF – sowohl beim Budweiser Cup von Helgoland nach Edinburgh als auch beim Rolex FastnetRace angemeldet. Zwischen beiden Regatten lag eine zeitliche Lücke von ungefähr zwei Monaten und so wurde ein Schlenker über Island in den Törnplan eingebaut. Mir gefiel die Vorstellung sofort, von Schottland über die wenig bekannten Färöer-Inseln nach Island zu segeln.

Unser Starthafen: Hafen-Edinburgh – Foto: Melanie-Kirchhöfer

Der Törn sollte uns an der schottischen Ostküste entlangführen, durch die Orkney-Inseln nach Torshaven auf den Färöer-Inseln und von dort zur isländischen Hauptstadt Reykjavik. Um in der Hälfte der verfügbaren Zeit zwei Drittel der Törnstrecke zurückzulegen, lag von vornherein der Schwerpunkt des Törns auf den Färöer-Inseln und Island.

Die Crew traf am 11. Juni in Edinburgh ein und nach einigen Vorbereitungen liefen wir mit der LOGOFF am Dienstag, den 13. Juni aus. Reykjavik erreichten wir 16 Tage später am 29. Juni.

Die Crew

Die Crew bestand aus vier Männern und drei Frauen. Mit Klaus-Jürgen Müller als Skipper lagen Planung und Durchführung des Törns in den Händen eines sehr erfahrenen Seglers. Klaus-Jürgen war 1993 einer der ersten, der den neu eingeführten Sporthochseeschifferschein (SHS) erwarb. Er skipperte seither über 23.000 Seemeilen.

Drei weitere Crewmitglieder brachten ebenfalls Hochseesegelerfahrung mit – beispielsweise durch Törns zu den Kapverden. Die restlichen zwei Mitseglerinnen und ein Mitsegler besaßen den Sportküstenschifferschein. Außerdem war eine Art Daniel Düsentrieb für Schiffsmechanik mit an Bord, der Defekte roch, bevor sie kritisch zu werden drohten.

Schiff und Ausrüstung

Die Segelyacht LOGOFF ist ein wunderschöner 47,5 Fuß langer Einzelbau aus dem Jahr 1991, den Eigner Carsten Sommer mit viel Liebe zum Detail auf den neuesten Stand gebracht hat. Die LOGOFF hat einen Stahlrumpf mit Teakdeck und zieht in jedem Hafen unweigerlich die Blicke zahlreicher Segelbegeisterter auf sich. 🙂

Die Segelyacht LOGOFF im Hafen von Heimaey – Foto: Florian Pfaefflin

Geschlafen wird in zwei Doppelkabinen im Heck und drei Einzelkojen im Bug der Yacht, wobei die Doppelkojen außergewöhnlich breit sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Yachten ist die Maschine nicht zwischen den Achterkojen sondern unter dem Salon untergebracht. Die Einzelkojen verfügen über Leesegel. Der Salon bietet eine zusätzliche komfortable Koje, die Skipper Klaus-Jürgen bei den Mehrtagesetappen gern nutzte, um im Bedarfsfall schnell an Deck sein zu können.

Die LOGOFF ist mit zwei Dieseltanks von je 180 Liter ausgestattet und kann in zwei Wassertanks insgesamt 460 Liter bunkern. In der Vorbereitung wurde darauf verzichtet, ein Satellitentelefon mitzunehmen, weil es für diesen Törn laut Skipper Klaus-Jürgen nicht unbedingt erforderlich war.

LOGOFF an der Küste von Island unter Segeln – Foto: Melanie Kirchhöfer

Für die Navigation gibt es einen Zeus²-Plotter, auf den sich bei bestehender Mobilfunkverbindung auch die aktuellen Vorhersagedaten fürs Wetter laden lassen. Als weitere Quellen für Wettervorhersagen zogen wir Daten von www.passageweather.com und der Grib-Software Zygrip zu Rate.

Die Segelyacht LOGOFF – Foto: Melanie Kirchhöfer

Insgesamt genügt die Ausrüstung der LOGOFF hohen Sicherheitsstandards (EPIRB, AIS-SART, Markierungsboje etc.), die zudem vor dem Budweiser Cup von der Regattaleitung geprüft worden war. Da die LOGOFF als gewerbliches Ausbildungsschiff unterwegs ist, muss sie außerdem periodisch die von der Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft vorgeschriebenen Sicherheits- und Ausrüstungsinspektionen durchlaufen. Insofern hatte ich ein gutes Gefühl vor dem Ablegen.

Törnvorbereitung

In der Vorbereitung arbeitete Klaus-Jürgen Müller zwei Törnalternativen aus: Die „Standardstrecke“ führt von den Färöer-Inseln an der Südseite von Island nach Reykjavik. Eine Alternative ist die Nordumfahrung Islands. Obwohl die Nordumfahrung mehr als 200 Seemeilen länger ist, kann sie eine sinnvolle Alternative sein, wenn ein Tief mit starken Westwinden an der Südküste über Island zieht. Auf der Standardstrecke müssten wir dann beschwerliches Aufkreuzen in Kauf nehmen.

Außerdem gibt es an der Südküste keine schützenden Häfen, die für Yachten geeignet sind. Einzige Ausnahme: Höfn im Südosten. Höfn liegt allerdings in einer Lagune und dort steht in der Regel starke Strömung. Ein Anlaufen ist dann schwierig.

Teil des Törns: Die Färöer-Inseln – Foto: Florian Pfäfflin

Ein Blick auf die Pilot-Charts des Gebietes verriet, dass in der durchschnittlichen Windverteilung der letzten 30 Jahre Westwinde südlich von Island nicht so vorherrschend waren wie ursprünglich vom Skipper vermutet, sondern die Winde aus allen Richtungen kommen können. Ich war gespannt.

Damit jeder die Chance auf acht Stunden Nachtschlaf bekommt, legte Klaus-Jürgen den Wachrhythmus auf drei Stunden Wache am Tag und vier Stunden Wache in der Nacht fest. Bei den Wachpartnern wurde je ein Wachführer mit Hochseeerfahrung mit einem Blauwasserfrischling kombiniert, was geschickterweise mit sich brachte, dass je eine Frau und ein Mann gemeinsam Wache gingen. Außerdem würden Personen, die zusammen in einer Heckkabine schliefen, nicht zusammen in einer Wachgruppe sein.

Der Törn beginnt entspannt – Foto: Melanie Kirchhöfer

Der eigentliche Törn

Von Edinburgh nach Wick: 201 Seemeilen, 40 Stunden, 5 Knoten im Schnitt, Flaute bis 4 Bft.

Die LOGOFF lief Dienstagabend bei ablaufendem Wasser quasi im letzten Moment aus, bevor der Hafen zu flach wurde. Bei schwachem SW-Wind setzten wir Groß und Genua, bevor alle außer der ersten Wachmannschaft in die Kojen verschwanden.

Abendstimmung auf See – Foto: Melanie Kirchhöfer

Mein Wachpartner und ich hatten von zehn Uhr bis Mitternacht die erste Nachtwache des Törns. Besser konnte die Eingewöhnung nicht sein: Jeder stand bei null Seegang gemütlich eine Stunde am Ruder, um die Logoff mit einer Geschwindigkeit von knapp vier Knoten in die einbrechende Dunkelheit zu steuern. Um viertel vor zwölf weckten wir die nachfolgende Wachgruppe, die – obwohl sie „Hundswache“ hatte -, ihrer ersten Nacht auf See freudig entgegensah.

Die folgenden Stunden segelten wir teils vor dem Wind, teils auf Raumschotkurs die schottische Küste entlang gen Norden. Das Leben an Bord pendelte sich zwischen Wache, Schlafen und Essen ein. Essen nahm dabei den geringsten Raum ein, Schlafen den meisten. Im Nachhinein betrachtet waren die Bedingungen zu freundlich, moderat und ruhig, weil wir nicht genügend vorbereitet waren auf das, was uns hinter den Orkneys erwartete.

Der Hafen von Wick an der Ostküste Schottlands – Foto: Melanie Kirchhöfer

Nach zwei Nächten auf dem Wasser kam am Morgen Wick an der Ostseite Schottlands in Sicht. An das Einlaufen in den Hafen durften wir allerdings noch nicht denken, da unser Skipper uns noch zwei Runden Boje-über-Bord-Manöver drehen ließ – Zitat: „Was sein muss, muss sein!“

Während ein Teil der Crew Wick erkundete und den mehrfach prämierten Crafted-by-the-Sea-Whisky in der Pulteney Distillery erstand, füllte der Rest die Dieseltanks auf. Die Weiterfahrt setzen wir für den nächsten Mittag an.

Der Törnverlauf – Karte: Google

Von Wick nach Torshaven/Färöer-Inseln: 267 Seemeilen, 41 Stunden, 6,5 Knoten im Schnitt, 1 bis 7 Bft.

Der Pentland Firth, die Meerenge zwischen Schottland und den nördlich gelegenen Orkney-Inseln, gehört wegen seinem starken Gezeitenstrom mit bis zu zwölf Knoten zu den anspruchsvollsten Seegebieten im Übergang von Nordsee zum Nordatlantik. Um diese Strömung optimal zu nutzen, legte unser Skipper die Abfahrt aus Wick auf 14 Uhr fest. Auch die Küchencrew war nicht untätig geblieben und so stand beim Auslaufen ein großer Eintopf mit frischem Gemüse vorbereitet auf dem Herd.

Segeln in Orkneys – Foto: Florian Pfäfflin

Den Eintopf nahmen wir entspannt beim Motoren durch die Fahrwasser der Orkney-Inseln zu uns. Als wir den Archipel verließen, setzen wir Segel. Obwohl wir den angesagten Südwestwind mit satten fünf bis sechs Beaufort erwartetet hatten, wurden wir doch von dem schlagartig einsetzenden Wind mit kräftigem Seegang überrascht. So musste Klaus-Jürgen zur „Rettung des Essens“ schnell eine Runde Scopolamin-Pflaster gegen Seekrankheit hinter die Ohren der Crewmitglieder kleben. Eigentlich eine gute Maßnahme – für einige Mitsegler kam sie nur leider zu spät.

Grau und nass geht es durch die Fahrwasser der Orkney-Inseln – Foto: Melanie-Kirchhöfer

Die restliche Etappe verlief mit Halbwind- und Raumschotkursen. Die vorherrschende Wetterfarbe war grau, die Luft feucht. Das blieb so, bis nach zwei Tagen früh morgens die Färöer-Inseln in Sicht kamen. Die Färöer sind bekannt für ihre Düseneffekte und so trieb die LOGOFF ein böiger Wind mit sieben Bft. in der Spitze zügig nach Torshaven.

Torshaven

Torshaven ist die wahrscheinlich kleinste Hauptstadt der Welt. Nichtsdestotrotz besitzt sie eine Marina mit heißen Duschen, Waschmaschinen und Trockner. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Müll zu entsorgen. Dazu gibt es nette Cafés im Hafenbereich, einen Supermarkt, eine Bäckerei und diverse Restaurants.

Wir schlenderten durch das Regierungsviertel und stellten fest, dass Regieren auch von roten Holzhäuschen mit Grasdächern aus möglich ist. Tipp: Als Kurzausflug bietet sich eine Wanderung entlang des Binnensees Sørvágsvatn auf der Insel Vágar an.

Torshaven: die wahrscheinlich kleinste Hauptstadt der Welt – Foto: Karin Schickinger

Von Torshaven nach Heimaey/Westmännerinseln: 434 Seemeilen, 77 Stunden, 5,6 Knoten im Schnitt, 1 bis 7 Bft.

Nach zweieinhalb Tagen in Torshaven hieß es am 20. Juni kurz vor Mittag wieder „Leinen los“. Der Wind wehte aus West-Südwest mit 2 bis 4 Windstärken und unser Skipper legte den Wegepunkt an der Küste Islands mittig zwischen Höfn und den Westmännerinseln an. Damit hielten wir uns beide der oben erwähnten Routen-Optionen offen. Eine gute Idee, wie mir schien, da der Wetterbericht prophezeite, dass ein Abstecher nach Höfn auf der weiteren Fahrt zu den Westmännerinseln mit Wind von vorne bezahlt werden müsste.

Als auf halber Strecke das Kreuzfahrtschiff MEIN SCHIFF 1 im AIS auftauchte, bat Klaus-Jürgen per Funk um einen aktuellen Wetterbericht. Dieser sagte Nordostwind mit 6 Bft. voraus. Später sollte der Wind auf Süd bis Südost drehen und auf 4 Bft. abnehmen. Doch der Kreuzfahrtschiffsführer meinte, dass der Wetterbericht seiner Erfahrung nach so nicht stimmen könnte. Zu viele Unsicherheiten, fand Klaus-Jürgen und verwarf das Ziel Höfn als zu wenig kalkulierbar.

Uns begegnet eine Schule Grindwale – Foto: Florian-Pfäfflin

Am zweiten Tag begegnete uns eine große Schule Grindwale, auch Pilotwale genannt. Mehrere Hundert der Säugetiere begleiteten die LOGOFF über zwei Stunden lang, machten jeden Kurswechsel mit und füllten die Kajüte mit ihren Fiep-Gesängen. Ergriffen lag ich nach meiner Wache in der Koje und ließ mich in den Schlaf singen.

Insgesamt schwankten die Windstärken auf dieser Etappe sehr stark: Eine Nacht frischte der Wind plötzlich auf und erreichte bis zu 7 Bft. Fünf Stunden später zog sich der Wind auf 1 Bft. zurück, um kurz vor den Westmänner-Inseln wieder mit bis zu 7 Bft. loszulegen. Den Hafen von Heimaey vor Augen rissen sich Co-Skipper und Skipper förmlich um das Ruder: Jeder wollte noch mal seinen Spaß haben und mit der LOGOFF durchs Meer pfeifen.

Die Hafeneinfahrt von Vestmannaeyjar ist spektakulär – Foto: Florian Pfäfflin

Heimaey/Westmännerinseln

Die Hafeneinfahrt von Vestmannaeyjar ist spektakulär. Sie führt zwischen Lavafeldern und bis zu 279 Meter hohen Felsenwänden hindurch und macht richtig Lust, die pittoreske Vulkaninsel zu erkunden. Wir erreichten sie am Abend des 23. Juni nach drei Tagen auf See und machten an einem ausrangierten Ausflugsschiff längsseits fest, das als schwimmender Steg praktischerweise den Tidenhub ausglich.

Der Hafen von Heimaey – Foto: Karin Schickinger

Was der Hafen von Heimaey, neben der imposanten Landschaft, Seeleuten nach Tagen und Nächten auf dem Meer bietet: Toiletten. Was es nicht gibt: Duschen, Waschmaschinen, Trockner, Mülleimer. So blieb uns zur Körperreinigung nur das örtliche Schwimmbad mit Hot Pots, einem 25-Meterbecken und verschiedenen Rutschen. Am verzweifeltesten suchten wir übrigens Abfallbehälter. Schlussendlich behalfen wir uns heimlich und nach Ladenschluss mit den Containern hinterm nächstgelegenen Supermarkt.

Spektakuläre Landschaft: Abendstimmung auf Hemaey – Foto: Florian Pfäfflin

In den Folgetagen achteten wir auch auf ausgleichende körperliche Ertüchtigung. Wir erstiegen die Vulkane Helgafell und Eldfell, blickten vom Elefantenfelsen zu den Festlandgletschern hinüber und suchten die Insel nach Papageitauchern ab. Durch den Besuch des Vulkan-Museum mit Volcanic Film Show avancierten wir alle zu Experten in Sachen Vulkanausbruch 1973 …

Im nördlichen Atlantik zu Hause: der Papageitaucher – Foto: Florian Pfäfflin

Von Heimaey nach Arnarstapi, Akranes und Reykjavik: 244 Seemeilen, 47 Stunden, 5,2 Knoten im Schnitt, 0 bis 4 Bft.

Nach drei Tagen mussten wir von Heimaey Abschied nehmen. Wir wollten nach Arnastarpi auf der Halbinsel Snaefellsnes. Die Fahrt dahin überraschte uns mit Sonne und Orkas. Im Schatten der hohen Landzunge warfen wir erwartungsvoll den Anker. Würden wir den Snaefellsjöküll sehen können? Leider nein. Der 1.446 Meter hohe Schneeberggletscher hüllte sich für die Dauer unseres Aufenthalts in Wolken.

Ankern vor der 1.446 Metern hohen Halbinsel Snaefellsnesi – Foto: Melanie Kirchhöfer

Nach einem weiteren Übernachtungsstopp im Küstenort Akranes und einer Sightseeingtour in den Hvalfjardasveit-Fjord trafen wir nach 16 Tagen in Reykjaviks Marina unterhalb des berühmten Konzertsaals Harpa ein.

Anfahrt auf Reykjavik – Foto: Karin Schickinger

Reykjaviks Marina unterhalb des berühmten Konzertsaals Harpa – Foto: Florian Pfäfflin

Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Törn

Die Gesamtstrecke zwischen Edinburgh und Reykjavik mit dem Schlenker zur Halbinsel Snaefellsnes betrug 1.146 Seemeilen, davon mussten wir nur 161 Seemeilen (14 Prozent) motoren. Insgesamt verbrachten wir 205 Stunden bzw. achteinhalb Tage auf See und liefen im Schnitt 5,6 Knoten bei Winden zwischen Flaute und 7 Bft.

Da der Törn um Mittsommer herum stattfand, wurde es auf dem Nordatlantik nicht richtig dunkel. So blieb es zur Freude aller Wachhabendenauch bei den Nachtwachen hell. . Dennoch kann so ein Törn auch im „Hochsommer“etappenweise ziemlich ungemütlich ausfallen. Wind und Seegang, Kälte und Feuchtigkeit setzen einer Crew zu und können sie schon auch mal an ihre physischen Grenzen bringen.

Da stärkt es die Moral der Segelnden, wenn die Kleidung warm und wasserdicht ist. Dazu gehört nicht nur ein Segelanzug, der längere Zeit Regen und Meerwasser standhält, sondern auch warmes Schuhwerk und dicke, wasserdichte Handschuhe.

Für einen Törn in die Hohen Breiten essentiell: warme, wasserdichte Kleidung – Foto: Florian Pfäfflin

Eine Yacht sollte ebenfalls für Außen- und Wassertemperaturen um die zehn Grad gerüstet sein. Unter solchen Bedingungen kühlt ein Schiff innen aus und wird feucht, beziehungsweise feuchte Kleidungsstücke trocknen nicht mehr. Deshalb braucht ein Schiff eine immer und jederzeit funktionierende Heizung.

Alle Anstrengung ist aber schnell vergessen, wenn neben Reykjaviks Marina die Fensterfront der Harpa im Abendlicht leuchtet und das Anlegerbier beim Öffnen verheißungsvoll zischt. Was für einen Seglertraum durften die Crew und ich erleben: Wir haben die Segelschönheit LOGOFF zu den wenig bekannten, autonomen Färöer-Inseln mit ihrem entspannten Regierungsviertel gesteuert, sind begleitet von singenden Grindwalen in Richtung Westmännerinseln gesegelt und mit Blick auf die Gletscher Islands die nördlichste Hauptstadt der Welt angelaufen. Welche Höhepunkte könnte ein Seglersommer noch bringen? Mir fallen keine ein.

Mehr über Segeltörns mit der LOGOFF gibt es hier

Törnführer zum Thema

CCC Orkney and Shetland Islands: Including North and Northeast Scotland

Covers Orkney and Shetland Islands and Fair Isle. It also covers the ‘jumping off’ harbours on south side of the Pentland Firth and the mainland coast of Scotland between Inverness and Cape Wrath. The area has been fully researched by the authors during the last two seasons. In the same style as the other Clyde Cruising Club Sailing directions that have been published recently under the Imray imprint.

Weitere Informationen gibt es hier

Arctic and Northern Waters

This handbook from the RCC Pilotage Foundation, covers the Northwest and Northeast Passages through the Arctic Ocean. Incorporating information collected on a number of voyages over recent years this work is an impressive resource which brings together experience and background data on a region that is not only in the news but increasingly accessible to cruising yachts.

Weitere Informationen gibt es hier

Der Beitrag Törnbericht: von Schottland nach Island über die Färöer-Inseln erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Mallorcas stille Seite

Reise Mallorca Norden 2017 MAM_MAB8712: <p>
	Die &quot;Firewall&quot; gleitet im sanften Wind aus der Cala Tuent an der Nordseite Mallorcas</p>

An der Nordseite der Insel finden Segler Buchten in Traumkulisse – und Ziele, die selbst in der Saison noch Einsamkeit garantieren. Der Bericht im PDF-Download

Vom Blitz getroffen

Fr., 05.01.2018, Panama/Puerto Lindo, Tag 1315, 12.224 sm von HH

Der Einschlag erfolgt um 5:33 Uhr. Ein ohrenbetäubender Schlag genau über uns.
Wir stürzen in den Salon. Dort rieht es, als ob der Teufel persönlich zu Besuch vorbei gekommen wäre. Verschmort, nach schwelendem Plastik, teuflisch.

Achim springt sofort zu den Schaltschränken. Der erste Blick sagt alles. Wir sind direkt getroffen worden.

verkohlter Antennen-Splitter

verkohlter Antennen-Splitter

 

Bereits seit einer Stunde sind wir wach. Halten Ankerwache, falls wir oder einer unser Ankernachbarn auf Drift geht. Um uns herum wird der Weltuntergang geprobt. Es gießt wie aus Eimern, die Sicht beträgt kaum 100 Meter. Und Blitze. Im Zehn-Sekundentakt kommen sich herunter.
Und dann dieser Knall.

Als es hell wird und wir sicher sind, dass nicht noch ein Schwelbrand hinter einem Schrank schlummert, gehen wir auf Fehlersuche. Fast alle elektrischen und elektronischen Geräte sind kaputt: Tiefenmesser, Plotter und Autopilot. Der Windgenerator dreht nur noch müde vor sich hin, das gesamte Zubehör für den Kurzwellenfunk ist tot.
Wie durch ein Wunder haben die Handy, Pads und Laptops überlebt. Das UKW-Funkgerät, unser Autoradio und der Barograph.

Eine Katastrophe. Der Super-Gau. Alles hin. Nicht nur die Geräte, auch unsere Pläne. Mit einem einzigen Schlag ist alles anders.

In Puerto Lindo können wir mit diesem Schaden nicht bleiben. Hier gibt es zwar die kleine Werft. Aber wir sind drei Stunden Autofahrt von Colon entfernt und ernsthaft, hier kann man ja nicht mal mit Kreditkarte bezahlen.
Wir beschließen nach Colon zu fahren in die Shelter Bay Marina.
Aber wie kommen wir hier weg?

Der Plotter ist hin. Aber da die Laptops laufen, haben wir eine Navigation. Schon lange haben wir überall Backups für so einen Notfall aufgespielt. Auf allen Laptops ist OpenCPN mit CM93 und Bauhaus Karten installiert.

Bleibt noch der Funk. Das UKW-Gerät funktioniert, aber wir haben keine Antenne mehr. Die hat der Blitz vom Mast gesprengt. Scherben vom Toplicht, was ebenfalls explodiert ist, finden wir an Deck verstreut. Die Antenne ist verschwunden.

Hier steckte mal eine Antenne

Hier steckte mal eine Antenne

 

Das versprengte Top-Licht

Das versprengte Top-Licht

Die Kanal-Aufsicht möchte, dass man sich 10 Meilen vor Annäherung an den Kanal per Funk anmeldet. Der Schiffsverkehr dürfte dort beträchtlich sein. Alle wollen durch das Nadelöhr. Wenn dann noch die Sicht so schlecht ist, wie heute, können wir ohne Funk dort nicht gefahrlos fahren. Unser AIS Signal ist mit der Antenne zusammen verschwunden.

Wir brauchen eine Ersatz-Antenne. Achim kann unmöglich in den Mast klettern. Es regnet den ganzen Tag sintflutartig. Elekrto-Arbeiten sind unmöglich. Außerdem steht ein grauenhafter Schwell in der Bucht. Wir krängen 10 Grad zu jeder Seite. Der Mast schlägt sicher drei Meter aus – zu jeder Seite. Zum Glück schlummert am Heckkorb unsere UKW Notfallantenne. Die war eigentlich für den Fall vorgesehen, falls man mal gar keinen Mast mehr hat. :mrgreen:

Achim polt das Funkgerät auf diese Antenne um und: voila! Unsere Funk-Reichweite dürfte nun drei Meilen betragen. Keine zehn Meilen mehr wie sonst, aber besser als nichts. Damit können wir es in den Kanaleingang wagen.

So gerüstet können wir Morgen die dreißig Meilen nach Colon antreten.

Während Achim bastelt, bereite ich für Morgen einen Kartoffel-Salat vor. Der Schwell ist so heftig, dass ich die Verriegelung vom Herd lösen muss, damit der Herd kardanisch schwingt und ich überhaupt Kartoffeln kochen kann.
Der Salat ist fertig und beim Wegräumen der Gurken höre ich es hinter mir klatschen. Die Schüssel liegt umgedreht auf dem Boden. Der Salat schwimmt grade davon. Die Soße läuft zwischen die Bodenbretter
Schnell schaufel ich alles in die Schüssel zurück. Hey, in diesem Salat stecken unsere letzten zwei Eier und die vorletzten Kartoffeln. Ich halte es mit der ‚Verzweifelte-Hausfrauen -Regelung‘: „Was keine fünf Sekunden auf dem Boden gelegen hat, ist noch essbar.“
Während ich so den Salat in die Schüssel racke, kommt mein unbeaufsichtigtes Gurkenglas ins Rutschen. Das Essigwasser findet seinen Weg direkt in den Kühlschrank, den ich grade gestern ausgewischt habe.

Bis zu dem Zeitpunkt konnte ich noch alles ertragen, jetzt fließen die ersten Tränen. Worte über die Stimmung an Bord erspare ich mir. ;-)

Zu Hause auf der MARLIN angekommen.

Der neue Blog des jungen W aus D. Live aus dem Paradies.

An den letzten Tagen vor Abreise nach Übersee überschlagen sich die Tasks sichtbar. Ich bevorzuge die Kommunikation mit meinen Mitmenschen. Unser Andalusisches Au Pair Ana, die knappe zwei Jahre an unserer Seite gelebt, erfahren und mit und gegen den Alltag gekämpft hat, wird nun abgelöst durch die venezolanische Anyelina. Ich bitte sie, doch so anzureisen, dass ich sie an meinem letzten Heimattag noch kennenlernen kann. Das klappt. Anyelina ist so aufgeregt, wie man es nur sein kann wenn man neu in Flensburg ist. Mit ihren 25 Jahren ist die Medizinstudentin aber total sympathisch. Dank Anyelina’s Mamas Hilfe aus Caracas, komme ich vielleicht sogar noch vor dem anstehenden Schlag durch die karibische Südsee an eine venezolanische 1GB Data SIM Card, die ich auf den Islas Roques nutzen kann. Die Dinger sind in Venezuela genauso vergriffen wie alles andere was man so zum Leben braucht. Wenn man auf den venezolanischen Antillen ankommt ist man dann einfach ohne Internet . Es gibt auch nirgendwo Internet. Ja. Geht garnicht. Ob das klappt, was ich mir da wieder ausgedacht habe.

“Hey Mann Jan. Alles klar?“ Jan und ich nehmen uns in den Arm und irgendwie ist sofort alles gut. Wir treffen uns in der Marina, wo Jan mich mit meinen beiden neuen Gästen Kimberly und ihrem Lebensgefährten Everhardus abholt, die fast zeitgleich gelandet sind. Als die Tür des Thomas Cook Touristenbombers mit seinen über 300 Plätzen aufgeht und ich nach 6 Wochen Flensburg und 9 Stunden Flug zum ersten Mal die Sonnenbrille vom Kopf auf die Nase runterklappe, macht sich ein Grinsen auf meinem Gesicht breit. 25° Temperaturunterschied. Bis zur Gepäckhalle schaffe ich es, dann muss ich mich erst einmal entkleiden, Socken und Air’s ausziehen und die Rastafari FlipFlops rauskramen. Endlich hat das frieren ein Ende.

Auf der MARLIN werden wir Neuankömmlinge von der Stammcrew der letzten drei Wochen freudig begrüßt. Hier ist nämlich ein bisschen der Palmenblues ausgebrochen. Jetzt mit uns beginnt eine neue CREW. Die laufende Nr. 37. Martin hat Fisch vorbereitet, es gibt einen riesigen Salat und den nächsten Tag beginne ich erst einmal mit einem genußvollen Bauchklatscher ins warme Wasser hinter der MARLIN. Saint Lucia reißt mich jetzt nicht grade vom Hocker und so verkünde ich erst einmal, dass wir schnellstmöglich nach Bequia segeln und dann weiter in die Tobago Keys. Martin, Monica und Jan grinsen. Am nächsten Tag teilen wir Crew und Skipper. Jan und ich gehen ausklarieren. Die Crew Vorräte ergänzen. Heute morgen dann heißt es Ankerauf und Kurs Süd. Und da sind wir. Wir stehen 10 Meilen nördlich von St. Vincent. Der Plan die Insel im Westen an steuerbord liegen zu lassen scheitert am allgemeinen Wusch um 18 Uhr den Anker in der nächsten karibischen Ankerbuch im Lee de r Insel fallen zu lassen. Das werden wir wohl schaffen. 2018 kann beginnen.

 

+++ SAIL EXPEDITION +++
+++ 1.000 Meilen FASTSAIL Törn nach Cuba +++
+++ Atlantiküberquerung West-Ost +++
+++ Mittelmeer 2018 +++

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Frischer Glanz ohne Lack

Folierung einer LM 22

Das Gelcoat ausgekreidet, der Anblick unschön… günstige und schnelle Abhilfe schafft eine Folierung. Allerdings braucht man dafür eine Menge Erfahrung

Segelstar und Vorbild: Willy Kuhweide feiert 75. Geburtstag

Willi Kuhweide: <p>
	Segellegende Willy Kuhweide feiert 75. Geburtstag</p>

Der Name Willy Kuhweide ist auch 54 Jahre nach dem spektakulär gewonnenen Olympiagold im Finn-Dinghy noch das Synonym für deutsche Erfolge unter Segeln

Gute Gene

2017af, YACHT, Athena 38, Katamaran, Gebrauchtboot, Test20170728-20170728-IMG_454420170728-20170728-IMG_4544: <p>
	Der Athena 38 segelt recht flott und hat auch eine gute L&auml;nge, die in der Gro&szlig;serie nur noch selten angeboten wird</p>

Manche Großserienkats gelten als untertakelt. Nicht so der Athena 38, der den Spagat zwischen Gewicht und Speed gut hinbekommt. Der Test im PDF-Download

SV Celebrate – Nordwest Passage – 2017

NORD WEST PASSAGE – TEIL # 1

Nachdem mein Freund Vlado Porvaznik die höchsten Berge erklommen und eine Weltumsegelung erfolgreich absolvierte, hat er als Crew auf der SV CELEBRATE im vergangenen Sommer die Nordwest Passage hinter sich gebracht. Diese Reise ist in 4 Videos dokumentiert, die hier gezeigt werden.

Anlegen von morgen: Leine per Drohne übergeben – Palstek durch die Luft schleppen

Drohne zum Containerschiff

Das wäre doch mal was: Anlegen mit der Drohne. Was in Zukunft den Schlepper-Crews der Hamburger Reederei KOTUG beim Leinen Handling helfen soll kann ja auch im Fahrtenskipper-Alltag Schule machen. Weiterlesen

America’s Cup: Kommen die AC50-Kats zurück? – Weltserie mit Oracle und Alinghi

Oracle, Japan

Es verdichen sich die Anzeichen, dass die AC50 Katamarane, die beim 35. America’s Cup zum Einsatz kommen, doch noch nicht zum alten Eisen gehören könnten. Ellison soll eine World Series of Sailing vorbereiten. Weiterlesen

Sportlich segeln mit kleiner Crew

Pogo 30

Spannende Ergänzung in unserem Programm: Erstmals können wir an der Ostsee ein Training auf den drei aktuellen Fahrtenyachten von Pogo anbieten

Schiffbrüchige gerettet

Kris Larsen Havarie 2018

Im Pazifik irrt ein Australier mit seinem Boot über 100 Tage, im Indischen Ozean ein Pole gar sieben Monate lang hilflos umher – zwei haarsträubende Geschichten