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Unterwegs auf der Adria: Cres und das Geheimnis der Kapellen (I). Die steinernen Gesichter.

Gepostet auf der Insel Vis.


Nichts ist anders in Cres, dem Städtchen auf der gleichnamigen Insel, wie es vor sieben Jahren war. Alles ist, wie es immer war. Cres ist Ort der einfachen Sommerfreuden. Und die haben sich in sieben Jahren nicht verändert. Die Radfahrer, die vom Strand kommen, radeln vorsichtig immer noch auf dem ein Meter schmalen Streifen ums Hafenbecken. Die Restaurants rund um den kleinen Hafen haben immer noch dieselben tiefblauen Markisen – wer weiß, wer der verdienstvolle Mensch war, der in einem luziden Moment in der ungeschriebenen Geschichte dieser Stadt dafür sorgte, genau jenes tiefblauen Stoff zu verwenden, der heute das Bild um den alten Hafen prägt. Tiefblaue dunkle Markisen seit eh und je, auf denen die Namen der Restaurantsprangen. BUFFET REGATTA. PIZZERIA PALADA. HAMBI. NONO FRANE. BUFFET MARITTIMO. Nur der Mann mit dem kleinen Stand an der Hausmauer, der mir einst mein erstes Paar Croqs verkaufte, handelt heute nicht mehr mit Croqs. Sondern mit strohenen Hüten für Touristen. Man muss mit der Zeit gehen.

Ich ankere mit LEVJE, wo ich immer ankerte, auf Reede vor dem kleinen Kloster. Hier liegt man geschützt vor der Bora, die die nächsten Tage wehen soll. Auch hier beim Kloster hat sich nichts geändert. Eigentlich ankere ich ja hier nur wegen der Klosterglocken. Und weil ich nachsehen wollte, ob in der dickleibigen Wand des Klosterbaus mit den vielen Fenstern immer noch jeden Abend nur in einem einzigen Fenster das Licht angeht. Das im dritten Fenster von links im oberen Stockwerk. 

Und tatsächlich: Als wie jeden Abend um halb neun die Glocke des Klosters läutet. Und ihren dünnen Gesang über die Bucht schickt. Und es kaum dämmert: Geht auch schon das Licht im dritten Fenster des oberen Stockwerks an. Das Fenster steht offen. Der Vorhang bauscht sich leicht im Wind. Der Schein einer einfachen Lampe schimmert dazwischen.

Was wohl für ein Mensch in diesem Zimmer lebt? Ich stelle mir vor: Es wäre eine junge Frau. Sie arbeitet in der Küche des Klosters. Und jetzt, nachdem sie die drei letzten, steinalten Schwestern des Benediktinerinnen-Klosters versorgt hat, zieht sie sich auf ihr Zimmer zurück. Weil es ein Kloster ist, sieht sie nicht fern. Wozu auch?

Cres, das einst venezianisch, dann französisch, dann österreichisch und noch kein Jahrhundert kroatisch ist, war und ist ein gläubiger Ort. Die Messe am Samstag Abend im Kloster ist gut besucht. „An irgend ebbes muaß ma glooba“, antwortete meine schwäbische Großmutter, als ich sie einst naseweis fragte, wozu sie denn an Gott glaubte. Von derlei Pragmatismus scheinen auch die Bewohner des Städtchens Cres beseelt zu sein. Der Weg vom Kloster in die Stadt führt an mindestens drei Kapellen vorbei, sie liegen nicht weit voneinander entfernt. Kleine, unscheinbare Bauten am Wegrand. Manche kaum gepflegt. Andere verfallen. Eine Kette vergessener Orte, die sich zwischen der Stadt und dem Kloster hinzieht, bis dort, wo auf dem Weg zur Marina die Plattenbauten aus der sozialistischen Zeit stehen. So oft ich in Cres war, sah ich mir jede einzelne der Kapellen an. Ich entdeckte im Schlußstein des Torbogens das pausbäckige, schieläugige Engelsgesicht oben, von denen es manche in Cres gibt. Ich habe sie wieder und wieder fotografiert, die steinernen Gesichter von Cres. Und manchmal, wenn ich nachts auf See in einer einsamen Bucht schlief, träumte ich von ihnen. Das heißt was. Denn eigentlich träume ich nie.

Sie gaben mir Rätsel auf, die pausbäckigen Engelsgesichter mit den auseinander stehenden Augen. Hatte der Künstler in den auseinander stehenden Augen das engelsgleiche symbolisiert? Was bedeuteten sie? Sie waren so markant. Sie waren in manchen Häusern in den Torbögen verbaut. Und sie steckten, die markanten Gesichter, auf den vier Seiten der Pfarrkirche, auf jeder Seite zwei. Man sieht sie, wenn man vor dem Kirchturm steht. Und den Kopf in den Nacken legt, ganz oben. Ich stelle mir vor: Irgendein Künstler, der hier lebte, muss sie geschaffen haben. 

Jahre später traf ich die Gesichter wieder. 600 Seemeilen, über 1.100 Kilometer von Cres entfernt. Ich war auf LEVJE über Korfu in die Türkei gesegelt. Ich stieß in einem kleinen Museum in Athen auf weitere Köpfe. Wie diesen: 

 Da waren sie plötzlich wieder – genauso, als wären sie vom selben Künstler. Oder aus derselben Schule. „Mourionia“ nannte der Museumstext sie. Oder „Gargoyles“. Wasserspeier. Stilisierte Gesichter, die von den Schlusssteinen von Gebäuden von der Insel Korfu stammten.  Und vielleicht im 17. Jahrhundert geschaffen worden waren.

Cres?
Korfu??
Was haben denn die beiden fast 500 Seemeilen auseinanderliegenden Inseln miteinander gemein, außer dass sie beide an der Ostseite der Adria liegen?

Das 17. Jahrhundert. Auf einer anderen Insel, die ebenfalls auf dieser Wegstrecke liegt, auf der Insel Levkas, stieß ich auf eine Antwort. Und die wiederum führt nach Kreta, ins 17. Jahrhundert:

Vielleicht war der Künstler – oder sie –  unter den vielen Venezianern, die auf Kreta heimisch geworden waren. Und unter jenen, die die Insel flohen, als Candia, das heutige Herklion, nach vierzigjähriger Belagerung in die Hände der Türken fiel. Es waren im Kreta dieser Jahre neben denen, die nicht unter türkischer Herrschaft leben mochten, vor allem die Intellektuellen und Künstler, die in Candia ihre Heimat verloren. Maler. Buchdrucker. Kupferstecher. Steinmetze. Candia führte zu einem Exodus. Und die Künstler und Kunsthandwerker, die aus ihrer Heimat Kreta geflohen waren: sie ließen sich überall entlang der langen Route nieder zwischen Kreta und Venedig. In Lefkas. In Korfu. In Sibenik. Und auch in Cres.

Vielleicht. Vielleicht hat hier ein Mensch – oder mehrere – eine sichtbare Spur seines Lebens hinterlassen. Von Insel. Zu Insel.




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Unterwegs auf der Adria: Cres und das Geheimnis der Kapellen (II).

Gepostet auf der Insel Vis.

Wenn man den Weg vom Kloster in Cres, vor dem ich ankerte, zur Stadt geht, kommt man an drei Kapellen vorbei. Vielleicht ist es ein lauer Abend, so wie der heutige, an dem ich die von Jasmin und Oliven gesäumte Straße vom Kloster in die Stadt wandere. Und kaum, dass ich den Ort verlassen habe, reizt es mich, noch einmal herauszufinden: Ob sich denn in diesem Cres nun wirklich nichts geändert hat. Vor Jahren hatte ich, weinschwer, in der Dunkelheit die namenlose Kapelle entdeckt, die dort steht, wo sich der Weg aus der Stadt mit der Straße zum Kloster kreuzt. Von Neugier getrieben, wich ich ein paar Schritte vom Weg ab. Und lugte in der Dunkelheit mit Hilfe durch eine kleine Öffnung in der Tür ins Innere der Kapelle. 

Im Dunkel der Kapelle sah ich erst nichts. Dann erkannte ich im Schein meiner Taschenlampe den Körper einer antiken Amphore. Verstaubt. Verkrustet. Von Kalk-Adern überzogen, als wären sie lange im Meer gelegen. Mit einem Zettel mit einer handgeschriebenen Zahl an ihrem Hals. Erst eine. 

Dann sah ich noch eine. Und noch eine. Der kleine Kirchenraum war gesteckt voll mit Amphoren. Selbst vor und hinter dem verfallenden hölzernen Altartisch Amphoren, selbst auf ihm. Im Dunkel des Raumes kindergroße bauchige Tonbehälter aus der Antike. Eine Fracht aus einer längst untergegangenen Welt. Eine Amphore neben der anderen stehend, sich stützend, haltend, als wären sie nirgendwo anders als im Rumpf eines antiken Handelsschiffes. Nur stehen sie jetzt in der Kapelle, überkrustet von Ablagerungen, kalkübersät, narbig. Eine Handvoll von ihnen hat man, weil der Platz nicht reichte, sogar auf dem Altartisch gestapelt. Sie liegen überall. Der verfallende Raum ist voll von ihnen. Als hätte ein Händler vor 2000 Jahren sie hier, genau hier abgestellt, mit einem Zettel an der Tür: „Komme gleich wieder.“ Und wäre dann verschwunden, wie Merlin, der Zauberer, in der Weite von Zeit und Welt.

Ich habe sie jedes Mal besucht, wenn ich in Cres war, die Kapelle mit den Amphoren. Es war ein Ort, der in seiner Vergessenheit beständig war in einer schwankenden Welt. Das Geheimnis der Amphoren? Ich bin ihm nie nachgegangen. 

Sie liegen immer noch in der kleinen Kapelle, die Amphoren. Ich sah sie. Nur diesmal: ging ich ins kleine Museum von Cres. Es sind nur zwei Räume. Es kostet 10 Kuna, 1,50 Euro Eintritt. Im Unteren der beiden Räume fand ich drei Handvoll der Amphoren wieder. 

Ich fragte den Mann am Eingang nach den Amphoren in der Kapelle. Ja, die hier gezeigten seien auch welche aus der Kapelle. Es wäre ein griechisches Schiff gewesen mit einer Ladung voller Wein, das man draußen vor Kap Pernat gefunden hätte. Es wäre vor 2.500 Jahren draußen gesunken. Zerschellt am Kap Pernat, der Einfahrt in die Bucht von Cres.

Drinnen oder außen vor dem Kap?, frage ich. Draussen, sagt der Mann. „Sie haben es also gerade nicht geschafft, im aufziehenden Sturm in die Bucht. Und dann in den Hafen.“ Der Mann nickt. Er ist aus Cres. Er weiß, wie es sein kann, wenn plötzlich die Wolken von Nordosten aufziehen. Und innerhalb weniger Minuten die Bora mit sechs Windstärken weht. So wie an einem Tag vor zweieinhalb Tausend Jahren.


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Die Termine der "Sailing Bassman & Friends Sommertour“

Einfach auf Tour gehen kann ja jeder; wir machen diesen Sommer einmal etwas Neues. Statt mit Autos über Autobahnen und Landstraßen zu rollen, segeln wir mit zwei Booten von Hafen zu Hafen. Und zwar die ganze Ostseeküste entlang von meinem Heimathafen in der Flensburger Förde bis ganz nach Usedom. Und zwischendurch geben wir immer wieder Live-Konzerte in den Häfen auf dem Weg. Mit an Bord die neue Maxi CD „Ich geh‘ segeln“, der irische Sänger Dara McNamara, die Rockabilly Band Biggs B Sonic (in Travemünde und Kröslin), Tilmann Brt (in Travemünde), coole T-Shirts, Taschen, Seesäcke und Caps, unsere Instrumente und ein tolles Musikprogramm für den relaxten Segelsommer. Wir sehen uns!

19.07. Hamburg, Museumshafen Hafen City, ab 19:00h Benefizkonzert für die „Segelrebellen“ zusammen mit den Sailing Conductors
26.07. Eckernförde, Spieker, 18:00h
28.07. Laboe, Skippers Place, 19:00h
30.07. Travemünde, Travemünder Woche, 18:00h mit Biggs B Sonic und Tilmann Brt
04.08. Lübeck, Pressezentrum, ca. 12:00h
04.08. Boltenhagen, YachtWelt Weisse Wiek, 18:00h
06.08. Kühlungsborn, VielMeer, 18:00h
08.08. Zingst, Hafenbühne, 15:00h
12.08. Kröslin, Marina Kröslin,17:00h mit Biggs B Sonic 

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Video-Botschaft für Ingo Toepfer

Viele Grüße aus Plotichnoe, einem kleinen urigen Dorf an der Swir. Nach dem gestrigen Gastfreundschaft-Overkill liegen wir heute wieder ganz alleine an einem Ponton und geniessen die Ruhe. Es wird Zeit für die dritte Video-Botschaft. Diese mal geht sie an meinen alten Freund Ingo Toepfer. Also dann Ingo, vielen Dank für deine Unterstützung und viel Spaß damit !!



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Sounds like we have a plan

Offshore Sailing

“Hey Hey. Schau mal, da ist Ostwind am Wochenende. Ein Tief soll sich ziemlich stabil über Bornholm einnisten in den nächsten Tagen. Jan, da können wir mal schnell rübersegeln nach Estonia. Wollte ich immer schon mal hin.“ Jan nickt kritisch. „Da müssen wir aber unsere Crew noch nen bisschen hinführen, damit die denken, dass es ihre eigene Idee ist.“ „Jep. Das kriege ich hin.“

Der erste Tag auf See gestern, außerhalb der Schären, war mit hoher Dünung gesegnet und wenig Wind. Aufzug fahren mit schlagenden Segeln. Regen. Da hat es geheißen: „So. Jetzt bekommt ihr Seebeine.“ Hat nicht so direkt geklappt. Unsere Crew will nicht mehr nach unten gehen und ist auch etwas blass. „Morgen geht es euch besser.“ Die Einfahrt der Schäre Storoen ist so eng, dass es für uns zu gefährlich bei 20 Knoten Westwind sind. „ Da kommen wir nicht mehr raus.“ Über das Heck nehmen wir eine Mouring auf. Es regnet in Strömen. Ich kupple in den Rückwärtsgang ein und wir ziehen die Mouring auf’s offene Meer. „Hmm. Die Mourings scheinen hier nicht für 30t Schiffe ausgelegt zu sein.“ Also vertrauen wir mal wieder besser unserem ROCNA auf dem felsigen Untergrund. Die Kette rappelt verdächtig. Ich sehe uns schon die Nacht auf See verbringen, dann harkt der Anker sich irgendwo ein und die MARLIN steht für die Nacht. „Eins A.“ Einen Anleger will heute keiner, zumal die Crew eigenständig auf die glorreiche Idee gekommen ist der Stadt Tallin in Estonia einen Besuch abzustatten. „140 Meilen. Da könnten wir eigentlich heute Abend noch losfahren. Aber ich mache euch einen besseren Vorschlag. Jan und ich stehen morgen früh um 3 Uhr auf und segeln los. Ihr bleibt einfach liegen bis ihr ausgeschlafen seid.“ Mann und Frau nicken. Ich werde vom Spüldienst freigestellt und sage mal wieder: „Gute Nacht.“

Wir wachen auf ohne Wecker. „15 Knoten Wind.“ Meint Jan aus der Koje unter mir um 2:30. „Ja dann. Mal los.“ Kaum auf See geht die Sonne auf. Auch Reinhold, Martin und Caro erscheinen an Deck. Eine halbe Stunde später bin ich alleine im Cockpit. Alle weg. Alle wieder schlafen gegangen. Ein dickes Honigkuchengrinsen setzt sich in meinem Gesicht fest. MARLIN rennt los und das Land verschwindet am Horizont. Mit dem Land das Internet und ich bin was? Einfach nur glücklich endlich wieder mal für einen längeren Schlag auf See zu sein. Das Umherfahren in den Schären ist zwar schön, aber ganz ehrlich? Nicht mein Ding. Schlimm genug dass die Ostsee so klein ist und man ständig am Rande der Badewanne wieder ankommt. Ich habe Sehnsucht, tiefe Sehnsucht nach meinem Atlantik, nach meiner Südsee und vor allen Dingen zum indischen Ocean. Ob ich da wohl jemals wieder auf eigenem Kiel hinkomme? Fragezeichen schwirren durch meinen Kopf und ersatzweise schaue ich dem anhaltenden nordischen Sonnenaufgang zu. Nolde malt mal wieder persönlich mit Aquarellstiften und lässt die Farben mit einem nassen Maderhaarpinsel am Himmel verlaufen. Schön macht er das.

Zwischenzeitlich haben wir schon einen Strich auf die Karte gesegelt und fast Finnland erreicht, hätten Jan und ich nicht mal wieder eine saubere Q-Wende hingelegt. Wir sind uns mal wieder einig. Halsen sind einfach zu anstrengend mit der MARLIN, vor allen Dingen ohne E-Winsch, die Zwecks Fitness eh ausgeschaltet sind. Nach meinem Kite Unfall im März letzten Jahres hat es ja nun einige Zeit gedauert, unterbrochen von vielen Medikamenten, bis meine Schulter wieder zusammengewachsen ist. Inzwischen ist sie ohne Operation wieder soweit dass ich sie zu 80% belasten und quasi fast normal bewegen kann. Mein Physiotherapeut Daniel hat ganze Wunder geleistet. „Micha. Geh Segeln! Das ist die beste Medizin. Du wirst selber merken wie weit Du gehen kannst“, waren seine Worte bevor ich Flensburg verlassen habe. Recht hat er gehabt. Nächsten Monat werde ich noch mal eine Röntgenaufnahme beim BG Arzt machen. Das ganze war ja nun ein Arbeitsunfall und wurde vorbildlich von den BG Ärzten behandelt. Mit ein Grund, warum das deutsche Sicherheitszeugnis eben nicht schlecht ist.

Tallin liegt an und mitten in der Nacht werden wir irgendwann ankommen. Ein fremder Hafen. Mal wieder. Eine neue Stadt. Wir sind alle sehr neugierig was dort auf uns zukommen wird. Die Stadt soll sehr schön sein, meint Mitsegler Martin. Bis zum Wochenende soll dann der Ostwind kommen, der uns vielleicht mit der Crew 29 sogar noch nach Aaland bringen könnte, bevor es zurück nach Stockholm geht.

Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894


Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

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Podporozhje

Einen Gruß aus dem wilden Osten. Nach einem anstrengenden Tag mit Arbeitsplattform-Anleger bei drei Knoten Strom, Brücken-Durchfahrts-Roulette mit schwer bewaffneten Soldaten, Ankerversuch mit eingesammelter Schnur im Geschirr, Mega-Dusche vor und in einer Riesen-Schleuse haben wir in Podporozhje längsseits an einem Arbeitsschiff festgemacht. Die Besatzung hat uns mit Diesel, Strom und Essen versorgt. Außerdem haben uns die Jungs in die Stadt zum Einkauf gefahren. Und das Beste: Wir durften bei Ihnen duschen. Wodka mussten wir keinen trinken. Aber ein paar Bierchen. Diese Gastfreundschaft ist beeindruckend und fast schon etwas beschämend. Übermorgen gibt’s mal wieder ein Video. All good, Ahoi !

Von meinem iPhone gesendet

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Über den Kvarner.


Vom Meer aus betrachtet, ist die Südspitze der Halbinsel Istrien ein Gleißen und Glimmen. Ein Funkeln, ein Glitzern oben auf dem felsigen Rücken, an dem ich LEVJE entlang weiter nach Süden auf die kleine Leuchtturm-Insel Porer und dann über den Kvarner zur Insel Cres steuern will. Das Kap: Es glitzert, weil hier im Sommer, wo es nichts gibt außer dem karg bewachsenen Felsrücken auf der Höhe alle Parkplätze belegt sind. Während ich LEVJE durch die Untiefen am Kap steuere, sehe ich die Badenden, die sich irgendwo am sandfarbenen Ufer zwischen den Felsen tummeln. Für einen Moment beneide ich sie. Auf LEVJE ist es jetzt gerade ziemlich heiß. Ich würde jetzt zu gerne für einen Moment ins Wasser springen. Später. Wenn ich draußen bin. Auf dem Kvarner.

Draußen weht ein leises Lüftchen. Ich lasse den Motor lieber aus. Motor: Das ist zwar ein schnelles, berechenbares Ankommen, allerdings nach vierstündigem Gebrumm. Das lasse ich heute lieber. Mir ist mehr danach, die Stille zu genießen. Auch um den Preis des schnellen Ankommens.

Also mühe ich mich, und zerre irgendwo aus LEVJEs Bauch deren größtes Segel nach oben. Ein riesiges, 55 Quadratmeter großes grüngelbes Ding. Die Größe zweier Studentenbuden. Ich mühe mich eine halbe Stunde damit. Zerre den schweren Segelsack an Deck. Zwänge ihn in der Hitze weiter mit mir aufs Vorschiff. Lege Leinen und Schoten des großen Segels an Deck aus, während LEVJE kaum Fahrt durchs Wasser macht und fast in der ölig daliegenden Weite vor dem glitzernden Kap zu liegen scheint. Entwirre Schoten, die mir kilometerlang vorkommen. Ziehe zuletzt das gelbgrüne Segel zwei Mal am Mast hoch, weil ich ein Gummiband oben an der Spitze erst entdecke, als ich das Segel schon oben habe. Die an Deck meistgehörte Wortkombination „Och neeeee!“ fällt im drei-Minuten-Takt.



1. Der Kvarner?


Er ist ein Meeresarm. Er trennt den Norden Kroatiens vom Süden und von den Inseln. Eigentlich ist der Kvarner nichts. Ein Meeresarm, bloß eine mit dem Wasser der Adria verfüllte 50 Meter tiefe Talsohle zwischen zwei Höhenrücken, die von Nord nach Süd laufen. Der eine Höhenrücken ist der Rand der Halbinsel Istrien. Das andere ist die Insel Cres. Und dazwischen liegt der Kvarner.

Und doch ist dieses Nichts alles. Die Region um den 35 Kilometer breiten Meeresarm heißt Kvarner – das Nichts in der Mitte als identitätstiftendes Element für die Bevölkerung. Zeitungen hießen früher nach ihm. Hotels sowieso. Der Kvarner ist mehr als nur eine geografische Erscheinung. Und vor allem ist er eine Grenze. Er trennt Istrien vom Süden. Wo der Kvarner endet,  hinter Cres, heißt das Seegebiet Kvarneric. Hier beginnen gleich die Inseln. Die großen: Krk. Pag. Rab. Aber auch die kleinen: Losinj. Unije. Susak. Und es fängt fulminant an, mit Cres, denn die ist für mich eine der schönsten.

2. Der Kvarner für Segler?


Aber nicht nur für Kroaten ist der Kvarner eine Grenze. Auch für alle, die ihre Schiffe irgendwo im Norden in und um Lignano oder im slowenischen Izola oder Portoroz liegen haben. „Über den Kvarner geh’ ich mit meinem Boot nicht. Das trau ich mich nicht“, sagen Leute, die seit Jahr und Tag ihr Boot in Istrien haben. Es ist purer Respekt, der aus Ihnen spricht. Auch die Motorbootleute, so sehr sie auch ihren den PS ihrer hochmotorisierten Gefährte auch vertrauen, haben beim Kvarner ein mulmiges Gefühl. „Da hats bei Bora so komische Wellen“, sagen sie. Ich habe schon beobachtet, wie prächtige, schwere Motoryachten in rascher Fahrt vom Norden Istriens angeprescht kamen. Mit unverminderter Geschwindigkeit in eleganter Kurve am Leuchtturm vorbei nach Nordost in den Kvarner drehten. Um dann schlagartig mit schreckgeweiteten Augen den Gashebel ganz ganz schnell wieder zurückzunehmen, weil die Wellen, die die Bora den Kvarner entlang nach Südwesten sendet, ein angenehmes Gleiten mit 50 Stundenkilometern in Sekundenschnelle in einen schmerzhaften Ritt auf einem unkontrolliert dahinhüpfenden Presslufthammer verwandeln.

Der Kvarner weiß, wie man sich Respekt verschafft. Selbst mein guter Sven, mit dem ich mir ein Jahrzehnt die JUANITA teilte, erzählt heute lachend, wie er mit der damals erworbenen JUANITA, stattlichen 37 Fuß, Mitte der Achziger zu seiner ersten Kvarner-Überquerung aufbrach. Nur für die knapp 20 Seemeilen lange Strecke (was eigentlich nicht mehr als fünf Stunden Überfahrt sind) packte er mit Freunden Proviant und Trinkwasser für 14 Tage ein. Wer konnte schon wissen, was einem auf dem Kvarner passiert?

Vielleicht beruht der Mythos des Kvarner auch darauf, dass viele Segelschüler ihre Scheine hier in und um dieses Seegebiet machen. Der Kvarner ist eine Grenze im Kopf. Und oft eine, auf die man hören sollte, wie die nachfolgende Geschichte aus sicherer Quelle zeigt. 

Sie  spielte sich vor einigen Jahren genauso hier ab. Eine Crew bricht auf ihrer gecharterten 45 Fuß-Yacht in Mali Losinj gen Norden auf, um den Kvarner zu überqueren. Der Rückgabetermin beim Vercharterer drängt zur Eile. Der Wetterbericht rät ab. Und der Hafenkapitäns in Mai Losinj auch. Es war Bora angesagt, nichts dramatisches. „Wir haben doch eine 45er. Fast ein 14 Meter langes Schiff. Und wir müssen sie morgen zurückgeben“, hat der Skipper wohl noch gesagt. Draußen auf dem Kvarner weht die Bora heftiger. Vielleicht geraten die Segel beim Reffen außer Kontrolle, wer weiß das schon. Das Schiff ruft per Funk um Hilfe. Ein aus Rijeka kommender Frachter legt sich neben das Schiff, um die mehrköpfige Besatzung abzubergen. Die Stahlwand des Frachters demoliert das Rigg, das in den Wellen an die Bordwand des Frachters schlägt. Beim Abbergen der Familie fällt ein Familienmitglied zwischen die Bordwände und ertrinkt. Der Rest schaffts auf den Frachter.

Doch das ist noch nicht das Ende der Geschichte:
Die aufgegebene Yacht fand man etwa 24 Stunden später treibend vor dem italienischen Ancona. Das Rigg war demoliert. Aber der Motor lief noch. So wie die Crew das Schiff verlassen hatte.



3. Spaß auf dem Kvarner.



Ich setze frech mein großes gelbes Segel. Und segle, weil der Wind günstig steht, hinauf Richtung Cres, wie ein Schmetterling mit breit auseinandergestellten Segeln. Der Wind weht schwach, doch stabil nach Nordosten, immerhin mit etwas mehr als vier Knoten ging die Fahrt voran. Weil der Kurs die Temperatur auf LEVJE immer heißer werden ließ, beschloss ich, endlich baden zu gehen. Liess LEVJE laufen. Zog mich nackt aus. Klappte die Badeleiter aus. Und stieg die Badeleiter hinunter in das Jaccuzzi-Sprudeln, das unter LEVJES durchs tiefe Blau dahingleitenden Bauch hervorsprudelt in reichem Schwall. Ein Vergnügen. Wenn auch kein ungefährliches. Hätte ich den Halt verloren – selbst wo ich penibel darauf achtete, immer wie ein Bergsteiger mit mindestens drei Punkten am Schiff sicheren Halt zu haben – hätte ich den Halt verloren: Dann hätte mir wahrscheinlich auch der lange Festmacher wenig geholfen, den ich zur Sicherheit hinter LEVJE vorherausgebracht hatte. Hätte ich den Halt verloren: Dann hätte ich die zehn Kilometer zum felsigen Ufer von Cres schwimmen müssen.

Es ist pure Unvernunft. Und doch ist es auch Leben.



4. Ernst auf dem Kvarner.


Doch alles hat seinen Preis. Denn während ich hinten plantschte und meine Freude in den Schwällen hatte, frischte kurz der Wind auf. LEVJE zog noch schneller durch die Wellen, die ultimative Mutprobe, mich nur noch an den Händen von meinem Schiff durch die Wellen ziehen zu lassen: Die traute ich mich nicht mehr. Ich schaute nur nach hinten. Und sah nicht den Rand der Gewitterfront, die sich hinter dem großen gelben Segel im Nordosten über Cres aufbaute. 

Plötzlich stand LEVJE. Plötzlich war der Wind weg. Kurz vor der Einfahrt am Kap Pernat fiel das große gelbe Segel in sich zusammen. Da war die große Front. Keine schwarze Bedrohung. Nur ein riesiges Wolkengebilde. Ein Riesenaggregat an thermischer Kraft.

Mit einem Mal wehten die Böen aus dem Kvarner. Färbten das vorher tiefblaue Wasser aufgerauht Schwarz. Und kamen näher. 

„Einhand-Segeln ist: Viel zu wenig Zeit und zuwenig Hände für all das, was in dem einem Moment zu tun ist.“ sagt Einhandsegler Klaus Aktoprak auf seiner sehenswerten DVD, die er auf seinen Einhandtörns gedreht hat. Mit einer einzigen Bewegung versuchte ich in ein und demselben Moment,
  • das wild schlagende gelbe Ding zu bändigen
  • das Großsegel einzurollen
  • den Motor zu starten
  • den Leinenverhau auf dem Vordeck irgendwie unter Kontrolle zu bringen.
Für einen Moment treiben wir führungslos in den Böen durch die Wellen. Ich versuche, zunächst das große gelbe Ding zu retten. Und einzurollen. Bevor der Wind das bauchige Teil weiter knallen und schlagen oder gar die gefürchtete Sanduhr daraus formen würde. Als es nach einer Ewigkeit endlich sauber eingerollt war, zerrte ich es herunter. Und vertäute es an Deck, damit der Wind nicht noch mehr Unheil anstellen konnte.

Um die 20 Knoten zeigte der Windmesser. In Böen 30. Und das, wo doch der kroatische Wetterbericht derlei erst für nächsten Morgen vorhergesagt hatte. Aber so ist das: Für alles im Leben gibt es eine Rechnung. Und für Übermut hat das Leben für mich immer eine extra Rechnung parat.

Und der Kvarner? Wieder einmal hat sich das Nichts Respekt verschafft.



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SV Shalom – Christoph Vougessis GER

ANGEKOMMEN UND AUSGESCHLAFEN

Moin Herr Foerthmann!
Ich bin unendlich glücklich über ihren Windpiloten. Inzwischen habe ich Ihn heilig gesprochen und kann Ihnen garnicht genug dafür danken! Ohne Sie wäre diese Reise in diesem Ausmaß garnicht möglich gewesen. Die ersten Fotos habe ich heute schon ausgesucht und sitze auch schon am Text. Momentan geht es aber noch langsam voran, da etliche Arbeiten noch anstehen. Dafür hat Tiego, ein Local, bereits einen schönen Bericht mit Fotos auf seinen bekannten Blog gestellt WEITERLESEN

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Into the wild

Das Patagonien der Nordhalbkugel

“Ankern oder Hafen?“ Ganz schlüssig ist die Crew sich nicht. Also helfen wir nach. „Dann ankern wir. Hier!“ und ich zeige mit dem Finger auf die Karte. Drei Stunden mussten wir motoren. Abwechselnd fahren unsere Newbies Achten ins Kielwasser und üben Aufstoppen (Bremsen) unter Motor. Unter Genua und einem fünfer Wind aus West können wir fast bis nach Sandhamn segeln. Annet, die am meisten Angst hatte, steht andauernd am Steuer und läßt sich auch nicht wegschubsen. „Aha! Alles gut Annet?“ „Ja.“ Annett strahlt. Das Segelfieber hat zugeschlagen. In Sandhamn steht schon einer auf dem Steg und will die Leinen annehmen und uns einweisen. „Kennst Du den?“, fragt die Crew. „Nein“, schüttle ich den Kopf. Ich gebe ihm ein Zeichen mit der Hand, dass wir nicht anlegen wollen. Wir fahren weiter. Denn die Stelle auf der Karte, auf der mein Finger gelandet ist, ist genau eine halbe Meile Luftlinie von Sandhamn weg. Uns bleibt die Sicht auf Sandhamm versperrt, als Jan vorsichtig in die kleine Bucht reinfährt. Auf den Luvseite fällt der ROCNA auf sechs Meter Tiefe. Das Dinghy ist schnell im Wasser und ich paddle mit einer der langen Landleinen zum leewertigen Ufer. Ein beindicker Baum in etwa sechs Meter Höhe dient als Poller, den Palstek mache ich so, dass wir ihn vom Dinghy aus lösen können, wenn wir hier schnell weg müssten, ohne erneutes Klettern. Patagonienstyle. Gelernt ist gelernt.

Euphorie bricht aus. Der Plan mit Frikadellen, Kartoffeln und Gemüse wird über Bord geschmissen. Jan holt den Schwenkgrill aus dem Keller, einen Sack Grillkohle haben wir vorausschauend im Supermarkt erstanden und sechs gute Steaks landen auf dem Rost über dem Feuer, das die Jungs schon mal am Ufer machen. Schnell entwickelt sich Partystimmung, und Hochgefühl. Und die Zeit geht nicht rum. Es ist Mittsommernacht. Um 22 Uhr erst geht die Sonne unter. Richtig dunkel wird es nicht. Um drei geht die Sonne wieder auf.

Es gibt keine Wanderwege, keine Zeichen. Der Weg durch das Dickicht um die MARLIN im Abendlicht in einem guten Winkel vor die Linse zu bekommen ist schon sportlich. Ich trage einen Hut. Was es hier ohne Ende geben soll sind Zecken. Nicht ganz ohne diese Biester. Dafür gibt es keine Bären und außer mal ner Blindschleiche auch keine Amazonasschlangen. Zurück am Feuer ist die Stimmung, wie war es anders zu erwarten, ausgelassen. Alles stehen um die Feuerstelle und feiern den Sonn-Tag Abend, ihren ersten Ankerplatz. „Wir haben es uns selbst schwer gemacht. Der Platz hier ist so schön, dass er kaum zu toppen ist. Und das am zweiten Abend. Also erwartet bitte keine Steigerung in den nächsten zehn Tagen. Das werden wir wahrscheinlich nicht hinbekommen“, verkünde ich wissend. Jan nickt und lacht.

Martin und Annett machen sich nackig, rutschen die glatten Felsen in das 13 Grad warme Wasser der Ostsee und schwimmen zur MARLIN zurück. Ich staune schon etwas. „Mal schnell hinterher Jan. Komm. Wir haben keine Badeleiter drin. Die erfrieren uns noch.“ Der sprinted grade noch mal mit einem Eimer Wasser zum Feuer, damit sich das nicht selbstständig macht. Ende gut alles gut. Als ich mich verabschiede giggelt Caro noch im Pilothaus mit Annet um die Wette, Jan mosert, weil ich die Musik mit ins Bett nehme und Rheinhold erzählt mit Martin. „Gute Nacht.“

Meine Zeit ist der Morgengrauen. Wenn noch alle schlafen habe ich die Ruhe und die Zeit Fotos zu sichten, zu bearbeiten und diesen Blog zu schreiben. Das geht nur dann ohne Unterbrechungen und Bootslebeneinfluß. Auch für LUNATRONIC arbeite ich nebenbei, ohne dass einer was merkt. Es gibt dauerhaft Internet an Bord. Für die Crew inzwischen so normal wie das unbeschränkte heiße Wasser, dass aus der Dusche kommt und die Heizung, die die MARLIN nachts nicht auskühlen lässt. Ich teste einen neuen Router, der die LunaWLNnet mit zwei 4G Slots erweitert. In dem einen steckt eine Vodafone Karte aus Deutschland, in dem anderen eine Datenkarte von Telenor, dem ansässigen Telefonanbieter. Die Schären sind, wie war es anders in Schweden zu erwarten, komplett mit 4G Mobilfunk abgedeckt. 10GB kosten zwanzig Euronen. Da kann man nix sagen. Gegenüber der bisherigen Lösung mit einem LTE-Modemstick wird der neue Router fest installiert. Die LunaWLANnet wird einfach auf der Rückseite eingesteckt. Verliert er den Kontakt zum WLAN, schaltet er sich automatisch um auf Mobilfunk. Na. Das klappt noch nicht ganz zu meiner Zufriedenheit. Nur eine Sache der Zeit. Mit der Mobilfunk-Antenne an Deck haben wir Internet sobald wir Land am Horizont sehen. Ich werde aber demnächst noch eine zweite Antenne auf die Saling setzen. Cool nicht? „Wer’s braucht“, wird so mancher denken. „Ich brauch’s.“ Bin halt nen Tekki und meine Kunden auch. Dem Kind habe ich auch schon einen neuen Namen gegeben: Luna4G-WLANmax. Käuflich demnächst zu erwerben hier.

“Warst Du denn schon mal hier? Kennst Du diese Bucht schon?“ fragt mich Martin. „Das ging alles so schnell und schlüssig.“ „Nein Martin. Wir waren noch nicht hier und werden wahrscheinlich auch nie wieder hierherkommen. Das nächste Mal werden wir mit dem Finger auf eine andere Bucht zeigen.“ Ganz verrate ich Martin nicht, was wir machen um unsere Plätze zu finden. Unter der Software OpenCPN gibt es ein Plugin mit einem Google Earth Satelliten Fenster. Der wirkliche Unterschied hier in den schwedischen Schären zu den Buchten im wilden Patagonien ist, dass hier auf fast jeder Insel ein Haus steht. In Patagonien findet man verlassene Verschläge der Fischer. Über das Satellitenfenster kann man die Häuser auf den Schären schnell sehen und die Auswahl des Ankerplatzes zumindest etwas vereinfachen, wenn man die Einsamkeit sucht. Also doch gut Internet in den Schären zu haben.

Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894


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Mandrogi

Ahoi. Wir sitzen auf einem sowjetischen Monster-Ponton und trinken ein Spaten Dunkel für dezente 250 Rubel die Pulle. Der Ort heißt Mandrogi und ist wohl so ne Art Feriendorf. Es gibt einen Schwimmsteg mit Strom und dazu eine Million Mücken. Heute stand eine wirklich enge Brückendurchfahrt und die erste Schleuse auf dem Programm. Morgen geht’s ganz früh weiter, da wir durch eine weitere Brücke müssen die um 10 Uhr geöffnet wird. Bis dahin sind es allerdings knapp 30 Kilometer. Bald wieder etwas ausführlicher und mehr Bilder. All good, Ahoi.

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Eine Handvoll Segelanfänger an Bord genommen

Wir zeigen wie es geht

Für Jan und mich ist beginnt die CREW 29. Annett, Martin, Caroline und Rheinhold sind dabei. Für die neue Crew ist alles sehr aufregend, denn die Erfahrung auf Segelbooten ist gering. „Na dann. Fangen wir mal ganz von vorne an“, stehe ich im Salon und verteile das beste Lächeln was ich nach dem anstrengenden Frei-Tag mit Jan zustande bekomme. Gemeinsam plündern wir den nächsten Supermarkt und traditionell gibt es am ersten Abend Skippers Green Curry. Heute mit Lachs. Annett wackelt es schon im Hafen zu viel. „Annett. Keine Sorge. Ab morgen wirst Du lächelnd Deine Zeit genießen. Versprochen.“ Anfänger sind mir als Mitsegler inzwischen fast lieber als die alten Hasen. Die kann man wenigstens noch beeindrucken mit ein bisschen Seemannsgarn und Segellatein, Ziele und Erfolge sind einfacher zu vergeben und zu erreichen, ihre Zeit auf der MARLIN ist gespickt mit Erfolgserlebnissen. Die Ostsee ist für Segelanfänger definitiv das beste Revier. Für Jan ist es wichtig zu lernen auf die verschiedenen Bedürfnisse der Anfänger einzugehen. Eine tolle Möglichkeit Praxis zu lernen, die ihm bei seiner SSS Ausbildung nicht beigebracht wird. Auch Jan kommt bekommt neue Ziele von mir. Ich habe mir vorgenommen ihm mein Koch-Reportiuer beizubringen. Das Zweitwichtigste am Segeln auf der MARLIN.

Jan fährt inzwischen alle An- und Ableger sicher und flott. Er brieft seine Crew gründlich vor jedem Manöver. Auch heue geht es flott mit Eindampfen in die Achterspring vom Steg weg. Doch irgendwie will MARLIN nicht so recht. Als wir schon andersrum in die Vorspring eindampfen wollen, erscheint unter dem dicken Bauch der MARLIN eine Plastiktüte, die sich um den Propeller gewickelt hatte. „Deshalb hat das mit der Achterspring nicht funktioniert“, rufe ich. „Machs noch mal Jan!“ Beim zweiten Versuch sind wir schnell weg. Um uns herum Hafenkino. Ich höre: „Die haben kein Bugstrahlruder. Bei dem Schiff. Mann o Mann.“ Columbus hatte auch kein Bugstrahlruder. Die Rheinschiffer auch nicht. Da brauchen wir auch keins.

Für uns steht heute erst einmal ein gemütlicher Schlag unter Motor und Segeln nach Sandhamn an. Die königliche Marina wollen wir uns mal etwas genauer anschauen. Überhaupt sind keine großen Schläge geplant. Wir wollen mit unserer Crew den Stockholmer Schärengarten erkunden.

Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894

 


 

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

 

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Auf der Swir

Ich weiß ehrlich gesagt gerade gar nicht genau wo wir hier sind. Irgendwas mit Pole. Wir liegen nach ungefähr 70 km Flussfahrt durch dichte Wälder längsseits an einer uralten Barkasse und wurden von der kauzigen aber sehr hilfsbereiten zweiköpfigen Crew bereits mit Quellwasser ausm Kanister und sogar Strom versorgt. Im Ort ist nicht viel los. Nur in demkleinen Supermarkt trafen wir auf ein paar Menschen. Alles wirkt wie in den 50ern und 60ern. Interessant und morbid zugleich. Schade auch das seither offenbar nicht viel passiert ist. Der Muckenterror geht hier auch langsam los. All good, Ahoi.

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