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Schwierige Zeiten

Meine Fahrt nach Tekirdag und den weiteren Törn in die West-Istanbul-Marina, beschreibe ich hier nur am Rande. Vielmehr ist dieser Beitrag eine Art Erklärung, warum es in letzter Zeit unter anderem keine Videoupdates und weniger Selfies mit Happyface gab. Uns war einfach nicht danach.

Fangen wir mit Tekirdag an. Es war, mal wieder, ein Motortörn. Eine Weile gegen den Wind, dann Flaute. Problemlos mit dem neuen Lager und auch problemlos im Hafen in Tekirdag. Dort wurden freundlich die Leinen angenommen und der junge Mann von der Firma, die in Kürze den Hafen zu einer Marina umbaut, meinte gleich, dass ich für eine Nacht nichts bezahlen muss. Falls ich etwas wissen möchte oder Hilfe brauche, kann ich jederzeit zum Büro kommen.
Tekirdag selbst ist sehr quirlig. Viele Geschäfte, viele Fischer und eine Promenade mit gepflegter Parkanlage, wie ich sie selten gesehen habe. Marmorkunstwerke, Pavillions, Bänke, Leihräder in Hülle und Fülle. Fahrradwege, Steingehweg und gummierte Joggingstrecke, sowie dutzende öffentliche Sportgeräte, alles da. Hat mir sehr gefallen.

Am nächsten Tag bin ich noch vor Sonnenaufgang weiter. 52 Seemeilen lagen bis zur West-Istanbul-Marina vor mir.
Ein Flautentag größtenteils. Dazu zeitweise Nebel und viele Fischer, auf die ich achten musste. Für mich war dieser Törn einer der schwierigsten. Ich hasse Nebel sowieso wie die Pest, mehr noch als Starkwind. Es hat nicht viel gefehlt und ich wäre Seekrank geworden, zum ersten Mal auf Nomade, bei Flaute und kaum Seegang. Aber das lag nicht an der See und ich war es auch nicht, dem es an diesem Tag am schlechtesten ging. Sabrina hatte es an diesem Tag am schwersten. Denn der 20. Oktober war der Tag, an dem sie operiert werden sollte. Der Tag stand schon eine Weile fest und dieser Termin hat uns beide zermürbt.
Es war etwas in Sabrinas Bauchraum, was dort nicht hin gehört. Davon wussten wir bereits, als ich zurück nach Griechenland geflogen bin. Damals gingen die Ärzte allerdings davon aus, dass es zunächst nur weiter beobachtet werden muss und eventuell mit Medikamenten in den Griff zu bekommen ist. Aber Sabrina hatte im Laufe der Zeit mehr und mehr Schmerzen. Gutartig nennen es die Ärzte, immerhin, das ist etwas über das wir uns beide freuen. Und wir freuen uns, dass es nun raus ist. Zwei kleine Schnitte und eine Bauchspiegelung unter Vollnarkose waren nötig. Meine Mama hat den Teil übernommen, der eigentlich meiner gewesen wäre. Sie ist mit Sabrina ins Krankenhaus gefahren. Und mein Papa hat sich um Filou gekümmert. Dafür bin ich beiden dankbar.

Wir haben zuvor lange hin und her überlegt. Ich wollte eigentlich Nomade woanders lassen, die Reise schon vor ein paar Wochen unterbrechen und zurück nach Deutschland kommen, um da zu sein, denn es hätte passieren können, dass sie länger im Krankenhaus bleiben muss, weil die Operation vielleicht schwieriger wird als man nach der Computertomographie annehmen konnte. Aber Sabrina wollte das nicht. Sie wollte, dass ich weiter mache, sie war überzeugt, dass sie schnell wieder nach Hause kann. Es war ihre Entscheidung.
Und so habe ich eben weiter gemacht. Habe gepusht und hatte Anfangs noch die Hoffnung das geplante Winterlager in Sosopol in Bulgarien irgendwie vor dem 20. zu erreichen. Aber das war nicht zu machen. Selbst wenn das Kugellager nicht kaputt gegangen wäre, ich hätte es nicht geschafft.

Und so war ich eben an diesem Tag auf See, während Sabrina unterm Messer lag. Habe vergessen zu tanken und erst auf halber Strecke gemerkt, das die Nadel fast ganz unten ist. Noch nie zuvor ist mir so eine Nachlässigkeit passiert, aber ich war durch den Wind. Habe rumgeheult und gehofft, dass in Wesel im Krankenhaus alles gut geht.
Es ging gut! Am späten Nachmittag kam endlich die erlösende Nachricht von meiner Mama, dass Sabrina wieder wach ist und die OP gut verlaufen ist. Es musste nicht mehr entfernt werden als geplant und das erste was Sabrina im halbwachen Zustand nach der Narkose gesagt hat war: „Mein Hund, der wird mich schon nicht anspringen, der ist ein ganz lieber.“

Man, was war ich erleichtert!

Danach Leinen fest und am Abend mit Sabrina quatschen. Schmerzen hatte sie, verständlich. Aber sie ist ziemlich tapfer, war sie schon immer.
Jetzt hat sie den ersten Teil überstanden. Die weitere Behandlung wird langwierig, aber man kann es behandeln. Wir sind optimistisch!

Und die Reise mit Nomade? Auch langwierig, aber machbar. Für dieses Jahr geht die Reise allerdings dem Ende zu. Eigentlich wird vom Schwarzen Meer bereits im Oktober abgeraten, die Empfehlung lautet sogar: Nach dem ersten Sturm im September sollte man es besser sein lassen.
Jetzt haben wir den 21. Oktober und ich kann den wichtigen Törn nach Tsarevo im Schwarzen Meer unmöglich in der momentanen Schönwetterphase schaffen. Zuviel ist hier noch zu tun. Nomade bräuchte eine Reinigung des Unterwasserschiffs, um überhaupt vernünftig durch den Bosporus zu kommen. Vielleicht habt ihr es ja auf dem AIS gesehen, wir machen nur noch 5 Knoten, bei einer Drehzahl, bei der sonst 6,5 drin wären. Ich habe zwar unterwegs immer wieder den Rumpf abgekratzt, aber mittlerweile wächst das  Zeug schneller als ich Luft anhalten und kratzen kann. Das Ausklarieren nimmt auch Zeit in Anspruch. An einem Tag wäre das alles nicht zu schaffen. Und für nächste Woche stehen die Trends auf Sturm im Schwarzen. Danach ist November…

Zeit fürs Winterlager, Zeit nach Hause zu gehen.

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Schwerwettertraining mit der YACHT. Friends going sailing.

Das sind Michael und Jan.

Jan ist nicht meine Alter, könnte mein Sohn sein und ist aber mein Freund. Lucky me – Würde ich mal so sagen. Jans Ankunft war ein bisschen schwierig. Wieder mal so ein Atlantiktief. Ich mit einem Mietwagen unterwegs versuche am richtigen Ort in Loraine zu sein, wenn Jan vom Himmel fällt. Das sind mal locker 150 km mit dem Mietwagen gewesen. Dunkle Nacht. Viel Regen. Zweimal geblitzt worden. Kaum habe ich meinen Ricard und Cafe Midi an der Flughafenbar getrunken, blitzt es am Himmel und die Durchsage aus den Lautsprechern der übersichtlichen Flughafenhalle fällt statt Jan auf meinen Tisch. Der Ryanair Flug erhält wegen des starken Windes keine Landeerlaubnis und wir nach Rennes weiterfliegen. Wieder sitze ich im Auto. 150 km nach Rennes. Hatte ich mir anders vorgestellt. Ich puste das mitgebrachte Fallkissen auf. Jan fällt hinein und darf zur Belohnung die 100 km nach Portiche selber fahren. What a day?

Vom YACHT Schwerwetterteam ist nur noch Thomas übriggeblieben. Alle anderen hatten andere Pläne als die restlichen 340 sm nach La Coruna mit Micha & Jan als Skipper zu segeln. Ob sie was verpassen? Man wird sehen. Morgen gibt es das einzige Wetterfenster, dass Jan und ich so sehen. 33 Knoten wahrer Wind aus West. Na ja. Also wenn ich jetzt nicht grade in La Coruna 5 Gäste hätte sitzen, die und heißblutig erwarten, ich würde die Abfahrt verschieben. Aber so ist das. Wir werden morgen früh mal über die Hafenmauer schauen und wenn da keine brechenden Grundseen bis zum Horizont sind, machen wir mal Schwerwettertraining gegenan. Thomas ist dabei. Ich bin stolz auf Thomas.

Wir verbringen den Tag damit MARLIN für den Schlag vorzubereiten. Marinarechnung bezahlen. Mietauto wegbringen. Ein letztes Abendessen in der waagerechten. In den nächsten 24 Stunden wird man wahrscheinlich nichts von uns hören und sehen. Sechs Meter Welle ist angesagt. Das könnte zu unserem Problem werden. Nicht der Wind. Hmm. Grübel. Skippers delight ist das heute nicht grade.

An dieser Stelle muss jetzt mal ein bisschen Werbung sein. Die Atlantiküberquerung mit der ARC vom 12.11.2017 – 16.12.2017, Las Palmas nach St. Lucia hat noch zwei freie Plätze. Leider sind zwei Mitsegler, aus dem einst vollgebuchten Trip aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen. Das ist Deine Chance. Wenn Du Zeit und Lust hast und den Mehrwert der MARLIN erkennst, meldest Du Dich am besten über das Kontaktformular.

 


 

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Teil 3 der Atlantik-Doku 24h kostenlos + Der NEUE Film

Morgen ist es nun endlich soweit und mein langer Törn „UM DEN TIGER“ endet auf Fehmarn. Zur Feier des Tages gibt es den ansonsten kostenpflichtigen dritten Teil meiner Doku „EINHAND UM DEN ATLANTIK“ ab heute für 24 kostenlos auf Youtube. Viel Spaß damit und bis morgen … Ahoi !



Der neue Film `UM DEN TIGER`

Natürlich wird es auch über den Törn „UM DEN TIGER“ bald einen neuen Film geben. Wenn du als einer der Ersten über dessen Erscheinen informiert werden möchtest, dann trage dich jetzt unverbindlich und kostenlos in den „UM DEN TIGER“ Newsletter ein. Sobald es Infos zum neuen Film gibt, bekommst du so unaufgefordert eine Benachrichtigung von uns zugeschickt. Danke für Dein Interesse und bis dann ..


Ja, ich möchte kostenlos und unverbindlich informiert werden, sobald es Neuigkeiten zu Guidos neuem Film „UM DEN TIGER“ gibt.










    

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Schwerwettertraining mit der YACHT. MARLIN definiert Bewegung neu.

Das ist Kristina.

Kristina ist nicht mein Alter. Kristina kann keine Knoten, weil sie nicht, wie alle anderen, mit Knoten fotografiert werden will. Kristina fotografiert hier auf der MARLIN jeden Pups von vorne und von oben und von hinten. Kristina ist Volontärin bei der YACHT und segelt diese wundersame Segelreise mit der MARLIN mit. Wie mit jedem anderen Crewmitglied, sind auch Kristina und ich uns näher gekommen. Nicht zu nah bitte. Denn zwei die gerne durch die maritime Linse schauen und dazu auch noch schreiben, können auch schnell aneinanderstoßen. Kristina gibt gerne Wiederworte und fragt berufsbeding natürlich gerne immer wieder nach. Ich habe Kristina lieb gewonnen, ihre Art passt zu ihr, fühle fast schon Zuneigung. Tolle Seglerin, tolle Kameradin. Respekt. Aber, ich muss zugeben, ich durchschaue die YACHT-Volontärin auch nicht und ich habe berufsbedingt schon mal auch Respekt vor dem was sie von der MARLIN in Bild und Text irgendwann veröffentlichen wird. Die Situation erinnert mich etwas an das Interview aus dem Jahre 2000, als die Redakteurin Christiane Sommer von brandeins auf der IRON LADY war. Den Artikel kann man sich unter Presse anschauen. Also behandle ich Kristina mit gebürtigem Respekt. „Ist sie jetzt nett zu mir aus Sympathie? Oder nur weil sie etwas aus mir herausbringen will, was ich ihr unter Umständen nicht preisgeben würde und will das dann verwenden um… „Stop! Wnuk!“, beende ich das Selbstgespräch an diesem Punkt. „Sie hat Dir nichts getan und macht nur professionell und gewissenhaft ihren Job. Außerdem segelt sie gerne und mit Dir, Deiner Crew und der MARLIN allemal.“ Kommt es aus meinem Hinterkopf.

MARLIN tuckert zwischenzeitlich gemütlich an der Bretangne vorbei Richtung Nantes, das ja weiter im Land liegt und jetzt haben wir uns auf die Marina Pornichet geeinigt. Also eigentlich hat mir Co-Skipper Bernhard diese so raffiniert ans Herz gelegt, dass ich nachher meinte sie selbst ausgesucht zu haben. Ja. Das kann der Bernhard. Wir haben wilde Zeiten hinter uns gebracht. Wie zu erwarten war die Abfahrt von Ile d’Ouessant höchst dramatisch. Morgens um drei ging es aus den Federn und um vier drehte sich der Bug der MARLIN wieder auf Kurs um die Westküste. Wind war keiner, dafür stockdustere Nacht, eine nervöse Crew und ein nervöser Skipper. Zu Recht. Die Wellen der Wirbelsturms standen noch wie am Tage zuvor, knallten gegen die Küste und reflektierten zurück. Eine Meile Sicherheitsabstand half auch nicht viel. Die Natur fing an Ping Pong Ball mit der MARLIN zu spielen. Skipperfehler. Wir sind ohne Stützsegel ausgelaufen. So schlimm hatte ich mir die Situation nicht vorgestellt. Die alte Welle steht mit gut 4-6 Metern und fast senkrechten Wellenflanken. Die Schiffsbewegungen sind heftigste, sogar die sonst so ruhige MARLIN fängt an sich wild aufzuschaukeln. Zwei meiner Mitsegler fangen an die Fische zu füttern und ich? Ich lege mich auch mal besser eine halbe Stunde in die Waagerechte. Kurze Zeit später falle ich vom Sofa als ein brachialer Kawensmann MARLIN auf die Seite legt und alles nicht niet- und nagelfestes durch die scheinbare Schwerelosigkeit innerhalb MARLINs fliegt. „OhHa!“ Ich stürze raus, zähle durch. „Puh!“ Alle noch da. Da kommt die Botschaft, die ich schon kenne. „Piiiiiiieeeeepp!“ Johann ist überhitzt. „Motor aus!“ brülle ich durch die finstere Nacht. Johanns Gerödel erstirbt und jetzt wird MARLIN erst recht zum Spielball. „Klar machen zum Setzen des Großsegels!“ Jetzt mal nicht den Joystick loslassen Micha, sonst gibt das eine Verkettung von unglücklichen Problemen, die nicht zu einem guten Ende führen. Ich meine zu merken, wie die Mannschaft die Führung als Sicherheit bewertet. „Nicht nachdenken. Machen.“ Meter für Meter, die Schaukelbewegungen des Schiffes ausnutzend, findet das Großsegel seinen Weg bis zur zweiten Saling. „Mensch, wird es denn heute nie hell?“ Ich weiß wie sich meine Crew fühlt. Scheiße.

Die Genua, als Vortriebssegel, reicht nicht aus um MARLIN in die richtige Richtung zu bringen. Kein Wind. Neue Kaventsmänner spülen von der Seite über das Deck und rauschen die Süllkante runter bis übers Heck. MARLIN treibt in der aufkommenden Strömung mit einem Knoten Kurs Süd. Na. Wenigstens etwas. Wir halten uns frei von der Küste. In der heftigen Welle von vorhin ist der Kühlwassereinfluss in der Mitte des Kiels mit Luft in Berührung gekommen, die Wassersäule ist schlagartig unterbrochen, die Maschine bekommt ordentlich Luft und der Impeller kann nicht mehr fördern. Kennen wir ja schon. Aber! Es hat keiner gemerkt. Auch ich nicht. Jetzt ist der Motor so heiß, dass im Motorraum Ölqualm steht, der mir den Atem nimmt. Die 100er Abgasrohre sind unantastbar heiß. „Komm Schatzi. Du funktionierst noch. BIIIIITTE!“ Die Frage ist, ob der Impeller noch soweit o.k. ist, dass er Wasser fördern kann. Über unsere Süßwasserpumpe und eine gewisse Ventilkombination drücke ich Süßwasser in das leere Kühlsystem des Motors. „Komm Schatzi. Du funktionierst. BIIIIITTE! Ich mach es auch nie wieder Johann.“ Es gluckert im Wassersammler des Auspuffsystems. Jetzt. „Motor an!“ Ja. Ich schreie. Tue ich nicht gerne aber sonst hört mich keiner. Johann startet. Ich spiele mit dem Zulaufventil. Auf. Zu. Im Wasserfilter sehe ich wie zögerlich Wasser angesaugt wird. Dann kräftig. Dann hört es wieder auf. Die Brauchwasserpumpe läuft die ganze Zeit mit und kühlt Johann mit Süßwasser, damit es jetzt nicht einen Kolbenfresser gibt und wir manövrierunfähig auf die offene Biskaya getrieben werden. „Schöne Story wird das. Supertoll“, schimpfe ich mit mir selbst. Da kommt ein dicker Wasserstrahl in den Filter und es geht los. Johann läuft wieder. Alles gut.

Ich strecke meinen Kopf aus dem Zugang zum Motorraum. „Alles gut. Weiterfahren.“ Am Himmel wird es langsam heller. Es fängt an zu regnen, Segelwind setzt langsam ein und der Schwell nimmt langsam ab. MARLIN nimmt Kurs auf Richtung Nantes. Ja. Wir mussten Ile d’Ouessant zu dem Zeitpunkt bei Stillwasser verlassen. Sonst wäre es noch viel schlimmer geworden. Und darüber ob an diesem spooky place das beim Auslaufen Großsegel geholfen hätte, ich wage es zu bezweifeln. Eine Freakwave im Segel, die den Mast auf die Wasseroberfläche drückt, ist vielleicht noch viel schlimmer. Fünf Leuchttürme zieren Ile d’Ouessant, hunderte von Wracks liegen um die Insel herum verteilt. Wir sind nicht dabei. Gut so.

An dieser Stelle muss jetzt mal ein bisschen Werbung sein. Die Atlantiküberquerung mit der ARC vom 12.11.2017 – 16.12.2017, Las Palmas nach St. Lucia hat noch zwei freie Plätze. Leider sind zwei Mitsegler, aus dem einst vollgebuchten Trip aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen. Das ist Deine Chance. Wenn Du Zeit und Lust hast und den Mehrwert der MARLIN erkennst, meldest Du Dich am besten über das Kontaktformular.

 


 

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Komische Geräusche

Ich verlasse Canakkale am Freitag, den 13. Oktober. Wie weit ich heute segeln, motorsegeln oder motoren werde, will ich unterwegs entscheiden. Je nach Wind und Gegenstrom in den Dardanellen. Gelibolu will ich jedoch mindestens erreichen. Also los!

Kurz nach der Hafenausfahrt treffe ich auf ein kleines Fischerboot mit gleichem Kurs, also bergauf. Ich überlege kurz, ob ich vorbei fahren soll, entscheide aber, lieber die Drehzahl zu reduzieren und mich hinter den Fischer zu klemmen. Wenn hier einer die Neerströme und besten Stellen kennt, dann dieser Fischer. Und wie er sie kennt! Wir fahren dicht am Ufer entlang, mit 4 Knoten die Dardanellen hoch. Zeitweise auch schneller. Nach etwa 3 Seemeilen wollte ich ursprünglich auf die Europäische Seite wechseln. Der Fischer bleibt jedoch in Asien. Ich entschließe mich spontan ebenfalls dazu und werde nicht viel später mit satten 6 Knoten Fahrt über Grund belohnt. Es läuft und zwar extrem gut. Bereits am Mittag bin ich in Gelibolu und beschließe, weiter bis Sarköy zu fahren. Es herrscht Flaute. Nicht gut zum segeln, aber im Marmarameer trotzdem ein Geschenk. Normalerweise kommt der Wind hier so gut wie immer genau gegenan, wenn man nach Istanbul möchte. Also motore ich nach der Überquerung des Verkehrstrennungsgebiets am Ende der Dardanellen gemütlich an der Nordküste entlang. Der Volvo schnurrt wie ein Kätzchen, zeitweise kann ich die Genua zur Unterstützung setzen.
Trotz aller Gemütlichkeit muss man hier gut aufpassen. Es herrscht viel Betrieb auf dem Wasser. Dicke Pötte, die neben der Rennstrecke für Ozeanriesen ankern, oder gerade starten, viele kleine Fischerboote und auch große Trawler.

In Sarköy bin ich so früh, dass ich mich dazu entschließe noch einen Hafen weiter zu fahren. Mürefte ist nun mein Ziel. Laut meinem Revierführer soll der Fischerhafen von Mürefte ohnehin besser zum übernachten geeignet sein als Sarköy.
Kurz nach dieser Entscheidung macht Nomade plötzlich komische Geräusche. Erst nur mal ganz kurz, für eine halbe Sekunde, dann ist wieder Ruhe.
Ich schaue nach hinten, weil ich vermute, dass der Propeller etwas erwischt hat. Aber nichts zu sehen. Ein paar Minuten später wieder und wieder. Krrrt, kkkkkrrrrrt. Ein mahlendes, kurzes Brummen. Ich habe nun die Wellenanlage im Verdacht und gehe nach unten um nachzuschauen. Hier hört man bis auf das Geballer vom Volvo nichts. Eine Weile beobachte ich die Welle mit der Taschenlampe, dann gehe ich wieder nach oben. Kurz ist Ruhe, dann wieder dieses Brummen. Gefällt mir überhaupt nicht. Ich kuppele das Getriebe aus, gehe wieder nach unten und rüttel zunächst am Getriebeausgang, dann an der Gelenkwelle und zum Schluss am Kugellager. Mir rutscht das Herz schlagartig ein Stück tiefer. Das Ding hat deutlich sichtbares Spiel.
Machen kann ich hier natürlich nichts, erst mal mit reduzierter Drehzahl weiter bis Mürefte und dort in aller Ruhe einen Plan machen. Nach wenigen Seemeilen bin ich schließlich dort, biege in den Hafen ab und will Nomade längsseits an der freien Pier festmachen. Kurz bevor ich anlegen kann, kommt jemand angelaufen und gibt mir zu verstehen, mit Buganker festzumachen. Ich rufe nur kurz rüber, dass ich allein bin. „Kein Problem, mach längsseits fest.“ heißt es.
Es ist der Hafenmeister, der mir die Erlaubnis gibt und gleich danach beim festmachen hilft.

Nachdem das Schiff fest ist, fülle ich einen Bogen mit Schiffsdaten usw. aus, bezahle das Liegegeld für eine Nacht und überlege, was ich nun am besten mache. Eine gründliche Inspektion bringt mich nicht viel weiter. Das Lager selbst ist so gut im Gehäuse versteckt, dass man davon nichts sieht. Aber das Spiel, das ist deutlich erkennbar. Von Hand gedreht, hört man auch gut das Gerappel.
Ich bespreche alle Optionen mit Sabrina, die natürlich ebenfalls wenig begeistert ist.
Soll ich vorsichtig weiter bis in die nächste größere Stadt, Tekirdag? Vielleicht gibt es ja dort eine Werft…
Oder doch die Reise für dieses Jahr vorzeitig abbrechen? Ein gutes Angebot von einer Marina, nicht weit weg von Istanbul, haben wir bereits länger hier liegen. Eine Option, die wir für den Fall größerer Probleme nehmen wollten. Bis dorthin könnte ich mit wenig Motorzeit segeln, wenn das Wetter passt.
Aber das wurmt mich! Ich wollte eigentlich noch ein Stück weiter. Wir vertagen die Entscheidung auf morgen und ich gehe früh schlafen.

Der nächste Tag läuft ganz anders als geplant. Es entwickelt sich eine Eigendynamik, mit der ich nie gerechnet hätte.
Während ich am Morgen im Cockpit sitze, einen Kaffee schlürfe und überlege, ob ich gleich nach Tekirdag segeln soll, kommt ein älterer Herr mit seinem Bekannten vorbei. Er fragt mich auf Deutsch: „Wie geht’s? Sie kommen aus Deutschland?“
Es stellt sich heraus, dass der Mann in den 70ern eine Weile in Deutschland gearbeitet hat. Seit vielen Jahrzehnten lebt er aber nun wieder in Mürefte und hat eine 10m Segelyacht hier im Hafen. Er und sein Bekannter schauen sich Nomade an und sind ziemlich begeistert vom Boot. Irgendwann kommen wir dann kurz auf das Kugellager zu sprechen. Er meint, das hinter der alten Halle jemand ist, der so etwas reparieren kann.
Er verabschiedet sich wieder und ich bleibe skeptisch zurück. Ein alter Fischerhafen, eine Wellblechbude, zwei Container und einen Kilometer weiter ein kleines Dorf. Die nächste größere Stadt ist Tekirdag. Dort, so denke ich mir, könnte es vielleicht jemanden geben, aber hier?
Bevor ich zu Ende überlegt habe, ist der ältere Herr wieder da. Der Hafenmeister ebenfalls. Es stellt sich heraus, dass der Hafenmeister auch gleichzeitig der Mechaniker hier ist. Sogar Meister soll er sein.
Und bevor ich großartig was erklären kann, hängen wir mit den Köpfen im Maschinenraum dieser über 40 Jahre alten Suncoast, dessen vorderes Wellenlager vermutlich zuletzt ein Holländischer Mechaniker beim Einbau gesehen hat.
Rifat, so heißt der Hafenmeister und Mechaniker Meister, schaut sich alles an, überlegt und sagt irgendwann: „No Problem!“
Bau die Wellenanlage aus, dann baue ich das Lager in meiner Werkstatt aus und besorge ein neues in Sarköy!
Was hier einen Satz einnimmt, dauert in Wirklichkeit viel länger. Der ältere Herr ist nämlich wieder weg und Rifat spricht kaum Englisch, ich kein Türkisch. Es geht also eher so:
„You off!“
„What off?“
„Look!“
„OFF!“
„Ah, ok, i remove this part?“
„No!“
„Here, off!“
„Ah, i remove the complete part and then?“
„Come to my office!“
„Ok, i come to your office, when i have everything removed.“
„Noooo. Now office.“

Also gehe ich zunächst mit Rifat zum „Office“ und verstehe anfangs nur die Hälfte. Das „Office“ ist in Wirklichkeit eine Mischung aus gemütlicher Sitzecke und Werkstatt. Aber bestens ausgestattet und sortiert. Eine alte Flimmerkiste läuft über der Werkbank und im Kühlschrank lagert der Raki. Urgemütlich und irgendwie einladend.
Jetzt wird auch klar, warum ich mit hier hin sollte. Rifat wollte mir alles zeigen und sagen, dass ich jederzeit seine Werkzeuge ausleihen und hier arbeiten kann.
Dann gehe ich zurück zum Boot. Ich überlege nicht lange. Ich vertrau dem Kerl. Ist natürlich ein Risiko, die gesamte Wellenanlage hier zu zerlegen. Es kann immer etwas schief gehen und es gibt bei diesem System viele Unbekannte. Das Kugellager zum Beispiel. Das stammt wahrscheinlich von 1975 und wurde vermutlich bei Yachtbouw Noord Nederland in Stavoren in diese Suncoast eingebaut. Ein absolutes Ü-Ei.
Also Werkzeug raus und Stück für Stück ausbauen. Es dauert alles sehr lange. Auch, weil die Anlage sehr schlecht zugänglich ist. Der Maschinenraum ist eigentlich sehr geräumig, aber er wurde über Generationen verbastelt und ist schon ab Werk ungünstig verkleidet.
Irgendwann habe ich alles los was lösbar war. Einige Schrauben der Wellenkupplung rühren sich allerdings keinen Millimeter. Völlig festgegammelt.
Ich gehe zu Rifat um mir besseres Werkzeug zu holen. Mit größeren Schlüsseln geht es allerdings auch nicht. Ich brauche eine große Inbusnuss. Die hat allerdings auch Rifat nicht. Er zögert nicht lange, nimmt die Flex, trennt ein Stück vom Inbusschlüssel ab und steckt das in eine passende Nuss. Damit lassen sich zwei weitere Schrauben lösen. Vier weitere sind jedoch immer noch fest. Also wieder zum Office. Rifat will selbst versuchen, kommt aber auch nicht weiter. Dann hat er eine Idee! Er fragt:
„Diesel?“
„Yes, Diesel.“
„Benzin?“
„No Benzin.“
„Brrrt brrt, ok?“

Jetzt verstehe ich. Er will wissen, ob hier irgendwo ein Benzintank ist, oder überall nur Diesel. Also holen wir Schweißgerät und noch mehr Werkzeug aus dem Office und bringen das Ganze an Bord. Dann wird ein langes Landstromkabel gelegt und es geht los. Sicherung raus, Taschenlampe an. Ich bin mittlerweile zum Handlanger degradiert. Der Meister hat jetzt das sagen an Bord.
„Close!“
„Closed!“
Brrrt, brrrrrt, brrrrt
„Open!“
„Is open!“

Dann vorsichtig die aufgeschweißte Mutter drehen. Abgebrochen! Trotz wirklich sehr guter Schweißarbeit, bricht sie immer wieder ab. Also flexen, wieder Schweißen, abkühlen, drehen. Abgebrochen!
Immer und immer wieder, das alles kniend, kriechend in dem engen Raum. Irgendwann sind wir beide fertig. Überall Kratzer und Macken an den Armen, Loch im T-Shirt. Dann ist sie endlich draussen, die erste Schraube! Zwei andere können wir problemlos durchtrennen. Die Reste wollen wir im ausgebauten Zustand raus holen. Jetzt sitzt nur noch eine einzige Schraube fest.
Rifat meint, wir sollten erst mal eine Pause machen. Es ist bereits Nachmittag. Und so gehen wir zum Office, er macht den Kühlschrank auf und holt den Raki raus. Ich winke zunächst ab, aber es nützt nichts, auch ich bekomme einen Raki. Dazu noch Weintrauben und Knabberzeug. Zwei weitere ältere Herren kommen dazu. Sie haben ein Motorboot hier und lassen sich vom Meister etwas erklären. Dann sitzen wir zusammen im Office und einer der beiden meint zu mir: „Sie sind der Deutsche mit dem Segelboot?“
Ich bin überrascht, wie gut er meine Sprache spricht und bejahe die Frage. Dann sagt er: „Herzlich willkommen. Machen sie sich keine Sorgen. Rifat kriegt das schon hin.“
Es stellt sich heraus, dass auch er früher mal ein paar Jahre in Deutschland gearbeitet hat. In den 60ern war das.
Irgendwann gehen wir zurück zu Nomade. Dann mal wieder zur Werkstatt, ähm, zum Office und treffen dabei immer wieder auf Fischer und andere Leute. Jedes mal werde ich vorgestellt, aber es hat sich bereits herum gesprochen, das ich der Deutsche mit der Segelyacht bin. Sonst ist auch kein anderer Gast hier. Nomade ist das einzige ausländische Boot im Hafen. Nicht einmal Gäste aus Istanbul oder sonst woher sind hier. Die Saison ist vorbei, der Winter nicht mehr weit, das wird hier deutlich.
Bis zum Abend bekommen wir die letzte Schraube nicht gelöst. Wir vertagen das Ganze auf morgen und lassen alles so liegen.

Abends werde ich noch von ein paar Anglern auf einen Whiskey eingeladen, aber nach dem Raki ist mir das bereits zu viel. Wir unterhalten uns allerdings noch eine Weile, dann ziehe ich mit meinem Bettzeug aus der Achterkabine ins Vorschiff. Hinten ist das Chaos ausgebrochen.

Am nächsten Tag bekommen wir die letzte Schraube nach einer Weile endlich los. Rifats Werkzeug bringen wir wieder zurück, denn den weiteren Ausbau kann ich nun allein fortsetzen.
Nachdem alles einsortiert ist, frage ich ihn was er für die Arbeit bekommt. Er winkt zunächst ab. Ich bin etwas irritiert, sage dann zu ihm, dass er doch stundenlang gearbeitet hat…
Darauf meinte er nur: „I help you!“
Trotzdem! Neues Werkzeug muss schließlich auch gekauft werden. Also werden wir uns einig und ich baue anschließend die Wellenanlage weiter aus. Am frühen Nachmittag ist das nach einigen weiteren kleinen Schwierigkeiten endlich gelungen.
Also ab damit zum Office. Hier baut Rifat in kürzester Zeit das Kugellager aus. Das Teil ist völlig kaputt. Weit wäre ich damit nicht mehr gekommen.
Mit dem defekten Lager in der Tasche fahren wir zusammen in den übernächsten Ort, Sarköy. Nach knapp 20 Kilometern sind wir dort. Ein winziger Laden, bis unter die Decke voll mit Teilen verschiedenster Art. Es ist Sonntag! und wir werden freundlich begrüßt. Der Besitzer schaut sich das alte Kugellager an, nimmt den Messschieber, nickt, geht nach hinten und kommt kurze Zeit später mit einem nagelneuen Kugellager für die Wellenanlage einer 42 Jahre alten Suncoast wieder. Rifat schaut mich an, lächelt zufrieden und meint: „No Problem.“
Ich bin baff wie selten zuvor.

Auf dem Rückweg kaufen wir noch kurz was für Rifats Mutter ein und halten dann an einem Restaurant an. Eigentlich gehe ich unterwegs nie essen, aber heute stimme ich zu. Wir nehmen beide Lamacun. Außerordentlich lecker. Dann werde ich dem Besitzer und anderen Leuten vorgestellt. Man begrüßt mich aufs freundlichste. Sehr ungewohnt für mich.
Nachdem wir so gut wie fertig mit dem essen sind, beobachte ich die Situation um mich herum genau. Ich will mich wenigstens ein bisschen bei Rifat bedanken und das Essen bezahlen. Aber es funktioniert nicht. Als wir aufstehen und etwas Gewimmel um uns herum ist, meint er zu mir: „Lets go.“ und geht vor. Ich bin überrascht. Habe nicht mit bekommen, wie er bezahlt hat. Ich frage den Besitzer, ob schon alles bezahlt ist. Er nickt freundlich. Ich bedanke mich, immer noch irritiert.
Ich weiß bis heute nicht, ob Rifat die Rechnung bezahlt hat, oder ob ich vom Restaurant Besitzer eingeladen wurde. Rifat meinte auf meine Fragerei nur: „You Guest.“

Zurück in Mürefte baut er das neue Lager ein. Funktioniert wunderbar und passt perfekt. Leider hat sich beim Festziehen die Sicherungsmutter verabschiedet. Einfach geplatzt das Ding. Mir rutscht das Herz in die Hose. Diese Mutter ist kein Standardteil. Feingewinde, besondere Form. Ich male mir schon aus, wie ich jetzt doch länger fest hänge. Aber Rifat beruhigt mich. Er fährt nochmal nach Sarköy und ist eine Stunde später wieder zurück. Das Teil kann am Montag in Istanbul bestellt werden und soll am Dienstag hier sein.

Dienstag morgen:
Wir fahren gemeinsam nach Sarköy, wieder in den kleinen Laden. Da liegen schon zwei kleine Schachteln auf dem Tisch. Darin, Sicherungsmutter und Zahnscheibe, genau passend. Ich bin wieder absolut überrascht.
Auf dem Rückweg sammeln wir noch Fischer ein, die ebenfalls zum Hafen müssen, dann wird die Wellenanlage endgültig zusammen gebaut. Eine abgetrennte Schraube bohre ich dann selbst noch aus und schneide ein neues Gewinde.
Der abschließende Einbau geht schnell. Dann ein Testlauf. Vorwärts, Rückwärts, läuft butterweich.

Aufräumen, Fertig!

Und am nächsten Tag? Also, heute? Da fahre ich nicht weiter. Windstärke 6, genau Gegenan. Sinnlos. Heute schreibe ich diesen Beitrag und hab das ein oder andere Mal einen Kloß im Hals. Gerade war wieder jemand hier und hat gefragt, ob alles ok ist, ob ich noch etwas brauche.

Aber ich bin bestens versorgt. Das Stromkabel, welches mir der Mechaniker Meister geliehen hat, habe ich vorhin schon mal zurück gebracht und vor seinem Office abgelegt. Denn der Meister selbst ist heute nicht hier. Er hat einen Termin in einer Spezialklinik in Istanbul. Dort wurde er vor einer Weile operiert und heute wird untersucht, ob der Krebs den er hat, sich wieder ausgebreitet hat, oder nicht. Gestern ging es ihm sichtbar schlechter als an den zwei Tagen davor. Aber er wollte es sich trotzdem nicht nehmen lassen, mit mir nach Sarköy zu fahren.
Ich habe mich bedankt, so gut ich das konnte. Hatte noch eine letzte gute Flasche Wein an Bord und habe die noch etwas verziert.

Und so sitze ich nun hier und denke über alles nach, was in Mürefte passiert ist. Denke über diesen Fischerhafen nach, in dem ich nur für die erste Nacht das bescheidene Liegegeld bezahlen sollte. Danach war ich Gast.
Ich denke an die Zeit auf Trizonia zurück, als mir Altan mal sagte: „Wenn du in der Türkei Problem hast, ist kein Problem!“
Er hatte Recht.
Und ich denke zurück an die Zeit auf dem Jakobsweg in Nordspanien, nein genauer gesagt, im Baskenland. So willkommen wie dort hatte ich mich noch nie zuvor gefühlt. Genauso wie dort fühle ich mich jetzt hier.

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SV Jager – Dick Koopmans NED

80.000 MILES AND 18 YEARS SAILING WITH WINDPILOT


Dear Peter,
I have sailed 21 years, over 80.000 miles and 18 years with WINDPILOT on JAGER. We still use the WINDPILOT for both cruising and short hand racing.

During single-handed OSTAR (3rd place) and AZAB (2e place) the WINDPILOT was used for about 70 %, 15 % was sailed under autopilot and 15% was hand-steering. On our cruise back from Newport Rhode Island to Holland (with a stop at Azores) we did all on the Windpilot. It is reliable, does not make noise and don’t need electric power.

Best 24 hr runs are several 200-206 miles but I do not advice this for normal cruising. Best run without sails under bare poles was 176 miles in an Atlantic gale. Windpilot is ideal then, you can sleep till it’s all calm again.

SV Golya – a new design of Dick Koopmans

On the IJselmeer I use the WINDPILOT less because to much shipping and it is safer to sail a straight course, but on last 200 miles solo, October 2017 with over 30 knots of wind I used it first when the autopilot stopped and later to windward because it steers better than on autopilot. Result was a 2e place out of 140 boats.


– Round Britain & Ireland yacht race 2006. Over 50 knots of wind. Crew inside WINDPILOT outside. First in class second 35 ft
– AZAB 2015 singlehanded second in class

After 18 years the only refit were some bearings. Since JAGER mean Skua, the blade is modified a bit. The gap in the top has also some theoretic advantages.
With kind regards,
Dick Koopmans WEITERLESEN

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SV Zephyros – Jon Schwartz US

FAMILY MOVE FROM A BIG HOUSE TO A SMALL BOAT

Der Tag der Ankunft von Hurricane IRMA war für die Schwartz Familie der Start ins Abenteuer. Ihr Flug von Miami nach Paris was der letzte Abflug, bevor Miami Airport wg. Irma geschlossen werden sollte.


All das ist erst wenige Wochen her, die Familie hat zwischenzeitlich die SV Zephyrs -eine BOREAL 47 – in Frankreich in Besitz genommen und wird sich in Kürze in die segelnde Karawane Richtung Süden einreihen. WEITERLESEN

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SV Subeki – Sybille + Christian Uehr GER

LOCKMITTEL FÜR NEUGIERIGE – ANSPORN ZUM LOSFAHREN

Eine lange Reise kurz erzählen, dies ist Menschen vorbehalten, die losgefahren und wieder angekommen sind, weil sie erst am Ende einer Reise ihre Jahre an Bord durch das Sieb von Erinnerungen rühren und verdichten können, um dann darüber zu berichten.

Sybille+Christian Uehr

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Tracker aus

Sooo … n`abend zusammen. Nach meinem 25-stündigen Power-Schlag über knapp 140 Seemeilen von Laesoe nach Korsoer, bin ich heute ganz gemütlich weiter Richtung Süden gesegelt. Nun stehe ich im kleinen Hafen von Spodsbjerg an der Ostküste von Langeland. Deutschland und Fehmarn sind jetzt ganz nah. Für die letzten Meilen werde ich mir nun etwas Zeit lassen und außerdem den Tracker ab sofort ausschalten. Erst am Samstag werde ich das Gerät wieder answitchen und dann engmaschig Pings auf die Karte schicken. So könnt ihr meine letzten Meilen bis zu meiner Ankunft in Burgtiefe quasi live verfolgen. Ich freu mich schon auf euch. Ahoi !



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Schwerwettertraining mit der YACHT. Und eingeweht.

Das ist Bernhard.

In das Feld bei der Frage nach: „Bist Du schon mal über den Atlantik gesegelt?“ antwortet er: 3x Ost-West, 2x West-Ost. Das liest sich natürlich gut für mich und Bernhard habe ich heute zum Co-Skipper nominiert. Erfahrung vor Scheinen. Aber die hat Bernhard sowieso. Bernhard ist Arzt, Tierarzt. Noch so ein positiver Punkt. Bernhard kann also nicht nur nähen, sondern ist auch noch klug. Professor und Geschäftsführer. Wenn Bernhard redet, hört man gerne zu und Bernhard hat Witz und Charme. Wie alle anderen meiner Crew ein sehr angenehmer Mitsegler. Bernhard segelt nicht nur gerne sondern auch viel. Er interessiert sich sehr dafür bei der nächsten West-Ost-Atlantiküberquerung im Mai 2018 dabei zu sein. „Von mir aus gerne. Bernhard. Da bist Du dabei.“ “Ihr seid die beste Crew von allen, die ich bisher je hatte“, schnulze ich beim morgendlichen Briefing. Und das stimmt sogar. „Ich hatte noch nie eine Crew gehabt, bei der der Autopilot so wenig gelaufen ist wie bei euch.“ Eigentlich nur ich selbst schalte diesen an. Nicht meine Crew. Doch trotzdem – Hurricane Sturmtief Ophelia hat uns voll im Griff. Unser morgendlicher Versuch die Insel zu verlassen und nach Brest zu verlegen endete damit, dass wir im Süden von Ile d’Ouessant wieder umgedreht sind. Eigentlich ist Ophelia erst für heute Nacht angesagt unsere Breite im Abstand von einigen hundert Meilen zu passieren und uns 40 Knoten Wind und 6 Meter Welle zu bescheren, südlich der Insel frischt es aber am Morgen schon so kräftig bis auf 35 Knoten Wind in Böen auf, dass ich den Schlag absage, mit der Angst im Nacken, dass Ophelia doch schon jetzt zuschlägt und näher ist als ich denke. SAEFTY FIRST. Zurück in die schützende Bucht, an die sichere Franz-Mouring. Innerlich koche ich. Ich finde nichts schlimmer als umdrehen zu müssen. Auf die Frage ob dies meine Crew bemerkt: „Nein. Das merkt man Dir nicht an.“ „Aufgeben gehört eben auch zum Schwerwettertraining.“

Also werden wir eben warten, bis der ehemals Hurricane, nun Tropical Storm vorbeigezogen ist und wir Dienstag auf seiner Rückseite Richtung Höhe Nantes durchkommen. Der Zielhafen zum vereinbarten Termin rückt immer weiter weg. Für Donnerstag hat sich ein neues Tiefdruckgebiet mit erheblichem Ausmaß angekündigt, dass nicht über Irland nach Norden ziehen soll, sondern seinen Weg durch den englischen Kanal nehmen will. Die Isobaren setzen so weit südlich, dass ab Nantes Westwinde in Sturmstärke angesagt sind. Ich denke nach. Leise mit mir selbst. Hörbar mit meiner Crew. Ich muss zugeben, dass es mir trotz ausgiebigen Trainings im Solent und im englischen Kanal, nicht gelungen ist, dass meine Crew die MARLIN nachts alleine segeln können. Zu viele Risikofaktoren mit der Aussicht auf Schäden oder Unfälle. Bei Tageslicht schaffen sie das schon, wenn ich dabei bin, aber nachts besteht keine Chance und wie sagt Jan dann: „Irgendwann muss der Skipper dann ja auch mal schlafen.“ Genau da harkt unser Schwerwettertraining. Die permanenten Starkwinde, immer von vorne benötigen einen zweiten Mann, einen zweiten Skipper, um die notwendigen Übernachttörns nach La Coruna zu schaffen. Das schaffe ich definitiv nicht alleine. War etwas anders geplant. Nicht so heftig. Nicht mit Ophelia, nicht mit dem kommenden Sturmtief. „Wnuk. Da hast Du Dich etwas überschätzt“, spreche ich mit mir selbst und erwidere mir selbst: „Hätte ja auch gutgehen können.“ Folge dessen wähle ich Jans Nummer. Die Skipper reden miteinander . Ich versuche mein bestes um bis Donnerstag mit meiner Crew nach Nantes zu kommen. Jan versucht dann dorthin zu kommen und gemeinsam werden wir mit oder ohne Crew den Schlag nach La Coruna zu schaffen.

An dieser Stelle muss jetzt mal ein bisschen Werbung sein. Die Atlantiküberquerung mit der ARC vom 12.11.2017 – 16.12.2017, Las Palmas nach St. Lucia hat noch zwei freie Plätze. Leider sind zwei Mitsegler, aus dem einst vollgebuchten Trip aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen. Das ist Deine Chance. Wenn Du Zeit und Lust hast und den Mehrwert der MARLIN erkennst, meldest Du Dich am besten über das Kontaktformular.

 


 

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

 

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SV Tequila Sunrise – André Kurreck GER

DAS NETZ VERGISST NIX

Soeben bekomme ich eine Mail aus Alberta CA, ein SHARK 24 Segler hat dieses Video angesehen und fragt, ob denn meine Systeme auch „rückwärts“ funktionieren?

Die Geschichte dahinter ist schnell erzählt: Bis zu den Kanaren wurde auf der SHARK 24 von André die Windfahne um 180 Grad verkehrt herum gefahren, hat zwar wohl funktioniert, aber ich habe meinen Senf per Mail dazu gegeben. Fortan wurde der Fehler korrigiert, wie das nächste Video zeigt.

Moin Peter,
wir haben deine Instruktion aber befolgt und es hat funktioniert. Wir waren wirklich beeindruckt von der Arbeitsweise der Windpilot. Wenn ich noch daran denke, wie ich mit dem Pinnenpiloten gearbeitet habe, kann ich nur sagen, dass ist absolut kein Vergleich!
wir sind hier in La Graziosa gut angekommen und schicken dir noch ein paar Fotos und dein gewünschtes Videomaterial rüber.
Das einzige Problem, dass ich ausmachen konnte, ist seine Neigung, wenn er ein wenig vom Kurs abkommt bei einer Böe anzulufen.
Ist halt wie du schon gesagt hast ein sensibles Schiffchen, aber vielleicht hast du ja noch eine Idee, nachdem du die Fotos erhalten hast.
LG André Kurreck

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SV Gateway 4 – Peter Paternotte NED

FIFTEEN YEARS OF SAILING WINDPILOT

Dear Peter,
we’ve been in touch quite some time ago, first in 2003 and lately in 2011. At the time I sailed a Vancouver 34 with a Pacific that served me well during several ocean crossings and coastal cruises. Getting older I sold my V34 but not giving up sailing I bought a Vancouver 27 and as it happens I miss my vanegear. The old Hasler that is fitted on my vintage yacht is about the last piece of equipment not replaced by more up-to-date equipment and by now I’m thinking about the next step. By pure coincidence a Pacific Light system is on offer in Holland, bought from you by a Victoire 28 owner who installed it only a few years ago but gave up long distance sailing. Will this unit be appropriate for my V 27?
 
Hopefully you’ll be able to answer my questions in a couple of days, many thanks anyway.
Peter Paternoster WEITERLESEN

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