Peter Foerthmann – Autor
PETER FOERTHMANN – AUTOR – WIESO – WARUM – WESHALB

PETER FOERTHMANN – AUTOR – WIESO – WARUM – WESHALB


Ein dickes Hoch bremst die TeilnehrerInnen im Pazifik zu Weihnachten © #VG2020
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DER IN DER BISKAYA TANZT


Können wir 2021 wieder im Charterrevier Kroatien segeln? © Sergii Gulenok

Eva und Simon Zanon, die neuen Varianta-18-Macher, auf dem Schluchsee im Schwarzwald © Zanon Nautic
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MYTHOS WELTUMSEGELUNG – KOMMENTAR

BIANCA 28 MIT NORDSEE II UM DIE GANZE WELT
Hallo, ich bin Schiffsmechaniker und – was noch viel schlimmer ist – Ossi. Also bin ich zuversichtig, die uralte Anlage von Wolf Kloss wieder zum Laufen zu bekommen. Denn, obwohl ich noch nicht weiss, an welches Schiff sie mal kommt…. mit einer halben Anlage kann man nix reissen und jetzt hab ich Zeit zur Reparatur.
Ja, dass meine Phoebe diese Reise so gut bewaeltigt hat, ueberraschte mich auch. Fuer das 2t-boot schien mir die alte Windpilot Nordsee II von Einfachheit und Gewicht als sehr angemessen, nicht zuletzt wegen dem Notruder. Trotz der etwas „polnischen montage“ hat sie Unglaubliches geleistet. Auch weil ich meist nur auf 4,5kn trimmte.
Ich schreibe noch am Buch ueber die reise, aber von 12000 fotos eine Auswahl zu treffen… aber einige anekdoten kann ich gerne mal schicken.
Phoebe war meine erste ‚Yacht‘ und der Start der Weltumseglung meine erste Nachttour. Laengste Distanz nonstop: 8200sm, hoechster Speed ohne strom 12kn, wahnsinnige Ausruestung fuer die Bootsgroesse. Der Trip: Rostock-Kanaren-Argentinien-Chile-Frz Polynesien-Neuseeland-Fiji-Vanuatu-Suedafrika-Grenada-St Martin-Azoren-Schottland(loch ness)-Daenemark-Rostock. Dann in 2019/20 noch einmal: Barth-Niederlande-Kanaren-Kapverden-Trinidad-St Marten-Azoren-Frankreich-Belgien. 95%einhand
gruesse
jan
MIT EINER LEISURE 17 FING ALLES AN
Sicher unnötig, die ganze Geschichte hier zu repetieren: Windpilot und Leisure sind ein Gespann, mit dem die Geschichte damals angefangen hat, alles aufgeschrieben, falls noch nicht bekannt:

Kapitän und Leichtmatrosin © Jens Brambusch
Do., 17.Dez.20, Franz.Polynesien/Moorea/Cooks Bay, Tag 2391, 21.237 sm von HH
„Get your motor runnin‘
Head out on the highway
Looking for adventure
In whatever comes our way“
♪ ♫ ♫ ♪ ♪ ♫ (Steppenwolf)
Easy Rider auf Moorea
Ursprünglich wollten wir ein Auto mieten, da aber keins zu bekommen war, fällt unsere Wahl auf einen Motorroller. Eine glückliche Fügung. Die mitgelieferten (und gar nicht mal so ekligen) Jet-Helme, kurze Hose und Hemd liefern einen Hauch von ‚Easy Rider‘. Als Herr und Frau Peter Fonda machen wir Mo’orea unsicher.
Eine Umrundung sind ungefähr siebzig Kilometer, Querverbindungen durch die steilen Berge gibt es keine. Das Inselinnere ist unbewohnt. Die Sache wäre also in zwei Stunden abzuarbeiten. Wir haben den Roller für den ganzen Tag gemietet und können uns Zeit lassen. Auf der Ringstraße beträgt die Höchstgeschwindigkeit 60 km/h – wir werden mit einem 40er Schnitt aber auch nicht zum Verkehrshindernis.
Der beste Blick auf die Cooks Bay – unten rechts liegt Atanga
Knapp 15.000 Menschen wohnen auf Mo’orea, die meisten an der windabgewandten Seite. Wie auf Tahiti der gleiche Fehler: Die Uferzone ist fast lückenlos bebaut. Mal ans Meer zu kommen, gestaltet sich schwierig: propriété privée! – tabu! – betreten verboten! Mo’orea hat wenig Strände und an diesen stehen meistens Hotels. Die letzten öffentlichen Strände hat man zu ‚Parks‘ gemacht. Mit gemähtem Rasen davor, eingezäunt und mit einem Wärterhäuschen an dem Öffnungszeiten angeschlagen sind. Noch kostet es keinen Eintritt, da sollte der Bürgermeister mal mit dem Kurdirektor von Timmendorf sprechen – Kurtaxe wäre das Stichwort.
Von diesem Übel abgesehen, ist Moorea phantastisch schön. Immer neue Blicke auf die schroffen Berge eröffnen sich. Sie sind überwuchert von undurchdringlichem Dschungel. Adrette Dörfer, hübsche Kirchen und immer der Blick über die Lagune, die vom Saumriff perfekt abgegrenzt wird. Die Insel hat nur wenige Pass-Durchfahrten.
Mooreas Berge sind aus jedem Blickwinkel imposant
Außerhalb von Corona-Zeiten ist Mo’orea durchaus touristisch. Hotels, Wasser-Jet-Ski-Verleih, Schnorcheltour-Anbieter und viele Restaurants sind die leer stehenden Zeugen dieser Tage. Wir treffen unterwegs nur wenige Touristen – die Strände der Hotels sind nahezu leer. Französisch Polynesien lässt Touristen ins Land: Nach einem negativen Test, der nach vier Tagen wiederholt werden muss. Es kommen trotzdem nur wenige. Es sollen nur zehn Prozent der normalen Anzahl an Gästen im Land sein.
Mittagspause mit Holzofen-Pizza – total lecker – meine ist mit frischem Thunfisch
Das gefallene E – das Tiki Village in dem normaler Weise Tanzaufführungen statt finden ist bereits am zerfallen – die Tänzer und Musiker sind arbeitslos
Die Kirchen sehen noch gepflegt aus – denen scheint es immer gut zu gehen

Die letzten Hotelgäste werden mit Unterwasser-Fahrrad fahren bespaßt
Schön für uns, wer mag schon andere Touristen, sehr schlecht für die Einheimischen. Es wird viel herum gesessen, Langeweile prägt den Tag, wenig Geld in den Taschen. Kein schöner Anblick. Im Kontrast dazu stehen die Luxus-Hotels mit Wasserbungalows. Im Sofitel gibt es das Zimmer für 300 EUR die Nacht – inklusive Frühstück. Zum Glück wohnen wir auf unserem Appelkahn umsonst und ich bekomme auch jeden Morgen das Frühstück gemacht. Das Leben kann so süß sein.
An den schönsten Ecken stehen Hotels
Hier das Sofitel mit dem Blick des Tages