Volvo Penta unter Strom

Marell baut eigentlich schnelle Motorboote für Marine und Polizei, die „Kvitbjoern“ soll Touristen in der Arktis befördern. © Marell Boats

Marell baut eigentlich schnelle Motorboote für Marine und Polizei, die „Kvitbjoern“ soll Touristen in der Arktis befördern. © Marell Boats

Kim Burmeister lebt an Bord, inzwischen auf einem neuen Schiff – und mit Partner © privat
Mo., 27.Dez.21, Neuseeland/Ahipara, Tag 2767, 24.688 sm von HH
Ebenfalls gut von Ahipara ist der Gummdiggers-Park zu erreichen. Als Gum wird in Neuseeland das Harz der Kauri-Bäume bezeichnet. Am lebenden Baum fließt es gummiartig aus dem Stamm heraus. Die Maori haben es tatsächlich als Kaugummi benutzt. Sie wussten ebenfalls, dass es leicht entzündlich und gut zum Feuermachen zu gebrauchen ist.
Das Harz von im Sumpf versunkenen Kauris wird hart und ist dann im Grunde ein Bernstein. Allerdings nicht ein paar Millionen Jahre alt, sondern nur wenige 10-tausende. Die Werbung für den Park und auch der Name erzeugen den Eindruck einer Disney-Vergnügungs-Veranstaltung. Wir lassen uns nicht abschrecken. Und werden nicht enttäuscht.
Wie beim Bernstein bleibt auch schon mal jemand stecken im Harz
Logo vom Gumdiggers-Park
Der Gumdiggers-Park befindet sich auf einem Sumpfgelände in dem bis in die 40er Jahre nach dem Harz gesucht wurde. In den Wurzeln umgekippter Kauris hat man nach den wertvollen Brocken gebuddelt. Dabei wurde der gesamte Wald durchlöchert und umgewühlt. Bereits Anfang des neunzehnten Jahrhunderts hat man erkannt, dass das Harz wunderbar zur Lack-Herstellung und für die Linoleum-Produktion zu verwenden war. 1814 gab es die erste Gum Verschiffung nach Australien. 1850 waren fast alle Klumpen, die an der Erdoberfläche lagen, eingesammelt und man musste mit dem Graben beginnen.
Der Park liegt mitten im Sumpfgelände – auch wenn der Bewuchs wie trockenes Buschland wirkt
Glückritter, gleich dem Gold-Rausch-Klondike in Nordamerika, kamen aus allen Herrenländern nach Neuseeland und schaufelten die halbe Nordinsel um. An Hängen fand man das Harz in einem Meter Tiefe, im Sumpf musste man bis zu vier Meter tief graben. Unter schwierigen Bedingungen lebten die Gumdiggers in winzigen Hütten, jahrelang von der Familie getrennt. Nicht selten wurden zweite Ehen mit Maori-Frauen eingegangen. Das Leben eines Gumdiggers ist elend und mit das Letzte, was sich ein Mensch aussuchen würde. – Zitat aus dem Bericht eines Gum-Aufkäufers 1898

In solchen Hütten haben die Gumdiggers gewohnt
In solchen Hütten haben die Gumdiggers gewohnt – diesmal als Foto
Hier kann man gut verstehen, warum die Arbeit als schwer beschrieben wurde
Gummdiggers beim Waschen der Chips
Der größte Brocken Fund, der bestätigt wurde, wog 25 Kilogramm. Im Sumpf fand man im Wesentlichen nur kleine Nuggets, die sogenannten Chips. Die Chips wurden zu Beginn mit der Hand aus dem Boden gewaschen. Anfang des 21. Jahrhunderts geschah das automatisiert.
Ende der 30er Jahre versiegte der Rausch. Das Gum wurde nicht länger in der Chemischen Industrie benötigt. Zurück geblieben sind Löcher und zerstörte Sümpfe auf der Nordinsel Neuseelands.

Kauri Gum unbehandelt
Der Gumdiggers-Park zeigt das Leben der Sucher und ist nebenbei noch ein Lehrpfad über die Fauna und Flora der Sumpfregion. Alte Kauri-Stämme, die man hier gefunden hat, liegen übereinander begraben. Riesige Kauri-Stämme, freigelegt von den Diggern. Die unteren Kauristämme sind bereits vor über 150.000 Jahren umgestürzt. Darüber liegen jüngere Kauris – erst vor 10.000 Jahren entwurzelt. Die Stämme liegen exakt in die gleiche Richtung ausgerichtet – allerdings liegen die Baumkronen der oberen Bäume an den Wurzeln der unteren Lage. Warum das so ist, ist noch nicht geklärt. Die Theorien reichen von Tsunami, Zyklonen, Kometen-Einschlägen oder Vulkan-Explosionen. Unglaubliche Energien müssen die Bäume umgerissen haben.
Die Beschreibungen und Beschriftungen im Museum sind toll – Daumen hoch für den Gumdiggers-Park (7,50 EUR pro Person). Ein paar junge Kauris, die dort stehen, geben endlich den Blick auf die Zapfen und Blätter frei, die sonst immer himmelhoch verborgen bleiben. Ein Kauri trägt sowohl weibliche als auch männliche Zapfen am gleichen Baum. Der Beschreibung nach dürfte der Zapfen auf dem Foto weiblich sein. Bis zur Vermehrungsreife benötigt der Zapfen fast zwei Jahre. Nach der Bestäubung dauert es weitere 20 Monate bis die Samen vom Wind davon getragen werden.
Fast kugelrunder weiblicher Zapfen eines Kauri
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Eine 30-Meter-Motoryacht im Bau brennt auf der Ferretti-werft © Youtube

Jens Gerhardt (l.) geht, Stefan Zimmermann kommt © Hanse Yachts
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Nach dem Start der Januar-ARC, die über 2.700 Seemeilen nach Santa Lucia führt © WCC / James Mitchell
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Routen für die Atlantiküberquerung © Public Domain
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Noch ist die See ruhig, aber die düsteren Wolken verheißen Sturm © Maryia Bahutskaya
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Mo., 27.Dez.21, Neuseeland/Ahipara, Tag 2767, 24.688 sm von HH
Ahipara ist der ideale Ausgangsort, um an den nördlichsten Punkt Neuseelands zu fahren. Das Cape Reinga hat für die Maori eine besondere Bedeutung. Steht hier doch ein 800 Jahre alter Pohutukawa-Baum durch dessen Wurzeln die Seelen der Toten in den Ozean gelangen und sich dann auf den Weg ins Land ihrer Urahnen machen: nach Hawaiki-A-Nui. Der alte Baum steht windgebeugt auf einer kleinen Felsennase und soll angeblich noch niemals geblüht haben. Dabei ist gerade Hauptblütezeit dieser hübschen Bäume. Daher wird der Pohutukawa auch Christmas Tree in Neuseeland genannt. Ein schöner Anblick. Örtlich sind ganze Hügel-Hänge in rote Blüten getaucht. Oder die Fußwege und Straßen sind rot gefärbt von verwelkten Blütenblättern.
Auf dem kleinen Felsen steht der Pohutukawa
Blüten vom Pohutukawa
Am Kap merken wir das erste Mal, dass Weihnachtsferien sind. Ich würde es nicht Besucherströme nennen, aber doch ist was los auf dem Weg zum Leuchtturm. Im Norden der Nordinsel wohnen die meisten Maori, deren Anteil ungefähr sechzehn Prozent an der Bevölkerung Neuseelands ausmacht. Somit treffen wir an diesem heiligen Ort überwiegend auf Nachkommen der Ur-Bevölkerung. Viele Frauen tragen ein Tā Moko. Das ist eine traditionelle Gesichts-Tätowierung. Bei den Frauen verläuft sie über die Unterlippe und das Kinn – häufig in Spiralformen. Für uns etwas ungewohnt. Von weitem sieht es aus wie ein dunkles Kinnbärtchen. Seit Jahren gibt es eine Wiederbelebung alter Traditionen der Maori mit zunehmender Tendenz. Der Kopf gilt als der spirituelle Mittelpunkt des Körpers, daher kommt den Gesichts-Tätowierungen eine besondere Bedeutung zu. Sogar die Außenministerin Neuseelands trägt ein Tā Moko. Nanaia Mahuta – Wikipedia
Über Strandmangel kann Neuseeland sich nicht beklagen – Bucht kurz vor dem Cape Reinga
Am Kap Reinga treffen die Tasmanische See und der Pazifik aufeinander, was sich eindrücklich am kappeligen Wasser unterhalb der Steilküste feststellen lässt. Für die Maori ist dieser Ort die Zusammenkunft von Mann und Frau und die Schaffung des Lebens. Ein schöner Ort, gesäumt von kleinen Buchten und Stränden rechts und links. Dazu steht der aus dem Jahre 1940 stammende Leuchtturm attraktiv auf der Klippe. Bis 1987 wohnte hier noch ein Leuchtturm-Wärter. Heute läuft alles automatisch und mit LED.
Der Leuchtturm vom Cape Reinga

London ist der einzige europäische Entfernungsweiser – über 18000 Kilometer – wir sind ganz schön weit weg von zu Hause
Ein paar Kilometer hinter dem Kap beginnt der 90 Mile Beach. Ein Zugang zum Strand führt an riesigen Dünen entlang. Diese sind zum Teil über 150 Meter hoch und dehnen sich sechs Kilometer ins Inland aus. Vom alten James Cook bereits als „Desert Coast“ bezeichnet, sind auch wir beeindruckt, wie sich die Sandberge das Land erobern.
Aus einem Truck heraus kann man sich Surfbretter mieten und sich die steilen Dünen herunter stürzen. Das will ich unbedingt! Aber dann sehe ich, wie sich die Surfer Kilo weise den Sand aus der Unterhose schütten und verzweifelt in einem kleinen Bach versuchen den Sand aus der Kimme zu waschen. Oh, dann doch lieber nicht.
Wir begnügen uns damit das staubige Treiben zu bestaunen.
Die Dünen breiten sich aus und werden bald den kleinen Bach unter sich begraben haben
Die Giant Dunes – hier muss man 150 Meter hoch kraxeln
Endloses Dünenmeer
Ein schöner Spaß – bis man mit Sand zwischen den Zähnen und in der Hose unten angekommen ist
Nicht nur sehr steil – der Sand ist glühend heiß – der Surfbrettverleih hat auch Socken im Angebot
Üblicherweise fahren die Cape-Besucher dann am Strand in den Süden zurück. Fiedl kann das nicht. Er käme nicht mal durch den Bach. Und überall sieht man wieder Warnungen und Fotos von stecken gebliebenen Autos. Wir fahren also brav auf der Straße die hundert Kilometer zurück. Eine abwechslungsreiche Landschaft. Mal Buschland, dann Weideland oder wir können einen Blick auf die zerklüftete Ostküste werfen. Das mit Sand so gesegnete Neuseeland hat angeblich auch den reinsten ‚Silica Sand‘ der Welt. Dieser wird für die Glasherstellung in Auckland verwendet und leuchtet weit – wie ein Schnee bedeckter Strand.
Im Hintergrund leuchtet der Kieselerde-Sand
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GEGENWIND IM PARADIES

Ich habe im Verlauf der Reise der SV Gegenwind, die im Sommer 2014 begonnen, immer mal wieder über der Verlauf der Reise der beiden Protagonisten berichtet.

Nun ist die Gegenwind seit einigen Wochen in Phuket „on the hard“. Asha und Helge haben zur Jahreswende einen Logbucheintrag online gestellt, der zwischen den Zeilen offenbart, welche Herausforderungen zu bestehen sind, bevor man wieder an eine Weiterreise – Heimreise denken kann. Harte Fakten, die sich zwischen den Zeilen offenbaren, denn immerhin würde der Weg nach Hause, den man sogar Nonstop in Erwägung zieht, eine besonders schwere Reise, zumal das Schiff derzeit nicht in bestem Zustand ist. Hier ist der Bericht

Troyer, die mit Leidenschaft gemacht sind © Rymhart