Das sind alles Zuhauses

Troyer, die mit Leidenschaft gemacht sind © Rymhart

Troyer, die mit Leidenschaft gemacht sind © Rymhart
So., 26.Dez.21, Neuseeland/Ahipara, Tag 2766, 24.688 sm von HH
Unser dritter Campingplatz (in Ahipara) liegt weit im Nord-Westen – am Anfang vom längsten Strand in Neuseeland. Wieder habe ich reserviert und wieder wäre es nicht nötig gewesen. Der Platz ist höchstens zur Hälfte belegt. Für unseren Geschmack mit über einhundert Plätzen ist er etwas zu groß, aber ganz nett in einem Misch-Kiefernwald gelegen. Wir haben Glück, es gibt sehr enge, dunkle Plätze ohne einen Sonnenstrahl, unser ist prima offen und doch mit Schatten. Es gibt auch ganz furchtbare Parzellen: in einem Bambus versammelt sich abends ein großer Schwarm Spatzen. Die Guano-Produktion riecht man noch dreißig Meter weiter. Dort könnte ich nicht campen, aber es finden sich auch hierfür Liebhaber.
Sonniges Plätzchen für unser Abendbrot
Die Kiwis lieben BBQ – bei unseren Nachbarn ist der Grill am Heck vom Wohnmobil größer als unser Zelt
Das Publikum in Ahipara ist komplett anders als in Baylyn. Hier kommen nicht die gediegenen Rentner-Ehepaare her, sondern hier tobt das Leben. Hier wird sich amüsiert. Gebucht von jüngeren Leuten. Alle wollen zum 90 Mile Beach – zum Baden (brrrr … 20 Grad) und zum Surfen, aber in erster Linie, um motorisiert am Strand entlang zu rasen. Während in Deutschland die Kinder mit dem Lastenfahrrad durch die Städte gefahren werden, lag bei den Kiwi-Kindern ein Mini-Crossbike oder ein Quad unterm Weihnachtsbaum. Vater fährt vorweg und die Lütten Vollspeed hinterher.
Die Kinder düsen mit Enduros oder Quads am Strand entlang – der Sand ist aufgewühlt von Spuren – eine Flut später ist alles wieder weg
Die Geländemaschine ist immer mit dabei – der Transport eigenwillig – in Neuseeland ist viel verboten – aber merkwürdige Dinge sind erlaubt
Wichtig in Ahipara für alle 4×4 angetriebenen Fahrzeuge
Schilder weisen drauf hin: am Strand gelten die Verkehrsregeln der Straße. Speedlimit 100 km/h. Um Rücksicht auf Spaziergänger und spielende Kinder wird gebeten. Was nach Chaos klingt, verläuft sich dann aber. Der Strand ist bei Niedrigwasser breit, und lang ist er sowieso. Genug Platz für alle da.
Genug Strand für alle da
Etwas abseits von der Zufahrt vom Strand hat man seine Ruhe
Ein wenig wie Nordsee
Ein weiteres Schild warnt davor mit normalen Pkws an den Strand zu fahren. Wir würden wohl auch gerne über den Strand donnern, aber Fiedl hat bereits etwas abgenutzte Reifen. 195er Slicks sozusagen. Fiedl ist für die Landstraße gut, auf den Highways macht er eine gute Figur. Da zieht er gut, läuft gut. Für ihn wäre auch German Autobahn das richtige. Aber durch den Mullersand durch den man an den Strand fahren kann, trauen wir uns nicht.
Wir genießen, ganz gediegenes Rentnerpaar, den Strand zu Fuß.
Richtig gut ist der Strand nur für 4×4 angetriebene Autos geeignet
Die Liegeplatz-Situation in Deutschland gilt derzeit als sehr angespannt. Wie und wo Sie dennoch einen Hafenplatz finden können.
„Unsere Warteliste ist bereits sehr lang“. „Tut mir leid, es ist alles belegt“. Bootseigner, die auf der Suche nach einem Sommerliegeplatz in den deutschen Häfen nachfragen, bekommen seit geraumer Zeit immer wieder solche Antworten. Der Bootsboom, auch bedingt durch die Pandemie, führt zu einer Knappheit an Liegeplätzen entlang der deutschen Küsten- und Binnenreviere. Viele Menschen haben sich durch die Reisebeschränkungen in der Pandemie ein Boot zugelegt oder ihre Yacht aus dem Ausland nach Deutschland verholt, weil sie zeitweise nicht in die Länder, in denen ihr Boot beheimatet ist, einreisen durften. Das führt ortsweise zu einer extremen Verknappung an Liegeplätzen, die sich auch in den Preisen niederschlägt.
Was also tun, wenn die Suche noch kein Ergebnis gebracht hat und für die nahende Saison keine Box und kein Steg in Aussicht sind?
Abseits der bekannten und beliebten Orte suchen
Die meisten Bootsbesitzer fragen in den Häfen in der Nähe der beliebten Orte an Küsten und Binnenreviere nach. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, für diesen Sommer noch Liegeplätze in den bekannten Häfen in Kiel, Flensburg oder Potsdam zu finden. Dort ist in der Regel alles ausgebucht und die Wartelisten bereits lang. Eine höhere Wahrscheinlichkeit, erfolgreich nach einem Platz Ausschau zu halten, bieten eher abseits gelegene Häfen, die dazu mit Bahn oder Auto nicht so gut und so schnell erreichbar sind. Hier gibt es stellenweise noch Plätze. Es ist sicherlich besser, mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln eine halbe Stunde länger zum Boot zu benötigen, als gar nichts zu finden.
Vereinshäfen und kleine Anlagen anfragen
Während die großen Marinas hoffnungslos ausgebucht sind, finden sich gerade bei kleineren Vereinshäfen oftmals noch Liegeplätze. Dazu sind sie häufig auch noch wesentlich günstiger. Manche Hafenbetreiber verlangen mit der Liegeplatzvergabe eine Mitgliedschaft, die aber in der Regel einfach zu bekommen ist. Auch hier gilt: eher an den abgelegeneren Orten suchen als in den großen und bekannten Marinas und Häfen vergeblich nachzufragen.
Beim Bootskauf auf mögliche Liegeplatzübernahme achten
Wer sich für dieses Jahr noch ein gebrauchtes Boot anschaffen möchte, sollte in der Angebotsbeschreibung näher hinsehen oder beim Verkäufer nachfragen: in vielen Fällen besteht die Möglichkeit, in Absprache mit dem Hafenbetreiber, einen bereits gebuchten oder bestehenden Liegeplatz übernehmen zu können. Viele Neubesitzer merken errst nach abgeschlossenem Kauf, dass die Liegeplatzsuche manchmal nahezu aussichtslos ist.
Tiefer nach Häfen recherchieren
Je mehr Häfen kontaktiert werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, einen Platz zu finden. Es ist also oft notwendig, tiefergehend nach Häfen zu suchen. Die Schwierigkeit besteht für viele Suchende indes, überhaupt eine Übersicht über alle Häfen in einer bestimmten Region zu erhalten. Mit der ADAC-Hafendatenbank wird die Suche erheblich einfacher. Rufen Sie dazu den Link: https://skipper.adac.de/haefen/ auf und geben Sie unten in der Suchmaske Ihr bevorzugtes Revier oder einen Ort ein. Sie bekommen dann alle in unserer Datenbank enthaltenen Häfen angezeigt.
Hafenübersicht aufrufen und Revier eingeben
Mit einem Klick auf den Hafen öffnet sich das Detailfenster, in dem Sie alle wichtigen und für die Suche relevanten Infos wie Ausstattung, Wassertiefe, Verkehrsanbindung und Infrastruktur erhalten. Hier ist es hilfreich, schon mal eine Vorsortierung vorzunehmen: Reicht die Wassertiefe? Sind die Boxen breit und lang genug? Ist ein ggf. erforderlicher Landstrom vorhanden? So ist bereits vor der Kontaktaufnahme klar, ob sich ein Anruf bzw. Nachfrage überhaupt sinnvoll ist.
Hafendetails
Unter dem Reiter „Kontakt“ finden Sie auch in der Regel immer die Telefonnummern und/oder Mailadressen des Hafenmeisters oder -betreibers. Tipp: Telefonische Anfragen ausserhalb der Saison und so früh im Jahr wie möglich sind häufig erfolgreicher als erst im April eine eMail zu schicken.
Kontaktdetails aufrufen
3D Drucker werden immer besser und sind mittlerweile preiswert zu kaufen. Immer mehr Skipper und Bootssportler nutzen die Möglichkeiten. Wie 3D-Druck funktioniert und was dazu erforderlich ist.

Langstreckenschwimmer Joseph Heß muss mal Pause machen © Team Elbeschwimmer
DAS LEBEN IST BUNT


Musiker des Konzerthaus-Orchesters Berlin © Youtube / Konzerthaus Berlin
Fr., Silvester 21, Neuseeland/Rawene, Tag 2774, 24.688 sm von HH
Bereits der achte Jahreswechsel seit wir unterwegs sind. Die ersten vier Jahre gab es noch ausschweifige Feiern mit befreundeten Crews oder Urlaub machenden Freunden.
Das fünfte Jahr waren wir auf See, auf dem Weg auf die Osterinsel. Das sechste Jahr wieder auf See, diesmal Richtung Gambier. Letztes Jahr sind wir auf den Gesellschaftsinseln (Huahine) angekommen. Bei strömenden Regen und viel Wind. Da mussten wir an Bord bleiben – wieder keine Feier.
Und dieses Jahr im Zelt! Um 21:00 Uhr wird es dunkel, die Temperaturen ziehen an, die zweite Schicht Fleece kommt zum Einsatz. Vorsorglich haben wir die Flasche Sekt schon vor zwei Stunden getrunken. Im Dorf herrscht Totenruhe. Wir kennen hier keinen Hund. Es gibt also um halb zehn keinen einzigen Grund mehr noch wach zu bleiben. Der Schlafsack ruft. Den Jahreswechsel verschlafen wir.
Wir wünsche Euch allen über die Welt verteilt ein wundervolles Jahr 2022. Bleibt optimistisch, neugierig und genießt jeden Augenblick.
PS: Ich hinke mit unseren Zelt-Berichten etwas hinter her. Ich weiß. Das liegt daran, dass wir an eine Sache beim Einpacken und Organisieren nicht gedacht haben: Strom.
Wir können zwar unsere Geräte laden über den Zigarettenanzünder im Auto, wenn wir fahren. Sogar zwei Teile auf einmal. Aber wir fahren gar nicht viel. Somit haben immer die Handys vorang an der Steckdose. Der Akku vom Laptop ist leer, der erste Akku vom Fotoapparat ebenfalls. Fotos hochladen somit nicht möglich.
Bleibt noch die Option in der Gemeinschaftsküche den Toaster aus der Steckdose zu ziehen und statt dessen den Laptop einzustecken. Aber daneben stehen und der Akkulampe beim Laden zuzuschauen? Hmmmm … gähn.
Ich glaube grundsätzlich, dass der Mensch an sich nicht schlecht ist, aber einen Laptop unbeaufsichtigt zu lassen? Nein, ich weiß nicht so recht. Wurde uns doch in Mexiko bereits beim ersten Kontakt mit einem Gemeinschafts-Kühlschrank das Bier gemoppst.
In ein paar Tagen sind wir wieder auf Atanga zurück, dort gibt es genug Strom und die Berichte über den sensationellen Norden folgen.

Hokianga im schönsten Silvester-Sonnenschein – der Chef guckt nur brummig, in echt war er gut drauf. ![]()
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Birgit Heinze ist als weiblicher Vormann aktiv bei den Seenotrettern an der Flensburger Förde © Kerstin Zillmer
Continue reading Das weibliche Gesicht der Seenotretter at float Magazin.
Nach einem Beschluss der Landesregierung NRW fällt die Wassersportmesse auch in 2022 erneut aus
Findet sie statt oder nicht? Branche wie Besucher stellten sich in den letzten Wochen immer wieder die Frage nach der weltgrößten Wassersportmesse „boot“. Die Unsicherheit in der Branche führte in den vergangenen Tagen bereits zu einer nicht unerheblichen Zahl an Absagen, auch von prominenten Werften. Dennoch hielt die Messeleitung bis zuletzt an der Durchführung der „boot“ unter besonderen Hygienemaßnahmen fest. Nun kam jedoch das Aus.
Wegen der großen Sorge vor einer Omikron-Welle hat die Landesregierung in NRW bekannt gegeben, dass bis Ende Januar keine Publikumsmessen über 750 Besucher durchgeführt werden. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als die Messe zunächst auf einen späteren Termin im April verschoben wurde, wird sie in diesem Jahr laut Messechef Wolfram N. Diener in einem Statement gegenüber der Rheinischen Post nicht stattfinden.
Stornierungsmöglichkeit für gekaufte Tickets
Bereits gekaufte Besuchertickets können storniert werden. Für die Rückerstattung senden Sie bitte eine E-Mail mit Namen, Adresse und Bankverbindung an ticket(at)messe-duesseldorf.de.
UPDATE 30.12.21: Laut Pressemitteilung der Messe Düsseldorf werden online bei der Messe gekaufte Tickets automatisch zurückerstattet. Die Messe bittet um Verständnis, dass die Erstattung aus organisatorischen Gründen bis zu drei Wochen in Anspruch nehmen kann.
Käufer, die die Tickets über andere Vorverkaufsstellen bezogen haben, sollen sich bitte direkt an die jeweiligen Verkäufer wenden.
Hintergrundfoto Titelbild: Messe Düsseldorf/C.Tillmann
Do.,23./24.Dez.21, Neuseeland/Baylys, Tag 2766/7, 24.688 sm von HH
„Zu Weihnachten musst du einen Campingplatz reservieren“, haben sie gesagt. „Alles ausgebucht“, haben sie gesagt. Ich höre auf diese Warnungen und reserviere. Wir sind die einzigen Gäste auf dem Platz in Baylys! ![]()
Wir verbringen Heiligabend komplett alleine. Das ist hübsch romantisch. Neben der Romantik hat es noch den Vorteil, dass wir die Küche nebst Kühlschrank für uns alleine haben. Die gesamten Einrichtungen sind schon etwas älter, aber blitzsauber. Sogar die Lappen in der Spüle und Geschirrhandtücher mag man benutzen.
Der Campingplatz ist privat geführt und gehört einem Zusammenschluss von sogenannten Holiday-Parks an. Diese sind teurer als die staatlichen DOCs und befinden sich häufig am Rand von Wohngebieten. Nicht so schön gelegen, steriler – durch organisierter, mehr typisch Campingplatz. Eine Nacht auf einem DOC kostet für zwei Personen 30 NZ$ (ca.18 Euro). In Baylys müssen wir 50 NZ$ bezahlen. Dafür sind die heißen Duschen kostenlos (immerhin 4 Dollar auf dem DOC) und wir brauchen auch kein Eis zu kaufen, da unsere Vorräte in den Kühlschrank kommen. Auch ein Gasgrill steht zur freien Benutzung und bei schlechtem Wetter gäbe es ausreichend Überdachungen mit Sitzgruppen.
Camping-Gemeinschaftsküche in Baylys
Heiligabend
Platz ohne Ende – ein Campingplatz für uns alleine
Wir haben für zwei Nächte reserviert. Baylys ist ein kleines Dorf an der Westküste. Untouristisch – hierher kommen nur Dauercamper. Der hübsche Ort hat auch nichts zu bieten, außer Strand. Einhundert Kilometer goldener Sandstrand. Schwimmen ist gefährlich, Wellenreiten auch. Gegen die starken Unterströmungen kommen auch gute Schwimmer nicht an. Dafür kann man endlose Strandspaziergänge unternehmen. Ab und an kommt einem bei Ebbe ein Auto entgegen. Die ideale Abkürzung, um von Dort zu Dorf fahren, die am Küstenrand verstreut zu finden sind.
Die Küste von Baylys
Einhundert Kilometer Autobahn
Auflaufendes Wasser
Steilküste hinter dem Strand
Es ist so viel Gischt in der Luft dass es nebelig wirkt – Fernsicht Fehlanzeige
Eine kleine Unterbrechung im endlosen steinlosen Sand – ein angespülter Baumstumpf
Neben den Strömungen lauert noch eine weitere Gefahr. Am fast Muschel freien Strand finden wir mehrere blaue Gasblasen der Portugiesischen Galeere. Bei den meisten Blasen sind die giftigen bereits Tentakel abgerissen. Diese haben bis zu 1000 Nesselzellen pro Quadratzentimeter und verursachen heftige Schmerzen. Sogar barfuß auf abgestorbene Tentakel zu treten, kann übel enden.
Portugiesische Galeere
Am zweiten Tag reisen dann doch noch drei Familien an. Alle kennen sich. Insgesamt zehn Kinder und die Schlaganfall geschädigte Oma im Rollstuhl. Halbe Hausstände werden aus großen Trucks geräumt und halbe Zeltstädte aufgebaut. Heiligabend spielt keine Rolle in Neuseelnad, typisch für anglo-orientierte Länder. Aber am 1. Weihnachtstag ist bereits morgens um sieben Uhr der Teufel los. Der eigens mitgebrachte Gasgrill arbeitet auf Hochtouren. Würstchen und Fleisch für fünfzehn Leute werden gebrutzelt und die Kinder sitzen vor einem riesigen Stapel Geschenke. Der Duft zieht über denCampungpatz.
Weihnachten mal ganz anders. Wir haben unseren Kohlegrill im Gepäck – der ist leider verboten. Feuerschutz angeordnet in gesamt Northland. Okay, bei uns gibt es somit statt gegrilltem Lamm eine Konserve – selbst eingekochtes Gulasch zu Weihnachten. ![]()
Viel Weihnachtsdeko sieht man nicht in NZ – kein Wunder – die Tage sind lang – die Sonne geht spät unter
aber die ein oder andere Deko-Verwirrung ist dann doch zu finden – bevorzugt an den Briefkästen
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