Stürmt los, als gäbe es nichts Leichteres

Werftchef Iztok Pockaj hat sich mit der Alfastreet 21 sein Lieblingsboot entwerfen lassen © Alfastreet Marine
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Werftchef Iztok Pockaj hat sich mit der Alfastreet 21 sein Lieblingsboot entwerfen lassen © Alfastreet Marine
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Do., 23.Feb.23, Neuseeland/Whangarei, Tag 3190, 24.696 sm von HH
Normalerweise braucht es eine Elefanten-Herde, um mich nachts zu wecken. In dieser Nacht ist es anders – ich höre ein leises Klingeln. Die Nacht ist windstill, die Luke über meinem Bett steht weit offen. Außer dem Klingeln ist nichts zu hören. Ich lausche: da wieder! Das müssen die Ketten der Ständer sein in denen Atanga steht, erkenne ich. Was mag in drei Metern Höhe mit den Ketten rasseln? Mein schlaftrunkenes Hirn versucht eine Lösung zu finden. Eine Katze? Dann höre ich Schritte an Deck. Tapp, tapp, tapp. Zu laut für eine Katze. Ich lausche und starre in die Dunkelheit. Über mir erscheint ein Gesicht und schaut frech zu mir herunter. Ich starre zurück. Ohne Brille kann ich nicht wirklich erkennen, wer da über mir hockt.
Höchste Zeit den Käpt’n zu wecken. Ich rüttel ihn wach. Das Gesicht an der Luke ist verschwunden. „Da ist was an Deck“, flüstere ich Achim zu. „Ein Tier.“ Mein Jäger ist sofort auf den Beinen. 30 Tausend Jahre Evolution seit Neandertal haben keinen Schaden angerichtet. Wiesel schnell schaltet Achim auf Jagdmodus und die Decksbeleuchtung an. Er springt ins Cockpit. „Da ist nichts. Hast du geträumt?“ Er schleicht ums Cockpit herum. „Doch, hier sitzt was. Ich glaube das ist ein Possum.“ Der freche Kerl lässt sich gar nicht stören. Ich kann auch einen Blick auf ihn werfen und sogar gemütlich den Fotoapparat holen. Selbst der Blitz irritiert unser Possum kein bisschen. Erst als wir ihm von zwei Seiten auf den Pelz rücken, klettert er an den Ketten so herunter, wie er gekommen ist.
Possum in der Nacht
Der Fuchskusu, in Australien und Neuseeland Possum genannt, wird knapp so groß wie eine Katze und ist Neuseelands größter Schädling. Das Beuteltier mit wertvollem Pelz stammt ursprünglich aus Tasmanien. Vor hundert Jahren wurden 200 Tiere für die Pelzzucht nach Neuseeland gebracht und die haben sich hier ungehemmt vermehrt. Ohne natürliche Feinde ist die Population auf 40 bis 70 Millionen (!) Exemplare angewachsen.
Diese verwüsten nicht nur Gärten und Felder, sie fressen wortwörtlich ganze Wälder kahl. Bevorzugte Nahrung sind Blätter und Knospen.
Seit den 1990er Jahren rückt man den Possums mit Fallen auf den Pelz. Unterwegs auf unseren Wanderungen haben wir viele Fallen gesehen. Häufig sind die erst nach stundenlangem Marsch zu erreichen. In keiner Falle haben wir ein erschlagenes Possum gefunden.
Dafür sieht man umso mehr überfahrene Tiere. Die nachtaktiven Fuchskusus scheinen auf Autos so zu reagieren, wie auf uns an Deck. Nämlich gar nicht. Somit sind in einigen Gegenden die Straßenränder förmlich übersät mit Kadavern. Wer für Naturschutz ist in Neuseeland, bremst nicht für Tiere.
Zusätzlich gibt es noch Fallen mit Giftködern. Die Possums auszurotten ist erklärtes Ziel der Naturschutz-Behörde.
Possum-Falle in Opotiki – Achim hat die Falle gespannt und mit einem Ast ausgelöst – der wurde von der Wucht der Falle in tausend Stücke zerschlagen
Das Fell der Fuchskusu ist außerordentlich weich. Da aber weltweit die Nachfrage nach Pelz zurück gegangen ist, kam in Neuseeland der Handel fast zum Erliegen. Vor knapp zwanzig Jahren fand man jedoch ein Verfahren, um aus den Haaren des Possums Wolle zu spinnen. Seitdem lohnt sich die Jagd nach dem Schädling wieder.
Putzige Tiere – nur zur falschen Zeit am falschen Ort. In Australien ist das Possum übrigens geschützt. Durch Fress-Feinde, wie Schlangen, Eulen und Dingos hält sich ihr Bestand auf ein natürliches Maß.
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Die Leesenbrücker Schleuse am Finowkanal ist fast 150 Jahre alt. Sie wurde kürzlich erneuert. © WIN
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Susann Beucke an Bord der Holcim PRB © Sailing Energy / The Ocean Race
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Mit diesem Außenborder wird jede Flaute zur Quality Time © Remigo
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Geschenk zum Valentinstag: Ein Orca samt Begleiter schwimmt vergangene Woche
mit dem eben abgerissenen Ruder einer Yacht davon.
Frank Schätzings Bestseller kommt ab Donnerstag, 23.2. mit den ersten drei Teilen in die ZDF-Mediathek und wird am 6. März im TV gezeigt. In dem aufwändigen Acht-Teiler, nach ZDF-Angaben die teuerste Produktion, spielen die Schwertwale wie schon in der Romanvorlage eine prominente und verheerende Rolle.
Während also die Spannung steigt, was das ZDF aus dem 2004 erschienenen Öko-Besteller gemacht hat und Frank Schätzing dem Sender mitteilt, dass es im Film „mehr pilchert als schwärmt“, ist mein umfangreicher Artikel über die Orcas in der aktuellen YACHT 5 erschienen. Ich freue mich riesig über das Interesse der YACHT an meinem neuen Orca-Buch und die Einladung, eine Übersicht über die Ereignisse, mögliche Ursachen und Abwehrmaßnahmen zu verfassen – jetzt downloadbar in Heft 5 auf yacht.de.
Auch die Übersetzung der englischen Ausgabe unseres Buches ist fertig und wird spätestens Anfang März in Großbritannien und USA online gehen. Viele Briten, aber auch Polen und Portugiesen sind Erzähler und Augenzeugen in meinem Buch, es wird Zeit, dass sie ihren Bericht gedruckt in Händen halten.
Und was treiben die Orcas jetzt im Februar, während all das passiert? Im vergangenen Jahr wurden laut Quellen mindestens 250 Interaktionen mit Booten gezählt. Die offizielle Zahl dürfte weit höher liegen. Halten sie Winterpause zwischen Dezember und Februar wie in den vergangenen Jahren? Mitnichten. Allein im Februar wurden in und um die Straße von Gibraltar weitere Interaktionen mit Yachten gemeldet, deren die Ruderblätter beschädigt wurden. In einem Video sieht man, wie zwei Orcas am Valentinstag vor Tanger mit dem zuvor abgerissenen Ruder eines französischen Skippers davonschwimmen. Oder am vergangenen Donnerstag, als fünf Orcas vor Gibraltar in einer halbstündigen Interaktion Rumpf, Kiel und Ruder einer Yacht bedrängten und das Ruder letztlich zerstörten. Die Liste lässt sich fortsetzen.
Auch wenn der Meeresbiologe Renaud de Stephanis den Verdacht äußert, dass aktuell nur zwei Orcas dabei sind, Yachtruder zu demolieren, ist eine echte Winterpause der Orcas nicht in Sicht. Zumindest nicht in der Straße von Gibraltar.
Ob meine im Buch und im YACHT-Artikel wiederholte Prognose haltbar ist, dass die Zahl beschädigter Yachten in 2023 weiter steigen wird? Es sieht ganz danach aus.
Mehr Informationen über die Hintergründe gibt es im Buch, das auch als eBook und bei millemari. als Hörbuch erhältlich ist. Oder in einem meiner Online-Vorträge unten.
Nächste kostenlose Veranstaltungstermine
über Ursachen, Vorgehen der Orcas, mögliche Abwehrmaßnahmen:
Live-Online-Vortrag Dienstag, 28. Februar 2023 19.30 Uhr
in Zusammenarbeit mit SEA-HELP: www.sea-help.eu
Live-Vortrag AUSTRIA BOAT SHOW TULLN
am Samstag, 4. März und Sonntag 5. März 2023 jeweils 11.00 Uhr
Live-Online-Diskussion TRANS-OCEAN e.V.
am Donnerstag, 9. März 2023 19.00 Uhr

Das Boot Banque PopulaireX, das Clarisse Cremer 2020 bei der Vendée Globe segelte © Yvan Zedda / Vendée Globe 2020
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Kirsten Neuschäfer führt im Golden Globe Race 2023 © Kirsten Neuschäfer

Jens Brambusch vertraut auf das Raymarine Evolution 200 © Jens Brambusch
Das Spleißen von Tauwerk bietet unzählige Möglichkeiten für Festmacher, Fallen und Leinen. Eine kostenlose App zeigt in Videos, wie es geht.

Der neue Netflix-Film zeigt die Weltumseglung von Jessica Watson © Julian Panetta / Netflix
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Viele trailerbare Boote benötigen keinen teuren Kran, sondern können flexibel und günstig einfach vom Trailer aus über eine Slipbahn das Wasser erreichen. Die wichtigsten Tipps dazu