Kategorie: News & Blogs

Deutsche Frauencrew will Segelgeschichte schreiben

Annie Lush Team Germany

Die Britin Annie Lush (m.) trainiert das Team Germany © Ralf Abratis

Deutsche Frauencrew will Segelgeschichte schreiben

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Mit dem Buggy auf dem Genfer See

Bayliner M19 © Wildberg

Selbst bei schneller Fahrt liegt die Bayliner M19 wie ein Brett im Wasser © Wildberg

Mit dem Buggy auf dem Genfer See

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Die Mille Miglia auf dem Wasser

Classic Week 2024

Der Mensch gehört aufs Wasser, am besten auf einem Klassiker © Bettina Poullain

Die Mille Miglia auf dem Wasser

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Tierische Begegnungen (Stopp 5 und 6 – Gibb River Road)

16.-20.06.24, Australien/WA/Home Valley, Tag 198-203 Roadtrip, 14.825 km total, Tages km 195+112

Tag 8-9

Der Straßenzustand wird holpriger, je weiter wir nach Osten kommen. Die Bodenwellen schütteln uns kräftig durch. Achim versucht, die richtige Geschwindigkeit zu treffen. Das gelingt nicht immer. Zusätzlich liegt grober Schotter auf der Fahrbahn. Ein Reifen-Killer!
Auch die Flussquerungen werden länger.  Und tiefer. Toyota sagt, bis maximal 70 cm sei eine Durchfahrt mit unserem Prado möglich. Dabei gilt es unbedingt eine Welle zu vermeiden, die über die Motorhaube schwappt. Ohne Schnorchel für die Luft-Ansaugung beschert das den sofortigen Tod für den Motor. Auf ‚youtube‘ gibt es aussagekräftige Videos, wie man seinen Motor so umbringen kann. Bei schrägen Durchfahrten macht es sogar einen Unterschied, ob man mit oder gegen die Strömung fährt. Also, schön langsam durch, mit Schaltung im Kriechgang.

Die Flussquerungen werden länger und rauer – im Flussbett liegen fette Steine. Gezogene Wohnwagen wackeln wie ein Hundeschwanz.

Neben der Fahrbahn die Markierung für den Wasserstand. Eindeutig zu tief mit 80 cm, aber in der Mitte sind es nur 60 cm. Alles klappt reibungslos.

Die Straßen werden nach Osten deutlich schlechter.

Die Kimberley Region ist so groß wie Deutschland und Österreich zusammen. Grade 15.000 Menschen leben hier. Fast zur Hälfte sind es Aborigines. Das Gebiet ist allerdings keine Natur belassene Wildnis, sondern im Grunde eine riesige Rinderweide. Da Kühe Baumschösslinge kaum verbeißen, gaukelt lichter Buschbewuchs etwas anderes vor. Nur die Nationalparks werden mit Zäunen vor den Rindviechern geschützt.

Die Landschaft sieht unberührt aus. Aber tausende Rinder wieiden hinter Zäunen.

Die armen Rindviecher, die es auf die falsche Seite der durchgehenden Zäune schaffen, verdursten oder werden tot gefahren. Verdörrte Kadaver liegen am Straßenrand.

Wir stoppen erneut auf einer dieser Farmen – in Ellenbrae. Längst hat man entdeckt, dass mit Touristen leichter Geld als mit Rindern zu verdienen ist. Das Homestaed (das ist der Wohnort der Farm betreibenden Familie) bietet ein gemütliches Garten-Café und dank ‚Starlink‘, das erste Internet seit einer Woche. Aber nur, wenn man sich in einer Hütte einmietet. Der abseits liegende Campingplatz hat diesen Luxus nicht.

Wir verbringen unsere zwei kältesten Nächte im Zelt. Haarscharf reicht die Decken- und Schlafsack-Auswahl aus. Geschätzte fünf Grad. Noch weniger bitte nicht. Die schnell einfallende  Kälte macht unsere Abende etwas unerquicklich. Bereits um 17:30 Uhr ist es dunkel. In Doppel-Fluschi, mit Schal und Socken kochen wir uns ein Abendessen. Ein schneller Abwasch und ab 19:30 Uhr ins kuschelige Zelt. Noch bei einem Plausch draußen sitzen, liegt nicht drin. Wir denken über Glühwein nach. Leider mangelt es an ‚Schuss‘ und Orangen.
Andere Crews sitzen um ihre Fire-Pits herum. Wir haben keinen Platz im Auto für Feuerholz und um den Campingplatz herum ist alles weg gesammelt (in Nationalparks ist dies verboten).

Der Ellenbrae fließt gemächlich durch sein steiniges Bett.

Grevillea – Australische Silbereiche – Die Blüte geht gerade auf, noch liegen die Stängel mit den Stempeln in Schlaufen an der Knospe. Wunderschöne Blüten.

Buschdusche in Ellenbrae. Heißes Wasser wird entweder durch Solar (frühe Duschen ist in diesem Fall ein Quell der Freude) oder durch eine Gastherme erzeugt.

Beim Einpacken am letzten Morgen versucht ein blinder Passagier sich im Beutel vom Klapptisch Zugang ins Auto zu verschaffen. So blind ist der Kumpel nicht. Acht Augen hat er und acht Beine. Körpergröße sicher 4 cm und laaaange Beine. Pfui Spinne. ‚Huntsman Spider“ sind bekannt dafür, dass sie notorisch gerne in Autos klettern. Es gibt schlimme Geschichten über große Exemplare, die plötzlich hinter der Sonnenblende hervor kriechen. :mrgreen:

Huntsman – gerne wäre er mitgefahren.

Wir (also Achim) setzten den Huntsman (nicht sehr giftig) an einem Baum aus. Dort lebt er normaler Weise. Die Spinnen wohnen unter der Borke und warten dort auf unvorsichtige Opfer.
Das ermahnt mich, dass wir in der letzten Zeit etwas nachlässig mit der einzigen Schwachstelle unseres Zeltes umgegangen sind. Über die Scharniere  des Klapp-Mechanismus kann man Stofflappen ziehen, um eine Lücke nach Innen zu verschließen. Wird hier unordentlich gearbeitet, kann man von innen Licht durch das Loch scheinen sehen. Das Grauen-Loch nenne ich es.

Schwachstelle – wo der Kümmerer der Abdeckung ganz leicht seine Hand rein stecken kann, wird der Huntsman, der unter Baumrinde wohnt, ganz easy seinen dicken Körper quetschen können. Ich stopfe von innen immer Socken rein. Sicher ist besser. :lol:

Tag 10-12

Unser letzter Stopp  befindet sich ebenfalls auf einer Farm. Die Home Valley Station ist die fünft größte Rinderfarm Australiens.
Wunderschön gelegen direkt neben einer Gebirgskette, die prächtig vor uns liegt.

Die Aussichten sind phantastisch.

Am frühen Vormittag dann Aufregung im Camp. Ein Mitarbeiter vom Camp kommt auf uns zu: „Vorsicht Schlange!“ Wir springen auf.  Nur fünf Meter von uns entfernt, schlängelt sich eine schwarze, sehr dünne Schlange über die Betonfläche eines Sitzbereiches. Alle laufen zusammen. Eltern gebieten einen hohen Sicherheitsabstand für ihre Kinder. Ungerührt von der Aufmerksamkeit kriecht die Schlange weiter. Aber irgendjemand hat im Camp Bescheid gesagt. Zwei Fänger rücken an und zögern nicht lange. Ein beherzter Griff mit der Zange und schon verschwindet das Reptil in einem Beutel. „Es ist eine Black Whipsnake – eine schwarze Peitschennatter“, erfahren wir. Nur für Kinder richtig gefährlich. Das ausgewachsene Tier wird außerhalb vom Camp wieder in die Freiheit entlassen.

Eine schwarze Peitschennatter streunt durch das Camp.

Das Einfangen gefällt der Dame gar nicht.

Nach drei Tagen im Home Valley beschließen wir das Erlebnis  ‚Gibb River Road‘ zu beenden. Unsere frischen Vorräte sind fast aufgebraucht. Wir sind bei Hülsenfrüchten angekommen: Chili mit Chorizo, Mais und Kidney-Bohnen (Hochzeitstag-Essen – naja). Kartoffeleintopf mit Süßkartoffeln und roten Linsen. Thunfischsalat mit braunen Linsen. Alle Eier sind verbraucht und statt Brot muss es nun Wraps zum Frühstück geben.

„Ein Leben prägendes Abenteuer “, so wird die Tour beschrieben. Und es war in der Tat spannend und abwechslungsreich. Genau das richtige für uns Sonntags-Teufelskerle.
Aber ein wenig scheint die Gibb von den Legenden vergangener Zeiten zu leben. Damals, als nur eine Handvoll verwegener Draufgänger sich getraut haben 700 Kilometer auf Schotterpiste ohne Infrastruktur zu fahren. Damals, als auf der Gibb noch die Rindviecher getrieben wurden. Das ist seit den 50er Jahren vorbei. Heute werden sie auf Lkw verladen und mit drei Anhängern zum Schlachthaus oder in Häfen zum Lebendtransport nach Asien gekarrt.
Heute gibt es organisierte Touren. In 4×4 Bussen werden zahlungskräftige Kunden durch die Kimberley gefahren. In dauerhaft errichteten Zelten werden sie aus Feldküchen beköstigt und ihnen wird jede Verantwortung abgenommen: „Achtung an alle! Wasser, Sonnenhut und Sonnencreme nicht vergessen. Wir laufen jetzt zum Fluss.“

Zeltstadt für betreutes Camping. Sehr teure Vierrad-Touren im Bus kann man buchen.

Betreutes Camping. Die Gibb River Road für Jedermann. Bald wird es Hotels und überall Internet geben. Die Strecke wird komplett asphaltiert werden. Australien wird sich eine neue, „echte“ Abenteuerstrecke suchen müssen. Eine Strecke, die sich nur eine Handvoll verwegener Draufgänger trauen.

Die längste Flussdurchquerung am Ende der Gibb River Road. Der Pentecost ist während der Regenzeit nicht passierbar. Gerne steht das Wasser dann gerne auch drei Meter hoch.

Und dann ist es doch ein Abenteuer. ;-)

 


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Ein Team, das es in sich hat

Spektakuläre Bilder vor der Freiheitsstatue in New York bot auch das Germany SailGP Team © SailGP / Ricardo Pinto

Ein Team, das es in sich hat

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Die wichtigsten Segelmanöver im Überblick: Wende, Halse und Co.

Alles Wichtige zu Segelmanövern wie Wende, Halse, Reffen, Q-Wende und Aufschießen sowie Tipps zum Ankern in unserer Übersicht.

Der Propeller von der Stange

Optisch wie ein überdimensionaler Pürierstab: der E-Außenborder Temo 450 © Temo

Der Propeller von der Stange

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Learnings fürs deutsche Rennteam vor New York

New York Hudson River

Segeln im Windschatten von Manhattans Skyline © Bob Martin / SailGP

Learnings fürs deutsche Rennteam vor New York

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Daumenregeln fürs Seewetter in Kroatien? Alles Blödsinn!?

Gewitterwolken über dem Kap Savudria – Ein Bild, das im Sommer über den kroatischen Küste fast alltäglich ist. Was bedeuten sie? Können einfache Daumenregeln bei der Frühereknnung und beim Umgang mit Gewitter helfen?

Wer kennt sie nicht, die alte Daumenregel, wo man bei Aufzug eines Gewitters an Land Schutz suchen soll. Und wo nicht:

„Buche? Suche!
Eiche? Weiche!“

Auch wenn man bei Gewitter statt unter Bäumen sicherer in geschlossenen Räumen oder im Auto ist: Wissenschaftlich erwiesen ist, dass Blitze in Eichen häufiger einschlagen als in Buchen. 

Gibt es solche Regeln auch für das Wetter auf See? Und vor allem für Kroatien?
Daumenregeln: Das sind von der Psychologie anerkannte Abkürzungen, die unser Gehirn nutzt, wenn schnelle Entscheidungen gefragt sind. Eine weitere unausgesprochene Daumenregel auf See besagt: „Hier ankern schon 10 Leute, also muss diese Bucht sicher sein!“ Sie spiegelt unsere Abneigung, alleine in der leeren Bucht nebenan zu ankern. Wobei jeder erfahrene Skipper weiß, dass gerade im Unwetter vor allem von den Nachbarn in der Bucht eine erhebliche Gefahr ausgeht.

Sind Daumenregeln also Blödsinn? Nein. Sie sind tatsächlich kleine Helferlein für unser Gehirn, die ihm Richtschnur für eine rasche Entscheidung geben. Aber Daumenregeln haben auch einen entscheidenden Nachteil: Sie stimmen meistens, aber eben nicht immer – siehe die Sache mit den Vielen in der Bucht bei Gewitter.

Und wie lauten die wichtigsten Daumenregeln fürs Seewetter?
Es gibt sie auch zuhauf über das Seewetter. Frischt der Wind auf, gilt immer noch: 

„Reffen, wenn man zum ersten Mal dran denkt.“ 

Aber wie steht es mit folgender Gewitterregel auf See:

„Kommt der Regen vor dem Wind,
Skipper, birg die Segel geschwind!
Kommt der Wind vor Regen,
Skipper kann sich schlafen legen!“

Richtig? Oder falsch?
Blödsinn? Oder nicht?

Und was besagt die folgende Gewitterregel:

„Sind die Wolken höher als breit:
Schau rundrum! Und sei bereit!“

Richtig oder falsch?

Woher die beiden letzten Daumenregeln stammen und warum sie tatsächlich bei Gewitter 100% richtig sind: Das stelle ich in meinen beiden Online-Seminaren in dieser Woche vor. Da gibts auch weitere Daumenregeln zur Früherkennung von Wetterphänomenen. Und einige Hinweise zur Früherkennung der Bora mit bloßem Auge. Und, ja, auch im Internet.

Denn merke: 
„Wer Daumenregeln kennt genug,
sich leichter mit dem Wetter tut.“
;-)

Termine und Anmeldung hier.


  


   

REVIER KOMPASS KROATIEN SÜD und BUCHTENFINDER SÜD?
Beide Bücher erscheinen Anfang Juni 2024 und sind bereits jetzt vorbestellbar. Bei millemari. sowie AMAZON und überall, wo es gute Bücher gibt. In Österreich bei FREYTAG & BERNDT.

Der Bodensee wird elektrisch

Die Ladesäule von Bouillet Energy im Ladevorgang © Kerstin Zillmer

Der Bodensee wird elektrisch

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Reifenplatzer (Stopp 4 – Gibb River Road)

13.-15.06.24,  Australien/WA/Manning, Tag 195-197 Roadtrip, 14.440 km total, Tages km 115

Tag 5-7

Wir fahren nur eine Etappe von gut hundert Kilometern. Unser Ziel ist das Manning Roadhouse auf halber Strecke der Gibb. Die Preise für Diesel (2.96 $ ungefähr 1,80 Euro) sind schwindelig hoch – über einen Dollar mehr als der niedrigste Preis für den wir bisher getankt haben. Auch der kleine Shop verlangt das Doppelte für Milch und Konserven.

Staubiges Roadhouse auf der Hälfte der Gibb.

Hier können wir erstmals unseren gesammelten Müll los werden. Im Outback herrschen klare Ansagen.

Wir buchen uns für zwei Nächte auf dem sieben Kilometer entfernten Campingplatz ein. Beim rückwärts fahren, passiert der Super-Gau. Peng! Es gibt einen lauten Knall, der noch fünfzig Meter weiter die Camper von den Stühlen reißt. Wir gucken uns im leicht schief stehenden Wagen entgeistert an. Die Gibb River Road ist ein Reifenfresser. Das liest man überall. Es wird sogar geraten, dass man zwei Reservereifen mitführen sollte.
Allerdings fahren echte Cowboys ihren Reifen auf den Schotterpisten platt. Doch nicht auf dem Campingplatz! An einem stehen gebliebenen Baumstumpen! :mrgreen:

Hinten links klafft seitlich ein großes Loch im Mantel. Ein irreparabler Schaden, soviel ist klar. Alles weitere läuft dann ganz gut. Terry von gegenüber hat Keile, um das Auto vor dem Wegrollen zu hindern. Die Radmuttern lassen sich problemlos lösen. Peter von nebenan borgt uns eine Platte, die Achim unter den Wagenheber legen kann. Der Wagenheber funktioniert tadellos. Der Reservereifen hat Luft und Profil und passt zum Reifen, der sich schon auf der Achse befindet. Peter kann sogar mit einem Drehmomentschlüssel dienen, um die Muttern genau richtig wieder anzuziehen.
Eine Stunde nach Knall steht der Bundy wieder waagerecht.

Der Reifen ist hin

Das Radkreuz an Bord ist keins. Die Muttern kommen aber freiwillig.

Sogar unser wichtig gekaufter Klappspaten bekommt endlich seinen ersten Einsatz. Es ist etwas uneben am Tatort.

 

Genau betrachtet haben wir viel Glück im Pech. Es gibt keinen besseren Ort für einen Reifenplatzer.  Bei weniger als drei Stundenkilometer Fahrt bestand keine Sekunde Gefahr für Leib oder Auto. Und auf dem Campingplatz wird man beim Reifenwechsel auch nicht alle fünfzehn Minuten in eine Staubwolke gehüllt.
Das Oberglück will, dass wir vor nur 35 Kilometern an dem einzigen Reifenhöcker der Gibb vorbei gefahren sind.

So möchte man nicht eingestaubt werden beim Reifenwechsel. Dieseltransport auf der Gibb.

Da müssen wir Morgen wohl vorstellig werden. Beim abendlichen Lagerfeuer nicken alle zustimmend. „Ihr braucht einen neuen Reservereifen. Ohne weiter zu fahren, ist keine gute Idee“.

Schicksale verbinden – wir werden jeden Abend eingeladen am Fire Pit von Denise und Peter dabei zu sein. Die Feuer sind keine romantische Deko, sondern verhindern ernste Erfrierungen. Nach Sonnenuntergang wird es bitterkalt.

Am nächsten Vormittag fahren wir zu Nav. Einen gebrauchten Reifen hat er nicht für uns. „Alte Karre. Alte Maße. Ihr habt einen 16er Reifen. Üblich sind 18er“. War ja klar. Aber immerhin hat er einen Neuen, den er uns mit Dollarzeichen in den Augen anbietet. 420 Dollar! Haben wir eine Wahl? Nein.
„Er ist nur 70 Dollar teuer als in der nächsten Stadt“, versichert Nav.*** „Den bekommt ihr überall, um eine Achse mit dem gleichem Reifentyp zu bestücken“. Bargeld lacht. Seine Kreditkartenmaschine sei kaputt. Wir haben genug dabei, da die Campingplätze in den Nationalparks häufig nur Umschlag-Boxen haben.

Zufahrt zum einzigen Reifenhöcker auf 700 Kilometer.

Bei Nav werden Sie geholfen.

Noch haben wir nichts von der nahe gelegenen Schlucht gesehen. Wir verlängern den Campingplatz um eine Nacht. Die Schlucht liegt unglücklicher Weise auf der anderen Flussseite. In Manning reicht es nicht bis zum Po nass zu werden. In Manning muss man schwimmen. Der Campingplatz bietet drei Fässer der Länge nach aufgeschnitten zum Transport von Rucksäcken und Wanderschuhen.
Es soll auch hier Freshies geben. Die Regel hier für Begegnungen mit Krokodilen sind einfach: „Nicht auf sie zu schwimmen!“  :mrgreen:

Ich habe leider keinen Bikini dabei. Mit dem Badeanzug ist es mir zu viel Getüttel. Also schwimme ich kurzentschlossen in Shorts und BH zur anderen Seite. Die Australier sind rustikal, die können das ab, bedenkt man, in was für Outfits sie morgens über den Campingplatz zur Toilette schlurfen.

Herrlich zum Schwimmen. Wenn man mal drin ist, geht es. Geschätzte 22 Grad.

Die Wanderung zum Wasserfall ist himmlisch. Bergauf, bergab führt es durch eine abwechslungsreiche Savanne. Am Ende wartet ein toller Wasserfall. Wer will – die meisten wollen – kann auch hier schwimmen und sich den Rücken vom Wasserfall massieren lassen.

Der Eindruck täuscht – wir sind nicht allein – es herrscht Hochsaison in der Kimberley. Die Campingplätze sind gut gebucht.

Nach der Regenzeit blüht es überall. Die Kimberley ist so anders als die rote Pilbara mit ihren Mienen.

Um zum Wasserfall zu kommen, muss man ganz schön kraxeln.

Picknick am Wasserfall

Ziel der Wanderung.

 

 

***Als wir Tage später wieder Internet haben, findet Achim heraus, dass der Reifen nicht sooo häufig ist, wie versprochen und eher hundert Dollar preiswerter. Was soll’s?


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Britischer Riese für die Reise

Fairline Squadron 58

Hoch hinaus: Fairline Squadron 58 © Jonkers Yachts / dvdv

Britischer Riese für die Reise

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