Kategorie: News & Blogs

Stehplätze – Liegeplätze

STEHPLÄTZE SIND MANCHMAL BESSER ALS LIEGEPLÄTZE

Steh – Liege – plätze

Ist das die Chance zur Wende im America’s Cup?

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Der Schlüssel zu Segler´s Kopf

INTERESSENLAGEN UND MISSLICHKEITEN

Schlüssel zum Kopf

Schafskälte und good bye Outback

10.-15.10.24, Australien/SA/Quorn, Tag 315-319 Roadtrip, 25.534 km total, Tages-km 145+43

Wir bleiben nach den Feierlichkeiten noch weitere fünf Tage in Quorn. Der Ort ist nett zurechtgemacht und ein (wieder) aktiver Ghan-Bahnhof. 1973 entschlossen sich Freiwillige, die alte Bahnlinie zwischen Quorn und Port Augusta zu reaktivieren. Das Resultat ist ein echtes Dampfmaschinen-Erlebnis. Aus Port Augusta werden Freunde der Eisenbahn knapp fünfzig Kilometer durch die hübsche südliche Flinders-Kette kutschiert. Zwei Stunden Aufenthalt, dann geht es zurück.

Hübsches Quorn

Viele Gebäude der ‚Goldenen Zeit‘ sind noch erhalten.

Nostalgie in Quorn. Das ist die letzte Bahn für die Saison. Der Zugverkehr wird bis einschließlich April eingestellt. Nicht etwa, weil keiner mehr fahren möchte, sondern weil ab 1.November absolutes Feuerverbot in South Australia herrscht. Da darf dann auch die Dampflok nicht mehr fahren.

Da stelle ma uns mal janz dumm – Watt is’n Dampfmaschin?

Für die Gäste, die in Quorn übernachten wird jeden Abend nach Sonnenuntergang eine Lightshow an das Silo am Bahnhof projiziert. Die Show fängt gut an mit einem Drohnenflug über Flinders Ranges, um dann stark nachzulassen. Unser Aussie-Nachbar entschuldigt sich bereits nach wenigen Minuten: „Bizzare, weird!“
Wir harren aus. In belehrendem Ton, untermalt mit weinerlicher Stimme und nichtkomischen Komikfiguren (Känguru mit umgebundener Schürze, was sich mit Aliens unterhält [???]) werden die Lebensmittel der Aborigines vorgestellt.  Wir gehen dann auch. Eine nette Idee schlecht umgesetzt. Schade.

Das Silo und ein paar alte Waggons dominieren den winzigen Bahnhof.

Ein alter Waggon für die Schafverladung

Licht-Show auf dem Silo – coole Idee.

 

Die Bahn ist nicht der Grund für unsere zögerliche Weiterreise in den Süden. Der Campingplatz hat eine geschützte Camp-Küche in die wir uns verkriechen können. Wir haben Kälte-Alarm. Im Wetterbericht werden die Schafs-Farmer mit ‚sheep grazie‘ gewarnt: „Bauern, holt die Schafe rein“! Eiskalt erwischt uns zwei Tage lang so eine Schafskälte.
Kontinuierlich haben wir Rinderfarmland verlassen und sind bei den Schafen angekommen. Im kühleren Süden fühlen sich die Schafe wohler. Die meisten sind bereits geschoren nach dem Winter. Folgt nun eine Kaltfront auf Regenwetter wird es den nassen, nackten Schafen schlicht zu kalt. Farmer treiben geschorene Schafe zu den Ungeschorenen. Diese sollen sich gegenseitig wärmen. Ungeschützte Muttertiere und Lämmer stehen bei Schafskälte unter Lebensgefahr.

Wir frieren ebenfalls. Lebensgefahr besteht nicht, aber unser Zelt wird zur Jurte. Immer mehr Klamotten tragen wir nach oben. Im Windschatten ist es auszuhalten, im eisigen Wind kann man nicht draußen sitzen. Nicht mal tagsüber. Wir verziehen uns in die besagte Küche. Nach zwei Tagen ist der Spuk vorbei.
Aber weiterhin heißt es: „Für die Jahreszeit zu kalt.“

Obenrum: Skiunterwäsche langarm + langärmeliges T-Shirt + dünnes Sweat-Shirt + Kapuzenpulli. Schal! Klar.
Untenrum: Ski Longjonny plus dicke Socken. Eingerollt in den Schlafsack. Den über den Kopf gezogen, damit ich in meine eigene Wärme atme.
Achim hat das gleiche Programm plus (!) Eine dünne Jogginghose und zwei Wolldecken. :mrgreen:
Wir bevorzugen kein Wetter.

Nach der Kälte können wir Quorn verlassen. Unser letzter Outback-Ort. :cry: Wir wollen runter an die Küste und den Süd-Osten von Australien erkunden. Von nun an werden wir wieder Wetter haben. Die Zeiten des verlässlichen Sonnenscheins sind vorbei. Es wird wichtig werden, ob wir auf Meeresniveau oder in den Bergen campen. Bislang war das völlig wurscht.

Outback. Dieser nebulöse Begriff. „Sind wir jetzt in Outback?“ Seit Monaten ein familieneigener Running-Gag im Auto. Über siebzig Prozent von Australien werden das Outback genannt. Erstmals wurde der Begriff 1869 verwendet. Je nach eigenem Wohnort, fängt das Outback für Australier woanders an. Alice Springs, für Touristen der Inbegriff von Outback, wird von den Bewohnern nicht als Outback angesehen. Dagegen kann für einen Sydneyaner Outback bereits hinter dem Garten vom Nachbarn beginnen.
Wir sind hoffnungslos verliebt ins Outback. In Quorn kreiste mehrmals die Idee, dass wir einfach wieder umdrehen. Ein paar Straßen sind wir noch nicht gefahren – in Outback. Dann siegt die Vernunft. Es wird heiß werden in absehbarer Zeit. 47 Grad kennen wir schon vom Januar. Es geht also nach Süden. Ab jetzt wieder mit Wetter.


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