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Südsee-Alltag

Fr., 19.Apr.19, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 1783, 17.385 sm von HH

Die Tage verrinnen. Der Insel-Alltag ist geruhsam, aber ausgefüllt. Manchmal regnet es – nein, es schüttet. Innerhalb von zwei Stunden sind unsere Wassertanks voll bis zum Überlaufen. Fünfhundert Liter gefangen mit ‚German Engeneering‘. Alle zehn Tage kommt eine Schlechtwetterfront von drei Tagen Dauer durch.
An solchen Tagen verschwatzen wir den Vormittag bei unseren netten Schweizer Nachbarn oder erledigen ein paar Reparaturen. Das Dinghy Cover brauchte ein paar Flicken und Achim hat endlich den Fehler beim Außenborder (the Bitch, wie er das Teil liebevoll nennt) gefunden. Der Vergaser macht seit der Osterinsel-Reparatur keine Probleme mehr, trotzdem lief die Kiste noch immer nicht richtig. Hier in Gambier ist dann der Not-Aus-Schalter kaputt gegangen. Im Grunde ein Glücksfall, weil Achim jetzt den Fehler für den stotterigen Lauf des Motors entdecken konnte: Der Schlüssel vom Notaus hat nicht sauber die Leitung getrennt. Dadurch wurde die Zündung immer mal wieder kurz geschlossen und ‚The Bitch‘ lief unrund.
Ein neuer Schalter muss her, damit man beim Ausschalten des Außenborders keine geflankt bekommt. Unmöglich hier zu bekommen. Also hat Achim einen Kippschalter aus seinem Fundus eingebaut. Der hat genau drei Tage gehalten bis Salzwasser an den Schalter kam und der Schalter unter Strom stand. Eine neue Idee musste her. In meinem Nähkästchen fand sich ein alter Jackenknopf, der jetzt erfolgreich unser neuer Notaus-Schalter geworden
ist. Aus dem Boden einer Plastik-Dose in der mal Nüsse waren, wird ein neues Schauglas für die Tankanzeige am Tankdeckel, der schon seit Monaten zu Staub zerbröselt war.
Alles Schrott, was produziert wird, unser Außenborder ist nicht mal drei Jahre alt. :cry:

Neues Schauglas aus einer alten Plastikdose Das Dinghy Cover kommt in die Jahre Alter Jackenknopf als Notaus

Bei gutem Wetter gehen wir sammeln und jagen. Auf unseren Touren über die schöne Insel werden wir fündig: Chili-Schoten, Papaya, wilden Basilikum und sogar einen Kürbis können wir erlegen. Leider bereits im ersten Drittel der Strecke. „Ist nicht mein Lieblings-Gemüse. Wenn Du ihn willst, musst du ihn selber tragen“, lehnt Achim meinen Tragewunsch dankend ab. Dafür puckelt er mir zentnerweise Pampelmusen und Kokos-Nüsse an Bord.

Die anderen Inseln im Atoll müssen noch warten

Immer wieder schöne Aussichten

 

Und wir sind unter die Perlen-Sammler gegangen. Auf dem Festival konnte man für relativ wenig Geld Perlenschmuck kaufen. Leider alles im Oma-Style, Perlenketten halt, so gar nicht mein Geschmack. Dann gibt es hier noch eine Langzeit-Seglerin, die Perlenschmuck selber herstellt. Der ist moderner mit Lederbändern gefertigt, asymmetrisch aufgefädelt und ganz chic. Der Schmuck erscheint mir aber zu teuer zu sein.. 80 bis 190 USD soll dort ein Kettchen kosten. Wenn ich mir anschaue, wie inflationär bei der Dekoration für das Festival mit Perlen ‚um sich geschmissen‘ wird, können Perlen vor Ort nicht teuer sein. Hunderte von Perlen wurden mit der Heißklebepistole auf Muscheln und Stoff geklebt. Nun fällt diese Dekoration auseinander. Man braucht sich nur noch bücken und die Perlen einsammeln. :-) Diese sind natürlich nicht fehlerfrei, aber das sind die Perlen im Schmuck vom Fest und der Seglerin ebenfalls nicht. Jetzt muss Achim mir nur noch Löcher in die Perlen bohren.

schwarze Perlen sind grau, blau-grau oder anthrazit - unsere haben 1,2 cm Durchmesser und sind somit mittelgroß

schwarze Perlen sind grau, blau-grau oder anthrazit – unsere haben 1,2 cm Durchmesser und sind somit mittelgroß

Mit Heißkleber verklebte Perlen - im Hunderter Maßstab verarbeitet

Mit Heißkleber verklebte Perlen – im Hunderter Maßstab verarbeitet

Und es geschehen immer unerwartete Dinge: mal funktioniert das Internet für einige Tage nicht oder es kommt überraschend das angekündigte Versorgungs-Schiff einen Tag zu früh. Diesmal sind wir erfolgreicher beim Auffinden der angelieferten Waren und halten nachmittags echte Tomaten in den Händen. :mrgreen:
Dann wieder sieht Achim einen Menschenpulk an der Pier. Ein Muschelhorn erklingt. Was ist da los? Wir springen schnell ins Dinghy. Eine Karfreitags-Prozession läuft singend vom Hafen bis zur Kirche. Gefolgt vom Muschelbläser, der statt Kirchenglocke zum Appell ruft.

Muschelhorn statt Kirchenglocke Karfreitags-Prozession

Wenn wir nicht nach Essen jagen, fahren wir bei gutem Wetter mit den Kajaks. An Deck nerven sie ja schon etwas, denn genau genommen sind zwei Stück doch etwas viel für unser kleines Schiff. Aber es war ein großartiger Kauf, erweitern sie doch unseren Radius unglaublich.
Wir wollten schon längst die unbewohnten Nachbarinseln im Atoll besucht haben, aber auf Mangareva gibt es einfach zu viel zu tun. Und schlechtes Wetter wird in einer einsamen Bucht auch nicht besser. Das ist mit ein wenig Unterhaltung besser zu ertragen.

Kajak-Ausflug

Kajak-Ausflug

Medaillenzug ohne deutsche Passagiere

Der Hempel Worldcup vor Genua wird ohne deutsche Top-Platzierung zu Ende gehen. Nachdem die 49er Tim Fischer/Fabian Graf in ihrem Medal Race nur auf Platz zehn gelandet und damit auch im Gesamtranking Zehnte geworden waren, findet der zweite Finaltag ohne deutsche Beteiligung statt.

Nach dem großen Auftritt der deutschen Crews zum Jahresbeginn der Hempel Worldcup-Serie vor Miami mit zweimal Gold und einmal Silber ist die deutsche Nationalmannschaft vor Genua nicht über lediglich eine Medal Race-Teilnahme hinausgekommen.

Tim Fischer/Fabian Graf hatten hervorragend in die Serie hineingefunden und mit zwei Tagessiegen zum Auftakt groß aufgetrumpft. Doch dann mussten die hoffnungsvollen deutschen Talente eine Ergebnisdelle verkraften und rutschten zwischendurch sogar aus den Top-Ten bei diesem von schwachen und drehenden Winden geprägten Worldcup heraus. Rechtzeitg vor dem Finale kam die Crew aus Hamburg und Berlin zwar wieder in Fahrt, doch im Abschlussrennen gelang es nicht, die minimale Chance auf eine Worldcup-Medaille zu nutzen.

Mit Platz zehn sorgten die 49er aber einmal mehr für das beste deutsche Resultat. Die ebenfalls am Samstag ausgetragenen Finals bei den 49ernFX und Nacra17 fanden ebenso ohne deutsche Beteiligung statt wie die noch ausstehenden Rennen bei den weiteren fünf vor Genua vertretenen Olympia-Klassen.

Dennoch durfte sich das German Sailing Team über einige gute Ergebnisse freuen. Gut in die Elite haben die 470er-Juniorinnen Theres Dahnke/Birte Winkel gefunden. Die Juniorinnen-Vize-Weltmeisterinnen des vergangenen Jahres wollen sich in diesem Jahr im Feld der Seniorinnen zeigen und haben mit Platz 13 schon gleich mal ein Ausrufezeichen gesetzt. Bei ihrem ersten Worldcup waren sie damit beste deutsche 470er-Crew und konnten die zum Ende besser in Fahrt kommenden Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (15.) knapp auf Distanz halten. Auch die Wanser-Schwestern segelten nach ihrem starken Auftritt vor Mallorca vor wenigen Wochen wieder in die Top-20.

Die deutschen Top-20 beim Hempel Worldcup vor Genua:

  • 49er: 10. Tim Fischer/Fabian Graf, 14. Justus Schmidt/Max Boehme
  • 49erFX: 12. Platz: Victoria Jurczok/Anika Lorenz
  • 470er Frauen: 13. Theres Dahnke/Birte Winkel, 15. Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß, 19. Luise und Helena Wanser
  • Laser Radial: 20. Pauline Liebig

Das U-Boot RED PEARL alias MARLIN taucht wieder auf

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{Date:20190420}
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Was in der Zwischenzeit passierte

Wir hatten eine tolle Zeit. Aber das hatte ich schon oft gedacht und dann gab es eine Bewertung bei handgegenkoje.de handgegenkoje.de, die mir die Fußnägel aufgerollt hat. Andreas Klein und Lena Sönnichsen haben mein Skipper-Leben verändert. Nun. Das war bestimmt ein Grund, der mich mental so unter Strom gehalten hat, dass ich etwas konstatiert gegenüber der Tastatur meines MacBooks war. Also fange ich den Absatz wohl besser noch mal von Neuem an – OHNE den alten Anfang zu überschreiben…

Ich hatte eine tolle Zeit mit meinen Mitseglern Olivia, Urs und Calle auf der MARLIN. Urs, der zumindest an der Oberfläche so tiefen-entspannt daherkommt, dass er alles im Sack hat, als eingefleischter patriotischer Schweizer; hat es sicherlich geschafft, ob gewollt oder ungewollt mag nun mal an zweiter Stelle stehen, ein Seemann zu werden. Ein Seemann muss nicht alles können an Bord eines Schiffes, sonder infiziert worden sein, mit den Planken die die Welt bedeuten. Nun haben wir keine Planken mehr an Deck, sondern solides Aluminium, die Auswirkungen allerdings sind die gleichen. Das er sein erstes Segelabenteuer direkt mit dem bekannten und berüchtigtem Skipper Wnuk hat, hat ihn dann wohl auch mit den richtigen Wassern gewaschen. Die Auswirkungen sind lebenslängliches Seefieber, was Urs noch nicht weiß, aber in den kommenden Jahren immer mehr zu spüren bekommt. Die Anwesenheit von Blume Olivia hat unser dreimännriges Leben an Bord verändert. Plötzlich sitzen die Herren der Schöpfung in T-Shirt am Frühstückstisch, die derben Sprüche über das andere Geschlecht fallen komplett anders aus. Nach einer kurzen Karenz Zeit entfaltet sich die Blume Olivia zur vollen Pracht und bestimmt den restlichen Verlauf der Reise nach dem Motto: Ich bin Profireisende! Ich will möglichst viel in den sieben Tagen an Bord erleben und mitnehmen. Urs nenn seine Bekannte liebevoll eine „Sympathische Schweizer Bergziege, die nicht stillsitzen kann.“ Und so gestaltet sich unser Weg. Zuerst einmal müssen grundlegende Bedürfnisse befriedigt werden. Nein, nicht was man so landläufig denkt. Es geht wirklich um aller vier Bedürfnisse. Tauchen und Kiten auf Union Island. Der Weg dorthin verschlingt eine kleine Ewigkeit. Ein wunderschöner Segeltag an allem vorbei was ich normalerweise besuche. Mayreau und Tobago Keys lassen wir links liegen. Bei Fregatte Island fällt der Anker. Calle muss schnell noch vor dem Abendessen einen Russenstart mit seinem Kite machen. Ich sichere ihn und lasse nicht los. Dafür habe ich ein paar Kratzer am Popo und Calle ist glücklich. Am nächsten Morgen gehen Blume Olivia und Urs auf Tauchstation. Micha und Calle hängen in den vier Leinen, die ebenfalls die Welt bedeuten, unter ihren Kites. Meine persönliche Erfahrung: Geil. Am nächsten Morgen der Muskelkater meines Lebens. Ich bin auf dem besten Weg mein Ziel zu erreichen, wieder an den Strand zu kommen, an dem ich bei ablandigem Wind gestartet bin. Alle vier treffen sich zum Sonnenuntergang auf der RED PEARL alias MARLIN. Das Abendessen ist der Hit. Alle tot vom Sport fallen um wie die Fliegen…

Man könnte Tage an diesem wunderschönen Platz verweilen, mein Calle, denkt Micha und vielleicht auch Urs. Aber es kommt anders. Wir verlegen an eine Mouring direkt hinter Happy Island in der Clifton Bay. Calle geht wieder aufs Brett, ich ins Dorf. Als die Sonne dem Horizont entgegenstrebt, vermute ich einen Sundowner auf Happy Island. Ich schrecke aus der Koje auf. Keiner zu Hause. Die farbigen Profi-Kiter machen ihre Kunststückchen am Happy Island. Die Menge grölt und jubelt. Urs war es doch so wichtig dabei zu sein. Hautnah. Blümchen und Ursli aber kommen erst später zurück vom Schnorcheln, haben dem Kite-Treiben aus der Schildkrötenperspektive zugeschaut. Versteh einer die Schweizer. Waren ihnen die Drinks zu teuer? Calle kommt auch irgendwann zurück. Ein Leinenunfall hat ihm einen Riesenknoten beschert. Er hat jetzt neue Freunde, die ihm beim Entknoten geholfen haben. Ich schmeisse die Spanish Makrel in den Ofen, ein paar Gewürze und Gemüse. Schon ist die Stimmung wieder da wo sie hin soll. Küchenchef Michael fällt tot um. Zuviel Kochwein?

Schnell sind wir da wo wir hinwollen. Schnell klarieren wir am nächsten Tag aus. Schnell segeln wir in die Tobago Keys. Schnell springt meine Crew ins Wasser und schnell gibt es eine Kleinigkeit zu essen aus Michas Küche. Wassersport macht eben hungrig. Das Lobsteressen gehört dazu und das der Skipper von der Bordkasse frei ist; mir ist es lästig das erklären zu müssen. Mir ist das unangenehm. Das ist einfach so. Faktum: Calle kommt nicht mit, Blume Olivia und Urs haben mit mir einen tollen Abend. Herzlichen Dank noch mal an dieser Stelle für die Einladung und Anerkennung meiner Dienste und Fähigkeiten als Skipper. War ein bisschen schwierig für alle. Heute. Zuviel schnell.

MARLIN reitet Olivia und CREW 54 sicher in die Prickley Bay. Als wir ankommen haben die Behörden schon zu. Nun gut. Dann bleibt meine CREW eben noch eine Nacht länger. No worries. Wir haben noch Hühnchen. Ich schmeisse den Druckkochtopf an und es gibt ein Sterne Abendessen dass mich selbst erstaunt. Normalerweise kocht Nathalie das Hühnchen in Kokosnussmilch.

Und um wieder den Faden vom Anfang aufzunehmen. Ich bewerte jetzt mal meine CREW 54, anstatt andersherum plötzlich an die Wand gestellt zu werden, zum Abschuß, so wie es Lena und Andreas von CREW 50 gemacht haben. Blume Olivia war mir zu schnell. Auch ein Profi-Reisender sollte sich Zeit nehmen. Die gleiche Reise hätte man auch in drei Wochen viel entspannter für alle erleben können. Es gab Höhen und Tiefen und alle haben das beste daraus gemacht. Es gab immer eine offene Kommunikation. Die CREW 54 gehört zu meiner Premium Crewerinnerung. Vier Menschen, die allesamt in einer Orientierungsphase sind, auf 40 Quadratmeter einzupferchen, ist ein Experiment. Das Experiment ist zu 95% gelungen. Saefty, Segeln, Essen und trinken war immer erste Sahne. Hey. Es war eine schöne Zeit mit euch. Gerne wieder. Fünf Sterne für meine Gäste. Punkt.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 55 Grenada – Antigua. Noch zwei Plätz frei!
CREW 56 Kite & Sail Expedition Grenadines.
CREW 57 Kite & Sail Expedition Los Roques.
CREW 58 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies.

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Tracker Atlantiküberquerung 2019



Bobby Schenk und die unstillbare Sehnsucht nach der See

Bobby Schenks Blauwasserseminar 2019: <p>
	Altmeister. Bobby Schenk bei seinem j&uuml;ngsten&nbsp; Blauwasserseminar</p>

Er hat schon viele „letzte“ Vorstellungen gegeben. Vor Ostern tat er es wieder, erneut vor vollem Haus. Warum Schenk es „eines seiner Blauwasserseminare“ nennt

Top-Ten verpasst, Ticket gewonnen

Die Geduldsspiele von Genua haben am Karfreitag zwar etwas an Schwung gewonnen, doch es bleibt bei einer schwachen Brise bei diesem Hempel Worldcup. Heute stehen bereits die ersten Medal Races (für die Skiffs und Kats) an. Allerdings sind nur Tim Fischer/Fabian Graf als Achte der 49er dabei vertreten. Die 49er-Frauen Victoria Jurczok/Anika Lorenz lösten derweil das Ticket zu den Pre-Olympics.

Der erste Worldcup-Auftritt jemals vor Genua war vor allem durch viel Wartezeit geprägt. Die Teams in acht olympischen Disziplinen (die Surfer fehlten, sie hatten direkt vor dem Worldcup ihre EM terminiert) mussten viel Phantasie an Land aufbringen, um die Zeit zu überbrücken.

Am Karfreitag blieb der Wind zwar weiter flau, aber von den geplanten 42 Rennen gelangen immerhin 41. Damit steuert der Hempel Worldcup auf das Final-Wochenende zu. Während die 49er, 49erFX und Nacra17 bereits heute ihr Medal Race segeln, sind die anderen Klassen am Sonntag dran.

Bei der Skiff-Frauen sind die deutschen Teams nicht im Medal Race vertreten. Tina Lutz/Susann Beucke, die noch bei der Palma-Regatta als Siebte für ein Top-Ergebnis gesorgt hatte, kamen vor Genua gar nicht in Schwung und verpassten sogar die Goldflotte. Damit hatten sie auch ihre Chancen auf die Teilnahme an den Pre-Olympics im August verspielt. Denn der Worldcup galt in dieser Klasse als zweites deutsches Quali-Kriterium nach Mallorca. Victoria Jurczok/Anika Lorenz, die durch zwei schlechte Abschlussrennen zwar auch noch aus den Top-Ten rutschten, konnten damit trotz des zwölften Platz’ ein wenig feiern. Sie vertreten Deutschland nun vor Enoshima zu der Testregatta für Olympia 2020.

In den anderen Klassen werden die Tickets für die Pre-Olympics erst bei den Europameisterschaften verteilt, die allesamt im Mai gesegelt werden. Damit dürften auch Justus Schmidt/Max Boehme ihr Abrutschen auf Platz 14 vor Genua verkraften. So dürfen sie im finalen Rennen nicht mehr an den Start, und Tim Fischer/Fabian Graf vertreten als Achte die deutschen Farben im Medal Race. Auf eine Medaille haben sie allerdings nur noch minimale – und allenfalls theoretische – Chancen. An der Spitze halten die australischen Gilmour-Brüder die neuseeländischen Superstars Peter Burling/Blair Tuke knapp auf Distanz. Burling/Tuke scheinen indes ihr Comeback in die Olympiaklasse vollzogen zu haben. Auf Mallorca noch Siebte sind die Olympiasieger und AC-Gewinner nun wieder mittendrin im Medaillenspiel.

Ohne Schwarz-Rot-Gold wird das Nacra-Finale gesegelt. Johannes Polgar/Carolina Werner rutschten nach gutem Start noch auf Platz 22 ab, Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer beendeten die Serie sogar vorzeitig und wurden 35. von 45 Mannschaften.

Für die anderen Klassen geht es heute noch in den Flottenrennen an den Start. Aktuell einzige Mannschaft des German Sailing Team in den Top-Ten sind die 470er-Juniorinnen Theres Dahnke/Birte Winkel.

Preisbrecher Oceanis 30.1 – Beneteaus Einstiegsmodell

Test Oceanis 30.1: <p>
	Test der Oceanis 30.1</p>

Sie ist die aktuell kleinste Oceanis… und hat das Zeug, mit einem Preis von unter 90.000 Euro der Konkurrenz in der 9-Meter-Klasse das Fürchten zu lehren

Verschleiß der Segel: Präventiv-Maßnahmen

  • Segel sollten saisonal auf Beschädigungen hin gesichtet werden – und von Salzwasser mehrfach pro Saison freigespült werden
  • Belastungsbereiche wie Lieken, Nähte und Reffaugen verdienen besondere Beachtung
  • Wo Segel Kontakt zum Boot bekommen, also an der Reling wie raumschots oder an den gepfeilten Salingen, sollte man präventiv sogenannte „Patches“ setzen – verklebte Verstärkungen, die vorzeitigen Verschleiß verhindern
  • Nach jedem Starkwind-Törn verdienen Segel besondere Beachtung: Kleine Gewebe-/Strukturschäden werden schnell zum Riss, wenn man nicht rechtzeitig reagiert
  • Eine Tasche mit verschiedenen selbstklebenden Segeltüchern, Segelgarn, Schere, Däumling, Tuch und Patches (bei Segelmachern erhältlich) sollte jeder Fahrtensegler an Bord haben, um auf dem Törn reagieren zu können
  • Verstärkende Reparatur-Patches sollten beidseitig aufgeklebt und gerundet geschnitten werden, damit sie langfristig halten
  • Wo Schäden aufgetreten und bearbeitet worden sind, sollte man den dann sensiblen Bereich drum herum besonders beachten
  • Rechtzeitig reffen – wer mit extremer Krängung weit über 25 Grad segelt, verschleißt unnötig Material, ohne die Performance/Geschwindigkeit zu verbessern
  • Sind sie nicht im Einsatz, sollten Segel unter einer Persenning geschützt werden. Sofern das Rollsegel keinen UV-Schutz am Achterliek besitzt, braucht es einen Schutzschlauch

Mehr zum Thema Segel gibt es in der aktuellen segeln-Ausgabe.

Galeone „Vasa“: ambitioniert gescheitert

Vasa Galeone Museum Stockholm PR_vasa_02

Sie sollte das mächtigste Schiff der schwedischen Flotte werden und die Ostsee beherrschen, sank aber bereits auf der Jungfernfahrt. Das Porträt im PDF-Download

Erstes Duell um ein Ticket zu den Pre-Olympics entschieden

Weltcup-Regatta Genua 2019: <p>
	Mit ihrer bekannten Segelnummer 55 ersegelten sich Vicky Jurczok und Anika Lorenz vor Genua trotz leicht entt&auml;uschender Abschlussbilanz als erste deutsche Crew das Ticket zur olympischen Testregatta in Japan in diesem Sommer. Die offizielle Nominierung steht aber noch aus</p>

Vicky Jurczok und Anika Lorenz haben bei der Weltcup-Regatta vor Genua das nationale Duell um die Fahrkarte zur vorolympischen Regatta in diesem Sommer gewonnen

Absturz und Aufstieg beim Hempel Worldcup

Es bleibt schwierig vor Genua: Auch an Tag vier des Hempel Worldcups huschte nur eine leichte Brise über die Bahnen. Bei 5 bis 7 Knoten schafften aber immerhin alle Klassen bis auf die Laser-Frauen mindestens ein Rennen.

Am fleißigsten waren die Skiff-Segler – sowohl die 49er-Männer als auch die 49erFX-Frauen starten mit jeweils fünf Wettfahrten ab Karfreitag in die Finalrunde. Bei den Laser-Männern stehen je nach Gruppe drei bzw. vier Wettfahrten in den Büchern, und die Nacra17 komplettierten ihr drittes Rennen.

Der deutsche Fokus auf die schnellen Klassen offenbarte bei den 49ern Absturz und Aufstieg. Während Tim Fischer/Fabian Graf ihren perfekten Start in die Serie mit zwei Siegen nicht wiederholen konnten und mit nur mäßigen Platzierungen (15, 23, 15) lediglich als 13. in die Goldflotte starteten, drehten Justus Schmidt/Max Boehme den Spieß um. Konstante Top-Ten-Platzierungen ließen die Kieler auf Platz vier klettern. Damit sind sie nach der Mallorca-Regatta erneut das aussichtsreichste Team für eine deutsche Medaille.

Die Skiff-Frauen bleiben ebenfalls eine deutsche Domäne. Victoria Jurczok/Anika Lorenz halten sich nach dem Abschluss der Vorrunde als Fünfte weiterhin in aussichtsreicher Position. Dagegen müssen Tina Lutz/Susann Beucke als 35. von 48 Mannschaften nach der Vorrunde schon jetzt einen Haken hinter der Regatta machen. Auch ein dritten Platz in der fünften Wettfahrt brachte das Duo vom Chiemsee und aus Strande nicht mehr in die erste Hälfte.

Zäh ist das Geschehen bei den Katamaranen. Erst drei Wettfahrten stehen nach vier Tagen in der Liste. Und für die Deutschen ist keine Top-Platzierung in Sicht. Johannes Polgar/Carolina Werner rutschten nach gutem Start auf Platz 17 ab. Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer, die vor Mallorca noch knapp an den Top-Ten dran waren, fanden als 32. noch gar nicht in die Regatta.

Solide, aber nicht überragend agiert Nik Willim bei den Lasern. Im Zwischenklassement ist er unter den 111 Startern aber als 26. im ersten Viertel. Auf Platz elf verharrte Svenja Weger bei den Laser Radial – notgedrungen, denn in der Klasse wurde bisher nur ein Rennen gesegelt.

Während die Finns ohne deutsche Beteiligung segeln, sorgten bei den 470ern die Juniorinnen Theres Dahnke/Birte Winkel für das beste deutsche Ergebnis. In der bisher einzigen Wettfahrt landete das Team aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem zehnten Platz unter 35 Startern. Die deutschen 470er-Männer sind lediglich mit Nachwuchsmannschaften angereist, die für kein Top-Ergebnis sorgen konnten.

Ergebnisse

Traut euch auf dem Wasser!