Archiv der Kategorie: Float

Outdoor-Firma kauft Chris-Craft

Der britische Finanzinvestor Stellican Ltd. hat den Motorboothersteller Chris-Craft verkauft. Die seit mehr als 150 Jahren existierende amerikanische Traditionsmarke wurde von Winnebago Industries Inc. übernommen. Mit dem Kauf der Marke Chris-Craft steigt das für große Wohnmobile bekannte US-Unternehmen Winnebago in die Marineindustrie ein.

Traditionsmarke kauft Traditionsmarke

Der in Iowa ansässige Produzent will mit dem Kauf der Werft seine Marktposition im Outdoor-Lifestyle-Sektor ausbauen. Erwartet werden von dem Zukauf auch zusätzliche Einnahmen. Der Kauf biete „eine starke Basis, auf der wir im Laufe der Zeit eine zusätzliche Umsatzplattform aufbauen können“, äußerte Winnebago-Chef Michael Happe in einer Erklärung. Über die finanziellen Details der Transaktion gibt es keine Informationen: Es wurde Stillschweigen vereinbart.

Chris-Craft baut Boote mit Z-Antrieb und Außenbordmotorisierung. Zurzeit werden 18 Modelle von 21 bis 38 Fuß Länge angeboten. Winnebago erklärte, es werde bei Chris-Craft investieren, um „das organische Wachstum durch höhere Produktionskapazitäten sowie in neue Modelle und bestehende Produktlinien zu unterstützen“. Neben der Einführung neuer Bootstypen soll das Händlernetz erweitert und verbessert werden. In Deutschland ist Chris-Craft durch den belgischen Importeur mit Booten an der Maas vertreten.

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Taxi auf Stelzen

Für zwei Männer, die jeder auf ihre Weise in der Wassersportszene bereits Furore gemacht haben, war Freitag, der 25. Mai 2018 ein besonderer Triumph in ihrem an Ereignissen nicht gerade armen Leben. Der Franzose Alain Thébault, mehrfacher Rekordhalter bei der Maximalgeschwindigkeit unter Segeln mit seinem Tragflügelboot „Hydroptère“ sowie der Schwede Anders Bringdal, zweifacher Windsurf-Weltmeister, konnten – endlich, endlich – ihre erste serienreife Sea Bubble in Paris vorstellen. Ihr foilendes Wassertaxi mit elektrischer Motorisierung war lange angekündigt gewesen.

Das visionäre Wassertaxi in Tropfenform, das auf Foils über den Wassern schwebt und von einem schnurrenden Elektromotor angetrieben wird, ist vielleicht noch nicht ganz erwachsen. Aber nach einer schweren Geburt und aufreibender Kindheit hat es nun die komplizierte Pubertät überwunden. Und ist bereit, hinaus in die Welt zu fahren.

Sea Bubbles

Das neue Modell in Paris© Sea Bubbles

Fahrt auf Foils zum Rathaus

Dieser Triumph wird den beiden Vordenkern für einen ökologischen urbanen Wasserverkehr noch versüßt. Denn die erste offizielle Fahrt auf ihrem Sea Bubble absolvierten sie auf der Seine, mitten in Paris. An Bord war Damenbesuch: Anne Hidalgo, die Oberbürgermeisterin von Paris, freute sich ausgelassen mit den beiden Sea-Bubbles-Erfindern.

Sie war es, die von Anfang an an dieses Projekt glaubte und es förderte. An den bürokratischen Hürden und verstockten, politisch jedoch gewichtigen Gegenspielern in Frankreich verzweifelte sie ebenso wie die beiden Hauptprotagonisten. Sie postete auf ihrem Twitter-Account und auf Facebook begeistert, wie toll das Gefühl doch sei, in dem foilenden Taxi übers Wasser zu gleiten. Sie wünschte sich, jeden Tag so zum Rathaus gefahren zu werden. Zehntausende Leser und hunderte – meist zustimmende – Kommentare innerhalb weniger Stunden waren eine mehr als deutliche Antwort der Bewohner von Paris.

Sea Bubbles

Die neue Sea Bubbles vor Monaco© Sea Bubbles

40 bis 50 km/h Geschwindigkeit sind verboten

Doch schön der Reihe nach. Vor weniger als einem Jahr geriet das vielversprechende Projekt Sea Bubbles zum wiederholten Male ins Schlingern. Es drohte diesmal aus der Bahn geworfen zu werden. Denn die Behörden in Paris, wo das foilende Wassertaxi erstmals kommerziell eingesetzt werden sollte, verweigerten ihre Zustimmung.

Der Grund war simpel – und gerade deshalb so ärgerlich: Wasserfahrzeuge dürfen auf der Seine, und übrigens auch in anderen Metropolen, nicht schneller als 20 km/h fahren. Das Elektro-Wassertaxi in Tropfenform brauchte jedoch eine Grundgeschwindigkeit von 17 km/h, um sich mittels der Foils, die seinerzeit noch eher an Tragflächen erinnerten, über die Wasseroberfläche zu heben.

Zwar lenkte man in französischen Behördenkreisen zumindest für ein paar Stundenkilometer ein. Weil man begriff, dass foilende Taxis weniger Wellen verursachen als die üblichen Verdrängerboote und die Uferbefestigungen so geringer belastet werden. Doch das von Thebault geforderte Tempo von 40 bis 50 km/h für sein foilendes Taxi wurde nicht genehmigt. Basta. Zudem stellten sich die Seine-Hafenbetreiber quer, indem sie exorbitante Liegeplatz-Prämien für die Strom tankenden Sea Bubbles forderten.

Sea Bubbles

Die erste Version brauchte mindestens 17 km/h, um zu foilen© Sea Bubbles

Von Paris nach Genf

Vordergründig beleidigt und verärgert zogen die franko-schwedischen Sea-Bubbles-Macher mit ihrer Crew nach Genf, wo man sich „mehr Toleranz“ auf dem Genfer See versprach. Hinter den Kulissen munkelte man jedoch, dass ein Tragflächen-Foil-System, wie es in Paris vorgestellt wurde, keine Zukunft haben kann. Denn es braucht eben eine relativ hohe Geschwindigkeit, um das Boot in den Schwebemodus zu bringen.

Bei auf Flüssen nicht gerade unüblichen Querwellen schlingerte es dennoch erheblich. Es sei extrem schwierig, Boote bei langsamen Geschwindigkeiten auf Tragflächen oder Foils zu heben, gab Thébault zähneknirschend in einem Interview zu. Und das ausgerechnet ihm, dem früheren Tragflächen-Guru und Geschwindigkeitsfanatiker!

Stabilisierung mit Flugzeugtechnologie

So erstaunte es nur wenig zu erfahren, dass sich Sea Bubbles mit den Hydrodynamik-Spezialisten Caponnetto Hueber zusammentat, für die unter anderem der mehrfache America’s Cup-Shore-Techniker Ricardo Bencatel arbeitet. Dieses Team überdachte das gesamte Foil-System der Sea Bubble nochmals. Es verpasste dem jetzt als serienreif vorgestellten Modell drei T-Foils: Unter dem Heckbereich zwei nebeneinander agierende, an eine U-Form erinnernde T-Foils. Dazu im Bugbereich ein mittig angesetztes T-Foil. Der Clou ist jedoch ein aus dem Flugzeugbau übernommenes Stabilitätssystem.

Sea Bubbles

Testfahrt des neuen Sea Bubbles mit Fly by Wire© Screenshot Sea Bubbles

Ähnlich wie in der Luft hält ein Fly-by-Wire-System das Boot durch Klappen an den Foils immer waagrecht. Die dafür notwendigen Informationen werden von Sensoren gemessen, die permanent den Abstand zur Wasseroberfläche sondieren. Ein Computer gibt die Messwerte an einen kleinen Elektromotor weiter, der die Steuerklappen an den T-Foils aktiviert. So ist eine teils verblüffende Stabilität des immerhin 70 cm über der Wasseroberfläche foilenden Wassertaxis möglich: In Videos sieht man Alain Thébault auf der Seite des foilenden Sea Bubbles auf und ab springen, ohne dass es zu Bewegungen im foilenden Boot kommt.

Das Boot steigt ab einer Geschwindigkeit von 13 km/h auf seine Foil-Stelzen, als normale Fahrtgeschwindigkeit werden 22 km/h angegeben. Mit dem Hebel auf dem Tisch werden 28 km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht. Platz für vier bis fünf Personen (den Fahrer mitgerechnet) soll das Sea Bubble nun bieten. Das ist durchaus mit normalen Taxis vergleichbar. Da Sog und Wellenschlag entfallen, kann das Boot auf städtischen kanalisierten Wasserstraßen schneller fahren als normalerweise. Der Widerstand werde „so effizient reduziert, dass ihre Reichweiten- und Laufzeiterwartungen sich mit Strom erfüllt werden können“, heißt es von Torqeedo.

Sea Bubbles

Auf Tour: Alain Thébault (m.) und Anders Bringdal (r.) mit Fürst Albert II von Monaco (2. v. l.)© Sea Bubbles

Erstmal 100 Millionen Dollar

Nicht nur die Techniker waren über den Winter aktiv. Thébault und Bringdal zogen durch die Weltgeschichte, um die Kleinigkeit von 100 Millionen Dollar aufzutreiben. Denn man wollte jetzt, da der technische Bereich ganz offensichtlich in guten Händen war, gar nicht erst kleckern, sondern gleich klotzen. Über die Summe, die von den beiden tatsächlich gesammelt wurde, gibt es noch nicht einmal Gerüchte. Sicher ist jedoch, dass genügend finanzielle Mittel zusammenkamen, um eine Serienproduktion des Sea Bubble in die Wege zu leiten.

Immerhin begeisterte Sea Bubble den Emir von Dubai, der schließlich sogar eine autonom steuerbare Version bestellte. Außerdem reisten Thébault und Bringdal von einer Metropole zur anderen, um dort Behörden und Investoren das zukunftsträchtige Projekt mit Serienreife vorzustellen. Dabei wurden jede Menge publicity-trächtige Zusagen gemacht. Sogar der Fürst von Monaco, der durch seine Ozean-Stiftung bekanntermaßen dem Thema Nachhaltigkeit auf dem Wasser zugetan – fuhr eine Runde mit der Sea Bubble. Was letztendlich realisiert wird, bleibt abzuwarten.

Das Fly-by-Wire-System in der Erprobung:
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Vom Taxi zum foilenden Bus

Auch auf dem Reißbrett blieb man innovativ. Neben der autonomen Sea-Bubble-Version wurde ein Sea-Bubble-Bus für bis zu 32 Passagiere promotet – sowie eine Jet-Version für zwei Personen, mit dem eine Geschwindigkeit von deutlich über 50 km/h erreicht werden kann. Zwei Merkmale haben alle Sea-Bubbles-Projekte gemeinsam: Sie schweben mit der im Wassersport derzeit boomenden Foil-Technologie verdrängungsarm über der Wasseroberfläche. Und sie werden mit E-Motoren angetrieben, leise und emissionsfrei.

Für diesen Elektroantrieb haben Thébault und Bringdal den deutschen Hersteller Torqeedo buchstäblich ins Boot geholt. Die Starnberger liefern mit ihren gängigen, 10 kW starken Cruise-Motoren ganz offensichtlich das ideale Motor-Batterie-System. Damit können zudem die für Taxis erforderlichen schnellen Ladezeiten realisiert werden. Torqeedo profitiert von reichlich Publicity, die rund um die visionären Wassertaxis entsteht. Und Sea Bubbles kann sich auf ein Motorensystem verlassen, das bereits x-fach erprobt und für exzellent befunden wurde.

Sea Bubbles

Cruise-Pod-Motoren von Torqeedo treiben Sea Bubbles an© Sea Bubbles

Wer wird wieviele kaufen?

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Sea Bubbles tatsächlich eine „weltweite Revolution und Evolution“ auslösen werden, wie es Thébault unlängst zum Besten gab. Sollte auch nur ein Bruchteil der bereits erteilten Kaufversprechen eingehalten werden, braucht man sich um die „Tropfen“ keine Sorgen machen.

Auf der Sea-Bubbles-Website kann jeder die Wassertaxis mit zwei Klicks bestellen – zum Subskriptionspreis von 140.000 Euro (zuzüglich örtlicher Mehrwertsteuer). Aber: Nur 20 Exemplare könne man zu diesem Preis anbieten, und die Aktion lief am 31. Mai aus. Drei Tage vor dem Fristende stand in der Menüleiste unter „Anzahl bereits verkaufter Sea Bubbles“ die Zahl 4. Eine Zahl, die im gesamten Kontext betrachtet ein wenig verloren wirkt.

Auf der Website des Projekts kann jeder seine Sea Bubble kaufen.

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Auf zum Helga-Cup!

Es ist soweit! Neun Monate, fünf Artikel und unzählige Facebook-likes später fährt float heute nach Hamburg an die Alster, um bei der bisher größten Frauenregatta in Deutschland live dabei zu sein. Das Berliner Heimatrevier von float ist bestens aufgestellt: Eine 20-köpfige Helga-Cup-Delegation ist ebenfalls unterwegs zum größten deutschen Frauen-Segel-Rennen ever!

Aus dem Berliner Yacht-Club (BYC) sind zwei Teams dabei. Die Goldelsen als Juniorinnen und die Gesinen, die Gesa Gruber zur Schirmherrin haben und die bald 40 Jahre das Frauensegeln im Club fördert. Für den Yachtclub Berlin-Grünau startet das Team Ostwind, und aus der Seglervereinigung 1903 Berlin sind gleich zwei Teams namens Brigitta dabei, die sich nach der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Brigitta Hiemsch benannt haben.

Als der Stein ins Rollen kam, wurde eine Lawine daraus

Die ersten Posts zum Helga-Cup von Organisator Sven Jürgensen kamen im letzten September auf Facebook. Es hagelte Zusagen, die in dieser Anzahl niemand erwartet hatte. Und es gab von allen Seiten viel Unterstützung. Im Oktober hatten bereits rund 60 Teams gemeldet. Im Lauf der folgenden  Monate wurden es immer mehr, bis im Frühjahr fast 80 Teams ihre Teilnahme angekündigt hatten. Heute, am Freitag, den 1. Juni 2018, werden sich 62 Teams – und damit rund 250 Seglerinnen – auf dem Gelände des Norddeutschen Regattavereins einfinden, um gegeneinander anzutreten.

Das Engagement für diese Frauenregatta ist außergewöhnlich groß. Sie ist der Auftakt in eine neue Zeit des Segelns, wo Frauen in den Vereinen selbstverständlich an Regatta-Trainings teilnehmen, die Boote der Segelbundesliga für sich beanspruchen werden, sich zu gemeinsamen Trainings treffen, Manöver und Strategien besprechen werden. Mit mehr Selbstbewusstsein, größerem Mut und vor allem mehr Wissen und Erfahrung. Egal, wie die Regatta für die einzelnen Teams ausgehen wird: Das bleibt.

Helga-Cup

Richtiges Timing an der Startlinie© Kerstin Zillmer

Das Netzwerk wird anschließend riesig sein

Viele Frauencrews haben in den sozialen Medien Gruppen gegründet und sich vernetzt. Bundesliga-Seglerinnen wie Silke Basedow und Luisa Krüger haben ihr Wissen anderen Frauen freigiebig zur Verfügung gestellt. Sie haben Videos im eigenen Youtube-Channel gepostet und andere Teams in ihrer Freizeit trainiert. Alles, um die Position von Frauen im Segelsport zu stärken. Und um künftig mit mehr Frauen segeln zu können – im Verein, unterwegs und in der Segelbundesliga. Allem voran, um miteinander Spaß am Segeln zu haben.

Helga-Cup

Steht das Segel richtig für den Kurs?© Kerstin Zillmer

Die Spannung steigt vorm Helga-Cup

Die Taschen sind gepackt, die Jacken und Shirts mit den Crewnamen gelabelt. Wie alle anderen haben auch die Berliner Teams so viel wie möglich trainiert – neben anspruchsvollen Berufen und Familienpflichten. Eine J70 wurde extra für das Training in den BYC gelegt.

Die Berliner Seglerinnen aus vier Vereinen haben sich zu einer Trainingsgruppe organisiert. Sie starteten im Winter in Hamburg mit dem Theorieseminar und büffelten Regatta-Regeln. Eine aus der Gruppe war sogar mit Tobias Schadewaldt in Kroatien zum Regattatraining, um die neuen Seascape-24-Boote kennenzulernen. Gemeinsam haben die Seglerinnen mit Jörg Saeger, dem Bundesligatrainer des BYC, auf dem Wannsee trainiert.

Helga-Cup

Manöver-Koordination ist alles© Kerstin Zillmer

Jedes freie Wochenende waren die Crews auf dem Wasser und haben die knackigen Up-and-Down-Kurse geübt: 10-Minuten-Kurse, schneller Start, Kreuz, Luvtonne, Gennaker hoch, Vorwind unter Gennker runter zum Leegate. Das Tempo war für viele Frauen die größte Herausforderung – neben der Manöver-Koordination und den Absprachen untereinander. Letztes Wochenende haben drei Helga-Teams zusammen mit den Junioren und den Bundesliga-Teams an einem Intensivtraining teilgenommen. „Sie haben die J70 kennengelernt, ihre Seemannschaft verbessert, können Manöver schneller und sauberer fahren, haben die kurzen Rennen im Bundesligaformat erstmals oder besser gelernt.“ sagt Jörg Saeger über ihre Entwicklung. „Das nehmen sie auch über den Cup hinaus mit.“

Helga-Cup

Trainingsgespräch mit Jörg Saeger© Kerstin Zillmer

Jetzt wollen sie es wissen

Nicht alle können auf den vorderen Plätzen sein. Aber für die meisten Teilnehmerinnen ist das nicht das vorrangige Ziel beim Helga-Cup. Sie wollen dabei sein, Spaß haben, sich kennenlernen, aber natürlich auch gegeneinander antreten. Es ist die sportliche Herausforderung, die sie nach Hamburg führt – miteinander gegeneinander.

float wünscht allen Teams beim Helga-Cup viel Erfolg und viel Spaß. It’s showtime now!

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Dreimal Invictus auf dem Lago Iseo

Es ist immer ein Vergnügen, gute Boote in schöner Umgebung, bei gutem Wetter und in angenehmer Gesellschaft zu testen. Nach dem letztjährigen Test-Event von Invictus in Porto Adriano auf Mallorca haben die italienischen Bootsbauer dieses Frühjahr zu Probefahrten mit Designchef Christian Grande ins eigene Heimatland eingeladen – an den Lago Iseo, dem Hausrevier der legendären klassischen Riva-Motorboote.

Drei neue Bootsmodelle, die Invictus seit dieser Saison im Programm hat, liegen für uns zum Testen am Steg. Angereist sind neben der Crew von float viele Juroren des Best of Boats Awards. Im November 2017 war die Invictus 370 GT als bestes Motorboot des Jahres 2017 in der Kategorie Best for Fun ausgezeichnet worden. Wir sind die Invictus 370 GT als Test gefahren und waren angetan vom schönen Layout, der qualitativ hochwertigen Verarbeitung und überzeugender Performance.

Zwei zum Sonnen, eins zum Angeln

Nun also als etwas kleinere Premieren die Invictus 280 CX und 250 CX und als kleinstes Modell die Invictus 200 HX, die wir alle in nächster Zeit ausführlich vorstellen werden. Die Buchstabenkürzel der Neuheiten stehen für den Zweck: CX zum Sonnen, HX fürs Angeln. Und alle drei sind fürs schnelle Fahren gemacht – ohne Krach, mit viel Komfort.

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Die beiden CX-Modelle sind Mittelkonsole-Boote, jeweils mit großem Sonnenpolster am Bug und einer Doppelkajüte unter Deck. Solche Overnighter (wobei faktisch kaum jemand an Bord übernachtet) werden heute häufig mit Außenbordmotoren ausgerüstet. Bei Invictus jedoch sind beide Boote mit Einzel-Innenbordern und Z-Antrieb motorisiert. Zu haben sind die Boote mit Diesel- und Benzinmotoren, die eine maximale Leistung von 350 PS (für das größere Modell) und 250 PS für die kleinere Invictus 250 CX bieten.

Rein äußerlich ist der Hauptunterschied zwischen den beiden CX neben der Rumpflänge eine separate Kabine für die Toilette bei der größeren Invictus 280 CX. Was die Fahreigenschaften betrifft, trennen die beiden CX-Boote Welten. Mehr dazu in Kürze im ausführlichen Test beider Boote.

Invictus 200 HX

Christian Grande auf der Invictus 200 HX© Kerstin Zillmer

Italienisches Design für Sportangler?

Interessanter als die CX-Sonnenboote mit Z-Antrieb ist meiner Ansicht nach die Invictus 200 HX, die erstmals zur boot Düsseldorf 2018 vorgestellt wurde. Das 20 Fuß kurze Boot ist mit einem Außenbordmotor mit 150 PS Leistung ausgestattet. Es wirkt wie die Kreuzung eines (soliden und strapazierbaren) Sportfischerboots und eines kompakten Beginner-Boots mit Invictus-typisch eleganter Gestaltung. Italienisches Design für Sportangler?

Es ist nicht leicht, ein Boot zu gestalten, das sowohl robust ist als auch den Stil eines Glamour-Boots besitzt. Aber wie ich vor ein paar Tagen am Lago Iseo gesehen habe: Es ist möglich. Und was noch wichtiger ist: Das Boot fährt wirklich gut. Die Invictus 200 HX war das Lieblingsboot der Juroren des Best of Boats Awards bei diesem Testevent.

Das zweite Design

Alle Invictus-Boote werden von Christian Grande entworfen. Der Bootsdesigner und Miteigner gibt den Booten eine spezielle, sehr italienische Design-Handschrift. Im float-Interview vor einem Jahr sagte er: „Ich wollte eine Form mit starker Identität, unverwechselbar im Stil. Ich habe mich sehr um die Linien gekümmert, damit das Licht auf eine diskrete und elegante Weise an den Kanten entlang gleitet.“

Was geschieht, wenn ein gut gestaltetes Boot wie die Invictus 370 GT von einem zweiten kreativen Geist bearbeitet wird, zeigt die Einzelanfertiung, die wir am Rande des Events kennenlernen – allerdings nicht auf dem Wasser. Die Sonderedition der Modeschöpferin Anna Fendi kommt mit einer kompletten neuen Inneneinrichtung. Die Designmotive, die Anna Fendi anderen Produkten wie Lederwaren und Reisetaschen entlehnt hat, geben dem 37-Fuß-Boot einen völlig neuen Look. Das muss man gesehen haben.

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Arved Fuchs ist wieder unterwegs

Nachdem der Extremsportler Michael Walther gerade aus Grönland zurück ist, macht sich jetzt Arved Fuchs mit seinem Haikutter „Dagmar Aaen“ auf den Weg in die spektakuläre Landschaft des Nordpolarmeers. Das neue Projekt des 65-Jährigen schließt an das 2015 begonnene Projekt Ocean Change an und soll bis voraussichtlich Oktober 2019 dauern.

Die Expedition führt in Etappen nach Grönland und weiter in die Arktis. Auf seinem alten Traditionssegler will Fuchs mit seiner Reise ein Statement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit setzen. Unterstützt wird er dabei von Wissenschaftlern und Energieexperten, die Best-Practice-Beispiele vorstellen und Perspektiven und Lösungsvorschläge aufzeigen wollen. Die Crew wird die Reise dokumentieren und will mit Forschern vor Ort sowie Ortsansässigen ins Gespräch kommen.

Ocean Change

Die Crew bricht in Hamburg auf© Arved Fuchs Expeditionen

Auf seiner Website nennt Arved Fuchs seine Expedition ein „zeitgemäßes modernes Abenteuer mit einem sehr aktuellen und visuell ansprechenden Bezug“. Die als klassische Entdeckungsreise ins Eis angelegte Tour sei getragen von jener „Abenteuerlust, Wissbegierde und Forscherfreude, die Menschen schon immer über die Ozeane getrieben hat.“ Der bekannte Polarforscher, der einst mit Renhold Messner zum Südol unterwegs war, wurde vor wenigen Tagen von der Werner Petersen-Stiftung mit einer außerordentlichen Exzellenzprofessur am Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel geehrt.

Ocean Change

Die Dagmar Aaen legt in Hamburg ab© Arved Fuchs Expeditionen

Heute morgen ist der klassische Haikutter mit der Expeditionscrew im Hamburger Sportboothafen gestartet. Nächster Stop ist Helgoland, dann führt ihre Tour über den Offshore-Windpark Butendiek vor Sylt zu den Orkneys und den Faroer Inseln und über Island bis zur Eisgrenze an der grönländischen Westküste. Und später weiter in die kanadische Arktis durch den Smith Sound, der Grönland von Kanada trennt. Im September soll es dann, so der Plan, an der kanadischen Küste entlang weiter südwärts gehen.

In der Arktis wollen sich die Wissenschaftler an Bord mit dem Thema erneuerbare Energien beschäftigen. Wie sehen die technischen Lösungsansätze vor Ort aus? Kooperieren will das Fuchs-Team dafür mit Energieunternehmen, Stiftungen und Regierungsvertretern. Ein Teil der geplanten Dokumentation ist der Vergleich von einst und jetzt anhand alter Fotos und aktueller Aufnahmen, um so Veränderungen in der Arktis zu belegen.

Die „Dagmar Aaen“ ist für das Abenteuer bestens ausgerüstet, so Arved Fuchs, und die Crew sei auf die schwierigen Wetterbedingungen und navigatorische Herausforderung im Geiste des Umweltschutzes vorbereitet.

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Day of the Bay in Berlin

Am 1. und 2. Juni wird der Berliner Wannsee zum vierten Mal zum Testbecken für alle, die aufs Wasser wollen. Nicht sieben, sondern 14 Wassersportarten können auf einen Streich am Freitag und Samstag ausprobiert werden. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben an beiden Tagen Gelegenheit auszuprobieren, welche Sportarten ihnen auf, am oder im Wasser am meisten Spaß machen – und das kostenfrei.

Day of the Bay

Alle aufs Brett© Boot & Fun Berlin

Insgesamt 29 Wassersport-Verbände und Vereine laden zum Ausprobieren ein und präsentieren ihre Sportangebote an der Klaren Lanke auf dem Gelände des Seglervereins 1903 e.V. Neben der Messe Boot & Fun Berlin, dem Senat von Berlin und dem Berliner Segler-Verband ist auch der Landessportbund Berlin in diesem Jahr Mitveranstalter. Der „Day of the Bay“ sei momentan die erfolgreichste Nachwuchsveranstaltung für den Wassersport in Deutschland, heißt es von der federführenden Boot & Fun: Es gibt bereits 450 Voranmeldungen von Schülerinnen und Schülern vor dem Start der Veranstaltung am kommenden Wochenende. Daniel Barkowski, Projektleiter der Boot & Fun Berlin über die Veranstaltung:

„Der ‚Day of the Bay‘ hat sich aus unserer Aktion ‚Trau dich aufs Wasser‘ entwickelt, mit der wir den Segelvereinen helfen wollten, Nachwuchs zu gewinnen. Inzwischen haben wir aber das Angebot an Wassersportarten deutlich erweitert.“

Day of the Bay

Projektleiter© Boot&Fun

14 auf einen Streich

Zum ersten Mal Segel setzen oder sich beim Windsurfing mal so richtig reinhängen? Beim Day of the Bay ist das möglich. Wer viel Kraft in den Armen hat, wirft danach Tore beim Wasserball. Wer es lieber ruhiger angehen lassen möchte, kann zum Stand-Up-Paddling aufs Brett steigen. Wer das schon kann, macht gleich beim SUP-Polo mit. Im Boot geht natürlich auch. Entweder mit dem Kanu oder Kajak paddeln oder im Ruderboot und kräftig über den Wannsee pullen. Wer es gerne noch sportlicher hat, macht mit beim Kanupolo. Wer ganz schnell schnell auf dem Wasser unterwegs sein möchte, übt mit dem Schlauchboot einen Parcours zu fahren.

Alle, die lieber trockene Füsse behalten möchten, können sich mit der Angel beim Castingsport beweisen und beim Fliegenfischen die Angel auswerfen. Medizinisch Interessierte erleben die Arbeit der Wasserrettung live oder dürfen selbst das Retten üben. Beim Modellbootfahren können auch Erwachsene mal wieder Kind sein.

Wer die angebotenen Wassersportarten nicht gleich selbst ausprobieren möchte, kann sie sich bei den Präsentationen an den Ständen der Vereine erklären zu lassen.

Day of the Bay

29 Vereine präsentieren sich beim Day of the Bay© Boot&Fun

Das komplette Programm mit allen Sportarten und teilnehmenden Vereinen gibt es vorab zum Herunterladen auf der eigens eingerichteten Day of the Bay-Website.

Mitmachen

Alle können mitmachen. Schulklassen und Gruppen werden um Anmeldung gebeten, damit ausreichend Testgeräte zur Verfügung stehen. Badesachen und Handtücher nicht vergessen! Hunde dürfen leider nicht mitgebracht werden.

Essen und Trinken

Besucher können sich in der Gastronomie oder am Grill auf der Terrasse stärken.

Hinkommen

Das wunderschöne Gelände des Seglervereins 1903 e.V. liegt am Wannseebadweg 40, 14129 Berlin, nahe dem Strandbad Wannsee (S-Bahnhof Wannsee).

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Leo bekommt eine neue Säge

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Plastik ersetzen!

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Pottwal vor Zingst gestrandet?

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Paddeln zwischen Eisschollen

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Abenteuer oder Wahnsinn?

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Wer kauft Bavaria?

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