Archiv der Kategorie: Windpilot

SV Gleda – sailing + living on a Wharram Cat

BBB Gleda Episode 1 from Barefoot Boat Bums on Vimeo.

Heckverzierungen – Teil #1

INSTALLATION, KOMMENTARE, SPITZFINDIGKEITEN

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Schiffe sind Ansichtssache, eine Binse. Meine Berufs bedingte Aufmerksamkeit gilt verschärft den Hinterteilen, weil ich seitlich oder vorne mein Metall Gedöns nicht verbolzen kann. So bin ich zum Don Quichotte geworden, weil ich die Spiegelmitte seit Jahrzehnten immer wieder frech für mich reklamiere, wobei ich mit List und Tücke, teils mit trockener Zunge, ehrenwerte, lebensschlaue Menschen, darunter auch Besserwisser, mit meinem Wissensstand konfrontiere, was nicht immer ohne Schmerzen endet – beim Gegenüber! Ich habe mir angewöhnt, meine Meinung unverblümt zu formulieren, weil Höflichkeit immer mal wieder Mist verstanden wird und / oder mir als veritabler Vorwurf auf die Füsse fällt. Eine Meinung macht nur Sinn, wenn man sie untermauert und ein Gegenüber sie dann zu verdauen willig und in der Lage ist – unter Besserwissern ein schwieriges Geschäft. WEITERLESEN

SV Seawind – Peter Bartel DE

RUDERBRUCH IM NORDATLANTIK

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Die Chronologie einer Atlantik Runde, die auf dem Rückweg urplötzlich eine unverhoffte Wende genommen hat: Verlust des Ruders und Bau eines Notruders der besonderen Art, das immerhin 800 sm bis zu den Azoren gesteuert hat.

Im Bandholm Forum sind folgende Berichte zu lesen:

Ich hab es wahr gemacht, bin, Einhand,von Greifswald über Kattegat, um Skagen nach Norwegen und von Kristiansand über die Nordsee nach Inverness. Dort den Kaledonian Kanal durch in die Irische See. Weiter nach Oban, Port Ellen, Dublin, Kilmore Quay, nach Crosshavn. Hier liege ich nun erst mal fest, da ich auf einigermassen Wetter für die Biskaya warten muss. Falls es jemand interessiert ich habe AIS an Bord Position kann also nachverfolgt werden. Ich grüsse alle Bandholmer aus Irland 

ein paar Tage später:

Hab Biskaya in 5 Tagen geschafft, bis Bajona. Wettervorhersage hat nur für die ersten 3 Tage ungefähr gestimmt, hatte sicher Glück, dass wenigstens die Windrichtung bei über 30Kn; in Böen mehr, gestimmt hat, aber Bandholm 27 hat sich auch bei ca. 4m Welle ( kann auch mehr gewesen sein) Prima geschlagen. Nur mal als Tipp, imDurchgang zum Vorschiff ,auf dem Fussboden, kann man bei rauer See prima schlafen, man kann sich nur nicht drehen.
Ach so – in Portugal ist tolles Wetter
Gruss an alle Bandholmer 
Peter Bartel & SY Seewind

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und am 01.06.2016 11:41

Hallo zusammen, Ich hoffe das mir jemand helfen kann. Liege zur Zeit mit meiner Seawind in Horta (Azoren) fest, da mir bei der Überfahrt von der Karibik zu den Azoren durch ein driftendes Oelfass mein Ruder abgeschlagen wurde. Das Ruderschaft wurde bei der Kollision oberhalb des Ruders abgebrochen und aus dem Skeg gehebelt, so dass es verloren ist.
Hat jemand eine Zeichnung oder sonst irgend welche Dokumentationen die mir beim Bau eines neuen Ruders helfen könnten? Bin für jede Hilfe dankbar.

Im Juni erreicht mich eine Mail von HARRY SCHANK aus Horta, samt Fotos vom Schaden, den er in seiner Werkstatt durch Neubau eines Ruders hat beheben können. Zwischenzeitlich ist Peter Bartel wieder wohlbehalten im Heimathafen Greifswald angekommen.

Vassilingalou – eine Idee entsteht

GEBURTSSTUNDE EINES CARTOONS

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Vassilingalou – Auf der Flucht

ODER HUNDELEBEN IM PARADIES

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Auf der Straße liegt ein Schein. Ein Zehner, etwas zerknittert. Angelique bückt sich flink als erste und holt ihn entschlossen aus seiner selbständigen Wanderung zurück. Auf ihrem Gesicht tanzt ein geheimnisvolles Lächeln. Sie kneift uns ein Gewinner-Auge zu. Wir sind unbeschwert, obwohl alle immer knapp bei Kasse sind. Sehr knapp. Laufen den staubigen Pfad entlang und kichern ab und zu über Sachen, die sonst sehr ernst sind. Haben eine kleine Machete dabei und etwas Trinkwasser auch. Der taube Hund von Angelique watschelt von Busch zu Busch und liest die Hundezeitung. Da er von Geburt an taub ist, hat er auch keinen richtigen Namen. Er, es ist eine Sie, heißt „Hund“. Auf Französisch. Für Angelique und Cédric ist dies die Muttersprache. Für uns – ein erstrebtes, aber nicht erreichtes Geschick. Zurück bei den Booten teilen wir die Beute – einige Kokosnüsse. Cédric ist glücklich. Er hat am Strand einen angeschwommenen Fender gefunden. Angelique greift in die Tasche und gibt uns fünf Münzen. „Euer Anteil“, meint sie mit dem verschmitzten Lächeln von vorhin.

Ab und zu essen wir zusammen zu Abend. Angelique kocht leidenschaftlich gern. Spindeldürr wie sie ist, schmeckt es ihr selbst offensichtlich nicht besser als uns, aber es gibt immer ausreichend für alle Piratenmäuler und wir loben lautstark. Mit vollen Bäuchen sitzen wir dann noch eine Weile zusammen und spielen Würfel. Cédric ist darin sehr gut. Er hat eine geheime Technik immer Sechser zu würfeln und kann einfach nicht widerstehen. Er schummelt andauernd. Wenn das bloß Gewinn bringen könnte.

Dafür finde ich immer einen Anlass, mir einen weiteren Rumpunsch zu mixen und werde gesprächiger. Nur Inga ist perfekt. Meine Augen umarmen sie innig.

Mit Angelique und Cédric sind wir befreundet. Sie sind jung und bringen eine seltene Bereitschaft an den Tag, das Leben nicht zu ernst zu nehmen. Vor allen Dingen sich selbst nicht. Die Zeit mit ihnen ist leicht wie die Zitronenfalter über den Eifler Sommerwiesen.

„Bringt mich nach Panama!“ Und nach kurzer Pause: „Ich bezahle euch,…gut!“, sagt Ritchie leise, als wir ihn auf der Uferstraße treffen. Seine Augen hinter der Brille sind winzig und eilen wie dunkle Fischchen in einem runden Aquarium, ständig auf der Suche nach dem Ausgang. Das Angebot hat er bereits Monate zuvor Cédric und Angelique gemacht, aber sie haben gezögert, so wiege ich meine Antwort vorsichtig ab. Was wissen wir über ihn? Darf er wissen, dass wir wissen?
„Ihr segelt doch nach Panama, oder?“ Das erbärmliche Hündchen auf seinem Arm, die schwere goldene Kette, die gefärbten Locken an den Schläfen, alles wartet gespannt auf die Antwort. „Was meinst du mit ‚gut‘, Ritchie?“, weiche ich ungeschickt aus. „Gutes Geld für nichts, das meine ich. Wie klingen zehntausend, mh? Ihr segelt doch sowieso dahin!“ „Unser Boot ist zu klein, Ritchie“, versucht Inga einen ehrlichen Rückzug.

„Wir überlegen es uns und sagen dir Bescheid“, schließe ich mit einer durchsichtigen Lüge ab und wir verabschieden uns hastig.

Zwei Tage, nachdem wir Angelique und Cédric über Ritchies Angebot an uns erzählt haben, sind zwischen den dreien alle Einzelheiten schon abgesprochen und ein gemeinsamer Abreisetermin gesetzt. In einer Woche. Am Dienstag soll es sein. Gleich nachdem er bei der Polizei seine Unterschrift gelassen hat. Dann wird bis Freitag keiner nach ihm fragen und danach kommt ein langes Wochenende, wegen der Regatta am Montag. In der Zeit werden sie schon auf Guadeloupe sein und bald aus dem Wasser, um das Schiff auf Vordermann zu bringen. Und ehe man sich versehen hat, sind sie schon in der Dominikanischen Republik. Danach ist es nur noch ein Kinderspiel, sagen sie.

Wir staunen.

Cédric und ich basteln bis zum letzten Augenblick an ihrem Lebekahn rum, damit sie überhaupt auslaufen können. Alles klappt und wird die Reise durchhalten. Sie fahren los, und der Ankerplatz ist öde und leer.

Was wir wussten…:
Ein weißer Mann geht mit seinem Hündchen Gassi. Das Hündchen scheint nur ihm sympathisch zu sein, jedenfalls ist es bissig, nervös und schlecht erzogen. Es versucht seine Zähnchen an einem dunklen einheimischen Bein. Das Bein schnellt zurück, das Hündchen quiekt enttäuscht und trippelt mit eingezogenem Schwänzchen nach Hause. Der weiße Mann wartet auf die Dämmerung und geht die Gassi-Strecke nochmals zurück. Jetzt ist er allein. In seiner Tasche, um seine Faust geschmiegt, ein Schlagring. Der Eigner des gebissenen Beines wacht eine Woche später im Krankenhaus auf. Er muss durch einen Strohhalm ernährt werden. Der weiße Hündchen-Mann wird dafür büßen müssen. In Ketten, wie die Vorfahren des gebissenen und geschlagenen Mannes, wird er nicht gelegt, aber im Bau wird er unter den dunkelhäutigen Halunken auch auf andere Weise das Bereuen erlernen müssen. Während noch Untersuchungen laufen, darf er seinen Fifi spazieren führen und nachdenken. Er denkt nach und verkauft alles, was er besessen hat: Wohnung, Boot, Auto, Seele.

Jetzt reist er erste Klasse nach Panama. Unsere Freunde sind wegen seinem Geld auf der Flucht.

Curacao, 26.09.2015

SV Maughidhoo III – Björn Wedel DE

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Windpilot Steering Maughidhoo 3 from Hugo on Vimeo.

Hallo Herr Foerthmann,
Vielleicht haben Sie ja Freude an diesem Video.
Das System funktioniert wirklich gut, es macht richtig Spaß damit zu segeln.

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Ich habe die Leinenführung für Fernsteuerung und Ausklinken der Kette vom Cockpit noch etwas optimiert. Mit freundlichem Gruss
B.Wedel

Hans-Peter Deichgräber 20.06.1939 – 24.08.2016

NACHRUF AUF EINEN UNGEWÖHNLICHEN MANN MIT CHARISMA

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Mein erstes Treffen mit Karin und Peter Deichgräber fand im Jahre 1973 statt. Ich lag mit meiner Yawl LILOFEE am Masten Kran in Wedel und war beim Aufriggen – allein. Damit hatte ich die neugierige Aufmerksamkeit von Peter geweckt, der mich sogleich fragte, ob ich denn auf seiner FISHER Yacht, diese Arbeit wohl auch erledigen könnte. Er sei knapp an Zeit und müsse zudem nach England fahren, daher gleich die Frage, ob ich mich ggf. auch um den Verkauf seines Schiffes kümmern könnte. Ob ernst gemeint oder nicht, als Peter zwei Wochen später wieder nach Hamburg zurückkehrte, war der Job getan und das Schiff, aufgeriggt, geputzt und blitzblank, verkauft, das Geld lag auf dem Tisch … und ich hatte das Angebot für einen Job als Freelancer, der Stunden weise mit 25 DM abgerechnet wurde. Für mich ein toller Start bei voller Freiheit ins Lebensabenteuer, für eine Arbeit, die ich nicht als schwer empfand, weil sie meiner Vorstellung von Arbeit in idealer Weise entsprach. Fast wie ein Callboy, der für seine Arbeit sogar Geld erhielt.

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Karin + Peter Deichgräber hatten kurz zuvor die deutsche Werftvertretung für FAIRWAYS MARINE übernommen, deren charaktervolle FISHER Yachten bis heute in fast jedem Hafen zu sehen sind. Auch die Vertretung von CORNISH CRABBER wurde wenig später übernommen und ich sollte – und wollte – die praktische rechte Hand der Werftvertretung werden. Ein Bingo mit Echo sah ähnlich aus. Meine Arbeit bei war mein erster solider Job, ein idealer Einstieg zur Selbstständigkeit. Für etliche Jahre haben wir die Marken FISHER, CORNISH CRABBER, sowie TAYLORS Kocher und Heizungen vertreten und betreut, haben gemeinsam Bootsausstellungen mit unseren Schiffen bevölkert und einander bestens verstanden, weil gegenseitiger Respekt unsere gemeinsame Basis gewesen ist. Das förmliche „Sie“ haben wir uns jahrzehntelang erhalten, wenn gleich wir uns da bereits wie die Westentasche kannten.

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Unvergessen unsere gemeinsamen Touren in Richtung Süden, um auf der Bootsmesse in Friedrichshafen unsere Flotten Kontingente feil zu bieten.

Unvergessen auch unsere Zeiten auf dem Ponyhof von Ailingen, wo ich auf die harte Tour Skat spielen habe lernen müssen, können und dürfen… und mein Lehrgeld bezahlen sowieso. Unsere Skatrunde wurde ergänzt durch
PETER SCHMIDT, seinerzeit mit der SIRIUS 26 im Handgepäck unterwegs, jederzeit aller bestens gelaunt, weil er dort seine Schiffe stets zweistellig verkaufen konnte.
DETLEF LANGE und DIRK LAMPE, beide für die Marke BUHK engagiert, zudem begnadete Skatspieler, denen ich meinen Obolus zu entrichten hatte.

Unvergessen meine atemlosen Touren mit 60 tapferen PS meines altersschwachen Wehrmachts Opel Blitz Oldies, der mit 3 Schiffen mehr als genug beladen, die Fuhre nur im 1.Gang die Kasseler Berge hinauf geastet ist. Zum Glück ging´s ich mit leerer Fuhre wieder heim, weil wir in Friedrichshafen restlos leergekauft worden sind.

Unsere gemeinsamen Messen haben mir Ehrfurcht in´s Gesicht gezaubert, jedenfalls zumindest wenn ich Peter angesehen habe, stets korrekt mit Einsteck Tuch und tadellosem Outfit English style, leicht gequält – distinguiert – also säuerlichem Gesicht, zu viele unwillkommene Besucher Horden über die Schiffe im Galopp erduldend… die, unter Mitnahme teurer Prospekte, zudemmanchmal Hinterlassung unschöner Spuren, die Schiffe verlassen haben. Unser gemeinsames Negativ Highlight: Ein Besucher hatte die versiegelte Bordtoilette gewaltsam entjungfert und uns sein dickes Ding darin hinterlassen.

Wir haben auch das überstanden.

Die schönen Zeiten nahmen eine Wende, sie gingen für mich zu Ende, als ich im Jahre 1976 meine Yawl gegen die „Schlosserei“ Windpilot eintauschte, und Anfang der 80ger Jahre dann auch für Karin + Peter Deichgräber, die sich Richtung Immobilien Branche absetzten. Ich habe das damals voll verstanden, denn ich habe die Sorgen und Nöte eines Yachtimporteurs, der seinen Schiffs Fuhrpark zur Messe stets aus der eigenen Tasche zu bezahlen hatte, dem die Werft mit stetigem Druck auf Abnahme weiterer Yachten auf den Fersen gesessen, aus der ersten Reihe miterleben dürfen. Nur zur Erinnerung: wir haben damals an unsere Banken jeden KKK Kredit zum Kauf von Yachten, im Bereich von 7 – 10% vergolden dürfen, es war eine Hatz, bei der manch Gewinn für die Katz, weil er am Ende kaum noch auszumachen gewesen ist. Ein Nervenkrieg mit Ansage und manchmal unendlicher Länge, weil unverkaufte Schiffe verdientes Geld von hinten aufgefressen haben. Ein Spiessrutenlauf der besonderen Art.

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Unvergessen, wie wir uns dann etwas später im Leben, nun ganz ohne jeden Business Plan, näher haben kennen lernen dürfen. Mein Eindruck von Peter´s in Stein gehauenem solidem Geschäftsgebaren hat meine früheren Gefühle bestätigt: Peter ist seiner Zeit für mich der Meilenstein seriösen Geschäftsverhaltens gewesen: ungemein zuverlässig, mit sparsamen Worten agierend, stets überpünktlich jede Rechnung bezahlend. Schon damals eine überaus seltene Pflanze.

Unvergessen die Abende in Arnis auf dem Achterdeck der überdachten Lust Yacht, auf alten Campingstühlen, durch die ich – trotz aller Befürchtungen – dennoch niemals durchgefallen bin. Peter war ein begnadeter Minimalist, der seine Segelschuhe und seinem Klappfahrrad einen lebenslangen Dauertest zu unterziehen plante.

Karin und Peter Deichgräbern haben in meinem Herzen einen besonderen Platz im Leben eingenommen, ihre Verbindung war für mich vorbildhaft für eine lebenslange Partnerschaft zweier Menschen, die durch dick und dünn zusammen gehalten haben.

Nach 46 Jahren wurde diese Harmonie jäh unterbrochen, Peter ist nach schwerer Krankheit am 24.August 2016 verstorben.

Wann immer ich an Peter denke, sind es die witzigen, teils skurrilen, humorvollen Bilder in meinem Kopf, die ihre Farbe für immer behalten werden.

In Erinnerung aufgeschrieben im September 2016
Peter Foerthmann

SV Perla – Bartek Czarcińsk PL

NONSTOP SINGLE HAND ROUND THE WORLD – NEWS FROM THE SOUTH ATLANTIC

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Dear Peter,
First of all sorry for my English, but I try to write some information’s. I writing to You from South Atlantic after 8300 nautic miles. All of this distance I don’t touch the tiller <img src=“ class=“wp-smiley“ style=“height: 1em; max-height: 1em;“ /> Ofcourse I need to do some tack, but in all condition what we have, Pacific do the job. About conditions. I don’t have very strong wind yet. Most of all time we sail in 20-25 knots, from all direction. We have some winds 45 knots, going up to wind, and some winds between 35-40 going from stern. Yours Pacific in all this distance don’t have any uncontrolled tack on his account. It is one of the best from my crew member in my life <img src=“ class=“wp-smiley“ style=“height: 1em; max-height: 1em;“ /> Only one thing what I do day by day is control all screw, and look for any lose. I do the notes about the constructions, and when I finish, I send I to You everything from my trip, about Pacific. Thanks for this smart product, and one more time thanks for your support.
Kind regards,
Bartek on SV Perla 13.09.16 1215 UTC 33 45,5’S 008 35,5’W
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Vassilingalou – tiefe Landung

BEACH SPEKTAKEL

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Wenn die großen Maschinen aus Europa über den Strand zur Landung ansetzen, hat man das Gefühl, man könnte sie berühren. In wenigen Sekunden ist das ganze Sichtfeld völlig vom Flugzeugbauch besetzt. Noch so viele Physik-Stunden können dem Verstand nicht klarmachen, wie ein solches Blech-Ungetüm fliegen kann. Ein kribbelndes Gefühl. Zweifellsohne. Das, und das Starten, das Spüren der Vibrationen, der enorme Druck der Düsen, der hochgewirbelte Sand. Einmalig. Dazu viel Bier, Rum und was sonst das Herz begehrt. Der Rausch kann gut vorberechnet werden, denn der Flugplan ist groß an der Bar ausgelegt.

Strahlende Sonne und türkisfarbenes Wasser. Jeder möchte diese Erinnerung von der Insel mitnehmen. Möglichst mit sich selbst im Vordergrund, versteht sich. Es wird Regie geführt, Berechnungen der Winkel, Belichtung. Der Selbstdarstellung sind hier keine Grenzen gesetzt. Als die „Air Caraïbe“-Maschine um zwei Uhr ihren Blast gegen den Strand richtet, fliegen einer jungen Familie gleichzeitig die Kamera und das Kind auf und davon. Beide Eltern stürzen sich panisch hinter der Kamera ins schäumende Wasser. Aktion…und Cut!

Wir sind bei ihm an Bord zu Abend eingeladen. Er ist noch keine sechzig und trägt einen grauen Pferdeschwanz. Provokativ sind seine Fragen. Seine Meinung kommt ungefragt und duldet keinen Kommentar. Sie sitzt bequem in allen Themen. Zumindest allen, die wir im Laufe des Abends ansprechen. Dabei sprechen Inga und ich wenig. Vielmehr hören wir einiges über richtige Entscheidungen, bestes Businesstiming, Röntgenblick und Bauchgefühl. Spannend, denn es sind alles Sachen, die bei uns mehr oder weniger zu kurz gekommen sind.

Es gibt etwas zu knabbern und karibischen Rum mit Limetten und braunem Zucker. „Ti Punch“ heißt das Ganze, was einen kleinen Punsch bedeutet. Klein oder nicht, oft wiederholt zeigt er Wirkung. Pete, unser Gastgeber, wird langsam weicher, freundlicher und schließlich holt er die Gitarre raus. Wir sind sehr angenehm überrascht und warten gespannt auf die ersten Töne, die auch auf sich warten lassen. Als Pete, geraume Zeit und zwei Punsche später, den ersten Akkord spielt, wissen wir, dass er sich alles selbst beigebracht habe. Dabei handele es sich mehr oder weniger um einen Geniestreich der Natur, denn das Instrument und er seien für einander geschaffen. Er möge keine ausgetrampelten Pfade, also seien die Töne, die wir hören werden, einmalig, heißt es. Die Melodie unnachahmlich zusammengesetzt. Sie unterliege nicht den bekannten musikalischen Gesetzen. Nicht, dass er sie kenne, aber da wo man etwas erwarten würde, habe er was ganz anderes gemacht. Ein Wunderkind müsse man hinter dieser Handlung unmissverständlich erkennen.

Obwohl wir am Anfang der Lektion das Ganze als einen Witz vernommen haben, wird Inga und mir mit jedem nächsten Satz immer klarer, dass er es ernst meint. Umso neugieriger und gespannter werden wir, auf das, was wir hören werden. Das Instrument wird penibel genau gestimmt. Der Stimmvorgang erläutert. Es geht los!
Petes Stimme ist rau, aber stark und sicher. Wir hören sie kaum. Was wir hören ist der mörderische zwei-viertel Takt seiner einzigartigen, sagen wir mal, Rockballade, erbarmungslos geschmettert auf seiner Gitarre. Als er fertig ist, erklärt er uns einiges, was unbedingt zu beachten sei und schrammelt souverän das Gleiche erneut von Anfang bis zu Ende.

Ich spreche einen Dank für uns beide aus, mit dem vorsichtigen Vorschlag, dass er bitte ein kleines Bisschen leiser spielen solle, sodass wir seine Stimme besser hören könnten, in der Erwartung, dass er uns noch etwas anderes vorspielen würde.
Es hat uns also doch gefallen, hier bitte: das Autoportrait eines Musikgenies kommt ein drittes und…, gleich ein viertes mal in unveränderter Form.
Klar, Perfektion heißt, nichts entfernen oder hinzufügen können.
Cut!

Martinique, 09.09.2016

Jeremy Rogers Ltd – Lymington Yacht Have

WINDPILOT + CONTESSA – 100 SCHIFFE AUSGERÜSTET

Vassilingalou – Die Frage

CURACAO

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Meine Gedanken schießen zurück in die Zeit unseres ersten Sommersemesters an
der Theaterakademie. Wir proben verschwitzt und lautstark ums Leben. Die offenen Fenster laden noch mehr Hitze zur Party ein, die ganze Straße hallt zum millionsten Mal ein und dasselbe Musikstück zurück, bis jede unserer Bewegungen sitzt, bis die Trance eingesetzt hat. Plötzlich fliegt die schwere Tür unseres Proberaums auf und eine ältere, dürre Frau erscheint im dunklen Rahmen. Jemand knipst die Musik aus. Ihre Stimme schneidet die Luft mit der Entschlossenheit zerreißenden Stoffes: „Wer braucht euch?!“ Es scheint, sie erwartet eine Antwort auf deren Suche wir ein Leben lang sein werden. „Wer braucht euch?!“, meißelt sie nochmals. „Wer braucht euch?!“, ein letztes Mal für Schwerhörige. Ich wette, keiner von uns eintausend und sechs Kandidaten für die begehrten achtzehn Studienplätze hat sich genau diese Frage gestellt. Auch keiner von uns achtzehn harmlosen Auserwählten der Musen. Dreißig Jahre ist es her.

Die Straße schlängelt sich durch haushohe Kakteen, Staub und huschende Leguane. Ab und zu ein Beschwerde-lauter Papageienschwarm, sonst jahrzehnte alte Hitze. Die geliehene rote Kiste stottert von Loch zu Loch und bringt unsere klebrigen Körper Kurve um Kurve zum Meer.

Da ist es. Endlos, eingefroren in seinem Tintenblau, mit den Wutkrönchen drauf. Esbreitet gleichgültig seine Schönheit vor unseren gierigen Augen aus. Ein paar Löcher mehr, ein zerfallener Kreisel, die fensterlosen Leiber großer Häuser, Zeugen eines längst gestorbenen Traumes von zahlungswilligen Touristen. Ein ganzes Dorf samt Kirche, Strandbuden, Kasino und Pissoire, Bassin und Cocktail-Terassen stirbt still und unbedeutend vor sich hin. Nur die trockenen Dornen-Büsche mit ihren traumhaften feurigen Blüten aller roten Farben wollen diesem paradiesischen Friedhof eine letzte Ehre erweisen.

Eine kühle Brise verirrt sich ab und zu zwischen den Graffiti-beschmierten Kolonnen des ehemaligen Restaurants – unsere Herberge, bis die Sonne nachlässt. Wir essen „Arme Ritter“, trinken Joghurt und spielen namenlose Spiele mit der jüngsten von uns. Die anderthalbjährige Malou. Durch sie machen wir wieder Bekanntschaft mit jeder Kachel und jedem Kiesel. Durch sie finden wir wieder unsere Begeisterung für Dinge, die wir längst im Schrank der Selbstverständlichkeit eingeräumt hatten.

Ein paar Meter von uns, im Schatten von Regen vergessener Sträucher, liegen zerstreut etwa zwei dutzend Soldaten. Man erkennt es nur am Militärfahrzeug, das in der Nähe parkt. Sonst ist ihre helle Haut ganz wie die unsere und ihr Spaß am Seewasser mindestens so groß wie meiner. Als die Sonnenkraft etwas nachlässt, ziehen die Soldaten ihre athletischen Körper an und beißen unter voller Montur und in Formation die Straßensteigung an. Vor Jahrzehnten war ich auch unter ihnen, so schwitze ich teilnahmsvoll mit, bis sie hinter der Kurve verschwinden.
Bald vergessen wir sie, denn der Strand gehört jetzt Malou. Im nassen Sand bleiben tausend winzige Fußspuren zurück und wir müssen mit den Wellen wetteifern, sie in Erinnerung zu behalten. Spielen. Das natürlichste auf der Welt. Bald sind wir nur noch Kinder im Paradies. Verschnauft und Sand verklebt, glücklich und unbekümmert. Dankbar über die Güte des Lebens.

Malou, die gerade große Sandklöße ins Wasser schmeißt, zuckt am ganzen Körper bei den ersten Schüssen. Weitere folgen und vermehren sich bedrohlich in den leeren Korridoren der verlassenen Hotels über unseren Köpfen. Schreie und kurze Kommandos, dann wieder Schüsse. Maschinengewehre bellen im hässlichen Unisono, bis unsere Kleine, den Sand und das Meer ganz vergessend, weinend auf den Arm will. Zimmer um Zimmer erkämpfen sich die Geschosse, blühende Büsche und Leguane müssen den Rückzug antreten.

Wir packen. Duschen das Salz von der Haut und die Bitterkeit im Hals mit dem letzten Schluck Süßwasser runter. Unsere rote Blechkiste bringt uns langsam, ein Loch nach dem anderen, zurück zum Boot. Mein Kopf brummt. Zu viel Sonne vielleicht. Oder die sich aufzwingende Vorstellung, wie eine der Türen im Hotel mit Krach auffliegt und das wütende, rote Gesicht der dürren Frau den Soldaten die gleiche Frage ins Gesicht schmettert: „Wer braucht euch?!“

24.09.2015, Curacao

Jayme Santo Souza – Brasilien Insider

INFORMATIONEN AUS ERSTER HAND

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Fragen an JAYME SANTOS SOUZA, 61, pensionierter Professor der Chirurgie, Sohn des berühmten brasilianischen Weltumseglers ALFREDO SOUZA, erfahrener Blauwassersegler und Eigner einiger in Deutschland gebauter Yachten, nach jahrzehntelangem Segeln in brasilianischen Gewässern nun seit einigen Jahren mit wachsender Begeisterung in europäischen Gewässern unterwegs, die er bald fast wie seine Westentasche kennt.WEITERLESEN