Kategorie: Stegfunk

Ein Boot kaufen in Holland, Teil 1: Welches Boot passt zu mir? Powered by 4Beaufort

Stegfunk.de erstellt diese Serie zusammen mit Jelle Eveleens. Jelle ist seit seiner Geburt auf dem Wasser unterwegs und seit vielen Jahren als Yachtmakler bei 4Beaufort Jachtmakelaars tätig. Als vereidigter EMCI-Makler kennt er alle Ecken und Kanten des Geschäfts mit Booten und Yachten. Durch die Zusammenarbeit und Jelle´s Sachversand profitiert Stegfunk.de finanziell und die Leser inhaltlich von der Zusammenarbeit mit 4Beaufort. Wir legen größten Wert darauf, dass die gebotenen Informationen dennoch korrekt und unabhängig sind.

Ein echter „Bootjes Man“: Jelle Eveleens von 4Beaufort und unser Partner in dieser Serie

Die Fragen aus der Überschrift stellen sich natürlich auch, wenn man das Boot nicht in den Niederlanden kauft. Das Angebot ist aber besonders in den Niederlanden so groß, dass nur wer sich zuvor genau klar gemacht hat, was ganz oben auf der Wunschliste steht, letztlich auch das passende Boot findet. Dabei sollte man sich nicht zu sehr auf ein einzelnes Modell oder eine Marke festlegen, denn schließlich könnte das perfekte Boot dadurch nicht gefunden werden und das wäre ja schade.

Die Auswahl an Booten ist riesig. Besonders in den Niederlanden

Wie finde ich das perfekte Boot?

Die Überlegung startet immer mit der Frage: Was möchte ich damit machen? Fahrtensegeln mit der Familie, oder Regatten mit den Kumpels? Wasserwandern durch Frankreich, oder Wasserskilaufen auf einem See oder Fluss? Dabei muss man sich nicht auf eine Sache festlegen, wer aber einen Schwerpunkt findet, der wird es leichter haben, sein neues Boot dazu passend auszusuchen. Denn natürlich kann man mit einem Regattaboot auch mit der Familie Urlaub machen, nur fehlt es dann an Komfort. Natürlich kann man mit einem sportlichen Gleiter auch mal gemütlich wasserwandern, nur macht das eben auf einem Stahlverdränger mehr Spaß. Die Frage nach den eigenen Vorlieben steht also am Anfang einer langen und zufriedenen Eignerschaft. Jelle sieht es so: „Viele Menschen wissen oft noch gar nicht, was sie eigentlich genau suchen, wenn sie zu uns kommen. Wir hören dann erstmal zu und stellen Fragen. Und wenn dem Kunden und uns klar ist was er sucht, finden wir das passende Boot. Das verkauft sich dann von selbst. Aufschwatzen von Booten die unbedingt weg müssen ist nicht so unser Ding“.

Wie gehe ich mit meinem Budget für den Bootskauf um?

Mal angenommen, man ist in der glücklichen Lage 100.000 Euro zur Verfügung zu haben. Sollte man die dann komplett für das Boot ausgeben? Eher nicht. Bei jedem Boot, egal wie gut gewartet oder wie genau überprüft, gehen früher oder später Dinge kaputt. Das ist völlig normal. „Budget ist mitunter ein etwas kniffeliges Thema. Viele Menschen kommen von der Charteryacht, die hat allen Komfort, Duschen, Bug- und Heckschraube“, berichtet Jelle aus der Praxis. „Wenn sie dann sehen, dass das alles nicht ins eigene Budget passt, heisst es für uns nach Lösungen suchen. Zum Beispiel auf einem etwas günstigeren Schiff Sachen nachrüsten. Das geht ja“.

Gut, wenn für solche Anpassungen nach dem Kauf an sich noch Budget übrig ist. Neue Segel, ein neues Verdeck, neue Polster, neue Elektronik. Die Liste der möglichen Optionen ist sehr lang. Als Faustregel sollte man etwa 20-25 Prozent des Budgets in der Hinterhand halten. Das macht das Fahren mit dem Schiff entspannter. Auch der Kauf an sich kostet etwas Geld. Ein Gutachter, eventuell ein Anwalt, Auskranen, die Überführung, das alles zusammen kann schnell einige Tausend Euro ausmachen. Wenn nun allerdings das eine perfekte Schiff kommt, an dem einfach alles passt, und das aber das Budget vollends auffrisst, na dann muss es das vielleicht einfach sein. Vernunft hin oder her.

Kaufe ich besser ein neues oder ein gebrauchtes Schiff?

Es gibt gute Gründe für beide Varianten. Wir versuchen mal eine Auflistung der Gründe für Neu oder Gebraucht.

Neue Schiffe lassen sich oftmals genau auf die Wünsche des Eigners anpassen. Das gilt im Besonderen für Stahlmotoryachten, wie sie zum Beispiel bei unserem Partner 4Beaufort von der Marke Aquanaut angeboten werden. Einteilung, Holzsorten, Oberflächen, Polster, Farben: Alles ist wählbar, kann im Vorfeld vom Eigner ausgewählt werden. So bekommt man genau das Schiff der eigenen Träume. Bei Schiffen aus GFK sind die Auswahlmöglichkeiten begrenzter, das Teile der Inneneinrichtung strukturelle Aufgaben übernehmen und deswegen an der ein- oder anderen Stelle sein müssen. Zudem sind neue Schiffe auch mit neuen Komponenten ausgestattet, sodass in den ersten Jahren nach dem Kauf nicht mit teuren Reparaturen gerechnet werden muss.

Das kann bei gebrauchten Schiffen durchaus der Fall sein. Dafür sind sie in der Regel günstiger als neue Exemplare und damit bekommt man für das gleiche Budget mehr Schiff. Zudem liegt das Objekt der Begierde vor einem am Steg, also aufsteigen und losfahren. Lange Bauphasen, derzeit ein bis drei Jahre je nach Modell und Werft , entfallen. Nötigenfalls ein Refit, sofern nötig, und schon nach einigen Wochen kann es losgehen. Eine Sache gibt Jelle noch zu bedenken: „Weil es wegen der Finanzkrise, während der wenig gebaut wurde, nur wenige junge Gebrauchte gibt, ist der Schritt zum Neubau derzeit eher klein. Denn wenn ein gutes Gebrauchtschiff auf den Markt kommt, ist es oftmals recht teuer, weil die Nachfrage so gut ist“.

Praktisch: Werft direkt neben dem Verkaufshafen. Neu oder Gebraucht? Beides geht!

Worauf gilt es sonst noch zu achten, wenn man ein Boot auswählt?

Polster, Vorhänge, Farbe, Motorisierung, Segel: Alles kann an die eigenen Wünsche angepasst werden. Was aber bleibt, solange es das Boot gibt, sind dessen Abmessungen. Das fängt bei der Außenlänge an: Passt es in die angestammte Box, oder muss ein neuer Liegeplatz her? Passt es auf einen Trailer, wenn das wichtig ist? Liegt das angepeilte Revier hinter einer festen Brücke und darf daher die Durchfahrtshöhe einen bestimmten Wert nicht überschreiten? Aber mindestens genauso wichtig sind die inneren Werte. Passt die Stehhöhe zur eigenen Körpergröße? Wie sieht es mit den Kojenlängen aus (unbedingt zusammen Probeliegen!)? Ein Schiff, auf dem man nicht gut schläft, verleidet jeden Urlaub. Stimmt die Ergonomie am Steuerstand und im Cockpit? Das alles lässt sich am besten bei einer Probefahrt ermitteln. Besonders bei Motoryachten treibt viele Menscheneine Frage um: Offenes Cockpit und alles auf einer Ebene oder eine Achterkajüte mit zusätzlichen Schlafplätzen und guter Aussicht auf dem Achterdeck? „Das findet man am besten bei einer Probefahrt heraus. Was auch hilft ist ein Gespräch mit Eignern des einen oder anderen Konzeptes. Da helfen wir auch gerne mit Kontakten. Das hilft oftmals auch bei der Entscheidungsfindung“, bietet Jelle an.

Der analytische Ansatz zur Bootsauswahl

Ganz klar: Wer eher bereit ist, Kompromisse einzugehen, für den wird die Auswahl größer. Dennoch ist es sinnvoll, Ausschlusskriterien zu definieren. Was darf ein Boot auf keinen Fall haben? Beispiele: Zu viel Tiefgang/Durchfahrtshöhe, einen Mahagonieausbau, ein freistehendes Ruder, einen Saildrive (alles nur Beispiele!). Was muss es unbedingt haben: 1,90 Meter Stehhöhe, eine Isolierung, eine Einbaumaschine (wieder nur Beispiele). Dann kommen die Punkte, die man gerne hätte. Das alles sollte man einmal aufschreiben und auch mit dem oder der Partner(in) besprechen, vielleicht auch noch mit einem neutralen Dritten. Das schafft eine Menge Klarheit beim Auswahlprozess. Schließlich kommt das Budget und schon grenzt sich die Auswahl auf eine überschaubare Zahl an Schiffen am Markt ein. Die muss man nur noch finden und besichtigen. Wie das geht, steht in der nächsten Folge der Serie: Ein Boot kaufen in Holland powered by 4Beaufort.

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Bilderrätsel KW 8 – Wo ist es?

Ja, das war Sloten. Natürlich. Und viele wussten auch, dass dort ein Pranger steht. Sehr gut. Nur eines hat die Redaktion etwas verwundert: All die Fotos von Ehefrauen in ebendiesem Pranger. Was ist da los? Sie fahren mit euch Boot. Dafür darf man durchaus dankbar sein. Frühstück in die Koje, Heizung an, Shoppingtour in Leeuwarden, so in der Art. Aber an den Pranger? Wir sind empört. Und haben es natürlich vor Ort seinerzeit genauso gemacht ;-))

Und schon geht es weiter mit dem munteren Raten. In dieser Woche kommt schon wieder ein Bild eines Lesers. Vielen Dank dafür. Haben Sie auch ein passendes Bild? Dann gerne her damit. Ebenso wie die Lösung zum Bilderrätsel, können auch mögliche Bilder an [email protected] gesendet werden. Danke. Und jetzt viel Spaß beim Raten!

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BSH Startet umfangreichen Vorhersagedienst – auch für NL

Zugegeben: Die Mitarbeiter von BSH und DWD, die die Website erstellt haben, mussten eine Menge an Daten irgendwie verfügbar machen. Da ist sagen wir mal technisch einigermaßen gut gelungen, auch wenn die Ladezeiten sehr lang sind. Also freuen wir uns über die Daten und ärgern uns nicht über die Bedienung, denn die ist sehr unübersichtlich.

Interessant für Holland-Wassersportler sind die Strömungen. Die sind zwar bezogen auf HW Helgoland, aber das lässt sich umrechnen (Harlingen 2:47h vor Helgoland, also gerundet 3h vor Helgoland). Zudem sind sind sie recht grob aufgelöst, also nicht an Fahrwasser gebunden dargestellt, wie im HP 33. Dennoch: Für einen Eindruck wie sich die Strömung auf dem Weg auf die Inseln verhält reicht es. Ein ganz nettes Tool ist der Schieber für den Gezeitenverlauf. Er ist unter dem Menüpunkt „Werkzeuge“ zu finden. Hier lässt sich die Strömung im Verlauf anschauen. Leider wird nicht klar, um welches Alter der Gezeit es sich bei den Angaben handelt. Da die Daten auch für die gesamte Nordsee und den Englischen Kanal angeboten werden, ist es ein praktisches Tool zur Törnplanung.

Wer bei den Angaben nicht genau weiß, was er vor sich hat, der klickt auf den Menüpunkt „Legende“ und bekommt eine Information angezeigt. Ebenso praktisch sind der Regenradar oder die Satellitenbilder. So kann man sehen, wann zum Beispiel eine Wolkenlücke folgt oder wann es beginnt oder aufhört zu regnen. Das bieten andere Plattformen wie Windy.com auch, die basieren aber meist auf anderen Grunddaten. Der DWD hat eigene Daten. So ist ein Vergleich gut möglich.

Die meisten Informationen sind, besser aufbereitet, auch auf waterinfo.rws.nl gezeigt. Nur die Strömungen gibt es in NL eben nur im HP 33. Wer mit der groben Auflösung leben kann, der hat jetzt eine Alternative dazu. Vielleicht erreicht das BSH ja auch eines Tages der neue Trend, Websites hinsichtlich des Nutzerverhaltens zu optimieren. Bis dahin klicken wir uns so durch…

 

 

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Leser und ihre Häfen: Passantenhafen Heegerwal

Stegfunk.de-Leser Sven schickte uns diesen Beitrag:

Zugegeben, in diesen Hafen kommen nicht allzuviele Segler rein. Mit 2 Meter Tiefgang ist es gerade noch so möglich im vorderen Bereich einen Platz zu finden, aber in den weiter hinten liegenden Boxen hingen auch wir hier schon im Schlick. Für Motorboote oder Segeler mit weniger Tiefgang ist der Hafen aber überall klasse. Auch sehr kleine oder sogar offene Boote kommen hier gut an: Im hinteren Teil des Hafens gibt es einen offenen, überdachten Unterstand. Hier kann man kochen, abhängen und Sachen trocknen. Der Hafenmeister ist sehr freundlich und hilfsbereit, die Sanitäranlagen relativ neu und komfortabel, Hinter dem Büro des Havenmeesters gibt es sogar einen kleinen Strand und eine Wasserrutsche.

Die Zufahrt ist einfach, es gibt Takelstege im Vorbecken. Rechts: Strand mit Liegewiese

Wenn man gemütlich durch die Kanäle von Lemmer nach Stavoren oder Workum will (oder eben umgekehrt) ist es ein schönes Etappenziel mit einem sehr netten Örtchen und guten Restaurants. Da gibt es natürlich zunächst de Ald Wal von dessen Terrasse sich das Treiben auf dem Wasser bestens beobachten lässt. Etwas weiter hinten aber auch durchaus gut und mit Terrasse am Wasser liegt Café de Watersport. Unvergessen aber mit eigenem Anleger und daher eher nicht für einen Besuch aus dem Passantenhafen geeignet ist auch de Vishal. Die haben guten Fisch aber irgendwie scheinbar keine Website. Egal.

Der Hafen ist vom Heeger Meer aus erreichbar. Das Fahrwasser zur Einfahrt ist betonnt. Es ist ein reiner Passantenhaven, reservieren geht nicht, voll ist voll. Man wählt einfach eine freie Box in der Größe die zum eigenen Boot passt. Was allerdings geht: Nach Absprache kann direkt neben dem Liegeplatz ein Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil platziert werden. Die Website des Hafens findet man hier.

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KNRM holt Surfer von Fahrwassertonne

Die Tonne Middelgat 7 brachte Rettung. Auf ihr wartete der Surfer auf die Retter. Die fuhren mit ihrem Schiff Jan van Engelburg mit großer Eile zum Ort des Verunglückten. Dem war es sehr kalt. Er wurde gleich an Bord in Decken gepackt und konnte sich bei einer heißen Dusche in der Rettungsstation wieder aufwärmen.

Von dieser Tonne wurde der Kiter gerettet

Eine Einheit der Wasserschutzpolizei konnte die Ausrüstung des Kiters finden und brachte diese zur Station in Hansweert. So ging das Ganze für den Surfer gut aus. In dem Fall war der Verunglückte leicht zu finden, er musste nur sagen, auf welcher Tonne er sitzt. Oftmals ist der genaue Ort eines Unglücks aber für die Retter unklar. Hierbei hilft die KNRM Helpt-App. Mit ihr lässt sich Hilfe holen. Dabei übermittelt die App die genaue Position, sodass die Retter keine wertvolle Zeit  mit suchen vergeuden. Die App findet man bei den anderen Apps.

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Regeln rund ums BPR inklusive PDF Download

Der Kauf des berühmten Almanaks 1 ist also nicht erforderlich, die digitale Version reicht aus, um den Regeln zu entsprechen. Dazu muss aber ein Anzeigegerät schnell verfügbar sein. Ein Laptop, der erst gestartet werden muss, reicht nicht. Das PDF kann also am besten auf Handy oder Tablet gespeichert werden. So ist es im Fall der Fälle schnell verfügbar. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Nutzer der Niederländischen Sprache womöglich nicht mächtig ist, also gar nicht versteht, was denn da drin steht. Hauptsache, es ist an Bord. Zum Download des PDFs gelangt man hier, die Papierversion als Buch kann man unter anderem hier bestellen.

Wo gilt das BPR eigentlich?

Interessanterweise fast überall in den Niederlanden innerhalb der Küstenlinie. Die Niederländer halten es einfach. Es gilt meistens das BPR oder es gelten die KVR auf dem Wasser außerhalb der Küstenlinie. Eine Übergangsregelung wie die Deutsche Seeschifffahrtsstrassenordnung gibt es nicht. Das BPR gilt entlang der Außenseite der Inseln, in den Seegatten dazwischen, entlang der Küstenlinie, zwischen den Molenköpfen der Häfen in Ijmuiden, Scheveningen und Rotterdam und entlang der Dämme in Zeeland. Nur auf der Westerschelde, dem Kanaal naar Terneuzen, der Emsmündung, dem Waal/Rijn, Lek und Pannerdensch Kanaal sowie auf der sogenannten Grensmaas, also da, wo die Maas die Grenze zu Belgien ausmacht, gelten abweichende Regeln. Das BPR gilt also auch auf auf IJssel- und Markermeer sowie auf der Waddenzee. Eine ganz gute Übersicht findet man hier.

Was passiert, wenn man sich nicht an das BPR hält?

Die Niederländer haben recht saftige Bußgelder bei Übertretungen. Die Kontrollen sind flächendeckend. Gar keinen Spaß versteht man bei fehlendem Totmannschalter samt Leine zum Steuermann auf schnellfahrenden Motorbooten und bei Übertretungen der Geschwindigkeitsregeln. Auch das Thema Alkohol auf dem Wasser wird kontrolliert. Es gelten die gleichen Regeln wie in Deutschland beim Autofahren: Ab 0,5 Promille gibt es ein Bußgeld, ab 0,3 Promille eine Teilschuld bei Unfällen.

 

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Bilderrätsel KW 7 – Wo ist es?

OK, OK, OK. Ich gebe mich geschlagen. Urk war zu leicht. Ich hatte das Gefühl, jeder Stegfunk.de-Leser hat auf Facebook gepostet oder eine Mail geschrieben. Toll. Vielen Dank dafür. Das freut uns wirklich sehr. Nur eine kleine Anmerkung: Angesichts der Historie Urks als Insel, heißt es immer noch „auf“ Urk, wie auf Texel. Klingt seltsam für ein Stück Land, war aber eben mal eine Insel. Übrigens: Der Kibbeling-Tipp von Stegfunk.de-Leser Pierre: Den besten gibts irgendwo im Industriegebiet. Danke dafür. Guten Hunger.

Das hat so viel Spaß gemacht, all die Mails zu beantworten, ich glaube, wir legen noch einen drauf. Wer erkennt das von Wassersportlern am häufigsten fotografierte Dorf der Niederlande? Für die echten Cracks: Was steht rechts unterhalb der Brücke? Tipp: Die Antwort ist nicht „Windmühle“! Wer es weiß schreibt eine Mail an [email protected] Viel Spaß beim raten. Sie haben noch ein Foto, das unbedingt ins Bilderrätsel gehört? Dann gerne her damit. Am besten per Mail. Vielen Dank.

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Kann und sollte man in die Niederlande reisen?

Die rechtliche Seite bei Reisen in die Niederlande

Ganz deutlich: Nicht notwendige Reisen, so die Niederländer, sollen unterbleiben. Was notwendig ist, ist zwar umrissen, aber nicht bis ins Letzte geklärt. Mithin bleibt Spielraum für eigenes Ermessen. Die Quarantäne ist keine Pflicht, sondern eine mehr als dringende Aufforderung. Mehr nicht. Wer sich nicht daran hält, bekommt kein Bußgeld. Die Quarantäneregeln besagen, dass man keinen Besuch empfangen darf und sich eben absondern soll von anderen Menschen. Das geht auch an Bord. Allerdings fällt die Reise im eigenen PKW von und zum Boot eher nicht unter die Regeln der Quarantäne, auch wenn man alleine im Auto sitzt.

Bei der Einreise nach zum Beispiel NRW gilt: Wer mehr als 24 Stunden in den Niederlanden war, muss in Quarantäne oder einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Es ist also möglich, für 24 Stunden legal in die Niederlande zu reisen, ohne ein Bußgeld zu riskieren und ohne in NRW in Quarantäne zu müssen. So der Stand am 12. Februar 2021, der sich natürlich jederzeit ändern kann. Damit könnten Arbeiten im Winterlager durchaus vorgenommen werden, wenn das Wetter in den nächsten Wochen besser wird.

Sollte man derzeit in die Niederlande reisen?

Premier Rutte sagt: Reisen Sie nicht, wenn es nicht absolut notwendig ist. Das ist auf den ersten Blick klar, auf den zweiten Blick aber lässt es Raum für Interpretationen. Bei einsetzendem Tauwetter das im Wasser liegende Schiff auf Frostschäden kontrollieren, um ein eventuelles Sinken mit daraus resultierenden Umweltschäden zu vermeiden? Das werden viele Menschen als notwendig ansehen. Das in der Halle sorgsam eingewinterte Schiff besuchen, um jetzt schon mal das ein oder andere in Vorbereitung auf die Saison durchzuführen? Eher nicht. Stegfunk.de versucht im Folgenden, die Argumente für die eine oder andere Position aufzuführen, ohne dabei Partei für eine Seite ergreifen zu wollen. Die Entscheidung, was notwendig ist und was nicht, obliegt letztlich jedem selbst.

Was spricht gegen eine Reise in die Niederlande?

  • „Reisen Sie nicht, wenn es nicht absolut notwendig ist“. Das ist deutlich. Ein Boot ist nicht absolut notwendig, es ist ein Spaßobjekt
  • Notwendige Winterarbeiten kann man auch an externe Servicebetriebe vergeben, auch wenn das Geld kostet. Eigentum verpflichtet
  • Jede Reise bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit für Kontakte. Und für Unfälle, die dann wiederum zu Kontakten führen und das ohnehin angeschlagene Gesundheitssystem weiter belasten
  • Je konsequenter die Regeln heute eingehalten werden, desto schneller werden Lockerungen möglich. Im Hinblick auf die nahende Saison ist das wichtig. In den Niederlanden erfolgen zwei Drittel der Ansteckungen durch veränderte Viren, in Deutschland weiß man das nicht. Das RKI schätzt aber 6-7 Prozent aller Ansteckungen erfolgen durch diese Varianten. Die Zahl der Ansteckungen sinkt ebenso, wie in Deutschland. In den Niederlanden ist die Inzidenz noch etwa doppelt so hoch, wie in Deutschland. Reisen sind also ein Risiko für Deutschland
  • Die Stegfunk.de -Redaktion wohnt im Grenzgebiet zu den Niederlanden. Bei jedem Auto auf dem Supermarktparkplatz mit gelbem Kennzeichen fragt man sich unterbewusst ganz automatisch: „Muss das jetzt sein, dass der hier ist?“ Genau so geht es den Niederländern wohl auch. Macht eine Reise in die Niederlande die guten Beziehungen kaputt, die über die letzten Jahrzehnte mühsam aufgebaut wurden?

Was spricht für eine Reise in die Niederlande?

  • Seit dem 11. Februar entspricht Deutschland nicht mehr den Regeln für ein „oranje Reisgebied“, wie sie vom RIVM (RKI-Institut der Niederlande) definiert wurden (u.a. Inzidenz <100 für mindestens 14 Tage). Geändert in „geel Reisgebied“ wurde Deutschland jedoch nicht. Warum auch immer. Reisen in ein gelbes Reisegebiet sind  möglich. Die Presseabteilung des RIVM hat auf mehrfache Anfragen von Stegfunk.de zum Sachverhalt nicht reagiert
  • Servicebetriebe sind nicht immer zu bekommen und arbeiten nicht immer zuverlässig. Die Haltung der Niederländer zu Booten ist mitunter etwas nonchalant. Besser, man sieht selbst einmal nach
  • Auch in den Niederlanden wird weiterhin nicht konsequent im Homeoffice gearbeitet, die Anzahl derer, die das nicht tut, obwohl es möglich wäre, steigt sogar laut RIVM. Auch wird in Handwerk und Industrie weiter gearbeitet. Wenn es darum geht, die Krankenhäuser zu entlasten, müsste auch weniger in unfallträchtigen Gewerken gearbeitet werden. Das ist nicht der Fall. Eine Autofahrt ist im Verhältnis also nicht besnders gefährlich, das Risiko für Krankenhäuser steigt dadurch kaum. Sollten beim Aufenthalt in den Niederlanden Corona-Symptome auftreten, bleibt genügend Zeit, sich nach Deutschland und dort in Behandlung zu begeben. Auch dadurch werden die Krankenhäuser in Holland nicht unnötig belastet
  • Vorher tanken, Kaffee und Lunchpaket einpacken und auch vor Ort keine Kontakte oder wenn Gespräche mit großem Abstand und Maske. So lassen sich Reisen ohne Zusatzrisiko gestalten
  • Jeder Einzelne kann durch sein Verhalten dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet. Keine Kontakte, mit wem auch immer, während eines Aufenthaltes am Boot bedeutet auch: Keine weitere Verbreitung des Virus. Weder in Deutschland noch in den Niederlanden
  • Spricht man mit Menschen, denen man im Umgang mit Booten typischerweise begegnet, Hafenmeister, Makler, Servicemonteure, Segelmacher, dann freuen die sich alle über Besuche aus Deutschland. Logisch, denn sie leben ja von uns Wassersportlern ganz gut. Eine abweisende Haltung ist also bei der relevanten Zielgruppe nicht zu erkennen. Und allen anderen geht man ohnehin aus dem Weg. Wo ist also das Probelm?

Soweit die Argumente, soweit mir bekannt. Ich freue mich über weitere Aspekte, die ich gerne hier hinzufüge. Wie ein Jeder die Lage einschätzt, wie die Situation am eigenen Schiff ist oder ob eine Reise nun notwendig ist, kann und wird die Stegfunk.de-Redaktion nicht beurteilen. Die Entscheidung: Fahren oder Bleiben kann ihnen niemand abnehmen. Eine öffentliche Diskussion darüber ist meist nicht zielführend. Daher wird die Komemnatrfunktion deaktiviert.

 

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Bilderrätsel KW 6 – Wo ist es?

Na klar, letzte Woche waren wir in Akkrum. Die Meineslootbrug war letztes Jahr mitten in der Saison einige Tage deffekt. Da entsteht ein bißchen Durcheinander: Der Umweg über Terherne ist zwar überschaubar und am Cameleon-Eiland entlag sogar hübsch, ein Umweg ist es dennoch. Akkrum ist wirklich nett. Tipp: In Tuske de Marren, dem Hafen, gibt es ein kleines Bistro. Dort kann man vorzüglich frühstücken. Ein perfekt-entspannter Start in einen Tag auf dem Wasser.

Und auch in dieser Woche sind wir wieder in den Niederlanden unterwegs. Wo befindet sich diese Skulptur? Wer es weiß, schreibt an [email protected] Sie haben noch Bilder, die sich als Bilderrätsel eignen? Dann gerne her damit! Auch das Bild in dieser Woche stammt von einem Leser. Danke dafür! Und jetzt viel Spaß beim Raten!

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Eiszeit in Holland: Der Überblick (Video)

Volendam und Monnickendam wurden stark durch Frost und Sturm getroffen. Starker Ostwind drückte massiv Wasser in die Gouwzee, die Pegel stiegen, teils rutschten Leinen von den Dalben und Boote auf die Stege. Hinzu kam gefrierende Spray. Die wurde durch den starken Ostwind auf die Boote getragen und gefror dort. Durch das Gewicht des Eises sind sogar einige Boote gesunken. Die Häfen informieren Eigner aktiv, wenn es Schäden an den Schiffen gibt. Ein Video über die Schäden gibt es hier.

Eislast durch gefrierende Spray im Hafen Monnickedam

Zwischen Volendam und Edam ist durch den hohen Wasserstand ein Campingplatz vollgelaufen. 20 Standcaravans stehen unter Wasser, beziehungsweise Eis. Bevor es nicht taut, ist keine Hilfe möglich. Die Schäden seien nicht unerheblich, so der Inhaber des Campingplatzes Wil Ouwehand.

Die Provincie Fryslan hat ein Fahrverboot für alle Gewässer außerhalb der großen Schifffahrtskanäle erlassen. Die sind für Freizeitschiffahrt jedoch auch gesperrt. Damit will man die sich bildende Eisdecke schützen, sodass baldmöglichst Schlittschuhlaufen möglich ist. Bevor das Eis nicht freigegeben ist, wird allerdings vor dem Betreten gewarnt.

Auf dem Watt ist eine Eisbetonnung ausgelegt. Sie ist beständiger gegen des Eis. Ohnehin fahren nur noch die großen Fähren zu den Inseln. Die Schnelldienste sind eingestellt. Die schnellen Schiffe seien nicht für den Einsatz im Eis geeignet, so die rederij Doeksen.

Die Elfstedentocht, also das berühmte Schlittschuhrennen durch die ganze Provinz Friesland, wird offiziell nicht stattfinden, auch nicht für Profis. Sobald das Eis jedoch freigegeben wird, ist völlig klar, dass die halbe Provinz auf Kufen unterwegs ist.

Der Wasserstand des Rheins hat bei Lobith an der Deutschen Grenze mit 14,53 Metern über NAP seinen Höchststand erreicht. Für die nächsten Tage rechnet man mit sinkenden Wasserständen, so meldet Rijkswaterstaat auf der website waterinfo.rws.nl.

An den folgenden Tagen wird schönes Winterwetter vorhergesagt: Sonnig, bei östlichen Winden. Nachts friert es kräftig bei bis zu -10°C. Ab Sonntag ist dann Tauwetter gemeldet, die Temperaturen steigen. Ab Montag sind die Temperaturen durchgängig positiv. Wer sein Boot im Wasser liegen hat und sich nicht sicher ist, ob Seeventile und Schläuche korrekt frostsicher gemacht wurden, sollte während des Tauwetters an Bord nach dem Rechten sehen (lassen). Denn das ist der Moment, in dem sich Schäden durch Frost offenbaren und auch zum Sinken des Schiffes führen können.

 

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In Memoriam Jaap Kuiper

Mit großer Trauer hat das Stegfunk.de-Team diese Woche vom Tod von Herrn Jaap Kuiper erfahren. Herr Kuiper war einer der Begründer des Wachstums des Familienunternehmens Kuiper Insurances, bei dem ein sehr großer Teil der Wassersportbranche seine Versicherungen und andere Finanzdienstleistungen einkauft. Viele tausend Wassersportler sind über das Unternehmen versichert. Er war ein Ehrenbürger von Heerenveen und Terherne. Mit seinem Ableben verlieren wir einen der großen Namen, der für das Wachstum und die Entwickung der Wassersportindustrie im Besonderen in Friesland und im Ausland gesorgt hat.

Herr Kuiper wurde von den Mitgliedern des Stegfunk.de-Teams bei den vielen Treffen auf Bootsmessen in den Niederlanden und im Ausland stets mit ‚Sie‘ angesprochen. Ein wohlverdienter Respekt und eher unüblich im Wassersport. Nicht, dass er danach gefragt hätte, er war ein zu umgängicher ‚Menschenfreund‘, der sich mehr um das Innenleben anderer Menschen kümmerte als um Formalitäten. An dem großen, zentralen Tisch im Stand der Kuiper Versicherungen war jeder zu einem guten Gespräch bei Kaffee willkommen. Dort wurden viele geschäftliche Vereinbarungen getroffen, auch zwischen Geschäftskontakten. Berühmt wurden die Branchengetränke zum Abschluss, als sich niederländische Aussteller und Besucher um Jaap Kuiper versammelten, um über den Tag zu sprechen. Diese Tradition und andere gute Gewohnheiten wurden von seinem Sohn Jacco fortgesetzt, der das Familienunternehmen 2014 übernahm und weiter ausbaute.

Jaap Kuiper war ein geselliger, kontaktfreudiger und sehr engagierter Mensch, der Bekannten mit Rat und Tat zur Seite stand, wenn er gefragt wurde. Viele Menschen wussten, wie sie ihn finden konnten und so auch das Team hinter Stegfunk.de. Über Kuiper Versicherungen heißt es zu Recht: „Feels like family“.

Stegfunk.de wünscht den Hinterbliebenen Kraft in dieser schweren Zeit. Auf der Website von Kuiper Insurances können Sie die Nachricht über sein Ableben lesen.

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Recht Kolumne: Wenn die Werft Insolvenz anmeldet

Frits Hommersom ist seit 20 Jahren als Rechtsanwalt spezialisiert auf alle Themen rund um die Freizeitschifffahrt. Denn leider geht auch beim liebsten Hobby nicht immer alles reibungslos vonstatten. In seiner Kolumne bearbeitet er für Stegfunk.de heute das Thema Insolvenz von Werften auf.

Wichtig: Für den Inhalt ist Frits Hommersom verantwortlich. Meinungen und Auslegungen müssen nicht zwangsläufig den Ansichten von Stegfunk.de entsprechen. Diese Kolumne erstellt Frits Hommersom für Stegfunk.de kostenlos im Austausch für die Sichtbarkeit auf der Seite. Hier ist sein Text, der sich auf Niederländisches Recht und dortige Kaufverträge bezieht:

Insolvenzen und die Freizeitschifffahrt

Beide Konzepte stehen sich diametral gegenüber, doch leider macht die Insolvenz eines professionellen Wassersportunternehmers dem Wassersportler allzu oft das Vergnügen am Boot unmöglich.

Als (angehender) Bootseigner werden Sie möglicherweise auf unangenehme Weise mit der Insolvenz des Wassersportunternehmens konfrontiert, mit dem Sie eine Geschäftsbeziehung haben.

Die weitreichendsten finanziellen Folgen können auftreten, wenn eine Werft ein Boot im Bau hat und während dieser Zeit Insolvenz anmeldet. Die Folge davon ist, dass alle Vermögenswerte des Bootsbauers in die Insolvenzmasse fallen und vom Insolvenzverwalter zur Befriedigung der Gläubiger verwendet werden können. In der Praxis sind Sie als Kunde ein sogenannter „ungesicherter Gläubiger“, was in der Regel bedeutet, dass Sie sich in der Warteschlange hinten anstellen müssen. Die „bevorrechtigten“ Gläubiger, wie z.B. das Finanzamt, Renten- und Krankenkassen und Wirtschaftsverbände, stehen in 99 von 100 Fällen an erster Stelle. Und dann verlieren Sie Ihre Anzahlungen.

Der Warenbestand, darunter z.B. im Bau befindliche Schiffe, fällt in der Regel in die Insolvenzmasse. Wenn Sie nicht beweisen können, dass ein Rumpf Ihr Eigentum ist, legt der Insolvenzverwalter seine Hand darauf und Sie stehen mit leeren Händen da.

Wie kann ich dieses Risiko aus Insolvenz begrenzen?

Die Antwort: Eintragung in das Schiffsregister und Lieferung „constitutum possesorium“

In einem Fall vor einigen Jahren wurde ein von der Werft gebautes Schiff einen Tag nach dem Insolvenzantrag der Werft an den Kunden ausgeliefert. Der Insolvenzverwalter forderte daraufhin die Rückgabe des Schiffes.

Er argumentierte, dass trotz der Tatsache, dass das Schiff vor dem Konkursdatum beim Katasteramt registriert war, das Eigentum noch nicht von der Werft auf den Auftraggeber übertragen worden war. Der Konkursverwalter argumentierte, dass die Werft, da das Schiff erst einen Tag nach dem Konkurs an den Käufer übergeben wurde, zum Zeitpunkt der Übergabe nicht verfügungsberechtigt war und daher das Schiff nicht rechtmäßig ausliefern konnte.

Im Moment des Insolvenzantrags verliert eine Partei die Verfügungsgewalt über ihr gesamtes Vermögen und diese Verfügungsgewalt wird vom Insolvenzverwalter übernommen und die insolvente Partei kann daher keine Verträge mehr abschließen oder über ihr Vermögen verfügen. Der Auftraggeber war jedoch der Meinung, dass das Schiff, wenn es registriert war, auch rechtlich sein Eigentum war. Das Bezirksgericht folgte dem Treuhänder in seiner Argumentation, dass die bloße Registrierung des Schiffes nicht bedeutet, dass das Eigentum rechtlich auf den Käufer/Auftraggeber übertragen wird, sondern dass ein vorheriger konkreter Rechtsakt zwischen beiden Parteien erforderlich ist. Diese Rechtshandlung müsse die tatsächliche Übergabe des Rumpfes durch die Werft an den Kunden vor dem Insolvenzantrag sein, so der Richter. Dies musste der Kunde beweisen, was ihm glücklicherweise auch gelang.

Wie schütze ich mich als Käufer gegen eine Insolvenz der Werft?

Angenommen, Sie möchten, dass das Schiff in das Schiffsregister eingetragen wird. So bald wie möglich nach dem Bau des Schiffskörpers oder z.B. der Kiellegung, auf jeden Fall aber in dem Moment, in dem das Schiff für die Registrierung in Frage kommt, müssen Sie mit der Werft schriftlich vereinbaren, dass sie den Schiffskörper und alle dazugehörigen Güter an Sie liefert, sog. „constitutum possessorium“, mit der gleichzeitigen Erklärung, dass die Werft die Güter nicht mehr für sich, sondern für Sie, den Kunden, hält. Anschließend lassen Sie das Schiff im Schiffsregister eintragen. Die bloße Eintragung des Schiffes im Kataster ist zwar ein Indiz für Dritte, dass Sie der Eigentümer des Schiffes sind, ist aber kein Rechtsakt an sich und überträgt daher nicht automatisch das Eigentum am Rumpf auf Sie!

Wenn Sie Ihr Schiff nicht registrieren lassen wollen, ist es wichtig, dass Sie im Voraus mit der Werft vereinbaren, dass alle Güter, die die Werft für das Schiff erwirbt, für Sie erworben werden und dass durch die Lieferung/ Erklärung des „constitutum possesorium“ festgestellt wird. Will sagen, dass die Werft, auch wenn diese Güter auf dem Boden der Werft liegen, die Güter für Sie lagert und dass diese daher Ihr Eigentum sind.

Wenn es sich um einen Rumpf oder auf jeden Fall um ein mehr oder weniger identifizierbares Objekt handelt, sollte die Werft ausdrücklich darauf hinweisen, dass es nur für den Kunden gelagert wird. Ein zusätzlicher rechtlicher Effekt ist, dass alle nachträglich hinzugefügten Gegenstände durch den Einbau Teil des Schiffskörpers werden und damit automatisch in Ihr Eigentum übergehen.

Insofern ist es wichtig, dass alle losen Gegenstände, die von der Werft gekauft werden, eindeutig beschrieben und in der vorgenannten Weise an Sie übergeben werden, damit ein Insolvenzverwalter oder z.B. das Finanzamt nicht auf diese Gegenstände zugreifen kann.

Dadurch wird verhindert, dass zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages alles, wofür Sie bezahlt haben, in die Insolvenzmasse fällt und somit sowohl die Gegenstände als auch Ihr Geld verloren sind. Hätte mein Mandant in dem o.g. Verfahren nicht nachweisen können, dass zwischen ihm und dem Werfteigentümer vor dem Zeitpunkt der Insolvenz mündlich vereinbart wurde, dass das Eigentum an dem Kasko auf den Mandanten in der o.g. Weise übertragen wurde, hätte er ca. € 150.000,00 verloren.

Was gilt bei Insolvenz des Winterlagerbetreibers?

Im Wesentlichen geht es also darum, dass im Falle eines möglichen Konkurses die Güter, die unter dem Konkurs stehen, sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich Ihr Eigentum sind und dass Sie dies auch beweisen können.

Das bedeutet, dass Sie sich im Falle eines Konkurses einer Werft, die auch Winterlager betreibt, nicht allzu viele Sorgen machen müssen, wenn ihr Schiff dort eingelagert ist. In der Regel wird es für Sie einfach sein, nachzuweisen, dass das Schiff Ihr Eigentum ist und der Treuhänder das Schiff deshalb an Sie herausgeben muss.

Anmerkung der Redaktion: Eine Absicherung der Anzahlung mittels Bankbürgschaft ist auch möglich. Allerdings muss die Werft diese Bürgschaft oftmals zu einem Teil mit der Kontokorrentlinie absichern. Das kostet einerseits Geld und nimmt der Werft einen Teil der Liquidität. Sicher, wenn gleich mehrere Schiffe bestellt wurden, kann das ein Problem werden. Denn dann muss einerseits Material beschafft und vorfinanziert werden und andererseits die Anzahlungen abgesichert werden. Es droht die groteske Situation, dass die Liquidität knapp wird, eben weil es viele Aufträge gibt. Die oben beschriebene Methode ist ein Weg, der für beide Seiten vorteilhaft ist. Die Werft behält ihre Liquidität, der Käufer sichert seine Anzahlungen ab. Das hilft beiden Seiten.

 

 

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