Corona Update
So.,14. Feb. 2021, Franz.Polynesien/Huahine/Fare, Tag 2449, 21.334 sm von HH
Das wievielte Up-Date ist das? Nützt nix – müssen wir durch!
Seit ein paar Tagen sind die Grenzen wieder zu. Französisch Polynesien erlaubt die Einreise nur noch aus familiären Gründen und in Notfall- Situationen. Sofort geisterte eine Liste der geschlossenen Hotels durchs Internet. Einige Hotels verkündeten eine Schließung bis Ende März, andere gleich bis einschließlich April. Es wird also ruhig werden auf den sowieso schon ruhigen Inseln. Touristen, die noch im Land sind, dürfen ihren Urlaub noch zu Ende führen. Glück gehabt. Meinen heimlich ins Auge gefassten Wunsch im Mai mit einem Jahr Verspätung nach Deutschland fliegen zu können, kann ich beerdigen.
So ganz freiwillig macht Französisch Polynesien das nicht, so scheint es. Aber der Druck aus Frankreich ist groß. Die Sorge um die Mutation des Virus der Treiber. Der ‚Directeur‘ der Interconti-Hotel Gruppe Tahiti äußert seine Sorge so: „Wir erleben den März 2020 noch einmal. Aber damals standen wir auf zwei Beinen, heute sind wir bereits auf den Knien.“
Nachdem im November die Inzidenz-Zahl bei ca. 2000 lag (auf die Bevölkerung von Tahiti hochgerechnet), ist sie in der Zwischenzeit auf ungefähr 60 gesunken. Das freut das ‚Haut-Commissariat‘, wurde doch vor Ort der Warnwert auf 250 festgelegt. Direkt werden die Regeln gelockert: die Ausgangssperre am Wochenende auf 22:00 Uhr verkürzt, um die Gastronomie zu stärken. Sporthallen und Fitness-Center dürfen mit Hygiene-Konzept wieder öffnen.
Von Anfang an hatte man in Französisch Polynesien auf Herdenimmunität gesetzt. Ein Epidemiologe und Berater vom Präsidenten Fritch hatte für Dezember den höchsten Infektionswert vorhergesagt (fast korrekt). Und für März 2021, dass Französisch Polynesien dann mit der Epidemie ‚durch sei‘ (hoffentlich behält er da ebenfalls Recht).
Es scheint, dass man vor Ort auf einem guten Weg ist. Wie kann das sein? Wenn man ehrlich ist, hat sich in Papeete kaum jemand um die Regeln gekümmert. Und auf den Außeninseln sowieso nicht. Ja, im Supermarkt werden Masken getragen und die Ausgangssperre wird auch eingehalten, dort wo die Polizei hinkommt. Aber sonst wird dem ganzen keine Aufmerksamkeit geschenkt. Es wird gefeiert, zusammen gegrillt und gearbeitet wie immer.
Gestorben sind bislang 135 Menschen. Das klingt nach einer super kleinen Zahl. Gemessen an der Einwohnerzahl bringt das Französisch Polynesien im Augenblick auf Platz 62. Deutschland liegt auf Platz 43. Nur neunzehn Plätze Unterschied. Würde man nur die Einwohnerzahl von Tahiti zu Grunde legen, würden Deutschland und Französisch Polynesien in etwa gleichauf liegen in der Sterbestatistik. Wieder ein ‚wie kann das sein‘? Das eine Land belegt die Bevölkerung mit einem Lockdown, das andere Land ‚lässt laufen‘.
Eine Erklärung wäre, dass die Bevölkerung vor Ort natürlich viel jünger im Durchschnitt ist (22% über 65 Jahre zu 8%). Außerdem findet 90 Prozent der wachen Zeit im Freien satt oder bei geöffneten Fenstern. Es ist warm und sonnig – viel Vitamin D Versorgung. Dagegen befindet sich die junge Bevölkerung in Französisch Polynesien in einem schlechten Gesundheits-Zustand. Die Jungen sind dick. Zu viel Pommes und Weißbrot fordern ihren Tribut. Die Menschen sind behaftet mit allen Vorerkrankungen, die großes Übergewicht so mit sich bringt. Es scheint, egal, was man unternimmt, das Ergebnis ist das Gleiche.
Die aktuelle Impf-Quote vor Ort beträgt 1,25% – bei zweimal Geimpften grade 0,3%. Da wir an Europa hängen, geht es hier natürlich genauso schleppend voran wie in der Heimat. Die versprochene Impfstoff-Lieferung ist im Februar kleiner als angekündigt ausgefallen. Das kann also noch dauern bis wir an der Reihe sind. Mit Glück rutscht Achim im November an seinem Geburtstag von der letzten Impf-Gruppe eine Gruppe nach oben. ![]()
Wir warten also, was können wir auch sonst tun? Aufgrund der hitzigen Diskussionen, um Vorrechte für Geimpfte glauben wir kaum noch daran, dass wir ohne Impfung weiter reisen können. Neuseeland hat verkündet, dass die Grenzen das ganze Jahr 2021 geschlossen bleiben. Wir sind am überlegen, ob wir es noch einmal mit einer Sondergenehmigung versuchen. Sollten sie uns rein lassen, ist allerdings unklar, was machen wir ‚danach‘. Wird Neuseeland uns rauswerfen nach Ablauf der normalen Visums-Frist? Sonder-Visa wollen die Kiwis zur Zeit nicht recht rausrücken. Die Segler vor Ort stehen gerade vor argen Problemen und hoffen auf Verlängerung. Es heißt sogar, dass Segler aus Neuseeland nach Französisch Polynesien zurück kehren wollen oder müssen. Ein harter Ritt von drei Wochen auf 40 Grad südlicher Breite. Verrückte Welt.
Der Corona-Wahnsinn behält uns also weiter im Griff. Kein Abend an dem wir nicht diskutieren, wie es weiter geht. Planlos und ratlos drehen sich die Gedanken im Kreis.
Täglich neue Fälle in Französisch Polynesien – Grafik stammt von ‚Worldometers‘
13













Ein Buchtitel, der im Kopf neugieriger Segler ein Bild sublimiert, das, einem Tsunami nicht unähnlich, den Leser bereits von der ersten Seite, unvermittelt mit einer Flutwelle kompakter Informationen überrollt, fast Atemlosigkeit hinterlässt. KISS ist Seglers Sehnsucht und ständiger Lebensbegleiter weil er mit Einfachheit, weniger Probleme beim Segeln verbindet, dies zumindest hofft. Dieses Buch ist erfrischend anders als andere, teils seitenstarke Bücher von Autoren, die durch bloße Wahl des Titels, eigene Referenz zu erreichen suchen, indem sie den Begriff Blauwasser verwenden, einem Terminus immerhin, dessen Verwendung im deutschen Sprachraum hier und dort stille Ehrfurcht zu erzeugen in der Lage ist, vermutlich um daraus Distanz und Lufthoheit zu generieren? 








Moin Peter, Eigentlich wollte ich mich schon lange bei dir melden.
Nachdem ich am ersten Tag noch eine Befestigung für die Kette an die Notpinne gebaut hatte, konnten wir nach wenigen Minuten problemlos mit dem Windpilot segeln. Dieser hat dann auch ohne Probleme die folgenden 2 Wochen durchwegs gesteuert.
Danach hatten wir immer mehr Seegras auf der Wasseroberfläche welche sich am Ruder des Windpiloten verfangen hatte. Dies führte dazu, dass einmal in der Nacht das Pendelruder sich gelöst hatte, was wir aber ohne grosse schwierigkeiten wieder lösen konnten.
Danach mussten wir teilweise sehr regelmässig die Seegrasbüschel vom Ruder entfernen da sonst die Steuerperformance stark gelitten hat. Nach 2-3 Tagen hat dann Glücklicherweise die Seegrasplage wieder nachgelassen.
Ach wie toll sieht das aus! Der Skipper mit stolzgeschwellter Brust, am Steuer seiner Traumyacht, coole Sonnenbrille im Gesicht, Designer-Shirt, die gewellten Haare flattern im leichten Wind, hält er Schiff und Besatzung souverän auf Kurs. Herrlich.
Der ist etwas flatterhaft, weil er sich vom Wind beeinflussen lässt. Ansonsten allerdings ist er grundsätzlich ein sturer Kerl. leistungsbereit, stets und immer guter Laune, verfügt zudem über Kraft und Ausdauer. Und, er hält das Schiff bei fast jedem Wetter stur auf Kurs, folgt Drehungen des Windes wieselflink und regiert bereits, während ich noch sprachlos bin.
Ja auch er ein echter Marinero. Im Unterschied zum Hamburger lässt er sich nicht so leicht vom Wind beeinflussen, gehorcht einer inneren Kompassrose. So ist Flatterhaftigkeit auch nicht sein Ding. Allerdings ebenso stur wenn’s ums Kurs halten geht. Seine Kraft ist etwas beschränkter – natürlich nicht in Bezug auf seine Intelligenz – und ganz anspruchslos ist er auch nicht. Er hat Hunger, verlangt nach Strom und da kommt er eben an seine Grenzen. Allerdings, wenn alles stimmt und die Natur kooperiert, macht er einen tadellosen Job, wie ich es nicht besser machen könnte. Kommando per Knopfdruck, das ist schon praktisch, womit klar ist, wer der Chef an Bord.
Aber ihre Sturheit ist schon sprichwörtlich, die würden – Beide – glattweg über eine Sandbank mit schlafenden Robben hinweg steuern. Oder eine Bohrinsel, einen Frachter auf Kollisionskurs ziemlich überheblich einfach „runterbügeln“ wollen. Auch für andere Kapriolen wären die zu haben.
