Wenn man eben mal weiter will …
Mo.,21. Jun 2021, Franz.Polynesien/Tuamotu/Fakarava/Hirifa Tag 2579, 21.949 sm von HH
Das Wetter, Atanga und wir sind soweit. Es geht zum Südpass von Fakarava. In den letzten Tagen hat der Non-Mecánico auf Atanga das Problem mit dem nicht drehenden Anlasser gelöst, der uns bei der Einfahrt ins Atoll noch so geschockt hat. Ein Motor, der zuverlässig am Zündschlüssel startet, ist eine gute Sache, wenn man am Anker hängt. Man weiß nie, wofür das gut ist. Das Kurzschließen des Anlassers im Maschinenraum dauert uns im Notfall zu lange. Achims ist bei der Recherche des Problems erleichtert, es scheint ein elektrischer Fehler zu sein. Jetzt kann er mit seinem geliebten Multimeter Ströme messen und Probleme lösen. Das Relais ist defekt – so einfach kann das Leben sein. Das Relais wird abgebaut, weil sowieso nachträglich angebaut, und schon startet Atanga wieder per Zündschlüssel, wie mehrere Tests an verschiedenen Tagen ergeben.
Nicht so am Abfahrts-Morgen. Mist! Nichts dreht sich – die alte Kurzschluss-Variante muss herhalten. Der Motor brummt, nun aber, los geht’s. Achim steht an der Ankerwinsch, holt die Kette ein und ich stehe am Ruder. Plötzlich gibt es einen Ruck. Schon wieder Mist! Unsere Ankerkette ist irgendwo verklemmt. Vorwärts fahren, seitwärts, alle Versuche bleiben erfolglos. Atanga ist gefangen. Der Ankerplatz vor Rotoava ist tief, zwischen 14 und 20 Metern. Leicht trübes Wasser gibt keinen Blick auf den Grund frei. Tagelang haben wir andere Segler kommen und gehen sehen. Einige werfen einfach den Anker, andere nutzen die Methode, die ich schon mal beschrieben habe, mit der schwebenden Ankerkette. Eins ist allen Booten gemein: sie gehen einfach Anker auf. Wir nicht.
Jetzt hilft nur noch tauchen. Achim macht sich fertig. Zum Glück stehen immer zwei volle Pressluftflaschen bereit. Nach nur zehn Minuten taucht der Chef wieder auf. Hinter einem Korallenblock war die Kette verklemmt. Ein kleiner Schubser mit dem Kuhfuß und sie ist wieder frei. Eine Stunde Gerödel mit der Ausrüstung für eine Minute Arbeit.
Ein ungewöhnliches Werkzeug zum Tauchen dabei: der Kuhfuß als Korallenknacker – sorry
Gut Luft
Endlich kann es los gehen. Vor uns liegen dreißig Meilen. Der Wind ist mau, wir kommen nur langsam vorwärts. Ewig lang zieht sich die schmale Hauptinsel von Fakarava an uns vorbei. Es gibt eine betonnte Strecke, die allerdings mit etwas Vorsicht zu genießen ist. Ein paar der Bommies am Rand der „Strecke“ sind nicht verzeichnet. Die Sonne steht gut für uns, so dass wir alle Untiefen gut erkennen können. Da es spät geworden ist, beschließen wir nach knapp der Hälfte der Strecke zu übernachten. Ankern kann man praktisch überall.
Neben uns ankert die Salpare, nette Amerikanern mit denen wir uns spontan blendend verstehen.
Das Dinghy hängt seitlich Huckepack – ohne Welle und Geschaukel im Atoll kein Problem
Immer schön im Dunkeblauen bleiben – wo’s Türkis wird. ist es gefährlich
Wir passieren Insel für Insel
Über Nacht hat Achim eine Erleuchtung, im wahrsten Wortsinn: „Wir haben doch ein Ersatz-Relais für unsere Ankerwinsch“, weckt er mich. „Das müsste auch für den Anlasser passen.“ Nach dem Frühstück verschwindet er mit dem Kopf im Maschinenraum und kommt mittags wieder zum Vorschein. „Erledigt! Starte mal den Motor.“ Perfekt, die Maschine springt an wie zuvor.
Wir bleiben noch eine weitere Nacht wo wir sind und erreichen mit zwei Tagen Verspätung den Süden von Fakarava.
Jetzt liegen wir in Hirifa. Wieder vor einer dieser endlos langen, schmalen Inseln. Ein toller Platz, der wahrscheinlich schönste bisher in den Tuamotu. Der Südpass ist fünf Meilen von hier entfernt. Dort wollen wir tauchen. Mal sehen, wie wir das organisieren bis zum Vollmond. Denn am Pass warten 15.000 bis 25.000 Barsche auf uns, je nachdem welchen Bericht man vertraut. Einmal jährlich zum Juni- oder Juli-Vollmond treffen sich dort Camouflage-Barsche zur gleichzeitigen Eiablage und deren Befruchtung. Dieses lockt Tonnenweise Schwärme an Ei-fressenden Kleinfisch an. Und alle zusammen bringen ihre „Freunde“ mit. Bis zu siebenhundert Haie in einer Nacht sind verbürgt. ![]()
Ankunft in Hirifa bei totaler Flaute – ein Südseetraum
Winteranfang – es wird bereits um halb sechs Uhr dunkel
9
























Dear Peter, I live-aboard my Outbound 46 and purchased a Windpilot from a German sailor in Gran Canaria. It was precisely the model I needed; Pacific with M4 bracket (I had had some initial discussions with you but customs clearance costs in the Canaries were proving prohibitive and unavoidable). He also had the SOS rudder. He originally purchased it from you in 2014 and had intended to sail around the world, but for medical reasons his plans had changed.
He is a lovely guy and was extremely helpful in helping me fit it. It has worked flawlessly to date, except when sailing through significant amounts of Sargasso weed during the second half of our Atlantic crossing in February 2019 (would have been great if there had been a mechanism to either easily remove weed or lift it up whilst underway at speed!).
It is also easy to dismantle, completely remove and store when not required during coastal day sailing. It is attached to the swim-step cover on the sugar-scoop stern and the cover can be lifted and the steps used without too much difficulty with the Windpilot fitted; convenient and a good safety feature. I have posted pictures (see attached), along with positive comments, to the Outbound owners‘ group and hope to persuade some others to buy one from you. Currently, Outbound owners mostly go for an offset Hydrovane; American I guess?
Moin Herr Förthmann, wir haben unseren Plan doch geändert und sind wegen Corona Bestimmungen nicht nach Schottland, sondern durch den Englischen Kanal in die Bretagne und dann runter nach Asturien.
Jetzt liegt unser Boot in dem kleinen Hafen von Cudillero. Mit der Windsteueranlage hat es bestens funktioniert und jetzt verstehen wir uns gegenseitig. Es ist unglaublich, wie sensibel sie das Boot durch die Wellen bringt. Man kann nur staunen, wenn man ihr bei der Arbeit zusieht.
Andere Boote auf Transit haben immer wieder nach unseren Erfahrungen mit der Anlage gefragt und es ist unglaublich, dass die meisten sich einem elektrischen Autopilot überlassen..




















Lieber Peter, in der Zwischenzeit bin ich weiter Richtung Norden gesegelt. Im Oktober 2020 von Bergen auf die Shetlands solo und dann mit einem Freund weiter nach Thorshavn Faroer. Dort hat das Boot im Wasser überwintert und ich bin kürzlich dann am 23. Mai solo nach Seydisfjord, Island gesegelt. Ich habe einige spitzen Bilder von der Überfahrt und auch Videos vom Windpiloten, ohne den diese Unternehmung nie möglich gewesen wäre.
Ich habe drei Tage an Bord verbracht, bevor ich dann einen Langstreckenflug nach Singapore habe antreten müssen, wo ich am 02.06.2021 gelandet bin. Wenig später erhielt ich einen Anruf von der Polizei in Seydisfjord: MEIN SCHIFF SEI IN DER NACHT ZUM 01.06.2021 ABGEBRANNT …
Wie es aussieht, ein Totalschaden … bis auf den Windpiloten, der scheinbar unversehrt am Heck den Flammen nicht zum Opfer gefallen ist.
Das Leben eines Piloten bei einer grossen Airline folgt einem besonderen Rythmus, was sich idealerweise mit dem Segeln wunderbar ergänzt, zumal auch eine Logistik einfach wird, weil der persönliche Flugplan – sowie dessen Kosten – eben anderen Regeln folgt. Unter den Seglern gibt es unzählige Piloten, die diese Symbiosen lebenslamg wundervoll erleben, zumal das notwendige Handwerkzeug sowohl in der Luft als auch auf dem Wasser identisch ist, was einen souveränen Umgang mit den Herausforderungen an die Navigation vereinfacht … wenn man die erst einmal begriffen hat, zumal auf dem Wasser nicht immer gleich der Absturz droht, wenn oder weil man zu langsam geworden ist.
