Kategorie: Brambusch macht blau

Die Fahrprüfung, Teil 1

Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual. „Köln – Köln sein“, die „Gegenfahrbahn vergewaltigen“  oder doch „die Verletzte
einschläfern“? Antworten, die in Teilen verunsichern. Ich muss jedenfalls in der Türkei meinen Motorradführerschein machen, will ich weiterhin mit meinem Roller durch die Gegend düsen. Und
den Test gibt es sogar auf Deutsch. Das ist toll!  Dachte ich. Bis ich das bisweilen etwas krude Schulungsmaterial in den Händen halte. 

 

Es begab sich an einem wunderschönen Tag im November. Zwei der drei Gasflaschen an Bord der Dilly-Dally waren leer. Zeit, den Vorrat wieder
aufzustocken. Also schleppte ich die blauen Ungetüme über den Steg zu meinem Roller, den ich mir vor zwei Jahren gebraucht gekauft hatte, belud ihn und bretterte von der Marina Richtung Stadt.
Doch ich kam nicht weit. Schon nach zweihundert Metern winkte mich ein freundlicher Polizist aus dem Verkehr. Allgemeine Verkehrskontrolle, wie bereits am Vortag an gleicher Stelle, als ich den
Hund zwischen den Beinen hatte. Cingene, die kleine Promenadenmischung, ist begeisterte Rollerfahrerin. Sie liebt es, wenn der Fahrtwind ihre putzige Nase kitzelt, amüsiert blinzelt sie um die
Sichtschutz und kläfft frech andere Hunde am Wegesrand an. Ich bin jedesmal überrascht, wie fortschrittlich selbst die Polizei in der Türkei ist. Am Vortag hatte ich keine Papiere. Kein Problem.
Der Polizist tippte lediglich das Nummernschild in ein Tablet, fragte nach meinem Namen, nickte, streichelte den Hund, wünschte mir noch einen schönen Tag und ließ mich passieren.

 

 

 

An diesem Tag empfing mich ein anderer Kollege. Wie am Vortag sprach auch er sehr gutes Englisch, freute sich aber über ein paar Brocken Türkisch,
die ich zu der Konversation beitragen konnte. Wir plauderten ein wenig, während sein Kollege einen Rollerfahrer vor mir verwarnte, der ohne Helm unterwegs war. „Ich wurde hier schon gestern
kontrolliert“, sagte ich dem netten Beamten. Der nickte. „Ja, wir stehen jetzt hier die nächsten Wochen jeden Tag.“ Trotzdem wollte sein Kollege noch einmal die Papiere sehen, die ich dieses Mal
sogar dabei hatte. Ich gab ihm meine Aufenthaltsgenehmigung und meinen Führerschein. Es musste insgesamt das vierte oder fünfte Mal gewesen sein, dass ich mit dem Roller kontrolliert wurde. Nie
gab es Probleme. Doch dieses Mal sollte es anders kommen. Der zweite Polizist zeigte auf meinen Führerschein – und insbesondere auf das kleine Symbol, das verblüffende Ähnlichkeit mit einem
Motorrad hat. Dann wanderte seine Finger die Zeile entlang etwas nach rechts. Da war ein Strich! Dann tippte er auf den Roller und wedelte seinen Zeigefinger wie einen Scheibenwischer vor meinem
Gesicht hin und her. Um sicherzugehen übersetzte sein Kollege die recht gelungene Pantomime noch einmal. „You are not allowed to drive this scooter! You have no license.“

 

Ich gab den Überraschten. Und in der Tat war ich es. Zumindest ein bisschen. Ich wusste, dass ich in Deutschland einen 125er Roller nicht mit einem
Auto-Führerschein fahren durfte. In der Türkei war ich mir da nicht sicher. Freunde, die ich gefragt hatte, sagten nur: Kein Problem. Und auch die Versicherung hatte nicht nach einer Lizenz
gefragt. Und war ich nicht bereits mehrmals angehalten worden, jedes Mal ohne Ermahnung? Dieses Mal gab es aber kein Entrinnen, das schwante mir bereits, als der freundliche Polizist den harschen
Kollegen weiterhin übersetzte und weitere Dokumente forderte. „Die habe ich auf dem Boot“, erklärte ich. Der Polizist bat mich, sie zu holen. „Kein Problem!“, sagte ich und ging intuitiv zum
Roller, um kurz zurück zu düsen. Wieder wedelte der Scheibenwischerfinger. (Achtung Spoiler! Kurze Frage aus der englischen Führerscheinprüfung zum Thema Scheibenwischer, die auf mein kommendes
Dilemma hinweisen: How long should the windshield wiper blades be changed? a) 1 month b) 3 month c) 6 month d) Metallica). „Sie dürfen den Roller nicht benutzen!“ Ach ja, ich vergaß. 

 

Langer Fußweg, kurzer Sinn: Die Strafe betrug rund 1200 Türkische Lira – etwa 130 Euro. Und natürlich durfte ich den Roller nicht mehr benutzen.
Oder mich nicht mehr erwischen lassen. Das Gute ist aber: Wer seine Strafe direkt beim Amt binnen von 15 Tagen zahlt, bekommt 25 % Rabatt. Das ist doch mal ein Angebot. Wie ich zu dem Amt auf dem
Hügel kam, darüber möchte ich öffentlich lieber schweigen. 

 

Um den Roller weiterhin nutzen zu können, führte kein Weg daran vorbei: Ich muss einen Motor-Führerschein machen. Das sollte kein Problem sein, denn
schließlich bietet die Türkei die Führerscheinprüfung auf diversen Sprachen an. Darunter auch auf Deutsch. Nachdem ich mich bei der Fahrschule angemeldet – und die Prüfung auf Deutsch beantragt –
hatte, begannen die Probleme. Denn das deutsche Schulungsmaterial war schwer aufzutreiben. Und natürlich gibt es keine Kurse auf Deutsch. Also bat ich meinen Namensvetter und ehemaligen Kollegen
Jens, der mittlerweile in Istanbul lebt und den Motorradschein bereits absolviert hatte, mir das englische Lehrbuch zu schicken. Schon bei seinem letzten Besuch hatte er von den kreativen
Wortschöpfungen geschwärmt, die allerdings das Lernen etwas erschweren. 

 

Das Buch hielt, was Jens versprochen hatte. Obwohl ich mich des Englischen halbwegs mächtig fühle, hatte ich einige Schwierigkeiten zu verstehen,
was denn da steht. Weder die Prüfungsfragen, noch die Antworten machten oftmals Sinn. Es führte kein Weg daran vorbei: Ich musste die deutsche Ausgabe auftreiben. Unbedingt. Weil auch Arzum den
Motorradführerschein machen wollte, stand sie im regen Austausch mit der Fahrschule in Kaş. Und siehe da, nach mehreren Wochen hatten wir dann schon den Link zum Bestellen der offiziellen
deutschen Ausgabe, herausgegeben vom Ministerium für nationale Bildung.

 

400 Seiten schwer, darin über tausend Fragen zu Vorfahrtsregeln, Anstand im Verkehr, Motorkunde und erster Hilfe. Eine Menge Stoff, aber einmal
durchlesen müsste reichen. Dachte ich. Doch die Übersetzung, sagen wir es mal vorsichtig, holperte an mancher Stelle. Oder anders ausgedrückt: Sie war eine nicht endende Piste voller
Schlaglöcher. Die Übersetzung muss mit einer der ersten Betaversionen von Google Translate entstanden sein, als das Programm noch in den Kinderschuhen steckte. Selbst auf Deutsch hatte ich
Probleme, manche Fragen und vor allem die Antworten zu verstehen. Etwas kryptisch muteten Fragen an wie „Ist das Entweichen von Traktoren mit Gummirädern für eine regelmäßige Inspektion
erforderlich?“ Mit viel Phantasie könnte man vielleicht noch versuchen, einen Sinn in der Frage zu finden. Wie beispielsweise: Müssen diese Traktoren auch zum TÜV? Die Antwortmöglichkeiten lauten
jedoch: a) 1; b) 2; c) 3 oder 4). Richtig ist übrigens Antwort c – also 3!

 

Und so beschloss ich, die rund 1000 Fragen einfach auswendig zu lernen. Ich wusste, dass die Antwort, als plötzlich ein „Schiff“ an der Kreuzung
auftaucht richtig ist, ebenso wie die „Asyltasche“ am Hang oder die „Banküberweisung“ beim Überholen. Die Regel, dass die lustigsten Antworten immer die richtigen sind, schien sich lange Zeit zu
bewahrheiten, allerdings versagte sie bei den medizinischen Fragen. „Köln – Köln sein“, eine Antwortmöglichkeit auf die Frage, „welche der folgenden Maßnahmen in der Sara-Krise zu ergreifen
sind“, war nämlich falsch. Die Sara-Krise ist übrigens ein Epilepsie-Anfall. Um mein Dilemma zu verdeutlichen: Die anderen Antworten lauten: Wenn die Zähne geklemmt werden, wird es nicht
zwangsläufig. Bedeckt. Und: Wird mit Antiphyretika behandelt. 

 

Auch die Antwort auf die Frage, „Was sollte bei niedrigem Blutzucker als Erstversorgung getan werden“, ist wider erwarten nicht: „Der Verletzte
sollte eingeschläfert werden.“ Dafür ist wiederum „Vergewaltigen Sie die der Gegenfahrbahn“ die richtige Lösung bei der Frage nach der Hauptursache für Verkehrsunfälle. 

 

Ich sah nur eine Möglichkeit, den Test zu bestehen: Stumpfes Auswendiglernen. Und so paukte ich die Antworten, ohne sie zu verstehen. Und
erstaunlicherweise war ich ganz gut darin. Dumm nur, dass meine Freundin die türkische Version lernte. Und da waren die richtigen Antworten bisweilen ganz andere. Kurz vor der Prüfung stritten
wir uns darum, wer Vorfahrt hat. In beiden Büchern ist die gleiche Skizze: Ein Auto fährt in einen Kreuzungsbereich und will rechts abbiegen. Neben ihm ist ein Radfahrer, der geradeaus fahren
will. Da ich manchmal auch mit dem Fahrrad unterwegs bin, weiß ich aus der Praxis, dass der Radfahrer rechtelos im Straßenverkehr ist. Von daher schien mir die Antwort c), die als richtig
gekennzeichnet ist, auch als plausibel. Antwort A) lautet nämlich: Stehlen Sie die Hörner und warnen Sie den Radfahrer! Hörner stehlen? Vermutlich nicht, auch wenn es durchaus Usus ist, sich den
Weg frei zu hupen. Antwort B: Wenn keine Fußgänger auf der Straße sind! Wäre natürlich möglich, dann gebe es vielleicht keine Zeugen, wenn das Auto den Radfahrer von der Straße kickt. C) Der
Radfahrer muss das Durchgangsrecht gewähren. Was, vorausgesetzt die Übersetzung ist richtig, bedeuten würde, das Auto hat Vorfahrt.  Und D) Muss
beschleunigt werden, um seinen Zug abzuschließen. Nein, D schließe ich aus. 

 

„Der Radfahrer hat Vorfahrt!“, beharrt Arzum auf die richtige Antwort. „Nicht der Autofahrer!“ Ich zucke mit den Schultern: „Bei mir ist es eben
andersrum.“ „Du kannst doch nicht eine falsche Antwort ankreuzen, wenn Du es besser weißt.“ In sich vollkommen logisch, aber diese Herangehensweise widerspricht meiner Strategie. Ich versuche zu
erklären: „Ich gehe davon aus, dass die Fragen in dem offiziellen Buch gleich sind mit den offiziellen Testfragen. Also lerne ich die Antworten auswendig. Mit Logik habe ich keine Chance.“ Arzum
kann das nicht nachvollziehen. „Aber das ist falsch! Was ist denn, wenn die Fragen im Test anders gestellt sind?“ Mist, daran hatte ich noch gar nicht gedacht. 

 

Es ist Montag, der 22. Februar. Die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel, als wir im Leihwagen durch die Berge düsen. Die Prüfung wird in der
Türkei nicht von der Fahrschule abgenommen, sondern muss in einem offiziellen e-Test-Zentrum abgelegt werden. Und das ist in Kumluca, etwa eineinhalb Autostunden entfernt. Auf dem Weg gehen wir
anfangs noch mal strittige Fragen durch. Ich fühle mich plötzlich an eine Aussage unseres ehemaligen Innenministers erinnert: Teile der Antworten versunsichern uns. Also beschließen wir, nicht
mehr über die Interpretation der Antworten zu spekulieren. Nichts anderes ist es: Ein Spekulieren und Interpretieren. 

 

Das e-Test-Zentrum von Kumluca liegt am Ortsausgang und ist angeschlossen an das Fachgymnasium für soziale Wissenschaften. Um die 20 Fahrschüler
warten mit uns auf Einlass. Gemäß den Corona-Regeln trägt natürlich jeder eine Maske, am Eingang wird die Temperatur gemessen. Bereits zuvor mussten wir unsere HES-Nummer angeben, die jedesmal
verlangt wird, wenn man ein öffentliches Gebäude, Läden oder Busse betritt. So kann im Fall einer Corona-Infektion erkannt werden, mit wem die Person in Kontakt war und gewarnt
werden. 

 

Der Testraum ähnelt einem Callcenter. In kleiner Boxen steht jeweils ein Computer mit Webcam. Ankara is watching you, wird uns erklärt. Jederzeit
könne aus der zentralen Prüfungsstelle überwacht werden, dass auch wirklich der Prüfling die Fragen beantwortet. Zuvor wird bereits das Gesicht gescannt (ohne Maske natürlich) und mit dem
biometrischen Foto abgeglichen, das man bei der Anmeldung zum Test einreichen musste. 

 

Meine Aufregung hält sich in Grenzen. Ich bin lediglich gespannt, ob die Testversion anders ist als die im Buch. Dann könnte ich Probleme bekommen.
Ich weiß schließlich, dass die „Asyltasche“ und auch „das Schiff“ die richtigen Antworten sind, allerdings weiß ich nicht, was sich dahinter verbirgt. Sollte es eine neue Übersetzung geben, wäre
ich wohl aufgeschmissen. Doch es kommt anders. Ganz anders. 

 

Als der Test beginnt, bin ich erstaunt. Alle Fragen sind auf Türkisch! Der einzige Button, den ich sehe, ist mit „English“ beschriftet. Also wende
ich mich an etwas schroffen Prüfungsleiter. „Ich habe mich für die deutsche Prüfung angemeldet! Wo finde ich die Version?“ Achselzucken. Arzum hakt noch einmal nach, aber der Prüfer zuckt erneut
mit den Schultern. Der personalisierte Test werde aus Ankara eingespielt, er könne da nichts machen. Ich frage mich derweil, was „Asyltasche“ wohl auf Englisch heißt. Asylum bag? 

 

Wie sich herausstellt, sind die Prüfungsfragen in einem deutlich besseren Englisch verfasst, als in dem Buch. Sie scheinen sogar grammatikalisch
einigermaßen okay. Das Problem ist nur: Besonders bei den medizinischen und mechanischen Fragen kenne ich die Fachbegriffe nicht. Die Uhr tickt. Wir haben 45 Minuten Zeit für die 50 Fragen mit
unterschiedlicher Wertigkeit, mit denen insgesamt 100 Punkte zu erreichen sind. Um zu bestehen, brauche ich mindestens 70 Punkte. Kurz vor der Prüfung erzählt uns ein anderer Prüfling, dass er
bereits zum zweiten Mal hier sei. Die Zeit habe einfach nicht ausgereicht, sagte er.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass der Test auf Englisch etwas umständlich ist. Erst erscheint die Frage auf Türkisch, dann muss ich auf „Englisch“
drücken, um eine Übersetzung zu bekommen, dann das Fenster wieder wegklicken und auf der türkischen Seite die Antwort auswählen. 

 

Nach knapp 20 Minuten habe ich alle Fragen beantwortet. Arzum war sogar noch etwas schneller. Die allermeisten anderen Prüflinge sitzen noch
angestrengt vor den Computern. Auf dem Rückweg rätseln wir noch, wie wir wohl abgeschnitten haben. Auch wenn mein Gefühl gar nicht mal so schlecht ist, stelle ich mich schon mal darauf ein,
englische Fachbegriffe für die Wiederholung zu pauken. Doch dazu soll es nicht kommen: Am Abend können wir unsere Ergebnisse online abrufen. Arzum hat 94 Punkte, ich immerhin 88. Bestanden! Was
will man mehr…

 

Der nächste Schritt ist dann in ein paar Wochen die praktische Prüfung, die praktischerweise nicht im echten Straßenverkehr stattfindet, sondern auf
einem Schotterparkplatz irgendwo einige Kilometer entfernt von Kaş. Bis dahin müssen wir ein paar Pflichtstunden absolvieren – auch nicht im Straßenverkehr, sondern direkt gegenüber der Marina,
wo lustlos jeden Donnerstag zehn Hütchen stehen, um die die Rollerfahrer kreisen. Das ist alles. Und das beste ist: Ich darf mit meinem eigenen Roller fahren. Sicherheitshalber schiebe ich ihn
aber zu den Fahrstunden. Sind zum Glück nur ein paar Meter. 

Segeln, wenn andere Schneeschippen

(Text aus Video) Während es in Europa bitterkalt ist, mit Schnee und Eis, üben wir schon einmal den Sommer. Mit drei Boote und einem Apartment auf zwei Kufen sind
wir für ein paar Tage nach Kekova gesegelt, um ein bisschen Spaß zu haben. Vorausgegangen waren drei Wochen harte Arbeit an Land. 

Die to-do-Liste war lang. Neben einem neuen Coppercoat-Anstrich bekam die Dilly-Dally auch einen neuen Zierstreifen, wurde drei Mal poliert, ich kaufte eine neue
Ankerkette mit 80 Metern, wir tauschten ein altes Seeventil gegen ein neues,  reparierten eine Fußpumpe, schraubten an den Batterien und verlegten neue Leitungen. 

 

Dann war es endlich so weit. Die Dilly-Dally war wieder im Wasser und wir konnten das erste Mal in See stechen. Mal schauen, wie sich der neue
Coppercoat-Anstrich auf die alte Lady auswirkt? Und wir waren begeistert. Wir segelten relativ konstant mit sieben Knoten bei 12 Knoten Wind. Nicht
schlecht!

 

Mit dabei war Jan auf seiner Makamae, Karsten mit seiner Barrakuda of Denmark, die wir am Vortag Probe gesegelt haben, und Rainer mit seiner Lagoon. 

 

Mit optimalen achterlichen Winden erreichen wir das 21 Seemeilen entfernte Kekeova schon nach dreieinhalb Stunden. Gegen Ende briste der Wind sogar noch einmal auf
30 Knoten auf und die Dilly-Dally erreichte Geschwindigkeiten von his zu neun Knoten. Jan ist der erste am Ziel, dann kommen wir, dann Karsten mit seiner Barrakuda. 

 

Wie immer, wenn der Anker gefallen ist, bringen wir erst mal das Beiboot zu Wasser. Schließlich will der Hund auch mal an Land. An den grünen Plastikrasen hat er
sich leider noch nicht gewöhnt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Cingene Beibootfahren einfach Spaß macht. Als letzter kommt Rainer mit seinem schwimmenden „Reihenhaus“ in unserer Bucht
an. Aber er hat eine gute Ausrede. Knapp hatte er die griechische Seegrenze touchiert, sofort stellte ihn die Küstenwache. 

 

Am nächsten Morgen wartet, wie immer, die erste Gassi-Runde. Und weil die See immer noch fast 20 Grad hat, steht eine Runde
Wakeboarding nichts im Wege. Natürlich lässt sich Arzum die Gelegenheit nicht entgehen, zum ersten Mal in ihrem Leben Wakeboarding auszuprobieren. Aber
aller Anfang ist schwer. 

Dann ist auch schon wieder Freitag. Wir müssen zurück. In der Türkei gibt es am Wochenende eine Ausgangssperre (wegen Corona). Und zu allem Überfluss regnet es.
Zumindest anfangs. Nach ein paar Stunden sind wir schon wieder bei der griechischen Kastellorizo – und damit fast zu Hause, in der Marina von
Kas. 


Ein Nachmittag auf der „Barracuda of Denmark“

Einen Tag, bevor wir mit vier Booten für einen kurzen Törn nach Kekova aufgebrochen sind, hat uns unser dänischer Freund Karsten auf seine
„Barrakuda of Denmark“ eingeladen, eine Beneteau 51 Idyll. Wer mit Beneteau, dem weltweit größten Hersteller von Sportbooten, nur die modernen „Joghurtbecher“ verbindet, der wird sich über die
alte Lady, gebaut 1986, nur wundern. Eine wirkliche tolle Yacht, solide und hochwertig. Und zudem mit hervorragenden Segeleigenschaften. 


Project Coppercoat (Video)

Coppercoat polarisiert. Die
einen schwören auf den Kupfer-Unterwasseranstrich, die anderen sind skeptisch. Hält das teure Antifouling wirklich zehn Jahre, wie der Hersteller es verspricht? Und wie wird es verarbeitet?
Anders als bei herkömmlichen Antifoulings wird die kleinste Schlamperei bestraft – und stellt den versprochenen Langzeitschutz auf eine harte Probe. Zunächst muss das Unterwasserschiff von allen
alten Anstrichen befreit werden – restlos bis auf den Gelcoat. Der neue Anstrich, eine Kupfer-Epoxy-Mischung, muss zudem nass in nass gestrichen werden, dabei
darf sie nicht austrocknen. Teamwork ist gefragt!


Coppercoat – Fluch oder Segen?

Nach knapp drei Wochen an Land, düst die Dilly-Dally schneller als je zuvor durch das Meer. Der neue Unterwasseranstrich zeigt Wirkung:
Coppercoat.  Lange hatte ich überlegt, ob sich der teure Kupferanstrich wirklich lohnt. Die Verarbeitung ist sehr viel aufwändiger als herkömmliches Antifouling und längst nicht jeder Eigner
ist zufrieden mit dem Ergebnis. Meine. ersten Erkenntnisse habe ich im Float-Magazin veröffentlicht.

 

Und so beginnt der Artikel:

Vor zwei Jahren hing sie das letzte Mal in den Seilen. Oder genauer gesagt: In den Schlaufen des Krans. Die „Dilly-Dally“, eine Moody 425, auf der ich seit knapp
zweieinhalb Jahren in der Türkei lebe. Und so ist es mal wieder an der Zeit, die alte Lady an Land zu hieven, um ihr ein neues Unterwasserkleid zu spendieren.

 

Das alte erinnert mittlerweile an eine Aquakultur für Muschelzucht. Ich hatte Shogun von Seajet verwendet. Doch die einst scharfe Klinge des Samurai-Schwerts war
stumpf geworden im Kampf gegen die Invasion der Weichtiere mit der harten Schale. Da half es auch nicht, dass ich mehrmals mit einem Spachtel bewaffnet zur Hilfe plantschte und in etlichen
Tauchgängen die Muscheln vom Rumpf kratzte. Das  selbstpolierende Antifouling hatte aufgegeben. Es musste ein neues her. Nur welches?

 

Hier geht es zum Artikel

Die Zahnfee und ich

Lee hatte bereits von dem Stuhl geschwärmt. Sehr bequem sei der neue Ottomane, voll elektrisch und beliebig verstellbar. Gleich als der Wundersessel im Wert von
30.000 Euro geliefert worden war, hatte Lee darin Platz genommen und an all den Knöpfen gespielt. Bis seine türkische Freundin ihn des Raumes verwies. Sie fürchtete, der ehemalige Rugby-Spieler
aus Wales, der in der Marina auf einem Segelboot lebt, würde das gute Stück kaputt spielen.

 

Als ich Wochen später auf dem Stuhl Platz nehme, stehen mir Schweißperlen auf der Stirn. Eigentlich ist das untertrieben, der Schweiß mäandert wie der Amazonas bei
Hochwasser durch mein Gesicht. Ich bin gefüllt in ein weißes Büßergewand, mein blondes Haar versteckt sich unter einer Haube, an den Schuhen trage ich Plastiküberzieher. Kurz versuche ich noch an
Lees Worte zu denken und herauszufinden, ob der Sessel wirklich so bequem ist. Aber das grelle Licht, das mir ins Gesicht blendet, bündelt meine Gedanken wie ein Laserstrahl auf nur ein Szenario:
Schmerzen. Lees Freundin, auf deren Wunderstuhl ich gerade sitze, ist Zahnärztin. Auch wenn ich bei meinen Türkischkurs das Kapitel „Beim Zahnarzt“ noch nicht durchgenommen habe, kann ich die
wenigen Worte, die die Zahnärztin an ihre Assistentin richtet sehr gut verstehen. Wobei es weniger die Worte sind, vielmehr ist es ihre Mimik. Sie passen zu den Schmerzen, die ich seit langem
aushalte. Mal stark, mal kaum spürbar. Aber immer irgendwie da. Wie die meisten Männer glaube ich an die Selbstheilungskräfte bei Zahnschmerzen. Wie alle Männer muss ich zugeben, dass es sie
nicht gibt. So sehr ich das auch wünsche.

 

Vor zweieinhalb Jahren, es waren meine letzten Wochen in Deutschland, saß ich das letzte Mal auf einem Zahnarztstuhl. Aus der Zahnreinigung wurde erst eine
Parodontose-Behandlung, aus dem prophylaktischen Röntgenbild eine Bestandsaufnahme des Grauens. Mit sehr ernster Miene erklärte mir Frau Doktor, dass ein bereits verkronter Backenzahn im rechten
Oberkiefer gezogen und durch ein Implantat ersetzt werden müsse. Mit ihrem Kuli deutete sie auf das schwarzweiße Abbild eines Gebisses mit einer markanten Zahnlücke. Keine Frage, das war meine
Kauleiste. „Sehen Sie den Schatten hier?“, fragte die Frau in Weiß. Ich nickte, auch wenn ich nichts sah. Ebenso wenig wie ich etwas spürte. Für mich war der Zahn vollkommen okay. Skeptisch wurde
ich, als die Dame mir eine Zahnärztin am anderen Ende Berlins empfahl. „Aber ich könne doch“, fragte ich behutsam nach, „auch zu jedem anderen Spezialisten gehen.“ In Hamburg hätte ich einen sehr
guten Zahnarzt, der mir bereits ein Implantat verpasst hatte. Die Ärztin kräuselte die Stirn. Ja, theoretisch schon. Aber sie könne mir nur raten, ihre wirklich, wirklich gute Kollegin in Berlin
aufzusuchen, mit der sie sehr gut zusammenarbeite. Als Privatpatient ahnte ich bereits, wie die Zusammenarbeit aussehen könnte – nämlich im Aufteilen der üppigen Honorare.

 

Wie gesagt, wider besseren Wissens vertraute ich lieber auf die magischen Selbstheilungskräfte meiner Zähne. Außerdem hatte ich auch gar keine Zeit mehr für eine
langwierige Zahnbehandlung. In wenigen Wochen würde ich Deutschland den Rücken kehren und auf ein Boot in der Türkei ziehen. Und dort, da war ich mir sicher, würde es auch Zahnärzte geben. Oder
zumindest einen Hofschmied auf dem Marktplatz mit einer großen Zange, desinfiziert über der offenen Flamme eines lodernden Feuers. 

 

Natürlich sollte ich Recht behalten. Monate vergingen ohne Zahnschmerzen. Es dauerte ungefähr ein Jahr, dann schlichen sie sich leise an, klopften zaghaft ans
Zahnfleisch – aber gerade so, dass sie zu ertragen waren. Dann waren sie wieder weg. Und kamen Wochen später wieder, blieben länger, ehe sie wieder verschwanden. Es war die Zeit, in der ich immer
noch daran glaubte, dass sie eines Tages gar nicht mehr wiederkommen würden. Aber kaum hatten wir den Hafen verlassen, um ein paar Wochen zu segeln, sagten sie wieder Hallo. Und dann als der
Lockdown im Frühjahr kam, die Arztpraxen geschlossen hatten, blieben sie erstmals länger da. Als die Praxen wieder öffneten, waren sie weg. Und was macht man als vorausschauender Mann in so
seiner Situation? Logisch, abwarten und beobachten! Nichts überstürzen. Schon gar keinen unnötigen Zahnarztbesuch. 

 

Umso entsetzter war ich, als meine Freundin in einem Akt ungeheuren Ungehorsams über meinen schmerzenden Schädel hinweg, einen Termin bei der ortsansässigen
Zahnärztin ausmachte. War das wirklich nötig? Denn natürlich verflüchtigten sich die Schmerzen just an dem dramatischen Tag. Für mich, ganz klar, ein Wink des Schicksals, dass endlich die
Selbstheilungskräfte ihren Dienst angetreten haben. Und so überlegte ich kurz, es den Schmerzen gleich zu tun und mich zu verflüchtigen. Allein mir fehlte der Mut dazu. Die Rache der Freundin
wäre furchtbar gewesen.

 

Also sitze ich eines schönen Tages auf diesem noch schöneren Zahnarztstuhl, draußen scheint die Sonne von einem strahlend blauen Himmel, während der helle
Halogenstrahl meinen Mund bis ins kleinste Detail ausstrahlt. Doch das, was die Zahnärztin sieht, gefällt ihr anscheinend gar nicht. Sie will es nochmals beleuchten. Diesmal mit Röntgenstrahlen.
Schwuppdiwupp habe ich eine kleine Platte an der Backe und schon wenige Sekunden später erstrahlt mein prächtiges Gebiss in schwarzweiß auf dem Monitor oberhalb des Wunderstuhls. Nur mit einem
Unterschied zu dem Bild von vor zwei Jahren. Jetzt erkenne sogar ich die Schleier an der Zahnwurzel, die, wie die Zahnärztin in ruhigen Worten erklärt, auf eine Entzündung hinweisen. Sie runzelt
die Stirn, schaut mitleidig in mein schweißgebadetes Gesicht und sagt mit bedrückter Stimme: „So leid es mir tut, den kann ich nicht mehr retten. Der muss raus.“ 

Es scheint, als sei sie überrascht, als die Überraschung meinerseits ausbleibt. „Das hatte ich befürchtet“, sage ich. „Das hat die Zahnärztin vor zwei Jahren auch
schon gesagt.“ „Vor zwei Jahren“, wiederholt die Frau in Weiß etwas ungläubig. Dahinter setzt sie gefühlt drei, nein, mindestens fünf Fragezeichen. Dann stöhnt sie auf. „Typisch Mann! Warum könnt
ihr nicht einmal auf einen Arzt hören?“ Und dann erklärt sie, dass ich gerade noch rechtzeitig in die Praxis gekommen bin. Wahrscheinlich nur ein paar Wochen später hätte die Entzündung auf die
benachbarten Zähne übergreifen können. „Sollen wir den Zahn gleich ziehen oder einen neuen Termin vereinbaren?“, fragt sie mich. 

 

Der Fluchtreflex ist groß, die Gelegenheit günstig – schließlich schmerzt der Zahn ja an diesem Tag nicht. Aber, ganz Mann, sage ich: „Ziehen wir ihn gleich.“ Die
salzige Schweißperle, die gerade über meine Wange rinnt, konterkariert dabei nur leicht meine wilde Entschlossenheit. Behutsam setzt die Zahnärztin die Spritze, injiziert an mehreren Stellen,
sehr langsam, sehr sorgsam. Wahrscheinlich ist es überflüssig zu sagen, aber ich hasse Spritzen. Das mag daran liegen, dass ich als Jugendlicher einmal in Ohnmacht gefallen bin, als der Arzt in
einer brutalen Aktion mit einer feinen Nadel einmal in meine Fingerkuppe gepikst hatte, um mir einen Tropfen Blut zu stehlen. Das Trauma ist bis heute nicht überwunden. 

 

Nun denn: Diesmal merke ich kaum die Nadel und auch das Ziehen des Zahns ist fast angenehm. Es dauert ein paar Minuten, weil sich die langen Wurzeln gegen die
Extraktion zur Wehr setzen, aber die ganze Behandlung – ich kann es nicht anders sagen – ist erstaunlich unaufgeregt. Die Zahnärztin versorgt das klaffende Loch, gibt ihre Handynummer, sollte es
zu irgendwelchen Komplikationen oder Schmerzen kommen, soll ich mich sofort anmelden. Falls herkömmliche Schmerztabletten nicht ausreichen sollten, will sie mir ein Rezept geben. Doch es kommt
anders. Selbst als die Spritze nachlässt, sind die Schmerzen gut auszuhalten – auch ohne jedes Medikament. Die Wunde heilt prächtig, das einzig Peinigende ist der Verzicht auf Zigaretten für die
ersten sechs Stunden.

In zehn Tagen soll ich zur Nachkontrolle kommen. Wieder ist das Wartezimmer aufgrund einer ausgezeichneten Terminvergabe leer, wieder hülle ich mich in die
Schutzkleidung, die die Corona-Pandemie verordnet. Kurz lasse ich den Blick aus dem Fenster über den Stadthafen wandern, dann nehme ich auf dem Wunderstuhl Platz, der grelle Halogenstrahl findet
den Weg in meinen Mund. „Irgendwelche Probleme?“, fragt die Ärztin. Mit offenem Mund gurgele ich ein „ähäh“ und schüttele dabei leicht meinen Kopf. „Sieht gut aus“, sagt die Ärztin wie zur
Bestätigung.

 

Bei dem ersten Termin hatte ich mich nach einem Implantat erkundigt. Ich weiß, dass einige Segler aus Norwegen und England, deren Boote ebenfalls in der Marina
liegen, ihre Urlaube oft mit einem Besuch bei der Zahnärztin verknüpfen, um ihr Gebiss auf Vordermann bringen zu lassen – Implantate eingeschlossen. Immer waren sie mehr als zufrieden. Ich bin
verwundert, als meine Frage nach dem Implantat, eher auf Ablehnung trifft. „Wirklich?“, fragt die Zahnärztin. Schließlich sei die Zahnlücke doch nicht zu sehen, außerdem sei das Einsetzen so weit
hinten im oberen Rachenraum nicht optimal. Und: „Das kostet doch Geld!“ Eigentlich sei ein Implantat überflüssig. Ich bin baff. Als Privatpatient in Deutschland war ich es gewohnt, dass mir jede
erdenkliche Leistung aufgeschwatzt wird. Und so entscheide mich bei dem Kontrolltermin gegen ein Implantat. Die Zahnärztin scheint zufrieden, dass ich auf ihren Rat höre.

Als ich mich im Wartezimmer der Schutzkleidung entledige, drehe ich mich beschwingt vor dem Spiegel. „Steht mir gut, oder?“, frage ich die Sprechstundenhilfe. Sie
lacht. Und nickt. Gerne könne ich den weißen Einweg-Overall mitnehmen. Ich winke ab. So gut steht er mir auch wieder nicht. Doch dann entscheide ich mich um. Im Winter muss ich das
Unterwasserschiff neu streichen. Da könnte ich den Schutz gut gebrauchen. Also packe ich ihn ein. Im Bootszubehörladen in Deutschland kostet er immerhin 6,99 Euro. 

 

Dann kommt der unangenehme Teil – das Bezahlen. Aber was soll’s. Ich bin ja versichert. Zweimal saß ich auf dem Stuhl, ein Röntgenbild wurde gemacht, ein Zahn
gezogen. Die Zahnärztin rechnet. „200“, sagt sie dann. Ich frage, ob ich auch in Lira bezahlen kann. Sie schaut mich irritiert an: „Ja, ja, 200 Türkische Lira.“ Jetzt bin ich verdutzt. 200 TL
entsprechen rund 20 Euro. Ich will intervenieren, das sei zu günstig. Sie lächelt: „Das passt, ist ein Freundschaftspreis!“ Kurz überlege ich, noch weitere Zähne ziehen zu lassen. Das Angebot
sollte ich ausnutzen. Der Reflex ist ähnlich wie an der Supermarktkasse. Auch da greife ich gerne zu Angeboten, auch wenn ich sie eigentlich nicht brauche. Aber ich lasse es dann doch.

 

Am gleichen Tag muss ich einen Handwerker in Berlin bezahlen, der in meiner vermieteten Wohnung das WC austauschen soll. Der berechnet 60 Euro. Nur für die Anfahrt –
dabei beträgt die nur 400 Meter. Dazu kommen dann natürlich noch mal 90 Euro pro angefangener Stunde. Er brauchte etwas mehr als eine….

Ein Hund macht auch blau

Die erste Rezension ist da! Das Float-Magazin ist auf den Hund gekommen und hat das neueste Buch „Cingene – vom Straßenstreuner zum Bordhund“
besprochen. 

 

Und so beginnt der Text: „Jens Brambusch ist auf den Hund gekommen. Seit Anfang des Jahres hat er eine kleine Nomadin an Bord, der das Seeleben offenbar gut gefällt.
Die buntgescheckte Hündin ist eine ehemalige Rumtreiberin. Bevor sie ihre Pfoten auf die Segelyacht „Dilly-Dally“ setzte, war sie eine echte Landratte. Inzwischen hat Çingene (was übersetzt
Zigeunerin heißt) weit über 1.000 Seemeilen auf ihrem haarigen Salzbuckel.“

 

Hier geht es zum ganzen Text.

 

Und hier zu weiteren Infos über das Buch inklusive Bestellung..

Cingene – der Comic

Der Comic zu „Çingene – vom
Straßenstreuner zum Bordhund“. Das Buch beschreibt das Leben von Çingene, einem türkischen Straßenhund, auf dem Weg zum Bordhund. Natürlich kommt auch Çingene in dem Buch zu Wort. Jedes Kapitel
beginnt mit einem kleinen Comic aus der Sicht des Hundes. Und das ist die Geschichte: Schon nach wenigen Wochen als Bordhund hat Çingene bereits weit über 1000 Seemeilen auf ihrem Salzbuckel. Der
kleine Trotzkopf schlägt sich wacker als Leichtmatrose. Na gut, die meiste Zeit pennt die türkische Promenadenmischung an Deck und träumt von ihrem Lieblingshobby: Fressen. Am liebsten aus
Mülltonnen. Und das hat mit ihrer Vergangenheit zu tun. Çingene war einmal ein Straßenhund, eine Rumtreiberin. Daher kommt auch ihr Name. Politisch korrekt übersetzt müsste sie heute „nach
ungarischer Art“ heißen. Aber damals, vor elf Jahren, war ‚Zigeuner‘ noch kein Schmähwort. Das Buch erzählt die wahre Geschichte der kleinen Rumtreiberin, die zum Bordhund wurde, aus zwei
Perspektiven. Einerseits als Comic aus der Sicht von Çingene und einmal aus der neutralen Erzählerperspektive. Sie beginnt in ihrer schweren Jugend und endet – natürlich – mit ihrer glanzvollen
Karriere auf See. Çingene liebt das Meer, obwohl sie Wasser hasst. Aber dann kommt Oğluş an Bord, ein grummeliger Siamkater, mit dem Çingene eine Hassliebe verbindet. Wer macht sich besser an
Bord? Hund oder Katze? Das Buch gibt es bei Amazon oder unter der Webseite www.mit-kummer-ohne-sorgen.org. Ein Euro pro verkauftem Buch geht an die „Tierfreunde von Kas“, die sich im Straßenhunde
kümmern.


Çingene – Vom Straßenstreuner zum Bordhund

Wer den Blog ein wenig verfolgt, kennt sie natürlich längst: Çingene, die immer  lächelnde Hundedame. Aber Çingene

stand nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens. Sie war einmal ein Straßenhund. Das Buch „Çingene

Vom Straßenstreuner zum Bordhund“ erzählt die ganze Geschichte. Natürlich kommt auch Çingene zu Wort. Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen Comic, erzählt aus
ihrer Sicht.

 

ÜBRIGENS: Auf Çingenes Wunsch geht
ein Euro pro verkauftem Buch an die „Tierfreunde in Kas“, eine Organisation, die sich um Straßenhunde und -katzen kümmern. 

 

Mehr zum Buch gibt es im Bereich „Bücher“ oder Ihr könnt auch diese Abkürzung nehmen. Hier KLICKEN

Nightmare on Wilson Street

Wer immer glaubte, beim Segeln hätte sich das Schicksal gegen ihn
verschworen, der kennt die Geschichte von Jennifer und Corrie noch nicht. Die beiden Australier mussten ihr Boot, mit dem sie vom Mittelmeer nach Australien segeln wollten, aufgeben. Ein Tanker
rettete sie aus dem Medicane. Aber damit ist die Geschichte noch lange nicht erzählt, die so beginnt:

 

Jennifer und Corrie Schutte stinken nach Diesel, als sie ihre „Wilson Street“ das letzte Mal sehen. Mit jedem Meter, den die Yacht aus dem Windschatten des Tankers auf die offene See treibt, wird
sie zum Spielball des Orkans. Die Gischt peitscht horizontal über das Meer, raubt die Sicht. Kurz darauf ist das Boot mit dem ungewöhnlichen Namen verschwunden, verschluckt von einer grauen
Kulisse aus rauer See, 90 Seemeilen nordöstlich von Malta.

 

Jennifer und Corrie – sie 61 Jahre alt, er 68 – stehen auf der Brücke der „Team Osprey“, dem Tanker unter maltesischer Flagge, der sie aus Seenot gerettet hat. Klitschnass von den Wellen, die
über die Sun Odyssey 40.3 rollten wie Planierwalzen über Straßenschotter, entkräftet und erschöpft. Es ist der 16. September, der Tag, an dem die Australier ihr Boot verloren, aber ein neues
Leben geschenkt bekommen haben. Und alles, woran Jennifer in diesem Moment denkt, ist der Dieselgeruch, der hartnäckig an ihren durchnässten Klamotten klebt.

Hier geht es zum ersten Teil der unglaublichen Geschichte