Archiv der Kategorie: Brambusch macht blau

Fluch der Karibik

In Zeiten von Corona rücken alle näher zusammen – natürlich nicht näher als 1,5 Meter. Besonders betroffen sind die Segler in der Karibik. Aus ihrem Traum wurde ein Albtraum. Sie sitzen fest im Paradies. Lockdown, Ausgangssperre, Quarantäne. Das Inselparadies wird zur Falle. Kein Proviant, kein Wasser, kein Diesel. Kaum eine Insel ist noch anzulaufen. Aber das größte Problem ist die Hurrikansaison, die immer näher rückt.  Erst eine Petition an das Auswärtige Amt verschafft ihnen Gehör.

 

Für das Floatmagazin habe ich über die Situation in der Karibik geschrieben. Hier geht es zum Text.

Grüße aus der Quarantäne-Bucht

Die Welt ist im Ausnahmezustand. Wenn auch mit Verspätung hat die Corona-Pandemie die Türkei erreicht. Die Maßnahmen der Regierung sind ähnlich wie in Europa. Viele Geschäfte, Bars und Restaurants  sind geschlossen, die Grenzen dicht. Senioren dürfen ihr Haus nicht mehr verlassen. Wie lebt es sich in diesen Zeiten auf einem Boot. Für das Floatmagazin habe ich meine Eindrücke einmal aufgeschrieben. 

 

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Probezeit bestanden

Seit eineinhalb Jahren lebe ich jetzt schon auf meiner „Dilly-Dally“ im Mittelmeer. Für knapp 20.000 Euro habe ich die „alte Lady“ auf- und ausgerüstet. Für ein angenehmes Leben an Bord, aber auch für die Sicherheit auf größeren Passagen. Die Probezeit ist damit beendet. Jetzt kann es weitergehen. Also wäre da nicht derzeit Corona. Ein Resümee der ersten 18 Monate ist beim Floatmagazin erschienen. 

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März – die beste Zeit zu segeln

Natürlich kann man auch in der Türkei Waren online bestellen. Aber viel schöner ist es natürlich, in die nächste größere Stadt zum Einkaufen zu segeln. Beim Segelausrüster in Fethiye wollten wir schon mal die Gastflaggen für unseren Israel- und Zyperntörn kaufen. Der März zeigte sich von seiner besten Seite. Sonne, Wind und menschenleere Buchten und Häfen. Selbst im Golf von Fethiye, im Sommer von tausenden Seglern frequentiert, haben wir nur drei Segeln gesichtet. Ein besonderes Highlight war der Besuch der kleinen Insel Gemiler, auf der der Heilige Sankt Nikolaus sein erstes Grab gefunden haben soll, ehe er zunächst zu seinem Bischofssitz nach Myra und dann nach Italien umgebettet wurde. Im Mittelalter war Gemiler als Nikolaus-Insel eine Pilgerstätte für die Kreuzfahrer. Noch heute beeindrucken die Ruinen der Stadt. Mehrere Male habe ich schon vor der Insel geankert, aber noch nie einen Fuß auf das Eiland gesetzt, weil es im Sommer von Tagesausflüglern überrannt wird. Dieses Mal waren wir die einzigen Menschen auf Gemiler – und das einzige Boot in den umliegenden Buchten. Mit an Bord waren Arzum und ihr Hund Cingene, eine kleine Promenadenmischung, die Arzum vor einigen Jahren von der Straße rettete. Und so bestand unser Tagesablauf aus Gassigehen, Segeln, Gassigehen, Segeln, Gassigehen, Einkaufen und Segeln. Ach ja, und Gassigehen.

Unter Segeln ins Heilige Land

So ähnlich muss sich Altkanzler Gerhard Schröder gefühlt haben, als er als junger Mann am Zaun des Kanzleramts in Bonn stand, die Gitterstäbe fest mit seinen Händen umschlossen, und rief: „Ich will hier rein!“ Vor 32 Jahren stand ich auch vor einem Zaun, die Tore waren verschlossen und der freundliche aber bestimmte Polizist mit den verschränkten Armen vor Brust sagte nur: „Du darfst hier nicht rein“.

 

Seit diesem Tag im Jahr 1988 stand ich noch mehrere Male vor dem geschützten Areal, den Blick sehnsüchtig auf die Yachten in der Marina gerichtet, in meinem Rücken die Skyline von Tel Aviv. Jedes Mal stellte ich mir vor, über das Mittelmeer zu segeln, immer der aufgehenden Sonne entgegen, bis das Meer an einer langen flachen Küste im Osten endet und sich aus dem diffusen Dunst über dem glitzernden Wasser Konturen bilden. Erst unscharf, wie eine Fata Morgana, dann immer deutlicher: Berge, Strände, Häuser. Das Heilige Land.

 

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Falls jemand ein schönes Boot sucht!

Mein guter Freund Paul verkauft seine „alte Lady“. Nein, nicht seine Frau (die übrigens hervorragende Pies zubereitet), sondern seine Dufour 35. Ein Oldie, but Goldie. Heute haben wir mal ein kleines Video gedreht.

Spontane Geburtstagsfeier

Eigentlich wollten wir segeln gehen. Aber irgendwie wollte der Wind nicht so richtig. Kurzerhand änderten wir (einige türkische Freunde und ich) den Kurs auf den Stadthafen von Kaş, wo Ulrike und Jan den Wintern auf ihrer SY Makamae verbringen, ehe sie uns Ende April nach Israel begleiten werden. Eigentlich wollten wir Ulrike nur ein Geburtagsständchen arbeiten, aber dann nehmen wir sie einfach mit.

Landpartie: Leuchtturm mit Schneeballschlacht

Als es hieß, wir fahren zum Gelidonya Feneri, einem bekannten Leuchtturm an der Südküste der Türkei, hatte mir niemand gesagt, dass der nur über einen langen, steinigen und steilen Fußweg, dem bekannten Lykischen Weg, zu erreichen ist. Bei strahlender Sonne floss der Schweiß. Zum Abkühlen ging es dann anschließend auf 2365 Meter Höhe zur Schneeballschlacht (auf dem Tahtali bei Kemer). Wirklich eine tolle Aussicht von da oben. Also wahrscheinlich. Wenn der Berg nicht in den Wolken versinkt.

Mitte Januar? Beste Zeit für einen kleinen Segeltrip

Was macht man Mitte Januar? Einige feuern den Countdown an, der langsam, sehr langsam runterläuft, bis irgendwann der Krantermin ist. Andere werkeln schon fleißig im Winterlager. Wir sind dann mal mit fünf Booten für ein paar Tage losgesegelt. Bisschen entspannen von der Kleinstadt. Planschen, Essen, Gassi gehen. Und Zombies jagen unter einem glutroten Vollmond.

Segeln an Weihnachten

Das Wetter hätte etwas besser sein können. Ende Dezember in der Türkei ist aber immer noch vergleichbar mit Sommer an der Ostsee. Und so ging es am 25. Dezember zu einem kleinen Ausflug mit drei Booten. An Bord Briten, Australier, Südafrikaner und Deutsche. Weihnachten kann kaum schöner sein.

Weihnachtsstress

Weihnachtsstress? Was war das nochmal? Am Tag vor dem vierten Advent ist das Wetter in der Türkei  immer noch prächtig. Und außer ein paar Fischern und Tauchern ist niemand auf dem Meer. Einfach herrlich!  

Menschenschmuggel auf Yachten

Es ist mittlerweile ein paar Jahre her, zusammen mit Freunden hatte ich ein Boot in der Türkei gechartet. Wir lagen gerade an einem wackeligen Steg eines Restaurants in irgendeiner Bucht. Neben uns machte ein Segler fest, das Boot ein wenig abgerockt, an Bord ein paar Touristen mit ihrem Skipper. Kojencharter. Sie waren gerade aus Griechenland gekommen. Er schickte seine Crew auf Landgang, dann ging alles sehr schnell. Mehrere Männer erschienen, bepackt mit Kisten, die sie an Bord trugen, dafür nahmen sie ein paar Tüten mit. Kurz darauf saß der Skipper auf dem Vorschiff und kiffte. Die Anspannung schien von ihm abzufallen.

 

Was in den Kisten und Tüten war, wissen wir nicht. Vielleicht waren es ja nur Lebensmittel. Aber in unserer Fantasie lagen wir neben einem Schmuggler. Wahrscheinlich nicht nur in unserer Fantasie. 

 

Diese Anekdote lieferte die Idee, aus der mein erster Krimi gestrickt werden sollte. Die Schmuggelware sollte aber menschlicher Natur sein. Passte irgendwie in die Zeit. Damals ahnte ich noch nicht, dass längst auch andere die Idee hatten, mit Yachten Flüchtlinge zu schmuggeln. Allerdings nicht als Idee für ein Buch, sondern für den ultimativen Reibach. 

 

Als ich vor über einem Jahr das Boot in der Türkei kaufte, hörte ich gleich in der ersten Woche Anekdoten, wie ukrainische Menschenschmuggler Charteryachten für ihr Geschäft missbrauchen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich längst angefangen, an dem Krimi zu. arbeiten. Aber andere Projekte kamen dazwischen. Trotzdem sperrte ich seitdem Augen und Ohren auf, um Stoff zu sammeln, aus dem einmal ein Buch werden soll. Als dann am ersten Advent in Griechenland  eine Yacht gestohlen wurde, die tags darauf mit 56 Flüchtlingen an Bord vor Italien aufgebracht wurde, war klar, dass diese Entwicklung nicht nur Vorlage für ein Buch sein kann. Der Artikel über das relativ neue Phänomen ist bei Spiegel.de erschienen. Hier geht es zum Text