Kategorie: Brambusch macht blau

Watermaker: Mehr Unabhängigkeit, weniger Plastikmüll, nie mehr Durst

Ein Traum, so alt wie die Seefahrt. Aus Meerwasser Trinkwasser
bereiten. Ein „Watermaker“ macht’s möglich. Seit ein paar Tagen haben auch wir an Bord der Dilly-Dally eine Entsalzungsanlage, mit der wir neben dem Tank auch unsere Wasserflaschen füllen. Für
uns ein weiterer Schritt zu einem autarken Leben auf dem Wasser, ressourcen- und umweltschonend. Denn jetzt können wir dem Einwegflaschenwahn entkommen. Im Video erklären wir, warum wir uns für
ein kleines Modell mit Energierückgewinnung entschieden haben, wo wir die Komponenten verbaut haben und wie der Watermaker funktioniert. Prost!

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Models, Musen und ein Watermaker

November in
der Türkei ist wie Sommer an der Nordsee. Die See hat immer noch knapp 25 Grad, die Sonne scheint vom makellosen Himmel und meist weht ein nettes Windchen. Der Monat beginnt mit einem
außergewöhnlichen Foto-Shooting an Bord. Allerdings nicht auf der Dilly-Dally, die entsprach dann doch nicht den Vorstellungen des türkischen Bademoden-Labels, sondern auf der Hanse 575 unseres
Freundes Mark. Jens Reckermann, der Gastronom aus Holzwickede, schaute in der Bordküche vorbei und in Marmaris ließen wir uns einen Watermaker installieren und trafen Freunde aus Kas. Und
natürlich sind wir viel gesegelt. Meist mit dem Parasailor. November in der
Türkei ist wie Sommer an der Nordsee. Die See hat immer noch knapp 25 Grad, die Sonne scheint vom makellosen Himmel und meist weht ein nettes Windchen. Der Monat beginnt mit einem
außergewöhnlichen Foto-Shooting an Bord. Allerdings nicht auf der Dilly-Dally, die entsprach dann doch nicht den Vorstellungen des türkischen Bademoden-Labels, sondern auf der Hanse 575 unseres
Freundes Mark. Jens Reckermann, der Gastronom aus Holzwickede, schaute in der Bordküche vorbei und in Marmaris ließen wir uns einen Watermaker installieren und trafen Freunde aus Kas. Und
natürlich sind wir viel gesegelt. Meist mit dem Parasailor.

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Herbst – die schönste Zeit zu segeln

Nach der lähmenden Hitze des Sommers
beginnt in der Türkei die schönste Zeit des Jahres: der Herbst. Der Wind legt leicht zu, tagsüber klettert das Thermometer immer noch auf 30 Grad, das Wasser ist nur minimal kühler. Zeit, um mit
Freunden den neuen Parasailor zu testen, entlang der Küste zu schippern, historische Orte zu entdecken. Auch kommen nach der Corona-Zwangspause die ersten Freunde aus der alten Heimat zu Besuch.
Und dann ist da noch unser Segler-SUP-Cup in Kekova, diesmal mit Teilnehmern aus Israel, Wales, der Türkei und Deutschland.

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Beflügelt segeln

Alles begann letzten Winter mit einem Onlineseminar der ARC. Es ging um die
richtigen Segel für die Atlantikpassage. Bislang fühlte ich mich gut aufgestellt. Von Frog Sails, einer Segelmacherei in Schleswig, hatte ich eine neue Genua und ein neues Groß anfertigen lassen.
Zudem hatte ich auch noch einen Gennaker an Bord. Für das Mittelmeer vollkommen ausreichend. 

Doch für eine Atlantikpassage, das lernten wir im Seminar, gäbe es noch die perfekte Ergänzung. Ein großes Vorsegel für verschiedene Kurse und
Windrichtungen, eines, das Böen ausgleicht, kaum einfällt, und wenn doch, dann sich ohne großen Knall wieder aufrichtet. Ein leichtes Segel für die langen Downwindkurse mit den hohen Welle auf
dem Weg in die Karibik. Ein Parasailor. Ich war mehr als interessiert.

Wie es der Zufall wollte, hatte unser Freund Herbert auf seiner Lagoon einen Parasailor der ersten Generation an Bord. Und testeten wir ihn auf der
Sun Odyssey 44i von Jan. Und waren begeistert. Das stressfreie Segeln mit dem Parasailor machte wirklich Spaß. Und so bestellte ich mir einen maßgeschneiderten Parasailor der neuen
Generation. 

Die zweite Generation der Parasailor unterscheidet sich von der ersten vor allem in der Flügelgeometrie. Die Performance ist besser, die
Eigenstabilität größer und bietet mehr Sicherheit und Komfort beim Setzen und Bergen des Segels. Auch mit kleiner Crew oder Einhand ist das Segel gut zu händeln. 

Es gibt verschiedene Arten, den Parasailor anzuschlagen. Bei Downwindkursen um die 180 Grad lassen wir das Segel einfach vor dem Bug fliegen. Einen
Spinnakerbaum brauchen wir nicht unbedingt, der Flügel verleiht dem Segel genügend Stabilität. Auch wenn der Parasailor bei unseren Tests vor dem Bug tanzt, bleibt das Boot absolut stabil. Am
liebsten aber fahre ich den Parasailor wie einen Gennaker. Ich schlage ihn am Bug mit einer Taille an, habe dann Barberholer und die Schot. Für mich eine perfekte Einstellung für Kurse bis 160
Grad oder sogar etwas tiefer. Der Parasailor ist zudem eine optimale Kombination aus Gennaker und Spinnaker. Laut Herstellerangaben kann er auf Kursen bis 70
Grad eingesetzt werden. Wir haben es bislang bis 90 Grad getestet. Und sind mit dem Ergebnis super zufrieden.

Fünf oder sechs Mal haben wir den Parasailor bislang fliegen lassen. Hatten wir Probleme? Nein! Natürlich hatten wir mal die Schot falsch
angeschlagen, aber das war unser Fehler. Vor allem das Bergen des Segels war jedes Mal ein Kinderspiel. Das neue Patent des Easysnuffers hat hervorragend funktioniert. 

Es gibt Berichte von Seglern, die den Parasailor auf dem Atlantik auch bei 35 Knoten Wind gefahren haben. Wir haben bei 22 Knoten die Segel
gestrichen. Nicht, weil wir kein Vertrauen in das Segel hatten, sondern eher in uns. Bis dahin segelte die Dilly-Dally wie auf Schienen. Wir sind ja noch in der Testphase.

Und auch beim Verstauen des 120 Quadratmeter großen Segels gibt es keine Probleme. Dank eines Kompressionssacks. 

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Erfahrungsbericht: 3000 Seemeilen auf einem Kat

Im Frühjahr 2021 haben wir eine werftneue Lagoon 42 von der
französischen Atlantikküste in die Türkei überführt. Wir, das sind vor allem Sebastian Kummer, der bereits die Lagoon-Modelle 46 und 450 über viele tausend Meilen gesegelt ist, und ich, Jens
Brambusch. Als langjähriger Monohull-Segler und Live-on-board auf einer Moody 425 war es für mich der erste Törn auf einem Katamaran. Für rund ein Drittel der Strecke war ich zudem der Skipper.
Um es vorweg zu nehmen, ich war kein großer Fan von Katamaranen. Kann mich der Törn eines Besseren belehren? Wie sind die Segeleigenschaften der Lagoon 42? Was ist das wichtigste Segel? Wie der
Komfort? Welche Probleme gab es an Bord? Und wie steht es eigentlich um die Verarbeitung des Serienbootes? Fragen, die ich aus der Sicht eines Monohull-Seglers zu beantworten versuche.

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Langeweile? Nicht mit uns!


Hafentage! Langeweile kommt definitiv nicht auf. Nachdem ich einen Teil der Reling durch Edelstahl habe ersetzen lassen (um weitere Solarpanele anzubringen), ging es wieder mal nach Limanagzi.
Spontan paddelten wir die „SUP world games for untalented sailors“ aus. Mit dabei Wales, Türkei und Deutschland. Und dann war da noch das Jazz-Festival in der Marina.

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Hafentage sind Arbeitstage

Wer auf
einem Boot lebt, ist leider nicht davor gefeit, auch mal zu arbeiten. Nicht immer geht die Arbeit dabei leicht von der Hand. Das Gute ist, für Zerstreuung ist leicht gesorgt. Plantschen in der
nächsten Ankerbucht, Freunden bei leidigen Bootsjobs helfen oder einfach segeln gehen. Das ist immer die beste Wahl. Vor allem, wenn man einen neuen Parasailor hat, der unbedingt fliegen
will.

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3000 Seemeilen, sieben Länder, sechs Wochen

Es war eine Tour der besonderen Art. Zum ersten Mal segelte ich mit einem Kat – und dann gleich von Les Sables de O’lonne (Frankreich) zurück in die Türkei. Knapp
3000 Seemeilen, durch die Biskaya, über den Atlantik, durch die Straße von Gibraltar und dann fast durch das ganze Mittelmeer. Zeitweise wurde mir die Kapitänsmütze übertragen, da der Eigner von
Bord musste. Man könnte viel über die Reise schreiben, aber wir haben stattdessen viele schöne Videos gemacht. 

 

Und die findet ihr hier.

3000 sm, 7 Länder, 6 Wochen: Die Hälfte ist geschafft

3000 Seemeilen, sieben Länder, sechs Wochen. Mittlerweile haben wir die Hälfte der Strecke hinter uns. Die Biskaya, den Atlantik, die Straße von
Gibraltar. Wir sind auf Mallorca angekommen. Nur bei Lissabon und einmal zum Motorservice haben wir angelegt. Daher haben wir auch kaum Internetverbindung. Hier nun die gesammelten Videos.

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3000 Seemeilen, 7 Länder, 6 Wochen

Ein Überführungstörn von Les Sables d’Olonne in die Türkei auf einer Lagoon 42. Eigentlich wollten wir jetzt bereits vor Spanien sein, aber ein Tiefdruckgebiet
über der Biskaya erlaubt ein Auslaufen nicht. Der Wind wäre noch zu verkraften, aber eine Welle von vier bis fünf Metern drückt auf die Küste. Und so müssen wir warten – wie die anderen Skipper
der mittlerweile 13 werftneuen Lagoon, die an unserem Steg liegen. 

Derweil rüsten wir das Boot auf und aus, atmen die Atmosphäre dieses einzigartigen Ortes, der Seglern aus der ganzen Welt ein Glänzen in die Augen zaubert. Apropos
zaubern: Jens Reckermann, ein Gastronom aus Holzwickede bei Dortmund, verwöhnt uns an Bord mit feisten Menüs, die ideal für die kleine Bordküche sind. 

 

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Lockdown in der Türkei, Teil 2

Wir sind immer noch auf der Flucht. Auf der Flucht vor dem Lockdown. In der Türkei sind die Corona-Zahlen immer noch desaströs hoch, die Provinzgrenze wurden dicht
gemacht. Kurz zuvor sind wir losgesegelt – von Kas nach Mugla. Einmal in der südwestlichsten Provinz der Türkei angekommen, ist Segeln erlaubt. Oder war erlaubt. Oder man weiß es nicht so genau.
Denn mittlerweile gibt es neue Regeln. Strengere Regeln. Die Türkei ist auf dem Weg in eine Total-Lockdown. Für drei Wochen. Aber das erfahren wir erst auf
unserer Rückfahrt. 

 

 

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Lockdown in der Türkei! Ist Segeln noch erlaubt?

Wie man sieht: JA!  Wir sind gerade auf dem Weg nach Mugla, der südwestlichsten Provinz in der Türkei. Mit dabei ist wieder Jan auf seiner „Makamae“. Und
die Briten Mike und Elaine auf ihrer „Spicy Lady“. Auf beiden Booten ist jeweils eine Bordkatze. Aber wir können das toppen: Wir haben das Dreigespann aus Hund, Katze und Maus an Bord.

 

Man kann sagen: Wir sind auf der Flucht. Auf der Flucht vor dem Lockdown.

 

Die Türkei ist mittlerweile tief rot. Die Coronazahlen sind hoch. Sehr hoch sogar. Überall. Wir haben gehört, dass die Regierung den Verkehr zwischen den Provinzen
untersagen will. Und deshalb hauen wir schnell ab – nach Mugla, wo die schönsten Segelreviere der Türkei sind. 

 

Mit den Corona-Bestimmungen in der Türkei ist es wie in Deutschland. Kaum einer steigt durch. Nur wenige Regel sind klar und gelten für alle. Für Touristen gelten
sie beispielsweise gar nicht. Als „residents“ haben wir aber den gleichen Status wie die Türken. 

 

Also nichts wie weg, Segel setzen und raus aus der Provinz Antalya, in der Kas liegt. Perfekt für uns, dass wir wieder ein Wetterfenster mit Wind aus Südost
erwischen. Und noch etwas ist, wie fast immer: Wir haben kein Glück beim Fischen.

 

Verhungern müssen wir aber nicht. Auch wenn die Dilly-Dally nicht das schnellste Schiff der Flotte ist, rühmen wir uns, die beste Küche an Bord zu
haben. 

 

Am ersten Tag nehmen wir Kurs auf Gemiler, eine kleine Insel in der Nähe von Fethiye. Und beenden den Segeltag, nach mehr als 40 Meilen, mit einem Sundowner am
Leuchtturm. Am nächsten Tag wartet die längste Etappe auf unsere „Flucht“ auf uns. 55 Seemeilen sind es von Gemiler, vorbei an Marmaris und Rhodos, nach Bozukkale. Der Wind ist perfekt. Mit
durchschnittlich sieben Knoten düsen wir über das Meer – leider nicht auf dem direkten Weg. Vor Rhodos legt sich uns ein griechisches Kriegsschiff in den Weg, als wir deren Gewässer kreuzen
wollen. Also müssen wir noch einmal einen kleinen Bogen fahren. 

 

Als wir Bozukkale, eine kleine Bucht gegenüber von Rhodos erreicht haben, bekommen wir die Nachricht, dass wir alles richtig gemacht haben. Die Türkei hat die
Grenzen zwischen den Provinzen dicht gemacht. Aber wir sind in Mugla, und können nun weiter entlang der Küste fahren. Nächster Stopp: Bozburun.

 

Mittlerweile ist es Freitag, der erste  Weekend-Lockdown steht an. Und zudem ist starker Wind angesagt. Also entscheiden wir uns für eine kleine, sichere Bucht
nördlich von Bozburun. Aber vorher erledigen wir noch einmal die Einkäufe für das lange Wochenende in der Bucht. Segeln ist für uns als „Residents“ verboten. 

 

Nachdem wir noch versucht hatten, eine Delfinschule einzuholen, kommen wir wieder mal als letztes an. Nur Ismail, ein Freund aus Kas, kommt später zufällig in
die Bucht. Der vorhergesagte Wind bleibt aus. Oder er kommt zumindest nicht in die Bucht. Und so haben wir einen herrlich entspannten ersten Lockdown-Tag. 

 

Ein Highlight in der Bencik-Bucht ist ein kleiner Fluss, der tief in den Wald hineinführt. Wir dachten zumindest es ist ein Fluss, bis Wolfgang, ein Freund aus
Bozburun, uns aufklärte. Es ist kein Fluss, sondern ein Kanal, den in der Antike clevere Kaufleute bauen wollten, um die lange Etappe um die Halbinsel von Datca abzukürzen, an deren Spitze das
antike Knidos lag. Die beiden Seiten der Halbinsel trennt hier nur ein Kilometer. Zudem wehen am Kap von Knidos immer starke Winde, weshalb viele Schiffe bei ihrer Passage im Hafen der Stadt
Schutz suchen mussten – und abgezockt wurden. Deshalb begannen sie den Kanal zu graben. Allerdings starben bei den Bauarbeiten viele Sklaven. Waren die Götter ihnen etwa nicht gesonnen? Die
Kaufleute suchten Antwort beim bekannten Orakel von Delphi. In Knidos wusste man natürlich von der Anfrage, war schneller als die Kaufleute und bestach die weisen Herren in Delphi. Der Kanalbau,
orakelte man in Delphi, stünde unter keinem guten Stern. Und so legten die Kaufleute das Projekt auf Eis.

 

Ein Lockdown-Wochenenede vor Anker ist also gar nicht mal so schlecht. Schließlich weiß man sich zu beschäftigen. Das wir an Land gehen können, hat einen guten
Grund. Gassi gehen ist nämlich erlaubt. Auch während der Ausgangssperre. Danke Cingene! 

 

(TEXT AUS VIDEO)

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