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Krasse Planänderung

08.09.2026; Vanuatu/Espiritu Santo/Palikulo Bay; Tag 4.483; 30.106 sm total

„Sie haben eine Lücke in Ihrem Lebenslauf.“
Jedes Mal, wenn mein Blick auf unsere Australienkarte fällt, kommt mir dieser Satz aus der Personalabteilung in den Sinn.

Vor zwei Monaten habe ich in Port Vila auf einer Mauer gesessen und auf Achim gewartet. Wieder fällt mir unsere Lücke im Lebenslauf ein. Und dass uns der Pazifik so gut gefällt. Einmal raus, dann kommen wir nicht zurück.
Als Achim mich an der Mauer abholt, mache ich den Vorschlag: „Was hältst du davon, wenn wir noch eine weitere Saison im Pazifik bleiben? Lass uns nach Australien segeln. Da gibt es eine Lücke zu stopfen.“
Ich blicke in große Augen, gefolgt von einem schiefen Grinsen. „Lass mich drüber nachdenken.“ Das Denken fällt kurz aus, bereits am Abend ist es beschlossene Sache. Wir ändern unsere Pläne.

Diese Lücke in der Australienrunde ist der Stein des Anstoßes.
Die wollen wir mit Atanga und nicht mit dem Auto schließen (das gibt prima Raum für weitere Planänderungen ;-) ).

Die Vorbereitungen dafür sind recht einfach. Wir brauchen nur hinzusegeln. Schlappe 1.200 Meilen bis nach Cairns. Bis Mitte November geht das gefahrlos. Wir sind noch außerhalb der Zyklonsaison. Der Wind wird schräg von hinten oder der Seite kommen – wahrscheinlich von der ersten bis zur letzten Meile.

Strecke Vanuatu nach Cairns. Nichts im Weg, Kurs 266°. Klingt so erstmal einfach.

Wind nach Cairns. So sieht es nahezu jeden Tag in der Vorhersage aus. Klingt so erstmal einfach.

Als Hürde bleibt das Thema mit den Visa übrig. Von unserem Tasmanien-Besuch haben wir noch ein 3-Monate-E-Visum. Das ist gültig bis Mitte Dezember. Damit kommen wir problemlos rein. Dann können wir alle drei Monate in Australien um weitere drei Monate verlängern. Der Pferdefuß dabei: Wir müssen jeweils für einen Tag ausfliegen. Wohin ist egal. Deutschland (hurra, liebe Menschen besuchen), Neuseeland (pfui!, aber warum nicht?) oder nach Borneo (Affen bestaunen).
Die Möglichkeiten sind unerschöpflich.

Damit wir bis zum Ende der neuen Zyklon-Zeit – im Mai – nur einmal ausfliegen müssen, wollen wir nicht vor dem 1. November in Australien ankommen.
Bis hierher ein guter Plan.
Leider läuft unser Visum für Vanuatu am Samstag aus. In vier Tagen. Selbst, wenn wir trödeln, wären wir zu früh in Cairns. Daher ist die schlaue Idee geboren, in Vanuatu einen Monat Verlängerung zu beantragen.

In Luganville waren wir bei der Immigration, um zu fragen, wie wir das anstellen sollen. Die nette Beamtin: „Ihr müsst das online machen. Am besten fünf Tage vorher.“
Das war Achim zu knapp. Der Antrag ist letzte Woche rausgegangen und hat den Status „unter Bearbeitung“ erhalten. Seitdem still ruht der See.

Immigration Office. Lange Schlange, aber der Weg zum Visa-Schalter ist frei. Hier melden die Menschen auch die Geburten ihrer Kinder an.

Der Sprechschlitz liegt kurz über Kniehöhe. Nicht optimal für längere Diskussionen.

Wir sind nicht so ruhig. Sollte bis Samstag nichts kommen, sind wir dann bereits illegal? Oder nicht? Morgen fahren wir noch einmal nach Lunganville und hoffen auf Auskünfte.

Die Idee, am letzten Tag offiziell auszuklarieren und uns vier Wochen in irgendwelchen Buchten zu verstecken, haben wir verworfen. Es ist beliebig unwahrscheinlich, dass Vanuatu davon etwas mitbekommt. Die Offiziellen hatten ja nicht mal ein Funkgerät beim Einklarieren, geschweige denn ein Fahrzeug. Aber die Belohnungen, falls wir erwischt werden, sind zu groß. Es stehen bis zu 100.000 Euro im Raum, plus Meldung an ein internationales „rotes Register“ mit Visa-Vergehen.
Außerdem haben wir vor den Fragen in Australien deutlich Respekt. Die Inselstaaten im Pazifik werden zunehmend als Drogenstrecke von Südamerika aus genutzt. „Wo waren sie eigentlich die letzten sechs Wochen? Ach, der feine Herr ist Chemiker. Dann wollen wir doch mal schauen …“

Krzysztof Baranowski PL – Jacqueline Evert NED

PT. LOUIS – MAURITIUS – PITSTOP FOR TWO SOLO CIRCUMNAVIGATORS
Krzysztof Baranowski´s THIRD SOLO CIRCUMNAVIGATION AGED 88
Ja, Chris ist schon ein DONNERBLITZBUB, so haben wir früher die ganzen Kerle genannt. Und Chris ist so einer in Reinkultur!
Still und vergleichbar heimlich hat Chris sich für diese besondere Reise vorbereitet, hat mit Hilfe seines Freundes und Sponsors Marek Stryjecki ein Schiff gesucht, hat in UK im Jahre 2023 die SV Meteor aufgeschnüffelt und gekauft. Ein Renner der Sonderklasse, Renommée und Vorzeige Schiff seines Konstrukteurs, der seiner Konkurrenz auf Regatten die Harke zeigen wollte. Hat auch geklappt! Ein Schiff, das eigentlich so garnicht für ausgedehnte Reisen ideal, weil das gewaltige Kielgewicht ungewwöhnliche Bewegungen zur Folge hat. Als wir Chris auf dem Heimweg von UK in
Kiel getroffen haben, waren Fender in Holtenau nicjt nötig, weil der Kiel bereits im Boden steckte. Die Meteor ist schnell unterwegs, die Pausen unterwegs konnten länger dauern, für einen Segelgenießer wie Chris, der Lebens Honig, denn recht sicher wird es keine weitere Weltumsegelung geben. Vermutlich gehört dieser Mann auf seinen Segel Pausen zu den am meisten besuchten Männern auf den Weltmeeren, überall wid von freundlichen Menschen geholfen, die Wäsche gewaschen, Reparaturen freundschaftlich organisiert. Polnisch scheint an Bord die Landessparche, obgleich Chris Englisch perfekt beherrscht.

In Cape Town ist ein Besuch von Jeremy Bagshaw geplant, der Ende September von Les Sables in seine Heimat zurückkehrt.

Hamburg 05.09.2026
Peter Foerthmann
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Jacqueline Evers NED

The Next Generation

01.09.2026; Vanuatu/Espiritu Santo/Palikulo Bay; Tag 4.476; 30.106 sm total

Das Elend fängt mit einer Fehleinschätzung an. „Wo kommt denn bloß der Mohn her?“, wundere ich mich. „Wir hatten doch gar nichts mit Mohn!“ Ich wische die Krümel zwischen den Tellern im Schrank weg und denke nicht weiter drüber nach. Zwei Tage später finde ich die nächste Ladung an der gleichen Stelle. Eine genauere Betrachtung – diesmal ohne Brille – treibt mir Sorgenfalten ins Gesicht. Nix Mohn, es handelt sich eindeutig um Kakerlaken-Kacke.
Schöner Mist! Wenn Kakerlaken Mohnkörner großen Dreck hinterlassen können, dürften es Kavenzmänner sein.

Als Sofortmaßnahme baue ich aus Eierkartons Kakerlaken-Hotels. Bestückt mit Borsäure und Zucker. Seit Edgar der Schabe weiß jeder, Kakerlaken lieben Zucker. Zusätzlich kaufen wir Fressköder im Supermarkt. Beide Methoden wirken als Kaskadengift. Die Wirkstoffe werden ins Nest getragen und vergiften dort die Nachkommen.

 

Kakerlaken-Hotels bestückt mit Borsäure.

Borsäure ist ein weißes Pulver. Rein von der Optik hofft man dann, dass das Beutelchen nicht vom Zoll gefunden wird. :mrgreen:

Es dauert eine Zeit, da tauchen die ersten Leichen auf. Große Biester. Wahrscheinlich handelt es sich um die flugwillige amerikanische Schabe. Es dauert eine noch längere Zeit, da tauchen Baby-Kakerlaken auf. Die sind noch nicht so flink auf den Beinen wie ihre Eltern. Wir erwischen ein halbes Dutzend. Das reicht nicht! Ein Eipaket enthält 14 bis 16 Eier. Der Rest der Brut entkommt, häutet sich, wächst zu mittelgroßen Schaben heran. Wir erwischen weitere zwei.

Mit einem Körper, den nur eine Mutter lieben kann. Ein Amerikaner oder Australier. Die sehen sich sehr ähnlich.

Inzwischen haben wir das Land gewechselt. Die Geschichte zieht sich seit Nouméa, genau gesagt seit April. Wir wähnen uns schabenfrei, als an einem lauen Abend im Juni ein mausgroßes Teil in der Pantry landet. Das Biest ist so fett, dass es nicht mal eben in einer Ritze verschwinden kann. Achim ist schnell wie der Blitz. Gute Leistung!  Ein paar Tage später sehe ich am Dinghy-Dock eine Schabe am Nachbar-Schlauchboot hochklettern. Ich kann sie zum Schwimmen überreden.

An Bord ist Ruhe. Kein Mohn, keine Häute, keine weiteren Funde. Wir atmen auf.
Zu früh. Es erfolgen erneut Sichtungen und Fänge von mittelgroßen Schaben. Ob es sich um unsere Nouméa-Brut oder eine neue Familie handelt, ist nicht überliefert. Wir wechseln die Fallen, kontrollieren, putzen und passen auf.

Und tatsächlich, seit vier Wochen ist es friedlich. Wir erklären Atanga nun wirklich für kakerlakenfrei. Bis gestern. Die nächste Generation ist da. Ein kleines Tier rennt rotzfrech am hellen Tag im Cockpit umher. Aber auf Achim ist Verlass. Platsch. Weidmanns Dank. Zu hell der Körper, zu tagaktiv, um ein echter Amerikaner zu sein. Dazu kommen gestreifte Beine.

Es könnte eine Außenschabe sein. Dies sind keine Schädlinge, sondern sie fressen verrottendes Pflanzenmaterial im Garten. Es soll keine Vermehrung im Haus stattfinden. Was auf einem Boot passiert, ist natürlich nicht beschrieben. Hoffentlich weiß die Außenschabe, dass sie ohne Grünabfall nach ein paar Tagen zu verenden hat.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Kakerlake bitte zuerst.

Nicht nur, dass die Viecher eklig sind, sie richten echten Schaden an. Hier die Gummidichtung unseres Schnellkochtopfes. Als ob es in den Ritzen der Bodenbretter nicht genügend Krümel zu finden gäbe. Auch die Ringdichtung hat Frass-Spuren. Achim meint, das sei Abrieb vom Schaukeln. Ich sage, es waren die Amerikaner. Abrieb hatten wir in zwölf Jahren nicht  …

 

SV La Rossa – Volker Haas GER

TRINTELLA 51 SEIT 28 JAHREN MIT PACIFIC PLUS UNTERWEGS
Hallo Herr Foerthmann, ich segele seit vielen Jahren eine Pacific Plus, die einwandfrei funktioniert. Bei einer Wartung habe ich festgestellt, dass ein V-Ring am Schaft gerissen ist. Können Sie mir bitte zwei neue zusenden, dann habe ich eine in Reserve. 
Vielen Dank für Ihre Mühe.
Volker Haas

Mit der La Rossa ist der Ersteigner bereits 12 Jahre um die Welt gesegelt.

SV Irene – Pam + Dick Morris NZ

35 YEARS OF LIVING ONBOARD OF IRENE WE HAVE NOW SETTLED IN NZ
Good morning Peter, I must first apologise to you – we have been let down by technology – mail adrift, computer up-dates and loss of addresses etc. and it has only been by chance we have met up with relatives etc. We have, indeed , sold ‚Irene‘ – after living aboard for over 35 years it was only with the greatest of regrets. Your ‚Windpilot‘ was still in action and ready to carry on where we left of. We have never joined the ‚blogosphere‘ as we prefer a quiet low profile life – now living ashore in New Zealand the last news we had of you was that life had been kind to you and we hope that it continues to do so.
Regards from Both (Dick and Pat Morris – ex ‚Irene‘
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SV Loveworkx – Jacqueline Evers NED

GRINDE AND HER SKIPPER JACQUELINE NOW MID INDIAN OCEAN
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Schietwetter in Vanuatu – zum Glück gibt es Tasmanien.

25.08.2026; Vanuatu/Espiritu Santo/Palikulo Bay; Tag 4.469; 30.106 sm total

Von Fiji bis zu den Salomonen zieht sich ein Wolkenband. Wobei „Wolkenband“ die Situation ziemlich verniedlicht. Die Wolkendecke ist so dick, dass selbst Starlink nur mühsam den Kontakt zur Außenwelt hält.

Ein Wolken“band“ von über 2500 Kilometer Länge. Wir haben Kontakt zu Seglern sowohl in Fiji als auch Salomonen: Alle berichten von dem gleichen schlechten Wetter.
Ab Morgen soll es besser werden.

Wir waren seit über einer Woche nicht von Bord.  Grau, grau, grau. Regen, Niesel, Regen. Und Wind. Homeoffice ist angesagt. Damit der Bordkoller nicht zuschlägt und irgendwann böse Worte fallen, beschäftigen wir uns mit Dingen, die gute Laune machen. Und so ist zwischen Wind und Regen etwas Schönes entstanden.

Vielleicht ist bei Euch ja auch Schietwetter? Dann ab aufs Sofa und kommt mit uns auf die Reise — der Film über unsere Tasmanien-Rundreise ist fertig.

Viel Spaß beim Anschauen.

Der You-Tube-Link behauptet „Fehler bei der Konfiguration des Videoplayers. Fehler 153.“
Warum das so ist, können wir im Augenblick nicht herausfinden. Der Link funktioniert tadellos.

#34 Tasmanien – Einmal rund im 4×4 Camper.

Jochen Rieker – Delius Klasing – eine KI – Recherche

WIESO – WESHALB – WARUM – RECHERCHE

Peter Foerthmann und Jochen Rieker, welche Verbindungen gibt es?

Jochen Rieker

Einhand unterwegs

DER EINHANDSEGLER IM VOLKSMUND

Einhandsegeln

SV BlaVand – Cay von der Decken GER

HR MISTRESS 32 – FUNKTIONIERT SOGAR WENN SKIPPER AN BORD IST!
Moin Peter,
ich bin jetzt schon einige Wochen mit meinen Schiffchen unterwegs und muss oft an Dich denken.
Ich kann Dir garnicht sagen, wie dankbar ich Dir dafür bin, dass es diese Windsteuerung gibt. Ohne dieses geniale Teil hätte ich meinen Törn nicht fahren können.
Herzliche Grüße
Cay, SV BlaVand

Vanuatu: Das sicherste Katastrophengebiet der Welt

16.08.2026; Vanuatu/Espiritu Santo/Luganville; Tag 4.460; 30.098 sm total

Sonntagnachmittag. Alles ist ruhig auf Atanga. Eine Fliege summt durch den Salon. Ich liege auf dem Sofa, verscheuche sie gelegentlich von meinem Bein und konzentriere mich auf meine Sprachen-App. Achim macht in der Achterkabine das Gleiche. Denke ich zumindest, vielleicht ist er auch eingenickt. Hinten ist es auffällig ruhig.

Plötzlich höre ich ein Rattern. Es rumpelt, als ob ein großes Schiff nahe an uns vorbeifährt. Sehr nahe. Zu nahe. Welcher Trottel will uns da rammen?
Ich springe vom Sofa auf ins Cockpit. Laufe aufs Vorschiff. Nichts zu sehen. Außer unsere Nachbarn auf ihrem Katamaran, die ebenfalls aufgeregt an Deck stehen. Es rumpelt wieder. Achim ist jetzt auch zur Stelle. Mit einem Fragezeichen am Kopf. Unsere Ankerkette kann die Geräusche nicht machen, wir hängen ja am Mooring-Seil. Es rattert erneut. Und dann kommt die Erkenntnis: ein Erdbeben!

Nach ein paar Stößen ist es vorbei. Stärke 6,1. Einhundert Kilometer von uns entfernt. Es rumpelt in knapp 200 Meter Tiefe. Zu schwach und zu tief für einen Tsunami finden wir eine Entwarnung im Internet.
Mein Puls geht wieder auf normal.

Das Erdbeben, das wir deutlich an Bord spüren konnten. Keine Schäden in Vanuatu. Quelle: U.S. Geological Survey

Alle Erdbeben der letzten 7 Tage als orangene Punkte. Die meisten Beben im Land sind schwach und richten kaum Schäden an. Ab 6.0 gilt ein Beben als stark. Davon gibt es in Vanuatu eine Handvoll im Jahr. Quelle: vmgd.gov.vu

In Vanuatu ballen sich die möglichen Naturkatastrophen. Kaum anderswo auf der Welt ist die Bedrohung größer, durch so ein Ereignis zu Schaden zu kommen. Vulkanausbrüche. Tsunamis. Erdbeben. Und weil das noch nicht reicht, kommen im Sommerhalbjahr auch noch Zyklone dazu.
Vor drei Jahren schafften es innerhalb von 48 Stunden zwei Kategorie-4-Zyklone Vanuatu zu überrollen. Während alle noch ihre Häuser sicherten, gab es mittendrin noch ein 6,5-Erdbeben. „Das chaotischste Wochenende im Pazifik“ wurde ausgerufen.
Vor ein paar Jahren hob ein Beben eine Lagune so schnell an, dass die Bewohner mit Eimern bewaffnet Langusten und Fische auf dem neu entstandenen Land einsammeln konnten.
Beim Unterwasservulkan nahe der Insel Epi fing 2023 plötzlich das Meer an zu kochen. Einhundert Meter hohe Dampfwolken zwangen Schiffe zu Umwegen.

Ein gefährliches Pulverfass, dieses Vanuatu.

Im krassen Gegensatz dazu steht die Kriminalstatistik. Platz 186 von 193 Ländern. In Vanuatu gibt es keine organisierte Schwerstkriminalität, keine Banden und selten Schusswaffengebrauch. Die Alltagskriminalität beschränkt sich in der Regel auf Diebstähle. In Luganville einen auf den Kopf zu bekommen, diese Chance ist kleiner, als vom Tsunami weggewaschen zu werden.

Entsprechend leer sind Gefängnisse. Kleinere Vergehen werden vom Chief des Kustom-Dorfes gelöst. Man entschuldigt sich, als Wiedergutmachung wechselt ein Schwein den Besitzer.
Schwere Delikte, wie Sexualstraftaten, Inzest und Gewalt enden im Gefängnis.

In Port Vila sind wir beim Stadtrundgang am Gefängnis vorbeigekommen. Von außen wirkte es eher wie ein gut gesichertes Internat. Massenausbrüche in Vanuatu machten bereits internationale Schlagzeilen. Die Insassen entkamen einfach durchs Anheben eines Zauns.
Die Häftlinge hatten gar nicht vor zu flüchten, sondern brachen aus, um die Familien zu besuchen, Weihnachten zu feiern oder die Gartenarbeit zu erledigen. Freiwillig kehrten sie in ihre Zellen zurück.

Das Gefängnis in Port Vila. Mit Natodraht gesichert, aber die Wärter saßen im Schatten und haben geschwatzt.

Der sicherste unsichere Ort der Welt. Wir spazieren also weiterhin unbefangen über die Inseln und schließen nachts die Türen nicht ab. Ein gutes Gefühl. Zyklone sind im Augenblick nicht zu erwarten. Den Vulkanen gehen wir aus dem Weg. Bleiben die Erdbeben und Tsunamis – was sagt eigentlich unsere Versicherung dazu?

Peter – kurze Würze

EIN ALIEN MIT MEINUNG

Peter – kurze Würze