Monatsarchive: Oktober 2018

Unter Deck der Ofcet 32 SC

Unter Deck der Ofcet 32 SC fällt vor allem die ungewöhnliche Fensterausstattung auf. Die Fenster im Aufbau prägen durch ihre kantige Würfelform schon das äußere Erscheinungsbild der Ofcet 32 SC. Vom Salon aus zeigt sich dann, wofür sie gut sind. Eine Seitenfläche zeigt nach vorne, die zweite nach oben und die dritte ganz normal zur Seite. Damit kann man unter Deck sowohl direkt voraus als auch nach oben ins Rigg peilen. Zudem lässt diese Fensterform auch noch viel Licht in die Yacht.

Licht gibt es außerdem durch die Seitenfenster im Rumpf. Von außen verbergen sich je zwei Seitenfenster in einer weit vorn liegenden Fensterfläche. Von innen wird deutlich: Eines der Seitenfenster liegt im Salon, das andere im Vorschiff. Im Schott, das die beiden Räume trennt, liegen auf gleicher Höhe ebenfalls zwei Fenster. Das ermöglicht unter Deck einen Rundumblick auf Augenhöhe, sowohl vom Vorschiff als auch vom Salon aus. Verdunkeln lassen sich die Fenster durch Querrollos.

Die Raumaufteilung unter Deck ist ansonsten mehr oder weniger klassisch: Der Niedergang führt zur Pantry an Backbord und zur Navi an Steuerbord. Davor liegt der Salon, der zum Vorschiff führt. An Backbord achtern befindet sich eine Achterkabine, an Steuerbord achtern die Nasszelle mit dem Durchgang zu einem großzügigen Stauraum. In den zentralen Bereichen kommt man auf eine Stehhöhe von 1,80 Metern. In einigen Bereichen drohen abgedeckte Hutmuttern mit dem einen oder anderen blauen Fleck.

Die Ausrüstung unter Deck ist relativ spartanisch gehalten. Stauräume und Staufächer sind vorhanden, aber mit Schränken oder Schapps in den Kabinen sieht es knapp aus. Auf der Optionsliste stehen textile Kleiderschränke, die per Druckknöpfen an den Flächen befestigt werden können. In der Pantry und in der Navigationsecke sind Schubfächer und Schapps für Ausrüstung vorgesehen. Das Küchenmöbel am Salontisch macht aus der Raumnot eine Tugend und Geschirr sowie Besteck sind am rechten Ort platziert.

Die Anzahl der Schlafplätze lässt sich erweitern. Neben den Kabinen können zwei Personen im Salon nächtigen, wobei die Salonkojen mit 70 Zentimetern schmal sind. Der Stauraum an Steuerbord achtern lässt sich zudem mit zusätzlichen Kojen aufrüsten. Es gibt die Variante mit Rohrkoje, um sich die Flexibilität zu erhalten, und die Möglichkeit einer festen Koje. Dabei ist zu bedenken, dass der Zugang durch die Nasszelle erfolgt und keine Tür vorgesehen ist.

JPK 10.30: Alleskönnerin mit Sinn für den harten Einsatz

JPK 10.30

Tausendsassa Jean-Pierre Kelbert arbeitet schon wieder an einem neuen Schiff. Und wieder kommen die Pläne von Jacques Valer. Das Projekt ist vielversprechend

Conrad muss sein Nonstop-Projekt verschieben

Peter Conrad: <p>
	Einhandsegler Conrad auf seiner &bdquo;Timshal&ldquo;</p>

Zweimal ist Peter Conrad aufgebrochen, um die Welt allein und ohne Stopp zu umsegeln, zweimal endete der Törn nur wenig später • Neuer Versuch im nächsten Jahr

Meisterschaft der Meister: 470er Juniorinnen überraschen Favoriten – Erster First 18 Einsatz

Meisterschaft der Meister

Riesige Überraschung bei der 38. Meisterschaft der Meister. Ein junges Frauenteam düpiert die gestandene Konkurrenz. Spannender hätte das Finale auf der Alster kaum sein können. Weiterlesen

Segel richtig einlagern

Der Mast ist gezogen, das Schiff steht aufgebockt in der leicht geheizten Bootshalle und die Segel? Die werden hoffentlich ebenso pfleglich behandelt wie die Yacht im Winterlager. So, wie sich Eigner und Bootsbauer in den Wintermonaten daran machen, größere Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten am Rumpf, im Innenraum und am Rigg des Schiffes vorzunehmen, ist es jetzt auch an der Zeit, die Segel vor dem Einlagern genau durchzusehen.

Nach der Saison sollte das Segel auf Beschädigungen untersucht werden

„Kleine Beschädigungen, wenige Zentimeter lange schadhafte Stellen oder auch eine aufgehende Naht sind von einem guten Segelmacher mit wenig Aufwand schnell zu beheben“, sagt Robert F. Kühnen vom Segeltuchhersteller Dimension-Polyant. „In den Wintermonaten haben die Segelmacher Zeit, sich um die vielen kleinen Reparaturen zu kümmern. Denn wer erst zu Beginn der Saison mit seinen schadhaften Segeln kommt, muss mitunter länger auf die Reparatur warten.“ Aber auch wenn auf den ersten Blick keine Schäden am Segel festzustellen sind, empfiehlt er, die „Tücher“ von einem Segelmacher nach der Saison einmal durchsehen zu lassen. „Ein kleiner Schaden oder eine poröse Stelle sind oft nur schwer zu erkennen, doch daraus kann beim nächsten Manöver schnell ein größerer Riss werden“, sagt er.

Für die Lagerung der Segel im Winter gibt Dimension-Polyant zwei klare Empfehlungen: Die Segel müssen vor dem Verstauen trocken sein. Auch der Lagerplatz sollte ebenfalls trocken, zumindest mäßig beheizt und luftig sein. „Unschöne Stockflecken entstehen, wenn die Segel nicht ganz trocken sind, zu dicht gepackt wurden oder der Raum feucht ist“, erklärt er. „Es dürfen keine biologischen oder organischen Reste auf dem Segel sein, denn das ist der ideale Nährboden für Pilze, die für die Flecken verantwortlich sind.“ Hat das einst schöne weiße Segel trotz aller Vorsicht Stockflecken bekommt, empfiehlt Kühnen folgende Behandlung: „Am besten weicht man die betroffenen Stellen in einer milden Chlorlösung mit einer Konzentration von unter einem Prozent Chlor für etwa zwei Stunden ein. Danach sollte das Segel noch mit klarem Wasser und einer Bürste gründlich abgeschrubbt werden.“

Hauptsache trocken: Auch im Keller lagern Segel über den Winter gut

Am besten wäre es natürlich, wenn die Segel anschließend zur Aufbewahrung gerollt werden, um die Fasern nicht zu zerknicken. Doch über 100 Quadratmeter aufgerollte Segel passen in die wenigsten Garagen und Keller. „Dennoch sollte man vermeiden, die Segel unnötig zu knicken“, sagt Robert F. Kühnen. „Und schon gar nicht weitere Sachen aus Keller und Garage darauf stapeln. Am besten, man legt das vorzugsweise gerollte Tuch oben auf.“

Die locker gefaltete, trockene Aufbewahrung des Segels – am besten in einem geräumigen Sack – schützt auch die Formstabilität des Profils, die einzelnen Fasern oder die aus Folie gefertigten Sichtfenster der Segel. Alles, was zu eng zusammengepresst ist, bekommt Knicke, die schnell zu einem Riss werden können. „Am besten ist es, die Segel in rund einen Meter breiten Bahnen, parallel zum Achterliek, zusammenzulegen“, sagt Kühnen. Auch Spinnaker, oft achtlos nach dem letzten Manöver im Sack zusammengeknüllt, sollten für den Winterschlaf ordentlich zusammengelegt werden. Das geht am besten, wenn man beide Schothörner aufeinander legt und das bauchige Segel dann in gleichmäßige Bahnen legt.

Extra sauber, fast sogar porentief rein, müssen Segel dagegen nicht sein. Eindringlich warnt der Kühnen daher vor speziellen Segel-Waschanlagen. „Kein Segel muss besonders gewaschen werden“, betont er.

ORC und IRC wollen Zusammenarbeit fortsetzen

Bei der Jahrestagung des Weltseglerverbandes World Sailing in Sarasota/USA haben die Vertreter des RORC und des ORC die Fortsetzung der Zusammenarbeit in den beiden Vermessungsformeln IRC und ORC erklärt, die sie in diesem Jahr mit der gemeinsamen Austragung der Weltmeisterschaft in Den Haag/Niederlande begonnen haben. Die Vertreter beider Systeme hatten sich zuvor im Rahmen des Rolex Middle Sea Race im Royal Malta Yacht Club getroffen und die Zukunft des Offshore-Segelns diskutiert. Beide Seiten waren sich einig, dass die WM in Den Haag ein Erfolg war. Vor allem die Bereitschaft der Techniker von IRC und ORC wurde gelobt, schnell Lösungen für Vermessungsprobleme zu finden. Und die meisten Teilnehmer bestätigten, dass die kombinierte Wertung geeignet war, um gegeneinander konkurrieren zu können.

Die beiden von World Sailing anerkannten Vermessungsformeln sollen weiterentwickelt werden, um das Universal Measurement System (UMS) weiterzuentwickeln, damit weltweit Boote für verschiedene Messsysteme leichter bewertet werden können. Außerdem wurde vereinbart, dass das IRC in die Entscheidung einbezogen wird, zukünftige Austragungsorte für die gemeinsamen Offshore-Weltmeisterschaften auszuwählen. In Zukunft sollen alle zwei Jahre gemeinsame Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

Der ORC-Vorsitzende Bruno Finzi zeigte sich zufrieden mit dieser Vereinbarung: „Wir freuen uns, dass wir uns auf diese gemeinsame Vision für die Zukunft des Offshore-Segelns einigen konnten. Sie wird dazu beitragen, den vielen Tausenden von Booten in diesem Bereich Planungssicherheit zu geben, dass wir einen klaren Fahrplan für wettbewerbsfähige Weltmeisterschaften haben werden.“

Auch der Commodore des RORC, Steven Anderson, freute sich über das Ergebnis: „Es war eine sehr positive Diskussion. Ich danke Bruno für eine so positive und offene Herangehensweise. Beide Organisationen waren sich einig, dass die gemeinsame WM ein Erfolg waren und die Organisatoren sehr gute Arbeit geleistet haben. Die Entscheidung für die Weltmeisterschaften 2020 ist noch nicht gefallen, und wir möchten uns an dieser Entscheidung beteiligen. Wir glauben, dass eine WM alle zwei Jahre auch Boote weit über den Austragungsort hinaus anlocken wird.“

Bei der Jahrestagung in Sarasota soll nun weiter über die Zusammenarbeit diskutiert werden.

 

Waterloft

Beschreibung

Waterloft – Ihr Partner für hochwertige, maritime Ausrüstung

Waterloft ist der Spezialist, wenn es um das Lösungsmanagement bei der Ausrüstung von Schiffen und Booten geht. Die beiden Geschäftsführer Jörg Tapken und Niels Thoss sind mit dem Element Wasser aufgewachsen und große Liebhaber des maritimen Hobbys. Sie wissen aus Erfahrung, wie das Leben auf dem Wasser noch ein wenig schöner und komfortabler gestaltet werden kann – und genau das möchten sie an ihre Kunden weitergeben.

Innovative Navigationsgeräte, Wärmetechnik, hochwertige Soundsysteme oder klassisches Bord-Equipment, wie Ferngläser, Rettungswesten, Taschenlampen etc., – das Schleswiger Unternehmen, das 2013 gegründet wurde, bietet ein reiches Produktprogramm mit über 13.000 Artikeln an.

Neben der Produktvielfalt ist Waterloft eine hochwertige Qualität ebenso wichtig wie ein zuverlässiger, persönlicher Service. Individuelle Lösungen, schnelle Lieferzeiten, eine bestmögliche Beratung sowie professionelle Unterstützung bei der Auswahl und der Installation der Produkte zeichnen Waterloft aus und machen das norddeutsche Unternehmen zum idealen Partner für alle, die ihr Schiff nach höchsten Ansprüchen ausrüsten möchten.

Kontakt

Waterloft GmbH & Co. KG
Flensburger Str. 8a
24837 Schleswig
Deutschland

Telefon +49 4621 99 71 81
[email protected]
www.waterloft.de

Download


Der aktuelle Waterloft-Katalog

Mehr erfahren

Der Beitrag Waterloft erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Schöne Boote, anders segeln

Dr. Germar Brockmeyer ist neuer DSV-Generalsekretär

Als langjähriger Leiter der öffentlichen Auftragsverwaltung des DSV verfügt der 58-jährige Jurist über eine hohe Expertise in der Segelbranche. „Ich freue mich sehr, dass wir mit Dr. Germar Brockmeyer einen äußerst verantwortungsvollen und erfahrenen Fachmann als Generalsekretär gewinnen konnten“, sagte DSV-Präsidentin Mona Küppers. „In den vergangenen Monaten hat er in kommissarischer Funktion bereits entscheidend dazu beigetragen, dass wir wieder Fahrt aufnehmen und die anstehenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen.“

Als neuer Generalsekretär leitet Dr. Germar Brockmeyer die Geschäftsstelle des DSV in Hamburg und die Außenstelle in Kiel-Schilksee. Seine Position stellt das Bindeglied zwischen dem Präsidium und den hauptberuflichen Mitarbeiter*innen des DSV dar. „Ich bin dankbar für das Vertrauen, das mir das Präsidium entgegenbringt, und nehme die Herausforderung sehr gerne an“, erklärte Brockmeyer. „Die enge und konstruktive Zusammenarbeit der vergangenen Monate mit dem Präsidium, den Mitarbeitern und unseren Partnern möchte ich als Generalsekretär fortsetzen.“

Winterlager in Wilhelmshaven – die letzte Reise der Dehlya

In besten Händen: Die Dehlya bei Jade Yachting

Unsere Refit-Kandidatin hat für dieses Jahr ihre vorerst letzte Ruhestätte erreicht. Wobei: Ruhig wird es bei Jade Yachting für sie ganz bestimmt nicht

El Cajas – ein Ausflug, der nicht ganz glatt läuft

Sa, 27.Okt.18, Ecuador/Cuenca, Tag 1610, 13.337 sm von HH

Cuenca hängt heute, nach zwei Tagen Sonnenschein, voll tiefer Wolken. Wir wollen in den Nationalpark ‚El Cajas‘ zum Wandern. „Das sieht nicht gut aus!“ Achim murrt. „Wenn die Wolken hier schon tief hängen, wie sieht es dann auf viertausend Meter aus?“
Ich habe eine Eingebung: „Bis wir da sind, scheint die Sonne. Schau mal, da hinten wird es schon heller.“ Unser Taxifahrer, der uns zum Bus-Terminal bringt, teilt meine Einschätzung: „Noch eine Stunde und die Wolken brechen auf!“ Wir sollen uns beide irren.

Ein normaler Überlandbus nach Guayaquil schmeißt uns am ‚Centro de Refugio‘ im Nationalpark raus. Es ist grau,  als wir am Startpunkt der Wanderungen ankommen. Die Jungs bei denen wir uns zum Wandern registrieren müssen, machen uns wenig Hoffnung: „Heute wird es neblig bleiben“.

Eingepackt in Windbrecher und Regen-Gummihose wählen wir den kürzesten Wanderweg. Die Wolken hängen so tief, dass es nieselt. Die feuchte Kälte kriecht unter die Jacken. Achim läuft vor mir weg und sein Rücken und Körperhaltung sind  eine einzige Anklage: „Was für eine Würg-Idee!“

Da stapft er durch die Páramo

Da stapft er durch die Páramo

Ich bin nicht so kälteempfindlich und bin vor allem verzaubert von der Landschaft. Grad bei diesem Wetter. ‚El Cajas‘ ist eine tundra-artige Landschaft oberhalb der Baumgrenze, die von Feuchtgebieten durchzogen ist. Schachtelartig sind über 200 Lagunen miteinander verbunden. Regenwasser wird kaskardenartig von einem Tümpel zum anderen weiter geleitet. Ein Traum aus Moosen, Flechten, Farnen und wunderschönen Exoten. Páramo nennt sich diese Vegetationsform. Gehölze kommen nur noch in Krüppelfom vor. Es dominieren Horstgräser und Schopfrosetten. Mein Gärtner-Herz kann sich nicht satt sehen an dieser Schönheit.

Schopfrosette

Feinsten

 

Zauberhafte Natur

Zauberhafte Natur

Wir stapfen durch diese einmalige Landschaft, mal nieselt es heftig, mal kommt sogar ein Sonnenstrahl durch die tonnenschweren Wolken. Achims Laune bessert sich. Er gibt es nicht zu, aber wahrscheinlich nimmt auch ihn die mystische Landschaft gefangen.
Zum Glück haben wir unsere Gummihosen, die feuchten, hüfthöhen Gräser würden uns bis auf die Knochen aufweichen.

Ein Moos-Paradies

Ein Moos-Paradies

Trotz Nebel einfach zauberhaft

Trotz Nebel einfach zauberhaft

Unsere Runde um eine der Lagunen ist nach zweieinhalb Stunden geschafft. Alles mehr oder weniger ebenerdig. Bei kleinen Steigungen müssen wir hecheln. Wir sind nicht so austrainiert wie bei unserer ersten Rundreise, viertausend Meter sind viertausend Meter. Inzwischen ist uns beiden warm, Achim kann auch wieder lächeln. ;-)

Mit Sonne wäre es auch nicht schlecht

Mit Sonne wäre es auch nicht schlecht

 

Wir melden uns bei der Parkaufsicht ab und treten den Rückweg an. Der Reiseführer sagt, man soll vom ‚Centro de Refugio‘ einfach zur Straße gehen und einen der Buse aus Guayaquil anhalten. Im Bushäuschen sitzt bereits eine vierköpfige Familie. Nach zwanzig Minuten kommt noch ein junges Pärchen dazu. Bei der Familie fällt immer häufiger das Wort ‚frio‘ – kalt. Nach weiteren zehn Minuten gesellt sich eine weitere 4er-Gruppe dazu. Du meine Güte, der eine Bengel hat nur ein T-Shirt an, der zweite kurze Hosen. Die Mädchen haben immerhin Handschuhe.

Nach vierzig Minuten Wartezeit sind Achim und ich durchgefroren. Achim strahlt wieder die ‚Würg-Idee‘ aus. Aber da kommt der Bus. Kollektives Aufatmen. Alle sprinten zum Straßenrand und winken dem Bus. Der Bus winkt zurück. Und fährt vorbei. Das ist das erste mal in Südamerika, dass wir stehen bleiben. Wahrscheinlich ist er voll und eine Gruppe von zwölf Personen aufzunehmen, ist ihm zuviel. Fassungsloses Entsetzen. Die Familie hat nun schon andertalb Stunden Wartezeit hinter sich. Eigentlich weniger als stündlich käme ein Bus vorbei, erzählen sie uns.

Das junge Pärchen verliert die Nerven, setzt sich ab und geht die Straße entlang. Sie halten den Daumen raus und, kaum zu fassen, keine zweihundert Meter weiter werden sie sofort mitgenommen.
„Komm, das machen wir auch“, annimiere ich Achim. Er will sich erst nicht recht vom Bushäuschen entfernen. Dem einzigen Schutz vor dem Nieselregen. Ich kann ihn überzeugen. Meine stille Hoffnung ist die Neugierde der Einheimischen auf uns Ausländer. Und wir haben Glück, nach nur zehn Minuten hält ein älterer Herr neben uns. Si, si, er will auch nach Cuenca, wir sollen einsteigen. Der Opa kommt vom Forellen-Fischen in den Bergen, erzählt er uns. Kann er nicht verleugnen, die Karre riecht deutlich nach Fisch. Aber besser schlecht gefahren als gut gelaufen. Es sind immerhin dreißg Kilometer bis Cuenca, nicht zu schaffen. Wie erwartet ist er neugierig, woher wir kommen, wie lange wir bleiben, wie es uns gefällt, das volle Programm, er quetscht uns aus.

Der Fisch-Opi wohnt im Centrum von Cuenca, kennt sogar die Straße von unserem Hostal (ein Taxifahrer am Busbhnhof kannte sie nicht) und setzt uns direkt vor der Tür ab. Angebotenes Geld lehnt er ab, wir wären ‚Amigos‘, es sei ihm ein Vergnügen gewesen.

Das ist Südamerika. Habe ich schon mal gesagt, dass ich es liebe?

Eigenbau „Linea“: das kleine Wunder

BesBoot Aegir Linea Selbstbau 2018 JZi_-*

Die selbstgebaute Eigenkonstruktion „Linea“ steckt voller Überraschungen und Dingen, die zu übernehmen sich lohnen. Das Porträt im PDF-Download