Monatsarchive: Oktober 2018

Blutiger Drohnenangriff

Lektion 1: Starte niemals eine Drohne vom Bug des Bootes aus, wenn das Schiff noch Fahrt hat. Sehr schnell klebt die Drohne am Fuss und die Rotoren kratzen an der Ferse. Aber nachdem zwei Blätter
ersetzt wurden, klappte es dann doch ganz gut. Die Landschaft ist einfach zu schön…

Virginia – Bahamas: Dritter Tag auf See

Liebe Leser, wir sind wieder mal auf See, auf dem Weg vom Norden der USA hinunter in die Bahamas. Etwa 800 Seemeilen lagen vor uns, als wir am Montag gegen Mittag in Deltaville gestartet sind. Die Route führte uns zunächst…

Rückwärts Eingeparkt

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{Date:20181030}
{Position:28°40.4386’N, 017°45.5875’W}
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{Place:La Palma, Canary Island}
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{Title:Rückwärts Eingeparkt}

La La La Palma…

Wir sind Nachts angekommen. Gut so. Denn unser zugewiesener Parkplatz liegt ganz am Ende der skurrilen Marina. Bis vor kurzem war es hier gähnend leer, denn aus irgendeinem Grund steht hier an manchen Tagen, in der Marina bis zu einem Meter Schwell, der Fender platzen und Leinen reissen lässt. Wusste ich nicht so. Ist aber auch Vergangenheit meint Hafenmeister Pedro. „Wir haben jetzt ein Schutztor!“, schreibt er stolz als email. Na ja. Also dann mal rein in die Mausefalle. Das Stahltor senkt sich an an Stahlseilen in die Tiefe und gibt uns mit drei grünen Lichtern den Weg nach innen frei. Es ist Windstille und schon dunkel. Ohne Bugstrahl wie immer ein Abenteuer. Die Marina hat kein Tender was helfen kann. Es geht alles leise ab. Ferdi und Markus haben schon etwas Kroatien Erfahrung. So wie Markus die Leine zu Werfen in zwei Hände aufteilt kann ich mich wohl auf ihn verlassen. „Passt!“, rede ich mit mir selbst…

Das war der letzte Versuch einen Logbucheintrag zu verfassen. Dann ging alles rappzapp… Aus dem Visit von La Palma mit einem schönen Walk würde nichts. Schon saß ich am Flughafen von Teneriffa und in der Condor Maschine nach Flensburg. Das Schönste war aufzuwachen und meine Töchter MayaLena im Arm zu haben. Wochenende mit Sonnenschein, Spaziergang mit Hund im dänischen Wald, gemeinsames Abendessen mit Segelfreunden Heike & Bernd und schon war das Wochenende vorbei. Da stehen wir bei Harald auf seinem Schiff und installieren einen Antennenwald, legen die Kabel durch den Mast und alles dauert, wie sollte es anders sein, viel länger als normal. MARLIN- und LUNATRONIC-Freund Andreas ist dabei, ohne dessen Hilfe alles noch mal viel länger gedauert hätte. Vielen lieben Dank noch mal an dieser Stelle. Nach drei Tagen ist alles an seinem Platz, aber noch nicht fertig angeschlossen. Harald hat es noch nicht eilig, hat Verständnis und wenn das Wetter passt, machen wir das fertig.

Den besten Spruch bringt Lars, den ich fast zufällig am Ballastkai treffe. „Na Micha. Haste Dich endgültig von Erika getrennt? Gut. Aber worüber schreibst Du jetzt in Deinem Blog?“ Ich lache. „Welcher Blog Lars?“ Seit dem 24.10 hat unser neuer Provider, den wir wegen dem Datenschutzschlamassel brauchten, PHP Version sowieso abgeschaltet und dieser Blog ist nicht mehr erreichbar. Freund Martin ist im Urlaub, meine Programmierinder Inder vollkommen überlastet. Und ich habe davon wirklich keinerlei Ahnung. 1.200 km in 12 Stunden sitze ich mit Andreas in seinem VW Caddy und wir fahren nach Lemmer in Holland um den neuen Generator abzuholen. Man sieht, ich kann weiter über Generatoren schreiben, die nach meiner Meinung viel zu viel Platz in meinem Leben einnehmen. Wir müssen um drei Uhr morgens losfahren und kommen um vier Uhr nachmittags wieder in Hamburg an, wo der Generator verladen wir in die nächste Maschine nach La Palma… Hergott. Ja Ich bin super gestresst. Ich kann einfach nicht mehr. Und so geht es dann am kommenden Tag weiter. Kunde Bernd steht um zehn auf der Matte im LUNATRONIC Büro und ich nehme mir die Zeit für ihn. Versprochen ist versprochen. Um 18 Uhr weiß er alles über was wir machen und verkaufen. Ein Handschlag. Wir lächeln uns an. Auch er hat es nicht ganz so eilig. Das ist auch gut so.

Ich könnte tonnenweise weiterschreiben, aber ich bin schon längst wieder in La Palma auf der MARLIN. Gestern haben wir Erika aus dem Motorraum entfernt. Platz und sauber gemacht für Arnold. Ich wusste garnicht wie einfach man die Bodenplatte im Cockpit herausnehmen kann. Arnold, so soll er denn heißen der neue. Ist übrigens ein Northern Lights Generator, auf dem meine ganze Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben liegt… Später meer…

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 48 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18
CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?

Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst.
Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

{end}

VOR-Siegerinnen und Laser-Weltmeister sind Weltsegler des Jahres

Die beiden Frauen gehörten zur siegreichen Crew des Dongfeng Race Team, das das Volvo Ocean Race in einem dramatischen Finale gewonnen hat. Als Segler des Jahres wurde von World Sailing der Laser-Weltmeister Pavlos Kontides (Zypern) prämiert.

Erstmals wurden bei der feierlichen Zeremonie drei weitere Preise übergeben: Der Corpus Christi Yacht Club erhielt den World Sailing 11th Hour-Preis für Nachhaltigkeit, das Dongfeng Race Team gewann den Titel als Teams des Jahres und „Ran VII“ wurde zum Boot des Jahres gewählt.

Für Brouwer ist es nach 1998, als sie im Rahmen der Travemünder Woche Weltmeisterin in der Europe wurde, bereits das zweite Mal, dass sie zur Weltseglerin des Jahres gekürt wurde. Diesmal wurde sie mit ihrer Teamkollegin Marie Riou, die zuvor erfolgreich Matchrace und Nacra17 gesegelt war, für den spektakulären Erfolg beim Volvo Ocean Race ausgezeichnet. Mit einer taktischen Meisterleistung hatte sich das Dongfeng Team in der Schlussphase der letzten Etappe noch den Gesamtsieg geschnappt.

„Das ist ein großes Privileg“, kommentierte Brouwer. „Vor 20 Jahren habe ich es zum ersten Mal gewonnen. Diesen Preis erneut in einer anderen Disziplin gewonnen zu haben, zeigt, wie abwechslungsreich der Segelsport ist und dass es so viele unterschiedliche Disziplinen gibt. Sagen zu können, dass Marie und ich die ersten Frauen waren, die das Volvo Ocean Race gewonnen haben, ist etwas Besonderes. Wir sind Teil der Geschichte und werden es für immer bleiben.“

Marie Riou fügte hinzu: „Ich fühle mich großartig. Es ist ein Teampreis und es war eine großartige Leistung für ein Jahr harter Arbeit mit dem gesamten Team.“

Ihr männlicher Kollege Pavlos Kontides ist bereits ein Teil der Sportgeschichte Zyperns. 2012 war er der erste Olympiasieger seines Heimatlandes. Jetzt gelang ihm bei den Worlds vor Aarhus erneut ein großer Coup, als er sich gegen die gesamte Laser-Elite durchsetzte und Gold gewann. Es war bereits der zweite Titel in Folge für Kontides. „Es gibt viele großartige Legenden unseres Sports, die diese Trophäe gewonnen haben. Seit ich 14 Jahre alt war, habe ich davon geträumt, diesen Preis zu gewinnen. Ich habe ihn auf viele Zettel geschrieben. Ich wollte das. Vielleicht klang es ein bisschen zu weit weg, vielleicht war es ein zu großer Traum, aber heute bin ich hier.“

Passend zum Erfolg der Frauen wurde auch das gesamte Dongfeng Race Team mit dem erstmals vergebenden Preis für die Mannschaft des Jahres ausgezeichnet.

Den Nachhaltigkeitspreis erhielt der Corpus Christi Yacht Club für die Arbeit, die er bei den Youth Sailing World Championships 2018 geleistet hatte. Die „Ran VII“ erregte durch ihr außergewöhnliches Design Aufmerksamkeit.

Außerdem ging der Beppe Croce Trophy für die herausragende Arbeit als Ehrenamtlicher an Bryan Willis (Großbritannien) und der President’s Development Award an den Italiener Massimo Dighe, den Manager von Para World Sailing, für seine Verdienste um den Sport.

 

Wo die Stürme zuhause sind

AC-Herausforderer testen bereits auf dem Wasser

Ineos Team UK hat bereits im Sommer mit den ersten Probeschlägen auf seiner T5-Yacht, einer modifizierten Quant28, begonnen und dabei gezeigt, dass der Klappmechanismus der neuen Foils funktionstüchtig ist und die Yacht aus dem Wasser hebt. Inzwischen hat das Team von Ben Ainslie auch die ersten Manöver im Flugmodus absolviert.

Auch das Team des New York YC, American Magic, hat Ende Oktober Bilder von seiner Testyacht veröffentlicht. Anders als die Briten agieren die Amerikaner nicht nur mit einer Zweimann-Crew, sondern sind bereits mit einer vierköpfigen Mannschaft auf dem Wasser. Luna Rossa Challenge soll ebenfalls bereits auf dem Wasser testen. Allerdings haben die Italiener aus ihrem Testrevier in Cagliari/Sardinien noch keine Bilder veröffentlicht. Lediglich der AC-Verteidiger, das Emirates Team New Zealand, hat noch kein Boot im Wasser.

Aktuell dürfen die Mannschaften aber nur mit Yachten mit einer Länge unter zwölf Metern testen. Erst ab dem 31. März 2019 ist es nach dem Reglement erlaubt, Yachten in der Originalgröße von 75 Fuß auf das Wasser zu bringen.

Unter Deck der Ofcet 32 SC

Unter Deck der Ofcet 32 SC fällt vor allem die ungewöhnliche Fensterausstattung auf. Die Fenster im Aufbau prägen durch ihre kantige Würfelform schon das äußere Erscheinungsbild der Ofcet 32 SC. Vom Salon aus zeigt sich dann, wofür sie gut sind. Eine Seitenfläche zeigt nach vorne, die zweite nach oben und die dritte ganz normal zur Seite. Damit kann man unter Deck sowohl direkt voraus als auch nach oben ins Rigg peilen. Zudem lässt diese Fensterform auch noch viel Licht in die Yacht.

Licht gibt es außerdem durch die Seitenfenster im Rumpf. Von außen verbergen sich je zwei Seitenfenster in einer weit vorn liegenden Fensterfläche. Von innen wird deutlich: Eines der Seitenfenster liegt im Salon, das andere im Vorschiff. Im Schott, das die beiden Räume trennt, liegen auf gleicher Höhe ebenfalls zwei Fenster. Das ermöglicht unter Deck einen Rundumblick auf Augenhöhe, sowohl vom Vorschiff als auch vom Salon aus. Verdunkeln lassen sich die Fenster durch Querrollos.

Die Raumaufteilung unter Deck ist ansonsten mehr oder weniger klassisch: Der Niedergang führt zur Pantry an Backbord und zur Navi an Steuerbord. Davor liegt der Salon, der zum Vorschiff führt. An Backbord achtern befindet sich eine Achterkabine, an Steuerbord achtern die Nasszelle mit dem Durchgang zu einem großzügigen Stauraum. In den zentralen Bereichen kommt man auf eine Stehhöhe von 1,80 Metern. In einigen Bereichen drohen abgedeckte Hutmuttern mit dem einen oder anderen blauen Fleck.

Die Ausrüstung unter Deck ist relativ spartanisch gehalten. Stauräume und Staufächer sind vorhanden, aber mit Schränken oder Schapps in den Kabinen sieht es knapp aus. Auf der Optionsliste stehen textile Kleiderschränke, die per Druckknöpfen an den Flächen befestigt werden können. In der Pantry und in der Navigationsecke sind Schubfächer und Schapps für Ausrüstung vorgesehen. Das Küchenmöbel am Salontisch macht aus der Raumnot eine Tugend und Geschirr sowie Besteck sind am rechten Ort platziert.

Die Anzahl der Schlafplätze lässt sich erweitern. Neben den Kabinen können zwei Personen im Salon nächtigen, wobei die Salonkojen mit 70 Zentimetern schmal sind. Der Stauraum an Steuerbord achtern lässt sich zudem mit zusätzlichen Kojen aufrüsten. Es gibt die Variante mit Rohrkoje, um sich die Flexibilität zu erhalten, und die Möglichkeit einer festen Koje. Dabei ist zu bedenken, dass der Zugang durch die Nasszelle erfolgt und keine Tür vorgesehen ist.

Segel richtig einlagern

Der Mast ist gezogen, das Schiff steht aufgebockt in der leicht geheizten Bootshalle und die Segel? Die werden hoffentlich ebenso pfleglich behandelt wie die Yacht im Winterlager. So, wie sich Eigner und Bootsbauer in den Wintermonaten daran machen, größere Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten am Rumpf, im Innenraum und am Rigg des Schiffes vorzunehmen, ist es jetzt auch an der Zeit, die Segel vor dem Einlagern genau durchzusehen.

Nach der Saison sollte das Segel auf Beschädigungen untersucht werden

„Kleine Beschädigungen, wenige Zentimeter lange schadhafte Stellen oder auch eine aufgehende Naht sind von einem guten Segelmacher mit wenig Aufwand schnell zu beheben“, sagt Robert F. Kühnen vom Segeltuchhersteller Dimension-Polyant. „In den Wintermonaten haben die Segelmacher Zeit, sich um die vielen kleinen Reparaturen zu kümmern. Denn wer erst zu Beginn der Saison mit seinen schadhaften Segeln kommt, muss mitunter länger auf die Reparatur warten.“ Aber auch wenn auf den ersten Blick keine Schäden am Segel festzustellen sind, empfiehlt er, die „Tücher“ von einem Segelmacher nach der Saison einmal durchsehen zu lassen. „Ein kleiner Schaden oder eine poröse Stelle sind oft nur schwer zu erkennen, doch daraus kann beim nächsten Manöver schnell ein größerer Riss werden“, sagt er.

Für die Lagerung der Segel im Winter gibt Dimension-Polyant zwei klare Empfehlungen: Die Segel müssen vor dem Verstauen trocken sein. Auch der Lagerplatz sollte ebenfalls trocken, zumindest mäßig beheizt und luftig sein. „Unschöne Stockflecken entstehen, wenn die Segel nicht ganz trocken sind, zu dicht gepackt wurden oder der Raum feucht ist“, erklärt er. „Es dürfen keine biologischen oder organischen Reste auf dem Segel sein, denn das ist der ideale Nährboden für Pilze, die für die Flecken verantwortlich sind.“ Hat das einst schöne weiße Segel trotz aller Vorsicht Stockflecken bekommt, empfiehlt Kühnen folgende Behandlung: „Am besten weicht man die betroffenen Stellen in einer milden Chlorlösung mit einer Konzentration von unter einem Prozent Chlor für etwa zwei Stunden ein. Danach sollte das Segel noch mit klarem Wasser und einer Bürste gründlich abgeschrubbt werden.“

Hauptsache trocken: Auch im Keller lagern Segel über den Winter gut

Am besten wäre es natürlich, wenn die Segel anschließend zur Aufbewahrung gerollt werden, um die Fasern nicht zu zerknicken. Doch über 100 Quadratmeter aufgerollte Segel passen in die wenigsten Garagen und Keller. „Dennoch sollte man vermeiden, die Segel unnötig zu knicken“, sagt Robert F. Kühnen. „Und schon gar nicht weitere Sachen aus Keller und Garage darauf stapeln. Am besten, man legt das vorzugsweise gerollte Tuch oben auf.“

Die locker gefaltete, trockene Aufbewahrung des Segels – am besten in einem geräumigen Sack – schützt auch die Formstabilität des Profils, die einzelnen Fasern oder die aus Folie gefertigten Sichtfenster der Segel. Alles, was zu eng zusammengepresst ist, bekommt Knicke, die schnell zu einem Riss werden können. „Am besten ist es, die Segel in rund einen Meter breiten Bahnen, parallel zum Achterliek, zusammenzulegen“, sagt Kühnen. Auch Spinnaker, oft achtlos nach dem letzten Manöver im Sack zusammengeknüllt, sollten für den Winterschlaf ordentlich zusammengelegt werden. Das geht am besten, wenn man beide Schothörner aufeinander legt und das bauchige Segel dann in gleichmäßige Bahnen legt.

Extra sauber, fast sogar porentief rein, müssen Segel dagegen nicht sein. Eindringlich warnt der Kühnen daher vor speziellen Segel-Waschanlagen. „Kein Segel muss besonders gewaschen werden“, betont er.

ORC und IRC wollen Zusammenarbeit fortsetzen

Bei der Jahrestagung des Weltseglerverbandes World Sailing in Sarasota/USA haben die Vertreter des RORC und des ORC die Fortsetzung der Zusammenarbeit in den beiden Vermessungsformeln IRC und ORC erklärt, die sie in diesem Jahr mit der gemeinsamen Austragung der Weltmeisterschaft in Den Haag/Niederlande begonnen haben. Die Vertreter beider Systeme hatten sich zuvor im Rahmen des Rolex Middle Sea Race im Royal Malta Yacht Club getroffen und die Zukunft des Offshore-Segelns diskutiert. Beide Seiten waren sich einig, dass die WM in Den Haag ein Erfolg war. Vor allem die Bereitschaft der Techniker von IRC und ORC wurde gelobt, schnell Lösungen für Vermessungsprobleme zu finden. Und die meisten Teilnehmer bestätigten, dass die kombinierte Wertung geeignet war, um gegeneinander konkurrieren zu können.

Die beiden von World Sailing anerkannten Vermessungsformeln sollen weiterentwickelt werden, um das Universal Measurement System (UMS) weiterzuentwickeln, damit weltweit Boote für verschiedene Messsysteme leichter bewertet werden können. Außerdem wurde vereinbart, dass das IRC in die Entscheidung einbezogen wird, zukünftige Austragungsorte für die gemeinsamen Offshore-Weltmeisterschaften auszuwählen. In Zukunft sollen alle zwei Jahre gemeinsame Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

Der ORC-Vorsitzende Bruno Finzi zeigte sich zufrieden mit dieser Vereinbarung: „Wir freuen uns, dass wir uns auf diese gemeinsame Vision für die Zukunft des Offshore-Segelns einigen konnten. Sie wird dazu beitragen, den vielen Tausenden von Booten in diesem Bereich Planungssicherheit zu geben, dass wir einen klaren Fahrplan für wettbewerbsfähige Weltmeisterschaften haben werden.“

Auch der Commodore des RORC, Steven Anderson, freute sich über das Ergebnis: „Es war eine sehr positive Diskussion. Ich danke Bruno für eine so positive und offene Herangehensweise. Beide Organisationen waren sich einig, dass die gemeinsame WM ein Erfolg waren und die Organisatoren sehr gute Arbeit geleistet haben. Die Entscheidung für die Weltmeisterschaften 2020 ist noch nicht gefallen, und wir möchten uns an dieser Entscheidung beteiligen. Wir glauben, dass eine WM alle zwei Jahre auch Boote weit über den Austragungsort hinaus anlocken wird.“

Bei der Jahrestagung in Sarasota soll nun weiter über die Zusammenarbeit diskutiert werden.

 

Schöne Boote, anders segeln

Dr. Germar Brockmeyer ist neuer DSV-Generalsekretär

Als langjähriger Leiter der öffentlichen Auftragsverwaltung des DSV verfügt der 58-jährige Jurist über eine hohe Expertise in der Segelbranche. „Ich freue mich sehr, dass wir mit Dr. Germar Brockmeyer einen äußerst verantwortungsvollen und erfahrenen Fachmann als Generalsekretär gewinnen konnten“, sagte DSV-Präsidentin Mona Küppers. „In den vergangenen Monaten hat er in kommissarischer Funktion bereits entscheidend dazu beigetragen, dass wir wieder Fahrt aufnehmen und die anstehenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen.“

Als neuer Generalsekretär leitet Dr. Germar Brockmeyer die Geschäftsstelle des DSV in Hamburg und die Außenstelle in Kiel-Schilksee. Seine Position stellt das Bindeglied zwischen dem Präsidium und den hauptberuflichen Mitarbeiter*innen des DSV dar. „Ich bin dankbar für das Vertrauen, das mir das Präsidium entgegenbringt, und nehme die Herausforderung sehr gerne an“, erklärte Brockmeyer. „Die enge und konstruktive Zusammenarbeit der vergangenen Monate mit dem Präsidium, den Mitarbeitern und unseren Partnern möchte ich als Generalsekretär fortsetzen.“

El Cajas – ein Ausflug, der nicht ganz glatt läuft

Sa, 27.Okt.18, Ecuador/Cuenca, Tag 1610, 13.337 sm von HH

Cuenca hängt heute, nach zwei Tagen Sonnenschein, voll tiefer Wolken. Wir wollen in den Nationalpark ‚El Cajas‘ zum Wandern. „Das sieht nicht gut aus!“ Achim murrt. „Wenn die Wolken hier schon tief hängen, wie sieht es dann auf viertausend Meter aus?“
Ich habe eine Eingebung: „Bis wir da sind, scheint die Sonne. Schau mal, da hinten wird es schon heller.“ Unser Taxifahrer, der uns zum Bus-Terminal bringt, teilt meine Einschätzung: „Noch eine Stunde und die Wolken brechen auf!“ Wir sollen uns beide irren.

Ein normaler Überlandbus nach Guayaquil schmeißt uns am ‚Centro de Refugio‘ im Nationalpark raus. Es ist grau,  als wir am Startpunkt der Wanderungen ankommen. Die Jungs bei denen wir uns zum Wandern registrieren müssen, machen uns wenig Hoffnung: „Heute wird es neblig bleiben“.

Eingepackt in Windbrecher und Regen-Gummihose wählen wir den kürzesten Wanderweg. Die Wolken hängen so tief, dass es nieselt. Die feuchte Kälte kriecht unter die Jacken. Achim läuft vor mir weg und sein Rücken und Körperhaltung sind  eine einzige Anklage: „Was für eine Würg-Idee!“

Da stapft er durch die Páramo

Da stapft er durch die Páramo

Ich bin nicht so kälteempfindlich und bin vor allem verzaubert von der Landschaft. Grad bei diesem Wetter. ‚El Cajas‘ ist eine tundra-artige Landschaft oberhalb der Baumgrenze, die von Feuchtgebieten durchzogen ist. Schachtelartig sind über 200 Lagunen miteinander verbunden. Regenwasser wird kaskardenartig von einem Tümpel zum anderen weiter geleitet. Ein Traum aus Moosen, Flechten, Farnen und wunderschönen Exoten. Páramo nennt sich diese Vegetationsform. Gehölze kommen nur noch in Krüppelfom vor. Es dominieren Horstgräser und Schopfrosetten. Mein Gärtner-Herz kann sich nicht satt sehen an dieser Schönheit.

Schopfrosette

Feinsten

 

Zauberhafte Natur

Zauberhafte Natur

Wir stapfen durch diese einmalige Landschaft, mal nieselt es heftig, mal kommt sogar ein Sonnenstrahl durch die tonnenschweren Wolken. Achims Laune bessert sich. Er gibt es nicht zu, aber wahrscheinlich nimmt auch ihn die mystische Landschaft gefangen.
Zum Glück haben wir unsere Gummihosen, die feuchten, hüfthöhen Gräser würden uns bis auf die Knochen aufweichen.

Ein Moos-Paradies

Ein Moos-Paradies

Trotz Nebel einfach zauberhaft

Trotz Nebel einfach zauberhaft

Unsere Runde um eine der Lagunen ist nach zweieinhalb Stunden geschafft. Alles mehr oder weniger ebenerdig. Bei kleinen Steigungen müssen wir hecheln. Wir sind nicht so austrainiert wie bei unserer ersten Rundreise, viertausend Meter sind viertausend Meter. Inzwischen ist uns beiden warm, Achim kann auch wieder lächeln. ;-)

Mit Sonne wäre es auch nicht schlecht

Mit Sonne wäre es auch nicht schlecht

 

Wir melden uns bei der Parkaufsicht ab und treten den Rückweg an. Der Reiseführer sagt, man soll vom ‚Centro de Refugio‘ einfach zur Straße gehen und einen der Buse aus Guayaquil anhalten. Im Bushäuschen sitzt bereits eine vierköpfige Familie. Nach zwanzig Minuten kommt noch ein junges Pärchen dazu. Bei der Familie fällt immer häufiger das Wort ‚frio‘ – kalt. Nach weiteren zehn Minuten gesellt sich eine weitere 4er-Gruppe dazu. Du meine Güte, der eine Bengel hat nur ein T-Shirt an, der zweite kurze Hosen. Die Mädchen haben immerhin Handschuhe.

Nach vierzig Minuten Wartezeit sind Achim und ich durchgefroren. Achim strahlt wieder die ‚Würg-Idee‘ aus. Aber da kommt der Bus. Kollektives Aufatmen. Alle sprinten zum Straßenrand und winken dem Bus. Der Bus winkt zurück. Und fährt vorbei. Das ist das erste mal in Südamerika, dass wir stehen bleiben. Wahrscheinlich ist er voll und eine Gruppe von zwölf Personen aufzunehmen, ist ihm zuviel. Fassungsloses Entsetzen. Die Familie hat nun schon andertalb Stunden Wartezeit hinter sich. Eigentlich weniger als stündlich käme ein Bus vorbei, erzählen sie uns.

Das junge Pärchen verliert die Nerven, setzt sich ab und geht die Straße entlang. Sie halten den Daumen raus und, kaum zu fassen, keine zweihundert Meter weiter werden sie sofort mitgenommen.
„Komm, das machen wir auch“, annimiere ich Achim. Er will sich erst nicht recht vom Bushäuschen entfernen. Dem einzigen Schutz vor dem Nieselregen. Ich kann ihn überzeugen. Meine stille Hoffnung ist die Neugierde der Einheimischen auf uns Ausländer. Und wir haben Glück, nach nur zehn Minuten hält ein älterer Herr neben uns. Si, si, er will auch nach Cuenca, wir sollen einsteigen. Der Opa kommt vom Forellen-Fischen in den Bergen, erzählt er uns. Kann er nicht verleugnen, die Karre riecht deutlich nach Fisch. Aber besser schlecht gefahren als gut gelaufen. Es sind immerhin dreißg Kilometer bis Cuenca, nicht zu schaffen. Wie erwartet ist er neugierig, woher wir kommen, wie lange wir bleiben, wie es uns gefällt, das volle Programm, er quetscht uns aus.

Der Fisch-Opi wohnt im Centrum von Cuenca, kennt sogar die Straße von unserem Hostal (ein Taxifahrer am Busbhnhof kannte sie nicht) und setzt uns direkt vor der Tür ab. Angebotenes Geld lehnt er ab, wir wären ‚Amigos‘, es sei ihm ein Vergnügen gewesen.

Das ist Südamerika. Habe ich schon mal gesagt, dass ich es liebe?