Monatsarchive: September 2013

49er worlds

49er.org

SV Rio – Andreas Müller GER

SV Rio Farewell

 

 

 

 

 

 

HOEK VAN HOLLAND – DIE ZWEITE

Der erste Versuch im Jahre 2011 hatte vor Hoek van Holland ein unvorteilhaftes Ende genommen. Einhand Segler Andreas Müller war im November bei frischer Brise vor der Küste von Holland mit einem 5.000 Tonnen Saugbagger aneinander geraten, dessen Kapitän unter Deck und dessen Brückenpersonal irgendwie die Augen hatten nicht mit dem Hirn in Verbindung halten können. Jedenfalls war Andreas weit ausserhalb des Fahrwassers, noch weiter vom Verkehrstrennungsgebiet, mit braven Kreuzschlägen des nachts nach Westen unterwegs und hatte das Baggerungetüm klar im Fokus, was aber leider nicht für die Gegenseite gegolten hatte, denn im letzten Moment wurde dort der Kurs ungünstig geändert, mit der Folge, dass der Baggerausleger das Want erfasste, den Mast rasierte und der Yacht einige kernige Beulen im Blech bescherte. Feltz Werft sei Dank, war das Schiff schwimmfähig geblieben.

Das Rigg achteraus, das Schiff voller Wasser, kein Segler empfindet so eine Situation als besonderes Vergnügen. Helfer waren schnell zur Stelle, Leeschutz wurde vom Bagger gegeben, Andreas konnte den Mast kappen und wurde des Nachts von der Küstenwache mit Sausefahrt in den Hafen von Rotterdam eingeschleppt.

P1000547Die Klärung der Kollisionsdetails von offizieller Seite, in deren Verlauf sogar die Plotterdaten beider Kontrahenten ausgewertet wurden, die menschlichen Begegnungen bis hin zu finalen Arrangements geriet zu einer schier unglaublichen Geschichte, bei der eine konzertierte Aktion vom Hafenkommandanten, der örtlichen Wasserschutzpolizei, neuen Freunden in der Hafenverwaltung und der Reedereien, den nationalen Zeitungen sowie dem TV, ein jeder seinen Anteil hatten, um einem Einhandsegler aus Deutschland am Ende zu seinem Recht zu verhelfen.

Es hat am Ende alles wunderbar geklappt, Andreas hat Freunde fürs Leben gewonnen und motorte hernach im Dezember ohne Rigg wieder nach Hamburg zurück. Reparatur des Schiffes und Neubau eines Masts haben fast 2 Jahre in Anspruch genommen, das Schiff ist erst vor wenigen Tagen fertig geworden. Und so entschloss sich Andreas, dem nahenden Winter noch einmal die Nase zu drehen: am Montag den 23.9.2013 ist er zum zweiten Mal ausgelaufen. Sein Ziel ist – wiederum – die Karibik, seine Wohnung vermietet, im kommenden Sommer will er wieder in der Heimat sein – wenn das Schicksal es diesmal besser mit ihm meint und sich weitere Überraschungen erspart.

Andreas ist Anfang siebzig, hat ein aufregendes Leben geführt, war viel im Nahen Osten unterwegs, hat mit Jassar Arafat Geschäfte gemacht… und hat Geschichten zu erzählen, die ganze Bücher füllen könnten – aber dazu ist keine Zeit – solange der Wind aus Osten weht – und er erstmal der Sonne entgegen segelt. England ist schon in Sicht. Andreas wird an dieser Stelle weiter berichten – verspricht Peter Foerthmann

Gekreuzte Lebenslinien

Von mitlesen zum mitsegeln

Vor über 12 Jahren, mit dem Kopf voller Segelträume und nach endlosem Studium aller Segelromane diverser Weltumsegler stieß ich auf ironlady.de. Seit dieser Zeit habe ich nahezu täglich die Reise verfolgt und die sehr persönlichen Berichte von Micha und Nathalie haben mich mehr und mehr in den Bann gezogen. In regnerischen dunklen Tagen öffnete sich täglich ein Fenster in die Welt die ich so liebe. Ein Blick in Länder und in die Seele der Skipper. Das gerade nicht immer alles tipp topp ist und es auch im Traumleben auf dem Segelboot mal schwierig ist, hat mich Neugierig auf die Menschen hinter dem Logbuch gemacht. So kam es zu Begegnungen im realen Leben und heute sitze ich auf der MARLIN und darf morgen mit nach Klein Curacao segeln.

Die Familien ähneln sich. Zwei super tolle Kinder bringen Leben in das Schiff und lassen mich im Kopf bei meiner Familie, meinen Jungs in Hamburg sein. Wie immer ist die Reise im Flugzeug zu schnell für die Seele und ich brauche einige Zeit um hier in der Karibik anzukommen. Gerne würde ich beide Familien zusammen hier sehen. Das erlebte teilen um es noch kostbarer zu machen. Die Bilder vom Wrackschnorcheln mit Nathalie, der Besuch in Willemstaad mit den Fischern und ihrem glücklichen Grossfischfang just in dem Moment wo wir vorbei kamen. Den riesigen Schuppen die ich für Jennis Schmuckproduktion gesammelt habe. Wie sehr freue ich mich auf die Bilder und Momente die ich in den kommenden Tagen noch sammeln darf.

Und der Weihnachtsmann steht vor der Tür

Comics, Ersatzteile und eine Golftasche

Die JONALISA kommt grade von Klein Curacao wieder. Wie jeden Tag. Voll mit 45 Gästen an Bord. Johann kommt grade auf der MARLIN an, zwei bezückende Stewardessen, eine professionelle Köchin und ein mit allen Wassern gewaschener Skipper – Die gesamte Crew für sich allein. Na, wenn das kein Luxus ist. Dafür bringt er eine riesige Golftasche mit. Ersatzteile, Luxusküchengeräte, Comics, Hörbücher, Spiele etc. es nimmt kein Ende. Die Golftasche gibt es vom Kitebordhersteller um das Übergepäck ohne Aufpreis auf die MARLIN zu bekommen. Jetzt liegt er schon in der Koje und ich schnell noch an die Tasten… Ob der Link stimmt?

luscious friday

DesTopNews 2013-39

Platsch, da liegt der Skipper im Wasser

Johann ist fast schon da.

Das Beste zuerst. Maya darf nach vier Stunden Optimisten Training am Sonntag bei ihrer ersten Segelregatta teilnehmen. Die Eltern sind natürlich stolz ohne Ende. Deshalb können wir auch erst Montag segeln gehen.

Da hab ich mir für die holländische Happy Hour extra die guten Shorts, eine blaues Hemd und einen Schluck des guten After-Shave gegönnt, will gekonnt aus dem Dinghy raussteigen und: Ich falle ins Wasser. Alle lachen, am meisten die Capitana. Dabei hatte ich noch gar kein Wein getrunken. Das iPhone und Geldbörse hatte ich instinktiv im Kartentisch liegen lassen. Cool. Ne?

Während wir gleich ins Bett gehen, steigt Johann in den Flieger nach Curacao. Ne, was aufregend. Johann, Deine Kabine ist rechtzeitig fertig geworden. Na, ja. Fast. Die Leselichter sind bei Budget Marine ausverkauft und die USB Ladestelle fürs iPhone ist noch nicht eingebaut. Aber das ist fast schon alles, was noch fehlt. Segeln können wir aber noch nicht. Der Tauchkompressor braucht noch ein Befestigung, damit er im Keller nicht rumfliegt und die Schlingerleisten an der Werkbank müssen auch noch dran. Echt, das sich das immer so hinziehen muss mit den Arbeiten am Boot. Das da nicht Nachts jemand kommt und die Arbeiten für mich erledigt.

Wir haben ein paar Ideen zum Schwojen bekommen. Einfachste ist an der Ankerkette einen Tampen anzuschlagen zum Heck der MARLIN und den ganzen Schiffsrumpf sozusagen beizudrehen. Hab ich gleich ausprobiert. Das interessiert die MARLIN aber gar nicht. Wir schwojen weiter. Dann eben schräg. Außerdem drückt der Wind dann auf den Mast und legt die MARLIN auf die Seite. Vor allen Dingen aber liegen wir alle so eng beieinander vor Anker, dass wir uns da nicht einfach querlegen können. Die Idee mit dem Fetzen Segel am Achterstag ist wohl die bessere. Ich werde mich mal umhören nach einem alten Dinghysegel.

Wir bedanken uns bei Christian, Benedikt, Peter-Robert und Klaus für Ihre Spende und Motivation am Marlin Blog Projekt. Christian schreibt noch dazu: „Übrigens würde ich das nicht wirklich “Spende” nennen – es ist irgendwie eher ein Autorenhonorar was auf freiwilliger Basis geleistet wird… vielleicht solltet Ihr auch über ein Blog-Abo auf freiwilliger Basis Gedanken machen… Ansonsten bin ich ja auch bereit für Inhalte immer wieder Geld zu bezahlen… und wenn man da jeden Tag drauf schaut in der Erwartung, einen neuen Eintrag zu finden, ist das schon ein Indikator dass es einem was wert sein müsste.“ Aber es gibt auch andere Stimmen, die sagen: „Um Spenden betteln geht ja nun mal gar nicht.“

We are Team New Zealand


 
via: my2fish

Contest 33 for sale – zu verkaufen – occasion € 19.000.-

k-IMG_1380Wegen. Todesfall kurzfristig zu verkaufen.
Baujahr 1971, Bau # 14,
WREDE saniert Unter- Überwasser
Volvo 3 Zylinder 2003, 2-Kreiskühlung
Mast, Grossbaum FURLEX neu
BEILKEN SEGEL Hydranet aus 2012
Gross / Genua / Yankee / Blister
Autohelm 2000, Windpilot Atlantik
UKW ICOM M59 Euro RS
Manuelle Ankerwinsch, Niro Anker
Bugstrahlruder aus 2005
3 Batterien
Gas Pantry, Herd / Kühlschrank
Druckwasser Gas warm / kalt
Heizung Webasto diesel
Seekojen mit Kojenbrettern
Liegeplatz Makkum / NL

Das Schiff ist in einem ausgezeichneten Pflegezustand. In den vergangenen Jahren wurde ein Vielfaches des heutigen Angebotspreises aufgewendet / investiert – das Schicksal hingegen kam dazwischen – nun sucht dieses Schiff einen neuen Eigner

Für Rückfragen kontakjten Sie bitte:
Peter Foerthmann +49 40 652 52 44
peter@windpilot.com

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8:9

Die amerikanische Fotografin Jill Greenberg hat für ihre Fotoreihe End Times weinende Kinder fotografiert. Das alleine ist schon super, noch besser ist aber, wie sie die Kinder zum Heulen gebracht hat: Sie gab ihnen einen Lolli und nahm ihnen diesen dann wieder weg.
owley.ch

Aufräumen, auf dem Boot und im Kopf

Aufräumen, auf dem Boot und im Kopf

Und es bläst

Die MARLIN, wir nennen Sie auch gerne Ballerina, tanzt gerne am Ankerplatz. Das überdurchschnittliche Schwojen beschäftigt mich schon die ganze Zeit. Woran liegt das? Am runden Rumpf? Die IRON LADY hat ja immer brav im Wind gelegen, erst bei 40 Knoten und mehr hat sie sich vor Anker auf die Seite gelegt. Mal rechts mal links. Die MARLIN tut das schon bei 20-30 Knoten, der Bootsrumpf entwickelt einfach Vortrieb ohne Segel und die MARLIN will schon mal lossegeln. An der Ankerkette fehlt der Halt uns das Schiff fällt auf die Seite ab, wird auf die Seite gelegt. Hier in Curacao bläst es ja immer prima mit 20 Knoten und wir tanzen am Ankerplatz. Ist fast wie segeln. Vielleicht mal ein Trysegel am Achterstag anschlagen, dass das Heck in den Wind drückt? Habe ich grade nicht in der Backskiste. Wäre aber mal eine Lösung. Wenn die MARLIN dann so auf die Seite gedrückt wird spannt sich der Kettenstopperleine wie Hund. Den Harken hat Nathalie eingespleist. Die Nylonleine hat 16mm und eine Bruchlast von 4 Tonnen. Hatten wir genau so auf der LADY auch schon. Wir haben die MARLIN mit 10mm Kette übernommen. Genau wie auf der IRON LADY. Aber die MARLIN wiegt 28 Tonnen, die LADY hat 11 Tonnen gewogen. Geht das überhaupt? Müssen wir nicht mindestens 13 mm Kette bei einer 60 Fuss Yacht sein. Was hat sich die Werft dabei gedacht. Auch die Ankerwinsch ist eher klein bemessen. Nach Auskunft des Voreigners haben wir eine hochfeste Kette. Diese hätte dann eine Bruchlast von 15 Tonnen. Sprich, erst bricht der Kettenstopper und dann wissen wir: Es ist windig und wir sollten uns was einfallen lassen. So weit so gut. Aber wie viel Windlast muss denn so eine Kette aushalten? Dazu habe ich was gefunden. Hier kann man die Last ausrechnen. Und ich denke mal, so ungefähr sollte das auch sein. Bei Windstärke 8 Bft. Also schon stürmisch und das doppelte vom grade vorherrschenden Wind 474 kg, also ne halbe Tonne. Auch wenn wir keine hochfeste Kette haben, ist das immer noch 10% von der normalen Bruchlast einer Stahlkette. Hab ich alles richtig gedacht? Kann ich ruhig schlafen? Unser Delta Anker hält auf jeden Fall. Im Sturm letztens hat es mit 32 Knoten geblasen und wir liegen immer noch an der gleichen Stelle.

Wir bedanken unsern Lesern Jörg und Bernd für ihre Spende und Motivation. Echt Super!

Motiviert

Anerkennung ist unser Mehrwert

Das ist ein fliegender Flamingo. Gemalt von Maya, acht Jahre. Das Bild ist ein Dankeschön für Klaus. Klaus war der erste, der den Spendenbutton gedrückt hat! Klaus, es ist eine unheimliche Bestätigung und Motivation, die Du damit erzeugt hast. Klar bekommen wir alle paar Tage e-mails von Fans und Lesern, aber davon können wir uns nichts kaufen, heißt es ja immer so schön. So eine Internetseite kostet auch ordentlich, Hosting, Pflege, Anpassungen. Wie auch immer. Jede Spende hilft und vor allen Dingen macht es dann noch mehr Spaß zu schreiben und zu fotgrafieren. Ich erinnere mich mal 35 Jahre zurück. Ich und ein paar Schulkameraden sitzen am Piccadilly in London. Taschen leer. Auf Klassenfahrt. „Moment“ Ich habe meine Querflöte dabei. Gehe in die U-Bahn, in einen dieser langen Gänge. Stelle die Schatulle auf den Boden und fange an zu spielen. Allein. Zugegebenermaßen nicht das erste Mal und auch nicht grade schlecht zu jener Zeit. Nach zwanzig Minuten ist die Schatulle gefüllt mit Münzen und ein junger Herr in gutem Zwirn rast an mir vorbei. Bleibt stehen. Dreht sich um. Hört mir drei Minuten zu. Lacht und lässt einen zehn Pfund Schein in meine Schatulle fallen. Damals war das richtig, richtig viel Geld.

Wir fangen langsam an die Baustellen zu beenden, denn es brennt uns unter den Hufen. Es weht ordentlich mit 20 Knoten aus Ost. Wenn wir segeln gehen wollen mit Johann gibt es etwas auf das wir uns früher niemals gefreut hätten mit der betagten IRON LADY: Gegenan. Am Wind ist aber auch schräg. Also muss alles entsprechend vorbereitet werden. Kurs Ost ist angesagt. Wie weit? Ein paar Meilen, weil allen schlecht wird? Nach Bonaire? Ein Tagestrip. Oder weiter, weil es so Spaß macht? Montag, denke ich mal wissen wir mehr.