Archiv der Kategorie: News & Blogs

Big Picture: Crash in St. Tropez – “Germania Nova” überfährt Fotoboot

Germania Nova

Das Zusammentreffen der weltweit schönsten Yachten bei der Voile de St. Tropez erzeugt so viel Betrieb auf dem Wasser, dass es eng wird. Diesmal gab es einen Vorfall mit dem Schoner „Germania Nova“. Weiterlesen

Read more

Kulturschock – Die Rückfahrt beginnt

Ich wusste von Karten und Erzählungen ja, dass Dover und Frankreich nah beieinander sind, aber wie nah – das hat mich dann doch überrascht. Gefühlt ist die französische Küste näher als Brunsbüttel wenn man in Cuxhaven an der Alten Liebe steht. Dafür ist noch mehr Schiffsverkehr als auf der Elbe. Die Fahrt durch das Verkehrstrennungsgebiet, quasi die Autobahn der Meere, wird zum Slalomlauf. Selbst als ich schon in Wurfweite der französischen Küste segle und mit ein wenig Wehmut die britische Gastlandflagge einhole, kann ich die Weissen Kliffs von Dover noch klar am Horizont erkennen. Wenige Stunden später mache ich in Dunkerque oder Dünkirchen fest und bekomme einen kleinen Kulturschock: Nach fast 3 Monaten in Großbritannien hat man sich irgendwie dran gewöhnt, dass jeder Englisch spricht und man alle Schilder versteht. An meinem ersten Abend in Frankreich muss ich nicht nur einmal kurz nachdenken und mich irgendwie verständlich machen.  Dafür sind die Hafenpreise nach 3 Monaten in England aber endlich wieder auf menschlichem Niveau. Da langen die Briten richtig zu. Fairerweise muss man allerdings auch dazu sagen, dass deutlich mehr Leistung geboten wird als anderswo.

Viel hier gibt die Stadt leider nicht. Dunkerque ist eine mittelgroße Hanfenstadt ohne viele große Highlights. So lasse ich mich einfach ein wenig um die Hafenbecken treiben und schaue mich um. Leider leidet das Frankreichfeeling darunter, dass ich den ganzen Nachmittag über keinen Akkordeonspieler gehört habe…
Etwas anderes fällt mir aber an der Promenade auf: Die Dünen. Egal wo ich mich in England herumgetrieben habe, fast überall sind die Küsten ziemlich felsig. Strände gibt es oft nur zwischendurch mal. Hier am französischen Kanalstrand fällt die Promenade ohne Deich oder Mauer nun aber flach ins Meer hinein ab. Nur einige Dünen mit dem typischen Strandhafergeruch säumen das ganze. Auch geologisch scheint Großbritannien eine völlig andere Welt zu sein…
Ich beschließe meinen Besuch in Frankreich mit dem wofür ich eigentlich hier her gekommen bin: Moules Frites, Miesmuscheln im Sud mit Pommes mit Blick auf die hier beginnende Nordsee. Bienvenue a france!

Frankreich hält mich jedoch nur kurz fest. Pünktlich zum Ende meines Großbritannienbesuches scheinen sich ein paar Tage angenehmes Wetter in Folge einzustellen und so geht es nach „nur“ einem Hafentag weiter in Richtung Belgien. Die belgische Küste ist für Segler so eine Sache. Sie ist fast schnurgerade ohne irgendwelche Buchten oder Einschnitte. Die Häfen sind bei auflandigem Wind oft nur schwer zugänglich und dazu laut Erzählungen und Bildern oft von Hochhäusern eingerahmt und hässlich. Über weite Strecken muss man dann auch noch vor der Küste Fahrwassern folgen um zahlreichen Sandbänken auszuweichen. Kurzum: Kein wirkliches Vergnügen. Auf den ersten Meilen scheint sich der Eindruck auch zu bestätigen. Wenigstens schiebt der Strom anständig. Doch als dann auch noch ein riesiger Küstenabschnitt wegen einer unangekündigten Schießübung der Armee gesperrt ist, ich etwa 12smm, also etwa 2,5h Umweg fahren muss und der Strom deswegen kentert und nun gegen mich ist, habe ich irgendwie schon fast genug von Belgien. Statt 2,5h mit Strom von hinten an der Küste rumzubutschern, kämpfe ich mich 5h gegenan. Eindrucksvolles Beispiel vom Stromsegeln.

Völlig entfernt komme ich, zum Glück noch kurz vor Dunkelheit, im Hafen von Zeebrügge an. Eigentlich gibt es dort nicht viel zu sehen. Zeebrügge ist kaum eine Stadt, sondern eigentlich nur ein riesiger Industriehafen. Eine freundliche Vereinsmarina gibt es aber dennoch. Vor allem habe ich mir Zeebrügge aber deswegen ausgesucht, weil direkt neben der Marina ein Zug in die alte Hansestadt Brügge fährt. Und ich dachte mir, dass wenn schon die belgischen Häfen allesamt unansehnlich sein sollen, dann schaue ich mich wenigstens eine nette alte Stadt an, um am Ende auch einen guten Eindruck von Belgien zu bekommen.

War ne gute Entscheidung. Der Zug fährt von Zeebrügge-Dorp direkt an den Rand der Altstadt von Brügge. Dort habe ich dann ein kleines Touri-Programm durch die Stadt gemacht. Mittelalterliche Altstädte gibt es ja nun zuhauf, doch die von Brügge ist erstens riesig, und zweitens tobt dort das Leben, und nicht nur Touristen. Das macht den Bummel besonders angenehm. Zwischenstops mache ich im Bier- und im Pommesmuseum. Ja, die Belgier sind so verrückt auf frittierte Kartoffeln, dass sie den Pommes nicht nur ein Museum, sondern sogar einen nationalen Verdienstorden gewidmet haben. Und ich muss, sagen, das Ergebnis kann sich sehenlassen. Obwohl ich Fish and Chips in jedem zweiten Hafen schon jetzt vermisse, sind die belgischen Pommes fast noch besser und ich kann meine Entzugserscheinungen ein wenig abmildern. Zum Abschluss noch ein paar belgische Pralinen auf einer Parkbank mit Blick auf den Entengarten eingeworfen, ein Verdauungsspaziergang durch die Festungsanlagen und zurück geht es zum Hafen.

So bin ich dann am Ende ziemlich versöhnt mit Belgien und (Zee)brügge. Völlig egal, dass die Häfen alle ziemlich mittelmässig sind. Ein Land dessen Kultur aus Pommes, Bier und Schokolade besteht. Besser kann es für Segler doch zumindest kulinarisch eigentlich gar nicht sein, oder?

Read more

SV Anthea – Kim + Mark Baker US

TROUBLE SHOOTING IN PARADISE – ARCATA CA – TONGA – HAMBURG

Mit der Maus tut das gar nicht weh. Die Geschichte dahinter allerdings, erinnert mich an eine Begebenheit, die sich vor einiger Zeit in Salvador Brasilien ereignet hatte.

SV Anthea – SV Maya

Read more

Mein anderes Leben. Drohnen Pilot Roman an Bord genommen.

Endlich wieder Zu Hause angekommen.

Mit dem Flixnachtbus startet meine Reise heute morgen um 2:00. Auf der Brücke bei Rendsburg wache ich auf. Genickstarre, Stau. Ich sehe schon meinen Flug quasi ins Wasser fallen. Aber der Fahrer schafft es mit einer Stunde Verspätung. Das ist in der Planung drin. Kein Problem. Um 10:30 sehe ich die Mastspitze meiner MARLIN zum ersten mal wieder. „Ja Du alte Ziege. Ich habe Dich vermisst. Doll sogar.“ Als ich die Tür aufmache, schlägt mir der Schiffsgeruch entgegen. Eine Mischung aus Holz-, Modder-, Seeluft. Jedes Schiff riecht anders. Jetzt riecht es nach MARLIN. Zu Hause. Angekommen. Endlich. Auch wenn ich mich inzwischen als Flensburger fühle und meine Familie dort wohnt. Es wird sich nie ändern. Mein Zu Hause ist auf meinem Schiff. Basta.

Nach einem Power-Nap schnappe ich mir eines der neuen Bords Fahrräder und erkunde die Stadt. War schon mal hier, aber mit dem Fahrrad geht alles viel einfacher, schneller. Ich finde Aldi, kaufe Notwendiges ein. Ein paar Bier für Roman. Roman ist Freund. Alter Freund aus Düsseldorfer Zeiten und Freund Roman kommt heute. Roman ist inzwischen neben Tontechniker und Musikproduzent, Lebenskünstler… DROHNENPILOT. Spezielles Einsatzgebiet Speeddrohnenflug. Was Roman macht kannst Du Dir hier anschauen. Roman und ich haben 48 Stunden Zeit, davon 24 Stunden wahrscheinlich bei 2024 mbar, also wahrscheinlich mit klarem Himmel und gutem Segelwind, um die MARLIN mit der Drohne visuell zu erfassen. Das ist Romans Target. Mit seinen neugierigen Augen sitzt er mir gegenüber. Ich habe gekocht, wir trinken Bier und machen ein Brainstorming. Wir reden auch viel über die alten Zeiten. Morgen soll es losgehen. Mensch Roman: „Es ist schön das Du da bist.“

 


 

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

 

Download Flyer

Read more

Es ist kein Computerspiel

Mini-Transat 2017

Nicht mehr als 15 Minuten Schlaf am Stück, Kollisionsgefahr, Euphorie und Ernüchterung – Mini-Segler Jan Heinze über die ersten Tage des Hochseerennens

Read more

Meistersegler für Kultregatta in Hamburg gesucht

J-70 auf der Außenalster 2014

Über Jahrzehnte hat die YACHT zum Saisonschluss Deutschlands beste Crews an die Alster eingeladen. Jetzt übernimmt der Hamburger Segel-Club die Serie

Read more

So schützen Sie Ihr Boot vor der Sonne

So schützen Sie Ihr Boot vor der Sonne

Die UV-Strahlung greift die Ausrüstung an Deck massiv an. Mit diesen Tipps können Sie das Leben von GFK, Holz, Tauwerk und Segeln verlängern

Read more

Jeetzel gerettet

Protest gegen den Verkauf der Jeetzel in Hitzacker

Flüsse gehören uns allen.

Read more

America’s Cup: Der New York Yacht Club kommt zurück – Wer kann noch dabei sein?

Artemis Steuermann Terry Hutchinson wurde gefeuert. © Kaenon

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Der New York Yacht Club greift wieder nach der Kanne, die 132 Jahre lang in seinen Räumen stand. Wer könnte noch dabei sein? Weiterlesen

Read more

Mini Transat: Zwei weitere Mastbrüche – Riechers versucht, am Podium dranzubleiben

Mini Transat

Das Mini Transat hat zwei weitere Material-Opfer zu beklagen. Jörg Riechers verliert den Anschluss zur Spitze, kann aber immer noch die Top-Drei schaffen. Weiterlesen

Read more

Jeremy Rogers turns 80

CONTESSAS VATER WURDE 80 JAHRE ALT

Ein guter Anlass, an dieser Stelle meine Gratulation zu übermitteln, denn wir haben seit Jahrzehnten viele CONTESSA 26 / 32 / 35 / 38 / 43 ausgerüstet, entweder direkt an die Werft nach Lymington oder an die Segler in der ganzen Welt bis nach Singapore am ganz anderen Ende.

Contessa Yachts

Read more

Foto-Anleitung: Mastlegen beim Segelboot

Ausgangssituation

Zu einem Segelboot gehört der Mast wie die Ebbe zur Flut und hin und wieder kommt es vor, dass der Mast gelegt werden muss. Dies kann unterschiedlichste Gründe haben: eine wichtige Reparatur, das Passieren einer Brücke mit zu niedriger Durchfahrthöhe oder schlicht der jährliche Gang ins Winterlager. Was auch immer die Gründe sein mögen, früher oder später muss jeder Eigner den Mast legen. Die nachstehende bildreiche Anleitung soll dabei helfen.

Dazu gleich vorweg: Es gibt nicht die eine generelle Vorgehensweise, wie das Mastlegen durchzuführen ist. Vielmehr hängt das Vorgehen im Einzelnen stark von der Bauart des Riggs ab. Daher erhebt dieser Beitrag keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Mitunter können die einzelnen Schritte abweichen. Das generelle Prozedere sollte aber dennoch klar werden.

Fertig zum Mastlegen: Segel und Baum wurden abgeschlagen.

Vorbereitung Mastlegen

Bevor mit dem eigentlichen Mastlegen begonnen werden kann, müssen einige vorbereitende Schritte ausgeführt werden. Sie sollen hier nicht im Detail erläutert werden, aber dazu gehören insbesondere: das Trennen aller Kabel im Mast vom Schiff, das Abschlagen der Segel und des Baumes sowie sämtlicher Leinen, die verhindern, dass der Mast vom Schiff getrennt werden kann. Das sind beispielsweise alle in das Cockpit umgeleiteten Leinen. Gerne wird hierbei die Reffleine der Vorsegel-Rollanlage vergessen. Ebenso empfiehlt es sich, die Spinnaker-Bäume und das Sprayhood abzubauen.

Das Trennen aller im Mast befindlichen Kabel vom Schiff ist Teil der Vorbereitung.

Selbstverständlich werden die Fallen und Strecker keinesfalls aus dem Mast ausgefädelt – vielmehr werden sie am Mast befestigt. Dazu sicherheitshalber ein ganz konkretes Beispiel: Ein in das Cockpit umgeleitetes Großfall wird aus der Fallklemme, aus der/den Umlenkrolle(n) und aus dem Umlenkblock am Fuße des Mastes gezogen. Danach wird das segelseitige Ende des Falls am Mast befestigt (beispielsweise an einer Klampe). Mit dem anderen Ende wird es durchgesetzt und ebenfalls belegt (beispielsweise auf derselben Klampe)  Der Rest wird aufgeschossen und am Mast befestigt.

Alle Fallen und Strecker werden aufgeschossen und am Mast befestigt.

Tipp: Wer ein Smartphone dabei hat, kann vor dem Ausfädeln schnell ein paar Bilder von der Ist-Anordnung des laufenden Gutes machen. So lassen sich alle Fallen und Strecker nach dem Mastsetzen unkompliziert wieder der richtigen Umlenkrolle oder dem richtigen Block zuordnen.

Ein solches Foto ist eine gute Erinnerungsstütze für die Anordnung des laufenden Gutes.

Hat der Mast Maststufen oder aber mehr als ein Paar Salinge werden später noch zwei Fallen benötigt, um eine Person nach oben zu ziehen, um die Leinen für den Kran am Mast zu befestigen. In dem Fall dürfen noch nicht alle Fallen ausgezogen werden.

Mit Cutter-Messer und Zange werden die Splinte entfernt.

Anschließend werden alle Splinte der mittels Spanner gesicherten Ober-, Mittel- und Unterwanten entfernt. Gemeint sind die Splinte am Spanner, die ein Öffnen desselbigen durch Drehen verhindern, und keinesfalls Splinte, die Bolzen sichern. Es versteht sich von selbst, dass einmal benutzte Splinte nicht wieder verwendet werden dürfen, da sie durch das Aufbiegen im Material geschwächt sind. Ich belasse die Hülsen an den Terminals an Deck und schraube sie weit auf das Gewinde, damit sie nicht verloren gehen. Alternativ können sie auch abgeschraubt werden. In dem Fall würde ich sie beschriften.

Alle demontierten Teile werden in einer Kiste gesammelt. So geht nichts verloren.

Ich habe beim Mastlegen grundsätzlich eine kleine Kiste daneben stehen. Alle demontierten Teile (Bolzen, Splinte, Spannerhülsen, Schäkel etc.) landen in dieser Kiste, damit sie nicht verloren gehen und beim Setzen des Mastes wieder zur Verfügung stehen.

Vorsegel-Rollanlage sichern

Da heutzutage fast jede Fahrtenyacht über eine Vorsegel-Rollanlage verfügt, sei erwähnt, dass diese am unteren Ende „geschient“ werden muss. Andernfalls kann sie beschädigt werden. Bei den meisten Anlagen hat die Trommel ein relativ hohes Eigengewicht, das dazu führen kann, dass das Profil bricht, wenn es in der Waagerechten vom Gewicht der Trommel belastet wird. Daher sollte das Profil im unteren Bereich ab der Trommel mit einer entsprechenden Holzleiste (mindestens zwei Meter Länge) wie abgebildet geschient werden. Ich verwende dafür unseren Bootshaken, den ich mittels Kabelbinder mit der Vorsegel-Rollanlage verbinde.

Mit dem Bootshaken geschiente Rollanlage.

Nach Abschluss der Vorbereitungen kann mit dem eigentlichen Mastlegen begonnen werden. Hierbei kommt in der Regel in irgendeiner Form ein Kran zum Einsatz, sofern es sich nicht um ein Rigg mit einer Selbstlegevorrichtung – auch Jütbaum oder Jütanlage genannt – handelt. Um diese Form des Mastlegens geht es in diesem Beitrag übrigens nicht.

Segelboot mit Selbstlegevorrichtung (Jütbaum).

Arbeitsverteilung beim Mastlegen

In den meisten Fällen werden zum Mastlegen mindestens drei Personen benötigt. Eine Person sichert den Mast an Deck und lässt diesen während des gesamten Vorgangs nicht los! Eine weitere Person sichert die Vorsegel-Rollanlage und kümmert sich um das Abschlagen der Wanten und Stagen. Die dritte Person übernimmt die Bedienung des Kranes.

Rollenverteilung: Eine Person krant, eine sichert den Mast, eine demontiert Wanten.

Unabhängig davon, wie viele Personen am Vorgang beteiligt sind, gibt es genau eine Person, die das Sagen hat. Denn eines gilt es zwingend zu vermeiden: Diskussionen über die einzelnen Arbeitsschritte während des Vorgangs. Ich schreibe dies deshalb so ausdrücklich, weil ich es ständig in den Häfen beobachte. Von daher sollte die erfahrenste Person die Führung übernehmen und alle anderen handelnden Personen entsprechend anleiten.

Kranstropp anbringen

Eines vorweg: Der Mast sollte generell nicht bei starkem oder sehr böigem Wind gelegt werden, weil dies zu unkontrollierten Bewegungen führen kann – sowohl des Schiffes als auch des Mastes. Und wenn ich schon bei den Sicherheitsaspekten bin, möchte ich auch noch erwähnen, dass sich generell keine Person unter dem schwebenden Mast aufzuhalten hat.

Mast und Kran sind miteinander verbunden.

Im ersten Schritt wird der Mast mit dem Kran mittels eines sogenannten Kranstropps verbunden, der logischerweise ausreichend stark genug dimensioniert sein muss. Bei Riggs mit nur einem Paar Salinge wird der Kranstropp dazu unterhalb der Salinge befestigt. Bei Masten ohne Maststufen kann der Kranstropp normalerweise am Mast langsam bis zu den Salingen nach oben gezogen werden (große Schlaufe verwenden und Obacht mit Decksscheinwerfer und Topplicht).

Die Wanten dürfen vom Stropp nicht eingeklemmt werden – Grafik: © Seldén.

Je nach Bauart des Riggs erfolgt die Befestigung des Kranstropps außer- oder innerhalb der Unterwanten, damit diese nicht eingeklemmt und verbogen werden, wie die beiden vorstehenden Abbildungen zeigen. Ich habe sie übrigens der Broschüre „Informationen und Hinweise zum Riggen und Trimmen Ihres Seldén-Riggs“ entnommen. Außerdem ist es ratsam, eine Sorgeleine am Kranstropp zu befestigen, damit dieser gegebenenfalls – wenn er sich verhakt – wieder nach unten gezogen werden kann.

Rigg mit zwei Salingpaaren und Maststufen.

In allen anderen Fällen muss normalerweise eine Person den Mast aufentern, um den Kranstropp zu befestigen. Entweder, weil er sich nicht über die Maststufen nach oben ziehen lässt, oder aber, weil er oberhalb des unteren Salingspaares befestigt werden muss und man logischerweise am ersten Salingspaar nicht vorbeikommen kann.

Eine Person entert den Mast, um den Kranstropp zu befestigen.

Achtung: Es ist sehr wichtig, den eigenen Mast hinsichtlich seiner Gewichtsverteilung zu kennen. In jedem Fall muss vermieden werden, den Kranstropp so anzuschlagen, dass der Mast topplastig ist. Wäre das der Fall, schlägt der Mast nach dem Lösen vom Schiff um und dann hängt er plötzlich kopfüber am Kran. Dabei können schwere Verletzungen und Schäden an Schiff und/oder Rigg entstehen.

Übertragen auf unser Schiff bedeutet dies folgendes: Wir haben ein Rigg mit Maststufen und zwei Salingspaaren. Der Kranstropp muss unterhalb des oberen Salingspaares angeschlagen werden. Daher gehe ich mit dem Bootsmannstuhl gesichert an den Maststufen nach oben und befestige den Kranstropp direkt unterhalb des oberen Salingspaares.

Gute Sicherung: zwei am Bootsmannsstuhl angeknotete Fallen.

Wichtig: Beim Aufentern des Mastes — auch bei Maststufen — bitte immer mit einem Bootsmannsstuhl sichern. Er wird grundsätzlich nicht angeschäkelt, sondern nur angeknotet, da ein Schäkel brechen kann. Ein zweites Fall ist eine gute zusätzliche Absicherung, falls das erste Fall wider Erwarten eine Schwachstelle hat.

Hinsichtlich der Art und Weise, wie der Kranstropp am Mast befestigt werden kann, gehen die Meinungen ziemlich weit auseinander. Eine beliebte Methode ist eine kurze Leine mit zwei gespleißten Augen. Ihre Länge ist genau auf den eigenen Mast abgestimmt. Den gleichen Effekt erzielt man alternativ auch mit einem sogenannten Endlos-Stropp. Es gibt auch noch andere Methoden, wie die nachstehenden Abbildungen zeigen.

Links: Stropp mit Schotstek. Rechts: Endlos-Stropp – Grafik: © Seldén.

Ich persönlich nehme eine Leine, die ich mit einem Palstek um den Mast knote. Direkt daneben mache ich einen zweiten Palstek, in den der Kran eingehängt wird. Auch hier gilt für mich „doppelt hält besser“. Deshalb verwende ich zusätzlich noch eine zweite Leine, die ich genauso befestige.

Hinweis: Ein Palstek verringert die Bruchlast einer Leine um die Hälfte, daher muss auf eine ausreichende Dimensionierung der Leine geachtet werden.

Dies sind verschiedene Varianten, den Kranstropp zu befestigen.

Normalerweise sollte der Haken am Kran eine Öffnungssperre haben. Sollte diese nicht vorhanden sein, muss der Stropp zusätzlich um den Haken geschlagen und so gesichert werden (siehe Abbildung weiter oben). Außerdem sollte der Kranhaken in irgendeiner Form über ein Polster verfügen – zum Beispiel weichen Schaumstoff. Dadurch wird verhindert, dass der Haken den Mast zerkratzt oder auch sonst Schäden am Material verursacht.

Beispiele für Kranmöglichkeiten mit Schaumstoff-Schutz.

Mast vom Schiff lösen

Ist der Mast mit dem Kran verbunden, wird der Kranausleger so dicht wie möglich an den Mast geführt und die Kranleine leicht angesetzt. Bitte nicht zu stramm anziehen, da andernfalls der Mast nach dem Lösen der Wanten und Stagen aus dem Mastfuß springen kann. Die Aufgabe der Leine ist im Wesentlichen zu verhindern, dass der Mast seitlich kippen kann. Dafür muss sie nicht stramm sein. Denn auch nach dem Lösen der Wanten und Stagen steht der Mast weiterhin mit seinem Eigengewicht auf dem Mastfuß – sofern die vorstehenden Hinweise hinsichtlich der Topplastigkeit beachtet wurden! Bei Schiffen mit einem Mast, der auf dem Kiel steht (durchgesteckter Mast), ist die Sache etwas entspannter, da der Mast in der Regel auch dann noch steht, wenn bereits alle Drähte abgeschlagen wurden. Verlassen würde ich mich darauf allerdings nicht.

Der Kranausleger wird dicht an den Mast geführt und die Kranleine leicht angesetzt.

Achtung: Liegt das Schiff beim Mastlegen im Wasser, reagiert es je nach Größe mehr oder minder stark darauf, wenn Personen an oder von Bord gehen. Dies kann insbesondere beim An-Bord-Gehen zur Folge haben, dass das Boot plötzlich tiefer im Wasser liegt und der Mast auch bei einer lose angesetzten Kranleine aus dem Mastfuß springt, weil diese plötzlich stramm kommt. Bei uns an Bord gilt grundsätzlich: Beim Mastsetzen und -legen bewegen sich alle Personen langsam und mit Bedacht.

Sind Kranstropp und Mast miteinander verbunden, können die Wanten abgeschlagen werden. Dabei hält eine Person den Mast am unteren Ende fest und die andere Person schlägt der Reihe nach das stehende Gut ab.

Die Wanten werden abgeschlagen.

Ich würde immer mit den unwichtigsten Wanten zuerst beginnen. Bei uns an Bord sind das die Unterwanten. Dann folgen die Mittelwanten und zu guter Letzt die Oberwanten. Im nächsten Schritt wird das Achterstag an der Spannvorrichtung maximal gelöst. Dadurch kommt auch Lose in das Vorstag – was wichtig ist, da andernfalls der Bolzen der Rollanlage nicht gelöst werden kann.

Das Achterstag wird gelöst. Dadurch kommt auch Lose in das Vorstag.

Als nächstes wird das Achterstag und dann die Vorsegel-Rollanlage abgeschlagen. Die Person, die mit dieser Aufgabe betraut ist, übernimmt dann im weiteren Verlauf die Sicherung und das Führen der Rollanlage. Dazu sei angemerkt, dass die Vorsegel-Rollanlage zunächst nicht an den Mast gebunden werden kann, da sie normalerweise länger als der Mast ist. Bei durchgesteckten Masten ist dies natürlich anders, aber auch die müssen erst mal ein gutes Stück angehoben werden bis die Rollanlage neben den Mast passt. Mit anderen Worten: Es wird eigentlich immer eine Person benötigt, die die Rollanlage führt. Dabei gilt es, darauf zu achten, dass das Profil nicht geknickt wird.

Wenn die Rollanlage länger als der Mast ist, wird sie separat geführt.

Der Form halber noch ein kleiner Hinweis zum Öffnen der Wantenspanner. Je nach Bauart bitte keine Schraubenzieher in die Spannerhülse stecken, da dies den Spanner verbiegen kann. Ich verwende bei uns Maulschlüssel in Kombination mit einem Engländer (bzw. Verstellschlüssel).

Mit Schraubenschlüssel und Verstellschlüssel werden die Wantenspanner gelöst.

Nachdem alle Wanten und Stagen gelöst wurden, werden sie am Mast gesichert. Hierzu kann ein einfacher Stropp oder Zeising verwendet werden. Er wird einfach um den Mast gebunden.

Alles gesichert. Der Mast kann gelegt werden.

Den Mast legen

Nun kann der Mast aus dem Mastfuß bzw. bei einem durchgesteckten Mast aus dem Schiff gehoben werden. Dabei wird der Mast so weit angehoben, dass er über die Reling vom Schiff genommen werden kann. Hierbei führt eine Person den Mast. Eine weitere Person führt wie bereits erwähnt die Rollanlage. Diese kann in den meisten Fällen über den Bugkorb außenbords geführt werden. Bitte bedenken, dass der Kran hoch genug sein muss, um den Mast über die Reling zu heben. Dies gilt umso mehr bei durchgesteckten Masten.

Der Mast wird mit dem Kran neben das Schiff gehoben und langsam herunter gelassen.

Andere Situation: Mastlegen an Land mit Autokran. Das Vorgehen ist identisch.

Schließlich wird der Mast neben dem Boot abgeladen. Dabei wechselt logischerweise die Lage des Mastes von der senkrechten in die waagerechte. Dies ist insbesondere bei kleineren Masten keine große Herausforderung, da sie normalerweise gut von einer Person geführt und gehalten werden können. Schwieriger ist es bei großen Masten mit einem nicht unerheblichen Eigengewicht. Das gilt vor allem auch dann, wenn der Kranstroppzu weit entfernt vom Gewichtsschwerpunkt des Mastes angeschlagen wurde. In dem Fall ist das untere Ende das deutlich schwerere Ende, welches stark zum Boden zieht. Dann hilft es normalerweise nur, den Mast auf dem Boden abzustellen und über seinen Fuß zu kippen (Vorsicht: Aus dem Mastfuß herausgeführte Kabel können dabei beschädigt werden).

Vorsicht beim Abstellen des Mastes mit Kabeln.

Generell ist dabei zu beachten dass auf dem Mast am unteren Ende Druck entsteht und dieser bestrebt ist, zu wandern. Daher hierbei langsam und mit viel Bedacht vorgehen, um Fehler zu vermeiden.

Hat der Mast die waagerechte Lage erreicht, wird er in den meisten Fällen auf Böcken oder einem Mastwagen gelagert. Insbesondere beim Ablegen auf einem Mastwagen ist es ratsam, den Mast mit dem Mastwagen zu verbinden. Dies verhindert zwei Dinge: zum einen, dass der Mast beim Transport vom Wagen springen kann – etwa beim Passieren einer unebenen Stelle. Zum anderen ist der Mast ein Rundkörper, der ständig bestrebt ist, sich in eine x-beliebige Richtung zu drehen.

Vorsicht beim Abstellen des Mastes mit Kabeln.

Im nächsten Schritt kann die Vorsegel-Rollanlage mit dem Mast zusammengeführt werden. Bitte dabei beachten, dass der Mast dadurch normalerweise am unteren Ende noch schwerer wird. Dies gilt es insbesondere auch umgekehrt zu beachten, wenn der Mast auf einem Mastwagen zum Liegen kommt und die Rollanlage vom Mast getrennt wird. Normalerweise wird der Mast auf dem Mastwagen so abgelegt, dass er einigermaßen austariert ist. Da es sich beim Mastwagen für gewöhnlich um ein einachsiges Gerät handelt, führt ein Abschlagen oder Lösen der Vorsegel-Rollanlage meistens zu einer Verlagerung des Schwerpunktes. Dies wiederum kann dazu führen, dass sich das schwerere Ende plötzlich auf der anderen Seite des Mastwagens befindet und der Mast hart umschlägt.

Mit und ohne Rollanlage: Der Schwerpunkt befindet sich an unterschiedlichen Enden.

Auf alle weiteren Schritte möchte ich hier nicht näher eingehen, da sie in der Regel sehr unterschiedlich ausfallen. Der eine Eigner bringt den Mast ins Winterlager und schlägt gegebenenfalls die Drähte und Salinge ab. Und der andere Eigner führt nur kurz eine Reparatur durch und setzt den Mast kurze Zeit später schon wieder. Mit anderen Worten: Die dann folgenden Schritte sind so vielfältig, dass sie hier nicht weiter berücksichtigt werden können.

Geschafft: Dieser Mast wurde eingewintert.

Fazit
Das Mastlegen ist generell eine machbare Aufgabe, sollte aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Daher würde ich immer dazu raten, dass Anfänger beim ersten Mal mit einer fachkundigen Person gemeinsam den Mast legen. Hierbei reicht es oft schon aus, andere Segler um Hilfe zu bitten. In jedem Fall aber erfordert das Mastlegen ein umsichtiges Vorgehen und Nachdenken vor jedem einzelnen Schritt. Ein kleiner Fehler kann nicht nur Schäden am Material hervorrufen, sondern auch Menschen schwer verletzen.

Der Beitrag Foto-Anleitung: Mastlegen beim Segelboot erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Read more