Archiv der Kategorie: News & Blogs

„Der Beste muss oben stehen!“

Sailing World Cup 2017 vor Miami: Philipp Buhl – hier bei der Regatta vor Miami – kritisiert das für den olympischen Segelsport angedachte K.o.-Format

Im olympischen Segelsport werden – wieder einmal – neue Formate getestet. Wie weit muss sich der Segelsport für Olympia, Kommerz und Publikum verbiegen?

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Regierung beschließt „Bundesprogramm Blaues Band“

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Ist das Rätsel gelöst, was mit den Wasserstrassen passieren soll, die nicht mehr für den Güterverkehr genutzt werden?

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Konzeptphase: Lernt die Dehlya 25 fliegen?

Dehlya 25 auf Foils: So würde die kleine Dehlya wohl mit Tragflächen aussehen. 

Foilen ist in aller Munde, der America’s Cup als Königsdisziplin steht vor der Tür. Da liegt der Gedanke nahe: Könnte auch die Dehlya abheben?

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Anders leben: Drei Filmemacher und ein Hund auf Weltumseglung – Bilder einer Expedition

Cruising, Weltumseglung, Filmemacher

Sie nehmen sich Zeit und wollen bei ihren Landgängen maximal am Leben der Einheimischen teilhaben. Dabei entstehen Videos und Fotos vom Allerfeinsten – auf See und an Land. Ein See(h)genuss! Weiterlesen

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Großes Kino: Die „Ocean Film Tour“ ab März unterwegs – feinste Dokus übers nasse Element

ocean film tour 2017

Alle Jahre wieder tingelt die Ocean Film Tour mit ihren herausragenden Dokumentationen aus faszinierenden Bildern durch die deutschen Lande. Auch in Eurer Nähe… Weiterlesen

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Video: Schön gescheitert – Zusammenschnitt kleiner und großer Fehler unter Segeln mit oft fatalem Ausgang

malheur, Fehler, Pech, Panne

Im Netz geistern immer wieder „Compilations“ über „Faux-Pas“ und kleine Katastrophen unter Segeln herum, die mehr oder weniger sehenswert sind. Doch mit einem gewissen Grinsen schaut man immer wieder gerne hin… Weiterlesen

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ADAC lädt zum Mittelmeerskipper-Treffen auf die f.re.e

Die ADAC Sportschifffahrt lädt im Rahmen der f.re.e am 25.02.2017 zum beliebten ADAC Mittelmeerskipper-Treffen auf die Messe nach München ein.  

Das seit Jahrzehnten etablierte Mittelmeerskipper-Treffen findet auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Reise- und Freizeitmesse f.re.e am Samstag, dem 25. Februar 2017 um 16.00 Uhr statt. Veranstaltungsort ist traditionell die Messe München, Raum B 61 (1. Stock Halle B6).

Auch in der Neuauflage 2017 ist die Themenauswahl wieder äußerst vielfältig und verspricht interessante Vorträge für Mittelmeer-Skipper. Neben einem Überblick über die Wetterphänomene des Mittelmeers wird es einen Streifzug entlang der Küsten Frial-Julisch Venetiens geben. Ein weiteres Referat wird sich mit den Neuigkeiten aus Kroatien befassen. Nicht nur wegen der räumlichen Nähe zu Kroatien genießt dieses Wassersportrevier auf Bayerns größter Reise- und Freizeitmesse stets besonders großes Interesse, zumal für dieses Revier Erfahrungsgemäß auch der größte Informationsbedarf wegen Neuregelungen und Änderungen besteht.

Nicht nur die ADAC Stützpunktmarina Sant Andrea lädt beim Streifzug entlang der Küsten Friaul-Julisch Venetiens zum Verweilen ein.

Folgende Referate stehen unter Moderation von Dr. Steffen Häbich (Leiter ADAC Wassertouristik & Sportschifffahrt) auf dem Programm:

Bora, Mistral & Co. – Wetterkunde für Freizeitskipper
Referentin: Simone Staudacher, JOJO Wassersport, München
Vortragsdauer: ca. 45 Minuten + anschließende Fragerunde/Diskussion

Neues aus Kroatien
Referent: B. Renata Marević, Geschäftsführung Marina Punat d.o.o.
Vortragsdauer: ca. 20 Minuten + anschließende Fragerunde/Diskussion

Von Triest nach Grado. Unterwegs an den Küsten Friaul-Julisch Venetiens
Referentin: Susanne Guidera, Millemari Verlag
Vortragsdauer: ca. 20 Minuten + anschließende Fragerunde und Diskussion

Nach den Vorträgen gibt es jeweils ausreichend Möglichkeiten für Fragen und Diskussionen, eine Anmeldung zur Veranstaltung ist nicht erforderlich. Das Veranstaltungsende wird voraussichtlich um 18 Uhr sein.

Die Messe München und die ADAC Sportschifffahrt freuen sich auf zahlreiche Beteiligung.

Bayerns größte Freizeit- und Reisemesse lädt Sie vom 22. bis 26. Februar 2017 (je 10 bis 18 Uhr) auf dem Messegelände München ein, die neuesten Reise- und Freizeitmöglichkeiten zu erleben. Sichern Sie sich schon jetzt Ihre vergünstigten Tickets: Für Mitglieder und eine Begleitperson gibt es die f.re.e inkl. der AUTOTAGE im ADAC Vorverkauf zum Vorteilspreis von 7 € (pro Person) statt 10 €Nur bei den ADAC Vorverkaufsstellen, nicht an der Messekasse erhältlich!

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Ostwindlage

Frost im Westen

Das erste Schnuppersegeln ist vorbei. Verwunderte Kommentare in der Face Book Segelgruppe. „War das nicht kalt? Das sieht aber frisch aus.“ Ich habe heute auf dem Fahrrad mit Lars entlang der Förde viel mehr gefroren, als beim Segeln mit der MARLIN. Da war es kuschelig warm im Pilothaus und hätte die Crew nicht so märchenhaft und mutig draußen gestanden, wäre ich alleine gesegelt, so hätte ich den Autopilot reingeschmissen. Was sonst? Mein Resümee zum ersten Schnuppersegeltörn: Es war viel zu kurz. Tolle Crew. Super Co-Skipperin. Gut das alle wieder weg sind. Hatte mich grade an sie gewöhnt. Ich kann sehr euphorisch sein, wenn es darum geht Momente festzuhalten und seit meiner Leukämie weiß ich eins: Jeder Tag zählt und ist wertvoller als ein Taler aus Gold. Das versteht nur der, der auch schon mal an der Klippe stand und ins Nichts hinunter geschaut hat.

Die Stimmung, die Du genau jetzt fühlst, geht auch von den Ochseninseln aus. Schon wenn man diesem Elysium näher kommt, grade mal vier Meilen weg von unserem Heimathafen liegen sie schon in Dänemark, merkt man die besondere Stimmung vibrieren. Ein Landschulheim auf der einen Insel in dem ich noch nie Kinder sah, eine verlassene kleine Werft, Stallungen und zwei Wohnhäuser, die jetzt die Inselfeen bewohnen, des Nachts ihre Gesänge anklingen lassen. Die Nacht am Steg vergeht nicht ohne das die ein oder andere dir im Traum erscheint und leise am Boot anklopft. Mit einem oder zwei Glas Rotwein vor dem Zubettgehen, werden es sogar mehr, sie kommen herein und berühren Dich leicht mit ihren Gewändern. Betritt man die Insel, so ist man grade jetzt im tiefsten Winter, fast zurück in der Wikingerzeit, eine Perle der Verlassenheit, diese Insel Okseoe. Kann man nur hoffen, dass der Staat Dänemark noch lange kein neuen Pächter für die Insel sucht oder findet.

Am 17.2.– Neues Spiel – Neues Glück – Dein Glück. Die Kugel rollt, die MARLIN segelt und der Skipper lebt. Wir gehen wir segeln mit Mareike Guhr. Es ist genau noch ein Platz frei. Willst Du mit? Dann aber mal tau. Press the button.

 


 

Schnuppersegeln auf der Förde!

vom 17.2.-19.2.17 Micha mit Co-Skipperin Mareike Guhr.
vom 3.3.-5.3.17 Micha mit Co-Skipper Christoph.
vom 17.3.-19.3.17 Micha mit Co-Skipper Jan.

Danach geht es am ersten April los durch die dänische Südsee bis nach Oslo, nach Schweden, nach Finnland und ST. Petersburg.
Mensch ich freu mich so. Und Du kommst mit.

Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

 

Download Flyer

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Every Single Week – Track 9 – Song und Musiker

Making of „Der einsame Seemann“

Wie entsteht eigentlich ein Song? Woher nimmst du die Ideen? Warum dauert eine Albumproduktion so lange? Das sind die klassischen Fragen an mich als Songwriter und Produzenten. In der Videoserie „Every Single Week“  stelle ich daher jede Woche eine neue Single aus meinem auf der Ostsee entstandenen Album „Zeitmillionär“ vor. Und gebe damit einen Einblick tief hinter die Kulissen des Songwritings und dem „Making of“ einer Musikproduktion. Übrigens, jede Single und auch das ganze Album bekommst du hier:

 Making of – Das Video

Hier im Blog möchte ich aber auch einzelne Musiker kurz vorstellen, ohne die die Produktion des Albums nicht möglich gewesen wäre. Und kurz erzählen wie sich unsere jeweiligen Wege gekreuzt haben.

Uwe Steger

Bei ROLAND war ich die letzten Jahre vor meiner Reise als Produktmanager für das V-Accordion angestellt. Wie es dazu kam und warum gerade ich diesem Instrument „zugeteilt“ wurde, ist eine andere zu lange Geschichte. Fakt ist: Ich kann dieses Instrument weder spielen noch hatte ich je eine Verbindung zum Akkordeon. Es war für mich eigentlich immer nur verbunden mit Skiurlaubmusik. Oberkrainer an der Skihütte zum Glühwein. Im Nachhinein habe ich aber einmalige und großartig talentierte Musiker kennengelernt. Akkordeon ist eben kein Rock’n’Roll Instrument, das man so nebenbei erlernt. Da steckt sehr viel Musikunterricht und Übung dahinter. Es gibt für dieses Instrument sogar regelmäßig Wettbewerbe und Meistertitel, was ich im musikalischen und emotionalen Kontext eigentlich immer etwas schräg finde. Das war für mich immer mehr etwas für Klassiker. Es gibt ja auch keinen Weltmeister an der E-Gitarre oder an den Drums. Aber mich begeisterte immer auch schon Virtuosität. Und Musiker, die ihr ganzes Leben ihrer Leidenschaft widmen. So wie Uwe Steger. Hier und weiter unten eine Auswahl einiger seiner Videos. Mehr davon gibt es auf seiner Homepage.
 Uwe fingerfertig in „China“
Ich lernte auch Uwe Steger als Preisträger am ROLAND V-Accordion kennen. Uwe ist aber neben seiner großartigen Spieltechnik (er spielt mit einer, auf mich beinahe hypnotisch wirkenden Leichtigkeit) auch ein sehr kreativer Kopf. Der sich nicht nur mit dem perfekten Spiel gedruckter 32tel Noten zufrieden gibt, sondern auch selber komponiert und arrangiert. „Der einsame Seemann“ lebt ja nun wirklich nicht gerade durch ausgefeilte Melodien und Harmonien, also wollte ich durch die bluesige Gitarre und eben ein „intelligentes“ Akkordeonspiel dem Song eine eigene Note geben. Und das ist Uwe perfekt gelungen;wie er auch in dem Making Of Video erläutert. Für mich ist es eine echte Ehre, so einen genialen Musiker mit „an Bord“ gehabt zu haben.

Uwe Stegers Interpretation von „Lemon Tree“
Uwe spielt den Song „Freibeuter“ im Duett

„Der einsame Seemann“ – Offizielles Video

Der einsame Seemann
Vocals John Barron
Vocals Claus Aktoprak
Backing Vocals Kati Schulmann-Reisener
Backing Vocals Mario Schulmann
Drums Oliver Steinwede
Percussion Jochen Topp
Bass Claus Aktoprak
Lead Guitar Yorck Mennich
Guitar Yorck Mennich
Acoustic Guitar Dara McNamara
Accordion Uwe Steger
E-Piano Merih Aktoprak
Saxophone Michael Prott
Aufgenommen, gemischt und editiert von Jurik Maretzki

Der einsame Seemann
(M: Claus Aktoprak T: Claus Aktoprak V: Dolce Vita Songs)

Ich lief aus Bombay aus, ohne Gitarre
Und in Singapur, verlor ich mein Herz
Mein alter Seesack blieb zurück in Manila
Und im Tattooshop, verlor ich meinen Schmerz

Ich fuhr bis Helgoland, ohne ein Segel
Und in Brasilien verlor ich den Hut
Ich kam in China an ohne den Anker
Und vorm Traualtar verlor ich meinen Mut

Und jetzt denkst du, ich bin ein Loser
Doch ich verlor nie meinen Stolz
An Bord, an Land, bin ich oft so allein
Drum zieht es mich immer wieder raus
Denn ich bin ein einsamer Seemann
So weit weg von Zuhaus
Oh, so weit weg von Zuhaus

Ich fand noch immer meinen eigenen Weg
Ich ging über Backbord, auch mal Steuerbords oder schräg
Wenn mein Leben um ist und an mir vorüber zieht
Dann will ich nur Glück seh’n, und kein Schiet-iet-iet

Ich kam mal ohne Mast bis Neukaledonien
Fünf Liter Dieselöl, die blieb’m vor Cadiz
Mein Kapitänspatent nahm mir ein Kerl in Russland
Nur meine Unschuld, ja, die blieb hier auf dem Kiez

Und jetzt denkst du, ich bin ein Loser
Doch ich verlor nie meinen Stolz
An Bord, an Land, bin ich oft so allein
Drum zieht es mich immer wieder raus
Denn ich bin ein einsamer Seemann
So weit weg von Zuhaus
So weit weg von Zuhaus, so weit weg von Zuhaus

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Weltumsegelung: Welche Schiffsgröße ist sinnvoll?

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von Sönke Roever

Ist es verantwortungslos in einem 25 Fuß großen Folkeboot den Atlantischen Ozean zu überqueren? Zwei junge Engländer haben es im Jahr 2007 im Rahmen der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) getan. Ihr Fazit: „Das war die coolste Segelreise unseres Lebens!“. Ist es dekadent in einer 65 Fuß großen Segelyacht mit allem Komfort, wie Klimaanlage, mehreren Kühlschränken, geräumigen Kabinen und Warmwasser-Dusche auf den Meeren der Welt umher zu segeln? Auch hier kennen wir Eigner, die damit zufrieden waren…

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Im Folkeboot über den Atlantik. Zwei junge Briten haben es gewagt.

Mit anderen Worten: die Frage nach der richtigen Schiffsgröße für eine Weltumsegelung oder Langfahrt im Rahmen einer Blauwasserfahrt lässt sich nicht pauschal beantworten. Vielmehr ist es eine äußerst vielschichtige Thematik, die stark von persönlichen Vorlieben und Faktoren abhängt. Während beispielsweise ein Eigner Luxus an Bord wünscht, möchte ein anderer Eigner möglichst wenig laufende Kosten haben. Insofern ist es äußerst riskant, sich diesem Thema im Rahmen eines Beitrags zu widmen. Dennoch möchte ich dies tun.

Dazu schicke ich gleich vorweg, dass es in dieser Hinsicht einerseits kein Patentrezept gibt und es andererseits in diesem Beitrag lediglich um die Frage nach der Größe geht und um nichts anderes. Es geht also nicht um die Frage, ob ein kurzer oder ein langer Kiel besser ist oder ob ein Mittel- oder Achtercockpit mehr Komfort auf einer Weltumsegelung bietet. Gleichwohl dieses alles sehr wichtige Gedanken beim Kauf einer Yacht sind.

Wer sich näher mit der Thematik beschäftigt, stolpert in der Regel früher oder später über eine interessante These, die auf unseren Blauwasserseminaren jedes Jahr aufs Neue für Schmunzeln und angeregte Diskussionen sorgt. Sie lautet:

„Pro Lebensjahr ein Fuß!“

Zumindest bei den meisten Seglern, die wir auf unseren Blauwasserreisen kennengelernt haben, trifft dieser Satz einigermaßen zu. Schauen wir uns auf den Ankerplätzen der Welt um, besitzen die älteren Segler in der Regel auch die größeren Schiffe — und nicht selten haben sie auch das größere Reisebudget. Was am Ende des Tages ja auch meistens irgendwie zusammenhängt.

Passend zum Alter hatte unser Schiff während der Weltumsegelung 36 Fuß. Für uns eine gute Größe, da wir alles ohne elektrische Winschen noch von Hand bedienen konnten. Und mit „uns“ meine ich auch „uns“. Soll heißen, dass auch meine Frau stets alleine in der Lage war, die Segel zu setzen, zu reffen oder zu trimmen.

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Je kleiner das Schiff, desto leichter lässt sich alles von Hand bedienen.

Das schafft Freiräume. So müssen wir uns nachts auf See nicht gegenseitig wecken, wenn der Wind zunimmt und ein Reff vonnöten ist. Gerade in Nächten mit sehr wechselhaftem Wetter ist dies von unschätzbarer Bedeutung. Es macht einen Unterschied, ob man seinen Mitsegler für jedes Manöver wecken muss oder dieses alleine fahren kann. Das ist Lebensqualität. Mehr noch: es schafft auch Sicherheit, weil dann auch tatsächlich gerefft wird. Andernfalls wird bei vielen Crews Böe um Böe abgewartet, ob es nicht vielleicht doch ohne Reff geht, weil der Partner gerade schläft. Eine unnötige Beanspruchung von Schiff und Material.

Auf der anderen Seite darf natürlich nicht vergessen werden, dass ein großes Schiff viel mehr Platz bietet. Das ist auch so ein Punkt, der nicht unterschätzt werden sollte, da sich der Stellenwert des Wohnkomforts maßgeblich aus dem Platzangebot ergibt. Wenn wir dann noch überlegen, wieviel Zeit wir auf See verbringen und wieviel Zeit im Hafen oder vor Anker, bekommt das Thema sogar noch mehr Gewicht.

Dazu eine einfache Faustregel:

„Wer in drei Jahren um die Welt segelt, verbringt rund ein Drittel der Zeit auf See und zwei Drittel im Hafen oder vor Anker. Wer sich vier Jahre Zeit lässt, ein Viertel auf See und drei Viertel im Hafen oder vor Anker. Wer fünf Jahre unterwegs ist, ein Fünftel auf See und …“

Kurzum: Je länger der Törn andauert, desto geringer wird meistens die Netto-Segelzeit und desto wichtiger wird der Wohnkomfort und damit auch die Frage nach dem Platzangebot an Bord. Und das wiederum hängt logischerweise mit der Schiffsgröße zusammen.

Und dann ist da noch die Sache mit der Geschwindigkeit. Natürlich segelt ein großes Schiff in der Regel schneller als ein kleines. Nicht ohne Grund gibt es die einfache Regel: „Länge läuft!“. Auch bietet ein größeres Schiff mehr Sicherheit gegenüber den Gewalten der Natur. Es macht einen Unterschied, ob sieben Windstärken in einem 29- oder 49-Fuß-Schiff erlebt werden.

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Zeitreise: Angefangen habe ich beim Folkeboot, dann Ohlson 8:8 und nun Gib’Sea 106.

Mein erstes Schiff war ein internationales Folkeboot (besagte 25 Fuß). Danach kam eine Olsen 8:8 (29 Fuß). Heute Segeln wir eine Gib‘Sea 106 (36 Fuß). Man könnte sozusagen behaupten, dass wir der Regel mit dem Fuß pro Lebensalter gefolgt sind.

Der entscheidende Punkt dabei ist, dass sich vier Windstärken auf dem Folgeboot genauso angefühlt haben wie heute sechs Windstärken auf der Gib‘Sea 106. Das Schiff ist breiter und länger. Das Freibord ist höher. Es sind zwar nur 11 Fuß Unterschied, aber das Schiff liegt ruhiger in der See und die Wellen fühlen sich im Verhältnis kleiner an.

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In Abhängigkeit von der Schiffsgröße wird Seegang unterschiedlich wahrgenommen.

Während unserer Weltumsegelung konnten wir feststellen, dass an den Ankerplätzen der Welt am stärksten der Bereich 42 bis 48 Fuß vertreten ist. Das ist eine Größe, die für die meisten Weltumsegler eine sehr gute Kombination aus persönlicher Sicherheit, genügend Platz und einem gesunden Umgang mit den wirkenden Kräften an Bord bietet. Wobei wir sagen müssen, dass die Schiffe in der Blauwasserszene größer als auf der Ostsee sind — wo es mit 48 Fuß in den kleineren skandinavischen Häfen oftmals zu eng wird.

Einen anderen Trend beobachte ich im Rahmen meiner Mitarbeit bei der jährlich stattfindenden Ozean-Rally Atlantic Odyssee, die Fahrtensegellegende Jimmy Cornell organisiert. Dort nehmen immer häufiger sehr große Schiffe teil – also zwischen 45 und 60 Fuß –, die von Crews gefahren werden, die noch verhältnismäßig jung sind. Ihre Eigner haben meist geerbt oder erfolgreich eine Firma geführt und diese verkauft und wollen nun bis auf weiteres ihr Leben auf einem möglichst komfortablen Schiff verbringen und die Welt sehen. Immer häufiger setzen die Eigner dabei auch auf Katamarane. Platztechnisch ist das ein absoluter Luxus. Wer mit einem 50-Fuß-Katamaran unterwegs ist, segelt aus Sicht eines Einrumpf-Eigners mit einem 100-Fuß-Schiff über die Ozeane dieser Welt.

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Von oben gut zu sehen: Platzunterschied zwischen Mono- und Multihull bei gleicher Länge.

Das ist eine interessante Entwicklung, die in meinen Augen jedoch nur Sinn ergibt, wenn man auch über das nötige Kleingeld verfügt, ein solches Schiff zu unterhalten. Denn eines darf ja nicht vergessen werden: der Kauf des Schiffes ist das eine – der Unterhalt das andere. Über den ganz groben Daumen können jährlich rund 10 Prozent der Anschaffungskosten für den Unterhalt und die Wartung des Schiffes eingeplant werden. Von den Liegegebühren mal ganz abgesehen…

Doch zurück zu den Wurzeln der Segelei: Dass es auch ganz klein geht, sahen wir in der Südsee, als wir einen jungen Australier namens Jamie kennenlernten. Sein Boot hieß POSSIBILITIES und der Schiffsname war Programm. Als wir den 32-jährigen trafen, war er bereits seit acht Jahren mit seinem nur 7,60 Meter langen Schiff auf Weltumsegelung. „Ich bin da nach dem Studium so reingerutscht“, erzählte er. „Eigentlich wollte ich nur ein Jahr weg. Mein Schiff ist 39 Jahre alt, und es gibt ständig etwas zu tun, aber es ist bezahlt und ich bin unterwegs!“

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Jamie mit seiner nur 7,60 Meter langen POSSIBILITIES.

Deutlich komfortabler ging es auf der 53-Fuß-Yacht zweier Segler zu, die wir ebenfalls auf unserer Reise trafen. Wir verbrachten viel Zeit miteinander — vor allem auch unter Wasser beim Tauchen. Immer wenn wir uns zum Tauchen verabredeten, waren die beiden innerhalb einer halben Stunde mit allen Sachen startklar bei uns am Schiff, um uns abzuholen. Sie mussten einfach nur alles bequem aus einer der Kabinen im Vorschiff holen und ins Beiboot laden. Wir hingegen mussten erst einmal Segelsäcke und Taschen aus der Achterkabine räumen, um an unsere Tauchsachen zu gelangen. Kamen wir von der Froschmänner-Sause zurück, hingen die beiden „53er“ ihre Tauchausrüstungen zum Trocknen einfach in die Nasszelle in der Vorpiek. Auf ihrem „Luxusliner“ gab es ja noch ein weiteres Bad. Auf unserer „Sardinenbüchse“ hingegen war das ganze Cockpit mit trocknenden Neoprenanzügen, Westen, Flaschen und anderem Tauchzubehör blockiert.

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Was haben wir nicht alles geräumt, um an Ersatzteile zu gelangen oder aus Fächern unter den Kojen des Schiffes weitere Lebensmittel an die Oberfläche zu befördern. Nicht selten haben wir uns dann mehr Platz gewünscht — zugegebenermaßen war das Gejammer auf hohem Niveau.

Den Zusammenhang zwischen Größe und Gejammer gibt es übrigens auch anders herum. Er ist unter Yachties bekannt als:

„Big boat — big trouble!“

Dieser Punkt ist nicht zu verachten. Mit zunehmender Schiffsgröße steigen auch die Anforderungen an die Systeme an Bord. So muss beispielsweise der elektrische Autopilot mit steigender Fußzahl stärker dimensioniert sein. Während auf kleineren Schiffen als Alternative oft noch eine relativ verschleißfreie und energiefreundliche Windsteueranlage eingesetzt wird, segeln sehr große Schiffe meist ausschließlich mit der elektrischen Variante des Autopiloten. Nicht selten sind die Geräte für eine derartige Dauerbelastung nicht ausgelegt.

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Sieht man auf großen Yachten kaum: Eine Windfahnensteuerung.

Zur Verdeutlichung: Bei einer Zweiercrew, die eine dreiwöchige Ozeanpassage zurücklegt, läuft der Autopilot in der Regel 98 Prozent der Zeit. Das sind mal eben rund 500 Betriebsstunden! Und so gibt es kaum einen Eigner, der nicht irgendwann auf seiner Reise über den Ausfall des Autopiloten flucht. Ganz ähnlich verhält es sich mit Generatoren und Wassermachern — womit ganz nebenbei die Top 3 der störanfälligsten Geräte auf Blauwasseryachten benannt wären. Aber das nur am Rande.

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„Big boat – big trouble“ 😉

Zurück zum elektrischen Co-Piloten. Aufgrund des hohen Strombedarfs zieht der Einbau des Autopiloten zumeist die Anschaffung einer größeren Batteriebank und eines Generators zum Wiederaufladen der selbigen nach sich. Insbesondere bei der Frage des Energiemanagements ergeben sich auf großen Schiffen ganz andere Verbrauchswerte als auf kleineren Schiffen. Das ist eine Verbrauchskurve, die mit zunehmender Schiffsgröße exponentiell ansteigt. Auf großen Schiffen werden eben ganz andere Systeme benötigt – angefangen beim Bugstrahlruder über die Anzahl der Kühlschränke bis hin zur elektrischen Ankerwinde.

Schaut man auf die Vielzahl der Komponenten an Bord von großen Yachten ist dies vermutlich einer der wenigen Momente, wo die segelnden Großgrundbesitzer die Kleinschiff-Eigner zumindest ein bisschen beneiden. Bei Jamie, dem Australier, lief die Sache übrigens äußerst unkompliziert ab. Zitat: „Einen elektrischen Autopiloten oder Kühlschrank habe ich nicht. Less systems — less trouble!“

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Ankerfeld mit unterschiedlichen Yachten vor der Insel Sankt Helena.

Am Ende des Tages gibt es wohl kaum einen Eigner, der nicht täglich aufs Neue zu dem Schluss gelangt, dass sein Schiff einfach zu klein ist. Das ist ganz normal. Da sind wir alle in guter Gesellschaft. Schließlich brauchen wir ja auch einen neuen Traum, an den wir uns klammern können, wenn der Traum vom Unterwegssein Wirklichkeit geworden ist. 😉

Der Beitrag Weltumsegelung: Welche Schiffsgröße ist sinnvoll? erschien zuerst auf Blauwasser.de.

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Whitbread 1973: der unterschätzte Mexikaner

Der unterschätzte Mexikaner: Aus der Film-Doku "The Weekend Sailor"

Eine Geschichte, vom Leben geschrieben – und das besser, als es jedes Drehbuch vermag. Im Rennen um die Welt siegte derjenige, über den die Profis nur spotteten

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Vendée Globe: Ungar Nandor Fa als Achter im Ziel – Porträt eines Ausnahmeseglers

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