Archiv der Kategorie: News & Blogs

Schlimmer geht immer

Gestern auf dem Weg die Flensburger Förde hinaus frischte der Wind immer weiter auf und die Wellen nahmen schnell an Höhe zu. Das liegt wohl auch an der Lage und der damit verbundenen Düse. Mir war es egal,denn ich hatte mir so etwas schon gedacht und war sowieso auf Krawall gebürstet. Außerdem finde ich es immer wieder beruhigend auch in solchen Situationen unterwegs zu sein und das Boot im Griff zu haben. Im 2.ten Reff macht “La Mer” eigentlich alles mit, aber es waren doch sieben lange Kreuzschläge und am Ende ein paar Stunden nötig um die 12 Meilen zu abzureißen. Bei der Welle und dem Strom in die Förde auch kein Wunder. Aber aufgeben zählt nicht, auch wenn ich von allen unter Motor überholt wurde. Nur noch ums Kap und dann mit halbem Wind Kurs Alssund. Seit Stunden regnet es ununterbrochen, selbst mein T-Shirt ist schon nass. Schlimmer kann es ja nicht mehr werden, dachte ich mir. Und prompt legte der Wind so zu, wie ich es nie vorher erlebt hatte. Am Ende hatte ich  nur noch ein Stück Fock in Badehandtuchgröße stehen und krängte trotzdem um 30 Grad. Zum ersten Mal hörte ich das berühmte Tosen des Sturmes. Unheimlich, aber auch großartig sich dem Wind zu stellen. “La Mer” hielt die Höhe bei guten 5 Knoten, kein Grund zur Sorge. Wie wild schlingerte ich mit dem bißchen Fock quer zu den Wellen, die das Boot zusätzlich auf die Seite drückten. Aber das Boot machte alles mit und es tat gut einmal auszuprobieren was möglich ist. Denn wenn man seine Skala des Schreckens nach oben erweitert hat, fühlt sich alles vorher erlebte später harmlos an. Ja ja, ihr lacht. Ihr, die schon Schlimmeres erlebt habt. Alle anderen vielleicht auch nicht. 
Heute ging es dann weiter in die Dyvig, wieder gegen enorme Windböen und weisses Wasser. Machte mir nun heute nichts mehr aus, hatte ich ja gerade Schlimmeres erlebt. Und so lässig  fuhr ich mir dann ich dann beim Anlegen in einer Riesenbox bei brutaler Böe einen Festmacher in den Propeller. Man lernt eben nie aus. Schlimmer geht es wohl kaum noch, dachte ich mir, als das Boot endlich fest lag und ich erstmal zu Beruhigung in der Plicht saß, bevor ich weitere Dummheiten mache. Doch dann sehe ich, wie ein Segelboot ein anderes Boot einschleppt, dem ebenfalls ein Tampen von der Bugklampe in der Schraube hängt…nur fehlt diesem Boot auch noch der gesamte Mast. 
Schlimmer geht immer…der Wind soll heute auch vor der deutschen Ostseeküste ziemlich gewütet haben. Und ich frage mich gerade, ob ich morgen Vormittag bei 10 Grad Wassertemperatur  schwimmen gehen sollte. Der Neoprenanzug liegt leider trocken in der Garage. Na mal sehen, was sich morgen noch so ergibt. Zwei 5 Kronen Stücke für die warme Dusche danach liegen jedenfalls schon bereit.

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Diskussionen um Hafenneubau am Darß

Prerow: So sieht der geplante Landeshafen in der Animation aus

Auch nach der Entscheidung um den Ersatz für den Nothafen Darßer Ort besteht Gesprächsbedarf – Verbandsfunktionär spricht von „Missgeburt“

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Schweinswale jetzt per App melden

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Flippers kleine bräunlichen Brüder zählen zu den gefährdeten Arten. Segler bekommen sie jedoch manchmal zu Gesicht – und sollten sie melden

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Das Wimbledon des Segelsports kämpft

Kieler Woche: <p><br />
	Kieler Woche Vorschau 2015</p>

Für Olympia soll die Kieler Woche wieder werden, was sie immer war: die weltgrößte Regatta. Nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ

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Orkan-Regatta hat Konsequenzen

Spannende Duelle bei Traumwetter:: <p><br />
	Spannende Duelle bei Traumwetter:</p>

Die Ereignisse im Orkan der Edinburgh-Regatta vor zwei Jahren haben zu einer Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen geführt

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Eingemacht und Eingemachtes

20150518

Zwei sitzen fest

Ich muss die Situation mal kurz festhalten. Wir wollten eigentlich… Jaja… Eigentlich NUR mal kurz durch den Trollfjord um zu sehen, ob der was ist. Dann war das der neue Schwimmsteg vor dem kleinen Wasserkraftwerksgebäude mit der aufdringlichen Einladung doch mal festzumachen. Sonst. Kein Schwein hier. Ab und an kommt mal nen Aussichtsboot und wir werden geknipst. Dann so nen Hurtigrutenboot. Wir werden geknippst. Aber das war es auch schon. So wollten wir nur eine Nacht bleiben, bis Arved meinte: „Micha, da ist ne Steckdose in der Toilette. Ein Wasserschlauch ist auch da.“ Also erst mal ran. Strom ist ja genug da vom Kraftwerk. Da kann man doch nicht nein sagen, wenn man grade keine Gäste und ein lange ToDo Liste hat. Die LunaWLANnet hatte ich bisher noch gar nicht angeschaltet. Da fällt mein Blick auf das Schild am Häuschen: Internett, SSID und Kennwort. „Ich glaub ich werde verrückt. Ich messe mal eben. 6Mbit/s für uns ganz alleine. Ohne Limit. Na. Ob wir hier so schnell wieder weg kommen?“

To Do Liste raus. Spotify Musik an und los geht es. Der Anker wird optimiert. Der KONG Wirbel verklemmt sich immer beim Einholen des Ankers. Da kommt noch ein dicker Schäkel rein. Besser. Aber noch nicht perfekt. Von den 80 Metern Kette lagern wir 30 Meter außerhalb des Kettenkastens, damit es keinen Ketten-Berg mehr beim reinholen gibt. Problem ist auch gelöst. Kein zweiter Mann muss mehr in die Segellast um die Kette zu legen. Schlussendlich installiere ich endlich die Funksteuerung für die Winsch. Halb gelöstes Problem. Leider hat die Elektronik eine Macke. Hochziehgen geht. Runterlassen nur mit Fußschalter. Kann ich grade im Moment mit leben. Ist eh mehr eine Einhandseglernotwendigkeit die Ankerwinde aus dem Cockpit fernbedienen zu können.

Weil mal wieder die Sonne scheint und der Himmel blau ist packen wir den Gennacker raus. Der ist zwischenzeitlich von Carsten@Holm Segel repariert und wir hatten bisher noch nicht die Gelegenheit diesen mal in Augenschein zu nehmen. Heute ist der Tag um das zu tun. Carsten hat ganze Arbeit geleistet: “Gut gemacht Carsten.“ Der Sack bleibt direkt an Deck stehen. Ich zeige Arved wie man den 220qm Lappen setzt und wieder runter holt. Werden wir bestimmt in den nächsten Wochen brauchen. Es wird sommerlich in Nordnorwegen. Tagsüber liegen die Temperaturen deutlich über 12 Grad.

 


Mitsegeln auf der MARLIN? Am 22.5.15 – Letzter Aufruf: Ab Bodoe kannst Du mitsegeln in den Lofoten und eventuell weiter nach Spitzbergen. Im Juni kannst Du Spitzbergen mit uns erkunden. Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

 

 

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Freerunner: Kunststücke an Bord von Brunel Racing

Brunel, Freerunner

Was ist mit Bouwe Bekkings Vorschiff-Crew los? Da wird so ausgiebig gehüpft, dass man meinen könnte, das Deck wird weich. Gibt es etwas zu feiern? Weiterlesen

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Lust statt Last: Der Weg zurück vom Boot zum Flugplatz. Oder: DieGeschichte von Dolmus und Otogar.

Meist ist der Weg zurück nach dem Törn kein fröhlicher. Lag auf dem Hinweg noch alles Schöne in froher Erwartung vor einem, geht jetzt der Weg zurück. Die Aussichten, in den engen Flieger gepfercht zu werden und am Montag wieder am Schreibtisch zu sitzen, tun ein übriges. Aber statt in ein Taxi zu steigen, was in der Türkei stets teures Vergnügen ist, das sich die normale Bevölkerung niemals leistet, kann man ja mal das Alltagsgefährt von Otto-Normal-Türkin und -Türke besteigen: den Kleinbus, den sie liebevoll “Dolmus” nennen (gesprochen: Dolmusch). Und das ist allemal ein günstiges Vergnügen mitten drin im Leben: Kostet die fünfminütige Fahrt mit dem Taxi hinein nach Marmaris etwa 22 Lira (umgerechnet 7 Euro), besteigt man den Dolmus für denselben Weg nur für 2 Lira – 65 Cent. Aber etwas Zeit muss man schon mitbringen, für den Dolmus.

                                                              Weiterlesen bei: Wie sieht eigentlich so ein Dolmus aus? Hier.
Meine Reise beginnt dort, wo nachts die Dolmuse schlafen: Im Otogar, dem Busbahnhof. Ein Otogar ist – wie unser deutscher Bahnhof und unsere Raststätten – ein Ort, an dem man viel über eine Gesellschaft lernen und erfahren kann. Wie verhält sich eine Gesellschaft? Wie organisiert sie sich und ihr “unterwegs-sein”, das Lust und Broterwerb gleichermaßen dient? Ist eine Gesellschaft mit sich selbst beschäftigt? Oder hilfsbereit? Nach welchen Regeln kommt man vorwärts?
Nehmen wir mal einen x-beliebigen deutschen Großstadtbahnhof. Den von Köln. Oder Hannover. Oder von München. Das ist gleich, denn wesentlich unterscheiden tun sie sich, außer dass in Hannover ein Ernst-August davor steht, in Köln ein Dom und in München ein HERTIE, nicht sonderlich. Zwei Dinge fallen sofort ins Auge: Hektik ist angesagt. Menschen, die schnellen Schritts von A nach B eilen, nach geheimem Plan und Marschbefehl wie Ameisen eines Waldameisen-Baus. Ein organisiertes Durcheinander, ein Vorbeihasten, vor Schnelligkeit den eigenen Weg berechnen, gebremst nur, wenn man sich verrechnet hat und in einen zur gleichen Seite ausweichenden Entgegenkommer rennt. Ein rasches “Time is money”, in dem Verweilen schon gar nicht angesagt ist, in dem das “ich muss aber doch heute noch…” unseres Alltags über den Perons regiert. Das zweite, was auffällt: Ausschließlich system-gastronomisch organisierte Ess-Meilen, die den Reisenden auf seiner Hatz durch bundesrepublikanische Bahnhofszentren begleiten. Systemgastronomie von BACKWERK bis BURGER KING, von GOSCH bis HUSSEL, von McDONALDS bis NORDSEE. Alles, alles folgt den Gesetzen der Effizienz. Effizienz ist unser aller Kundenwunsch, das geht bei ALDI los und reicht bis “Bahnhof”. In der Diktiertheit unseres Lebens kommt der Zauber des Reisens und Verreisens unter die Räder.

Leichter hat man es da, ist man einmal außerhalb von Raum und Zeit, wie im Urlaub. Zum Beispiel in einem türkischen Otogar. Das Wort allein ist in der an Pragmatismus reichen türkischen Sprache schon ein Witz. Eine Kreuzung aus “Auto” und “La Gare”. Nicht genug damit: jedes Dorf hat seinen Otogar. Eisenbahn gibt es hier in der Südtürkei nicht. Das Land ist überzogen von einem feinmaschigen Netz von Buslinien: Die kleinen Busse, die man hier “Dolmus” nennt und “Dolmusch” ausspricht. Mit denen man für zwei Lira, umgerechnet 66 Cent, aus den Vorstädten hineinrollt. Den mittelgroßen Bussen, die im Stundentakt zwischen den Städten hin hund herpendeln und in denen die dreistündige Reise von Fethiye nach Marmaris 28 Lira kostet, etwas mehr als neun Euro. Sie alle treffen sich im Otogar. 
Männer stehen dort in geschäftigen Grüppchen herum, palavern. Der Himmel weiß, worüber. Ein Mann, der auf altem Roller am Straßenrand Frau und Kind abliefern, für die Fahrt in die große Stadt, eine junge Mutter mit ihrer kleinen Tochter. Großmütter, die am Straßenrand stehen, mit großen Packen. Die Türkei ist ein Land, in dem gerne viel transportiert wird, werktags und feiertags, irgendwer steht immer am Straßenrand, irgendwer hat immer einen Ballen geschultert, um ihn von links nach rechts oder rechts nach links zu transportieren, Ameisen, doch statt mit effizienz-getrimmten Räderkoffern mit Ballen, Packen, Packeten bepackt. Aber anders als die Waldameisen bei uns daheim stehen die Menschen hier. Und warten. Ich habe aber noch nicht herausbekommen, worauf. Irgendwer – ob alt, ob jung – steht immer mitten im gottvrlassenen “nowhere” am Straßenrand. Und wartet auf irgendwas.
Blickt man auf weitere Unterschiede, wird man schnell fündig. Der Otogar ist, dank südlichen Klimas, immer unter freiem Himmel. Im wesentlichen ist der Otogar eine Männerwelt, ein kleines bisschen getragen wie in Italien von der Männer-Bündelei untereinander. Ein Beispiel: Aushängende Fahrpläne gibt es nicht. Wer irgendwo in will: der fragt einfach einen Mann, der meist im weißen Hemd und schwarzer Hose vor einem Dolmus steht. Als ich neulich herumirrte auf der Suche nach einer passenden Verbindung schwankend zwischen Bus, Leihwagen und sonstwas für die sechsstündige Reise von Marmaris nach Antalya, traf ich im Otogar auf Mehmet. Als ich ihn – ratlos, wie denn das lange Stück am besten zu bewältigen sei, genervt von räuberischen Taxifahrern – als ich Mehmet also entnervt im Gewühl des Otogars von Marmaris ansprach, wie ich denn am besten mein Wegstück zurücklege, lautete seine lapidare Antwort aus dem Stegreif und ohne irgendwo nachzublättern:
“8.15 tomorrow to Fethiye. 
10.30 from there 3 hours to Antalya. 
Half an hour Taxi to Havalimane.” 
Das saß. Ein bisschen Mut gehört allerdings dann schon dazu, sich dem Wort eines Weißhemds wie Mehmet anzuvertrauen und vielleicht den mühsam ergatterten Flieger zu versäumen. Aber dies lernte ich schnell in der Türkei: Ein Wort ist ein Wort. Und so ließ ich also Leihwagen und Taxi getrost sein. Und begab mich mit geschultertem Seesack zum Otogar. Kaufe von irgendjemand im weißen Hemd, der vor einem Dolmus steht und ein Bündel mit Banknoten in der Hand hält, mein Ticket. Denn Schalter gibt es auch nicht. Dafür aber Männer im weißen Hemd. 
Der Bus fuhr pünktlich ab. Aber just, als wir in den Otogar von Fethiye einrollen, passiert uns ein Bus mit der Aufschrift “Antalya”. “Mist. Der ist weg. Mein Flieger? Winke, winke???” Fragezeichen purzeln reißenden Bächen gleich durch meinen Kopf. Aber kaum bin ich meinem Bus entstiegen, steht ungefragt ein Mann in weißem Hemd vor mir: “Antalya?” fragt er. Ich bejahe. “Come”, sagte er, “bus leaving.” Ungefragt schreitet er voran, wieder einmal ist hier in der Türkei mein Vertrauen ins Leben gefragt. Der Mann verläßt den Busbahnhof, geht schnellen Schrittes um den Häuserblock, ich hasste ihm nach mit geschultertem Seesack, hinterher, einmal ums Karree. Auf die Hauptstraße. Dort ist eine Ampel. Die steht auf Rot. Davor steht gerade der Bus nach Antalya. 
Der Fahrer steigt aus, nimmt meinen Seesack. Öffnet die Tür. Ungefragt. Und schon bin ich drin.
Noch einen Unterschied gibt es, der mich in den Ländern des Mittelmeers und auch hier in der Türkei fasziniert: Handy-Netz und Internet funktionieren. Lückenlos. Auf vielen Fahrten mit Dolmus und Bus quer durch die südliche Türkei war dies immer ein großes Erlebnis, vom kleinen Bus aus überall im Internet sein und arbeiten zu können. Ein echtes Aha-Erlebnis für den, der mit dem ICE von München nach Hannover reist. Denn kaum hat dies Wunderwerk der Technik den Münchner Hauptbahn verlassen: Schon ists vorbei mit Netz – für Stunden. Sind wir wirklich so effizient, wie wir uns gebärden?

Auch im türkischen Dolmus trifft sich “tout-le-monde”, Hauptsache mit Ballen und Säcken bepackt. Und während ich diesen kleinen Post schreibe, interessiert sich ein kleiner Junge auf dem Nachbarsitz neben mir, er barfuß wie sein Vater, für das, was ich da treibe. Und weil er mir so interessiert bei der Arbeit auf dem iPAD zusieht, stelle ich mein iPAD mal ganz schnell um und zeige ihm darauf sein Spiegelbild: Was Vater und Sohn höchlich amüsiert und die übrigen Angehörigen der Fahrgemeinschaft im Dolmus erst mal mit verhaltener Begeisterung betrachten. Das Leben ist einfach, der Kleine hat Freude mit seinem Spiegelbild, erklärt es seinem Vater. Er ist noch frei von sehnenden Gedanken an HALO 3 und WORLD-OF-WARCRAFT. Scheinbar. Denn er und sein Vater und das kleine behinderte Mädchen, das mit den beiden reist, sind Syrer. Drei von 1,7 Millionen, die die Türkei seit Ausbruch des Krieges aufgenommen hat. Wie bitte? Das wäre ja fast so: als würden die 80 Millionen Einwohner Deutschlands mal eben die Bevölkerung Sloweniens bei sich aufnehmen?
Vater und Sohn sprechen kein Englisch, kein Türkisch, irren auf wer-weiß welchen Wegen durch die Türkei. Kurz vor Antalya bittet mich der Vater um einen Stift. Auf einem kleinen Zettel kritzelt er Ziffern, eine Telefonnummer. Ich verstehe nicht, was er von mir möchte. Aber dann begreife ich: ich möge doch diese Nummer für ihn anrufen. Ich wähle die Nummer, gebe ihm das Handy, er telefoniert, reicht es quer durch Bus zum Fahrer, damit der mit der Person am anderen Ende der Leitung spricht. Offensicht weiß der Familienvater nicht, wo er jetzt mit den Kindern in Antalya hin soll. Aber das ist schnell geklärt. Am Otogar von Antalya, groß, überdacht, modern, trennen sich die Wege. Es ist so schrecklich wenig, was ich für die drei tun kann.

Und so widme ich diesen Post, während in Deutschland die Bahn nicht funktioniert, weil ein paar wenige Leute wegen nicht verstehbaren “wer-darf-wen-vertreten”-Hickhacks streiken, dem türkischen Dolmus und den Menschen, die mit ihm reisen. Ich schrieb diesen Post während dreistündiger Fahrt von Fethiye nach Antalya, durch mongolische Steppen, entlang an schneebedeckten Dreitausendern und antiken Hügelfestungen. Vorbei an Pappelhainen und menschenleerer Ödnis. Dem türkischen Bussystem, das sich – wiewohl auf den ersten Blick etwas rückständig – doch als ausgesprochen “effizient” erweist: was Zuverlässigkeit und Internet und Arbeiten von unterwegs angeht. Und: den Blick aufs wirkliche Leben.
                                       Weiterlesen über: Segeln in der Türkei. Hier. 
                                       Weiterlesen über: Die vergessenen Inseln. Hier.
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Mini 6.50: Simon Kosters neuer Plattbug-Proto – in Lorient besichtigt

Koster

Äußerst eigenwillige Formen, Innovatives im Detail und die Zeit, die reichlich drängt: Der Proto Mini 888 muss spätestens im Juni Salzwasser schmecken. Weiterlesen

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Bewohner des Meeres: Was aus dem Zackenbarsch und einem verhindertenDinner auf LEVJE entstand.

Im vorigen Post erzählte ich die Geschichte dreier Menschen. Und eines Zackenbarsches, der eigentlich unser Abendmenü werden sollte. Aber weil abrupt das Gas aus war, kaum dass der Zackenbarsch das Licht des Herdes von innen erblickt hatte, fiel das fulminante Menü ins Wasser.

Was also tun mit einem Zackenbarsch, der den Bauch voller Knoblauch und feiner Kräuter hat und kaum erwärmt auf einem Karoffelbett und Wurzelgemüse herumlieg? Ihn aufgeben? Kam gar nicht infrage. Dafür ist der “orfoz”, wie ihn die Türken nennen, zu sehr echte Delikatesse in der Türkei. Aber: wir hatten schnell einen Plan, wie wir doch noch zu unserem Zackenbarsch kommen würden: morgen, und ganz ohne Gas.
Also packten wir den prächtigen Kerl erstmal weg. “Sott’olio”, wie die Italiener sagen, unter eine Menge Olivenöl, und mit den Kräutern, wie er war. Und während wir ihn so betrachteten, den herrlichen Fisch, und in den Kühlschrank schoben: erzählte er uns etwas über sein Leben.
Man erkennt ihn an seinem großen vorstehenden Unterkiefer und dem langen Kamm an Rückenstacheln. Auffällig ist auch seine braunrote Farbe. Und die Flecken. Irgendwie erinnert er an einen Karpfen. Groß wird er, über einen Meter lang. In den Meeren um Florida wird er sogar über zwei Meter. Und alt. Sein Leben lebt er als Einzelgänger, sucht sich irgendwo am Riff eine Höhle. Da lebt er dann, mit anderen Zackenbarschen, wie ein zurückgezogener Rentner in seiner Wohnanlage. Für sich. Aber in Blickweite der anderen. Und da, in seiner Riffhöhle wartet auf Beute: Meist kleinere Fische oder Krebschen, die er mit blitzschnellem Vorstoß aus seiner Höhle packt und mit rascher Öffnung des riesigen Mauls in sich saugt. Zackenbarsche sind, obwohl sie mehr Ähnlichkeit mit Karpfen haben, erstaunlich gute Jäger. Sie sind, wie manche Menschen, die ich kenne, echt “faule Socken”: das lange Verfolgen der Beute ist ihre Sache nicht. Das blitzschnelle Zustoßen und dann wieder träge in der Behausung verharren: dies schon.
Der Zackenbarsch sieht immer etwas übellaunig, wo nicht gar beleidigt aus. Das liegt an seinem langen, markanten Unterkiefer. Aber warum und worüber er schlechter Laune oder gar beleidigt ist: darüber schweigt er sich aus, der Zackenbarsch. Vielleicht liegt es daran, dass er in der Türkei wie auch anderswo im vergangenen Jahrzehnt zuviel gejagt wurde. Mit dem Netz kommt man ihm nicht bei. Nur mit der Angel oder schlimmer: mit der Harpune. Und so beschloß der Zackenbarsch, der eigentlich sehr standorttreu ist und immer in seiner Wohnanlage lebt: dass es Zeit sei für Veränderung. Und deshalb hat er sich in den letzten Jahren einfach – zurückgezogen. In viel größere Tiefen. Feisal, der Fischausnehmer auf dem Fischmarkt von Fethiye – über ihn werde ich in meinem nächsten Beitrag schreiben – erzählt mir, dass die Fischer jetzt an den Zackenbarsch in Tiefen von 200, 300 Metern und mehr herankommen. An den Steilküsten der Türkei keine Seltenheit.
 
Und dies macht ihn dann auch so teuer: Die Jagd auf ihn ist aufwändigste Angelegenheit, ihm einfach mit dem Netz beikommen zu wollen, lässt den Zackenbarsch kalt. Und so ist der Zackenbarsch eine teure Delikatesse. Ibrahim, der Restaurantbesitzer, über den ich im vorigen Beitrag schrieb und der mir einen verkaufte, hatte ungefähr zehn, fünfzehn frische in seiner Kältetruhe.
 
Allein schon deshalb dürfen wir unseren Zackenbarsch nicht verkommen lassen. Die Lösung: ist der Fischmarkt von Fethiye. Am Abend motoren wir die zweieinhalb Stunden über den Golf und tragen unseren Zackenbarsch zum Fischmarkt von Fethiye. Und weil der mit der Besonderheit aufwartet, dass man dort seinen Fisch nicht nur bei den laut schreienden Fischverkäufern in der MItte des Marktes kaufen, sondern ein paar Meter weiter in jedem der umliegenden Restaurants abgeben und zubereiten lassen kann: kommt unser Zackenbarsch am Abend auf den Grill. Und erweist sich, sobald er auf unserem Teller lag, aller Mühen wert. Mit frischem Salat und einfachem türkischen Weißwein ein echtes Gedicht. Fast wie ein Seeteufel.
 
Seien wir also einen Moment dankbar: Dafür, dass der Zackenbarsch auf unserem Teller landete. Und dafür: dass zur rechten Zeit auf LEVJE das Gas ausging.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Über die Unterschiede von Bootstests.

Vier Tester hatten wir an Bord. Vier mal herrschten andere Bedingungen. Aber nicht nur das Wetter entscheidet bei Tests. “Werden die Schrauben und Muttern unter Deck noch verdeckt? Das sieht ja nicht so schön aus.” “Das ist ja toll. Ich mag das, wenn man auf Langfahrt mal checken kann, ob die Püttinge noch fest verschraubt sind, … Über die Unterschiede von Bootstests. weiterlesen

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A-Cat Unfall: Schweizer Olympiateilnehmer Charles Favre ertrunken

Der Schweizer Olympiateilnehmer Charles Favre kam bei einer A-Cat Kenterung ums Leben.

Der Schweizer Charles Favre (54) ist nach einer Trainingskenterung mit seinem neuen Foiler A-Cat auf dem Genfersee verstorben. Weiterlesen

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