Archiv der Kategorie: Luvgier

Ein Auftritt mit Biggs B Sonic in der JVA Neumünster

 FOTOS VERBOTEN

Das war in der Tat einer der ungewöhnlichsten Auftritte des Jahres. Nur werde ich im Artikel falsch zitiert. Ich glaube leider eher an das Schlechte im Menschen, als an das Gute. Und ich glaube nicht, das man zwingend ein schlechter Mensch sein muss, um im Knast zu landen. Das Schicksal hat viele Möglichkeiten den einen oder anderen aus dem „normalen“ Leben zu katapultieren. Wenn ich für mich nicht die Musik als Lebenskonzept entdeckt hätte, weiß ich in der Tat nicht, was aus mir geworden wäre. Und die wirklich schlechten Menschen tragen meiner Meinung nach leider häufiger Krawatten als grüne Shirts. Aber lassen wir das. Was ich aber gesagt habe, und da wäre ich gerne zitiert worden, ist das Musik die Macht hat für 1-2 Stunden vergessen zu lassen, wo und wer man ist. Und so feierten Häftlinge, Wärter, Sozialarbeiter und Band gemeinsam und ohne erkennbare Unterschiede eine kleine Party, samt Gastmusikern in grünen Shirts. Selten war ein Publikum aufmerksamer und dankbarer. Danach führten die Blauen die Grünen aber wieder in den Zoo, und wir wurden mühsam aus den Mauern geschleust. Da rührt es einen schon an, wenn hinter einer dicken Glasscheibe ein Häftling zum Abschied grüßt…

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Sommertour – Tage 17 bis 20 – Rödby, Port Olpenitz, Höruphav & Minde

Das Video zum Blogbeitrag

Jetzt gilt es den Rückweg anzutreten. Mein aktueller Standort ist Kühlungsborn und ich möchte nach Minde in der Flensburger Förde. Dazu habe ich viereinhalb Tage Zeit. Ich denke über zwei Möglichkeiten nach:

Die attraktive Variante: Über Gedser und den Guldborgsund in die Smalandsgewässer. Von dort über Langeland und Äerö in die Flensburger Förde.
Vorteile: Landschaftlich attraktiv, Route mir bisher noch unbekannt
Nachteile:  zeitlich länger, Wasserstand im Guldborgsund bei Westwind niedriger als üblich. Und zurzeit herrscht West 5-6!
Die kürzeste Variante: Über Burgstaaken und den Fehmarnsund nach Damp oder Schleimünde. Dann von dort in die Flensburger Förde
Vorteile: Kürzeste Strecke
Nachteile:  Nicht Neues, Wind passt derzeit noch nicht
 
Eigentlich möchte ich sofort losfahren. Alleine rumhängen und auf den richtigen Wind warten ist nicht so mein Ding. So bin ich dann auch um Punkt 0800h wach und mache das Boot klar zum Auslaufen. Im Hafen fühlt es sich noch entspannt an, der Blick durchs Fernglas zeigt mir aber einige wenige Segelboote, die sich in den vielen Wellenkämmen feststampfen. Und die haben noch nicht einmal Fehmarn anliegen. Ich ziehe noch einmal das Wetter zu Rate. Wellenhöhe 1,50m. Kommt hin. Wind aus West auf Nordwest drehend. Mein Kurs von 315° nach Burgstaaken ist so Utopie. Bliebe Gedser. Ich mache mir allerdings ein wenig Sorgen um den Wasserstand. Die Aussagen was den möglichen Tiefgang im südlichen Teil des Guldborgsundes angehen sind widersprüchlich. Und bei starkem West sollen dann noch einmal 60 Zentimeter fehlen. Hmm. Außerdem soll der Wind ab morgen Mittag für ein paar Tage auf Süd-/Südost drehen. Das wäre wiederrum ideal für die Variante zwei und nicht so toll für Langeland Richtung Süd aus Variante eins. Bevor ich mich totgrübele bezahle ich im Hafenbüro für eine weitere Nacht. Die Idee vor dem Wind und eventuell mit Spi nach Flensburg zu rauschen ist einfach zu verlockend.

Unterwegs nach Rödby

Der nächste Morgen beginnt schwachwindig. Ich kann mich tottrimmen, mehr als manchmal 2,5kn sind nicht drin. Meist jedoch unter 2kn. Dazu steht noch eine alte Dünung gegenan, die das Boot zusätzlich bremst. So wird das nichts. Ich starte meinen Außenborder, den ich mir ja genau für diese Zwecke angeschafft habe um meinen Diesel zu entlasten. Und bin mit 5kn unterwegs. So lässt sich das aushalten. Das Gedröhne nervt allerdings und ich suche Beschäftigung zur Ablenkung. Am Ende halte ich mich lange mit den Fenstern auf, die seit einiger Zeit etwas undicht sind. Kein Wunder, sind doch eine Menge der Schrauben lose. Vibrationen, arbeitet das GFK? Schwer zu sagen, aber ich bekomme sie alle wieder fest und hoffe, das nun beim nächsten Regen hier Ruhe herrscht. Irgendwann erstirbt der Motor. Der Außentank ist leer. Ich fülle nach. Doch kurz danach setzt eine leichte Brise ein. Leicht raumschots. Ich habe genug vom motoren und bereite den Spi vor. Umlenkblöcke hinten, Schoten nach vorne, Topnant, Spibaum, Spifall, Spisack befestigen und Schoten und Fall anschlagen. Immer jede Menge Action. Ich begehe jedoch den Fehler, den Spi zu ziehen ohne richtig vor den Wind zu gehen. Der Wind kommt fast halb und ich habe nun einen Ballon an der Seite der ordentlich an den Schoten zieht, die auf dem Vorschiff nur durch meine Hände laufen um sie zu bändigen. Kurskorrektur und hin und her an Deck. Einhand ist das etwas knifflig. Am Ende steht der Spi gut und zwei Brandblasen zieren meine Finger. Naja, wieder was gelernt. Oder besser memoriert. 

Den Kampf gegen den Spi gewonnen
Nun läuft das Boot endlich gute 4,5kn, doch leider kommt der scheinbare Wind genau halb. Und sobald eine Bö einfällt, fällt dann auch der Spi ein. Es ist also steuern per Hand angesagt. Rödby ist so nicht anzulegen, aber wie so oft raumt der Wind im Laufe der Zeit und es passt dann doch. Jetzt muss ich nur noch meine Einfahrt in den Fährhafen timen, denn eine Fähre nach der anderen kommt in oder verlässt den Hafen. Ich quere erst einmal die Einfahrt um auf der Backbordseite um den Molenkopf zu witschen, sobald Platz ist. Passt sogar ganz gut, und direkt hinter eine ‚Fähre laufe ich mit stark quer setzendem Strom ein. Die Fock hilft dabei meinem 10PS Dieselchen. Im Yachthafen ist jede Menge Platz und ich gehe an einen Ausleger. Rödby. Traum meiner Jugend. Puttgarden-Rödby, war unsere Urlaubsroute nach Dänemark. Wie oft stand ich auf der Fähre und habe auf die See gestarrt. Habe zu Hause Anlegen gespielt. Mit Wäscheleinen. Ich hätte einen Leinentick, sagte meine Mutter dann stets. Das Segeln lag mir wohl damals schon im Blut. Hier in Rödby vermisse ich meine verstorbenen Eltern sehr. Gerne hätte ich sie an Bord dabeigehabt, jetzt wo der Junge ein Mann geworden ist. Angerührt von den Erinnerungen buche ich ein Fährticket und fahre einmal nach Puttgarden und zurück. So wie früher. Und esse den Klassiker: Fischfilet, Pommes und Remoulade. Der Yachthafen ist hässlich aber doch irgendwie charmant. Fühle mich dort wie ein Berufsschipper. Und da ich ja nicht zum Spaß hier bin, sondern morgen früh weitermuss, passt das schon so. Ziel für morgen? Bagenkop oder Marstal. Mal sehen. Meine Pläne halten auf dieser Tour ja selten länger als einen Tag.

Die Einfahrt nach Rödby
Und wieder einmal kommt es anders. Morgens höre ich den Wetterbericht. Ab dem späten Nachmittag soll es gewittern. Es gibt eine Böen Warnung der Stärke 9 mit lokalen Unwettern und auf West drehenden Winden. Sprich gegen an sollte ich in Bagenkop oder Marstal liegen. Also ziehe ich die Karte zu Rate. Es wäre ja fast besser gewesen, wenn ich den Fehmarnsund gewählt hätte und heute bis Kiel und dann nordwärts fahren könnte. Hätte, hätte. Ich wähle Schleimünde als Tagesziel. Ist mit 45sm zwar etwas weiter weg, aber ich hätte viel West gutgemacht und könnte bei weiterem Westwind die Flensburger Förde erreichen und zur Not bis Minde kreuzen. Der Kurs sieht auf der Karte ganz spannend aus. Einmal quer hinüber und durch einige Routen der Berufsschifffahrt. Mit der aufgehenden Sonne lege ich ab. Der Wind kommt achterlich mit 5-6Bft. Ich fahre im 1. Reff und mit der Rollfock kann ich feinjustieren.
 Rauschefahrt gen West
 La Mer rennt auch gut los und wir sind ständig mit über 6kn unterwegs. Das schafft natürlich etwas weg. Und so purzeln die Meilen. Auch das etwas Katz- und Mausspiel mit zwei großen Tankern vertreibt die Zeit. Dem ersten fahre ich direkt hinter dem Heck vorbei, dem zweiten dann weit vor dem Bug. Es ist immer wieder schwer einzuschätzen, wie schnell und in welche Richtung genau die großen Dampfer fahren. Oft fühlt es sich lange wie eine stehende Peilung an und am Ende ist man doch mehr als eine Meile am Kreuzungspunkt der Kurse voneinander entfernt. 

Am Heck vorbei 

Dann liegen auch, wie überall in Dänemark, überall Netze aus. Sogar fast direkt neben der rot-weißen Tonne. Der Wind schwächelt, brist dann aber wieder auf. Die Welle wird nach der Abdeckung Fehmarn steiler. Alles in allem wieder ein Schaukeltörn mit gutem Speed. Die letzten Meilen ziehen sich dann mit nachlassendem Wind. Der Wetterwechsel steht an. Ich laufe nach Port Olpenitz. Schleimünde ist eventuell voll und ich möchte dort nicht bei Böen der Stärke 9 mit nur einer Heckleine zwischen einer Menge Urlaubsskipper verbringen. Olpenitz hatte ich in sehr schlechter Erinnerung. Musste dort einmal viel Geld für keinen Strom und keine Sanitärgebäude bezahlen. Aber nun scheint die Marina fertig und ich werde auch sehr herzlich empfangen. Es folgt ein Rundgang durch Sanitärgebäude wie aus dem Schöner Wohnen Heft. Komplette Einzelbäder mit Edeldusche oder gar Badewanne. Toiletten und Waschräume in Top Qualität. Wer das sauber halten soll, wenn es mal brummt? Oder wie lange die Schlangen vor 2 Duschen dann werden? Egal, ich genieße den Luxus. Der kostet zwar Extra, dafür ist der Liegeplatz für die Nacht mit €11,50 sehr günstig. Ein Toilettengang wird auch mit €0,50 berechnet. Schräg, aber es soll bald auch eine kostenlose Alternative geben. Dann allerdings ohne Luxus. Dann kann man selbst entscheiden. Wie auch immer, ich mache um 1800h mitten im Regen und Gewitter kurz die Augen zu und erwache gegen 2200h. Und drehe mich direkt wieder um. Strecke segeln macht müde.
 Gewitter im Hafen
 Luxusdusche in Port Olpenitz
Die nächsten beiden Tage bieten Standardsegeln im Heimatrevier. Der Wind kommt wirklich aus West und ich laufe nordwärts bis Höruphav. Ich liebe diesen Hafen und den SuperBrugsen im Ort. Es wird feinstes Sommersegeln endlich einmal in stabiler Lage am Wind. Nicht schnell aber tiefenentspannt. Denn den Termindruck bin ich hier schon los. Nach einer ruhigen und satten Nacht folgt dann das letzte Stück bis in meine Heimatmarina in Minde. 

 Am Wind nach…

 …Höruphav

Noch einmal hat Rasmus auf Regen und Wind geschaltet, was wir nun aber auch egal ist zumal der Wind achterlich einfällt. Da ich keine Lust auf Stress am Ende habe fahre ich im 2. Reff raus und reffe dann immer mehr aus, bis ich am Ende noch mit einem schönen Butterfly gen Minde laufe.

 Vor dem Wind nach…

…Minde

 Ich fange während der Fahrt schon an, das Boot aufzuklaren. Denn nach 4 Wochen an Bord heißt es nun Abschied nehmen. Mein Auto steht noch auf dem Parkplatz und eine Stunde nach Ankunft in einem Saisonhafen bin ich damit unterwegs nach Hamburg. Es liegen großartige, ereignisreiche, stürmische, sonnige, regnerische, glückliche und anstrengende Tage hinter mir. Die Ostsee hat uns alle ihre Seiten präsentiert. Mir kommt es vor als sei ich Monate unterwegs gewesen. Toll. Aber nun warten erst einmal andere Aufgaben auf mich. Und die beste Ehefrau der Welt. 

 
Das Video zum Blogbeitrag

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Sommertour – Tage 13 bis 16 – HanseSail, Kröslin & Kühlungsborn

Und wie immer: Hier das Video zum Blogbeitrag


Der Entschluss in Warnemünde zu bleiben und ein paar Tage die HanseSail mit meiner Frau zu genießen war goldrichtig. Das Wetter passte, und unser Liegeplatz in der Hohen Düne war perfekt. Wir konnten direkt aus der Plicht einen Windjammer nach dem anderen einlaufen sehen und hatten dabei die allerbesten Logenplätze in der Sonne. Zu Fuß und kurz mit der Fähre über die Warnow übergesetzt waren wir dann direkt im Geschehen. Am Kai lagen die Segelschulschiffe diverser Nationen und ein paar Minuten später war man mitten im Zentrum Warnemündes mit seinen Restaurants, Geschäften und einem tollen feinsandigen Karibikstrand. Beschwingt von der Musik an Bord eines brasilianischen Seglers verbrachten wir dann unsere Zeit im Liegestuhl am Strand oder in einem der vielen italienischen Restaurants. Das einzig merkwürdige sind für mich die Öffnungszeiten der Restaurants. Geht es im Süden ab 2200h erst los, ist es hier ab 2100h schon kaum noch möglich irgendwo etwas zu essen zu bekommen und um 2200h wird überall dichtgemacht. Das wäre im Urlaub nichts für mich und scheint wohl typisch deutsch zu sein. Auch in Dänemark und Schweden habe ich das so noch nicht erlebt. Warnemünde wäre ideal für laue Sommernächte am Wasser samt Drinks und Snacks, stattdessen werden die Bürgersteige hochgeklappt.

 Logenplatz im Hafen
Die drei Tage vergingen wie im Flug, und dann musste ich alleine weitersegeln. Der Auftritt in Kröslin stand ja noch aus (Andreas und Steffi wollten mich mit dem Auto abholen) und mein Rückweg nach Flensburg ebenfalls. So stand ich lange an der Karte und überlegte. Ideal wäre es über Fehmarn, Damp oder Schleimünde in die Flensburger Förde zu laufen. Eine Alternative wäre auch Gedser und der Guldborgsund. Das könnte dann über die Smalandsgewässer und Aerö zeitlich knapp werden. Am Ende entschied ich mich erst einmal bis Kühlungsborn zu laufen, denn dann wären beide Optionen gleich weit entfernt. Bei frischem Nordost ging es auf die Ostsee und nach kurzer Fahrt, beinahe auf der Welle surfend, in den Hafen von Kühlungsborn. Ich hatte kurz überlegt nach Grömitz weiterzulaufen, ob der guten Fahrt, war dann aber nach einsetzendem Starkregen mit viel Wind froh einen guten Platz im Hafen gefunden zu haben. 

Mal wieder etwas windig
Nach einem frühen Mittag mit Fisch Soljanka ging es dann mit Andreas und Steffi hinüber nach Kröslin. Die Fahrt zog sich und das Wetter sah gar nicht gut aus. Sollte das Tourfinale ins Wasser fallen? In der Marina war dann auch der Außenbereich abgedeckt und die Sommerparty nach innen ins „Steghaus“ verlegt. Hier wurde es etwas eng und unsere Anlage war doch leicht überdimensioniert. Soundcheck und Aufbau brauchten daher viel Zeit. Es war nicht ganz das Ende unserer Sommertour, was wir uns vorgestellt hatten. Das Wetter hatte doch viele zu Hause gehalten, aber wir feierten mit den Gästen dann doch eine schöne Party. Der Abschied wurde doch sehr sentimental. Tourende eben. Wir fuhren dann wieder nach Kühlungsborn und ließen den Abend im „VielMeer“ ausklingen, bevor ich dann erledigt in die Koje fiel. Bis Minde in der Flensburger Förde warten ja noch ein paar Seemeilen auf mich.

 Geht ab!
 Unser Team
Leider kommt der Wind am nächsten Morgen genau aus Nordwest und das mit Stärke 5. Dahin sind meine Pläne. Draußen steht noch eine ordentliche Dünung. Trotzig mach ich das Boot seeklar, aber der Blick durch das Glas zeigt mir sich in der Welle feststampfende Boote, und das noch nicht mal auf meinen Kurs nach Fehmarn. Es soll wohl nicht sein. In der Nacht soll der Wind auf Südost drehen und dann drei Tage so bleiben. Dieses Geschenk nehme ich dankend an und mache mir einen extrem entspannten Hafentag in Kühlungsborn. Abends sogar mit Live-Piano von einem Katamaran samt Lightshow. Dann geht es früh ins Bett. Ab morgen heißt es Meilen machen.

 Hafentag: Relaxing in Kühlungsborn

11.8.2017
Warnemünde – Kühlungsborn
12sm
12sm unter Segeln
Gesamtstrecke: 178sm 

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Sommertour – Tage ? – Boltenhagen, Laboe und Zingst

Foto von Lars Grötzinger

Das Video zum Blogbeitrag


Die langen Segeltage und die Auftritte mit Auf- und Abbau gingen doch ein wenig an die Substanz und so ergriff ich die Gelegenheit nach dem Gig in Travemünde mit unserem Transporter nach Hamburg zu fahren. Mein Boot lag ja schon in Boltenhagen und bis zum Konzert dort am 4.8. verbrachte ich ein paar entspannte Tage in Hamburg. Am 4.8. holte ich dann Dara ab, denn es stand mittags noch ein kurzer Auftritt in der Fußgängerzone vor dem Pressezentrum Lübeck statt. Nach dieser „Straßenmusik“ ging es dann in die Marina Weiße Wiek nach Boltenhagen zum Abendkonzert. Ich musste noch kurz mein Boot hier umparken, was leider doch ein wenig aufwendiger als mit einem Auto ist, dann mussten wir uns auch schon mit dem Aufbau ranhalten. Wie bei dieser Tournee üblich wurde zum Auftritt das Wetter wunderschön und wir hatten einen ganz tollen Auftritt vor dem liebevoll eingerichteten Bistro Tavolo samt Hafenkulisse. Es waren viele gute Zuhörer, Mitsinger und Mittänzer im Publikum. So macht das dann immer viel Spaß. Stefanie vom Tavolo kümmerte sich rührend um uns und ihre Gäste. Perfekt. Der einzige Wermutstropfen: Gerne wäre ich noch mit den anderen am Hafen sitzengeblieben, doch ich musste nach Berlin. Mit meiner Rockabilly Band „Biggs B Sonic“ sollten wir am nächsten Tag schon früh auf den REWE Family Days spielen.

Und nochmal Live – Danke an Heidi für das Video
Doch langsam musste ich mir nun mal Gedanken um Weiter- und Rückreise machen. Will ich wirklich noch bis Usedom und dann den ganzen Weg zurück nach Flensburg, oder lasse ich es in Warnemünde gut sein? Der Hafen Darßer Ort scheint wieder geöffnet, der Weg wäre also frei. Ich kann mich nicht entscheiden und grübele die ganze Überfahrt nach Warnemünde darüber. Mein Kumpel und Fotograf Lars ist mit an Bord. Er überlegt auch Wassersportler zu werden, also habe ich die Mission ihn zum Segeln zu bekehren, damit er nicht an die MoBo Fraktion verloren geht. Das scheint bei den Windverhältnissen und dem schönen Törn mehr als gelungen. Wir machen dann im Yachtclub Hohe Düne fest und setzen uns in eine Pizzeria am Hafen. Sonne, Sommer, Mittelmeer und Marina Flair. Meine Entscheidung fällt hier ganz leicht. Ich frage meine Frau, ob sie mich besuchen kommt. In zwei Tagen beginnt die HanseSail und es wird eine Menge zu sehen geben. Sie willigt begeistert ein (hoffe ich) und ich plane meinen Rückweg nun über Gedser oder über Fehmarn. Je nach Wind. 

 Hohe Düne
Es fällt mir immer ein wenig schwer gefasste Pläne zu verwerfen, aber es macht hier einfach Sinn, und so werden die letzten beiden Termin in Zingst und Kröslin nun mit dem Auto angefahren. Zingst mit dem tief im Bodden gelegenen Hafen wäre terminlich eh nichts geworden. Und Kröslin ist mit Hin- und Rückweg für einen Termin einfach zu weit. Generell verdient die Region um Rügen mehr als eine Woche Zeit. Ich denke ernsthaft darüber nach einmal eine ganze Saison hier zu verbringen.
La Mer sur Mer – Noch ein Photo von Lars

Der Auftritt in Zingst war dann zwar etwas windig und mit 1500h auch nicht gerade zur PrimeTime, aber es war sonnig und das Interesse des, leider ein wenig weit weg platzierten, Publikums doch sehr groß. Alles in allem ein runder und musikalisch wertvoller Auftritt in toller Atmosphäre. Dazu der Überraschungsbesuch meiner Lieblingsfotografin Mamarazzi Heidi und meiner Lieblingssängerin Esthi Kiel. Abgerundet wurde der Abend dann beim Italiener in der Hohen Düne in Warnemünde mit dem Schmieden neuer Pläne für die Zukunft. Nun ist erst einmal etwas Pause bevor der letzte Auftritt im Baltic Sea Resort in Kröslin ansteht. Bleibt dran!
 Überraschung gelungen!

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Sommertour – Tage ? – Boltenhagen, Laboe und Zingst

Foto von Lars Grötzinger

Das Video zum Blogbeitrag


Die langen Segeltage und die Auftritte mit Auf- und Abbau gingen doch ein wenig an die Substanz und so ergriff ich die Gelegenheit nach dem Gig in Travemünde mit unserem Transporter nach Hamburg zu fahren. Mein Boot lag ja schon in Boltenhagen und bis zum Konzert dort am 4.8. verbrachte ich ein paar entspannte Tage in Hamburg. Am 4.8. holte ich dann Dara ab, denn es stand mittags noch ein kurzer Auftritt in der Fußgängerzone vor dem Pressezentrum Lübeck statt. Nach dieser „Straßenmusik“ ging es dann in die Marina Weiße Wiek nach Boltenhagen zum Abendkonzert. Ich musste noch kurz mein Boot hier umparken, was leider doch ein wenig aufwendiger als mit einem Auto ist, dann mussten wir uns auch schon mit dem Aufbau ranhalten. Wie bei dieser Tournee üblich wurde zum Auftritt das Wetter wunderschön und wir hatten einen ganz tollen Auftritt vor dem liebevoll eingerichteten Bistro Tavolo samt Hafenkulisse. Es waren viele gute Zuhörer, Mitsinger und Mittänzer im Publikum. So macht das dann immer viel Spaß. Stefanie vom Tavolo kümmerte sich rührend um uns und ihre Gäste. Perfekt. Der einzige Wermutstropfen: Gerne wäre ich noch mit den anderen am Hafen sitzengeblieben, doch ich musste nach Berlin. Mit meiner Rockabilly Band „Biggs B Sonic“ sollten wir am nächsten Tag schon früh auf den REWE Family Days spielen.

Und nochmal Live – Danke an Heidi für das Video
Doch langsam musste ich mir nun mal Gedanken um Weiter- und Rückreise machen. Will ich wirklich noch bis Usedom und dann den ganzen Weg zurück nach Flensburg, oder lasse ich es in Warnemünde gut sein? Der Hafen Darßer Ort scheint wieder geöffnet, der Weg wäre also frei. Ich kann mich nicht entscheiden und grübele die ganze Überfahrt nach Warnemünde darüber. Mein Kumpel und Fotograf Lars ist mit an Bord. Er überlegt auch Wassersportler zu werden, also habe ich die Mission ihn zum Segeln zu bekehren, damit er nicht an die MoBo Fraktion verloren geht. Das scheint bei den Windverhältnissen und dem schönen Törn mehr als gelungen. Wir machen dann im Yachtclub Hohe Düne fest und setzen uns in eine Pizzeria am Hafen. Sonne, Sommer, Mittelmeer und Marina Flair. Meine Entscheidung fällt hier ganz leicht. Ich frage meine Frau, ob sie mich besuchen kommt. In zwei Tagen beginnt die HanseSail und es wird eine Menge zu sehen geben. Sie willigt begeistert ein (hoffe ich) und ich plane meinen Rückweg nun über Gedser oder über Fehmarn. Je nach Wind. 

 Hohe Düne
Es fällt mir immer ein wenig schwer gefasste Pläne zu verwerfen, aber es macht hier einfach Sinn, und so werden die letzten beiden Termin in Zingst und Kröslin nun mit dem Auto angefahren. Zingst mit dem tief im Bodden gelegenen Hafen wäre terminlich eh nichts geworden. Und Kröslin ist mit Hin- und Rückweg für einen Termin einfach zu weit. Generell verdient die Region um Rügen mehr als eine Woche Zeit. Ich denke ernsthaft darüber nach einmal eine ganze Saison hier zu verbringen.
La Mer sur Mer – Noch ein Photo von Lars

Der Auftritt in Zingst war dann zwar etwas windig und mit 1500h auch nicht gerade zur PrimeTime, aber es war sonnig und das Interesse des, leider ein wenig weit weg platzierten, Publikums doch sehr groß. Alles in allem ein runder und musikalisch wertvoller Auftritt in toller Atmosphäre. Dazu der Überraschungsbesuch meiner Lieblingsfotografin Mamarazzi Heidi und meiner Lieblingssängerin Esthi Kiel. Abgerundet wurde der Abend dann beim Italiener in der Hohen Düne in Warnemünde mit dem Schmieden neuer Pläne für die Zukunft. Nun ist erst einmal etwas Pause bevor der letzte Auftritt im Baltic Sea Resort in Kröslin ansteht. Bleibt dran!
 Überraschung gelungen!

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Sommertour – Tage 6 & 7 – Tourhalbzeit

Boltenhagen – Halbzeit an der deutschen Ostseeküste

 Das Video zum Blogbeitrag
Ich befinde mich ja aktuell auf einer Konzerttour mit meinem Segelboot entlang der deutschen Ostseeküste. Am 23.7. bin ich in Flensburg losgesegelt und habe mich in Eckernförde mit Andreas und seiner Frau Steffi von meiner Plattenfirma getroffen. Seitdem segeln wir mit zwei Booten im Verband. 
Am 28.7. verlassen wir nun nach zwei Konzerten Laboe. Für zwei Tage ist auch meine Frau an Bord. Es ist 2230h, das Konzert im Skippers Place ist vorbei und es wird langsam dunkel. Unsere Boote gleiten aus dem Schutz des Laboer Hafens hinaus auf die Kieler Förde. Es weht ein stetiger Wind mit vier Beaufort aus Südwest, der die Nacht über anhalten soll. Ideale Bedingungen also für unsere Nachtfahrt nach Heiligenhafen. Am 30.7. müssen wir nachmittags in Travemünde sein, um dort auf der Travemünder Woche aufzutreten. Segeln mit Termindruck funktioniert selten gut, also habe ich die Idee dieses Nachttörns entworfen um zeitlich etwas flexibler zu sein. Bis Heiligenhafen sind es heute Nacht 38 Meilen, von dort bis Travemünde ungefähr noch einmal die gleiche Strecke. 
Wir drehen unsere Nasen kurz Richtung Kiel um die Großsegel zu hissen und laufen dann beinahe vor dem Wind mit fünf Knoten im Fahrwasser Richtung Kiel Leuchtturm. So kann es weitergehen! Hinter der roten Tonne 4 biegen wir nach Steuerbord ab und nehmen Kurs auf die südliche Tonne des Sperrgebietes hinter der Marina Wendtorf. Wir loten zwar teilweise nur drei Meter Wassertiefe und es sind Steine in der Seekarte verzeichnet. Ich kenne das Revier aber mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass sie uns nicht zu nahe kommen werden. Mit nun raumen Wind beginnt meine Fock einzufallen, und der Speed lässt nach. Ich ändere Segelstellung und Kurs aber hier in der Abdeckung des Landes schwächelt der Wind und ich erreiche nur noch um die 3,2 Knoten. Andreas überholt mich nur unter Groß. Sein Schiff, eine Vindö 40, ist länger und schmaler und setzt den schwachen Wind besser in Speed um. Meine dicke Dufour 2800 kommt einfach nicht voran. Ich überlege den Diesel zur Unterstützung zuzuschalten, kann mich aber ob der Nachtstimmung, der vielen Sterne am Himmel, der laufenden, leisen Musik und der kuscheligen Atmosphäre mit meiner Frau nicht dazu durchringen. Ich habe beim Segeln auch gelernt, dass man immer mal wieder langsame, windarme Passagen einfach aussitzen muss. Sonst macht man sich nur verrückt. 
Und so genießen wir das gigantisch anmutende Firmament, den sichelförmigen Mond und das Schauspiel einiger dunkler Wolken vor dem Nachthimmel.  Aber es soll sowieso alles ganz anders kommen. Plötzlich verlöscht das Hecklicht von Andreas und sein Schiff ist in der mittlerweile großen Dunkelheit und kurze Zeit später ruft er uns schon über Kanal 16 an. Auf Kanal 69 dann die Information „Wir haben eine Battery Low Warnung und erst einmal alle Lichter ausgeschaltet. Außerdem läuft der Diesel um die Akkus wieder aufzuladen. Behaltet uns mal im Auge“. So fahren wir dann südlich des Sperrgebietes bis querab Schönberg, wo langsam wieder der Wind anfängt zu wehen. Andreas Boot ist in der Dunkelheit schwer zu erkennen und wir versuchen in seiner Nähe zu bleiben. Hin und wieder geben wir uns Lichtsignale. Mit nun genügend Wind beginnt meine „La Mer“ zu laufen und wir loggen gute sechs Knoten. Die bekommt jetzt allerdings Andreas nicht aus seinem Schiff. Die haben da drüben nun auch ganz andere Sorgen. Ohne Laternen durch die Nacht? Was wenn die Navigation ausfällt? Was wenn auch die Starterbatterie leer ist und der Diesel nachher nicht mehr anspringt? Es sind wohl zwei Batterien an Bord, aber deren Schaltung ist unklar und ein yachttypischer Umschalter nicht an Bord. Von daher könnte die Sorge berechtigt sein. Ich mache den Traveller auf und rolle etwas Fock ein. Dahin ist das schöne Tempo und wir sind nur noch mit rund fünf Knoten unterwegs. Die Ankunftszeit für Heiligenhafen verschiebt sich immer weiter nach hinten. Dazu setzt nun bei weitere Einfahrt in die Hohwachter Bucht eine stärkere Dünung ein. Ich vermute den Wind nun bei rund fünf Beaufort aus Süd. Eigentlich ideal, aber ich muss mein Boot bremsen. Und meine Frau umtüdeln. Denn bei ihr als Gast hält sich die Begeisterung einer nun extrem langen, windigen und unruhigen Nachtfahrt doch sehr in Grenzen. Langsam hüllt sie sich Schicht um Schicht mehr in Decken und Jacken. Ich suche ihr das windstillste Plätzchen hinter der Sprayhood auf der Luvseite. Setze mich samt Gitarre auf den Cockpitboden und wir singen erst einmal eine Stunde in der Nacht. Mir gefällt’s, aber ihr Blick wandert immer wieder zum GPS mit der Entfernungsangabe, die nur langsam kleiner wird. 
Nachttörns – Dicht an der Natur 
Neuer Funkspruch von Andreas: Sie haben die Segel eingeholt und laufen nun unter Diesel. Wenn dieser erst einmal läuft, gäbe es später keine Probleme beim Starten. Mittlerweile ist auch klar, dass die Lichtmaschine nicht lädt und er nur den Reststrom in seinen Akkus hat. Der Autopilot muss aus und nur das iPad hängt noch am Akku. Ich möchte wirklich nicht mit den beiden tauschen. Leider läuft sein Boot nun unter Diesel gerade noch einmal 4,3 Knoten. Ich nehme die Fock fast ganz weg und trimme mein Groß so, dass ich diese Fahrt halten kann. Die Ankunftszeit verschiebt sich so immer weiter nach hinten. Ich koche mir Kaffee und Tee für meine Frau, die nun langsam immer müder und verfrorener wirkt. Ich hatte ihr im Vorfelde erklärt was vor uns liegt, und sie wollte trotzdem gerne mitfahren, aber die Realität sieht dann doch immer etwas anders aus. Es ist nun stockfinster und auch merke den langen Tag samt Konzert in den Knochen. Mein Trick dabei ist es die Müdigkeit einfach nicht zuzulassen. Sie ist einfach keine Option. Ich beschäftige mich mit tausend Dingen, bloß um nicht zur Ruhe zu kommen. So geht es langsam und schweigend durch die Nacht. Es gibt einige unbeleuchtete Tonne auf unserem Kurs durch das Schiessgebiet Richtung Heiligenhafen. Wenigstens herrscht hier Sommerpause, die Tonnen muss ich aber umfahren und sichten, damit ich beruhigt weitersegeln kann. Nur im starken Strahl meines Handscheinwerfers leuchten ihre Reflexionsstreifen und ich kann dann aufatmen.  Ich bitte Andreas zusätzlich ein Segel zu setzen um sein Boot zu stabilisieren und etwas mehr Speed zu bekommen, denn er fällt immer weiter zurück. Merih hat sich mittlerweile unten schlafen gelegt. Was für eine treue Seele, so lange hier oben bei mir geblieben zu sein. Es beginnt nun zu dämmern, Andreas schließt langsam auf und die Fehmarnsundbrücke kommt deutlich näher. 
 Sonnenaufgang vor Heiligenhafen

Hier müssen wir noch zwei Kardinaltonnen (eine auch wieder unbeleuchtet) finden um in die Ansteuerung von Heiligenhafen zu kommen. Andreas zieht vorbei. Er will in den Werfthafen, den er gut kennt um sich dort morgen Rat zu holen. Ich will meinen Außenborder starten und habe plötzlich den Chokehebel in der Hand. Abgerissen. Also nehme ich die Abdeckung ab und bediene den Choke mit der Hand am Vergaser. Endlich springt der Motor an und ich kann die Segel herunternehmen. Der Weg nach Heiligenhafen zieht sich endlos dahin und am Ende muss ich dort auch noch drei Stegreihen abfahren, bis ich endlich ein grünes Schild entdecke. Es ist 0630h als wir endlich ins Vorschiff gehen um unsere Augen zu schließen. Das große Problem: Ausschlafen ist nicht, denn wir müssen morgen weiter.
 
Der Grund für all die Mühen 
So stehen wir dann auch um 1100h auf und suchen erst einmal ein Café um die Müdigkeit mit Koffein zu vertreiben. Andreas meldet, dass ein Techniker um 1400h käme. Notdienst, denn wir haben Samstag. Wir laufen ein wenig durch Heiligenhafen und überlegen unsere Optionen für heute. Ideal wäre Grömitz. Nicht zu weit für heute und morgen bis Travemünde auch ideal. Ich rufe also dort an. Ernüchternd. Heute sei Hafenfest und alles knackevoll, ab 1600h bräuchten wir nicht mehr zu kommen. Na gut, also Neustadt. Andreas kann als MVO Mitglied dort reservieren, was ihm auch gelingt. Das Problem ist, das wieder über 30 Meilen werden und wer weiß, wann wir loskommen? Die Laune meiner Frau verfinstert sich. Ich male ihr die Marina Neustadt als Luxustempel aus, samt Duschen und Restaurant als Belohnung für unsere Ankunft. Es hilft, kurz. Wir schlagen uns vorsichtshalber den Bauch voll, in Heiligenhafen natürlich mit Fisch, und fahren dann rüber in die Werft. Der Techniker war schon eher dort, und diagnostizierte eine defekte Lichtmaschine bzw. Regler. Die Akkus waren aber mit Landstrom wieder voll geladen. Eine Fahrt wäre erst einmal möglich, jedoch besser nicht in der Dunkelheit. Für diesen Service wollte er trotz Anfahrt übrigens nichts haben. Sehr nett. Übrigens, auch unser Hafenmeister kassierte für die kurze Nacht nur €2,50.-
Durch die Fehmarnsundbrücke
Zügig laufen wir aus. Natürlich kachelt es wie verrückt, aber achterlich, so dass wir nur unter Fock Kurs auf den Sund nehmen können. Aber das ist natürlich nicht das versprochene Sommersegeln. Vor Orth ist eine Yacht havariert und ein Rettungskreuzer läuft an uns vorbei. Über Funk verfolgen wir die gelungene Bergung. Das trägt aber mit den starken Böen nicht gerade zu guten Laune bei. Ich hoffe, dass der Spuk hinter der Brücke zu Ende ist. Fehmarn ist ja ein beliebtes Surfrevier, weil sich hier eben der Wind staut. Und so ist es zunächst auch. Hinter der Brücke ziehe ich das Groß nach oben und wir bleiben solange im Fahrwasser, bis zwischen zwei grünen Tonnen hinter der Abdeckung von Großenbrode der Kurswechsel nach Süden ansteht. Es wartet eine Überraschung auf uns. Allerdings der unangenehmen Art. Eine starke Welle kommt direkt von vorn und der Wind ist dafür zu schwach. Schnell geht die Fahrt aus dem Boot und wir fallen wieder etwas ab. Sehr zäh dümpeln wir voran. An den Kurs nach Neustadt ist nicht mal zu denken. Jedoch kommen wir immer weiter aus der Abdeckung und der Wind passt sich der Welle an. Wir können also immer weiter anluven, aber ein klarer Südkurs ist nicht machbar. Und nach Neustadt müssten wir hinter Dahmeshöved genau gegenan. Travemünde ist weit und die Aussicht auf einen Liegeplatz zur Travemünder Woche bei Ankunft nach 2000h sehr fraglich. Dann hat Steffi die richtige Idee: wir fahren nach Boltenhagen. Der Blick auf die Karte verrät in der Tat, das Boltenhagen, nach Grömitz, unserer Position am nächsten ist. Und wir können die Ansteuerung Offentief anlegen. Im Schnitt laufen wir nun 4,8 Knoten, haben aber schon viel Zeit verloren. Egal wie ich rechne, wir werden im Dunkeln ankommen. Die Laune meiner Frau ist im Keller. Genauso übermüdet wie ich es bin, hilft es auch nicht ihr nun die Marina Boltenhagen schönzureden. Außerdem bekommt ihr der Kurs hart am Wind gegen die ein Meter Welle nicht. Wir liegen ordentlich auf der Backe. Wir sind so froh, dass wir vorhin reichlich gegessen haben. Die Meilen werden ganz langsam weniger, manchmal haben wir das Gefühl, als würde die Anzeige stillstehen. Und dann lässt auch noch die Fahrt nach, denn der Wind schläft ein. 
Dafür kommt nun die Sonne unter den Wolken hervor und schafft mit der abschwächenden Welle eine schöne sommerliche Atmosphäre. Nur die Ankunftszeit verschiebt sich immer weiter nach hinten. Ich kalkuliere nun mal ernsthaft mit 2300h. Meine Frau verzieht sich nun ernsthaft erbost unter Deck und ward nicht mehr gesehen. Angesichts der Situation starte ich den Außenborder und wir beginnen die Einfahrt in die mir bisher unbekannte Wismarer Bucht. Hier liegt doch einiges an Tonnen und es gibt ein paar Untiefen zu beachten, aber das größte Problem ist die nun einsetzende Dunkelheit. Andreas zieht wieder an mir vorbei, schwarz wie die Nacht ohne Laternen. Es zieht sich.
Und wieder motoren wir in die Nacht
Auf der Karte sieht die Bucht recht übersichtlich aus, aber sie ist es nicht. Meile um Meile nähern wir uns der Einfahrt von Boltenhagen. Merih hat herausgefunden, dass alle Restaurants im Hafen schon geschlossen haben und sucht verbissen nach einem Pizzaservice. In Boltenhagen ist alles voll. Knackevoll. Mit Handstrahlern irren wir durch den Hafen auf der Suche nach einem Liegeplatz. Am Ende macht Andreas am Boot des ihm gut bekannten Hafenmeisters fest und ich lege mich auch noch davor. Was für ein Ritt. Aus der der Hotelbar dröhnt noch Musik und wir schauen, ob wir dort etwas zu essen bekommen. Pizza soll es wohl doch nicht sein. Am Ende wird es dann, mangels Speisen, eine Bloody Mary für Merih. Tomatensoße ohne Nudeln quasi. Sie erörtert mir dann noch genau, warum das Segeln nie ihr Hobby werden wird, aber ich kenne die Argumente alle schon. Normalerweise würde ich ihr solche Törns nicht mehr antun, aber wir haben Termine und sie war freiwillig dabei. Wir sind beide todmüde und engumschlungen schlafen wir endlich ein und auch einmal aus.
Hafenbüro Boltenhagen – Schön meine CD auf dem Tresen zu sehen :-)

Der nächste Morgen beginnt kurz friedlich. Die Sonne scheint, wir wollen alle gemeinsam zum Frühstückbuffet. Und müssen hier erst um 1400h los nach Travemünde zum Auftritt. Ich schalte mein Handy ein. Eine Nachricht von Dara, unserem Sänger. Er ist krank. Atemweginfektion mit Notarzt. Mindestens drei Tage Bettruhe. Neben einem Sänger fehlt uns nun auch die Technik. Denn die steht im Transporter vor seiner Tür. Und er sollte damit nach Travemünde kommen. Wir gehen frühstücken, aber ohne Ruhe. Jeder hat ein Handy am Ohr. Ich stelle das komplette Programm um, und bitte unseren Trommler Basti zwei Songs von Dara zu übernehmen. 
 Basti als „Vertreter“ – ganz groß
Der Auftritt sollte gemeinsam mit meiner Rockabilly Band BiggsBSonic stattfinden. Dann spielen wir halt länger um die Zeit aufzuholen, die nun durch den Verlust von Dara fehlt. Nach einer Stunde hat Andreas auch einen Fahrer aufgetan, der den Transporter abholt und nach Travemünde fährt. Ruhiges frühstücken geht aber anders. Nun müssen wir noch Liegeplätze für unsere Boote organisieren. Es weht wieder sehr stark und wir liegen längsseits und sehr ungünstig mit dem vollen Wind von der Seite. Mein Liegeplatz ist die 101. Der sollte frei sein, falls nicht bitte noch einmal anrufen. Hm. Das Ablegen ist zwar mühsam gelingt aber gut, der Platz 101 ist aber besetzt. Ich dampfe gegen den Wind und rufe den Hafenmeister an. „Sie rufen außerhalb unserer Bürozeiten an…“. Platz 109 ist grün und damit meiner! Es fängt an wie aus Eimern zu schütten während wir unsere Boote verschließen. Ich beschließe für ein paar Tage nach Hamburg zu fahren. Ich brauche dringend etwas Erholung und Merih mag ich auch nicht so wegfahren lassen. Am Ende ist alles vertäut und verstaut und wir sitzen im Auto nach Travemünde. Boltenhagen ist Andreas Heimathafen, daher das Auto vor Ort. In Travemünde erwartet uns dann endlich einmal strahlender Sonnenschein und eine Riesenbühne. Ein Backstage Bereich mit Essen und Trinken, moderne Tontechnik, das volle Programm. Das tröstet über einiges hinweg. Es wird dann auch ein ganz toller Auftritt vor großem Publikum, mit tollem Sound, viel Applaus, einem Heiratsantrag auf der Bühne und einem Basti, der als Sänger glänzt! Dazu der Blick direkt auf die Traveeinfahrt. Immer wieder ziehen Segelboote vorbei. Ich sehe Badehosen, Bikinis, freie Oberkörper. Man könnte beinahe denken Segeln wäre Wellness pur. Doch wir wissen es besser. 
 Unser Publikum

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Sommertour – Tage 6 & 7 – Tourhalbzeit

Boltenhagen – Halbzeit an der deutschen Ostseeküste

 Das Video zum Blogbeitrag
Ich befinde mich ja aktuell auf einer Konzerttour mit meinem Segelboot entlang der deutschen Ostseeküste. Am 23.7. bin ich in Flensburg losgesegelt und habe mich in Eckernförde mit Andreas und seiner Frau Steffi von meiner Plattenfirma getroffen. Seitdem segeln wir mit zwei Booten im Verband. 
Am 28.7. verlassen wir nun nach zwei Konzerten Laboe. Für zwei Tage ist auch meine Frau an Bord. Es ist 2230h, das Konzert im Skippers Place ist vorbei und es wird langsam dunkel. Unsere Boote gleiten aus dem Schutz des Laboer Hafens hinaus auf die Kieler Förde. Es weht ein stetiger Wind mit vier Beaufort aus Südwest, der die Nacht über anhalten soll. Ideale Bedingungen also für unsere Nachtfahrt nach Heiligenhafen. Am 30.7. müssen wir nachmittags in Travemünde sein, um dort auf der Travemünder Woche aufzutreten. Segeln mit Termindruck funktioniert selten gut, also habe ich die Idee dieses Nachttörns entworfen um zeitlich etwas flexibler zu sein. Bis Heiligenhafen sind es heute Nacht 38 Meilen, von dort bis Travemünde ungefähr noch einmal die gleiche Strecke. 
Wir drehen unsere Nasen kurz Richtung Kiel um die Großsegel zu hissen und laufen dann beinahe vor dem Wind mit fünf Knoten im Fahrwasser Richtung Kiel Leuchtturm. So kann es weitergehen! Hinter der roten Tonne 4 biegen wir nach Steuerbord ab und nehmen Kurs auf die südliche Tonne des Sperrgebietes hinter der Marina Wendtorf. Wir loten zwar teilweise nur drei Meter Wassertiefe und es sind Steine in der Seekarte verzeichnet. Ich kenne das Revier aber mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass sie uns nicht zu nahe kommen werden. Mit nun raumen Wind beginnt meine Fock einzufallen, und der Speed lässt nach. Ich ändere Segelstellung und Kurs aber hier in der Abdeckung des Landes schwächelt der Wind und ich erreiche nur noch um die 3,2 Knoten. Andreas überholt mich nur unter Groß. Sein Schiff, eine Vindö 40, ist länger und schmaler und setzt den schwachen Wind besser in Speed um. Meine dicke Dufour 2800 kommt einfach nicht voran. Ich überlege den Diesel zur Unterstützung zuzuschalten, kann mich aber ob der Nachtstimmung, der vielen Sterne am Himmel, der laufenden, leisen Musik und der kuscheligen Atmosphäre mit meiner Frau nicht dazu durchringen. Ich habe beim Segeln auch gelernt, dass man immer mal wieder langsame, windarme Passagen einfach aussitzen muss. Sonst macht man sich nur verrückt. 
Und so genießen wir das gigantisch anmutende Firmament, den sichelförmigen Mond und das Schauspiel einiger dunkler Wolken vor dem Nachthimmel.  Aber es soll sowieso alles ganz anders kommen. Plötzlich verlöscht das Hecklicht von Andreas und sein Schiff ist in der mittlerweile großen Dunkelheit und kurze Zeit später ruft er uns schon über Kanal 16 an. Auf Kanal 69 dann die Information „Wir haben eine Battery Low Warnung und erst einmal alle Lichter ausgeschaltet. Außerdem läuft der Diesel um die Akkus wieder aufzuladen. Behaltet uns mal im Auge“. So fahren wir dann südlich des Sperrgebietes bis querab Schönberg, wo langsam wieder der Wind anfängt zu wehen. Andreas Boot ist in der Dunkelheit schwer zu erkennen und wir versuchen in seiner Nähe zu bleiben. Hin und wieder geben wir uns Lichtsignale. Mit nun genügend Wind beginnt meine „La Mer“ zu laufen und wir loggen gute sechs Knoten. Die bekommt jetzt allerdings Andreas nicht aus seinem Schiff. Die haben da drüben nun auch ganz andere Sorgen. Ohne Laternen durch die Nacht? Was wenn die Navigation ausfällt? Was wenn auch die Starterbatterie leer ist und der Diesel nachher nicht mehr anspringt? Es sind wohl zwei Batterien an Bord, aber deren Schaltung ist unklar und ein yachttypischer Umschalter nicht an Bord. Von daher könnte die Sorge berechtigt sein. Ich mache den Traveller auf und rolle etwas Fock ein. Dahin ist das schöne Tempo und wir sind nur noch mit rund fünf Knoten unterwegs. Die Ankunftszeit für Heiligenhafen verschiebt sich immer weiter nach hinten. Dazu setzt nun bei weitere Einfahrt in die Hohwachter Bucht eine stärkere Dünung ein. Ich vermute den Wind nun bei rund fünf Beaufort aus Süd. Eigentlich ideal, aber ich muss mein Boot bremsen. Und meine Frau umtüdeln. Denn bei ihr als Gast hält sich die Begeisterung einer nun extrem langen, windigen und unruhigen Nachtfahrt doch sehr in Grenzen. Langsam hüllt sie sich Schicht um Schicht mehr in Decken und Jacken. Ich suche ihr das windstillste Plätzchen hinter der Sprayhood auf der Luvseite. Setze mich samt Gitarre auf den Cockpitboden und wir singen erst einmal eine Stunde in der Nacht. Mir gefällt’s, aber ihr Blick wandert immer wieder zum GPS mit der Entfernungsangabe, die nur langsam kleiner wird. 
Nachttörns – Dicht an der Natur 
Neuer Funkspruch von Andreas: Sie haben die Segel eingeholt und laufen nun unter Diesel. Wenn dieser erst einmal läuft, gäbe es später keine Probleme beim Starten. Mittlerweile ist auch klar, dass die Lichtmaschine nicht lädt und er nur den Reststrom in seinen Akkus hat. Der Autopilot muss aus und nur das iPad hängt noch am Akku. Ich möchte wirklich nicht mit den beiden tauschen. Leider läuft sein Boot nun unter Diesel gerade noch einmal 4,3 Knoten. Ich nehme die Fock fast ganz weg und trimme mein Groß so, dass ich diese Fahrt halten kann. Die Ankunftszeit verschiebt sich so immer weiter nach hinten. Ich koche mir Kaffee und Tee für meine Frau, die nun langsam immer müder und verfrorener wirkt. Ich hatte ihr im Vorfelde erklärt was vor uns liegt, und sie wollte trotzdem gerne mitfahren, aber die Realität sieht dann doch immer etwas anders aus. Es ist nun stockfinster und auch merke den langen Tag samt Konzert in den Knochen. Mein Trick dabei ist es die Müdigkeit einfach nicht zuzulassen. Sie ist einfach keine Option. Ich beschäftige mich mit tausend Dingen, bloß um nicht zur Ruhe zu kommen. So geht es langsam und schweigend durch die Nacht. Es gibt einige unbeleuchtete Tonne auf unserem Kurs durch das Schiessgebiet Richtung Heiligenhafen. Wenigstens herrscht hier Sommerpause, die Tonnen muss ich aber umfahren und sichten, damit ich beruhigt weitersegeln kann. Nur im starken Strahl meines Handscheinwerfers leuchten ihre Reflexionsstreifen und ich kann dann aufatmen.  Ich bitte Andreas zusätzlich ein Segel zu setzen um sein Boot zu stabilisieren und etwas mehr Speed zu bekommen, denn er fällt immer weiter zurück. Merih hat sich mittlerweile unten schlafen gelegt. Was für eine treue Seele, so lange hier oben bei mir geblieben zu sein. Es beginnt nun zu dämmern, Andreas schließt langsam auf und die Fehmarnsundbrücke kommt deutlich näher. 
 Sonnenaufgang vor Heiligenhafen

Hier müssen wir noch zwei Kardinaltonnen (eine auch wieder unbeleuchtet) finden um in die Ansteuerung von Heiligenhafen zu kommen. Andreas zieht vorbei. Er will in den Werfthafen, den er gut kennt um sich dort morgen Rat zu holen. Ich will meinen Außenborder starten und habe plötzlich den Chokehebel in der Hand. Abgerissen. Also nehme ich die Abdeckung ab und bediene den Choke mit der Hand am Vergaser. Endlich springt der Motor an und ich kann die Segel herunternehmen. Der Weg nach Heiligenhafen zieht sich endlos dahin und am Ende muss ich dort auch noch drei Stegreihen abfahren, bis ich endlich ein grünes Schild entdecke. Es ist 0630h als wir endlich ins Vorschiff gehen um unsere Augen zu schließen. Das große Problem: Ausschlafen ist nicht, denn wir müssen morgen weiter.
 
Der Grund für all die Mühen 
So stehen wir dann auch um 1100h auf und suchen erst einmal ein Café um die Müdigkeit mit Koffein zu vertreiben. Andreas meldet, dass ein Techniker um 1400h käme. Notdienst, denn wir haben Samstag. Wir laufen ein wenig durch Heiligenhafen und überlegen unsere Optionen für heute. Ideal wäre Grömitz. Nicht zu weit für heute und morgen bis Travemünde auch ideal. Ich rufe also dort an. Ernüchternd. Heute sei Hafenfest und alles knackevoll, ab 1600h bräuchten wir nicht mehr zu kommen. Na gut, also Neustadt. Andreas kann als MVO Mitglied dort reservieren, was ihm auch gelingt. Das Problem ist, das wieder über 30 Meilen werden und wer weiß, wann wir loskommen? Die Laune meiner Frau verfinstert sich. Ich male ihr die Marina Neustadt als Luxustempel aus, samt Duschen und Restaurant als Belohnung für unsere Ankunft. Es hilft, kurz. Wir schlagen uns vorsichtshalber den Bauch voll, in Heiligenhafen natürlich mit Fisch, und fahren dann rüber in die Werft. Der Techniker war schon eher dort, und diagnostizierte eine defekte Lichtmaschine bzw. Regler. Die Akkus waren aber mit Landstrom wieder voll geladen. Eine Fahrt wäre erst einmal möglich, jedoch besser nicht in der Dunkelheit. Für diesen Service wollte er trotz Anfahrt übrigens nichts haben. Sehr nett. Übrigens, auch unser Hafenmeister kassierte für die kurze Nacht nur €2,50.-
Durch die Fehmarnsundbrücke
Zügig laufen wir aus. Natürlich kachelt es wie verrückt, aber achterlich, so dass wir nur unter Fock Kurs auf den Sund nehmen können. Aber das ist natürlich nicht das versprochene Sommersegeln. Vor Orth ist eine Yacht havariert und ein Rettungskreuzer läuft an uns vorbei. Über Funk verfolgen wir die gelungene Bergung. Das trägt aber mit den starken Böen nicht gerade zu guten Laune bei. Ich hoffe, dass der Spuk hinter der Brücke zu Ende ist. Fehmarn ist ja ein beliebtes Surfrevier, weil sich hier eben der Wind staut. Und so ist es zunächst auch. Hinter der Brücke ziehe ich das Groß nach oben und wir bleiben solange im Fahrwasser, bis zwischen zwei grünen Tonnen hinter der Abdeckung von Großenbrode der Kurswechsel nach Süden ansteht. Es wartet eine Überraschung auf uns. Allerdings der unangenehmen Art. Eine starke Welle kommt direkt von vorn und der Wind ist dafür zu schwach. Schnell geht die Fahrt aus dem Boot und wir fallen wieder etwas ab. Sehr zäh dümpeln wir voran. An den Kurs nach Neustadt ist nicht mal zu denken. Jedoch kommen wir immer weiter aus der Abdeckung und der Wind passt sich der Welle an. Wir können also immer weiter anluven, aber ein klarer Südkurs ist nicht machbar. Und nach Neustadt müssten wir hinter Dahmeshöved genau gegenan. Travemünde ist weit und die Aussicht auf einen Liegeplatz zur Travemünder Woche bei Ankunft nach 2000h sehr fraglich. Dann hat Steffi die richtige Idee: wir fahren nach Boltenhagen. Der Blick auf die Karte verrät in der Tat, das Boltenhagen, nach Grömitz, unserer Position am nächsten ist. Und wir können die Ansteuerung Offentief anlegen. Im Schnitt laufen wir nun 4,8 Knoten, haben aber schon viel Zeit verloren. Egal wie ich rechne, wir werden im Dunkeln ankommen. Die Laune meiner Frau ist im Keller. Genauso übermüdet wie ich es bin, hilft es auch nicht ihr nun die Marina Boltenhagen schönzureden. Außerdem bekommt ihr der Kurs hart am Wind gegen die ein Meter Welle nicht. Wir liegen ordentlich auf der Backe. Wir sind so froh, dass wir vorhin reichlich gegessen haben. Die Meilen werden ganz langsam weniger, manchmal haben wir das Gefühl, als würde die Anzeige stillstehen. Und dann lässt auch noch die Fahrt nach, denn der Wind schläft ein. 
Dafür kommt nun die Sonne unter den Wolken hervor und schafft mit der abschwächenden Welle eine schöne sommerliche Atmosphäre. Nur die Ankunftszeit verschiebt sich immer weiter nach hinten. Ich kalkuliere nun mal ernsthaft mit 2300h. Meine Frau verzieht sich nun ernsthaft erbost unter Deck und ward nicht mehr gesehen. Angesichts der Situation starte ich den Außenborder und wir beginnen die Einfahrt in die mir bisher unbekannte Wismarer Bucht. Hier liegt doch einiges an Tonnen und es gibt ein paar Untiefen zu beachten, aber das größte Problem ist die nun einsetzende Dunkelheit. Andreas zieht wieder an mir vorbei, schwarz wie die Nacht ohne Laternen. Es zieht sich.
Und wieder motoren wir in die Nacht
Auf der Karte sieht die Bucht recht übersichtlich aus, aber sie ist es nicht. Meile um Meile nähern wir uns der Einfahrt von Boltenhagen. Merih hat herausgefunden, dass alle Restaurants im Hafen schon geschlossen haben und sucht verbissen nach einem Pizzaservice. In Boltenhagen ist alles voll. Knackevoll. Mit Handstrahlern irren wir durch den Hafen auf der Suche nach einem Liegeplatz. Am Ende macht Andreas am Boot des ihm gut bekannten Hafenmeisters fest und ich lege mich auch noch davor. Was für ein Ritt. Aus der der Hotelbar dröhnt noch Musik und wir schauen, ob wir dort etwas zu essen bekommen. Pizza soll es wohl doch nicht sein. Am Ende wird es dann, mangels Speisen, eine Bloody Mary für Merih. Tomatensoße ohne Nudeln quasi. Sie erörtert mir dann noch genau, warum das Segeln nie ihr Hobby werden wird, aber ich kenne die Argumente alle schon. Normalerweise würde ich ihr solche Törns nicht mehr antun, aber wir haben Termine und sie war freiwillig dabei. Wir sind beide todmüde und engumschlungen schlafen wir endlich ein und auch einmal aus.
Hafenbüro Boltenhagen – Schön meine CD auf dem Tresen zu sehen :-)

Der nächste Morgen beginnt kurz friedlich. Die Sonne scheint, wir wollen alle gemeinsam zum Frühstückbuffet. Und müssen hier erst um 1400h los nach Travemünde zum Auftritt. Ich schalte mein Handy ein. Eine Nachricht von Dara, unserem Sänger. Er ist krank. Atemweginfektion mit Notarzt. Mindestens drei Tage Bettruhe. Neben einem Sänger fehlt uns nun auch die Technik. Denn die steht im Transporter vor seiner Tür. Und er sollte damit nach Travemünde kommen. Wir gehen frühstücken, aber ohne Ruhe. Jeder hat ein Handy am Ohr. Ich stelle das komplette Programm um, und bitte unseren Trommler Basti zwei Songs von Dara zu übernehmen. 
 Basti als „Vertreter“ – ganz groß
Der Auftritt sollte gemeinsam mit meiner Rockabilly Band BiggsBSonic stattfinden. Dann spielen wir halt länger um die Zeit aufzuholen, die nun durch den Verlust von Dara fehlt. Nach einer Stunde hat Andreas auch einen Fahrer aufgetan, der den Transporter abholt und nach Travemünde fährt. Ruhiges frühstücken geht aber anders. Nun müssen wir noch Liegeplätze für unsere Boote organisieren. Es weht wieder sehr stark und wir liegen längsseits und sehr ungünstig mit dem vollen Wind von der Seite. Mein Liegeplatz ist die 101. Der sollte frei sein, falls nicht bitte noch einmal anrufen. Hm. Das Ablegen ist zwar mühsam gelingt aber gut, der Platz 101 ist aber besetzt. Ich dampfe gegen den Wind und rufe den Hafenmeister an. „Sie rufen außerhalb unserer Bürozeiten an…“. Platz 109 ist grün und damit meiner! Es fängt an wie aus Eimern zu schütten während wir unsere Boote verschließen. Ich beschließe für ein paar Tage nach Hamburg zu fahren. Ich brauche dringend etwas Erholung und Merih mag ich auch nicht so wegfahren lassen. Am Ende ist alles vertäut und verstaut und wir sitzen im Auto nach Travemünde. Boltenhagen ist Andreas Heimathafen, daher das Auto vor Ort. In Travemünde erwartet uns dann endlich einmal strahlender Sonnenschein und eine Riesenbühne. Ein Backstage Bereich mit Essen und Trinken, moderne Tontechnik, das volle Programm. Das tröstet über einiges hinweg. Es wird dann auch ein ganz toller Auftritt vor großem Publikum, mit tollem Sound, viel Applaus, einem Heiratsantrag auf der Bühne und einem Basti, der als Sänger glänzt! Dazu der Blick direkt auf die Traveeinfahrt. Immer wieder ziehen Segelboote vorbei. Ich sehe Badehosen, Bikinis, freie Oberkörper. Man könnte beinahe denken Segeln wäre Wellness pur. Doch wir wissen es besser. 
 Unser Publikum

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Sommertour Tage 3,4 und 5 – Eckernförde und Laboe

Das Video zum Blogbeitrag

Heute war für mich zunächst Hafentag, dann der Auftritt im Spieker in Eckernförde geplant. So vergammelte ich dann auch den Tag an Bord, schrieb das Programm für den Abend und ging noch einmal einige der neuen Songs durch. Um 1600h liefen dann Andreas und Stefanie von meinem Label woold records ein. Sie sind ja drei Tage zuvor aus Boltenhagen weggesegelt, damit wir gemeinsam die Tour mit zwei Booten entlang der Ostseeküste fahren. Nach einem großen Hallo, gingen wir dann in den Spieker, denn Dara und meine Frau Merih waren aus Hamburg eingetroffen. Dara war den Tag zuvor noch so erkältet, dass der Auftritt fraglich war, hatte sich aber zum Glück in der Nacht einigermaßen erholt. Nach dem üblichen Aufbau und Soundcheck ließen wir es uns noch bei einer Runde Fischbrötchen gut gehen, während sich die Location füllte. Ich freute mich sehr über ein paar bekannte Gesichter, die ich im Laufe meiner Segelkarriere so kennengelernt habe. Dann fing auch schon der Auftritt an, und es war einer der schönsten Auftritte, die ich mit meinem Programm hatte. Das Publikum saugte meine Geschichten und die Musik förmlich auf, hörte sehr aufmerksam zu und sang am Ende auch bei einigen Songs mit. Diese Nähe zum Publikum hat man nur in diesen kleinen Clubs und ich wünsche dem Spieker weiterhin so großartige Gäste, damit ich dort noch weitere Auftritte machen kann. Nach dem Ende des Konzertes stellte der Wirt Thomas noch einmal leckere Brote auf den Tisch und wir klönten noch eine ganze Weile, bevor es zum Feierabendwein auf Andis Boot ging. Schon praktisch so eine Hafentournee.

Auftritt im Spieker (danke an Jock für die Bilder)

Am nächsten Morgen brachen wir dann nach einem entspannten Frühstück gegen Mittag auf um die paar Meilen nach Laboe zu segeln. Mit achterlichem Wind von 3 Bft., Sonne nach einem Regenschauer und einem Butterfly wurde es ein sehr schöner Törn. 

Auf dem Weg nach Laboe

In Laboe war eine 18 Meter Box extra für mich reserviert. Die Vorteile des „Ruhms“. Ich hatte zum Glück meine Achterleinen schon verlängert und konnte mein im Verhältnis zur Box winziges Boot gut vertäuen. Im Hafen warteten schon Freund und Trommler Basti mit Familie, sowie mein Kumpel Michel. Doch vor der Begrüßung wurde ich schon auf das Nachbarboot gerufen. Es bestand Interesse an meiner CD und ich verkaufte direkt zwei Exemplare gefolgt von einer Besichtigung eines großen Katamarans. Sofort entstanden Reisepläne in die Karibik, bis mich am Steg die Realität wieder einholte. Danach erst einmal gemeinsames Mittagessen beim schön gelegenen Italiener in der Marina. Danach begrüßten wir dann Irma und Lutz vom Skippers Place Laboe, unsere Gastgeber der morgigen Sommerparty.
Eingang mit Tourplakat :-)

Zwei wahre Wirbelwinde und supernette Menschen. Sie haben Ostern in Laboe einen Zubehörshop eröffnet. Es gibt hier aber nicht nur Schäkel und Sika, sondern jede Menge Mode, Getränke und einige Lebensmittel. Alles was das Skipperherz begehrt. Sie führen den Laden mit echter Leidenschaft und besorgen beinahe rund um die Uhr, alles was man als Segler so brauchen könnte. Sie hatten uns für ihre Sommerparty gebucht und waren gerade beim Aufbau der Bühne und Zelte. Es verspricht ein toller Abend zu werden. Michels Frau lieh mir dann noch zum Einkaufen ihr Auto und ich konnte endlich meine Vorräte auffüllen. Der Abend klang dann wieder in fröhlicher Runde beim Italiener aus und um Mitternacht lag ich dann in der Koje. 

Sonnenuntergang in Laboe
Der nächste Tag verlief mit in Ruhe frühstücken und Auftrittsvorbereitungen. Wir spielten ja abends in großer Besetzung mit BiggsBSonic und Tilman, also musste ich mir noch ein passendes Programm überlegen. Und es fing an zu regnen und zu stürmen. Unser als Bühne vorgesehener Pavillion soff ab und wir bauten noch einmal konsequent um. Geschützt von Zeltdach und Seitenwänden konnte uns und der Technik nun nichts mehr passieren. Lutz behielt dabei super die Nerven, da gibt es ganz andere Veranstalter, die der Realität nicht ins Auge sehen können und wollen. Es sollte ja eine Sommerparty werden und Regen und Sturm könnten einen da schon bervös machen. Aber wie sagt man im Norden?
Das bisherige Motto unser Tour
Dann trudelten auch schon unser Transporter mit Dara und meiner Frau ein und wir begannen mit dem Aufbau der heute recht großen Technik. Später kamen dann Karsten und Basi sowie Tilman hinzu und wir machten Soundcheck bis kurz nach 1600h. Da wir keinen Techniker haben, mache ich das dann als halbwegs erfahrener Tontechniker immer selbst. Bei der Menge an Musikern und den Wetterverhältnissen war ich dann danach auch schwer gestresst und maulig. Aber der Sound war gut und wir gingen alle zusammen wieder zu dem Italiener am Wasser. Und hier geschah etwas Magisches. Eben noch müde und genervt, schaue ich in die Runde und sehe MEINE Band. Ohne mein Album, meine Reise und die Single „Ich geh segeln“ säßen wir alle jetzt nicht hier. Ich bin glücklich das ich so tolle Freunde und Mitmusiker habe und das mein Label das alles aus dem Boden gestampft hat. Ein sehr schönes Gefühl!! Die Restaurantrunde geht dann auf mich, als kleines Dankeschön für alle. Um 1800h beginnt das Konzert, der Regen hat sich verzogen und die Sonne scheint wunderbar vom Himmel. Wie bei bisher allen Auftritte. Dankeschön nach dort oben! Die Show kommt so gut an, das Lutz uns direkt überredet noch eine Stunde länger zu spielen. Angesichts unserer Nachtfahrtpläne und dem kranken Dara keine leichte Entscheidung, aber wir machen mit. Bombenstimmung bis zum Ende. Und Irma und Lutz sind dabei keine Gastronomen sondern verkaufen Zubehör und Mode. Da kann sich bestimmt der eine oder andere Shop mal eine Scheibe von abschneiden.
Auslaufen in die sinkende Sonne
Um ca. 2200h heißt es dann für uns Leinen los, obwohl Irma uns in bester Feierlaune nicht gehen lassen wollte, in eine sehr abenteuerliche Nachtfahrt nach Heiligenhafen, die bis in die frühen Morgenstunden dauern wird. Doch davon in der nächsten Folge.

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Sommertour Tage 3,4 und 5 – Eckernförde und Laboe

Das Video zum Blogbeitrag

Heute war für mich zunächst Hafentag, dann der Auftritt im Spieker in Eckernförde geplant. So vergammelte ich dann auch den Tag an Bord, schrieb das Programm für den Abend und ging noch einmal einige der neuen Songs durch. Um 1600h liefen dann Andreas und Stefanie von meinem Label woold records ein. Sie sind ja drei Tage zuvor aus Boltenhagen weggesegelt, damit wir gemeinsam die Tour mit zwei Booten entlang der Ostseeküste fahren. Nach einem großen Hallo, gingen wir dann in den Spieker, denn Dara und meine Frau Merih waren aus Hamburg eingetroffen. Dara war den Tag zuvor noch so erkältet, dass der Auftritt fraglich war, hatte sich aber zum Glück in der Nacht einigermaßen erholt. Nach dem üblichen Aufbau und Soundcheck ließen wir es uns noch bei einer Runde Fischbrötchen gut gehen, während sich die Location füllte. Ich freute mich sehr über ein paar bekannte Gesichter, die ich im Laufe meiner Segelkarriere so kennengelernt habe. Dann fing auch schon der Auftritt an, und es war einer der schönsten Auftritte, die ich mit meinem Programm hatte. Das Publikum saugte meine Geschichten und die Musik förmlich auf, hörte sehr aufmerksam zu und sang am Ende auch bei einigen Songs mit. Diese Nähe zum Publikum hat man nur in diesen kleinen Clubs und ich wünsche dem Spieker weiterhin so großartige Gäste, damit ich dort noch weitere Auftritte machen kann. Nach dem Ende des Konzertes stellte der Wirt Thomas noch einmal leckere Brote auf den Tisch und wir klönten noch eine ganze Weile, bevor es zum Feierabendwein auf Andis Boot ging. Schon praktisch so eine Hafentournee.

Auftritt im Spieker (danke an Jock für die Bilder)

Am nächsten Morgen brachen wir dann nach einem entspannten Frühstück gegen Mittag auf um die paar Meilen nach Laboe zu segeln. Mit achterlichem Wind von 3 Bft., Sonne nach einem Regenschauer und einem Butterfly wurde es ein sehr schöner Törn. 

Auf dem Weg nach Laboe

In Laboe war eine 18 Meter Box extra für mich reserviert. Die Vorteile des „Ruhms“. Ich hatte zum Glück meine Achterleinen schon verlängert und konnte mein im Verhältnis zur Box winziges Boot gut vertäuen. Im Hafen warteten schon Freund und Trommler Basti mit Familie, sowie mein Kumpel Michel. Doch vor der Begrüßung wurde ich schon auf das Nachbarboot gerufen. Es bestand Interesse an meiner CD und ich verkaufte direkt zwei Exemplare gefolgt von einer Besichtigung eines großen Katamarans. Sofort entstanden Reisepläne in die Karibik, bis mich am Steg die Realität wieder einholte. Danach erst einmal gemeinsames Mittagessen beim schön gelegenen Italiener in der Marina. Danach begrüßten wir dann Lutz vom Skippers Place Laboe, unserem Gastgeber der morgigen Sommerparty.
Eingang mit Tourplakat :-)

Ein wahrer Wirbelwind und supernetter Kerl. Er hat Ostern in Laboe einen Zubehörshop eröffnet. Es gibt hier aber nicht nur Schäkel und Sika, sondern jede Menge Mode, Getränke und einige Lebensmittel. Alles was das Skipperherz begehrt. Er führt den Laden mit echter Leidenschaft und besorgt beinahe rund um die Uhr, alles was man als Segler so brauchen könnte. Er hat uns für seine Sommerparty gebucht und war gerade beim Aufbau der Bühne und Zelte. Es verspricht ein toller Abend zu werden. Michels Frau lieh mir dann noch zum Einkaufen ihr Auto und ich konnte endlich meine Vorräte auffüllen. Der Abend klang dann wieder in fröhlicher Runde beim Italiener aus und um Mitternacht lag ich dann in der Koje. 

Sonnenuntergang in Laboe
Der nächste Tag verlief mit in Ruhe frühstücken und Auftrittsvorbereitungen. Wir spielten ja abends in großer Besetzung mit BiggsBSonic und Tilman, also musste ich mir noch ein passendes Programm überlegen. Und es fing an zu regnen und zu stürmen. Unser als Bühne vorgesehener Pavillion soff ab und wir bauten noch einmal konsequent um. Geschützt von Zeltdach und Seitenwänden konnte uns und der Technik nun nichts mehr passieren. Lutz behielt dabei super die Nerven, da gibt es ganz andere Veranstalter, die der Realität nicht ins Auge sehen können und wollen. Es sollte ja eine Sommerparty werden und Regen und Sturm könnten einen da schon bervös machen. Aber wie sagt man im Norden?
Das bisherige Motto unser Tour
Dann trudelten auch schon unser Transporter mit Dara und meiner Frau ein und wir begannen mit dem Aufbau der heute recht großen Technik. Später kamen dann Karsten und Basi sowie Tilman hinzu und wir machten Soundcheck bis kurz nach 1600h. Da wir keinen Techniker haben, mache ich das dann als halbwegs erfahrener Tontechniker immer selbst. Bei der Menge an Musikern und den Wetterverhältnissen war ich dann danach auch schwer gestresst und maulig. Aber der Sound war gut und wir gingen alle zusammen wieder zu dem Italiener am Wasser. Und hier geschah etwas Magisches. Eben noch müde und genervt, schaue ich in die Runde und sehe MEINE Band. Ohne mein Album, meine Reise und die Single „Ich geh segeln“ säßen wir alle jetzt nicht hier. Ich bin glücklich das ich so tolle Freunde und Mitmusiker habe und das mein Label das alles aus dem Boden gestampft hat. Ein sehr schönes Gefühl!! Die Restaurantrunde geht dann auf mich, als kleines Dankeschön für alle. Um 1800h beginnt das Konzert, der Regen hat sich verzogen und die Sonne scheint wunderbar vom Himmel. Wie bei bisher allen Auftritte. Dankeschön nach dort oben! Die Show kommt so gut an, das Lutz uns direkt überredet noch eine Stunde länger zu spielen. Angesichts unserer Nachtfahrtpläne und dem kranken Dara keine leichte Entscheidung, aber wir machen mit. Bombenstimmung bis zum Ende. Und Lutz ist kein Gastronom sonder verkauft Zubehör und Mode. Da kann sich bestimmt der eine oder andere Shop mal eine Scheibe von abschneiden.
Auslaufen in die sinkende Sonne
Um ca. 2200h heißt es dann für uns Leinen los in eine sehr abenteuerliche Nachtfahrt nach Heiligenhafen, die bis in die frühen Morgenstunden dauern wird. Doch davon in der nächsten Folge.

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Sommertour Tag 2 – Von Damp nach Eckernförde



Der Törn von Damp nach Eckernförde fing gar nicht gut an. Nach langem Frühstück beim Bäcker und heißer Dusche (beides Dinge, die ich an Damp mag) zog ich mich wasserdicht an. Denn es schüttete und stürmte recht fürchterlich. Da mein Kurs aber mehr oder weniger vor dem Wind bis Eckernförde liegt (bei NO 5-6Bft.), machte ich mir da nicht viel Gedanken. Doch kurz vor Ausfahrt aus dem Hafen passierte es dann. Eine sehr kräftige und langanhaltende Bö drückt mein Boot immer weiter nach Steuerbord. Ich gebe mehr Gas und lege Gegenruder. Ohne spürbares Resultat. Ich kann machen was ich will, aber das Boot nimmt weder mehr Fahrt auf noch lässt es sich nach Steuerbord lenken. Was nun? Viel Platz habe ich nicht. Ich weiß, gar nicht wie viele Gedanken man gleichzeitig haben kann, aber auf jeden Fall nicht genug. Fock raus? Wird nix, zu sehr gegenan um rechtzeitig in Fahrt zu kommen. Außenborder? Dauert zu lange. Rückwärts einkuppeln, Leerlauf, vorwärts einkuppeln? Gemacht, jedoch ohne Erfolg. Und da sind es dann auch schon nur noch 3 Meter bis die Kaimauer des Rettungskreuzers (zum Glück in anderer Mission unterwegs) bedacht werden muss. Ich schmeiße noch alle drei Fender über die Reling (zum Glück nicht verstaut!) und mich zwischen Boot und Kai. Knirscht trotzdem, und die Fender hängen zu tief. Aber wenigstens erst einmal angekommen. An den Anker habe ich nicht gedacht…zu wenig Gehirnkapazität.

 Das Video zum Reisebericht
 
Und jetzt? Der Wind drückt mich satt gegen die Mauer. Erst Mal gut abfendern und vertäuen, damit ich mir das Boot nicht kaputt mache. Dann, fiese Entscheidung in strömendem Regen und Wind, ab ins Wasser. Mit Neopren ich Memme, aber naja. Ich tauche zum Propeller. Etwas Seegras zu sehen, aber ansonsten alles gut. Habe ich ja auch gerade erst gereinigt. Wieder raus und ein Blick in den Motorraum zur Welle. Dreht! Ich gebe Gas und das Boot drückt in die Achterleine. Sehr, sehr merkwürdig. Entweder Seegras in der Schraube und nun weg, oder die Bö war wirklich so stark das meine 10 PS nicht reichten? Ich will weiter, am liebsten direkt in Neopren. Aber ich ziehe mich um. Im Regen. Nasse Socken, nasses T-Shirt, nasse Unterhose. Egal. Weg hier. Eindampfen Vorspring wäre das geeignete Manöver. Macht einhand wenig Freude. Also einkuppeln und kräftig abdrücken. Passt. Der Motor schiebt wieder. Ich rolle direkt etwas Fock aus, und komme sicher durch die Ausfahrt. Mich empfängt zwar eine stramme Welle, aber als Groß und Fock erstmal stehen, kehrt langsam Ruhe ein. Alles unter Deck ist nass und ich etwas daneben. 

 Safe and sound in Eckernförde

Der Rest des Weges ist Routine. Sperrgebiet umfahren und ab bis ans Ende der Bucht. Dieses Mal checke ich den Motor etwas früher als üblich. Läuft. Im Hafen sind bei dem Wetter alle Plätze belegt. Aber kreatives Anlegen kenne ich noch auch Schweden, und so findet sich schnell noch ein Platz. Sieben Stempel in meiner Marina Karte lassen mich diese Nacht umsonst hier liegen. Schön. Der Ort ist wie immer nett, mein Plakat hängt am „Spieker“. Dem Auftritt dort steht nichts im Wege.


25.07.2017
Damp – Eckernförde
9sm
8sm unter Segeln
Gesamtstrecke: 44sm 

Ahoi sagt euer Sailing Bassman!

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Sommertour Tag 2 – Von Damp nach Eckernförde



Der Törn von Damp nach Eckernförde fing gar nicht gut an. Nach langem Frühstück beim Bäcker und heißer Dusche (beides Dinge, die ich an Damp mag) zog ich mich wasserdicht an. Denn es schüttete und stürmte recht fürchterlich. Da mein Kurs aber mehr oder weniger vor dem Wind bis Eckernförde liegt (bei NO 5-6Bft.), machte ich mir da nicht viel Gedanken. Doch kurz vor Ausfahrt aus dem Hafen passierte es dann. Eine sehr kräftige und langanhaltende Bö drückt mein Boot immer weiter nach Steuerbord. Ich gebe mehr Gas und lege Gegenruder. Ohne spürbares Resultat. Ich kann machen was ich will, aber das Boot nimmt weder mehr Fahrt auf noch lässt es sich nach Steuerbord lenken. Was nun? Viel Platz habe ich nicht. Ich weiß, gar nicht wie viele Gedanken man gleichzeitig haben kann, aber auf jeden Fall nicht genug. Fock raus? Wird nix, zu sehr gegenan um rechtzeitig in Fahrt zu kommen. Außenborder? Dauert zu lange. Rückwärts einkuppeln, Leerlauf, vorwärts einkuppeln? Gemacht, jedoch ohne Erfolg. Und da sind es dann auch schon nur noch 3 Meter bis die Kaimauer des Rettungskreuzers (zum Glück in anderer Mission unterwegs) bedacht werden muss. Ich schmeiße noch alle drei Fender über die Reling (zum Glück nicht verstaut!) und mich zwischen Boot und Kai. Knirscht trotzdem, und die Fender hängen zu tief. Aber wenigstens erst einmal angekommen. An den Anker habe ich nicht gedacht…zu wenig Gehirnkapazität.

 Das Video zum Reisebericht
 
Und jetzt? Der Wind drückt mich satt gegen die Mauer. Erst Mal gut abfendern und vertäuen, damit ich mir das Boot nicht kaputt mache. Dann, fiese Entscheidung in strömendem Regen und Wind, ab ins Wasser. Mit Neopren ich Memme, aber naja. Ich tauche zum Propeller. Etwas Seegras zu sehen, aber ansonsten alles gut. Habe ich ja auch gerade erst gereinigt. Wieder raus und ein Blick in den Motorraum zur Welle. Dreht! Ich gebe Gas und das Boot drückt in die Achterleine. Sehr, sehr merkwürdig. Entweder Seegras in der Schraube und nun weg, oder die Bö war wirklich so stark das meine 10 PS nicht reichten? Ich will weiter, am liebsten direkt in Neopren. Aber ich ziehe mich um. Im Regen. Nasse Socken, nasses T-Shirt, nasse Unterhose. Egal. Weg hier. Eindampfen Vorspring wäre das geeignete Manöver. Macht einhand wenig Freude. Also einkuppeln und kräftig abdrücken. Passt. Der Motor schiebt wieder. Ich rolle direkt etwas Fock aus, und komme sicher durch die Ausfahrt. Mich empfängt zwar eine stramme Welle, aber als Groß und Fock erstmal stehen, kehrt langsam Ruhe ein. Alles unter Deck ist nass und ich etwas daneben. 

 Safe and sound in Eckernförde

Der Rest des Weges ist Routine. Sperrgebiet umfahren und ab bis ans Ende der Bucht. Dieses Mal checke ich den Motor etwas früher als üblich. Läuft. Im Hafen sind bei dem Wetter alle Plätze belegt. Aber kreatives Anlegen kenne ich noch auch Schweden, und so findet sich schnell noch ein Platz. Sieben Stempel in meiner Marina Karte lassen mich diese Nacht umsonst hier liegen. Schön. Der Ort ist wie immer nett, mein Plakat hängt am „Spieker“. Dem Auftritt dort steht nichts im Wege.


25.07.2017
Damp – Eckernförde
9sm
8sm unter Segeln
Gesamtstrecke: 44sm 

Ahoi sagt euer Sailing Bassman!

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Sommertour Tag 1 – Von Minde nach Damp

Der erste Tag auf meiner Sommersegelkonzerttour geht langsam zu Ende. Es ist großartig endlich wieder länger unterwegs zu sein. Trotz Kopfschmerzen und Müdigkeit in den Knochen, den Tagen vor der Abreise gedankt. Aber nun freue ich mich auf eine weitere lange Nacht und dann 2 Tage samt Auftritt in Eckernförde.
 Das Video von Auftritten und durchgemachten Nächten vor dem Aufbruch

Das Video zum Reisebericht Minde – Eckernförde
Ich bin um 0800h in Minde in der Flensburger Förde aufgebrochen. Angesagt waren zunächst schwache Winde, dann auffrischende aus Nordost 5-6Bft. Da ich nicht gegenan wollte, bin ich früh aufgebrochen um zunächst einmal meinen Diesel wieder mal etwas länger laufen zu lassen und dann meinen Außenborder zu testen. Der zickte auch gleich rum, sprang nicht an und verlor Benzin. Die Ursache konnte ich nicht finden, aber nach überall dran drehen und drücken lief alles wieder. Ich vermute die Verbindung zum Tank ist irgendwie lose. Mal im Auge behalten. Ich passierte die Schwiegermutter, wie die rote Tonne vor Holnis genannt wird und dann die zwei grünen Tonnen vor Brunsnaes. Wie immer ein wenig abgekürzt unter Land. Dann ging es weiter unter Motor und mit langsam auffrischendem Wind von vorne bis zur grünen Tonne 1 der Flensburger Förde. Hier konnte ich nun abfallen und Kurs auf Kegnaes nehmen. Kostet zwar ein paar Meilen, aber ich kann endlich SEGELN! 
Der Außenborder schnurrt wieder
 
Endlich Segeln

Vor Kegnaes setze ich die erste Wende und nehme Kurs auf den Leuchtturm Kalkgrund. Zunächst kann ich ihn noch nicht anliegen, aber der Wind kommt immer weiter nördlicher, je weiter weg ich von Kegnaes komme. Küsteneffekt, Führungseffekt oder wie das heißt. Funktioniert aber und am Ende komme ich ohne eine weitere Wende gut frei von Kalkgrund und passiere dann Falshöft und die Schleieinfahrt. Der Wind liegt bei 2-3 Bft. und ich dümple zwischen 2 und 4 Knoten dahin. Zu schnell zum motoren, zu langsam um Strecke zu machen. Aber ich kann mir die Gitarre schnappen und ein paar Songs für Eckernförde durchgehen. Und so dauert es auch gute neun Stunden bis die Einfahrt nach Damp erreicht ist. Der NO Wind ist erst einmal auf die Nacht verschoben. Ich muss sehen, das ich in Damp einen Liegeplatz im Hafen ergattere, denn im Vorhafen kann es bei O 5-6 Bft. sehr unangenehm werden und ich muss immer noch dringend Schlaf nachholen. Aber direkt in der Einfahrt steht der Hafenmeister und weist mir einen freien Platz zu. Perfekter Service. Soweit vom ersten Tourtag!

Schlei Rot-Weiss

24.07.2017
Minde – Damp
35sm
27sm unter Segeln
Gesamt 35sm
Ahoi sagt euer Sailing Bassman!

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