Neutrogena: Probleme am Kap

„Neutrogena“ wird derzeit im Schonmodus gesegelt, seit das Schiff am vergangenen Donnerstag beim Sturz in ein tiefes Wellental Schaden am Kiel genommen hat. „Es war der härteste Aufprall während des Rennens bisher“, erklärte Herrmann, „Und danach hielt der Kiel plötzlich nicht mehr in seiner nach Luv ausgeschwenkten Position, sondern pendelte frei nach Lee.“ Sofort trat in der Bilge am Schwenkmechanismus Hydrauliköl aus. Während zweitägiger Reparaturversuche musste die Mannschaft die Geschwindigkeit drosseln, arbeitete Tag und Nacht in ständigem Telefonkontakt mit Technikern ihres Teams und des Herstellers des beschädigten Hydraulikzylinders.
Letztlich gelang es, das Problem soweit zu minimieren, dass bei gemäßigten Windbedingungen wieder voll gesegelt werden kann. „Wenn es aber ruppiger wird, besonders mit steilen Wellen, müssen wir das Risiko begrenzen, dass auch noch der zweite Hydraulikzylinder seinen Geist aufgibt“, so Herrmann. Denn die defekten, inneren Dichtungen des ersten Zylinders sind mit Bordmitteln nicht zu reparieren. „Es ist schwer zu sagen, wie stark uns das auf dem letzten Teilstück beeinträchtigen wird. Im Zweifel können wir jedoch nicht mehr auf Angriff segeln.“

Kurz nach Rundung des Kaps schreibt Ryan Breymaier in einer Mail, dass der Beschlag des Stag für den Solent (Fock) gebrochen ist. Das Segel fiel ins Wasser, musste geborgen werden. Derzeit suchen sie treibend Schutz vor der Küste Chiles, um zu klarieren, bevor es dunkel wird. Danach werden sie die Verfolgung wieder aufnehmen. Breymaier betont: „Wir brauchen keine Hilfe und werden die Reise nonstop fortsetzen.“

www.yacht.de/sport/barcelona_world_race/zusammen-mit-sodebo-ums-kap/a46261.html
Thomas Coville auf „Sodebo“ filmt „Neutrogena“ am Kap.