Gezeiten auf dem Grevelinger Meer?

Die Idee ein Gezeitenkraftwerk zu bauen, scheint durchaus sinnvoll. Wer das Wasser etwa in der Oosterscheldekering strömen sieht, ahnt, wieviel Energie darin steckt. Das Vorhaben lasse sich gut kombinieren mit der Notwendigkeit frisches Salzwasser in das Grevelinger Meer zu bringen. Denn nach dessen Abschluss im Rahmen des Deltaprojekts sorgte Regenwasser für eine zunhemende Verbrackung des größten Salzwassersees Europas. Das durfte aber nicht, denn das Grevelingen hatte laut Beschluss der Regierung aus Umweltgründen salzig zu bleiben. Also musste eine Öffnung her, damit Salzwasser einströmen kann.

Die kam in Form der Flakeese Spuisluis im Grevelingen Damm. Der trennt das Grevelinger Meer von der Oosterschelde. Im Rahmen eines Versuchsprojektes zum Thema Gezeitenenergie wurden dort zwar rund 10 Millionen Euro verbaut, ein Gezeitenkraftwerk entstand jedoch nie. Während der Bauphase war die Spuisluis geschlossen, die Waserqualität im Grevelinger Meer nahm, vorallem in tieferen Bereichen, stark ab. Eine weitere Öffnung im Brouwersdam bei Renesse lieferte währenddessen frisches Salzwasser aus der Nordsee allerdings war mit einer Öffnung an nur einer Seite kein „Durchspülen“ möglich. Seit 2017 ist die Spuisluis an der Oosterschelde theoretisch in beide Richtungen offen, es kann also Wasser sowohl aus dem Grevelinger Meer in die Oosterschelde wie auch anders herum strömen. Allerdings war wegen des Baus der Gezietversuchseinrichtung die Schleuse geschlossen.

Seit Mitte Dezember sind nun wieder beide Seiten offen, also an Nordsee und Oosterschelde, das Gezeitenkraftwerk ist jedoch gescheitert und rückgebaut worden. Experten erwarten nun, dass sich die Wasserqualität wieder langsam verbessert und das Unterwasserleben zurückkehrt. Das kann jedoch je nachdem wo, einige Jahre dauern.

Für Wassersportler bedeutet dies, dass es leichte Strömungen auf dem Grevelinger Meer geben kann. Wasserstandsunterschiede sind jedoch nur im Bereich einiger Dezimeter. Nichts, was nicht auch durch anhaltende Winde aus einer Richtung entstehen könnte.

Ein Modell für besseres Wasser im Veerse Meer?

Mit Spannung werden die Auswirkungen auf die Wasserqualität auch am Veerse Meer beobachtet. Denn auch dort ging die Qualität stark zurück, vermutlich auch durch die beiden heißen Sommer 2019 und 2020. Derzeit laufen Untersuchungen zur Wasserqualität und zum Leben unter Wasser. Deren Resultate sollen Ende 2022 vorliegen. Dann will man entscheiden, was erforderlich ist, um die Wasserqualität zu verbessern. Eine Option dann: Eine Spülschleuse im Veerse Gatdamm. Dann könnte auch das Veerse Meer „durchgespült“ werden. Die Öffnung am Zandkreekdamm besteht ja bereits.

Direkt neben der Öffnung des Veerse Meers zur Oosterschelde: Die Zandkreeksluis

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