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Platz Vier für Büsselberg und Hoffmann

Vier Titel wurden bei der Laser Radial Jugend Weltmeisterschaft vergeben. Drei gingen davon an Italien. „Wir hatten alle Bedingungen zwischen starken und leichten, drehenden Winden. Daher haben die besten Segler, die in allen Bedingungen zurechtkommen, die Titel gewonnen“, erklärte Eric Faust, Präsident der Laser-Klassenvereinigung. Mit beinahe 400 Seglern aus 45 Nationen sei es nicht nur ein großes und wichtiges Event für die Laser-Klasse sondern auch für den Sport. „Egal, ob die Segler später in olympischen Klassen oder dem Americas Cup segeln, einige Zeit haben sie im Laser verbracht“, resümierte der Amerikaner.

Insgesamt elf Wettfahrten absolvierte der Laser Radial Nachwuchs vor Kiel an den sechs Tagen. Täglich konnten zwei Rennen gestartet werden, erst am Abschlusstag ließ der Wind nach und es gab zum Abschluss nur eine. „Wir haben alles geboten sowohl wetter- als auch segeltechnisch“, sagte Organisationsleiter Dirk Ramhorst vom Kieler Yacht-Club. Er sei sehr zufrieden und habe sowohl von den Seglern als auch den Teams ein positives Feedback bekommen. „Wir haben die Laser gerne hier und sie kommen auch gerne zu uns“, so der Dänischenhagener.

Ebenso wie sich Sonnenschein und Regen abwechselten, gab es auch immer wieder Höhen und Tiefen bei den Athleten, die teilweise in einem Rennen einen Sieg ersegelten und im nächsten im Mittelfeld landeten. „Es war ein erfolgreiches Event“, erklärte Eric Faust zufrieden. „Wir haben elf von zwölf Rennen in der Wertung.“ Kiel sei immer ein guter Ort für die Austragung der Events, weil er dann sicher wisse, dass er auf das professionelle Team und die Unterstützung der Stadt zählen könne.

„Es ist wunderbar. Ein Traum ist wahr geworden“, freute sich die frisch gebackene Weltmeisterin (U19) Matilda Talluri aus Italien. Etwas nervös war sie an den Start gegangen, da die Spitze des Feldes bei den Punkten eng zusammen lag. „Ich war bisher nicht eine herausragende Seglerin“, erklärte sie, warum der Titelgewinn ihr sehr viel bedeute. Das Rennen heute sei zwar nicht gut gelaufen, aber sie sei froh, dass es gereicht hatte und es nun vorbei ist. Matilda Nicholls (Großbritannien) holte Silber und Ana Moncada Sanchez (Spanien) Bronze.

„Yeah“, stieß Carolin Müller (Fürstenberg/Platz 37) einen Freudenschrei aus, als sie die Ziellinie überquerte. Das erste Rennen des letzten Tages und zugleich das letzte der Titelkämpfe gewann sie vor Carlotta Crüsemann (Kiel/Platz 31). „Hey, wie geil war das denn“, rief die Kielerin der Siegerin zu. Insbesondere auf den Vorwindkursen hatte die Segelinternatsschülerin Boden gut gemacht. Carolin Müller war bereits nach dem ersten Vorwindkurs in Führung gegangen und verteidigte diese bis ins Ziel.

Julia Büsselberg (Berlin) musste sich als beste Deutsche mit dem undankbaren 4. Platz abfinden. „Ich hatte ein bisschen Pech, dass das letzte Rennen abgebrochen wurde, da lag ich ganz gut“, erklärte sie. Es wäre ihre letzte Chance gewesen, die zwei Punkte, die ihr zum Bronzerang fehlten, aufzuholen. „Eigentlich bin ich zufrieden mit meinen Leistungen, bis auf den ersten Finaltag, der mich eine Medaille gekostet hat.“ Durchatmen kann Julia Büsselberg jetzt nur kurz. Donnerstag geht es für die Berlinerin nach Japan zum Weltcup.

Der 17. Platz im letzten Rennen reichte Alex Schonrock (Großbritannien), um den Titel bei den U17 Mädchen zu holen. Giorgia Cingolani (Italien) und Eline Verstraelen (Belgien) folgen auf Rang zwei und drei.

Einen guten Start erwischte Guido Gallinaro (Italien). Obwohl er nur einen Punkt in Führung lag, konzentrierte er sich auf sein eigenes Rennen. „Ich habe mein Bestes gegeben.“ Erst als es gut lief, schaute er auch nach der Konkurrenz, und brachte genügend Abstand zwischen sich und die anderen Titelanwärter. „Ich bin glücklich. Auf den Titel hatte ich gewartet.“ Josh Armit (Neuseeland) konnte ihm mit einem 22. Platz im letzten Rennen nicht mehr gefährlich werden und sicherte sich die Silbermedaille vor Francesco Viel (Italien).

In der U17-Wertung holte sich Cesare Barabino den Titel vor dem Iren Tom Higgins und Michal Krasodomski (Polen). Nachdem er nach dem Start in Führung ging, konnte Cesare Barabino das Feld dominieren und wusste, dass er sich mit dem Gewinn des Rennens auch den Titel sicherte. Der bis dahin führende Higgins kam als Dritter ins Ziel und verpasste Gold um einen Punkt.

Julian Hoffmann (Oberstdorf) fuhr seinen Streicher ein. Damit setzte sich der 15-Jährige in der U17-Wertung auf dem vierten Platz fest.

Italienische Doppelspitze vor Kiel

Wind und Welle hatten am Freitag ordentlich zugelegt. Dann zog auch noch am vorletzten Tag der Laser Radial Jugend-Weltmeisterschaft eine Gewitterfront auf. Das erste Rennen war soeben vorbei, dann warteten die Jollen auf den Regattabahnen ab, bis sich die dunklen Wolken wieder verzogen hatten. „Erst hat es geballert ohne Ende, dann war fast gar nichts mehr da“, fasste Laura Schewe (Kiel) den Tag zusammen. Vor dem Abschlusstag ist Italien Spitze. Sowohl bei den Mädchen mit Matilda Talluri und den Jungs mit Guido Gallinaro ist Italien vorn. Für den morgigen Samstag sind noch zwei Rennen geplant.

Als echte Allrounderinnen bewiesen sich einmal mehr Matilda Talluri (Italien) und Ana Moncada Sanchez (Spanien), die auch bei den stärkeren Winden konstante Rennen ablieferten und weiterhin das Klassement auf eins (47 Punkte) und zwei (50) anführen. Hinter ihnen ist Mathilda Nicholls (Großbritannien/59) gelistet.

Dagegen ging der erste Start für die viertplatzierte Russin Valeriya Lomatchenko völlig daneben. Die Starthupe ertönte, die Jollen schossen über die Startlinie, und die Russin hatte keine Möglichkeiten mehr auszuweichen und saß am Pinend-Boot fest. Doch trotz des schlechten Startes kämpfte sie sich zurück ins Feld.

Laura Schewe (Kiel) musste nach der zweiten Kreuz zwei Konkurrentinnen an der Tonne den Vortritt lassen, kam aber auf einem guten achten Platz ins Ziel.

„Es war körperlich und mental anstrengend“, resümierte die Kielerin, die das zweite Rennen gewann und damit als einige in den Top-Ten insgesamt drei Wettfahrtsiege aufweist. Doch zweimal 27 Punkte (davon ein Streicher) sind nicht wegzudrücken.

Bei den Bedingungen habe jeder einmal ein schlechtes Rennen und daher sei auch fast noch alles drin, so Schewe, die auf dem sechsten Platz liegt, Julia Büsselberg (Berlin) einen Punkt davor auf dem fünften.

„Ich hatte einen tollen Start und konnte auf dem Vorwindkurs an einer Australierin vorbeiziehen“, berichtete Lillian Meyer (USA) über das erste Rennen. „Es war ein guter Tag, aber schwer zu segeln.“ Sie reiht sich hinter Laura Schewe auf Platz sieben im Gesamtklassement ein.

„Ich dachte, ich mag Starkwind mehr, aber dann habe ich die Welle falsch erwischt, eine Böe bekommen, falsches Timing gehabt und bin gekentert“, fasste Alex Schonrock (Großbritannien/Platz 12) zusammen. Nun hofft sie, dass sie ihre Führung in der U17-Wertung halten kann. Ein schlechtes Ergebnis darf sie sich aufgrund eines hohen Streichers (Strafe fürs Pumpen oder Schaukeln) nicht mehr erlauben. Vor dem Abschlusstag liegt die Britin mit 119 Punkten vor der Belgierin Eline Verstraelen (125 Punkte) und der Italienerin Giorgia Cingolani (136) bei den U-17 in Führung. Im Gesamtfeld tummeln sie sich auf den Plätzen 12, 14 und16.

Bei den Jungen hatte Julian Hoffmann (Oberstdorf) den Vortag erfolgreich abgehakt und fand zunächst zur alten Stärke zurück, dann kamen die Probleme aber wieder. Mit einem zweiten und einem 33. Platz liegt der Oberstdorfer auf dem elften Rang im Gesamtklassement, in der U-17-Wertung ist er als Vierter aber nur sechs Punkte vom WM-Titel entfernt.

„Das erste Rennen war gut, das zweite ziemlich schlecht. Ich hatte auf einen Gegendreher gesetzt, der aber nicht kam“, erklärte Julian Hoffmann. „Ich hatte zwar geahnt, dass es nicht bei den so guten Ergebnissen vom Anfang bleiben wird, aber dass ich so blöde Fehler mache, dachte ich auch nicht.“

Auch Uffe Tomasgaard (Norwegen) patzte im zweiten Rennen und musste seine Führungsposition nach dem 32. Platz abgeben. Seine Leidenschaft für den Laser teilt er übrigens mit seinem älteren Bruder Hermann Tomasgaard, der sich im olympischen Laser in einem spannenden Finale bei den der World Championships in Aarhus vor ein paar Wochen um einen halben Meter Philipp Buhl geschlagen geben musste und Sechster wurde.

An der Spitze ist bei den Jungen Guido Gallinaro (Italien) vor Josh Armit (Neuseeland) und Francesco Viel (Italien). Josh Armit freut sich auf den morgigen letzten Tag. „Es war heute ein guter Tag und ich hatte viel Spaß da draußen.“ Da habe er auch vergessen können, dass er eine Strafe hinnehmen musste. Er hatte die Regel 42 (Pumpen und Schaukeln) verletzt, was ihm 69 Punkte eingebrachte, die er aber als Streicher werten konnte.

„Zwischenzeitlich haben uns bis zu 38 Knoten Wind beschäftigt“, erklärte Wettfahrtleiter Mandus Freese. Daher musste auch die zweite Wettfahrt des Goldfleets bei den Mädchen nach der ersten Kreuz abgebrochen werden. Zu den starken Böen kam noch ein großer Rechtsdreher des Windes und die Warnung vor einer Gewitterfront hinzu. „Da haben wir uns entschieden, lieber abzubrechen und alle beisammen zu halten.“ Der Wettfahrtleiter freute sich über das professionelle und hochkarätige Feld der Segler. „Super klasse“, ist sein Fazit zu den bisherigen Rennen.

Laser Radial Youth World Championships 
Teilnahme für Nachwuchssegler/innen zwischen 15 und 18 Jahren (Jhg: 2000 bis 2003)
Vier WM-Titel sind zu vergeben: Seglerinnen unter 19 Jahren, Segler unter 19 Jahren
Seglerinnen unter 17 Jahren, Segler unter 17 Jahren.

Programm:
Samstag, 25 August, 11 Uhr, letzter Start bis 15 Uhr: 2 Finalwettfahrten – Abschließend: Siegerehrung

Wettfahrten sind vom Montag, 20. August, bis Samstag, 25. August, angesetzt. Gesegelt werden täglich zwei Wettfahrten. Nach den Qualifikations-Rennen sind ab Donnerstag die Finalrennen in den Gruppen Gold, Silber und Bronze geplant. Dafür müssen alle Qualifikations-Gruppen vier Wettfahrten (inklusive eines Streichers) absolviert haben. Auch für die Vergabe des WM-Titels sind vier Wettfahrten das Minimum. Gesegelt wird auf zwei Bahnen. Wettfahrtleiter sind Mandus Freese und Fabian Bach.

Bavaria weiterhin ohne Käufer

Eigentlich hätte die Entscheidung über einen neuen Besitzer bereits feststehen sollen. Doch bisher hat noch keiner der Interessenten eine Zusage gegeben. Jetzt will Bavaria in Eigenregie noch 24 Yachten im September bauen – und hofft, dass sich bis dahin ein Käufer gefunden hat. “Im September wollen wir in Giebelstadt rund 24 Motor- und Segelyachten fertig stellen”, sagt Interims-Chef Brinkmann. Die Zahlen liegen weit unter der Kapazität des Unternehmens mit rund 600 Mitarbeitern. Im Mai 2018 lieferte Bayern rund 30 Boote in zwei Wochen aus. Seit Juli werden die Mitarbeiter aus der Insolvenzmasse ausgezahlt. Derzeit wird am Hauptsitz der Werft Kurzarbeit betrieben.

Wir blicken zurück: Mitte April erschütterte die Branche die Nachricht, dass Bavaria Yachtbau, die bis dahin größte Werft für Segel- und Motoryachten in Deutschland, Insolvenz anmelden musste. CEO Lutz Henkel verließ bereits kurz vor dem Insolvenzantrag das Unternehmen. Bis dahin schob Bavaria einen dreistelligen Millionenbetrag als Schuldenberg vor sich her. Als die Eigentümer, die Finanzinvestoren Anchorage und Oaktree, dann schließlich ihren Rückzug bekannt gaben, war es vorbei. Seitdem versucht Interims-CEO Tobias Brinkmann einen Käufer für die Werft zu finden.
Laut Brinkmann laufen derzeit noch Verhandlungen und Gespräche. Es soll Interessenten geben, die das Unternehmen ernsthaft erwerben und weiterführen wollen. “Es gibt Angebote zum Kauf von Bavaria”, sagte Brinkmann laut einem Medienbericht. “Wir hoffen, in den nächsten Wochen eine Entscheidung über den Verkauf bekannt geben zu können.”

Für neue Segelyachten und Motorboote gibt es nach Angaben von Brinkmann noch immer Interesse und Bestellungen. Wenn man dem potentiellen Käufer der Werft ein solches vollständiges Auftragsbuch vorlegt, sollte der Verkauf erleichtert werden.

Welche Bieter noch im Rennen sind, darüber wird natürlich geschwiegen. Über Bieter, die nicht mehr als neue Inhaber von Bavaria in Frage kommen, gibt es viele, oft nicht belastbare, Gerüchte. So soll die Familie Meltl, die bis 2007 bereits 50 Prozent an Bavaria hielt und damals die Hälfte des gigantischen Kaufpreises von 1,3 Milliarden erhielt, ihr Angebot zurückgezogen haben. Ein Interesse von Hanseyachts aus Greifswald, wie es in einigen Medien berichtet wurde in einer Kooperation mit AWN, hielten Branchenexperten schon Beginn an für ein Gerücht und wird inzwischen von Hanseyachts dementiert. Das einige andere Wettbewerber die Chance nutzten, als potenzielle Inverstoren einen Blick in die Bücher von Bavaria zu werfen, ist nicht ungewöhnlich bei Insolvenzen. Ein echtes Kaufinteresse steht dann selten im Vordergrund. Auch über den Kaufpreis gibt es bisher nur Spekulationen. Je nach Quelle schwankt er zwischen 5 und 30 Millionen Euro. Aber für Tobias Brinkmann dürfte der Kaufpreis nicht entscheidend sein, er liegt eh weit unter dem Buchwert und den Forderungen der Gläubiger und den ehemaligen Inhabern Oaktree und Anchorage. Wichtiger für Zulieferer, Kunden und die Mitarbeiter dürfte die Nachricht sein, dass es überhaupt in Giebelstadt weiter geht.

Die Katamaran-Sparte von Bavaria in Frankreich,  Nautitech, ist von der Insolvenz nicht betroffen. Der kürzlich erworbene Hersteller von Mehrrumpfbooten steht aber ebenfalls zum Verkauf. Ob im Rahmen eines Komplettverkaufs der Werftengruppe oder separat, ließ Brinkmann offen. Der Nautitech Messestand auf der Messe Cannes Mitte September ist bereits fest gebucht. Ob Bavaria auch mit Segel- und Motorbooten auf dieser so wichtigen Messe vertreten sein wird, kann erst entschieden werden, wenn es einen neuen Investor gibt.

Wie sehr Brinkmann nun also unter Druck steht einen Käufer für Bavaria zu finden, zeigt schon einen Blick in die weiteren Termine im Messekalender. Im September startet weltweit die Messesaison, also die Zeit die Auftragsbücher für den Winter zu füllen. Ohne einen Inverstor dürften potenzielle Kunden verunsichert sein eine Segel- oder Motoryacht bei einem Bavaria Händler zu bestellen. Wichtige Aufträge besonders in der Charterindustrie dürften dann verloren gehen. Charterunternehmen brauchen feste Zusagen, um Yachten in der nächsten Saison verchartern zu können.

Der Messeauftritt auf der Interboot in Friedrichshafen in der letzten Septemberwoche, der in den Vorjahren direkt von Bavaria organisiert und auch zum größten Teil gezahlt wurde, wird nun von den Händlern Meltl, Pronautik und Yachtcenter Mannheim selbst bestritten. Auch auf der Flensburg Boat Show vom 7. bis 9. September in der Marina Sonwik können Kunden das neue Volumenmodel Bavaria C45 beim Laboer Bavaria Händler Ap Yachting besichtigen. Ein absolut positives Signal für den Markt, denn nicht nur die Deutsche Händler, sondern das gesamte weltweite Händlernetz von Bavaria vertraut weiter auf die Marke und ihr fortbestehen. Für die Mitarbeiter wäre dies nur zu wünschen. Sie zeigten in den letzten Monaten ein sehr hohes Engagement bestehende und neue Aufträge an Yachten fristgerecht zu erledigen. Die Unsicherheit, wie es nun weiter geht, ist der Belegschaft verständlicherweise nun sehr hoch. Eine Entscheidung wird frühestens in 14 Tagen erwartet.

 

Regatta der Hamburger Wirtschaft

Bei besten Segelbedingungen mit sommerlichen Temperaturen um 27 Grad und konstantem Wind um 10 Knoten zeigte sich die Alster Regatta der Hamburger Wirtschaft am 23. August von ihrer besten Seite. Auf die freundlichen Begrüßungsworte des Gastgebers und NRV Vorsitzenden Andreas Christiansen sowie den Partnern der Regatta Dr. Harald Vogelsang der Hamburger Sparkasse und Mattias Schmelzer von KPMG folgte für die mutigen Wirtschaftskapitäne direkt der Weg aufs Wasser. Nach drei zügigen Wettfahrten, durchgeführt von NRV Clubmanager Klaus Lahme, präsentierte Wirtschaftskapitän Thomas Cremer der Peter Cremer Holding GmbH & Co KG mit seinen NRV Mitseglern Hans-Werner Zachariassen und Peter Eckhardt eine fulminante Ergebnisserie von 1 – 3 – 1  und sicherte sich damit den Sieg. Gewonnen hat der Hamburger Unternehmer die silberne „Schüssel der Wirtschaftskapitäne“, die nun für ein Jahr in seinen Besitz übergeht.

„Es war eine tolle Regatta. Es hat sehr viel Spaß gemacht auf dem Drachen zu segeln, vor allem mit einer so tollen Crew.“  freut sich Thomas Cremer, für den es die erste „Regatta der Hamburger Wirtschaft“ war. „Ich glaube, ich hatte aber auch mit die erfahrenste Crew an Bord mit Hans-Werner Zachariassen und Peter Eckhardt. Einen Donnerstagnachmittag könnte man nicht besser verbringen.“ fügte der Sieger lächelnd hinzu.

Als einzige Wirtschaftskapitänin ersegelte Nathalie Leroy der Hamburg Wasser AG mit Jan Woortman und Volker Kramer den 2. Platz. Dicht gefolgt mit nur einem Punkt Abstand von André Poitiers (André Poitiers) und seinen beiden Mitseglerinnen Kristina Milberg und Sybille Ilgenstein.

US Bootsindustrie leidet unter Strafzöllen

Die amerikanische Bootsindustrie fürchtet hohe Einbußen durch Trump‘s Handelskrieg gegen China und Europa. Vor schweren Zeiten für Werften, Yachthändler und ihre amerikanischen Kunden warnte jetzt der Präsident der National Marine Manufactures Association (NMMA).

 

Mit Zöllen von insgesamt 60 Milliarden US-Dollar antwortet China auf die Strafzölle der USA auf chinesische Waren. Zum ersten Mal sind auch Yachten und Güter der amerikanischen Wassersportindustrie auf der Liste der Chinesen. Im Gegenzug belasten die Zölle auf Waren aus China, Kanada und Europa die US-Industrie schwer. Es sind vor allen die Rohstoffe wie Aluminium, die amerikanische Werften im Ausland wie China und in Europa nun teuer einkaufen müssen. „Die Zölle treffen die amerikanischen Werften, ihre Mitarbeiter und die Konsumenten härter, als sie zum Beispiel die Chinesen treffen,“ erklärt NMMA Präsident Thom Dammrich in einem Interview mit der IBI, einem englischen Magazin der Bootsindustrie. „Sprechen sie mit unseren Werften, die Aluminium-Boote herstellen. Der Preis für Aluminium ist um 30 Prozent gestiegen. Sprechen sie mit den Werften, die vom Export leben und nun auf Millionenaufträgen sitzen bleiben, weil ihre ausländischen Kunden Orders storniert haben. Die Zölle treffen uns schon jetzt. Der Export ist so gut wie eingefroren“, führt Dammrich weiter aus.

Aber es soll Ausnahmen im Handelskrieg mit China geben und bestimmte Produkte von den Zöllen ausgenommen werden. Welche ist noch nicht klar definiert. Dammrich warnt auch hier vor einem zu langen Prozess die Ausnahmen verbindlich zu benennen. Die nun fehlenden Exporte durch eine verstärkte Binnennachfrage nach Booten zu kompensieren hält Dammrich ebenfalls für eine schwierige Aufgabe. Nach seinen Angaben können 15 Prozent fehlende Exporte nicht einmal mit einem extrem guten Jahr für die amerikanische Bootsindustrie, mit 5 Prozent Wachstum, kompensiert werden.

Dammrich ruft nun alle Beteiligten in den Regierungen auf ihre Zollpolitik zu überdenken. Nur ein fairer Handel ohne Handelshemmnisse würde allen ein Wachstum ermöglichen, fordert Dammrich inklusive einer Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Und die Verhandlungen wie weitere 200 Millionen an Zöllen auf chinesischen Waren zusammenkommen sollen laufen bereits. Vertreter verschiedener Industrie- und Dienstleistungsbetriebe der USA sollen in einer öffentlichen Anhörung gehört werden. Im Detail geht es um die sogenannte Section 301 des amerikanischen Handelsgesetzes von 1974. Auch die NMMA wird durch die Unternehmen Sea Eagle Boats und Magic Tilt Trailers vertreten sein. „95 Prozent der in den USA verkauften Boote und Yachten werden auch in den USA produziert. Aber wie viele Industrien haben wir eine globale Lieferantenkette für Materialien, die bereits jetzt durch die Section 301 mit 250 Millionen Dollar belastet sind. Das reicht von Glasfasermatten bis zum fertigen Trailer. Die Auswirkungen auf die amerikanische Wassersportindustrie sind also schon jetzt zu spüren“, so Nicole Vasilaros. Aber auch Vasilaros sieht einen in großen Teilen unfairen Handel zwischen China und der USA, aber seiner Meinung nach sind Zölle nicht der richtige Weg. Aber die offiziellen Vertreter der USA und China tun sich schwer, um über gerechte Zölle zu verhandeln.

Unter Deck des Neel 45 Evolution

An der Aufteilung von Salon und Kajüten wurde nicht gerüttelt. Nach wie vor ist verblüffend, dass auf diesem Trimaran fast so viel Innenraum generiert werden konnte wie auf einem vergleichbar großen Katamaran. Es gibt drei Doppelkabinen (in der Charterversion werden weitere Einzelbetten in die Ausleger eingebaut), zwei Bäder, eine Längspantry und einen Salon mit Platz für sechs Personen und separater Navi-Ecke.

Der Trick ist, das Brückendeck so weit zu strecken, dass es bis in die Seitenschwimmer reicht, zwei Schlafkammern quer zur Fahrtrichtung aufzustellen und die dritte eine Etage tiefer anzulegen. In die Vorschiffskabine gelangt man über eine kurze Treppe. Ausgestattet mit Doppelbett und mehreren flachen Hängeschränken findet sich Platz zum Stauen von Kleidung unter dem Bett und in kleinen Abseiten.

Überraschend viele Staumöglichkeiten halten die beiden Pantry­zeilen parat. Verteilt auf beide Seiten des ‚Flurs‘ finden sich viele Fächer und Laden für Geschirr und Besteck, dazu kommen noch der Herd mit Backofen und die Spüle. Kühlschrank und Kühlbox mussten allerdings aus dem Durchgang ausgelagert werden. Sie sind im Salon untergebracht, auf der Backbordseite vor dem Navigationsbereich, damit sie die Wohnatmosphäre nicht stören.

Das Erfolgsgeheimnis des insgesamt gelungenen Interieur-Layouts liegt auf jeden Fall in der geschickten Ausnutzung jeder kleinsten Fläche. Mankos stellen allerdings die recht kurzen Betten dar. Keine Koje ist länger als 1,90 Meter, was auf 45 Fuß-Yachten heutzutage eine Seltenheit ist und beim Kauf bedacht werden sollte.

Rückschläge für Hoffmann und Büsselberg

Bei den Jungen starteten die drei Führenden mit nur einem Punkt Unterschied in die Finalrennen. Der Italiener Francesco Viel lag mit nur einen Punkt Vorsprung vor seinem Landsmann Guido Gallinaro und dem punktgleichen Oberstdorfer Julian Hoffmann, dessen Boot der Schriftzug „Rio2016“ ziert. Hintergrund: Es ist der Olympia-Laser von Philipp Buhl. „Ich kenne ihn aus dem Verein. Es ist cool, mit dem Boot von einem guten Bekannten zu fahren, der damit bei Olympia war“, sagte der 15-Jährig. Aber er profitiere nicht nur von dessen Boot, das bereits den Olympiatest bestanden hat, sondern bekomme bei Gelegenheit auch Tipps von dem WM-Bronzemedaillengewinner aus Aarhus, erklärt Hoffmann.

„Ich habe nie damit gerechnet, dass ich so weit vorne fahren kann“, freute sich der Allgäuer. Bisher musste er nur einen Ausrutscher verschmerzen. „Es war schwer zu sehen, wo der Druck ist. Ich bin dann auf der falschen Seite gestartet, und der Start war generell nicht gut.“ Den 40. Platz konnte er als Streicher werten. Alle anderen Ergebnisse lagen unter den besten Acht, so dass Hoffmann optimistisch in den heutigen Tag ging.

Doch als kurz nach 13 Uhr das erste Rennen des Tages gestartet wurde, lief für Julian Hoffmann alles schief. Beim Start wählte ein großer Pulk die rechte Seite, so auch Hoffmann. Es schien nicht ganz die richtige Entscheidung gewesen zu sein, denn nach der ersten Kreuz lagen andere vorn. Der Italiener Cesare Barabino setzte sich an die Spitze, brachte einen kleinen Abstand zwischen sich und die folgenden Boote und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Mehrfach griff der Italiener ans Ruderblatt, um dieses vom Seegras zu befreien – aufhalten konnte ihn das aber auch nicht.

Nach der ersten Kreuz lag Julian Hoffmann trotz eines mäßigen Starts noch unter den ersten Booten, verlor aber während des Rennens an Plätzen. Vor der Ziellinie überholte auch Justin Barth (Berlin) den Oberstdorfer. „Falsche Seite, Start nicht gut, gestern vergessen mich auszutragen“, fasste Julian Hoffmann nach den Finalrennen deprimiert zusammen.

Auch Marc Handschug (Potsdam) entschied sich auf dem Vorwindkurs für die falsche Seite und saß in einem Windloch fest. Der Amerikaner Chase Carraway hingegen kämpfte sich nach vorne und überquerte als Zweiter die Ziellinie. Während die beiden ersten alleine ins Ziel kamen, wurde es um Position drei noch mal eng. Tom Higgins (Irland) und Uffe Tomasgaard (Norwegen) schenkten sich nichts. Letztendlich hatte der Ire die Nase vorn. „Bei den Wellen und den drehenden Winden, habe ich es einfach nicht geschafft, um ihn rumzukommen. Aber es lief insgesamt sehr gut“, sagte der Norweger. „Man musste die ganze Zeit umherschauen und die Böen im Blick haben. Zweimal bin ich aufgestanden, um zu erkennen, wo der Druck ist.“ Dabei scheint Tomasgaard die Böen gut erkannt zu haben. Der Norweger hat sich so die Führungsposition im Gesamtklassement erobert. Die Italiener Guido Gallinaro und Cesare Barabino folgen auf Platz zwei und drei. Julian Hoffmann ist auf den 14. Platz abgerutscht, Justin Barth liegt momentan auf dem 26.

Einen Traumstart in die Finalrennen legte Vanessa Gregor (Kiel) hin. Sie ersegelte sich im ersten Rennen den Sieg. „Ich habe die Dreher gesehen und bin auf die richtige Seite gefahren. Da ich von der kleinen Talsperre komme, bin ich das gewohnt“, erklärt die Remscheiderin. Ihren guten Vorsprung konnte sie ins Ziel bringen. Doch der Sieg setzte sie im zweiten Rennen unter Druck. Und dem konnte sie nicht standhalten. „Ich hatte mentale Schwierigkeiten“, erklärt sie. Als 45. überquerte sie die Ziellinie.

Umgekehrt erging es Laura Schewe (Kiel). Lag sie zu Beginn noch mit dem 27. recht weit hinter der Spitze zurück, kämpfte sie sich in der zweiten Wettfahrt mit Biss und den richtigen taktischen Entscheidungen nach vorne und holte sich den dritten Platz. Sie kletterte damit wieder auf den 6. Rang im Gesamtklassement. Konstante Rennen lieferte Ana Moncada Sanchez ab. „Ich habe die ganze Zeit nach den Drehern geschaut und bin mitgegangen. Es war schwierig, aber ich bin sehr zufrieden.“ Die Spanierin liegt auf dem dritten Rang, vor ihr haben sich Matilda Talluri (Italien) auf dem ersten und Matilda Nicholls (Großbritannien) auf dem zweiten Rang platziert. Julia Büsselberg (Berlin) liegt, nach den heutigen Platzierungen (23 und 19) auf dem vierten Platz.

„Bisher lief alles gut“, zog Wettfahrtleiter Fabian Bach am Donnerstag ein Zwischenfazit. „Wir hatten bisher ganz unterschiedliche Bedingungen. Viel Wind am Montag und dann wenig die letzten Tage – da war für jeden Segler etwas dabei.“ Bei Drehern von 10 bis 20 Grad haben die erfahrenen Teams auf den Bahnen zwar ein bisschen basteln müssen, aber das gehöre dazu. „Die Bedingungen waren stabil, so dass wir von der Wettfahrtleitung sehr zufrieden sind.“ Für die kommenden Tage wird wieder mehr Wind erwartet. „Für morgen sind die Vorhersagen sehr gut. Eher im oberen Bereich.“

Laser Radial Youth World Championships 
Teilnahme für Nachwuchssegler/innen zwischen 15 und 18 Jahren (Jhg: 2000 bis 2003)
Vier WM-Titel sind zu vergeben: Seglerinnen unter 19 Jahren, Segler unter 19 Jahren
Seglerinnen unter 17 Jahren, Segler unter 17 Jahren.

 

Programm:
Freitag, 24. August, 11 Uhr: 2 Qualifikations- oder Finalwettfahrten
Samstag, 25 August, 11 Uhr, letzter Start bis 15 Uhr: 2 Qualifikations- oder Finalwettfahrten – Abschließend: Siegerehrung

 

Wettfahrten sind vom Montag, 20. August, bis Samstag, 25. August, angesetzt. Gesegelt werden täglich zwei Wettfahrten. Nach den Qualifikations-Rennen sind ab Donnerstag die Finalrennen in den Gruppen Gold, Silber und Bronze geplant. Dafür müssen alle Qualifikations-Gruppen vier Wettfahrten (inklusive eines Streichers) absolviert haben. Auch für die Vergabe des WM-Titels sind vier Wettfahrten das Minimum. Gesegelt wird auf zwei Bahnen. Wettfahrtleiter sind Mandus Freese und Fabian Bach.

 

Easy going: Hanse 458

Schon lange setzt die Werft auf ein einfaches Schiffshandling – bei gleichzeitig guter Segelperformance. Möglich wird dies durch ein wohldurchdachtes Deckslayout, das alle Leinen nach achtern auf Winschen in direkter Nachbarschaft der beiden Steuerstände führt und den Schiffsführer so in die Lage versetzt, seine Yacht allein zu trimmen (inklusive Reffen, falls notwendig) und zu lenken. Die leichte Segelführung wird von der Werft als Easy Sailing Concept bezeichnet. Eine passende Charakterisierung, zumal die Fock serienmäßig auf einer Selbstwendeschiene läuft. Im Falle, dass Code 0 oder Gennaker gesetzt werden, kommen zwei weitere Winschen zum Einsatz. Auch diese liegen weit achtern auf den Seitendecks.

Für angenehme und doch schnelle Segeleigenschaften sorgen ein hohes Rigg, ein vorbalanciertes Ruder, der L-förmig gestaltete Flossenkiel und moderate Rumpf­linien, die im Heck in ein abgerundetes U münden. Weil sich das auf die Steuerstände ausgerichtete Segelführungs-Konzept ausgesprochen gut bewährt hat, wurde es auf die brandaktuellen Modelle übertragen.

Neu bei der Hanse 458 sind eine noch größere Flexibilität in Bezug auf Einrichtungslayout, Farben und Materialien. Allein die große Farbpalette für die gewünschte Rumpffarbe sorgt dafür, dass sich ein Eigner seine Yacht recht individuell gestalten kann, hinzu kommen diverse Polsterfarben und -stoffe, mehrere Holz- beziehungsweise Furniervarianten und etliche Einrichtungs-Zuschnitte. All das kennt man auch von älteren Hanse-Modellen, doch bei der 458 wurden Farben und Möbelformen dem Zeitgeist angepasst. Sie sind heller und wirken insgesamt moderner und frischer.

Je nach gewählter Ausbau-Version stehen drei oder vier Doppelkabinen zur Verfügung. An Steuerbord neben dem Niedergang wird gekocht, auf der anderen Seite ist das Bad eingebaut (auch das kennt man von älteren Hanse-Yachten). Im Zentrum liegt ein geräumiger Salon, davor befinden sich getrennte WC- und Dusch-Räume und entweder eine komfortable Eignerkajüte oder zwei Doppelkabinen.

Technische Daten

Konstruktion: Judel / Vrolijk
Interieur: Hanse Yachts
Lüa: 14,04 m
Rumpflänge: 13,55 m
LWL: 12,20 m
Breite: 4,38 m
Tiefgang: 2,23 m /altern. 1,82 m
Verdrängung: 11,7 t / 12,1 t
Ballast: 3,4 / 3,7 t
Wassertank: 450 l
Treibstofftank: 210 l
Motor: 57 PS /altern. 80 PS
Groß: 60 m²
Altern. Rollgroß: 48 m²
Selbstwendefock: 43 m²
Gennaker: 160 m²
Preis: ab 237.881 Euro
Internet: www.hanseyachts.com

Gewinn und Verlust auf dem Vorwind-Kurs

Ungetrübter Sonnenschein, dazu leichte Winde um die zehn Knoten und Kabbelwelle erwartete die Segler am letzten Qualifikationstag bei der Laser Radial Jugend Weltmeisterschaft vor Kiel-Schilksee. Ab dem morgigen Donnerstag werden die Gruppen neu gemischt und nur noch das Goldfleet kämpft um den Titel. „Dann beginnt eine neue Regatta“, sagte der Führende Francesco Viel aus Italien.

Viel konnte mit einem elften und einem zweiten  Platz seine Führungsposition verteidigen, war aber nicht ganz zufrieden. „Morgen sind wieder neue Rennen.“ Er habe zwar zwei gute Wettfahrten gesegelt, aber nicht sehr gut. „Es war schwieriger als gestern.“ Doch den Überblick habe er nie verloren und sich auch für die richtige Seite entschieden. „Ich habe sehr viel geschaut, wo die Konkurrenz ist“, erklärte Viel.

Es war auch nicht ganz der Tag für Julian Hoffmann (Oberstdorf). Im ersten Rennen musste er sich mit einem 41. Platz begnügen, den er allerdings als Streicher werten kann, sodass er auf Platz drei ins Goldfleet starten wird. Zwischen ihm und Francesco Viel reihte sich der Italiener Guido Gallinero ein.

Für das Goldfleet qualifizierten sich auch die deutschen Nachwuchssegler Justin Barth (Berlin/Platz 28), Leonard Stock (Kiel/Platz 36), Philip Walkenbach (Berlin/Platz 59) und Marc Handschug (Potsdam/Platz 62).

Bei den Frauen legte die Führende Julia Büsselberg (Berlin) im zweiten Rennen des Tages einen sehr guten Start hin. Ihre Position in einer kleinen Führungsgruppe, in der auch Laura Schewe (Kiel) dicht hinter ihr lag, konnte sie auf der ersten Kreuz halten. Dann kam der Vorwindkurs. Laura Schewe nutzte die Schnelligkeit ihres Bootes und zog an den anderen vorbei. Ihren Vorsprung baute sie dann auf der zweiten Kreuz weiter aus und ließ sich den Sieg bis ins Ziel nicht mehr nehmen. „Seglerisch lief es sehr gut, auch wenn es nicht meine Lieblingsbedingungen waren“, fasste die Altenholzerin zusammen. Bei den relativ leichten Winden und der Kabbelwelle sei es schwierig, über diese zu kommen. Doch ein Fehler an Land verhagelte ihr ein besseres Resultat als der 15. Platz im Gesamtklassement. Sie hatte vergessen sich beim obligatorischen „Sign In“  auszutragen. Diese Pflicht, die aus Sicherheitsgründen eingeführt wurde, steht in den Segelanweisungen. Daher wurden ihr beim ersten Rennen Strafpunkte dazugerechnet. „Das ist ganz ärgerlich“, haderte sie mit der Situation. Aber ihr Ziel unter die besten Fünf zu kommen, müsse sie noch nicht aus den Augen verlieren. „Es sind ja noch ein paar Tage, da kann noch alles passieren.“

Obwohl Julia Büsselberg weiterhin die Spitze des Klassements anführt, war sie nicht zufrieden mit dem Tag. „Es lief nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Eigentlich lief es gut, aber auf dem Vorwind war ich zu langsam und habe dort verloren.“ Sie habe zwar versucht, ihre Technik an die veränderten Bedingungen anzupassen, aber das habe nicht so gut funktioniert. Vielleicht sei sie nicht genug Risiko eingegangen, rätselt die Berlin, woran es lag.

Hinter Julia Büsselberg liegt die Italienerin Matilda Talluri. Sie habe sich bei den Winddrehern für die richtige Seite entschieden und obwohl ihr leichte Winde nicht so liegen, konstante Rennen abgeliefert. „Als Segler muss man in allen Bedingungen konstant segeln und darf kein bestimmter Wind-Typ sein.“ Sie blieb fokussiert und konnte so auch ihre leichte Nervosität – aufgrund ihrer Position auf Platz zwei – überwinden. „Die Position ist momentan noch nicht wichtig. Es kommen noch sechs Rennen und da kann noch viel passieren.“ Auf Platz drei liegt nach sechs Wettfahrten die Russin Valeriya Lomatchenko.

Für das Goldfleet haben sich für den DSV zudem noch Carlotta Crüsemann (Kiel/Platz 29), Lina Fischer (Kiel/Platz 32), Carolin Müller (Fürstenberg/Platz 37), Theresa Wierschin (Lübeck/Platz 43), Laura Pukropski (Neuruppin/Platz 44) und Vanessa Gregor (Kiel/Platz 45) qualifiziert.

Die Gruppengrößen bleiben, doch die besten Boote segeln ab morgen im Goldfleet und je nach Platzierung werden sie weiter in Silver, Bronze und Emerald (jeweils 68 Boote) bei den Jungs aufgeteilt. Bei den Mädels gibt es nur die Gold- und Silberfleet mit jeweils 48 Booten.

Laser Radial Youth World Championships 
Teilnahme für Nachwuchssegler/innen zwischen 15 und 18 Jahren (Jhg: 2000 bis 2003)
Vier WM-Titel sind zu vergeben: Seglerinnen unter 19 Jahren, Segler unter 19 Jahren
Seglerinnen unter 17 Jahren, Segler unter 17 Jahren.

Programm:
Donnerstag, 23. August, 11 Uhr: 2 Finalwettfahrten
Freitag, 24. August, 11 Uhr: 2 Finalwettfahrten
Samstag, 25 August, 11 Uhr, letzter Start bis 15 Uhr: 2 Finalwettfahrten – Abschließend: Siegerehrung

Voll in ihrem Element: Hamburg Boat Show

Mit glänzenden Beschlägen und polierten Planken legt die Hamburg Boat Show (HBS) von Mittwoch, 17. bis Sonntag, 21. Oktober 2018 ab zu ihrer Jungfernfahrt. Ihre Premiere feiert die Messe von der Branche für die Branche mit rund 300 Ausstellern und der ganzen Bandbreite des Wassersports auf dem Messegelände in der Hansestadt. „Die Hamburg Boat Show ist ein Treffpunkt für die Wassersport- Community. Sie bietet alles, was Boot- und Board-Fans begeistert. Vom Anfänger bis zum Profi – jeder, der das Wasser liebt, kommt hier voll auf seine Kosten“, erklärt Torsten Conradi, Präsident des Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes (DBSV), der die neue Messe veranstaltet. Ein Ankerpunkt der Premiere werden die beiden großen Promenadenstege in Halle B6 sein, an denen allein schon 20 Motor- und Segelboote in direkter Nachbarschaft liegen. Darüber hinaus präsentiert sich eine Vielzahl an Booten an individuellen Ständen in den Messehallen. Ergänzt wird die Marken- und Bootsvielfalt durch einen großen Board- Bereich mit Testbecken und eine Halle mit Zubehör und Ausrüstung.

Von der Jolle übers Dickschiff, vom Sportschlaucher bis zur Motoryacht – Bootfans werden auf der neuen Wassersportveranstaltung in Hamburg fündig. Aber auch Wasseranbeter, für die Bretter die Welt bedeuten, kommen im Board-Bereich auf ihre Kosten. Vielfältig sind vor allem die Marken, die auf der neuen Bootsausstellung vertreten sind: „Von A wie Absolut über H wie Hanse bis Z wie Zodiac – das Angebot für die Besucher ist umfassend. Die Hamburg Boat Show ist mehr als eine reine Produktschau. Mit zahlreichen Fachinformationen und -vorträgen liefert die Veranstaltung Input für Bootsfahrer und Board-Fans“, ergänzt Dirk Kreidenweiß von der Messe Friedrichshafen, der mit seinem Team für das operative Geschäft verantwortlich ist. Selbst aktiv werden die Besucher in Halle B7, wo beim Stand-Up-Paddling im Testbecken oder auf der stehenden Welle Wassersport hautnah erlebt werden kann. Unter die Haut gehen auch die kurzen Filme der Ocean Film Tour, die Sehnsucht nach dem Meer verbreitet. Wem das Messeprogramm tagsüber noch nicht genug ist, kann sich zum Abend hin in wechselnden Hallen zur Afterworkparty mit seinen Kunden, Freunden und Bekannten verabreden, sich austauschen und feiern.

Die Hamburg Boat Show geht von Mittwoch, 17. bis Sonntag, 21. Oktober 2018 auf dem Messegelände in Hamburg vor Anker. Die Veranstaltung hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag bis 20 Uhr.  Die Tageskarte kostet 14 Euro, ermäßigt 12 Euro. Kinder von 6-16 Jahren zahlen 6 Euro. Die Familienkarte gibt es für 32 Euro. Teilweise parallel findet die Hamburg Motor Classics vom 19. bis 21. Oktober in den A-Hallen des Messegeländes statt. Besucher der Veranstaltungen erhalten bei der jeweils anderen eine Ermäßigung von 2,50 € auf den regulären Eintrittspreis.

Spaßboot Epoh: Skiff segeln leicht gemacht

Der Name Epoh steht für: Exponential pleasure, zero hassle, zu Deutsch: Exponenzielles Vergnügen, Null Stress. Das klingt sehr gut, ist aber auch eine ziemliche Ansage. Noch dazu für ein Boot, dass es in dieser Form wohl noch nie gab. Der Rumpf passt in keine Schublade. Skiff? Trimaran? Jolle mit Stützrädern? Ganz nüchtern betrachtet handelt es sich um ein Skiff mit Schwimmern – oder Floats, wie man dazu auch sagt – unter den Auslegern. Was soll das sein, fragt man sich?

Die Antwort lautet: Eine Art eierlegende Wollmilchsau. Entwickler Yannick d’Armancourt kommt eigentlich vom Surfen, aber seine Familie hatte an ihrem Strandhaus immer einen alten 470er liegen. Als der völlig weichgesegelt war, bot Schiffbauingenieur d’Armancourt an, für Ersatz zu sorgen: entweder wieder ein abgelegtes Regattaboot oder er würde sich selbst etwas ausdenken. Und dieses Etwas müsste Spaß für ihn und Einfachheit für den Rest der Familie verbinden können.

Für den Surfer d’Armancourt lag es nahe, ein Skiff zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen zu machen. Nur hätte ein Skiff für den Rest der Familie mangels Stabilität wohl bedeutet, permanent im Bach zu liegen – daher die Idee mit den Schwimmern. Anders als beim Trimaran befinden sich die Floats bei Ruhelage jedoch nicht im Wasser. Sie tauchen erst bei einem bestimmten Krängungswinkel ein. Dann entfalten sie dynamischen Auftrieb und wirken so der Krängung entgegen.

Das bedeutet nicht, dass Epoh unkenterbar ist. Aber man muss schon entweder Absicht an den Tag legen oder sehr, sehr große Fehler machen, um es umzuwerfen. Das Boot verträgt es sogar, wenn der Vorschoter sich auf den eingetauchten Leeschwimmer stellt, statt es auf dem Luvschwimmer auszureiten. Natürlich bremst der so beschwerte Float das Boot, aber es kentert nicht, sondern es verzeiht viele Fehler.

Wie sieht es mit dem exponenziellen Vergnügen aus? Für Epoh werden verschiedene Segelgarderoben angeboten, somit ist das Boot den Fähigkeiten der Crew anzupassen. Das reicht von einer einfachen Kombination von Fock und kleinem Groß, die man einfach auf der Kante ausreiten kann, bis hin zu einem größeren Groß und verschiedenen Gennakern, die im Doppeltrapez auf den Auslegern gesegelt werden, und die das Boot in Gleitfahrt bringen.

Mit einer entsprechend erfahrenen Crew lässt sich das Boot im Prinzip wie ein Skiff segeln, der Leeschwimmer taucht dann nur ab und zu in die Wellenkämme ein. Dabei ist das Boot auch im Handling angenehm einfach gehalten. Beispielsweise gibt es eine Selbstwendefock und einen Bergeschlauch im Vorschiff, mit dessen Hilfe sich der jeweilige Gennaker simpel und schnell setzen und bergen lässt. Wie bei Skiffs üblich, steuert man das Boot mit zwei langen Auslegern.

Von der großen Breite bleibt im Hafen wenig übrig, weil die Ausleger auf dem Trailer schnell an den Rumpf zu schieben sind. Mit 2,52 Metern Breite passt Epoh dann auf jeden üblichen Landliegeplatz. Für den Straßentransport lassen sich die Ausleger ganz demontieren und im Rumpf mitnehmen, der dann noch ganze 2,03 Meter breit ist, also kaum breiter als die meisten Zugfahrzeuge mit Außenspiegeln. So kann Epoh überallhin mitgenommen werden und zum Einsatz kommen.

Technische Daten

Länge: 4,92 m
Breite
– segelfertig: 3,62 m
– Ausleger am Rumpf: 2,52 m
– ohne Ausleger: 2,03 m
Tiefgang: 0,16 bis 1,20 m
Gewicht: 160 kg
Maximale Zuladung: 225 kg
Großsegel: 13/16 m²
Gennaker: 15/22 m²
Preis
– kleines Groß: 16.380 Euro
– großes Groß: 17.320 Euro
– kleiner Gennaker: plus 2.030 Euro
– großer Gennaker: plus 2.285

Kontakt

Transsonique, 3 Rue Victor Schoelcher, 29990 Concarneau, Frankreich,
Tel: +33 2 98 98 22 42, Web: www.epoh.eu, E-Mail: [email protected]

Süddeutschland/Österreich/Schweiz: Johannes Ersing Boote und Zubehör, E-Mail: [email protected]

Wahl zum Segler des Monats Juli

Der Hochsommer ist die Jahreszeit der Meisterschaften, und die deutschen Asse zeigten sich im Juli bestens aufgelegt. Gleich mehrfach regnete es WM-Gold in ehemaligen Olympia- und international stark besetzten Klassen. Bei der Premiere der kombinierten Offshore-WM nach den beiden führenden Vermessungsformeln konnten sich die deutschen Crews mit zweimal Silber hervorragend in Szene setzen. Fünf mit WM-Medaillen dekorierte Crews stehen für die Wahl zum Segler des Monats Juli zur Auswahl. Abgestimmt über den/die Sieger wird auf dem Portal sail24.com. Die Wahl ist freigeschaltet vom 22. bis 29. August.

Die Nominierten für die Juli-Wahl

 „Outsider“-Crew: Nach Jahren mit ruhigeren Regatta-Aktivität legte die „Outsider“ ein beeindruckendes Comeback auf der WM-Bahn der seegehenden Yachten hin. WM-Gold konnte die Mannschaft um Tilmar Hansen zwar nicht angreifen, doch die Silber-Medaille vor Den Haag wurde in der Klasse A souverän eingefahren.

„Immac Fram“-Crew: Es war ein großer Kampf um die Krone der Offshore-WM in der Klasse C. Kai Mares und seine Mannschaft auf der „Immac Fram“ profitierten vom Zweikampf um das Gold, in den sich die niederländische „J Lance“ und die schwedische „Pro4U“ verstrickten, und segelten noch auf den zweiten Platz.

Andre Budzien: Heimsieg bei der WM der OK-Jollen: Andre Budzien legte in einem Mammutfeld, das bestückt war mit Weltklasse-Athleten, eine beeindruckende Leistung hin. Und dennoch war es eng vor Warnemünde. Denn Trainingspartner Jan Kurfeld und der schwedische Olympiasieger Frederik Lööf schenkten Budzien nichts bei seinem dritten WM-Titel in der OK-Klasse.

Lutz Stengel/Holger Jess: Intensive Optimierungsarbeiten am Boot, ein Tag Training und der dritte Platz bei den Pre-Worlds: Das waren die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft der 505er durch die erstmals als Team auftretenden Lutz Stengel/Holger Jess. Dann aber lief das Team zur großen Form auf und sicherte sich den Titel bereits einen Tag vor Abschluss der Wettfahrten.

Christian Spranger/Christoph Kopp: Die ehemals olympische Tempest-Klasse wird in den vergangenen Jahren dominiert durch Crews aus Deutschland und der Schweiz. In diesem Jahr gab es bei anspruchsvollen Bedingungen auf dem Attersee in Österreich einen deutschen WM-Doppelerfolg. Christian Spranger/Christoph Kopp krönten sich schließlich zu Weltmeistern.

Wahl zum Segler des Monats Juli