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Doppelmeisterschaft zur Bayerischen Jugendwoche

Die Bedingungen auf dem Wasser waren sehr gut, so dass in den Klassen sechs bzw. sogar sieben Wettfahrten gesegelt werden konnten.

Bei den Jüngstenseglern im Optimist, die mit 57 Startern ein stattliches Feld auf die Bahn brachten, konnte sich Moritz Wagner vom DTYC knapp gegen Severin Gericke (YCaT) und Benedikt Knapp (YCSS) durchsetzen. Wagner hatte zwar mit drei Siegen im Laufe der sechs Wettfahrten eine starke Serie, musste aber auch zwei Ausreißer (26. und 12. Platz) verkraften, so dass die Titelentscheidung bis zur letzten Wettfahrt offen war.

Eine sehr souveräne Serie legte das gemischte 29er-Team mit Lea Voigt/Justus Ernst (Herrschinger SC/DTYC) hin. Nach fünf zweiten Plätzen und zwei Siegen standen sie am Ende der sieben Wettfahrten klar an der Spitze des 15 Boote starken Feldes. Es folgten Florian Steuerer/Moritz Fiebig (Augsburger SC) und Christoph Winkelhausen/Rickmer Lenk (YC Langenargen)

Mit 41 Teams war das Feld bei den 420er-Jollen deutlich stärker besetzt als im Vorjahr. Den Sieg und damit auch den doppelten Meistertitel (Baden-Württemberg und Bayern) holten sich Jonathan Steidle und Leonardo Honold vom BYC Überlingen. Zweite und damit beste Mädchen waren Sophie Steinlein und Oda Hausmann (BYC/VSaW), den dritten Platz belegten Vincent Bahr und Lars Kleinwächter vom YC Berlin-Grünau.

Keinen Titel als Bayerische Meister gab es dagegen bei den Europes. Erstmals seit zehn Jahren waren hier keine Vertreter aus Bayern vertreten. So machten die Baden-Württembergerinnen den Sieg unter sich aus. Viola Loos (Stuttgarter SC) kam nach einem zweiten und einem dritten Platz zum Auftakt mächtig in Fahrt, ließ nur noch Siege folgen und hatte somit die Konkurrenz fest im Griff. Erste Verfolgerin war Ella Spannagel (YC Immenstaad). Auch Tobias Postel (SG Waldsee) musste als bester männlicher Vertreter auf Platz drei die Überlegenheit der Seglerinnen anerkennen.

Deutliche Steigerungen in den Meldezahlen gab es in den beiden Laser-Klassen. Mit drei Rennsiegen gewann Felix Vogt (RC Radolfzell) das Rennen bei den 14 Laser 4.7. Allerdings war Elias Fauser (Konstanzer YC) nach Punkten gleichauf, konnte aber nur einen Sieg in die „Tiebreak“-Entscheidung einbringen. Sebastian Höke (SV Schluchsee) machte als Dritter den kompletten Podiumserfolg der Baden-Württemberger perfekt.

Das sah indes bei den Laser Radial ganz anders aus, wo die Bayern dominierten. Der Allgäuer Julian Hoffmann (SCAI) bewies auch auf dem Starnberger See seine Extraklasse. Das Mitglied der Jugend-Nationalmannschaft segelte in allen Wettfahrten ausschließlich Siege ein. Dieser beeindruckenden Vorstellung konnte auch seine drei Jahre ältere Schwester Christin nicht folgen. Doch mit einer beständig guten Serie – vor allem den beiden zweiten Plätzen zum Abschluss – folgte sie ihrem Bruder auf Platz zwei. Platz drei ging an Katharina Schoch (Stuttgarter SC), die ebenfalls in der Nationalmannschaft segelt.

Star Clippers baut Asien-Programm aus

Bali, Brunei und künftig auch Borneo: Die Reederei Star Clippers nimmt weitere faszinierende Reiseziele in die Fahrpläne auf. Der weltweit größte Anbieter von Segel-Kreuzfahrten veröffentlicht jetzt das neue Programm bis zum Frühjahr 2020. Dazu zählen neben einer größeren Routenvielfalt in Südostasien mit dem Viermaster „Star Clipper“ auch Törns zu den exklusivsten Orten der Karibik: Hier nehmen die „Royal Clipper“, das größte Vollschiff der Welt, und die „Star Flyer“ mit der Kraft des Windes auch Kurs auf die British Virgin Islands oder St. Barts.

In den Sommermonaten setzt Star Clippers auf 16 verschiedenen Routen im Mittelmeer entlang der Amalfiküste, Kroatiens und der Côte d’Azur die Segel. Der weltweit anerkannte Berlitz Guide wählte Star Clippers unter die Top Ten der Boutiqueschiffe, der Conde Nast Traveler empfiehlt aktuell das abwechslungsreiche Asienprogramm der „Star Clipper“.

Mit der Kraft des Windes nach Sabah: Sabahs Hauptstadt Kota Kinabalu ist ein weiteres neues Ziel der „Star Clipper“. Der Viermaster kreuzt im variantenreichen Asienprogramm auf 15 Routen durch Nationalparks, zu Häfen jenseits des Massentourismus auf See, steuert aber auch Metropolen wie Singapur an. Viele Reisen können zu zwei- bis dreiwöchigen Törns kombiniert werden.

Auch in der Karibik meidet Star Clippers die großen Häfen: Ein Barbecue am Strand gehört so bei jeder Segelkreuzfahrt mit der „Royal Clipper“ und „Star Clipper“ zum festen Programm. Neu ist eine dreitägige Schnupperreise mit der „Star Clipper“ im kommenden März: Ab und bis St. Maarten geht es dann nach St. Kitts und St. Barts.

Mit 5.200 Quadratmetern Segelfläche hält der Fünfmaster „Royal Clipper“ den Eintrag im Guinness Buch der Rekorde. Für die Überquerung des Atlantiks von Lissabon bis zum ersten karibischen Hafen auf Barbados sind 17 Tage geplant, mit nur einem kurzen Zwischenstopp auf der Kanareninsel Teneriffa. „Dann folgen zehn Tage auf See, das ist Segel-Kreuzfahrt pur“, so Reeder Mikael Krafft.

Die neuen Mittelmeer-Routen der „Star Flyer“ und „Royal Clipper“ führen in der Sommersaison 2019 nicht nur zu kleinen Häfen, sondern auch zu Top-Veranstaltungen wie dem Formel 1-Rennen in Monaco oder den Filmfestspielen in Cannes. Die Segelreviere gelten als die schönsten Regionen des Mittelmeers: Amalfiküste, Côte d’Azur, Liparische Inseln, Kroatien, Korsika, Sardinien und Griechenlands Inseln. – Weitere Informationen www.starclippers.de

SKWB-Hochseeseglerpreise: Jetzt bewerben!

Gewürdigt werden außergewöhnliche, sowie gut vorbereitete und durchgeführte Hochseesegelreisen. Aber auch Crews und Mannschaften besonderer Reisen in Nord- und Ostsee sowie Jugendreisen werden berücksichtigt. Die Preise sind national ausgeschrieben und nicht nur Bremern oder Schiffen und Crews der SKWB vorbehalten.

Der Preisausschuss setzt sich aus dem Vorsitzenden, dem Segelmeister und dem Vorsitzenden des Schifferrats sowie dem Vorsitzenden des Preisausschusses Hochseeseglerpreise der SKWB zusammen. Die Bewerbung erfolgt formlos über die Homepage oder per E-Mail an [email protected] Weitere Informationen sind hier zu finden oder direkt bei Jan Helms unter 0175 18 678 11 oder [email protected] abrufbar. Bewerbungsschluss ist Montag, 17. September 2018.

Die SKWB bittet um Bewerbungen zu interessanten Reisen, die dem genannten Profil entsprechen. Im Rathaus zu Bremen werden der Goldene Kompass, der Silberne Globus und der Tanja Pokal sowie der Franz-Perlia-Gedächtnispreis der Jugend verliehen.

Im weiteren Verlauf des Abends werden die Ansgarkette, der Schlüsselpreis der Hansestadt Bremen sowie der Rolf-Schmidt Gedächtnispreis vergeben.

Action Cam mit WiFi-Funktion

Minox präsentiert mit der neuen Action Cam ACX 400 den perfekten Begleiter, wenn es um  Freizeitaktivitäten, Extremsport oder pure Action geht. Videos können mit einer Auflösung von bis zu 4K aufgezeichnet werden. Dem hochwertigen 150° Super Weitwinkel-Objektiv entgeht kein Detail. Der 14 MP Sony-Sensor erlaubt auch gestochen scharfe Fotos, wenn die Action eingefroren werden soll. Die ACX 400 verfügt zudem über ein eingebautes WiFi Modul und neueste Technologie zur Bildstabilisierung.

Das Kameramodul mit einem 150° Super-Weitwinkel-Objektiv garantiert dank automatischer Belichtungsregelung und Weißabgleich eine sehr hohe Bildqualität sowie einen hohen Kontrast. Über das integrierte WiFi Modul kann die ACX 400 per App aus der Ferne bedient werden. Somit besteht für den Anwender die Möglichkeit, ein Echtzeitbild der Kamera – z.B. bei der Montage auf einem Helm – auf dem Smartphone-Display zu betrachten.

Und für den Fall, dass weder der Betrieb über ein Smart Device noch direkt über die Kameratasten möglich sein sollte, können über die mitgelieferte „Remote Watch“ – eine Fernbedienung, die am Handgelenk getragen wird – Videoaufnahmen gestartet und Fotos von der Action geschossen werden. Alle Daten sind auf dem eingebauten 2.0“ TFT Monitor abspielbar

Zum Lieferumfang der ACX 400 gehört die Kamera mit festverbautem Display, ein Unterwassergehäuse für bis zu 30 m Tauchtiefe, Lithium-Ionen Akku, Remote-Watch, Halterung mit Schnellwechsel-Platte, 3M Klebepads für die Montage sowie ein USB-Kabel.

Windbeutel II: 20er Jollenkreuzer

Nach einem Boot zum Wasserwandern hatten Ulf Meusel und seine Partnerin Astrid Ahrendt schon lange gesucht. Im August 2015 bekamen sie ein Angebot, dass sie nicht ablehnen konnten. Die Zugvögel segelten gerade ihre Deutsche Meisterschaft in Plön aus. An einem dieser Tage ging Meusel zum Mittwochssegeln. Es war flau. Weder bei den Zugvögeln noch bei der Vereinswettfahrt wurde gesegelt. Die Crews kamen ins Klönen, und jemand interessierte sich für Meusels restaurierte hölzerne H-Jolle von Drewitz. Ob er denn Unterlagen über die Restaurierung habe. Die hatte er, und sie waren auch schnell geholt und ausgeliehen.

Ulf Meusel restaurierte den 20er Jollenkreuzer in 3.000 Arbeitsstunden

Am nächsten Tag wurde Ulf Meusel ins Wohnmobil eingeladen. Man habe drei alte Jollenkreuzer, mit der Restaurierung komme man nicht hinterher und den einen würden sie ihm wohl schenken. Konstrukteur: Reinhard Drewitz. Meusel schlug ein, ohne das Boot gesehen zu haben, das schon seit Jahren trocken an Land stand.

Seit Juni 2018 schwimmt und segelt der Windbeutel II aus der Feder des legendären Berliner Konstrukteurs Drewitz wieder. Bis dahin waren jedoch mehr als 3.000 Arbeitsstunden fällig. Ulf Meusel beschreibt, was das praktisch hieß: „Jeden Tag nach Feierabend drei Stunden länger bleiben, an den Wochenenden arbeiten und fast drei Jahre keinen Urlaub machen.“ Er hatte einen strikten Zeitplan: Bis zum 2. Juni 2018, dem anvisierten Start der Classic Week, sollte das Boot segelklar sein.

Die Windbeutel II wurde 1932 gebaut. Die 86 Jahre sieht man dem 20er Jollenkreuzer nach dem Totalrefit nicht mehr an

Während der Bauzeit wurde diese Veranstaltung zwar um ein Jahr verschoben, aber ihren Zeitplan haben Ulf Meusel und seine Partnerin dennoch eingehalten. Obwohl sie doppelt so viele Stunden brauchten, wie ursprünglich geplant: „Für die H-Jolle habe ich 750 Stunden gebraucht, also habe ich für den 20er einfach 1.500 veranschlagt. Wir haben dann bei 3.000 aufgehört, zu zählen.“ Hilfreich war sicherlich, dass Meusel als Angestellter der Knierim-Werft in Kiel Halle und Werkzeug nutzen konnte.

»Auferstanden aus Ruinen«

Der Bootsbauer hat sein Handwerk auf der Volkswerft Stralsund gelernt. Im Sommer 1990 brach er auf, um die Schlei zu erkunden, nachdem er einen Revierbericht gelesen hatte, und machte auf der Knierim-Werft, die zu dem Zeitpunkt noch in Laboe war, Zwischenstopp. Den damaligen Chef Günter Knierim muss der junge Mann beeindruckt haben. Er bot ihm an, auf dem Rückweg noch einmal vorbeizukommen. Vielleicht habe er bis dahin eine Wohnung für ihn. Seitdem lebt Meusel in Schleswig-Holstein.

Ulf Meusel hat das Schiff liebevoll restauriert und bis ins letzte Detail alles perfekt umgesetzt

Bis zum Probeschlag mit dem restaurierten Windbeutel II im Juni 2018 war Meusel überhaupt noch nie mit einem 20er Jollenkreuzer gesegelt. Dennoch war er sich sicher, das richtige Boot gefunden zu haben. Mit der H-Jolle in den Urlaub zu fahren, das bedeutete, einen Verein zu finden, wo das Boot liegen konnte, und dann im Bus zu schlafen. Nicht schlecht, aber kein Wasserwandern im eigentlichen Sinne. „Urlaub mit der H-Jolle ist hakelig“, beschreibt es Meusel.

Auch die Teilnahme an der Classic Week war mit der H-Jolle „hakelig“: Es musste von jedem Etappenziel jemand zurück an den Ausgangsort fahren, um Bus und Trailer nachzuholen. Mit dem Jollenkreuzer ist die Tour bequemer zu segeln. Außerdem träumen Meusel und Ahrendt von Urlauben in Schweden und Masuren. Doch ganz oben auf der Liste stehen die Boddengewässer. „Dort bin ich seit der Wende nicht mehr gesegelt“, sagt Ulf Meusel.

Das Boot

Länge über alles: 7,73 m
Breite: 2,31
Segelfläche: 20 m²
Konstrukteur: Reinhard Drewitz
Werft: Buchholz (Potsdam)
Baujahr: 1932

Test: Hallberg Rassy 40 MKII und 412

Sie sind gleich lang, aber doch nicht gleich: Mit den beiden Yachten HR 40 Mk II und HR 412 hat die schwedische Edelwerft Hallberg Rassy zwei unterschiedliche Varianten in der Länge um zwölf Meter im Programm – die erste mit Mittel- die zweite mit Achtercockpit. Ansonsten ist die aktuelle Modellpalette der Schweden strikt getrennt: Alles unter 40 Fuß hat ein Achtercockpit, alles über 40 Fuß ein Mittelcockpit. Nur in diesem Fall bietet die Werft die Wahl zwischen zwei Konzepten.

Auswirkungen unter Deck

Die Position des Cockpits wirkt sich auch unter Deck aus. Gemeinsam ist beiden 40 Füßern die für Hallberg Rassy typische sehr gute Holzverarbeitung. Eine weitere Gemeinsamkeit ist das Schiebeluk aus Milchglas, das zwar Licht, jedoch keine Blicke durchlässt. Auf Wunsch bietet Hallberg Rassy im Salon Sessel an. Auf See erfreuen kleine Details wie Schlingerleisten mit eingefrästen Nuten, die zugleich als Griffleisten dienen, und maßgefertigte Türgriffe, die ein Hängenbleiben verhindern.

Mittelcockpit

Die HR 40 Mk II ist vor allem deutlich heller als ihre Vorgängerin. Das liegt zum einen daran, dass an einigen Stellen hell lackierte Flächen an die Stelle des Naturholzes getreten sind. Zum anderen verfügt die Yacht jetzt über größere Fensterflächen. Die Fenster im Aufbau sind größer geworden – und der neuen Designlinie entsprechend eckig. Dazu kommen zwei Rumpffenster im Salon, die nicht nur für mehr Licht, sondern auch für Aussicht im Sitzen sorgen.

Die HR 40 Mk II bietet zwei Kabinen Platz. Im Standardlayout liegt an Backbord neben dem Niedergang die Pantry, an Steuerbord die Navigationsecke. Die Pantry ist U-förmig nach achtern orientiert, seetauglich mit soliden Edelstahlbügel zum Festhalten, auch einklemmen kann man sich gut. Die Stauräume zum Teil mit Lochbrettern und Stäbchen ausgestattet, die dem Geschirr entsprechend verteilt werden können, und mit Kammleisten und Brettchen, die Dosen und ähnliches festhalten können.

Die Nasszelle liegt im Durchgang zwischen Salon und Vorschiff. Das macht die Kabine dort zur Eignerkabine der Wahl. Außerdem verfügt sie über den entscheidenden Tick mehr Stehhöhe und etwas mehr Platz. Aber auch die Achterkabine ist sehr schön. Die Doppelkoje kann an der Backbordseite oder mittig liegen oder auch durch eine dritte Koje an Steuerbord ergänzt werden. Luk und Fenster machen die Achterkabine schön hell und zu einem fast gleichwertigen Logis.

Achtercockpit

Die HR 412 kommt vergleichbar hell und freundlich daher, bietet aber eine größere Bandbreite an Layouts. Die Grundanordnung ist ebenso klassisch wie auf der HR 40 Mk II: An Backbord neben dem Niedergang die Pantry, gegenüber die Navigation. Davor der Salon und das Vorschiff, achtern eine oder zwei Kabinen. Im Unterschied zur HR 40 Mk II hat die HR 412 jedoch standardmäßig zwei Nasszellen. Eine davon ist dem Vorschiff zugeordnet, die andere liegt achtern hinter der Naviecke. Man zielt auf mehr Crew.

Die Pantry ist diesmal U-förmig nach vorn orientiert, in den Salon hinein, auch seetauglich mit Bügeln und Möglichkeiten zum Einklemmen. Der Salon ist schön hell durch die eingefassten Rumpffenster und bietet Platz für sechs bis sieben Personen. Durch die Varianten mit zwei Achterkabinen finden auch bis zu sechs Personen Platz, ohne den Salon belegen zu müssen.


Der Einzeltest der Hallberg Rassy 412


Die größere Rumpfbreite ermöglicht zwei Achterkabinen. Unter dem Cockpit gelegen sind sie kleiner und niedriger als auf der HR 412. Doch durch die achteren Rumpffenster und Luken zum Cockpit hin sind sie immer noch sehr hell und angenehm, nur eben kleiner. Wer nur eine Achterkabine braucht, gewinnt dadurch Platz für eine riesige Backskiste. Die den Achterkabinen zugeordnete Nasszelle hinter der Naviecke ist groß genug für eine durch Glas abgetrennte Dusche – schöner Komfort.

Die Eignerkabine im Vorschiff ist durch die zugeordnete Nass­zelle noch eine Idee attraktiver als die auf der HR 40 Mk II. Hinter der Tür zum Vorschiff verstecken sich an Steuerbord Kleiderschränke, an Backbord die Nasszelle und ganz vorn die Doppelkoje. Stehhöhe und Platz zum Anziehen sind mehr als ausreichend, fast wie in einem Miniapartment. Für eine eigene abgetrennte Dusche reicht der Platz hier nicht, aber dafür gibt es ja auch eine zweite Nasszelle – welch ein Luxus!

 

 

Bundesliga auf der Zielgeraden vor Kiel

In der Kieler Innenförde vor der Reventlouwiese steht das Publikum an der Kaimauer wie in einem modernen Fußballstadion direkt am Geschehen dran. America’s Cupper, die Akteure der Extreme Sailing Series oder Red-Bull-Foiler setzten hier schon ebenso wie die Bundesligisten ihre Manöver direkt zu den Füßen der Zuschauer.

Und eine große Publikumsschar können die Segler auch diesmal wieder erwarten. Denn die Bundesliga ist eingebettet in die Digitale Woche in Kiel, die sich mit einer kleinen Zeltstadt rund um das Segelcamp 24sieben gruppiert. Dazu der SAP Sail Cube sowie der Container von Kraftwerk werden dafür sorgen, dass von Freitag bis Sonntag (14. bis 16. September) ein breites Unterhaltungsprogramm geboten wird. Nach Auskunft von Axel Bauerdorf, Geschäftsbereichsleiter bei Kiel Marketing, dürfen sich die Besucher der Kiellinie über eine durchgängige Moderation freuen. Dazu werden neben dem Live-Erlebnis auch noch die TV-Bilder während der Übertragungszeiten auf dem Großbildschirm des Sail Cube für Erklärung sorgen.

Spannung ist in jedem Fall geboten, denn in der 2. Liga fallen in Kiel bereits die Entscheidungen in der Saison. Wer wird Meister? Wer steigt auf? Und wer muss in die Relegation am Saisonende für den Klassenerhalt? Immerhin der Mühlenberger SC kann für sich schon eine Frage beantworten. Die Hamburger haben den direkten Wiederaufstieg bereits sicher und wollen nun noch die Meisterschaft sichern. Das Team kann mit großem Vorsprung vor der Konkurrenz ganz entspannt agieren.

In der 1. Liga will der Titelverteidiger und aktuelle Tabellenführer vom NRV Hamburg den Weg ebnen für den vierten Titelgewinn in dem noch jungen Ligageschehen. Die Verfolger werden sich wohl eher darauf konzentrieren, sich für die Champions League zu qualifizieren, als dass sie den souveränen Spitzenreiter tatsächlich noch gefährden könnten. Die 1. Liga endet mit dem Finale vom 18. bis 20. Oktober mit dem Heimspiel des NRV auf der Alster in Hamburg.

In Kiel wird das Event organisiert und ausgerichtet von Kiel Marketing in Kooperation mit dem TSV Schilksee.

Die Karibik blüht wieder auf

Die verheerenden Hurrikans der vorigen Saison hatten in der Karibik tiefe Spuren hinterlassen, doch ein Jahr danach haben viele Charterbasen wieder eröffnet. Der Run auf die Balearen im Mittelmeer ist ungebrochen, während sich Segler und Motorbootfahrer um die Preisexplosion in Kroatien sorgen. Der politisch bedingte Bann der türkischen Reviere hat die Talsohle allmählich durchschritten, während auf den griechischen Inseln von der Finanzkrise keine Rede mehr ist. Auf der 57. Interboot in Friedrichshafen (22. bis 30. September 2018) erhalten Besucher in der Rothaushalle A1 bei zahlreichen Charteranbietern und der Törnberatung der Messe echte Insidertipps für die Saison 2018/19.

„Die Karibik ist riesig, und die Folgen der Unwetter waren regional sehr unterschiedlich“, sagt Hartmut Holtmann von der KH+P Charterwelt, „das hat viele Kunden verunsichert, ob und wenn ja, wohin Reisen möglich sind.“ Inzwischen könne er jedoch fast alle Inseln nicht nur anbieten, sondern auch empfehlen. Holtmann hat sich vor Ort persönlich ein Bild gemacht.

Auf der Messe stellen auch die 60 Britischen Jungferninseln aus. „Gäste profitieren von zahlreichen neuen Yachten und können uns problemlos wieder ansteuern“, verspricht Anke Heesen vom BVI-Tourismusbüro. Interboot-Törnberater Michael Amme sieht die British Virgin Islands sogar als Shooting Star des nächsten Jahres, da das stets große Interesse durch die Verwüstungen nicht gestillt werden konnte und die Wassersportler nun umso stärker dorthin drängten.

Wer den Flug über den Atlantik scheue, strebe weiter vornehmlich ins westliche Mittelmeer mit den Balearen als Destination Nummer Eins. „Inzwischen wird der hohe Standard der Charterschiffe aber auch zunehmend in Griechenland geboten“, so Michael Amme. Dort habe die Finanzkrise der Freundlichkeit gegenüber deutschen Urlaubern keinen Abbruch getan.

Der Rückgang im Türkeitourismus scheint indes allmählich überwunden. Das zeigt die aktuelle Entwicklung bei den Badeurlaubern 2018. „Daraufhin hat der weltgrößte Flottenanbieter, Dream Yacht Charter, seine Göcek-Basis wiedereröffnet“, berichtet Aysegül Inceören von Argos Yachtcharter. Außerdem habe der Anbieter in St. Lucia/ Rodney Bay in der Karibik, Placencia in Belize in Mittelamerika und an der spanischen Costa Dorada neue Basen in Betrieb genommen.

Der Boom in Kroatien scheint ungebrochen, auch wenn die Buchungszahlen bereits leicht rückläufig seien, beobachtet Interboot-Törnberater Jürgen Strassburger. Grund: Eine Kostenexplosion in allen Bereichen. „Es fängt bei der Kurtaxe auch für Eignerschiffe an, über die Nationalparkgebühren zum Beispiel im Kornati bis hin zu den beliebten Konobas“, so der erfahrene Motorbootskipper. Denn auch viele Wirte der kleinen Speisegaststätten erhöhen die Preise, ganz abgesehen von den Kosten für Liegeplätze in den Marinas, die „durch die Decke schießen“. In vielen Buchten wurde ein Ankerverbot verhängt, um Chartergäste und andere an die kostenpflichtigen Bojenfelder zu zwingen.

Wer chartern und wettsegeln miteinander verbinden will, bekommt dies von KH+P auf der Interboot-Yachtwoche Mittelmeer im Paket. Auch Einzelbucher können dieses Jahr noch vom 13. bis 20. Oktober anheuern und auf der Spaßregatta neben Elba und Giglio den toskanischen Archipel in Italien kennenlernen.

Die Interboot ist von Samstag, 22. September bis Sonntag, 30. September 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Interboot-Hafen täglich bis 19 Uhr. Die Tageskarte kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.interboot.de, www.facebook.de/interboot und #interboot.

Hochspannung bei den Einheitsklassen vor Flensburg

Mit der Crew um Martin Menzner (Kiel) setzte sich dabei ein Abonnementsieger bei den J/80 durch. Thea Harksen aus Hamburg konnte sich in einem engen deutsch-dänischen Fight in der X/79 behaupten, und bei den Expressen gab es ein rein skandinavisches Siegerpodest.

Mit 22 Booten an der Startlinie wiesen die Expressen bei dieser Flensburger Fördewoche ein starkes Teilnehmerfeld nach. Und die Qualität war extrem hoch. Selbst die Topplatzierten bei der Kieler Woche konnten sich in diesem Feld nicht an der Spitze behaupten. Für den Dänen Jesper Nörbo Sörensen und den Flensburger Jan Brink, bei der Kieler Woche noch auf den Plätzen eins und zwei, reichte es diesmal nur zu Platz vier und fünf. Trotz eines Ausrutschers im letzten rennen konnte sich Svend Törsleff aus Sönderborg gegen die Konkurrenz durchsetzen und sicherte sich Platz eins vor seinem dänischen Landsmann Hans Christian Erbs und dem Schweden Arne Larssen. Die ersten Drei wurden lediglich durch zwei Punkte voneinander getrennt.

Noch enger ging es auf den ersten beiden Plätzen in der X/79 zu. Jeweils 15 Punkte standen am Ende der acht Wettfahrten für Thea Harksen und Niels Bank (Kopenhagen) in der Liste. Harksen konnte sich schließlich trotz eines Frühstarts in der zweiten Wettfahrt durchsetzen. Entscheidend war die bessere Serie an Top-Platzierungen mit drei Siegen und zwei zweiten Plätzen gegenüber Bank (dreimal Platz eins, einmal Platz zwei). Vor der letzten Wettfahrt hatte Bank indes noch in Führung gelegen. Doch während er sich mit einem vierten Platz aus der Serie verabschiedete, konnte die Hamburger Crew zum Abschluss mit einem weiteren Tagessieg überzeugen. Auf Rang drei landete die Berliner Mannschaft um Steuermann Thorsten Seglitz.

Eine neue starke Kraft ging bei den J/80 auf die Bahn. Mit der Erfahrung einer Starboot-Karriere stieg Henning Voigt (Flensburg) in das Geschehen der Gennaker-Kielboot ein, holte sich zudem Olympia-Segler Marc Pickel und 49er-Ass Max Boehme neben Birte Schollmeyer an Bord. Diese Expertise an Bord sorgte für eine starke Serie von ausschließlich Top-Drei-Platzierungen in den acht Rennen. Doch für den Sieg war das nicht gut genug. Martin Menzner, Frank Lichte, Mika Rolfs und Nils Beltermann ließen sich vom starken Auftritt der Neueinsteiger nicht aus der Ruhe bringen, segelten ihrerseits zu vier Siegen, zwei zweiten und einem dritten Platz und konnten damit sogar auf den Start in der letzten Wettfahrt verzichten. Vor allem die überragende Geschwindigkeit unter Gennaker sorgte dafür, dass die Menzner-Crew bei wechselnden Windbedingungen mit einigen Drehern immer wieder im Expresstempo an die Spitze fuhr und sich somit standesgemäß die Siegertrophäe vor Flensburg abholte. Hinter der Voigt-Crew landete Arne Wilcken (Kiel) auf Platz drei.

Geschaut, getestet, gekauft

Die Premiere der ersten BOOT & FUN Inwater in der Marina Havelauen in Werder (Havel) war ein Riesenerfolg. Mehr als 50 Boote an den Stegen und zusätzlich Kajaks, Stand Up Paddlings Boards (SUP) und Kanus auf den Ausstellungsflächen auf der Promenade sorgten bei sommerlichen Temperaturen für beste Stimmung bei Besuchern, Ausstellern und Organisatoren. Vom 7. bis 9. September 2018 hatten tausende Bootsbegeisterte die Premiere der BOOT &  FUN Inwater besucht. Die neue Schau profitierte vom besonderen maritimen Flair der Marina Havelauen in Werder in einem der schönsten Wassersportreviere Deutschlands.

Die neue Inwater Boat Show positioniert sich erfolgreich mit dem Schwerpunkt Boote für Binnengewässer als Pendant zur Hallenmesse BOOT & FUN BERLIN im November. „Unser Konzept Schauen, Testen, Kaufen ging voll auf. Hier werden die Kontakte geknüpft, die nach der Messe und bei der BOOT & FUN Berlin im November zum Kauf führen“, erklärt Daniel Barkowski, Projektleiter beider Bootsmessen. „Boote in ihrer natürlichen Umgebung in einem der schönsten Reviere Deutschlands zu zeigen, ist der Schlüssel zum Erfolg der BOOT & FUN Inwater.“

Viele Aussteller betonten die besondere Qualität des Publikums: Großes fachliches Interesse und konkrete Kaufabsichten trafen bei einem großen Teil der Besucher zusammen. Zahlreiche Aussteller sagten, auch im kommenden Jahr bei der BOOT & FUN Inwater ihre Boote und Dienstleistungen präsentieren zu wollen.

Die BOOT & FUN Inwater 2019 ist als Auftaktveranstaltung zur Messesaison im kommenden Jahr wieder in der Marina Havelauen in Werder (Havel) geplant. Der genaue Termin wird zur BOOT & FUN BERLIN 2018 bekanntgegeben, die vom 29. November bis 2. Dezember 2018 in den Messehallen unterm Funkturm stattfindet.

Aqua marin Boote & Yachten – Catina Burchardi: Die Stimmung war sensationell. Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Selbst am Freitag hatten wir eine Besucheranzahl, mit der wir nicht gerechnet haben und dabei sehr hochwertige Kontakte. Unser Steg war jederzeit voll, und wir haben sehr gut verkauft. Die Promenade vor den Stegen bietet den großen Vorteil, dass Besucher sich einen Überblick verschaffen können. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung.

Bootscenter B1 Aqualine Bootsmanufaktur – Frank Schaper: Wahnsinn. Die Boot & Fun Inwater hat unsere Erwartungen übertroffen. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass diese Messe so einschlägt. Wetter, Stimmung, Leute – alles passte. Wir haben auch verkauft. Für uns waren die Probefahrten eine hervorragende Gelegenheit, unsere Boote zu präsentieren, damit Kunden sich einen wirklichen Eindruck vom Boot verschaffen können. Auch der Zeitpunkt der Messe zum Start der Messesaison ist für uns ideal.

Kielwasser Feine Boote GmbH – Oliver Kulzer: Wir hatten eine ganz tolle Resonanz und viele, viele Kunden. Es waren außergewöhnlich viele Besucher für eine Auftaktveranstaltung vor Ort. Und es war sehr viel „gutes“, also kaufinteressiertes Publikum da. In vielen Kundengesprächen haben wir sehr gute Kontakte geknüpft. Als Aussteller werden wir in Zukunft vor allem die Boot & Fun Inwater belegen. Wir kommen im nächsten Jahr wieder – mit mehr Booten.

Palme Marin GmbH – Dariusz Kasprzyk: Die Boot & Fun Inwater lief für uns sehr gut. Wir waren positiv überrascht von dem sehr interessierten Publikum. Direkt am ersten Tag konnten wir eine Delphia 1200 Fly verkaufen – ein Schiff, das erst zur boot Düsseldorf 2019 Weltpremiere haben wird. Viele fragten, ob man unsere Boote auch chartern kann. So war die Boot & Fun Inwater für uns auch als Vercharterer ein Erfolg.

Segelyachtcharter Berlin – Björn Eismann: Die Boot & Fun Inwater ist grundsätzlich ein sehr gutes Konzept. Etliche meiner Kunden und auch Neukunden sind gekommen, um meine Segelboote der Marke Sunbeam im Wasser zu sehen. So viele konkrete Interessenten habe ich nicht erwartet. Ich freue mich auf die nächste Messe mit einem sehr guten Gefühl.

Suzuki Deutschland GmbH – Nicolaus von Buddenbrock: Die Inwater Boat Show in Werder war eine Supermesse. Klein, aber fein. Vor allem waren die Besucher nicht nur Sehleute, sondern wirklich interessiert.

Seawind 1600: Schnittiger Kat aus Vietnam

Im Jahre 2010 hat die australische Seawind-Werft, die für die Herstellung schneller, vor allem aber hochseetauglicher Katamarane bekannt ist, den Trimaran-Hersteller Corsair übernommen. Seither laufen beide Produktlinien parallel. Gefertigt wird am selben Standort, und zwar in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam, beide Produktlinien sind aber unabhängig voneinander erhalten geblieben und seither um einige Modelle erweitert worden.

Neu bei Seawind ist ein knapp 16 Meter langer Kat, der vom Design­büro Reichel Pugh gezeichnet wurde. Ausgestattet mit Schwertern, die einen variablen Tiefgang zwischen nur 0,54 Metern und beachtlichen 2,60 Metern ermöglichen, macht er deutlich, dass seine Präferenzen auf guten Segel­eigenschaften liegen. Zwar braucht auf Komfort nicht verzichtet zu werden (es gibt ein geräumiges Cockpit, einen großen Salon und ein planes Brückendeck vor dem Mast, auf dem sich Sonnenpolster aufschlagen lassen), aber extra Chillzonen, die zulasten von Gewichtsersparnis gehen, findet man nicht. Nur 13 Tonnen wiegt der schnittige Kat, was zusätzlich für ein flottes Vorankommen spricht.

Technische Daten

Lüa: 15,74 m
LWL: 15,70 m
Breite: 7,90 m
Tiefgang: 0,54 – 2,60 m
Verdrängung: 13 t
Wassertank: 600 l
Treibstofftank: 750 l
Motor: 2 x 57 PS
Groß: 100 m²
Fock: 45 m²
Code 0: 93 m²
Preis: ab 862.750 Euro
Werft: www.seawindcats.com
Händler: www.mittelmannswerft.de

Heizen an Bord

Feuchtkalte Salons bieten nicht nur Schimmel eine Lebensgrundlage, auch das persönliche Wohlbefinden wird durch Tropfsteinhöhlen deutlich geschmälert. Zwei Faktoren bestimmen das Raumklima maßgeblich: Zum einen die Temperatur und zum anderen die Luftfeuchtigkeit. Beides lässt sich durch den Gebrauch von Klimaanlagen, Heizungen und Lüftung beeinflussen. Bei uns in Nordeuropa sind Klimaanlagen temperaturbedingt zwar eine Seltenheit an Bord, Heizungen jedoch finden sich auf vielen mittleren und größeren Booten und machen es möglich, die Segelsaison deutlich zu verlängern. Gerade im Frühjahr und im Herbst, wenn die Temperaturen mitunter im einstelligen Bereich liegen oder gelegentlich sogar unter den Gefrierpunkt sinken, lässt sich durch den Einsatz von Heizungen der Komfort an Bord immens steigern und die Saison verlängern. Auch werden Reisen in die nördlichen Breiten möglich, die sonst kältebedingt eher unattraktiv erscheinen würden. Verschiedene Heizungssysteme, die ihre Energie aus unterschiedlichen Ressourcen beziehen, bieten jeweils Vor- und Nachteile.

Heizleistung

Eine Hauptfrage bei der Auslegung einer Heizungsanlage ist die nach dem Heizleistungsbedarf. Eine Faustformel besagt, dass etwa 120 Watt pro Kubikmeter beheizten Raumvolumens notwendig sind. Je nach Material und Isolierung des Boots variiert dieser Wert nach oben und unten. So kann zum Beispiel ein Boot mit einem Rumpf aus gut isolierendem Sandwichlaminat auch mit 80 Watt pro Kubikmeter gut geheizt werden. Die Dimensionierung der Heizungsanlage sollte wohl überlegt sein. Eine zu schwach ausgelegte Anlage, die permanent auf Maximum arbeitet, ist genauso wenig wünschenswert wie eine Heizungsanlage, die viel zu stark ist und schon in der niedrigsten Stufe das Boot zum Kochen bringt.

Gebläse

Die mit Abstand verbreitetste Form den Innenraum eines Bootes zu beheizen, ist die Gebläseheizung. Diese wiederum wird in zwei Arten unterteilt: Warmluftheizungen und Wasserheizungen. Bei beiden wird einer abgeschirmten Brennkammer Außenluft zugeführt und ein Brennstoff verbrannt, was einen Wärmetauscher erwärmt. Ihnen gemein ist, dass sie eine 12 Volt-Stromversorgung zum Betrieb von Pumpen und Lüftern benötigen. Als Energieträger für die Verbrennung kommt meist Diesel zum Einsatz, aber auch Petroleum und Gas sind möglich. Die Firma Truma, die mit ihren Trumatic E-Heizungen lange Zeit der einzige Hersteller von an Bord zugelassenen Gasheizungen war, hat die Produktion jedoch inzwischen aus betriebswirtschaftlichen Gründen eingestellt. Allerdings werden im Internet noch immer Trumatic-Heizungen für den Bordeinsatz angeboten. Wie die Flüssiggasanlage zum Kochen, muss eine Gaszheizung alle zwei Jahre durch einen autorisierten Fachmann geprüft werden.

Gebläseheizungen werden elektronisch geregelt und sind, da mit Abgasleitungen nach außen ausgerüstet, sehr sicher. Hinzu kommt, dass sich Diesel als Brennstoff meist in ausreichender Menge an Bord befindet und zudem in der Handhabung recht sicher ist. Der Betrieb ist auch unter rauen Bedingen auf See möglich, da diese Heizungen selbst bei starker Krängung ihren Dienst verrichten. Ein großer Pluspunkt dieser Heizungen ist, dass ihre Brennräume zum Innenraum des Bootes gekapselt sind. So können keine toxischen Verbrennungsabgase inhaliert werden und dem Segler schaden. Die Geräte lassen sich meist in mehren Modi betreiben. So kann die Heizung zum Beispiel bei etwas erhöhtem Kraftstoffverbrauch schneller auf Temperatur kommen oder ohne Brenner-Betrieb als Lüftung genutzt werden. Auch lassen sich die modernen Heizungen per App auf Smartphone oder Smartwatch steuern. So kann das Boot bereits aus der Hafenkneipe heraus für die spätere Rückkehr an Bord vorgewärmt werden.

Luft

So funktioniert eine Dieselwarmluftheizung

Bei der beliebten Warmluftheizung wird das Medium Luft entweder von außen oder aus dem Innenraum an dem Wärmetauscher entlang geführt und nimmt die Wärmeenergie der Verbrennung auf. Ein elektrisch betriebenes Gebläse sorgt einerseits dafür, dass weiter frische Luft angesaugt und andererseits die warme Luft über Schlauchleitungen an ihren Zielort transportiert wird. Die Schlauchleitungen haben einen recht großen Durchmesser zwischen 60 und 100 Millimetern. Oft sind diese Schläuche nicht isoliert, was einen Energieverlust zur Folge hat, da die Wärme an Backskisten und Schränke durch die die Schlauchleitungen verlaufen abgegeben und somit zum Teil verschwendet wird. Wer seine Heizung häufig nutzt oder vielleicht sogar an Bord lebt, sollte daher darüber nachdenken, die Warmluftschläuche zu isolieren, um den Kraftstoffverbrauch zu senken. Die Temperatur wird zentral an der Bedieneinheit im Salon eingestellt und durch einen Thermostaten geregelt. In den zu beheizenden Kabinen dienen Klappen auf den Warmluftaustritten dazu, den Warmluftstrom zu regulieren. Die einzelnen Austritte beeinflussen sich jedoch. Wird in einer Kabine der Austritt geschlossen beziehungsweise der Querschnitt verkleinert, verändert sich auch in den anderen Kabinen der Luftstrom. Aus diesem Grund sind Warmluftheizungen für Boote mit mehr als drei beheizten Räumen nicht zu empfehlen. Je nach Ausführung der Heizung kann zwischen Umluft- und Außenluftbetrieb gewechselt werden. Beim Umluftbetrieb wird die Innenraumluft angesaugt und erwärmt. So wird weit weniger Energie, sprich Brennstoff, benötigt, um eine konstante Raumtemperatur zu halten, da die kalte Außenluft nicht erwärmt werden muss. Allerdings kann Feuchtigkeit so kaum aus dem Boot geschafft werden. Beim Betrieb mit Außenluft wird die kalte, trocknere Außenluft, die weniger Feuchtigkeit als die Luft aus dem Inneren enthält, angesaugt und erwärmt. So kann das Bootsinnere gut entfeuchtet werden. Eine Warmluftheizung wärmt einen Raum sehr schnell. Der Raum kühlt jedoch auch schnell wieder ab, wenn das Aggregat abschaltet. So besitzen Heizungen dieser Bauart relativ große Auf-und-ab-Bewegungen in der Temperaturkurve. Hersteller von Warmluftheizungen sind Eberspärcher (Modellreihe Airtronic), Wallas (Modellreihe Dt und t), Webasto (Modellreihe Air Top), Komp (Modellreihe Aeroheat) und Planar.

Luftauslässe

Da Wärme nach oben steigt, sollten die Luftauslässe möglichst in Bodennähe angebracht werden, um eine Luftzirkulation im Schiff zu erreichen und die Wärme gleichmäßig zu verteilen. Die Anzahl an Auslässen ist allerdings beschränkt und jeder Luftaustritt sollte begründet werden. Sind zu viele Lüftungsgitter im Schiff verteilt, kann es sein, dass nur noch ein laues Lüftchen austritt. Das Volumen der angesaugten Luft reicht schlicht nicht mehr aus. In der Folge heizt das Aggregat zwar weiter, aber die Wärme kann nicht mehr ins Schiff abgeführt werden. Im schlimmsten Fall überhitzt die Heizung und schaltet sich ab bis, sie wieder runtergekühlt ist. Je nach Größe der Heizung und Aussage des Herstellers variiert die mögliche Anzahl der Auslässe. Bei einer Leistung bis 2.000 Watt sollten nicht mehr als drei Auslässe vorhanden sein. Soll die Effizienz gesteigert werden, können auch doppelwandige Warmluftschläuche verwendet werden. Einwandige Schläuche geben über ihre Oberfläche bereits Wärme in die Backskiste ab. Durch die gute Isolation eines doppelwandigen Schlauchs geht die Wärme unterwegs nicht verloren. Ebenfalls ist es wichtig, keine zu engen Schlauchradien zu den Auslässen zu legen, sonst kommt die Luft nicht um „die Ecke“, und die Wärme staut sich am Knick. Es droht die Überhitzung der Heizung.

Platzwahl

Die Heizung sollte am besten nach achtern in die Backskiste verbannt werden. Lüftergeräusch und Pumpe sind dann kaum zu hören. Alternativ kann sie auch im Motorraum montiert werden. Dann sollte die Frischluftansaugung aber unbedingt von außen kommen.

Wasser

Wasserheizungen arbeiten nach einem ähnlichen Grundprinzip. In einer gekapselten Brennkammer wird durch Verbrennung Wärme erzeugt und anschließend im Schiff verteilt. Das Medium, welches die Wärmeenergie an den Zielort transportiert, ist jedoch anstatt Luft Wasser. Wie bei der heimischen Heizungsanlage wird das erwärmte Wasser durch Rohrleitungen in die zu erwärmenden Kabinen bewegt. Hierfür bedarf es einer auf 12 Volt Basis betriebenen Umwälzpumpe im System.

Wasserheizung von Eberspächer

In den Kabinen angekommen, durchläuft das warme Wasser Heizkörper, die die sie umgebende Raumluft erwärmen. Ein großer Vorteil der Wasserheizung ist, dass jeder Heizkörper und damit jeder Raum mittels eines thermostatischen Regelventils einzeln reguliert werden kann, ohne die anderen Heizkörper im System zu beeinflussen. Außerdem ist Wasser ein weit besserer Wärmespeicher als Luft, was für eine konstantere Temperatur sorgt. Jedoch benötigen Wasserheizungen mehr Zeit, um auf die gewünschte Temperatur zu kommen. Für größere Boote mit mehreren zu beheizenden Kabinen bietet sich eine Wasserheizung also an. Die Installation ist jedoch deutlich aufwendiger als die einer Warmluftheizung, was das Nachrüsten oft schwierig macht. Die Anlage ist im Vergleich insgesamt teurer. Die Wärme einer Wasserheizung, wie sie von Herstellern wie Webasto und Eberspärcher angeboten werden, wird gemeinhin als angenehmer empfunden als die einer Warmluftheizung, bei der durch die Gebläse auch immer etwas Staub im Raum umhergewirbelt wird. Ein weiterer Vorteil einer Wasserheizung ist, dass sie in Kombination mit einem Boiler auch das Brauchwasser erwärmen kann. Des Weiteren kann sie an den Kühlwasserkreislauf der Maschine angeschlossen werden. Bei Fahrt unter Maschine erwärmt die sonst verlorene Abwärme des Motors das Heizungswasser und umgekehrt kann mit der Wasserheizung das Kühlwasser der Maschine vor dem Anlassen vorgewärmt werden, was die thermische Beanspruchung des Motors reduziert.

Die Exoten

Schaut man in die Salons älterer Fahrtenyachten oder in die Sortimente von Ausrüstern wie Toplicht, stößt man auf Heizungen, die im Vergleich wie aus einer anderen Zeit erscheinen. Dieselbetriebene Schalenbrenner-Öfen wie der Dickinson Newport besitzen einen höher liegenden Tank und speisen den Brenner durch die Schwerkraft mit Brennstoff, weswegen auf eine Förderpumpe verzichtet werden kann. Diese Heizungen arbeiten sehr zuverlässig, sind vergleichsweise leise, vertragen aber keine großen Krängungen, weswegen sie eher im Hafen zum Einsatz kommen.

Die berühmten Refleks-Öfen gibt es in zahlreichen Auführungen von 1,4 bis sieben Kilowatt Leistung. Zusätzlich mit Kupferheizspiralen und einer Umwälzpumpe ausgestattet, können sie auch als Wasserheizung dienen und Heizkörper im ganzen Schiff erwärmen. Außerdem kann auf der Herdplatte auf der Oberseite des Ofens gekocht werden.

Öfen wie der Taylors 079K, der eine Heizleistung von 2,1 Kilowatt bei einem Petroleumverbrauch von etwa 0,19 Liter pro Stunde besitzt, arbeiten mit einem Petroleum-Vergasungsbrenner mit Spiritusvorheizung und werden aus einem Drucktank mit Brennstoff gespeist. So sind sie weitestgehend krängungsunabhängig und können auch auf See eingesetzt werden.

Eine weitere Variante sind Öfen, die Feststoffe wie Holz, Kohle oder Spänebriketts verbrennen. Oft mit Sichtfenstern versehen, sorgen sie zusätzlich zur Wärme auch für gemütliches Licht im Salon. Jedoch erzeugt die Asche, die beim Verbrennen anfällt, für nicht unerheblichen Staub an Bord.

Alle diese Öfen werden üblicherweise im Salon stehend oder hängend installiert. Ein Kaminrohr befördert die Verbrennungsgase nach außen und muss, um die nötige Sogwirkung zu erzeugen mindestens 2,50 Meter lang sein. Die Verbrennungsluft beziehen sie aus dem Bootsinneren. Dies birgt bei unzureichender Belüftung die Gefahr, dass der Sauerstoff des Innenraums langsam aufgebraucht wird. Daher muss bei allen Heizungen, die ihre Verbrennungsluft aus dem Inneren des Bootes beziehen, darauf geachtet werden, dass genug Frischluft nach Innen gelangen kann.

Die Mobilen

Tragbare, elektrisch betriebene Heizlüfter sind mit rund 50 Euro sehr günstig in der Anschaffung und bieten eine gute Ergänzung zur festen Heizung an Bord. Eine 230 Volt Landstromversorgung vorausgesetzt, sind sie in der Lage, einzelne Kabinen oder den Salon schnell auf eine angenehme Grundtemperatur zu erwärmen. So können sie auch als ‚Anwärm-Heizung’ verwendet werden, bis die fest installierte Heizung ihre Betriebstemperatur erreicht hat. Auf kleinen Booten sind sie hingegen oft die einzige Chance, effektiv und sicher zu heizen.

Aus Sicherheitsgründen sind moderne Keramik-Heizer den Heizlüftern mit Heizspirale vorzuziehen. Die eingebaute Keramikkachel wird auf Temperaturen erwärmt, die unter den Temperaturen liegen, die nötig sind, um Stoffe zu entzünden, die versehentlich in die Nähe des Heizers kommen. Da mobil und damit an Bord der Gefahr des Umfallens ausgesetzt, müssen elektrische Heizer grundsätzlich über eine Kippsicherung verfügen, die sie ausschaltet, sobald eine bestimmte Neigung überschritten wird. Da Steganlagen oft nur über eine sechs Ampere Absicherung verfügen, sollten Heizer für den Bordgebrauch darunter liegen. Empfehlenswert ist außerdem ein Stromsparmodus, bei dem der Lüfter in der Regel unter zwei Ampere Stromaufnahme und um die 400 Watt Leistung liegt. Eine Alternative zum Keramik-Heizer ist der mobile Ölradiator. Preislich liegt er wie die Keramik-Kachel bei circa 50 Euro und liefert eine angenehme trockene Wärme. Ein großer Vorteil gegenüber dem Keramik-Heizer: Er arbeitet vollkommen lautlos. Die meisten Ölradiatoren besitzen drei Leistungsstufen von circa 600 bis circa 2000 Watt. Mobile Gasheizungen sind unter Deck tabu. Zu groß ist die Gefahr, durch Umfallen einen Brand zu verursachen, da sie über keine Abschaltautomatik verfügen.

Fazit

Es hat Gründe, warum heutzutage fast nur noch Diesel-Warmluftheizungen an Bord verbaut werden. Sie sind effektiv, sicher, die Installation ist nicht allzu aufwendig, der Brennstoff steht meist an Bord zur Verfügung, und die Preise halten sich im Rahmen. Für große Boote, mit mehr als drei zu beheizenden Räumen oder Booten, die oft in sehr kalten Regionen genutzt werden, macht auch eine teurere und in der Installation umfangreichere Wasserheizung Sinn. Auf Kleinkreuzern, bei denen meist nur im Hafen geheizt wird, leisten Keramik-Heizer oder Ölradiatoren gute Dienste.