Archiv der Kategorie: sail24.com

PLB – Retter in der Not

Die Vorstellung, das eigene Boot unter vollen Segeln und unter Autopilot von sich wegsegeln zu sehen, gehört zu den Albträumen des Seglers. War in der Vergangenheit in solch einer Situation alles verloren, besteht heute die Möglichkeit auf Rettung. Denn Notsender sind so klein geworden, dass sie in die Jackentasche oder gar in die Rettungsweste integriert werden können. Gerade die kleinen Personal Locator Beacons (PLB) scheinen die umgehende Rettung zu versprechen, da sie das Notsignal mit der genauen Position über ein Satellitennetzwerk senden und sich daher mitten im Nirgendwo Hilfe rufen lässt. Doch ganz so narrensicher scheinen die kleinen Wundergeräte nicht zu sein, denn wer nach dem Kauf den Sender bei der zuständigen Bundesnetzagentur registrieren lassen möchte, bekommt folgende Auskunft:

„Personenbezogene COSPAS-SARSAT Satelliten­funkbaken (Personal Locator Beacons, sogenannte PLBs) auf der Frequenz 406 MHz werden nicht mit einer MMSI konfiguriert. Sie können in der Bundesrepublik Deutschland nicht registriert werden. Notfall­alarmierungen durch PLBs sind in der bestehenden Rettungskette innerhalb der  Bundesrepublik Deutschland nicht vorgesehen. Bei PLBs, die von einer ausländischen Verwaltung registriert wurden, ist nicht sichergestellt, dass die zuständige Rettungsleitstelle bei einer Notfallalarmierung informiert wird.“

PLB anmelden

Da PLBs prinzipiell registriert werden müssen, ließe sich für Deutschland sagen, dass sie nicht erlaubt sind. Doch ganz so dramatisch ist die Situation nicht. Ein PLB entspricht von der Technik her den gebräuchlichen EPIRBs (Emergency position-Indicating radiobeacon station) und werden innerhalb des COSPAS-SARSAT-Systems vorerst nicht unterschieden. Beide senden auf 406 Megahertz einen Notruf, der durch Satelliten im Orbit empfangen und an die Rettungsstellen geleitet wird. Erst zurück am Boden beginnt es unter Umständen kompliziert zu werden. Denn während die EPIRB auf ein Schiff zugelassen ist, wird der PLB auf eine Person registriert. Die EPIRB sendet dieselbe MMSI wie das Schiff, und kann daher am Boden gleich zugewiesen werden. Aus der internationalen Datenbank lässt sich erkennen, ob es sich um eine Yacht, einen Tanker oder Kreuzfahrer handelt und wie viele Personen sich maximal an Bord befinden. Für die einleitenden Rettungsmaßnahmen sind es wichtige Informationen. Drängt sich jetzt der Notruf eines PLBs dazwischen, wird er zwar ebenso behandelt, geht aber Umwege. Da der Notsender in Deutschland nicht personenbezogen registriert werden kann, muss auf einen Staat ausgewichen werden, in dem das üblich ist: England. Dort wird der Sender bei der Maritime and Coastguard Agency (MCA) eingetragen. Angeblich soll die englische Behörde darüber gar nicht so glücklich sein.

Die Rettungskette beimcAuslösen eines PLBs entspricht dem Ablauf einer EPIRB. Der Notsender empfängt seine unmittelbare Position mithilfe des GPS. Die Position und weitere Informationen schickt der Sender auf 406 Megahertz mit einer Sendeleistung von fünf Watt an die Satelliten des Cospas-Sarsat-Systems.
Die fünf geostationären oder polumlaufenden Satelliten leiten den Notruf an eine von 74 Bodenstationen weiter. Anhand der übermittelten Position und Daten wird die zuständige Rettungsgesellschaft alarmiert, die SAR-Einheiten losschickt

Wird der Alarm solch einer PLB empfangen, wird er zuerst an das MRCC Falmouth weitergeleitet und dort bearbeitet. Aus der Datenbank wird dann ein deutscher Kontakt ausgelesen und MRCC Falmouth wendet sich um Unterstützung an das MRCC Bremen. Sollte die Position innerhalb des deutschen SAR-Gebietes liegen, übernimmt Bremen die weitere Koordination. Falls die Position außerhalb liegt, unterstützen die deutschen Seenotretter die Operation weiterhin. Soweit jedenfalls die Theorie. Nach Aussage der DGzRS verfügt die Seenotleitstelle in Bremen allerdings noch über keine praktischen Erfahrungen mit PLBs. Ebenso wie die Bundesnetzagentur lautet die Aussage der Seenotretter ebenfalls, dass PLBs kein Bestandteil der offiziellen Rettungskette sind. Solch eine Rettungskette ist vertraglich festgehalten. Dass PLBs nicht dazugehören, liegt schlicht darin begründet, dass sie im Vertrag (noch) nicht auftauchen. „Ist eine Alarmierungsmöglichkeit nicht Bestandteil einer offiziellen Rettungskette, gibt es keine Garantie für Sie, dass die Alarmierung Rettungsleitstellen erreicht“, lautet die Auskunft der DGzRS. Im Fall der PLBs ist eine Eintragung in der englischen Datenbank und die daraus resultierende Weiterleitung von England nach Deutschland der Schwachpunkt, der eine Rettungsmaßnahme eventuell verspätet anlaufen lässt. Allerdings führt sie nicht dazu, dass nichts unternommen wird.

PLB oder EPIRB

Da sich PLBs von EBIRBs nur in der Größe unterscheiden, ist es übrigens möglich, den PLB mit der schiffseigenen MMSI als EPIRB zu registrieren. So kann er in der Weste oder Tasche getragen werden und ausgelöst werden, falls das eigene Schiff ohne Skipper weiterfährt. Allerdings nur das eigene Schiff. Wer solch einen registrierten PLB mit auf ein anderes Schiff nimmt, kann die Rettungsmaßnahmen verzögern oder gar verhindern.

PLB oder AIS

Der größte Nachteil von PLBs beziehungsweise EPIRBS liegt in der fehlenden Empfangsmöglichkeit auf anderen Schiffen. Ein Containerschiff, das in zwei oder drei Meilen an einer Rettungsinsel mit ausgelöster EPIRB vorbei fährt, hat keine Möglichkeit das Notsignal zu empfangen und fährt womöglich vorbei, ohne Hilfe zu leisten. Zwar greift auch hier das internationale Notrufsystem, denn das Containerschiff würde früher oder später durch die zuständigen Seenotretter benachrichtigt werden, doch es vergehen wertvolle Minuten oder gar Stunden bis das geschieht.

Seit einigen Jahren sind AIS-SARTS sehr populär geworden. Sie senden im Notfall über die UKW-Frequenzen des AIS die Position und eine auf das Gerät registrierte MMSI aus. Im Gegensatz zu einer schiffsbezogenen MMSI beginnt die des AIS-SART nicht mit einer Länderkennung (beispielsweise 211 für Deutschland), sondern mit einer Gerätekennung. In diesem Fall ist es die 97. Ein AIS-Empfänger und Plotter erkennt anhand dieser Gerätekennung, dass es sich um einen AIS-SART handelt, und stellt diesen auf dem Display entsprechend anders dar und löst zudem einen Alarm aus. Wer solch einen Alarm empfängt, sollte ihn über Kanal 16 an Bremen Rescue weitergeben und in Kontakt bleiben, falls die Position in der Nähe liegt. Bei einem Test in Zusammenarbeit mit der DGzRS vor Warnemünde im Jahr 2012 gingen die AIS-Alarme, die wir in Absprache auslösten, alle in Bremen ein.

Da die MMSI bereits in das Gerät einprogrammiert ist, muss ein AIS-SART nicht extra registriert werden, sondern kann sofort genutzt werden. Im Gegensatz zu PLBs verfügen einige Geräte über eine automatische Auslösung. Beispielsweise durch das Aufblasen der Rettungsweste, die eine Reißleine aus dem Gerät zieht. Weatherdock hat sich durch die Auslösung bei Rettungswesten inspirieren lassen und einen kleinen Automaten mit Zellulosetablette in den easy one eingebaut, die sich bei Wasserkontakt auflöst und das Gerät auslöst.

PLB mit AIS

Die Einsatzmöglichkeiten von PLBs und AIS-SARTs sind klar definiert und unterscheiden sich von ihrer Funktionsweise stark. Das birgt einige Nachteile, denn ein PLB kann beispielsweise von Bord aus nicht lokalisiert werden. Im Gegensatz dazu sendet ein AIS-SART kein Notsignal über das Satelliten-System. Ein Gerät, das beide Systeme vereint, steht auf der Wunschliste vieler Segler ganz oben. Der Wunsch könnte wahr werden. Die Firma FT-Tec aus Österreich stellte mit dem SA16+ den ersten PLB/AIS-Notsender vor. Bisher ist das Gerät allerdings nicht erhältlich. Auf wiederholte Anfragen unsererseits bezüglich weiterer Informationen reagierte das Unternehmen bis Redaktionsschluss nicht. Einen Einführungspreis konnten wir daher nicht in Erfahrung bringen. Auch zieht sich die Zulassung jetzt bereits seit mehreren Jahren hin.

Wird der SA16+ ausgelöst, sendet er einen Alarm über die AIS-Frequenzen aus, der laut Herstellerangabe circa zehn Seemeilen weit reichen soll. Parallel zu dem AIS-Signal sendet das PLB-Modul auf 406 Megahertz ein Notsignal an das COSPAS-SARSAT Satellitensystem, um die weltweite Rettungskette in Gang zu setzen.

 

PLB-Modelle

OceanSignal PLB1

Preis: 299 Euro
GPS-Kanäle:  66
Frequenzen: 406 Mhz, 121,5 Mhz (Homing)
Sendeleistung: 5 Watt (406 Mhz),
50 mW (121,5 Mhz)
Wasserdicht: 15 Meter
Betriebszeit: Mindestens 24 Stunden bei -20 Grad Celsius
Gewicht: 116 Gramm
Batteriewechsel: nach 7 Jahren
Aktivierung: manuell
Abmessung: 77x51x33 mm
Schwimmfähig: Nur mit Schwimmtasche

ACR Aqualink

Preis: 449 Euro
GPS-Kanäle: k.A.
Frequenzen: 406 Mhz, 121,5 Mhz (Homing)
Sendeleistung: 6,3 Watt (406 Mhz), 50 mW (121,5 Mhz)
Wasserdicht: 5 Meter, max. 10 Meter
Betriebszeit: Mindestens 24 Stunden bei -20 Grad Celsius
Gewicht: 257 Gramm
Batteriewechsel: nach 6 Jahren,
11 Jahre lagerbar
Aktivierung: manuell
Abmessung: 592x148x37 mm
Schwimmfähig: ja

ACR Aqualink View

Preis: 639 Euro
GPS-Kanäle: k.A.
Frequenzen: 406 Mhz, 121,5 Mhz (Homing)
Sendeleistung: 6,3 Watt (406 Mhz),
50 mW (121,5 Mhz)
Wasserdicht: 5 Meter
Betriebszeit: Mindestens 24 Stunden  bei -20 Grad Celsius
Gewicht: 261 Gramm
Batteriewechsel: nach 6 Jahren,11 Jahre lagerbar
Aktivierung: manuell
Abmessung: 58x149x37mm
Schwimmfähig: ja
Besonderheit: Display mit Selbsttest

ACR ResQlink

Preis: 299 Euro
GPS-Kanäle: 66
Frequenzen: 406 Mhz, 121,5 Mhz (Homing)
Sendeleistung: 5 Watt (406 Mhz),
50 mW (121,5 Mhz)
Wasserdicht: 5 Meter, max. 10 Meter
Betriebszeit: Mindestens 30 Stunden  bei -20 Grad Celsius
Gewicht: 130 Gramm
Batteriewechsel: nach 5 Jahren
Aktivierung: manuell
Abmessung: 3x48x99 m
Schwimmfähig: Nein, Modell ResQlinkPlus ja

McMurdo Fastfind 220

Preis: 329 Euro
GPS-Kanäle: 50
Frequenzen: 406 Mhz, 121,5 Mhz (Homing)
Sendeleistung: 5 Watt (406 Mhz), 50 mW (121,5 Mhz)
Wasserdicht: 5 Meter
Betriebszeit: Mindestens 24 Stunden  bei -20 Grad Celsius
Gewicht: 150 Gramm
Batteriewechsel: nach 6 Jahren
Aktivierung: manuell
Abmessung: 34x47x106 mm
Schwimmfähig: Nur mit Schwimmhülle
Besonderheit: LED SOS-Morselicht,  Selbsttes

Kannad Safelink Solo PLB

Preis: 329 Euro
GPS-Kanäle: 50
Frequenzen: 406 Mhz, 121,5 Mhz (Homing)
Sendeleistung: 5 Watt (406 Mhz), 50 mW (121,5 Mhz)
Wasserdicht: 10 Meter
Betriebszeit: Mindestens 24 Stunden
Gewicht: 150 Gramm
Batteriewechsel: nach 5 Jahren
Aktivierung: manuell
Abmessung: 57,2×149,4×37,8mm
Schwimmfähig: ja
Besonderheit: LED SOS-Morselicht,  Selbsttest

 

NRV stellt Bundesliga-Konkurrenz in den Schatten

In der 2. Segel-Bundesliga schaffte der Mühlenberger Segel-Club vor dem letzten Event (im September in Kiel) bereits den Wiederaufstieg und siegte in der Hauptstadt vor der SV 03 aus Berlin und dem Schlei SC.

Der Wannsee stellte am vierten Spieltag der Deutschen Segel-Bundesliga seine eigenen Gesetze eindrucksvoll unter Beweis. Die 36 Clubs kämpften an drei Tagen mit drehenden Winden, Sonne, Regen, anspruchsvollen und schwierigen Bedingungen wie sie in Deutschland einmalig sind.

Nach 48 Rennen in beiden Ligen standen zum zweiten Mal in Folge Vereine aus Hamburg ganz oben auf dem Podest, doch die Entscheidung fielen erst in den letzten Rennen. Der NRV aus Hamburg und der Mühlenberger SC verteidigten mit ihren Eventsiegen ihre Plätze an den Tabellenspitzen – die Konkurrenz zieht schon jetzt den Hut. „Es ist beeindruckend, wie stark der NRV ist und sich ohne große Besonderheiten an der Spitze hält. Da steht der Meisterschaft nichts mehr im Weg“, kommentierte Dennis Mehlig vom Württembergischen YC die Vorstellung der Hamburger. Nach Platz vier in Berlin hat der WYC als Tabellenzweiter bereits acht Punkte Rückstand auf den NRV. Mehlig ergänzte: „Unser Ziel war e,s wieder vorne mitzufahren, und somit sind wir super happy mit unserem Ergebnis. Das Gesamtranking hat das Event hier in Berlin stark durcheinandergewürfelt und wir geben alles in Kiel und Hamburg, um oben bleiben zu können.“

Überraschend stark zeigte sich in Berlin der Düsseldorfer YC. Die Nordrhein-Westfalen hatten im bisherigen Saisonverlauf noch gar nicht in den Wettbewerb gefunden und kämpften in der untersten Tabellenregion um Punkte. Jetzt führten sie das Event von Berlin gar bis zum letzten Rennen an und mussten sich erst im finalen lauf dem NRV aus Hamburg geschlagen geben. Durch den zweiten Platz von Berlin sprangen die Düsseldorfer aber auf den zwölften Platz in das Mittelfeld der Liga und haben zur Abstiegszone bereits einen Abstand von sechs Punkten.

Noch eindrucksvoller als der NRV die 1. Liga dominiert der MSC die 2. Liga und steht bereits als Aufsteiger fest.

Vor dem letzten Event für die 18 Clubs der 2. Bundesliga steht der MSC schon als erster Aufsteiger in die 1. Bundesliga fest. Daran könnte auch ein letzter Platz beim Zweitligafinale in Kiel nichts ändern. Ebenfalls bestens positioniert für einen der vier Aufstiegsplätze sind der Schlei SC und die SV 1903 auf den Plätzen zwei und drei des Saisonrankings. In Berlin kamen die beiden Clubs ebenfalls auf das Podiuem.

Nik Aaron Willim war bei den Schleswiger das erste Mal als Steuermann in der Bundesliga dabei und zeigte sich zufrieden: „Es lief besser, als wir uns das gedacht haben. Wir hatten uns einen Top-10-Platz vorgenommen und sind Dritte geworden – das ist grandios! Vor dem Finale in Kiel haben wir ein gutes Polster Vorsprung, somit müsste schon alles schiefgehen, damit wir nicht in die 1. Liga aufsteigen“, so Willim.

Für fünf Clubs der 1. Liga, den NRV Hamburg, den DTYC aus Tutzing, den SMC Überlingen, den WV Hemelingen und die SKW Bremen, war Berlin die Generalprobe für das Finale der Sailing Champions League, das von Donnerstag bis Sonntag (30. August bis 2. September) in St. Moritz stattfindet.

Boote, Bühnen und Boote bauen

Von der Jolle übers Dickschiff, vom Sportschlaucher bis zur Motoryacht – Bootfans werden auf der neuen Wassersportveranstaltung in Hamburg (17. bis 21. September) fündig. Die Hamburg Boat Show wird als einzige Wassersportmesse in Deutschland von einem Branchenverband, dem Deutschen Boots- und Schiffbauerverband (DBSV), veranstaltet. Die Wassersportmesse von der Branche für die Branche wird ermöglicht durch den DBSV, die Messe Friedrichshafen und die Hamburg Messe und Congress.

Neben den Exponaten präsentieren die Aussteller auf drei Bühnen zahlreiches Fachwissen für Bootsbesitzer.  In Halle B5 das Forum „Refit for you“ Informationen rund um die Themen Bootsrestaurierung und -aufwertung liefert. In Halle B6 dreht im „Segel- und Reise Info-Center“ alles um den Urlaub auf dem Wasser und den Sport am Wind. Erfahrungsberichte, Trendthemen wie Foiling und nützliche Tipps auf dem Wasser unter gehisstem Segel machen Lust auf mehr. Für alle, die dann noch immer Wissensdurst verspüren, hält das Forum „Know how for you“ in Halle B7 Hilfreiches, Interessantes und Nützliches rund ums schwimmende Gefährt bereit. Von der Segelreparatur, über Elektroboot-Themen bis hin zur Pflege der Motoryacht – Bootsfahrer können hier zahlreiche praktische Ideen mit nach Hause nehmen.

Ohne Theorie keine Praxis: Der Hamburg Boat Show Campus bietet zahlreiche Workshops und Seminare für Wassersportprofis von Wassersportprofis, in denen Experten wie Peter G. Boot, ehemaliges Mitglied der Royal Marine, ihr Wissen weitergeben und Segler sowie Motorbootfahrer ihre Kenntnisse vertiefen können, um Sicherheit und Routine auf dem Wasser zu erlangen. Die Vorträge behandeln unter anderem Themen wie Radar und Plotter und bieten die Möglichkeit, das Gelernte interaktiv anzuwenden und Erfahrungen auszutauschen. Im UKW-Funkauffrischungsseminar üben die Teilnehmer beispielsweise mithilfe von original UKW-Funkgeräten typische Szenarien aus der Praxis, um auf See nicht ins kalte Wasser geworfen zu werden. Das gesamte Programm und die Anmeldung gibt es unter www.hamburg-boat-show.de.

Wer für seinen nächsten Segel- oder Motorboottörn noch Inspiration oder Unterstützung bei der individuellen Planung benötigt, sollte einen Abstecher zur Charter- und Törnberatung machen. In kostenfreien und unabhängigen Gesprächen stehen die Wassersportexperten Michael Amme und Jürgen Straßburger mit ihren jahrelangen Erfahrungen Rede und Antwort. Ob Balearen, Griechenland, Côte d‘Azur, Türkei oder Kapverdische Inseln – zu beinahe jedem Revier haben die Fachmänner Hintergrundwissen und nützliche Tipps parat. Reservierungen für die informativen Slots sind unter www.hamburg-boat-show.de möglich.

Wer auf der Messe nicht gleich ein Boot kaufen kann, baut es einfach selbst. Beim Family Boat Building wird fünf Tage lang von drei Familien gehämmert, geschliffen und zusammengesetzt. Ein Elternteil und ein Kind fertigen unter sachkundiger Anleitung ein Holz-Dinghy. Planken, Spanten, Stringer und Bodenwrangen werden vorgefertigt und für den Bau werden in der Halle B5 drei kleine Hellinge aufgestellt. Die Besucher können den Fortschritt während des Messeverlaufs beobachten bevor am letzten Messetag die drei Boote für ihre Jungfernfahrt zum ersten Mal zu Wasser gelassen werden.

Dock 6 – Treffpunkt der Wassersport-Community

In der Lounge Dock 6 in der gleichnamigen Halle B6 ist der Treffpunkt für alle organisierten und aktiven Wassersportler. Die Club Area für die Mitglieder des Deutschen Segel Verbandes (DSV) der Klassenvereinigungen und des Deutschen Motor Yacht Verbandes (DMYV) bietet Platz in entspannter Atmosphäre, um über die aktuellen Themen der Branche zu fachsimpeln, zu schnacken oder einfach ein bisschen Seemannsgarn zu spinnen. Im Dock 6 treffen sich Gleichgesinnte, sie tauschen sich aus und das ein oder andere Bierchen geht aufs Haus.

Maritime Kunst – Das Meer in der Wohnung

Mit dem Bereich „Maritime Kunst“ hält das Meer Einzug in den eigenen vier Wänden. In Form von stimmungsvollen Gemälden und Fotografien bis hin zu rustikalen Skulpturen aus alten Schiffsplanken wird das blaue Element deko-tauglich gemacht. Ob Öl oder Acryl, Holz oder Stein, klein oder groß – in der Ausstellung mit Werken aller Größen und Formen wird jeder Kunstliebhaber und Wasserfreund fündig.

Die Hamburg Boat Show geht von Mittwoch, 17. bis Sonntag, 21. Oktober 2018 auf dem Messegelände in Hamburg vor Anker. Die Veranstaltung hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag bis 20 Uhr.  Die Tageskarte kostet 14 Euro, ermäßigt 12 Euro. Kinder von 6-16 Jahren zahlen 6 Euro. Die Familienkarte gibt es für 32 Euro. Teilweise parallel findet die Hamburg Motor Classics vom 19. bis 21. Oktober in den A-Hallen des Messegeländes statt. Besucher der Veranstaltungen erhalten bei der jeweils anderen eine Ermäßigung von 2,50 € auf den regulären Eintrittspreis.

 

Tiwal: Jolle zum Aufblasen

Laut Gründungsmythos von Tiwal untersagte Vater Excoffon einst seiner Tochter Marion die Nutzung der elterlichen Bénéteau First 30. Trotzig antwortete ihm die Designstudentin, dann werde sie eben ihr eigenes Boot entwerfen und bauen. Man weiß nicht, was ihr Vater nach dieser Erwiderung dachte. Jedenfalls hat Marion Excoffon bisher mehr als 800 Stück von ihren aufblasbaren Segelbooten abgesetzt. Inzwischen darf sie mit ihrer Familie auch Vaters Yacht nutzen.

Der Clou von Tiwal liegt in der Einfachheit: weder Liegeplatz noch Trailer noch Halle sollen zum Segeln nötig sein. Darum besteht das Boot aus einem aufblasbaren Rumpf, einem Rahmen mit Stecksystem, einem zerlegbaren Mast und einem rollbaren Segel. Das Ganze passt in zwei Tragetaschen, die auf einem Gepäckträger, bei umgelegter Rückbank im Kofferraum oder in einer größeren Backskiste Platz finden. Die Taschen wiegen zusammen gut 50 Kilogramm, längere Strecken trägt man sie besser zu zweit.

Tiwal wirbt damit, dass das Boot in 20 Minuten fertig aufgebaut sei. Das klappt dank der mitgelieferten Akkuluftpumpe. Damit wird der Rumpf im ersten Schritt zu 80 Prozent aufgeblasen. Im zweiten Schritt wird das Rückgrat aus Alu-Schwertkasten und Alu-Auslegern zusammengesetzt und mit Doppelklettband am Rumpf befestigt. In Schritt drei bringt man mit einer Hochdruck-Luftpumpe den Verbund aus Rahmen und Rumpf auf die Endfestigkeit. Standard ist dabei eine manuelle Pumpe.

Wer sich dagegen die optionale Akku-Hochdruck-Luftpumpe leistet, kann währenddessen schon den Kohlemast zusammenstecken, das Segel drüberziehen und aufriggen. Tiwal bietet drei verschiedene Segel an: ein kleines mit 5,2 Quadratmetern, ein großes mit sieben und ein reffbares mit sieben beziehungsweise 5,2 Quadratmetern Segelfläche. Marion Excoffon hat die reffbare Variante dabei. Wir entscheiden uns für Vollzeug, weil sich auf der Bucht von Quiberon in der französischen Bretagne leider kaum ein Lüftchen regt.

Im Laufe des Nachmittags steigert sich die Windgeschwindigkeit auf ganze fünf Knoten, doch am Anfang ist noch kräftiger Leetrimm gefordert. Tiwal ist eben eine echte Jolle und reagiert empfindlich auf falschen Gewichtstrimm. Wir nutzen eine kleine Bö, um das Boot zu kentern. Es lässt sich kinderleicht aufrichten mit den Füßen auf dem Ausleger und der Hand am Schwert. Auch der Einstieg klappt wegen des niedrigen Freibords völlig problemlos.

Grundsätzlich ist das Handling genauso einfach wie der Aufbau: Das Ruderblatt wird mit einem Bolzen entweder oben oder unten arretiert, das Steckschwert mit einem Gummizug. Am Mast gibt es eine Cunningham-Leine, einen Baumniederholer und die Schot, fertig. Nun ist die Idee eines zerlegbaren Segelboots nicht neu. Schon die Klepper-Faltboote konnten mit einem Treiber und Seitenschwertern ergänzt werden. Und Schlauchboote mit Mast gibt es auch von anderen Herstellern.

Der Unterschied ist dieser: Falt- und Schlauchboot sind Boote mit Hilfssegeln und segeln entsprechend. Tiwal dagegen ist ein echtes Segelboot, nur eben zum Zusammenlegen und dank des Rahmens entsprechend steif. Im Netz kursieren Videos von Tiwals, die mehr Glück mit dem Wind hatten und über das Wasser surfen. Natürlich merkt man, dass man auf einem Gummiboot sitzt, besonders am Wind gegen die Welle. Aber dafür bekommt man eine Jolle zum Mitnehmen.

Technische Daten

Länge über alles: 3,34 m
Breite: 1,62 m
Tiefgang: 69 cm
Gewicht: 50 kg
Maximale Zuladung: 200 kg
Segelfläche: 5,2 / 7 m²
Packmaß: 2 Taschen à 150 cm x 40 cm x 35 cm (28 kg)
Preis
– 5,2 m²: 5.490 Euro
– 7 m²: 5.790 Euro
– reffbar: 5.990 Euro (inkl. MwSt)

Kontakt

Tiwal, Le Prisme, CP 111 Place Albert Einstein, Parc d’Innovation Bretagne Sud, 56038 Vannes Cedex, Frankreich, Tel: +33 9 77 55 00 90, Web: www.tiwal.com

Platz Vier für Büsselberg und Hoffmann

Vier Titel wurden bei der Laser Radial Jugend Weltmeisterschaft vergeben. Drei gingen davon an Italien. „Wir hatten alle Bedingungen zwischen starken und leichten, drehenden Winden. Daher haben die besten Segler, die in allen Bedingungen zurechtkommen, die Titel gewonnen“, erklärte Eric Faust, Präsident der Laser-Klassenvereinigung. Mit beinahe 400 Seglern aus 45 Nationen sei es nicht nur ein großes und wichtiges Event für die Laser-Klasse sondern auch für den Sport. „Egal, ob die Segler später in olympischen Klassen oder dem Americas Cup segeln, einige Zeit haben sie im Laser verbracht“, resümierte der Amerikaner.

Insgesamt elf Wettfahrten absolvierte der Laser Radial Nachwuchs vor Kiel an den sechs Tagen. Täglich konnten zwei Rennen gestartet werden, erst am Abschlusstag ließ der Wind nach und es gab zum Abschluss nur eine. „Wir haben alles geboten sowohl wetter- als auch segeltechnisch“, sagte Organisationsleiter Dirk Ramhorst vom Kieler Yacht-Club. Er sei sehr zufrieden und habe sowohl von den Seglern als auch den Teams ein positives Feedback bekommen. „Wir haben die Laser gerne hier und sie kommen auch gerne zu uns“, so der Dänischenhagener.

Ebenso wie sich Sonnenschein und Regen abwechselten, gab es auch immer wieder Höhen und Tiefen bei den Athleten, die teilweise in einem Rennen einen Sieg ersegelten und im nächsten im Mittelfeld landeten. „Es war ein erfolgreiches Event“, erklärte Eric Faust zufrieden. „Wir haben elf von zwölf Rennen in der Wertung.“ Kiel sei immer ein guter Ort für die Austragung der Events, weil er dann sicher wisse, dass er auf das professionelle Team und die Unterstützung der Stadt zählen könne.

„Es ist wunderbar. Ein Traum ist wahr geworden“, freute sich die frisch gebackene Weltmeisterin (U19) Matilda Talluri aus Italien. Etwas nervös war sie an den Start gegangen, da die Spitze des Feldes bei den Punkten eng zusammen lag. „Ich war bisher nicht eine herausragende Seglerin“, erklärte sie, warum der Titelgewinn ihr sehr viel bedeute. Das Rennen heute sei zwar nicht gut gelaufen, aber sie sei froh, dass es gereicht hatte und es nun vorbei ist. Matilda Nicholls (Großbritannien) holte Silber und Ana Moncada Sanchez (Spanien) Bronze.

„Yeah“, stieß Carolin Müller (Fürstenberg/Platz 37) einen Freudenschrei aus, als sie die Ziellinie überquerte. Das erste Rennen des letzten Tages und zugleich das letzte der Titelkämpfe gewann sie vor Carlotta Crüsemann (Kiel/Platz 31). „Hey, wie geil war das denn“, rief die Kielerin der Siegerin zu. Insbesondere auf den Vorwindkursen hatte die Segelinternatsschülerin Boden gut gemacht. Carolin Müller war bereits nach dem ersten Vorwindkurs in Führung gegangen und verteidigte diese bis ins Ziel.

Julia Büsselberg (Berlin) musste sich als beste Deutsche mit dem undankbaren 4. Platz abfinden. „Ich hatte ein bisschen Pech, dass das letzte Rennen abgebrochen wurde, da lag ich ganz gut“, erklärte sie. Es wäre ihre letzte Chance gewesen, die zwei Punkte, die ihr zum Bronzerang fehlten, aufzuholen. „Eigentlich bin ich zufrieden mit meinen Leistungen, bis auf den ersten Finaltag, der mich eine Medaille gekostet hat.“ Durchatmen kann Julia Büsselberg jetzt nur kurz. Donnerstag geht es für die Berlinerin nach Japan zum Weltcup.

Der 17. Platz im letzten Rennen reichte Alex Schonrock (Großbritannien), um den Titel bei den U17 Mädchen zu holen. Giorgia Cingolani (Italien) und Eline Verstraelen (Belgien) folgen auf Rang zwei und drei.

Einen guten Start erwischte Guido Gallinaro (Italien). Obwohl er nur einen Punkt in Führung lag, konzentrierte er sich auf sein eigenes Rennen. „Ich habe mein Bestes gegeben.“ Erst als es gut lief, schaute er auch nach der Konkurrenz, und brachte genügend Abstand zwischen sich und die anderen Titelanwärter. „Ich bin glücklich. Auf den Titel hatte ich gewartet.“ Josh Armit (Neuseeland) konnte ihm mit einem 22. Platz im letzten Rennen nicht mehr gefährlich werden und sicherte sich die Silbermedaille vor Francesco Viel (Italien).

In der U17-Wertung holte sich Cesare Barabino den Titel vor dem Iren Tom Higgins und Michal Krasodomski (Polen). Nachdem er nach dem Start in Führung ging, konnte Cesare Barabino das Feld dominieren und wusste, dass er sich mit dem Gewinn des Rennens auch den Titel sicherte. Der bis dahin führende Higgins kam als Dritter ins Ziel und verpasste Gold um einen Punkt.

Julian Hoffmann (Oberstdorf) fuhr seinen Streicher ein. Damit setzte sich der 15-Jährige in der U17-Wertung auf dem vierten Platz fest.

Italienische Doppelspitze vor Kiel

Wind und Welle hatten am Freitag ordentlich zugelegt. Dann zog auch noch am vorletzten Tag der Laser Radial Jugend-Weltmeisterschaft eine Gewitterfront auf. Das erste Rennen war soeben vorbei, dann warteten die Jollen auf den Regattabahnen ab, bis sich die dunklen Wolken wieder verzogen hatten. „Erst hat es geballert ohne Ende, dann war fast gar nichts mehr da“, fasste Laura Schewe (Kiel) den Tag zusammen. Vor dem Abschlusstag ist Italien Spitze. Sowohl bei den Mädchen mit Matilda Talluri und den Jungs mit Guido Gallinaro ist Italien vorn. Für den morgigen Samstag sind noch zwei Rennen geplant.

Als echte Allrounderinnen bewiesen sich einmal mehr Matilda Talluri (Italien) und Ana Moncada Sanchez (Spanien), die auch bei den stärkeren Winden konstante Rennen ablieferten und weiterhin das Klassement auf eins (47 Punkte) und zwei (50) anführen. Hinter ihnen ist Mathilda Nicholls (Großbritannien/59) gelistet.

Dagegen ging der erste Start für die viertplatzierte Russin Valeriya Lomatchenko völlig daneben. Die Starthupe ertönte, die Jollen schossen über die Startlinie, und die Russin hatte keine Möglichkeiten mehr auszuweichen und saß am Pinend-Boot fest. Doch trotz des schlechten Startes kämpfte sie sich zurück ins Feld.

Laura Schewe (Kiel) musste nach der zweiten Kreuz zwei Konkurrentinnen an der Tonne den Vortritt lassen, kam aber auf einem guten achten Platz ins Ziel.

„Es war körperlich und mental anstrengend“, resümierte die Kielerin, die das zweite Rennen gewann und damit als einige in den Top-Ten insgesamt drei Wettfahrtsiege aufweist. Doch zweimal 27 Punkte (davon ein Streicher) sind nicht wegzudrücken.

Bei den Bedingungen habe jeder einmal ein schlechtes Rennen und daher sei auch fast noch alles drin, so Schewe, die auf dem sechsten Platz liegt, Julia Büsselberg (Berlin) einen Punkt davor auf dem fünften.

„Ich hatte einen tollen Start und konnte auf dem Vorwindkurs an einer Australierin vorbeiziehen“, berichtete Lillian Meyer (USA) über das erste Rennen. „Es war ein guter Tag, aber schwer zu segeln.“ Sie reiht sich hinter Laura Schewe auf Platz sieben im Gesamtklassement ein.

„Ich dachte, ich mag Starkwind mehr, aber dann habe ich die Welle falsch erwischt, eine Böe bekommen, falsches Timing gehabt und bin gekentert“, fasste Alex Schonrock (Großbritannien/Platz 12) zusammen. Nun hofft sie, dass sie ihre Führung in der U17-Wertung halten kann. Ein schlechtes Ergebnis darf sie sich aufgrund eines hohen Streichers (Strafe fürs Pumpen oder Schaukeln) nicht mehr erlauben. Vor dem Abschlusstag liegt die Britin mit 119 Punkten vor der Belgierin Eline Verstraelen (125 Punkte) und der Italienerin Giorgia Cingolani (136) bei den U-17 in Führung. Im Gesamtfeld tummeln sie sich auf den Plätzen 12, 14 und16.

Bei den Jungen hatte Julian Hoffmann (Oberstdorf) den Vortag erfolgreich abgehakt und fand zunächst zur alten Stärke zurück, dann kamen die Probleme aber wieder. Mit einem zweiten und einem 33. Platz liegt der Oberstdorfer auf dem elften Rang im Gesamtklassement, in der U-17-Wertung ist er als Vierter aber nur sechs Punkte vom WM-Titel entfernt.

„Das erste Rennen war gut, das zweite ziemlich schlecht. Ich hatte auf einen Gegendreher gesetzt, der aber nicht kam“, erklärte Julian Hoffmann. „Ich hatte zwar geahnt, dass es nicht bei den so guten Ergebnissen vom Anfang bleiben wird, aber dass ich so blöde Fehler mache, dachte ich auch nicht.“

Auch Uffe Tomasgaard (Norwegen) patzte im zweiten Rennen und musste seine Führungsposition nach dem 32. Platz abgeben. Seine Leidenschaft für den Laser teilt er übrigens mit seinem älteren Bruder Hermann Tomasgaard, der sich im olympischen Laser in einem spannenden Finale bei den der World Championships in Aarhus vor ein paar Wochen um einen halben Meter Philipp Buhl geschlagen geben musste und Sechster wurde.

An der Spitze ist bei den Jungen Guido Gallinaro (Italien) vor Josh Armit (Neuseeland) und Francesco Viel (Italien). Josh Armit freut sich auf den morgigen letzten Tag. „Es war heute ein guter Tag und ich hatte viel Spaß da draußen.“ Da habe er auch vergessen können, dass er eine Strafe hinnehmen musste. Er hatte die Regel 42 (Pumpen und Schaukeln) verletzt, was ihm 69 Punkte eingebrachte, die er aber als Streicher werten konnte.

„Zwischenzeitlich haben uns bis zu 38 Knoten Wind beschäftigt“, erklärte Wettfahrtleiter Mandus Freese. Daher musste auch die zweite Wettfahrt des Goldfleets bei den Mädchen nach der ersten Kreuz abgebrochen werden. Zu den starken Böen kam noch ein großer Rechtsdreher des Windes und die Warnung vor einer Gewitterfront hinzu. „Da haben wir uns entschieden, lieber abzubrechen und alle beisammen zu halten.“ Der Wettfahrtleiter freute sich über das professionelle und hochkarätige Feld der Segler. „Super klasse“, ist sein Fazit zu den bisherigen Rennen.

Laser Radial Youth World Championships 
Teilnahme für Nachwuchssegler/innen zwischen 15 und 18 Jahren (Jhg: 2000 bis 2003)
Vier WM-Titel sind zu vergeben: Seglerinnen unter 19 Jahren, Segler unter 19 Jahren
Seglerinnen unter 17 Jahren, Segler unter 17 Jahren.

Programm:
Samstag, 25 August, 11 Uhr, letzter Start bis 15 Uhr: 2 Finalwettfahrten – Abschließend: Siegerehrung

Wettfahrten sind vom Montag, 20. August, bis Samstag, 25. August, angesetzt. Gesegelt werden täglich zwei Wettfahrten. Nach den Qualifikations-Rennen sind ab Donnerstag die Finalrennen in den Gruppen Gold, Silber und Bronze geplant. Dafür müssen alle Qualifikations-Gruppen vier Wettfahrten (inklusive eines Streichers) absolviert haben. Auch für die Vergabe des WM-Titels sind vier Wettfahrten das Minimum. Gesegelt wird auf zwei Bahnen. Wettfahrtleiter sind Mandus Freese und Fabian Bach.

Bavaria weiterhin ohne Käufer

Eigentlich hätte die Entscheidung über einen neuen Besitzer bereits feststehen sollen. Doch bisher hat noch keiner der Interessenten eine Zusage gegeben. Jetzt will Bavaria in Eigenregie noch 24 Yachten im September bauen – und hofft, dass sich bis dahin ein Käufer gefunden hat. “Im September wollen wir in Giebelstadt rund 24 Motor- und Segelyachten fertig stellen”, sagt Interims-Chef Brinkmann. Die Zahlen liegen weit unter der Kapazität des Unternehmens mit rund 600 Mitarbeitern. Im Mai 2018 lieferte Bayern rund 30 Boote in zwei Wochen aus. Seit Juli werden die Mitarbeiter aus der Insolvenzmasse ausgezahlt. Derzeit wird am Hauptsitz der Werft Kurzarbeit betrieben.

Wir blicken zurück: Mitte April erschütterte die Branche die Nachricht, dass Bavaria Yachtbau, die bis dahin größte Werft für Segel- und Motoryachten in Deutschland, Insolvenz anmelden musste. CEO Lutz Henkel verließ bereits kurz vor dem Insolvenzantrag das Unternehmen. Bis dahin schob Bavaria einen dreistelligen Millionenbetrag als Schuldenberg vor sich her. Als die Eigentümer, die Finanzinvestoren Anchorage und Oaktree, dann schließlich ihren Rückzug bekannt gaben, war es vorbei. Seitdem versucht Interims-CEO Tobias Brinkmann einen Käufer für die Werft zu finden.
Laut Brinkmann laufen derzeit noch Verhandlungen und Gespräche. Es soll Interessenten geben, die das Unternehmen ernsthaft erwerben und weiterführen wollen. “Es gibt Angebote zum Kauf von Bavaria”, sagte Brinkmann laut einem Medienbericht. “Wir hoffen, in den nächsten Wochen eine Entscheidung über den Verkauf bekannt geben zu können.”

Für neue Segelyachten und Motorboote gibt es nach Angaben von Brinkmann noch immer Interesse und Bestellungen. Wenn man dem potentiellen Käufer der Werft ein solches vollständiges Auftragsbuch vorlegt, sollte der Verkauf erleichtert werden.

Welche Bieter noch im Rennen sind, darüber wird natürlich geschwiegen. Über Bieter, die nicht mehr als neue Inhaber von Bavaria in Frage kommen, gibt es viele, oft nicht belastbare, Gerüchte. So soll die Familie Meltl, die bis 2007 bereits 50 Prozent an Bavaria hielt und damals die Hälfte des gigantischen Kaufpreises von 1,3 Milliarden erhielt, ihr Angebot zurückgezogen haben. Ein Interesse von Hanseyachts aus Greifswald, wie es in einigen Medien berichtet wurde in einer Kooperation mit AWN, hielten Branchenexperten schon Beginn an für ein Gerücht und wird inzwischen von Hanseyachts dementiert. Das einige andere Wettbewerber die Chance nutzten, als potenzielle Inverstoren einen Blick in die Bücher von Bavaria zu werfen, ist nicht ungewöhnlich bei Insolvenzen. Ein echtes Kaufinteresse steht dann selten im Vordergrund. Auch über den Kaufpreis gibt es bisher nur Spekulationen. Je nach Quelle schwankt er zwischen 5 und 30 Millionen Euro. Aber für Tobias Brinkmann dürfte der Kaufpreis nicht entscheidend sein, er liegt eh weit unter dem Buchwert und den Forderungen der Gläubiger und den ehemaligen Inhabern Oaktree und Anchorage. Wichtiger für Zulieferer, Kunden und die Mitarbeiter dürfte die Nachricht sein, dass es überhaupt in Giebelstadt weiter geht.

Die Katamaran-Sparte von Bavaria in Frankreich,  Nautitech, ist von der Insolvenz nicht betroffen. Der kürzlich erworbene Hersteller von Mehrrumpfbooten steht aber ebenfalls zum Verkauf. Ob im Rahmen eines Komplettverkaufs der Werftengruppe oder separat, ließ Brinkmann offen. Der Nautitech Messestand auf der Messe Cannes Mitte September ist bereits fest gebucht. Ob Bavaria auch mit Segel- und Motorbooten auf dieser so wichtigen Messe vertreten sein wird, kann erst entschieden werden, wenn es einen neuen Investor gibt.

Wie sehr Brinkmann nun also unter Druck steht einen Käufer für Bavaria zu finden, zeigt schon einen Blick in die weiteren Termine im Messekalender. Im September startet weltweit die Messesaison, also die Zeit die Auftragsbücher für den Winter zu füllen. Ohne einen Inverstor dürften potenzielle Kunden verunsichert sein eine Segel- oder Motoryacht bei einem Bavaria Händler zu bestellen. Wichtige Aufträge besonders in der Charterindustrie dürften dann verloren gehen. Charterunternehmen brauchen feste Zusagen, um Yachten in der nächsten Saison verchartern zu können.

Der Messeauftritt auf der Interboot in Friedrichshafen in der letzten Septemberwoche, der in den Vorjahren direkt von Bavaria organisiert und auch zum größten Teil gezahlt wurde, wird nun von den Händlern Meltl, Pronautik und Yachtcenter Mannheim selbst bestritten. Auch auf der Flensburg Boat Show vom 7. bis 9. September in der Marina Sonwik können Kunden das neue Volumenmodel Bavaria C45 beim Laboer Bavaria Händler Ap Yachting besichtigen. Ein absolut positives Signal für den Markt, denn nicht nur die Deutsche Händler, sondern das gesamte weltweite Händlernetz von Bavaria vertraut weiter auf die Marke und ihr fortbestehen. Für die Mitarbeiter wäre dies nur zu wünschen. Sie zeigten in den letzten Monaten ein sehr hohes Engagement bestehende und neue Aufträge an Yachten fristgerecht zu erledigen. Die Unsicherheit, wie es nun weiter geht, ist der Belegschaft verständlicherweise nun sehr hoch. Eine Entscheidung wird frühestens in 14 Tagen erwartet.

 

Regatta der Hamburger Wirtschaft

Bei besten Segelbedingungen mit sommerlichen Temperaturen um 27 Grad und konstantem Wind um 10 Knoten zeigte sich die Alster Regatta der Hamburger Wirtschaft am 23. August von ihrer besten Seite. Auf die freundlichen Begrüßungsworte des Gastgebers und NRV Vorsitzenden Andreas Christiansen sowie den Partnern der Regatta Dr. Harald Vogelsang der Hamburger Sparkasse und Mattias Schmelzer von KPMG folgte für die mutigen Wirtschaftskapitäne direkt der Weg aufs Wasser. Nach drei zügigen Wettfahrten, durchgeführt von NRV Clubmanager Klaus Lahme, präsentierte Wirtschaftskapitän Thomas Cremer der Peter Cremer Holding GmbH & Co KG mit seinen NRV Mitseglern Hans-Werner Zachariassen und Peter Eckhardt eine fulminante Ergebnisserie von 1 – 3 – 1  und sicherte sich damit den Sieg. Gewonnen hat der Hamburger Unternehmer die silberne „Schüssel der Wirtschaftskapitäne“, die nun für ein Jahr in seinen Besitz übergeht.

„Es war eine tolle Regatta. Es hat sehr viel Spaß gemacht auf dem Drachen zu segeln, vor allem mit einer so tollen Crew.“  freut sich Thomas Cremer, für den es die erste „Regatta der Hamburger Wirtschaft“ war. „Ich glaube, ich hatte aber auch mit die erfahrenste Crew an Bord mit Hans-Werner Zachariassen und Peter Eckhardt. Einen Donnerstagnachmittag könnte man nicht besser verbringen.“ fügte der Sieger lächelnd hinzu.

Als einzige Wirtschaftskapitänin ersegelte Nathalie Leroy der Hamburg Wasser AG mit Jan Woortman und Volker Kramer den 2. Platz. Dicht gefolgt mit nur einem Punkt Abstand von André Poitiers (André Poitiers) und seinen beiden Mitseglerinnen Kristina Milberg und Sybille Ilgenstein.

US Bootsindustrie leidet unter Strafzöllen

Die amerikanische Bootsindustrie fürchtet hohe Einbußen durch Trump‘s Handelskrieg gegen China und Europa. Vor schweren Zeiten für Werften, Yachthändler und ihre amerikanischen Kunden warnte jetzt der Präsident der National Marine Manufactures Association (NMMA).

 

Mit Zöllen von insgesamt 60 Milliarden US-Dollar antwortet China auf die Strafzölle der USA auf chinesische Waren. Zum ersten Mal sind auch Yachten und Güter der amerikanischen Wassersportindustrie auf der Liste der Chinesen. Im Gegenzug belasten die Zölle auf Waren aus China, Kanada und Europa die US-Industrie schwer. Es sind vor allen die Rohstoffe wie Aluminium, die amerikanische Werften im Ausland wie China und in Europa nun teuer einkaufen müssen. „Die Zölle treffen die amerikanischen Werften, ihre Mitarbeiter und die Konsumenten härter, als sie zum Beispiel die Chinesen treffen,“ erklärt NMMA Präsident Thom Dammrich in einem Interview mit der IBI, einem englischen Magazin der Bootsindustrie. „Sprechen sie mit unseren Werften, die Aluminium-Boote herstellen. Der Preis für Aluminium ist um 30 Prozent gestiegen. Sprechen sie mit den Werften, die vom Export leben und nun auf Millionenaufträgen sitzen bleiben, weil ihre ausländischen Kunden Orders storniert haben. Die Zölle treffen uns schon jetzt. Der Export ist so gut wie eingefroren“, führt Dammrich weiter aus.

Aber es soll Ausnahmen im Handelskrieg mit China geben und bestimmte Produkte von den Zöllen ausgenommen werden. Welche ist noch nicht klar definiert. Dammrich warnt auch hier vor einem zu langen Prozess die Ausnahmen verbindlich zu benennen. Die nun fehlenden Exporte durch eine verstärkte Binnennachfrage nach Booten zu kompensieren hält Dammrich ebenfalls für eine schwierige Aufgabe. Nach seinen Angaben können 15 Prozent fehlende Exporte nicht einmal mit einem extrem guten Jahr für die amerikanische Bootsindustrie, mit 5 Prozent Wachstum, kompensiert werden.

Dammrich ruft nun alle Beteiligten in den Regierungen auf ihre Zollpolitik zu überdenken. Nur ein fairer Handel ohne Handelshemmnisse würde allen ein Wachstum ermöglichen, fordert Dammrich inklusive einer Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Und die Verhandlungen wie weitere 200 Millionen an Zöllen auf chinesischen Waren zusammenkommen sollen laufen bereits. Vertreter verschiedener Industrie- und Dienstleistungsbetriebe der USA sollen in einer öffentlichen Anhörung gehört werden. Im Detail geht es um die sogenannte Section 301 des amerikanischen Handelsgesetzes von 1974. Auch die NMMA wird durch die Unternehmen Sea Eagle Boats und Magic Tilt Trailers vertreten sein. „95 Prozent der in den USA verkauften Boote und Yachten werden auch in den USA produziert. Aber wie viele Industrien haben wir eine globale Lieferantenkette für Materialien, die bereits jetzt durch die Section 301 mit 250 Millionen Dollar belastet sind. Das reicht von Glasfasermatten bis zum fertigen Trailer. Die Auswirkungen auf die amerikanische Wassersportindustrie sind also schon jetzt zu spüren“, so Nicole Vasilaros. Aber auch Vasilaros sieht einen in großen Teilen unfairen Handel zwischen China und der USA, aber seiner Meinung nach sind Zölle nicht der richtige Weg. Aber die offiziellen Vertreter der USA und China tun sich schwer, um über gerechte Zölle zu verhandeln.

Unter Deck des Neel 45 Evolution

An der Aufteilung von Salon und Kajüten wurde nicht gerüttelt. Nach wie vor ist verblüffend, dass auf diesem Trimaran fast so viel Innenraum generiert werden konnte wie auf einem vergleichbar großen Katamaran. Es gibt drei Doppelkabinen (in der Charterversion werden weitere Einzelbetten in die Ausleger eingebaut), zwei Bäder, eine Längspantry und einen Salon mit Platz für sechs Personen und separater Navi-Ecke.

Der Trick ist, das Brückendeck so weit zu strecken, dass es bis in die Seitenschwimmer reicht, zwei Schlafkammern quer zur Fahrtrichtung aufzustellen und die dritte eine Etage tiefer anzulegen. In die Vorschiffskabine gelangt man über eine kurze Treppe. Ausgestattet mit Doppelbett und mehreren flachen Hängeschränken findet sich Platz zum Stauen von Kleidung unter dem Bett und in kleinen Abseiten.

Überraschend viele Staumöglichkeiten halten die beiden Pantry­zeilen parat. Verteilt auf beide Seiten des ‚Flurs‘ finden sich viele Fächer und Laden für Geschirr und Besteck, dazu kommen noch der Herd mit Backofen und die Spüle. Kühlschrank und Kühlbox mussten allerdings aus dem Durchgang ausgelagert werden. Sie sind im Salon untergebracht, auf der Backbordseite vor dem Navigationsbereich, damit sie die Wohnatmosphäre nicht stören.

Das Erfolgsgeheimnis des insgesamt gelungenen Interieur-Layouts liegt auf jeden Fall in der geschickten Ausnutzung jeder kleinsten Fläche. Mankos stellen allerdings die recht kurzen Betten dar. Keine Koje ist länger als 1,90 Meter, was auf 45 Fuß-Yachten heutzutage eine Seltenheit ist und beim Kauf bedacht werden sollte.

Rückschläge für Hoffmann und Büsselberg

Bei den Jungen starteten die drei Führenden mit nur einem Punkt Unterschied in die Finalrennen. Der Italiener Francesco Viel lag mit nur einen Punkt Vorsprung vor seinem Landsmann Guido Gallinaro und dem punktgleichen Oberstdorfer Julian Hoffmann, dessen Boot der Schriftzug „Rio2016“ ziert. Hintergrund: Es ist der Olympia-Laser von Philipp Buhl. „Ich kenne ihn aus dem Verein. Es ist cool, mit dem Boot von einem guten Bekannten zu fahren, der damit bei Olympia war“, sagte der 15-Jährig. Aber er profitiere nicht nur von dessen Boot, das bereits den Olympiatest bestanden hat, sondern bekomme bei Gelegenheit auch Tipps von dem WM-Bronzemedaillengewinner aus Aarhus, erklärt Hoffmann.

„Ich habe nie damit gerechnet, dass ich so weit vorne fahren kann“, freute sich der Allgäuer. Bisher musste er nur einen Ausrutscher verschmerzen. „Es war schwer zu sehen, wo der Druck ist. Ich bin dann auf der falschen Seite gestartet, und der Start war generell nicht gut.“ Den 40. Platz konnte er als Streicher werten. Alle anderen Ergebnisse lagen unter den besten Acht, so dass Hoffmann optimistisch in den heutigen Tag ging.

Doch als kurz nach 13 Uhr das erste Rennen des Tages gestartet wurde, lief für Julian Hoffmann alles schief. Beim Start wählte ein großer Pulk die rechte Seite, so auch Hoffmann. Es schien nicht ganz die richtige Entscheidung gewesen zu sein, denn nach der ersten Kreuz lagen andere vorn. Der Italiener Cesare Barabino setzte sich an die Spitze, brachte einen kleinen Abstand zwischen sich und die folgenden Boote und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Mehrfach griff der Italiener ans Ruderblatt, um dieses vom Seegras zu befreien – aufhalten konnte ihn das aber auch nicht.

Nach der ersten Kreuz lag Julian Hoffmann trotz eines mäßigen Starts noch unter den ersten Booten, verlor aber während des Rennens an Plätzen. Vor der Ziellinie überholte auch Justin Barth (Berlin) den Oberstdorfer. „Falsche Seite, Start nicht gut, gestern vergessen mich auszutragen“, fasste Julian Hoffmann nach den Finalrennen deprimiert zusammen.

Auch Marc Handschug (Potsdam) entschied sich auf dem Vorwindkurs für die falsche Seite und saß in einem Windloch fest. Der Amerikaner Chase Carraway hingegen kämpfte sich nach vorne und überquerte als Zweiter die Ziellinie. Während die beiden ersten alleine ins Ziel kamen, wurde es um Position drei noch mal eng. Tom Higgins (Irland) und Uffe Tomasgaard (Norwegen) schenkten sich nichts. Letztendlich hatte der Ire die Nase vorn. „Bei den Wellen und den drehenden Winden, habe ich es einfach nicht geschafft, um ihn rumzukommen. Aber es lief insgesamt sehr gut“, sagte der Norweger. „Man musste die ganze Zeit umherschauen und die Böen im Blick haben. Zweimal bin ich aufgestanden, um zu erkennen, wo der Druck ist.“ Dabei scheint Tomasgaard die Böen gut erkannt zu haben. Der Norweger hat sich so die Führungsposition im Gesamtklassement erobert. Die Italiener Guido Gallinaro und Cesare Barabino folgen auf Platz zwei und drei. Julian Hoffmann ist auf den 14. Platz abgerutscht, Justin Barth liegt momentan auf dem 26.

Einen Traumstart in die Finalrennen legte Vanessa Gregor (Kiel) hin. Sie ersegelte sich im ersten Rennen den Sieg. „Ich habe die Dreher gesehen und bin auf die richtige Seite gefahren. Da ich von der kleinen Talsperre komme, bin ich das gewohnt“, erklärt die Remscheiderin. Ihren guten Vorsprung konnte sie ins Ziel bringen. Doch der Sieg setzte sie im zweiten Rennen unter Druck. Und dem konnte sie nicht standhalten. „Ich hatte mentale Schwierigkeiten“, erklärt sie. Als 45. überquerte sie die Ziellinie.

Umgekehrt erging es Laura Schewe (Kiel). Lag sie zu Beginn noch mit dem 27. recht weit hinter der Spitze zurück, kämpfte sie sich in der zweiten Wettfahrt mit Biss und den richtigen taktischen Entscheidungen nach vorne und holte sich den dritten Platz. Sie kletterte damit wieder auf den 6. Rang im Gesamtklassement. Konstante Rennen lieferte Ana Moncada Sanchez ab. „Ich habe die ganze Zeit nach den Drehern geschaut und bin mitgegangen. Es war schwierig, aber ich bin sehr zufrieden.“ Die Spanierin liegt auf dem dritten Rang, vor ihr haben sich Matilda Talluri (Italien) auf dem ersten und Matilda Nicholls (Großbritannien) auf dem zweiten Rang platziert. Julia Büsselberg (Berlin) liegt, nach den heutigen Platzierungen (23 und 19) auf dem vierten Platz.

„Bisher lief alles gut“, zog Wettfahrtleiter Fabian Bach am Donnerstag ein Zwischenfazit. „Wir hatten bisher ganz unterschiedliche Bedingungen. Viel Wind am Montag und dann wenig die letzten Tage – da war für jeden Segler etwas dabei.“ Bei Drehern von 10 bis 20 Grad haben die erfahrenen Teams auf den Bahnen zwar ein bisschen basteln müssen, aber das gehöre dazu. „Die Bedingungen waren stabil, so dass wir von der Wettfahrtleitung sehr zufrieden sind.“ Für die kommenden Tage wird wieder mehr Wind erwartet. „Für morgen sind die Vorhersagen sehr gut. Eher im oberen Bereich.“

Laser Radial Youth World Championships 
Teilnahme für Nachwuchssegler/innen zwischen 15 und 18 Jahren (Jhg: 2000 bis 2003)
Vier WM-Titel sind zu vergeben: Seglerinnen unter 19 Jahren, Segler unter 19 Jahren
Seglerinnen unter 17 Jahren, Segler unter 17 Jahren.

 

Programm:
Freitag, 24. August, 11 Uhr: 2 Qualifikations- oder Finalwettfahrten
Samstag, 25 August, 11 Uhr, letzter Start bis 15 Uhr: 2 Qualifikations- oder Finalwettfahrten – Abschließend: Siegerehrung

 

Wettfahrten sind vom Montag, 20. August, bis Samstag, 25. August, angesetzt. Gesegelt werden täglich zwei Wettfahrten. Nach den Qualifikations-Rennen sind ab Donnerstag die Finalrennen in den Gruppen Gold, Silber und Bronze geplant. Dafür müssen alle Qualifikations-Gruppen vier Wettfahrten (inklusive eines Streichers) absolviert haben. Auch für die Vergabe des WM-Titels sind vier Wettfahrten das Minimum. Gesegelt wird auf zwei Bahnen. Wettfahrtleiter sind Mandus Freese und Fabian Bach.

 

Easy going: Hanse 458

Schon lange setzt die Werft auf ein einfaches Schiffshandling – bei gleichzeitig guter Segelperformance. Möglich wird dies durch ein wohldurchdachtes Deckslayout, das alle Leinen nach achtern auf Winschen in direkter Nachbarschaft der beiden Steuerstände führt und den Schiffsführer so in die Lage versetzt, seine Yacht allein zu trimmen (inklusive Reffen, falls notwendig) und zu lenken. Die leichte Segelführung wird von der Werft als Easy Sailing Concept bezeichnet. Eine passende Charakterisierung, zumal die Fock serienmäßig auf einer Selbstwendeschiene läuft. Im Falle, dass Code 0 oder Gennaker gesetzt werden, kommen zwei weitere Winschen zum Einsatz. Auch diese liegen weit achtern auf den Seitendecks.

Für angenehme und doch schnelle Segeleigenschaften sorgen ein hohes Rigg, ein vorbalanciertes Ruder, der L-förmig gestaltete Flossenkiel und moderate Rumpf­linien, die im Heck in ein abgerundetes U münden. Weil sich das auf die Steuerstände ausgerichtete Segelführungs-Konzept ausgesprochen gut bewährt hat, wurde es auf die brandaktuellen Modelle übertragen.

Neu bei der Hanse 458 sind eine noch größere Flexibilität in Bezug auf Einrichtungslayout, Farben und Materialien. Allein die große Farbpalette für die gewünschte Rumpffarbe sorgt dafür, dass sich ein Eigner seine Yacht recht individuell gestalten kann, hinzu kommen diverse Polsterfarben und -stoffe, mehrere Holz- beziehungsweise Furniervarianten und etliche Einrichtungs-Zuschnitte. All das kennt man auch von älteren Hanse-Modellen, doch bei der 458 wurden Farben und Möbelformen dem Zeitgeist angepasst. Sie sind heller und wirken insgesamt moderner und frischer.

Je nach gewählter Ausbau-Version stehen drei oder vier Doppelkabinen zur Verfügung. An Steuerbord neben dem Niedergang wird gekocht, auf der anderen Seite ist das Bad eingebaut (auch das kennt man von älteren Hanse-Yachten). Im Zentrum liegt ein geräumiger Salon, davor befinden sich getrennte WC- und Dusch-Räume und entweder eine komfortable Eignerkajüte oder zwei Doppelkabinen.

Technische Daten

Konstruktion: Judel / Vrolijk
Interieur: Hanse Yachts
Lüa: 14,04 m
Rumpflänge: 13,55 m
LWL: 12,20 m
Breite: 4,38 m
Tiefgang: 2,23 m /altern. 1,82 m
Verdrängung: 11,7 t / 12,1 t
Ballast: 3,4 / 3,7 t
Wassertank: 450 l
Treibstofftank: 210 l
Motor: 57 PS /altern. 80 PS
Groß: 60 m²
Altern. Rollgroß: 48 m²
Selbstwendefock: 43 m²
Gennaker: 160 m²
Preis: ab 237.881 Euro
Internet: www.hanseyachts.com