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Jetzt im Handel: Segler-Zeitung 9-2020

Die Seglerinnen und Segler freuen sich auf Kiel. Mit der Verschiebung der Kieler Woche aus dem Juni in den September haben die Verantwortlichen den richtigen Riecher gehabt, auch wenn in Zeiten von Corona erst kurz vor dem ersten Startschuss feststehen dürfte, wer wirklich antritt. Zu unsicher sind die Rahmenbedingungen durch immer wieder neu aufploppende Krisenregionen, zu wichtig ist die stetige Anpassung der Hygienevorschriften, Abstandsauflagen und Einreiseregelungen. So wird Kiel-Schilksee zu einer geschlossenen Gesellschaft ohne Eventareal. Da die Gesamtzahl der Personen im Hafenvorfeld begrenzt ist, muss das Gelände für die Öffentlichkeit abgesperrt werden. Die Aktiven sind mit Trainern und Organisatoren unter sich. Sie erhalten Einlass-Tickets, die nur für bestimmte Areale gelten, und es gilt eine Maskenpflicht. Statt bei großen Siegerehrungen werden Preise, Plaketten und Pokale einzeln vor einer Fotowand übergeben.

Das ist natürlich ungewöhnlich und nicht das Bild der Kieler Woche, das wir kennen. Aber das Wesentliche ist möglich: Es wird gesegelt. Aktive aus 56 Nationen haben sich angemeldet, darunter zahlreiche  Topseglerinnen und -segler. Die Aktiven in den Olympischen Klassen sind heiß auf den ersten Leistungsvergleich nach dem Shutdown, einige Nationen vergeben noch ihre Olympiatickets für Japan. 

Auch beim DSV sind noch nicht in allen Klassen alle Entscheidungen getroffen. Ende Juli hat der DSV nun beschlossen, die Kieler Woche in die Qualifikationsserie für Olympia aufzunehmen. Die Qualität der Felder ließe es zu, hieß es als Begründung, und der Deutsche Olympische Sportbund hat sein Okay gegeben. „Es sind WM-reife Teilnehmerfelder“, so DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner. Dank der neuen innerdeutschen Qualifikations-Events fallen in den Klassen 49er, 49er FX, Nacra 17 und Laser Radial noch in diesem Jahr die Entscheidungen, wer Deutschland bei den nächsten Olympischen Spielen vertritt. Nach der Kieler Woche steht dann fest, wer Philipp Buhl (Laser) im 49er und 49er FX nach Tokio begleitet. Im Nacra 17 und Laser Radial könnten Vorentscheidungen fallen. Doch die internationale Konkurrenz ist groß und könnte das Punktesammeln für das Qualifikationskonto schwer machen.

Auf der Teilnehmerliste der Kieler Woche stehen die Top Ten der jüngsten WM und die drei Medaillengewinnerinnen im Laser Radial in der olympischen Einhandklasse für Frauen. Die Goldmedaillen-Gewinner im 49er FX und Nacra 17, dazu Silber im Laser Standard sowie die Bronzemedaillengewinner im 49er und Nacra haben gemeldet. Hinzu gesellen sich Welt- und Europameister sowie Kieler-Woche-Sieger. Dabei gib es Wild Cards für die Top Ten der Olympischen Spiele 2016 und der jeweils jüngsten WM in den olympischen Klassen, wenn die Aktiven auf der Warteliste stehen. Kiel freut sich auf die Besten der Besten, die für den Start in Kiel auch Quarantänevorschriften in Kauf nehmen. 

Es seien enorme Herausforderungen, denen sich die Kieler Woche stelle, um den Seglerinnen und Seglern auch in diesem Jahr die Möglichkeit zu geben, Regatta zu segeln. Dabei stehe die Gesundheit aller Beteiligten ganz klar im Vordergrund, erklärte Kieler-Woche-Organisationsleiter Dirk Ramhorst auch mit Blick auf den großen Andrang. Letztlich bestimmen die Einreisevorschriften, wer wirklich starten darf.

Es wird eine ganz andere Kieler Woche, die deutlich digitaler in die Welt getragen wird. Aber es ist Segeln auf Topniveau angesagt.

Hermann Hell

Die September-Ausgabe von segeln

Nach oder noch während der boot Düsseldorf werde ich oft gefragt, welches Boot mir denn am meisten gefallen habe oder welches Schiff man sich unbedingt ansehen müsse. In den letzten Jahren habe ich oft die Franzosenboote wie Django oder Mojito genannt, die ein interessantes Nischenkonzept verfolgen und ausgereifte Boote bauen, die reichlich Segelspaß versprechen. In diesem Jahr wandelte ich hingegen mal auf ganz neuen Pfaden und war fasziniert von der neuen Moody 41DS. Das Konzept des Schiffes sticht aus den letzten Jahren etwas heraus und könnte womöglich einen neuen Trend markieren. Denn in der Moody befinden sich viele Anleihen, die auf Katamaranen äußerst beliebt sind. Beispielsweise Sitz- und Liegeflächen auf dem Vorschiff, die ich so zu ersten Mal auf der Moody, einem Einrümpfer, gesehen habe. Für mich persönlich kein Must-Have, aber ein faszinierendes Detail. Hinzu kommt der geschützte Cockpitbereich mit einer teilweisen festen Überdachung, die geschlossen werden kann. Cockpit und Salon verschmelzen zu einer Einheit. Die Übergänge sind fließend – mehr noch als bei anderen Decksalon-Yachten. Aus den genannten Gründen war ich gespannt, wie sich die Moody auf dem Wasser schlagen würde. Da kurz nach der boot die Corona-Pandemie Tests und Außentermine unmöglich werden ließ, kam meine Kollegin Silke Springer erst Mitte Juni dazu, die neue Moody auf der Ostsee zu segeln. Wie die Moody segelt, erfahren Sie in dieser Ausgabe.
Die Corona-Pandemie hat nicht nur unsere Arbeit durcheinandergewürfelt, sondern auch die privaten Segelpläne. Zum ersten Mal seit zehn Jahren hatte ich mir zu Beginn des Jahres drei Wochen Urlaub im Juli eingetragen. Und zwischendurch sah es so aus, als ob ich diese drei Wochen mit Gartenarbeit oder Keller ausräumen verbringen würde. Schlussendlich wagten wir dann doch den Törn, aber ganz anders als jemals zuvor. Auch mein Kollege Carsten Kemmling musste kurzfristig umdisponieren und fand sich auf einem Kleinkreuzer im Dauerregen Bagenkops wieder. 

Ich hoffe, Sie konnten das Beste aus dem Corona-Sommer machen und haben Ihren Törn gesund überstanden. Mich würde interessieren, wie Sie den Einfluss der Pandemie empfunden haben. Wie stark waren die Einschränkungen wirklich? Was haben die Häfen getan, um die Hygienevorschriften einzuhalten? Gab es kuriose Regelungen?

Schreiben Sie mir! Berichten Sie uns von Ihrem Törn im Schatten der Pandemie.

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X-33C – der rote Baron

Zahlreiche Werften, die ehemals als reine Segelyacht-Werften bekannt waren, haben mittlerweile eine Motorbootlinie auf Kiel gelegt und nicht selten übersteigen die Stückzahlen der produzierten Motorboote mittlerweile die der Segelyachten.

X-Yachts CEO Kræn Brinck Nielsen erklärt: „Unser Eigentümer, Ib Kunøe, und ich diskutierten darüber, was X-Yachts in das 5. Jahrzehnt bringen könnte, und wir erkannten schnell, dass die Einführung eines komfortablen, einfach zu bedienenden Motorbootes auf dem Markt eine sehr interessante, aber auch sehr herausfordernde Aufgabe sein würde.
Dabei soll das neue Motorboot nicht nur neue Kundenkreise erschließen, sondern wendet sich auch ausdrücklich an den bestehenden, segelnden Kundenkreis der Werft.

Kræn Brinck Nielsen: “Wir möchten dieses Bootserlebnis mit unseren treuen langjährigen und neuen X-Yachtbesitzern und generell mit Menschen teilen, die noch nicht die Gelegenheit hatten, sich mit dem berühmten X und dem, wofür es steht, vertraut zu machen.
Das erste X-Power-Modell wird im Januar 2021 auf den Markt kommen, das zweite, ein geschlossenes Modell, soll im September 2021 auf den Markt kommen, und schließlich hat die Werft für den Moment eine weitere X-Power-Einführung im Januar 2023 geplant.

Weitere Infos und Hintergründe bei den Kollegen der Redaktion von MotorBootOnline.

Neue Modelle von ICE Yachts

Gefertigt wird in Cremona in Norditalien. Für die schnittigen Linien des Multihulls zeichnet das Design-Studio Micheletti + Partners verantwortlich, die beiden klassisch eleganten Monohull-Risse stammen von Umberto Felci.

ICE 54

Sehr beeindruckend sind die Zahlen, die für die knapp 16 Meter lange Yacht aufgerufen werden. Sie wiegt gerade einmal 13 Tonnen, wovon allein 5 Tonnen auf den Ballast entfallen. Das bedeutet einen sehr hohen Ballastanteil von 38 Prozent und eine entsprechend gute Stabilität. Kein Wunder also, dass die ICE 54 eine außergewöhnlich große Segelfläche an den Wind bringt. Die Quadratmeterzahl von Groß und Vorsegel beträgt zusammen 162. Besonders beeindruckend aber ist die Größe des Gennakers. Für ihn werden sagenhafte 310 Quadratmeter Tuchfläche gelistet.

Dass die ICE 54 eine derart große Segelfläche verträgt, liegt an der aufwendigen Verarbeitungstechnik und an den hochwertigen Materialien, die für Schiff und Rigg verwandt werden. Unter Zuhilfenahme von Glas-Carbon-Verbundstoffen, Airex-Schaum und Epoxy entstehen leichte, gleichzeitig sehr feste Sandwich-Laminate, die das leichte Yacht-Gewicht überhaupt erst möglich machen, zumal obendrein noch das Vakuuminfusionsverfahren zum Einsatz kommt. Das Ganze wird dann mit einem Carbon-Mast garniert, wodurch nochmals Gewichtsreduktion (im Vergleich zu Standard-Riggs) erreicht wird. Die hohe Stabilität und das verminderte Toppgewicht machen es möglich, dass die Segelfläche auf genannt beeindruckende Größe anwachsen kann.

ICE-Yachten sind für Regatten gemacht, aber nicht nur. Gleichzeitig bieten sie sehr wohnliche Interieure, deren Fertigung ebenfalls viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Konzipiert als Semi-Custom-Bauten hat der Eigner großes Mitspracherecht bei der Gestaltung der Möblierung und Ausrüstung seiner Yacht. Vom Grundgerüst her bietet die Werft Ausbau-Layouts mit drei Schlafkabinen und zwei Bädern.

DesignFelci Yacht Design
CE-KlasseA
Lüa15,80m
LWL14,84m
Breite4,65m
Tiefgang2,50/2,80m
Gewicht13t
Ballast5t
Großsegel95m2
Genua67m2
MotorVolvo Penta 75PS
Trinkwasser520l
Diesel350l

ICE 70


Die Verwandtschaft zur kleinen Schwester ist nicht zu übersehen. Auch die ICE 70 kommt mit einem klassisch-modernen Riss daher, sie überzeugt durch sehr klare Linien, die sowohl den Rumpf als auch das Deck betreffen. Kein Wunder, denn auch ihr Entwurf stammt aus dem Hause Felci, und das ist bekannt für vollkommen schnörkelloses Design. So sieht man einen extrem niedrigen Aufbau, der fast im Rumpf verschwindet, Seitendecks, die beschlagfrei bis ins Heck durchlaufen, und ein Cockpit, das sich insgesamt sehr aufgeräumt präsentiert. Möglich wird das durch die beiden Sitzbänke im Gästebereich, deren Sülls die Winschen aufnehmen. Sie liegen in der Nähe der beiden Steuerräder, die auf ein einzelnes Ruderblatt zugreifen.
Auffallend schmal ist die lange Kielfinne, die mit einer flachen und achtern hauchdünnen Torpedobombe ausgestattet wird. Bemerkenswert ist auch, dass bei der Rumpfform auf scharfe Kimmkanten verzichtet wurde. Stattdessen ist das Heck als breites, abgerundetes U geformt und im Unterwasserbereich sehr flach geschnitten. Solange die ICE 70 waagerecht schwimmt, verfügt sie über eine kurze Wasserlinie und damit eine kleine benetzte Fläche, die gute Leichtwindeigenschaften mit sich bringt. Mit aufkommender Brise und einsetzender Krängung erhöht sich die Wasserlinienlänge, was wiederum auf eine höheres Geschwindigkeitspotenzial schließen lässt, denn bekanntlich läuft Länge bei mehr Wind. Gleichzeitig erhöht sich die Stabilität.

Wie die 54 ist auch die 70 sehr leicht. Ihr Deck ist aus Voll-Carbon gefertigt, ihr Rumpf besteht aus einem Sandwich-Fiberglas-Laminat mit Carbon-Verstärkungen, und der Mast ist ebenfalls aus Carbon. Bei einer Gesamtlänge von über 21 Metern verdrängt die ICE 70 nur 25 Tonnen, wovon 8 Tonnen und damit 32 Prozent auf den Ballast entfallen.Für das Interieur gibt die Werft nur wenig Vorgaben. Der Eigner soll sich möglichst viele individuelle Wünsche erfüllen können. Das gilt sowohl für die Möblierung als auch für die Raumaufteilung. Baunummer eins erhält drei Doppelkabinen, drei Bäder, einen separaten WC-Raum und einen sehr geräumigen Salon. Backbord unter dem Cockpitboden soll die Pantry liegen, allerdings nur im vorderen Bereich, denn das gesamte Achterschiff ist als Garage für das Dinghi gedacht.

Für den Außenbereich hat sich ICE-Yachts eine extravagante Sprayhood-Biminitop-Lösung einfallen lassen. Beide Cockpitüberdachungen können separat gespannt werden, zusammen überdachen sie die komplette Gästeplicht. Wer also lieber an als unter Deck sitzt, ist hier auch bei Schlechtwetter gut aufgehoben.

DesignFelci Yacht Design
Lüa21,30m
LWL19,80m
Breite5,76
Tiefgang2,80m/4,50m
Gewicht25,5t
Ballast8,1t
Großsegel148m2
Genua111m2
MotorYanmar 4VL 195PS
Trinkwasser1.100l
Diesel1.200l

ICECAT 72

Vor kurzem erst hat die Werft den Stapellauf des vielbeachteten ICECAT 67 Elssa gefeiert. Der Zweirümpfer hatte Aufsehen erregt, weil er mit besonders umweltfreundlicher Technologie ausgestattet wurde, gute Stabilitätswerte aufweist und hohe Sicherheitsstandards bietet. Für diese Eigenschaften ist er mit den RINA (Royal Institution of Naval Architects) Green Class and Comfort Class Awards ausgezeichnet worden.

Ermuntert durch diesen Erfolg wagt sich ICE Yachts nun an die Fertigung eines noch größeren Cats. Seine Abmessungen werden mit 22 Metern Länge und 9,80 Metern Breite angegeben, sein Charakter mit hohem Leistungswillen, der Geschwindigkeiten von über 30 Knoten unter Segeln anstrebt. Selbst unter Motor sollen mehr als 14 Knoten Speed drin sein.

Zeitgleich wird an einer kleineren Schwester von 62 Fuß Länge gearbeitet, ausgestattet mit demselben Temperament. Verantwortlich dafür zeichnet Lucio Micheletti, von dem auch die Zeichnungen für den großen Bruder stammen.

SVG Service Verlag gibt strategische Beteiligung am SJ Verlag zurück

Mit den bekannten Zeitschriftentiteln „Segler-Zeitung“ und „segeln“ sowie den Onlineangeboten „SegelReporter.com“ und „sail24.com“ bietet der SVG Verlag seit über 30 Jahren segelinteressierten Lesern und Gewerbetreibenden eine breite Palette an fundierten und etablierten Informations- und Werbemöglichkeiten im Wassersportbereich.

Mit weiteren speziellen Angeboten wie z.B. dem Reviermagazin „SportSchipper“ oder dem Schwerpunktmagazin „Charter Horizonte“ bedient der Traditionsverlag darüber hinaus attraktive Nischen und besonders relevante Zielgruppen. Der SVG Service Verlag in seiner heutigen Konstellation ist durch einen Zusammenschluss aus dem gleichnamigen Ursprungsverlag der „Segler-Zeitung“, der Zeitschrift „segeln“ aus dem Jahr Top Special Verlag und der SegelReporter GmbH entstanden.

Neben der Zielgruppe der Segler gibt der SVG Verlag auch das „MotorBoot Magazin“ heraus und betreibt die zugehörige Website MotorBootOnline.de. Mit seinen Magazinen ist der SVG Verlag Partner des Deutschen Segler-Verbandes (DSV), aller deutschen Landesseglerverbände, aller Landesmotoryachtverbände und des Deutschen Motoryachtverbandes (DMYV) mit der Sportbootvereinigung (SBV). Neben den eignen Magazinen produziert der SVG Verlag die „Nautischen Nachrichten“, das Mitgliedermagazin der DSV-Kreuzerabteilung und den „Blauen Peter“, das Mitgliedermagazin des Deutschen Hochseesportverbandes Hansa.

Die Zeitschrift „segeln“ ist darüber hinaus Mitgliedermagazin des unabhängigen Kreuzer Yachtclub Deutschland e.V. Mit der „Segler-Zeitung“ und „SegelReporter.com“ ist der SVG Verlag zudem Medienpartner der Nordseewoche, Kieler Woche, Warnemünder Woche und Travemünder Woche. Für den B2B-Bereich produziert der SVG Verlag für den Bundesverband Wassersport-Wirtschaft das vierteljährlich erscheinende Branchenmagazin „Wassersport-Wirtschaft“.

Starke Flotte und erster Auftritt der neuen Projekte

Die Liste der Starter beim 21. blueribboncup kann sich sehen lassen: der deutsche ORCi-Meister „Intermezzo“, die neue „Halbtrocken“ und die „Imagine“, Hochseesegelgrößen wie Matthias Müller von Blumencron, Olympiateilnehmer wie Robert Stanjek und Tobias Schadewaldt haben gemeldet. Gerhard Clausen segelt mit seiner Tripp 75 Doublehand, und es ist einer der ersten großen Regatta-Auftritte der Dehler 30od. Mit insgesamt 45 Yachten startet am 21. August eine starke Flotte Richtung Fünen (Dänemark).

Auch wenn der blueribboncup 2020 (21. bis 23. August) unter ganz anderen Voraussetzungen, mit anderen Herausforderungen und neuem Kurs stattfindet, bleibt eines konstant: das enorme Interesse. Und die Namen am Start versprechen hohe Qualität. „Wir freuen uns über den enormen Zuspruch und über den Auftritt der neuen Projekte, aber natürlich auch über die treuen Stammkunden“, so Ideengeber und Organisator Eckhard von der Mosel. „Wir haben ein Format gefunden, das sportlich, abwechslungsreich und einfach anders ist. Und es ist schön, dass es so angenommen wird“, erklärt der Kieler. Doch bei aller Begeisterung für den Segelsport ist das oberste Ziel die Gesundheit der Aktiven und Gäste, so dass die Einhaltung der Hygienevorschriften Vorrang habe, so die Veranstalter. 

Der blueribboncup wendet sich an seegehende ORC-Club-Yachten und Doublehand-Crews ab einem CDL von 8,1 (oder größer). Meldungen sind unter www.manage2sail.com möglich.

In der Meldeliste der Vollcrews finden sich zahlreiche Stammkunden, aber auch zahlreiche neue Projekte. Zur ersten Gruppe zählen einige der 32 Starter: Christian Rönsch, der im Vorjahr mit seiner J-111 „Piranha“ in der Gruppe ORC A auf dem Weg nach Kopenhagen Rang drei belegte, Werner Lemmel (ASC) aus Berlin mit seiner Swan 46 „Rarotonga“ (Zweiter auf dem Hinweg, Dritter auf dem Rückweg) sowie Dirk Clasen mit der „Ginkgo“ (RVE). Die H39 gewann im Vorjahr die Hintour in der Gruppe ORC B.

Auch die die „Intermezzo“ (Schulz/Bläsi/Blankeneser Segel-Club/Match 42) ist Wiederholer. Dabei treffen die Hamburger in diesem Jahr auf den Namensvetter aus Berlin, denn auch der amtierende Deutsche Meister in der Klasse ORCi I/II, „Intermezzo“, tritt beim blueribboncup an. Jens Kuphal, Eigner und Skipper der „Intermezzo“, freut sich auf den ersten Start 2020. „Wir haben ein paar Trainingseinheiten angesetzt und wollen die Regatta im August nutzen, um uns einzukurbeln“, so Kuphal. Die Landmark 43 hat über den Winter ein aufwendiges Refit in England bekommen. Neben Taktiker Robert Stanjek (Starboot-Olympia-Sechster von London) und dem Yachtoptimierer Max Gurgel auf der Trimmerposition stößt auch die zweimalige britische Weltumseglerin und Olympiateilnehmerin Annie Lush zum Team.

In der Starterliste Full-Crew verdient sicherlich auch der Auftritt der neuen „Halbtocken 4.0“ Aufmerksamkeit. Eigner Michael Berghorn vom Kieler Yacht-Club hat seine X41 gegen eine Mills 45 ausgetauscht. Der Offshore-Renner aus der Feder von Mark Mills segelte in den vergangenen Jahren unter dem Namen „Concubine“ die großen Regatten auf der Südhalbkugel vor Australien. Große Ziele sind Offshore-Regatten wie die Teilnahme am Fastnet Race. Doch als Erstes steht der blueribboncup auf dem Programm, bevor es mit der IDM zur Kieler Woche weitergeht.

Erstmals am Start ist auch die „Imagine“. Holger und Felix Streckenbach (GYC) haben im Winter die TP52 nach Greifswald geholt. Die ehemalige „Azzurra“ gewann 2012 die 52 Super Serie.

Und nicht zuletzt Mathias Müller von Blumencron mit seiner Class 40 „Red“ gehört zu den beachtenswerten Teilnehmern. Der 60-jährige Journalist zählt zu den erfahrensten Hochseeseglern Deutschlands. Shetland Race, Baltic 500, Channel Race, Fastnet Race, Atlantic Anniversary Regatta … der Hamburger war dabei. An Bord der „Red“ ist zudem Tobias Schadewaldt. Der gebürtige Wilhelmshavener war erfolgreicher Lasersegler und vertrat Deutschland bei den Olympischen Spielen 2012 in London im 49er. Schadewaldt gewann dreimal die Kieler Woche und hat somit gute Erinnerung an die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt und deren Förde.

Die J-111 „Piranha“ (Christian Rösch/KYC) gehörte zu den ganz frühen Meldungen.
Foto: S. Jürgensen

Hinter dem Namen „Dojo“ verbirgt sich die Gewinnerin der Regatta Rund Bornholm der Warnemünder Woche, „t-time“. Jonas Franke tritt mit der Archambault 34 an. Ein Wiederholungstäter mit neuem Schiff ist Mathias Brückert (KYC), der seine X-41 gegen „Moana“, eine Marten 49, getauscht hat.

An Bord der „Uijuijui“ (Rainbow 42/Bayerischer YC) tritt die nächste Generation (Durchschnittsalter 22 Jahre) mit Oda und Leopold Hausmann an. „Meine Kids segeln blueribboncup mit meinem Schiff, wie sich das gehört. Die sind Anfang 20, da muss es losgehen. Immerhin war meine Tochter Siebente bei der 420er WM, da soll sie Rund Fünen doch wohl hinbekommen“, so Friedrich Hausmann (Vorsitzender der German Offshore Association). An Bord ist auch Max Marcour, Sohn von Olympia-Silbermedaillengewinner Michael Marcour (1984/Starboot/Vorschoter von Achim Griese). Tatjana Hoesch, eine entfernte Nichte von Vincent Hoesch, dem vielfachen Weltmeister in den verschiedensten Bootsklassen, gehört auch zur Nachwuchscrew aus Bayern. Die nächste Generation wagt den Schritt ins Hochseesegeln.

Auch die Yachten „Geronimo“ (Falk Einecke/WSV/Anteros 36), „Universitas“ (Jannis Kaminski-Reith/ASV Rostock/Farr 42) und „Inshallah IV“ (Carl-Peter Forster/Bayersicher YC/MM 41) sind nicht nur auf der Ostsee bekannt. Und nicht zuletzt ist Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein (NRV) mit seiner „Broader View“, einer Andrews 56, ein gern gesehener Gast an der Kieler Startlinie.

Namenhafte Starter findet man auch in der Gruppe Doublehand. Gerhard Clausen (NRV) tritt mit seiner „Calypso“ (Tripp 75) gegen die „Marguax“ (Menzebach/KYC/J99), „Jinx“ (Tillmans/Ostsee YC/X35), „Stine“ (Lange/CKA/Luffe 43), „Harp8“ (Harpprecht/TSVS/One Off) und „Lucy“ (Strobach/KYC/A-31) an. Clausen, der auf dem Wasser kaum etwas ausließ, hat 12er- und America’s-Cupper-Erfahrung, trat mit seiner Dovell 82 vor Kiel und Flensburg an und trifft nun mit seiner 75-Fuß-Yacht auf die größtenteils nicht einmal halb so große Konkurrenz. Zweitgröße Yacht im Doublehand-Feld ist die Swan 48 „Themis“ (Meyer/OYC), gefolgt von der „Lavinia“ (Hausberg/KYC/Grand Soleil 43).

Erstmals ausgeschrieben ist die Klasse Dehler 30od, die sich zu Recht große Hoffnung auf den olympischen Status in der Mixed Doublehand-Offshore-Klasse macht. Mit „playharder“ (Kruse/Deutscher Regatta Segelclub), „tutto bene“ (Hensel/ASV Rostock), „Crasyboat“ (Sator/Offenbach), „power play“ (Schmift-Rybandt/RVG) und „Joint Venture“ (Barthel/SC Dümmer) sind fünf in der aktuellen Meldeliste.

Uwe Barthel ist Klassenboss der olympischen Finnklasse und der neuen Dehler 30od-Klassenvereinigung, die sich als extrem engagiert erweist. Auch zur Kieler Woche wird die Dehler 30od als Einheitsklasse ausgeschrieben. Die deutsche Klassenvereinigung plant im September im Rahmen der Kieler Woche ihre erste German Open. 2024 wird diese neue olympische Disziplin in Frankreich erstmals an den Start gehen und um olympische Medaillen segeln. Vielleicht in der Dehler 30od.

Der blueribboncup findet von Freitag, 21. August, bis Sonntag, 23. August, statt und führt von Kiel rund Fünen zurück nach Kiel. Der Start erfolgt am Freitag um 10 Uhr vor dem Kieler Yacht-Club in Kiel-Düsternbrook. Von da geht es rund Fünen über die dortigen Checkpoints zurück in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt. Am Samstag werden die schnellsten Teilnehmer nach der rund 200 sm langen Strecke ab Nachmittag zurückerwartet. Ein Get-Together und die Siegerehrung in Düsternbrook, vermutlich nach Startgruppen unterteilt, wird für den Sonntagmorgen noch organisiert. Das Meldegeld wurde angepasst, wobei die Liegeplatzgebühren von Donnerstag auf Freitag und Samstag auf Sonntag im Preis enthalten sind, so die Veranstalter. Um 8.00 Uhr am Freitag ist die virtuelle Steuermannsbesprechung mit Wettfahrtleiter Andreas Herbst (KYC) per GoToMeeting angesetzt. Dabei wird lediglich aktuell der Kurs (links oder rechts um Fünen) bekanntgegeben. Bevor es danach an die Startlinie geht, kann auch das Publikum an Land eine traditionelle Zeremonie aus erster Reihe gut beobachten: Mit Rettungsweste hat sich die komplette Crew an der Reling stehend zu verabschieden. „Wir machen dann von jeder Crew ein Foto und wissen so, dass alle Mann an Bord sind. Dieses Zeremoniell wird auch „Eckis Kiel Gate“ genannt. Und zugleich präsentieren sich die Teilnehmer so den Zuschauern an Land, die unter Berücksichtigung des Hygiene-Abstandes in Düsternbrook willkommen sind.

Neue Marketing-Chefin bei Hempel

Michael Hansen, Group Commercial Officer, sagte dazu: „Wir haben unsere Marketing-Funktion um das Produktsortiment und das Portfoliomanagement erweitert. Dies spiegelt unsere regionale Ausrichtung besser wider und ermöglicht eine effektivere Kommunikation über Produkte und Produkteinführungen. Camilla ist die ideale Person, um diese erweiterte Funktion und das globale Team zu leiten.“

In ihrer neuen Rolle wird Travis für Hempels Marketing-Struktur weltweit verantwortlich sein. „Hempel verfügt über ein attraktives Portfolio an Produkten und Dienstleistungen, das genau auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt ist“, sagt Travis. „Ich freue mich sehr darauf, mit unseren globalen Teams zusammenzuarbeiten, um eine relevante Kommunikation unserer Produkte und Dienstleistungen zu schaffen und innovative Tools und Kanäle zu entwickeln, die allen unseren neuen und bestehenden Kunden hilfreich sind.“

Camilla Travis verfügt über mehr als 20 Jahre Marketingerfahrung und umfasst nahezu alle Marketingdisziplinen. Sie kommt von Assa Abloy in Schweden, dem auch in Segelkreisen bekannten Unternehmen für Schließsysteme.

Spannende Duelle, große Felder

Auch in den nichtolympischen Klassen kommt es zu interessanten Duellen und Auftritten. Segeln Helge und Christian Sach (Zarnekau) auf dem schnellen F18 zu ihrem zehnten Kieler-Woche-Sieg seit 2006? Gelingt Wolfgang Hunger sein 23. Kieler-Woche-Sieg? Der Arzt aus Strande führt die ewige Kieler-Woche-Titelliste unangefochten an. In diesem Jahr tritt der ehemalige 470er-Olympiateilnehmer erneut mit Vorschoter Holger Jess (Wittensee) an. Zusammen hamsterten sie vor Kiel schon acht gemeinsame Erfolge im 505er, den letzten im Vorjahr.

Aber Hunger und Jess waren auch schon als Konkurrenten am Start und kämpften gegeneinander um den Kieler-Woche-Sieg. Wolfgang Hunger gelangen weitere sechs 505er-Erfolge mit Julien Kleiner. Doch der Wittenseer revanchierte sich und hatte je einmal den Bug vorn mit Tim Böger, Meike Schomäker und dem Australier Michael Quirk. Damit unterstrich Jess, dass auch ein Vorschoter seinen Anteil am Erfolg auf der Zweimannjolle hat.

Gleich zwei amtierende Europameister treffen in der Europe aufeinander. In der Einhandjolle haben die Europameisterin Anna Livbjerg aus Dänemark und der Europameister Schilt Catafal aus Spanien gemeldet. Die deutschen Hoffnungen liegen auf den Schultern der Kielerin Marisa Roch, die bei der Europameisterschaft Platz acht belegte. Die größte Fraktion in der Europe stellen übrigens die Dänen mit 20 Aktiven.

Den größten Andrang in einer nichtolympischen Klasse erleben die 29er. Das Nachwuchsskiff gilt als Vorstufe für den olympischen 49er FX für die Frauen und den 49er für die Männer. Zur Kieler Woche 2020 segeln die Segelstars von morgen nicht nur um den Kieler-Woche-Sieg, sondern auch um den Eurocup. Insgesamt werden 110 Nachwuchscrews in zwei Gruppen an den Start gehen. Weitere 25 Crews stehen auf der Warteliste.

Im Contender nimmt Deutschlands Segler des Jahres 2019, Max Billerbeck (WSV Kollmar), einen weiteren Anlauf auf seinen ersten Kieler-Woche-Sieg in der Einhandjolle. 34 Konkurrenten aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden, darunter Altmeister Jan von der Bank (Eutin/fünf Kieler-Woche-Siege seit 1995), gilt es hinter sich zu lassen. In der Nachwuchsklasse 420er kämpfen 100 Teams um Kieler-Woche-Titel und den Sieg beim Eurosaf Circuit. Die Kieler Woche ist die Abschluss-Serie des europäischen Wettbewerbes. Die Einhand-Nachwuchsklasse Laser 4.7 mit 77 Meldungen (max. 60) und die Radial Open mit 113 Meldungen (max. 100) stellen ebenfalls große Felder mit Wartelisten.

Sunsails Mittelmeerbasen wieder offen

Um die Sicherheit der Chartergäste und Mitarbeiter auch während der Covid-19-Pandemie gewährleisten zu können, hat Sunsail neue Reinigungs-, Sicherheits- und Servicemaßnahmen eingeführt. Nach deren Implementierung sind mittlerweile alle Mittelmeerbasen wiedereröffnet, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt gab. Die neuen Maßnahmen umfassen umfangreiche Reinigungsverfahren auf den Yachten, Schulungen für Mitarbeiter in den neuen Reinigungs- und Desinfektionsprozessen sowie neue Online-Angebote für Kunden. Nach der Rückkehr an den Steg führe man bei jeder Yacht unter anderem eine Dampfreinigung mit Desinfektionsmitteln durch, so Sunsail. Geschirr, Besteck und Bettwäsche werde nur noch versiegelt bereitgestellt. Und auch ein Pflegepaket mit Desinfektionsspray, Handwischtüchern und Handdesinfektionsmitteln stehe den Kunden zur Verfügung. Um vor Ort möglichst viel Distanz halten zu können, gibt es zudem neue Online-Charterbriefings und Live-Webinare für Fragen und Antworten zum Charterurlaub. Josie Tucci, General Manager VP Sales and Marketing, erklärte: „Wir haben viele Ressourcen in die Entwicklung neuer Verfahren gesteckt, um weltweit die Auflagen der Behörden zu erfüllen und sowohl die Sicherheit unserer Kunden als auch unserer Mitarbeiter zu gewährleisten. Wir möchten so unseren Kunden das Vertrauen geben, dass Segelurlaub wieder möglich ist. Mit unserem Konzept ist eine Yachtcharter ein perfekter Urlaub abseits des Massentourismus. Auch für diejenigen, die noch nie gesegelt sind, ist ein Segelurlaub mit Skipper die ideale Alternative zu einem Hotelaufenthalt.“

Souveräner Sach-Sieg zur F18-Deutschen

Bei der Internationalen Deutschen Bestenermittlung (IDB) der Formula 18 wurde zudem der nationale Titel vergeben. Überlegen sicherten sich die Brüder Helge und Christian Sach auf ihrem Heimatrevier diese Auszeichnung.

Etwas erschöpft von der mentalen Anspannung war Wettfahrtleiter Wolle Bahr nach drei Tagen Regattasport. Von Freitag an musste er für die rund 100 Segler, die in diesem Corona-Sommer endlich mal wieder auf die Regattabahn wollten, den besten Wind für faire Bedingungen finden. Keine leichte Aufgabe, denn in der Hochsommer-Wetterlage stellte sich nur ein schwacher Grundwind ein. „Ich hätte mir natürlich etwas mehr Wind gewünscht. So mussten wir in einigen Wettfahrten am unteren Limit der erlaubten Windskala agieren. Dann sind wir als Wettfahrtleitung immer etwas skeptisch. Aber insgesamt können wir doch zufrieden sein, dass uns noch ein gutes Programm gelungen ist“, berichtete Bahr, der insbesondere am Samstag zwischen den beiden Wettfahrten eine lange Pause mit Warten auf segelbaren Wind einlegen musste.

Die Formula 18, die im Gegensatz zu den weiteren Klassen bereits am Freitag begonnen hatten, kamen am ersten Tag noch in den Genuss einer Thermik-Unterstützung für den Grundwind, die sich dann aber am Samstag und Sonntag nicht mehr einstellte. So segelten die F18-Katamarane neun Wettfahrten, die 14-Footer und Musto Skiffs sowie die Topcats konnten immerhin fünf Rennen absolvieren.

Auch wenn Wolle Bahr etwas mit dem Wind haderte, war es für die Teilnehmer ein gelungenes Wochenende. „Am ersten Tag waren durchweg gute Bedingungen, und zum Abschluss am Sonntag gab es auch noch mal ausreichend Wind, um Doppeltrapez zu fahren. Dazwischen war es nicht einfach, aber die Rennen waren letztlich alle fair“, berichtete Helge Sach.

Die Travemünder-Woche-Rekordsieger Helge und Christian Sach hatten allen Grund, mit dem Auftritt in der Lübecker Bucht zufrieden zu sein. In den beiden vergangenen Jahren hatten sie sich zur Travemünder Woche stets geschlagen geben müssen, jetzt hatten sie zur Mövensteinregatta mit einem geliehenen Boot wieder die richtige Einstellung gefunden. Vom ehemaligen Olympia-Teilnehmer und IDB-Konkurrenten Eckart Kaphengst aus Kiel bekamen sie einen „Exploder Skorpion“ und waren damit schließlich schnell unterwegs. „Wir mussten allerdings auch eine Lernkurve durchlaufen. Auf den Gennaker-Kursen waren wir von Anfang an schnell. Auf den Kreuzkursen mussten wir allerdings viel für den Speed arbeiten“, so Helge Sach. Dass ihre Titelserie mit den Einzelplatzierungen 3, 1, 1, 2, 2, 1, 1, 2, 1 unter den 22 Teilnehmern dennoch beeindruckend war, verdankte das Brüder-Duo der richtigen Taktik: „Bei diesen Windbedingungen muss man zusehen, dass man einen guten Start erwischt, und dann konsequent auf die richtige Seite fahren. Das hat bei uns gut geklappt.“

So kontrollierten die Sachs von Tag eins an souverän das Feld, fanden im Laufe der Serie aber in Youngster Jesse Lindstädt und dessen Vater Sven hartnäckige Widersacher: „Jesse ist nicht umsonst im letzten Jahr Vizeweltmeister der Nacra 15 geworden. Er gibt Vollgas, das merkt man. Und Sven hat unglaublich Erfahrung mit dem Boot“, sagte Helge Sach. Von der Erfahrung von Sven Lindstädt profitierten die Sachs aber auch selbst. Sie hatten sich einen kompletten Segelsatz von dem Hamburger Segelmacher geholt. Diesen auf Topspeed zu trimmen, war die Aufgabe von Christian Sach in gemeinsamer Arbeit mit seinem Sohn Johann. Helge Sach: „Die beiden haben gut zusammen gearbeitet. Ich hatte wenig Zeit, habe zuletzt Foil-Trainings gegeben. Für uns war das ein guter Testballon. Jetzt wollen wir noch die Kieler Woche segeln, und im nächsten Jahr steht die WM in Italien auf dem Plan.“

Hinter den Sachs belegten schließlich Jesse und Sven Lindstädt nach einem durchwachsenen ersten Tag und Topergebnissen am Samstag und Sonntag Platz zwei. Auf Rang drei schoben sich noch Gerd Schmitzer/Tina Vercouteren vom Bodensee, die am letzten Tag noch die Lokalmatadore Andreas Behem/Katharina Speckmann vom Bronzeplatz verdrängten.

Bei den 19 Crews der 14-Footer lieferten sich die Kieler Oliver Voß/Eike Ehrig und die vom Selenter See stammenden David und Peter Schafft ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die abschließende Wettfahrt entschied schließlich zugunsten der Kieler, die im Endergebnis einen Punkt Vorsprung hatten. Einen weiteren Punkt zurück kamen Dennis Gehrlein/Lasse Nielandt (Oberhausen) auf den dritten Platz.

In den kleinen Feldern der Musto Skiffs und Topcats setzten sich Nino Sandmeier (Berlin/Musto Skiff) und Michael Winkelmann/Rene Treichel (Scharbeutz/Topcat) durch.

Messe: Vorschau auf die Interboot

Friedrichshafen – Kurz und prägnant lässt sich die diesjährige Special
Edition der Interboot auf den Punkt bringen: Der Claim „Mit Abstand
einmalig“ macht deutlich, dass Messen genügend Raum für eine
Corona- konforme Veranstaltungsdurchführung bieten können. Als
eine der ersten großen Wassersportmessen in Europa geht die
Interboot von Samstag, 19. bis Sonntag, 27. September 2020 in
Friedrichshafen mit einem ehrgeizigen Ziel an den Start: „Wir möchten
der Wassersportbranche neun Tage lang eine Plattform bieten, die ein
sicheres Einkaufserlebnis, eine ansprechende Produktauswahl und viel
wertvolles Fachwissen für die Wassersportler bietet“, betont Klaus
Wellmann, Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen. Die
Messemacher am Bodensee ermöglichen in Corona-Zeiten in ihren
Hallen genügend Raum für Aussteller und Besucher. Tickets sind
ausschließlich online erhältlich. Ein detailliertes und umfassendes
Sicherheits- und Hygienekonzept wird den hohen Anforderungen in
Pandemiezeiten gerecht.

Mit rund 200 Ausstellern rechnet das Messeteam derzeit, insgesamt sechs
Messehallen werden dafür geöffnet sein. Das Produktspektrum reicht von
Segel- und Motorbooten, über alle Kategorien von Boards bis hin zu den
Angeboten des Elektronik-, Zubehör- und Bekleidungsmarkts. Das Beach
Kino in Halle A5 bringt Filme rund um das kühle Nass auf die Leinwand.
„Wir bieten dann umfangreiche Einkaufsmöglichkeiten im aktuell größten
Wassersport-Shopping-Center im Herzen Europas“, stellt Interboot-Projektleiter Dirk Kreidenweiß fest.

Die Interboot Special Edition präsentiert sich marktgerecht in diesen
Pandemie-Zeiten. Die Messe hat sich mit ihrem komprimierten Angebot an
die Herausforderungen angepasst und den Fokus auf eine klassische
Produktschau sowie auf die Vermittlung von Fachwissen für den
Wassersportler gelegt. Für Dirk Kreidenweiß ist klar, dass „in besonderen
Zeiten auch besondere Zeichen gesetzt werden müssen. Das Thema
Sicherheit steht für uns eindeutig im Vordergrund. Wir schaffen gute
Voraussetzungen für eine Messe, die unter besonderen Bedingungen
stattfindet, sind hochmotiviert und stellen uns den ungewöhnlichen
Herausforderungen.“

Umfangreiche Gesundheits- und Hygienemaßnahmen wie zum Beispiel die
Vorgabe zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, erhöhte
Reinigungsintervalle von Türgriffen, Handläufen und Sanitäranlagen sowie
Glas- und Plexiglasscheiben im Info-, Garderoben- und Kassenbereich
gewährleisten Ausstellern und Besuchern eine sichere Veranstaltung. „Bei
der Hallenaufplanung achten wir auf breitere Gänge sowie ein
ausgeklügeltes Wegeleitsystem und Abstandsmarkierungen auf dem
Boden“, erklärt Dirk Kreidenweiß. Clemens Meichle, Geschäftsführer von Ultramarin, blickt erwartungsvoll auf die Veranstaltung: „Nach der besonderen Saison 2020 freuen wir uns auf viele Wassersportler in den Messehallen. Von der Ausrüstung über die passende Bekleidung bis hin zu Segel- und Motorbooten von Bavaria und Bente präsentieren wir die gesamte Bandbreite.“ Auch Hans Roelants, General Manager Sea Ray Boats EMEA, ist optimistisch gestimmt: “Wir sind sehr froh, dass die Interboot 2020 stattfinden kann. Insgesamt 15 Boote werden an unserem Stand zu sehen sein. Wir zeigen damit unser Vertrauen in die Interboot.“

Die Interboot präsentiert von Samstag, 19. bis Sonntag, 27. September 2020
täglich von 10 bis 18 Uhr die Welt des Wassersports. Tagesdatierte Tickets
sind ausschließlich online erhältlich. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.interboot.de

Über Kiel nach Tokio

2015 und 2016 konnte Kohlhoff mit Caro Werner (Kieler Yacht-Club) Kieler-Woche-Siege hamstern und möchte im „vorolympischen“ Jahr einen draufsetzen. Doch die Konkurrenz im Feld des foilenden Zweihand-Katamarans mit Doppeltrapez ist weltmeisterlich. So sind die amtierenden Weltmeister aus Großbritannien John Gimson/Anna Burnet und die Goldmedaillengewinner aus Brasilien Santiago Lange/Cecilia Carranza Saroli (Wildcard) gemeldet. Diese beiden Duos sind nicht die einzigen Topcrews im Kieler-Woche-Feld. Dazu stoßen die Franzosen Quentin Delapierre/Manon Audinet (WM-4.), das italienische Duo Vittorio Bissaro/Maelle Frascari (Olympia- und WM-5.), die spanische Mixed-Crew Tara Pacheco/Florian Trittel (WM-6.), die WM-Achten Lin Cenholt/Christian Peter Lübeck aus Dänemark, die WM-Neunten Sinem Kurtbay/Akseli Keskinen aus Finnland sowie die Kieler-Woche-Titelverteidiger und Olympia-Dritten Thomas Zach/Barbara Mats (Österreich), die allesamt einiges daran setzen dürften, der deutschen Nachwuchscrew einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Die Titelverteidiger im Nacra 17: Thomas Zach/Barbara Mats (Österreich).

Aber Angst vor großen Namen kennt der 26-jährige Sportsoldat, der 2016 der Jüngste im deutschen Olympiateam war, nicht. Mit seiner neuen Vorschoterin Alica Stuhlemmer sicherte er zum Ende des vergangenen Jahres mit Rang zwölf bei der WM in Neuseeland den deutschen Nationenplatz für die Spiele und nimmt nun seinen zweiten olympischen Anlauf. Neun Punkte hat das Kieler Mixedteam dank des 12. Platz auf dem nationalen Qualifikationskonto. Mit der Kieler Woche und der EM vom 28. September bis 4. Oktober auf dem Attersee in Österreich wird die innerdeutsche Qualifikation fortgeführt. Dann steht fest, wer die deutschen Farben im Nacra17 vertritt. Doch es scheint nur eine Formalie zu sein, denn zurzeit zeichnet sich keine deutsche Konkurrenz ab.

Nun liegt das Heimatrevier Kiel auf dem Weg nach Tokio. „Es ist ein hochkarätiges Feld am Start und eine erste wichtige Standortbestimmung nach einer langen Pause. Das gilt wegen der Pandemie ja für alle“, so Kohlhoff. Es sei schön, den ersten Härtetest auf der Kieler Förde zu erleben. „Wir fühlen uns in unserer Bucht immer besonders wohl und haben ja in den vergangenen Jahren auch fast immer Topleistungen abrufen können“, so der Steuermann, der zusammen mit Vorschoterin Alica Stuhlemmer seit Mitte April in Kiel trainiert und das auch bis zur Kieler Woche fortsetzen wird. Sie würden nichts dem Zufall überlassen. Bei diesem WM-würdigen Klassefeld in Kiel sei vieles möglich, ein Platz auf dem Treppchen das Ziel. Und damit wäre das Olympiaticket sicherlich schon in Kiel gesichert. (hel)