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Fahrten-Katamaran aus Übersee: MC 50

Von Anfang an setzte Werftgründer John McConaghy auf die Fertigung sportlicher Schiffe. In den 1960er und 70er Jahren baute er Skiffs, Tornados und A-Class-Kats, bevor er sein Portfolio allmählich erweiterte und schließlich mehr und mehr größere Yachten fertigte. Die große Leidenschaft des Australiers galt der Entwicklung und Anwendung neuer Bootsbau-Materialien und -Techniken, wie die Einbeziehung von Kevlarverstärkungen oder die Nutzung von Vakuuminfusion. 2000 übernahmen seine langjährigen Mitarbeiter Jono Morris und Mark Evans die Firma, errichteten 2006 in China große Produktionshallen, wo neben so gängigen Modellen wie Elliot 6m America´s Cupper, Super-Racer auch große Motoryachten entstanden.

Weitere acht Jahre später entschied man sich zu einer Kooperation mit der in Hongkong ansässigen Tiger Group, die von Graham Porter geführt wird. Diese Partnerschaft besteht noch heute und sorgt dafür, dass rund 200 Bootsbauer an drei verschiedenen Standorten in China, Hongkong und Sydney die Nachfrage an High-Performance-Racern, Superyachten und Jollen decken können.

Schon seit Jahren sind auch Fahrten-Katamarane im McConaghy-Angebot. Wie der neue MC 50. Der feierte in diesem Frühjahr Weltpremiere und überraschte mit einer sehr modern und angriffslustig wirkenden Silhouette (inklusive Flybridge) und vielen kreativen Layoutlösungen. Im stylisch, aber dennoch wohnlich eingerichteten Salon mag man sich selbst bei Tropenhitze gerne aufhalten. Ohne die Klimaanlage einschalten zu müssen, weht immer ein Lüftchen durch den Raum, denn die langen Seitenfenster lassen sich komplett öffnen, sodass Durchzug entstehen kann.

Technische Daten

Lüa: 15,30 m
LWL: 15,00 m
Breite: 8,00 m
Tiefgang: 1,0 – 2,7 m
Wassertank: 600 l
Treibstofftank: 1.500 l
Motor: 2 x 57 PS
Groß: 104 m²
Fock: 50 m²
Code 0: 120 m²
Preis: ab 1.732.382 Euro
Werft: www.mcconaghyboats.com

Speed und Spenden bei der Strandsegel-WM

Nirgendwo sonst in Deutschland bietet die Natur auf einer so großen Fläche harten Strand mit zuweilen tückischen Prielen wie auf der zwölf Kilometer langen und ein Kilometer breiten Sandbank von St. Peter-Ording. Die „breite Plate“ gilt als größte Sandkiste Deutschlands und liegt im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, einem von 16 Nationalparks in Deutschland.

Ausrichter der Weltmeisterschaft ist der YC St. Peter Ording, der neben den sportlichen Wettkämpfen auch soziale Events wie den „Oldest Sandyacht Shirt Contest“, das „Rocktoberfest“ und natürlich die große Siegerehrung mit Dinner bietet. Mit von der Partie ist als Sponsor auch Budweiser Budvar. Die Brauerei verbindet sein Engagement auch gleich mit einem guten Zweck. „Unsere Spendenaktion zu Gunsten des Nationalparks Wattenmeer anlässlich der Strandsegel Weltmeisterschaft in St. Peter-Ording soll unser Engagement für den Naturschutz ergänzen“, berichtet Rüdiger Schleusner, Vorsitzender der Geschäftsführung Budweiser Budvar Importgesellschaft mbH. „Dass internationaler Spitzensport auch im Einklang mit den hohen Anforderungen zum Schutz des Nationalparks möglich ist, zeigt diese WM – ein großes Lob an die harmonische Zusammenarbeit zwischen den Vertretern der Nationalparkverwaltung, des ausrichtenden Vereins und der Sportler“, so Schleusner.

„Was diesen Sport, der vor rund 400 Jahren an der holländischen Nordseeküste seinen Anfang nahm, zudem auszeichnet, sind Leidenschaft und gelebte Traditionen, trotz aller technischer Neuerungen“, ergänzt Schleusner. Während der WM bietet St. Peter Ording neben spannenden Rennen auch jede Menge „Landsailing“. Auf der großen Eventfläche im Yachthafen neben der Budweiser Budvar Lounge können während der Rennpausen – gefahren wird nur bei Ebbe – die Segelwagen bestaunt werden. Gäste sind herzlich willkommen, wenn jeden Abend die Tagesssieger gekürt werden.

Yachting Festival in Cannes wächst weiter

Am Sonntag ging in Cannes das diesjährige Yachting Festival, Europas wohl größte schwimmende Messe, zu Ende. Beeindruckend nicht nur das Bild der vielen Yachten von 2,40 bis 53 Meter direkt im Stadthafen Vieux Port, auch die Qualität der Aussteller gab ein komplettes Abbild der internationalen Werftenszene. Insgesamt wurden 638 Katamarane, Segel- und Motoryachten ausgestellt. 219 von ihnen wurden zum ersten Mal auf der Messe in Cannes gezeigt. 122 waren absolute Weltpremieren. Das Cannes besonders den Luxusbereich abdeckt machen die 150 Yachten über 20 Meterlänge deutlich. Nur 17 Prozent (110) aller Yachten waren Segelyachten plus 33 Katamarane.

Und wer im Heer der über 50.000 Besuchern an den sechs Messetagen über Stege und am Kai eine Yacht nach der anderen bestaunte, merkte schnell: Das Cannes Yachting Festival platzt aus allen Nähten. Mit einem neuen Konzept soll die Messe in 2019 entzerrt werden. Im traditionellen Port Vieux direkt in Cannes sollen im nächsten Jahr nur noch Motoryachten zu finden sein. Alle Segelyachten und Katamarane sollen im benachbarten Port Canto präsentiert werden.

Alles über die Neuheiten aus Cannes 2018 finden sie in der nächsten Ausgabe der Segler-Zeitung und Magazin Segeln.

Kieler Woche setzt weiter auf Inklusion

Das Präsidium des 24(IPC) hat 23 Sportarten in die nächste Bewertungsphase für die Aufnahme in das Paralympische Sportprogramm Paris 2024 aufgenommen. Doch Segeln ist nicht dabei. Nach Tokio wird der Segelsport also auch 2024 bei den Paralympischen Spielen in Paris nicht am Start sein.

Die gesamte Segelwelt zeigte sich enttäuscht, so auch die Organisatoren der Segelveranstaltungen in  Kiel, die im Gegensatz zum IPC auf Inklusion im Segelsport setzen. „Die Entscheidung des IPC bestürzt mich und ist vollkommen unverständlich. Wir werden weiter unseren Beitrag dafür leisten, dass Segeln in Zukunft wieder in das Programm der Paralympischen Spiele kommt, und daher bleibt die 2.4er Klasse ein fester Bestandteil der Kieler Woche“, so der Organisationsleiter der Kieler Woche Regatten, Dirk Ramhorst. „Es gibt kaum einen Sport, der so viele Möglichkeit der Inklusion bietet wie Segeln“, ergänzt der Dänischenhagener.

Die Begeisterung über die perfekte Integration der Para World Sailing Championships in die Kieler Woche 2017 schlug hohe Wellen. Kim Andersen, Präsident des Weltsegler-Verbandes World Sailing, John Petersson, Mitglied im Governing Bord des Internationalen Paralympics Committee/IPC, Julius Beucher, Vorsitzender des Deutschen Behinderten Sportverbandes/DBS, sowie die Vertreter der EUROSAF überschütteten Kiel mit Komplimenten. Es folgten in diesem Jahr die EUROSAF Para Sailing Championships in den Klassen 2.4 mR und Hansa 303 mit 61 Teilnehmern aus 15 Nationen im Rahmen der Kieler Woche. Die Inklusion passe perfekt in das Konzept Kiels. „Wir haben dafür ideale Voraussetzungen. Daher ist die Inklusion seit Jahren ein fester Bestandteil der Kieler Woche“, so Ramhorst. 2002 wurden die paralympischen Klassen erstmalig in die Kieler Woche aufgenommen, seit 2008 wird die Klasse 2.4mR offen ausgeschrieben.

„Es ist eines unserer größten Ziele, dass Segeln wieder dabei ist. Es gibt keine Sportart, die dermaßen für Inklusion geeignet ist“, so Kim Andersen mit Blick auf die Paralympischen Spiele. Behinderte gegen Nichtbehinderte, Seglerinnen gegen Segler, alles das sei möglich in der Klasse 2.4mR. Das starke Signal aus Kiel in Richtung IPC könne nicht überhört worden sein, so der höchste Repräsentant des Segelsports: „Vielen Dank an Deutschland, vielen Dank an Kiel.“

Bei der Initiative von World Sailing zum paralympischen Programm ging es laut Andersen nicht nur um die Wiederaufnahme in das Paralympische Sportprogramm, sondern auch um eine tief verwurzelte Überzeugung des Segelsports zur Integration. „Wir brauchen eine inklusive Gesellschaft mit vollständig barrierefreien Umgebungen, die Menschen mit Beeinträchtigungen befähigen, sportliche Aktivitäten zu betreiben und eine sichere und faire Beteiligung zu erleben.“ All das kann Kiel im barrierefreien Schilksee bieten.

Doch trotz der Signale aus Kiel und einer guten WM in Sheboygan/USA bleibt der Segelsport auf der paralympischen Strecke hängen. Wie Golf, Karate, Para Tanzsport und Elektrorollstuhl-Fußball konnte auch der Segelsport die Kriterien in einer Reihe von Bereichen nicht erfüllen. „Wir haben unermüdlich daran gearbeitet, dass das Segeln die IPC-Kriterien erfüllt. Alle bei World Sailing sind zutiefst enttäuscht über die Entscheidung vom IPC“, sagte World-Sailing-CEO Andy Hunt. Besonders enttäuschend ist, dass das IPC bei seinen Wettbewerben auf die Einteilung nach Schadensklassen beharrt. Gerade hier bietet der Segelsport Besonderheiten, die eigentlich für den Sport sprechen sollten. „Segeln ist eine der umfassendsten Sportarten und bietet allen Sportlern Konkurrenzfähigkeit unabhängig von ihrer Klassifizierung. Alle Segel-Athleten agieren auf einem gemeinsamen Level-Playing-Field, und das haben wir gegenüber dem IPC immer wieder betont“, so Hunt in der Pressemitteilung des Weltsegler-Verbandes.

Die Entscheidung über die Nichtberücksichtigung des Segelns für 2024 platzte mitten in die Weltmeisterschaft der paralympischen Klassen in den USA. Heiko Kröger, zweimaliger paralympischer Medaillengewinner, zeigte sich geschockt. In einer Videobotschaft auf Facebook sagte der Hamburger: „Unsere Wiederbelebung als paralympische Sportart ist heute abgeschmettert worden. Wir sind 2024 definitiv nicht dabei. Was 2028 sein wird, weiß heute keiner. Ziemlich schlimme Nachricht für den Segelsport und auch für das Thema Inklusion, denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass Segeln die inklusivste Sportart überhaupt ist. Das muss man jetzt erst einmal verarbeiten.“ Heiko Kröger hat mit großem Engagement Kiel zu dem Inklusionsstandort des Segelsports schlechthin gemacht.

Der Weltseglerverband will sich nun so schnell wie möglich mit der IPC-Führung treffen, um die Details der Entscheidung und die Analyse durch das IPC-Managementteam zu hinterfragen. In den letzten Jahren sei in der Entwicklung von Para World Sailing viel erreicht worden, und der Weltseglerverband will weiterhin ein Programm für die Segler anbieten – auf nationaler und internationaler Ebene. Zudem wurde bei der vergangenen Jahrestagung von World Sailing in Mexiko beschlossen, die Para-Weltmeisterschaften ab 2022 in die alle vier Jahre stattfindenden Worlds der olympischen Disziplinen zu integrieren.

Der Weltseglerverband und Kiel ziehen auch in Zukunft an einem Strang zum Wohl der Inklusion. Doch eine künstlich geschaffene Einteilung nach Schadensklassen, die im Segelsport nicht nötig ist, wird wohl kaum die Lösung sein.

82. Warnemünder Woche mit zwei Weltmeisterschaften und dem Laser Europa Cup

Nach der Warnemünder Woche ist ja bekanntlich vor der Warnemünder Woche. Und so laufen bei den Organisatoren der 82. Warnemünder Woche (6. bis 14. Juli 2019) die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Sportlich haben sich für 2019 bereits die Weltmeisterschaft der J22 Kielboote, die Raceboard Worlds der Surfer und Laser Europa Cup als Highlights angekündigt.

 

Die J22 ist ein Kielboot und gehört zu weitverbreitetsten internationalen Kielbootklassen überhaupt. Die Konstruktion stammt von J-Boats aus den USA, die neben der J22 viele weitere erfolgreiche Kielbootklassen etabliert haben. Bekannt in Deutschland dürfte die J70 sein, auf der die Deutsche Segelbundesliga ihre Regatten segelt. Die J22 ist eine 6,82 Meter lange Balsaholzkern-Sandwich-Konstruktion und wird heute neben den USA auch in Südamerika und in Italien gefertigt. Insgesamt wurden seit 1982 über 1600 Boote von diesem Typ weltweit gebaut. Allein in den Niederlanden umfasst die J22 Flotte über 130 Boote. Grund für die große Beliebtheit, der von dem Designer Rod Johnstone gezeichneten J22, sind ihre sportlichen Segeleigenschaften unter Spinnaker, die guten Kreuzeigenschaften durch den schmalen Rumpf und natürlich die großen Felder, die zu Welt- und Europameisterschaften zusammen kommen. Und so werden auch zur 82. Warnemünder Woche die besten J22 Segler mit mehr als 40 Teams erwartet.

Windsurfen mit Highspeed, das ist der Charakter der Raceboards, die man während der 82. Warnemünder Woche direkt vor der Sport Beach Arena bei ihrer Weltmeisterschaft beobachten kann. Das Raceboard selbst ist zwischen 2,70 und 3,80 Meter lang und laut Klassenregeln sind in der Raceboardklasse zwei Segel bis max. 9,5 Quadratmeter zugelassen. Populäre Vertreter dieser Boardkategorie sind unter anderem der Mistral One Design, der bis 2004 auch die Olympiaklasse gewesen ist, der Mistral PanAm, Mistral Equipe, F2 Race, Fanatic Cat, Mistral III RD, Starboard Phantom Race 380, Starboard Phantom Race 377, Exocet WARP X-380 und Exocet D2.

„Wir erwarten zu den Raceboard Worlds viele Teilnehmer aus der ganzen Welt und freuen uns auf spektakuläre Wettfahrten direkt am Strand“, freut sich Peter Ramcke, Sportdirektor der Warnemünde Woche.

Auch der Laser Europa Cup wird wieder in 2019 seine Station in Warnemünde machen. Er gehört zu den größten europaweiten Segelveranstaltungen für Segler überhaupt. Die ersten Laser Europa Cup Regatten starten bereits im Frühjahr mit Events in Italien, Spanien, Österreich und die letzten Regatten im Dezember in Kroatien. Auf der Ostsee ist neben Polen die Warnemünder Woche großer Gastgeber für Einhandsegler im Laser. Gesegelt wird im Laser Standard, Laser Radial und Laer 4.7 und zusätzlich nach Altersgruppen gewertet. Und so ist es auch kein Wunder den die Laser Segler auch bei der 82. Warnemünder Woche wohl das größte Feld stellen werden.

 

Unter Deck der BB 10

Dass man unter Deck keine unermesslichen Weiten erwarten darf, dürfte schon anhand des schlanken wie flachen Risses erkennbar sein. Die Stehhöhe bedeutet hier bestenfalls gebücktes Stehen, eigentlich aber eher Kriechen. Dennoch ist die BB 10 für ein Boot dieser Größe und Ausmaße durchdacht ausgebaut. Backbords gibt es einen funktionalen Pantry-Block zum Ausziehen, immerhin mit einem einflammigen Gasherd und Stauschrank für Geschirr. Ihm gegenüber liegt eine Backskiste, die auch von innen zugänglich ist und am Niedergang zumindest Notwendigstes wie Handfunke oder Echolot (je nach Eignergeschmack) aufweist.

Eigentliches Zentrum aber ist der symmetrisch angeordnete Salon mit seinen wirklich gemütlich gerundeten Schalensitzen (drei auf jeder Seite), die sich so ähnlich auch auf dem artverwandten 806er wiederfinden. Legt man die Rückenpolster auf die Sitzfläche, ergeben sich in wenigen Schritten zwei komfortable Salonkojen. Wer zu zweit segelt (und dazu ist, abgesehen von Familiencrews mit kleinen Kindern, anzuraten), braucht den Lebensraum nicht umzubauen.

Das schmale Vorschiff bietet eine ausreichende Koje für frisch Verliebte und ist durch das große Vorluk im Kopfbereich gut belüftet. Zwei beidseitig verbaute und gut durchdachte Stauschränke bieten genügend Platz für täglich zu nutzende Segelklamotten, aber auch kleinere Ablagen und Fächer für Handy, Tablet, Power­bank und andere moderne Errungenschaften der digitalen Welt, die es beim Debüt der BB 10 längst noch nicht gab.

Drei Top-Ten-Platzierungen beim Olympiatest vor Enoshima

Im 470er-Feld der Frauen glänzte Frederike Loewe mit Platz sechs, obwohl sie im Laufe der Serie ihre verletzte Vorschoterin Anna Markfort durch Skiffseglerin Anika Lorenz tauschen musste, mit Platz sechs.

Die WM-Dritten Tim Fischer und Fabian Graf hatten sich mit Rang drei im Medaillenrennen noch auf Platz fünf im Gesamtklassement vorarbeiten können. Für das junge Team bedeutet das nach der überraschenden WM-Medaille von Aarhus erneut eine Weltklasseleistung. Steuermann Tim Fischer sagte nach dem ersten Test in den japanischen Gewässern: „Es ist kein einfaches Revier. Wir hatten allerdings immer ablandige Winde, die für die Jahreszeit der Olympischen Spiele in zwei Jahren nicht typisch sein sollen. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Ergebnis und freuen uns sehr, dass wir die Saison so abschließen konnten. Sehr gute Downwinds haben uns solide Resultate und dieses Endergebnis beschert. Jetzt gilt es, die Verletzung vom Jahresbeginn vollends auszukurieren und das Gewicht im Winter wieder draufzubekommen.“

Auch Philipp Buhl zog zufrieden Bilanz, nachdem er sich erneut in der Weltspitze platzieren konnte. „Es war nicht ganz einfach, nach den sehr intensiven 100 Tagen bis zur WM als Jahreshöhepunkt noch einmal einen ähnlichen Fokus hinzubekommen. Ich habe es jeden Tag versucht, nicht immer ganz geschafft. Ich denke, dass derjenige das Rennen gemacht hat, der nach der WM hier mit der meisten Wut und Motivation angereist ist. Da sieht man mal, was viel Entschlossenheit ausmachen können.“ Der Brite Elliot Hanson, der bei der WM in Aarhus mit einem verpatzten Medaillenrennen von Buhl noch aus den Medaillenrängen gedrängt worden war, gewann die Weltcup-Regatta mit großem Abstand vor allen Konkurrenten.

Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger (11.), die 470er-Seglerinnen Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (12.) und die 470er-Segler Simon Diesch/Philipp Autenrieth (13.) hatten den Einzug in die Medaillenrennen ebenso knapp verpasst wie die beiden deutschen Nacra17-Teams Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (13.) und Johannes Polgar/Carolina Werner (14.), die schon früh in der Serie von Kollisionen und schweren Beschädigungen ihrer Katamarane zurückgeworfen worden waren und diese Rückstände nicht mehr ausgleichen konnten. „Es ist hart zu akzeptieren, dass unsere Ergebnisse nicht alleine von uns abhingen, sondern teils von Umständen, die außerhalb unserer Kontrolle lagen“, so das Team Kohlhoff/Stuhlemmer, das nun im Anschluss an der Enoshima Race Week teilnimmt.

Den guten Zusammenhalt des German Sailing Teams demonstrierte in Enoshima ein verletzungsbedingter Crew-Wechsel. Weil 470er-Vorschoterin Anna Markfort Knieprobleme hatte, stieg 49erFX-Vorschoterin Anika Lorenz nach Ende der eigenen Serie für den Endspurt zu Frederike Loewe ins Boot. Gemeinsam holte das Berliner Duo zwei sechste Ränge – eine starke Leistung für die Crew.

 

Ergebnisse von Enoshima

Laser Standard: 1. Elliot Hanson (GBR) 59 Punkte, 2. Matthew Wearn (AUS) 97, 3. Sam Meech (NZL) 106, …5. Philipp Buhl 109

Laser Radial: 1. Marit Bouwmeester (NED) 30, 2. Josefin Olsson (SWE) 51, 3. Emma Plasschaert (BEL) 57,… 11. Svenja Weger 78.

470er Männer: 1. Keiju Okada/Jumpei Hokazono (JPN) 32, 2. Mathew Belcher/William Ryan (AUS) 40, 3. Daichi Takayama/Kimihiko Imamura (JPN) 43, …13. Simon Diesch/Philipp Autenrieth 89

470er Frauen: 1. Afrodite Kyranakou/Anneloes vam Veen (NED) 29,2. Ai Kondo Yoshida/Miho Yoshioka (JPN) 33, 3. Benedetta di Salle/Alessandra Dubbini (ITA) 34, … 6. Frederike Loewe/Anna Markfort (Anika Lorenz) 47, 12. Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß 74

49er: 1. James Peters/Fynn Sterritt (GBR) 54, 2. Logan Dunning Beck/Oscar Gunn (NZL) 72, 3. Lukasz Przybytek/Pawel Kolodzinski (POL) 72, … 5. Tim Fischer/Fabian Graf 77

49erFX: 1. Martine Soffiatti Grael/Kahena Kunze (BRA) 19, 2. Alexandra Malony/Molly Meech (NZL) 45, 3. Klara Wester/Rebecca Netzler (SEW) 48, …15. Victoria Jurczok/Anika Lorenz 76, …18. Tina Lutz/Susann Beucke 82

Nacra17: 1. Jason Waterhouse/Lisa Darmanin (AUS) 34, 2. Ruggero Tita/Caterina Banti (ITA) 35, 3. Vittorio Bissaro/Maelle Frascari (ITA) 42, …13. Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer 84, 14. Johannes Polgar/Carolina Werner 92,8.

MSC gewinnt Zweitliga-Meisterschaft vor Kiel

Für die Zweite Liga bildete Kiel bereits den Abschluss der Saison, in der sich der Mühlenberger SC durch einen vierten Platz in der Innenförde die Meisterschaft im Liga-Unterhaus sicherte. Mit dem MSC schafften der Schlei SC, die SV03 Berlin und die SG Loheider See den Sprung in die Erste Liga zur kommenden Saison.

„Es war eine tolle Veranstaltung, die gut zur Stadt Kiel passt und mit der wir sehr zufrieden sind. Die über 10.000 Zuschauer können da nicht irren und spiegeln den Zuspruch denke ich sehr gut wider. Wir freuen uns, wenn wir die Bundesliga das nächste Jahr wieder hier zu Gast haben und mein Dank geht an die Organisatoren, alle Helfer und die Seglerinnen und Segler“, so Gerwin Stöcken, Stadtrat für Soziales, Wohnen, Gesundheit und Sport der Stadt Kiel.

Die Top-Platzierungen in der Zweiten Liga waren bereits vor dem Event weitgehend festgeschrieben. Und tatsächlich änderte sich an den Positionen auf den ersten vier Rängen in Kiel nichts mehr. Der Mühlenberger SC, der bereits den Aufstieg nach dem Auftritt der Liga in Berlin sicher hatte, schickte eine frische Mannschaft in das Rennen, um den jungen Kräften bereits jetzt die Chance zu geben, Erfahrungen für die Liga zu sammeln. Tatsächlich mussten sich die Hamburger erst einmal in das Geschehen einfinden. Nach dem ersten Tag vor Kiel lag der MSC noch im Mittelfeld, dann aber gelangen der Mannschaft um Steuermann Till Krüger noch vier Tagessiege in den insgesamt 16 Wettfahrten. Platz um Platz kletterten die Hamburger und landeten am Ende nur knapp hinter dem Kieler Podium. Das reichte, um die Spitzenposition in der Liga zu verteidigen und nun als Zweitligameister in die Eliteklasse aufzusteigen. Das erklärte Saisonziel der direkten Rückkehr in das Oberhaus gelang dadurch mit Bravour.

Überlegen segelte die SV03 Berlin an diesem Wochenende. Mit vier Siegen in Folge startete die Crew um Erik Witzmann in das Wochenende und ließ schon fast einen kompletten Durchmarsch befürchten. Der gelang dann zwar nicht, aber auch an den beiden folgenden Tagen waren die Berliner meist vorn dabei und beendeten acht der 16 Wettfahrten in der Topposition. Am Gesamtsieg gab es damit keinerlei Zweifel. Doch zum Sprung auf den Rang des Vizemeisters reichte es nicht mehr. Der blieb durch den Schlei SC besetzt, der in Kiel trotz einiger Fehler und Bestrafungen am Abschlusstag auf dem zweiten Rang agierte. Die SG Loheider See landete in Kiel zwar im Mittelfeld. Doch Platz acht war durch den großen Vorsprung nach der vorhergehenden vier Events ausreichend, um sich den letzten Aufstiegsplatz zu sichern.

Vier Mannschaften am Ende des Feldes müssen zum Abschluss des Jahres im Ligapokal versuchen, sich erneut für die Zweite Liga zu qualifizieren. Auch hier gab es kaum noch Veränderungen. Lediglich dem SC Eckernförde gelang durch den sechsten Platz zum Abschluss der regulären Saison noch der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Auf den rutschte dagegen die SV Gelting Mole ab. Das Team von der Flensburger Förde muss als 15. nun mit den drei Mannschaften dahinter, dem Lübecker SV (16.), dem SC Sorpesee Iserlohn (17.) und dem letztplatzierten RSV Müritz, im Liga-Pokal gegen die aufstrebenden Mannschaften versuchen, die Klasse zu halten. Einen überragenden Eindruck in Kiel hinterließ der stärkste Aufsteiger zu dieser Saison. Andi Lachenschmid segelte mit dem Augsburger SC auf Platz drei in der Innenförde und landete damit insgesamt auf dem elften Platz – also jenseits sämtlicher Abstiegssorgen.

Die Erste Liga hat das große Finale noch vor sich. Doch in Kiel erlebten die Zuschauer an der Kiellinie schon mal furiosen Sport mit Spannung bis zum letzten Zieldurchgang. Ausgerechnet der Deutsche Meister, der NRV Hamburg, patzte in seiner allerletzten Wettfahrt und rutschte damit kräftig ab. Steuermann Tobias Schadewaldt hatte zwar nicht in der souveränen Weise agiert wie noch beim überlegenen Sieg in Travemünde. Doch nach 15 Flights standen die Hamburger auf Platz eins und hatten die besten Trümpfe in der Hand, um schon vor dem Heimspiel in fünf Wochen, alle praktischen Zweifel an einer Titelverteidigung zu zerstreuen. Dann aber lief in der letzten Wettfahrt nichts zusammen. In der drehenden Kieler Brise erwischte Schadewaldt den Kurs schon auf der Startkreuz nicht optimal und rannte dem Feld hinterher. Unter Gennaker und auf der zweiten Kreuz zog er alle Register, um den Anschluss nach vorn herzustellen. An der Luvtonne waren die Hamburger auch an Platz drei dran. Mutig zirkelte der NRV seine Wende an der Bahnmarke zwischen das Fass und die von rechts kommenden Konkurrenten. Zu knapp – so befand die Jury, verhängte einen Penalty, und der NRV war wieder am Ende des Feldes. Zum dritten Mal an diesem Wochenende kassierte der dreimalige Titelträger die volle Punktzahl und purzelte im engen Feld an der Spitze von Platz eins auf Platz fünf.

Der Bayerische Yachtclub konnte dagegen sein Glück kaum fassen. Die Mannschaft um Julian Autenrieth, der seine Olympiaambitionen im 470er gerade beendet hat und spontan auf das Bundesligaboot gestiegen hat, segelte nach nur einem Tag Training auf Platz eins vor Kiel, gefolgt von dem VSaW Berlin, dem Klub am Rupenhorn und dem WV Hemelingen.

Damit hat sich der Bayerische YC auch in der Saisontabelle zum ärgsten Verfolger vom NRV Hamburg aufgeschwungen. Sieben Punkte trennen die beiden Mannschaften vor dem Finale auf der Alster. Die drittplatzierten Hemelinger liegen weitere sechs Punkte auf den BYC zurück.

Bavaria Yachtbau ist gerettet – Insolvenz abgewendet

Bis Ende September hatte Tobias Brinkmann Zeit, Bavaria Yachtbau aus der Insolvenz zu holen. Nun hat der Hamburger Jurist, der während des Insolvenzverfahrens die Geschäftsführung übernommen hatte, die Rettung verkündet.

Ein Eigenkapitalfonds, der von der in Berlin ansässigen CMP Capital Management-Partner beraten wird, übernimmt die Werft in Giebelstadt und auch alle Anteile an der französischen Tochter Bavaria Catamarans. Heute wurde der Kaufvertrag notariell unterzeichnet. Die Verhandlungen sollen bis in die frühen Morgenstunden des heutigen Sonnabend gedauert haben, nachdem der Geschäftsführer der CMP, Kai Brandes, vergangene Woche noch in Cannes gesichtet wurde und dort Gespräche mit Mitarbeitern und Händlern führte. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Auf seiner Homepage gibt CMP an, Eigenkapitalinvestitionen seien zwischen 3 und 30 Millionen möglich. Der Kaufpreis dürfte sich daher innerhalb dieser Bandbreite bewegt haben.

Eine Zustimmung des Kartellamts steht noch aus, dürfte aber als sicher gelten. Bis zum Schluss waren nach unseren Informationen noch drei Bieter im Rennen, einer davon CMP. Ein Eigenkapitalfonds ist ein Geschlossener Fonds, der seine Investitionen ausschließlich aus Eigenkapital, das heisst aus den Einzahlungen der Anleger bestreitet. Fremdkapital in Form von Krediten oder Darlehen wird innerhalb des Fonds nicht aufgenommen.

Wie CMP in einer Pressemitteilung verkündete, sollen alle 550 Mitarbeiter der Bavaria Yachtbau in Giebelstadt sowie die 250 Mitarbeiter der Katamaran-Tochter in Rochefort/Frankreich übernommen werden. Bavaria hatte zuletzt weiter produziert, die Gehälter wurde aus Insolvenzgeld bezahlt. Eine Reihe Mitarbeiter haben das Unternehmen bereits verlassen, jedoch ist die Werft voll produktionsfähig. Von der Anmeldung der Insolvenz bis heute konnte die Werft 220 Yachten fertig produzieren – ein Verdienst von Tobias Brinkmann, der die Insolvenz von Anfang an sehr sauber gemanaged hat und Belegschaft und Händler hinter sich wusste. Die Rettung kommt nun genau passend zu den wichtigen Herbstmessen, die jetzt anstehen. Während zur Bootsmesse in Cannes nur die Katamarane gezeigt wurden, dürften jetzt auf den weiteren Messen auch Bavarias zu sehen sein. Als letzte Neuheit kam die C45 auf den Markt.

Stefan Klaassen, Geschäftsführer bei Bavaria sagte gegenüber sail24.com: “Nach den langen Monaten der Unsicherheit und vielen Verhandlungen mit Investoren sind wir nun sehr glücklich über den Abschluss mit CMP. Wir freuen uns jetzt auf die Zusammenarbeit mit dem Team von CMP, da sich in den Verhandlungen herausgestellt hat, das CMP an eine Zukunft für Bavaria glaubt und sie auch aktiv mitgestalten wird”.

Kai Brandes, Geschäftsführer der CMP sagte in einer Pressemitteilung: “Wir sind von den weltweiten Marktpotenzialen der Bavaria überzeugt und werden das Unternehmen nachhaltig weiterentwickeln. Im Zentrum der Restrukturierungsmaßnahmen werden die Rückgewinnung von Marktanteilen sowie die Verbesserung der Produktionskosten stehen.”

CMP ist eine deutsche Beteiliungsgesellschaft, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 auf die Übernahme von Unternehmen in Umbruchsituationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert hat. Die Gesellschaft ist an einer Reihe von Mittelständlern, vornehmlich mit industrieller Fertigung beteiligt. Von der CMP wird Restrukturierungsexperte und Partner Dr. Ralph Kudla in die Geschäftsführung der Bavaria Yachtbau eintreten.

 

Insgesamt 92 Premieren angekündigt

Die Interboot 2018 geht mit spannenden Neuheiten – insgesamt 92 Premieren sind angekündigt – und Attraktionen ins Rennen: Motosurf heißt die neue dynamische Disziplin, bei der motorisierte Jetsurf-Boards von den Fahrern per Joystick durch die Wellen gesteuert werden. Die rasante Version beim Stand-up Paddling, oder kurz SUP, steht bei der Wassersportmesse am Bodensee ebenfalls im Mittelpunkt.

Vom 22. bis zum 30. September 2018 werden auf der Interboot in acht Messehallen zahlreiche Trends und Neuheiten aus allen Bereichen des Sports präsentiert. „Die Wassersportmesse am Bodensee ist mit ihrem umfassenden Angebot die zweitgrößte Veranstaltung in Deutschland“, berichtet Messechef Klaus Wellmann auf der Interboot-Pressekonferenz am Freitag in Friedrichshafen. Fachliche Tiefe und ein hochwertiges Produktangebot zeigen die 474 Aussteller aus 20 Nationen. Wassersport zum Erleben und Ausprobieren gibt es außerdem auf den Testbecken in den Hallen, am Messe-See und im Interboot Hafen am Bodensee mit rund 100 Booten und zahlreichen Funsportgeräten.

Als Messe der kommenden Wassersportsaison 2019 werden auf der Interboot zahlreiche Innovationen präsentiert. „Wir sind am Puls der Zeit – 92 Premieren sind gemeldet. Erstmals auf einer Messe in Deutschland werden wir auch die Trendsportart Motosurf in Aktion vorstellen“, erklärt Projektleiter Dirk Kreidenweiß. Der Sport sorgt für den extra Geschwindigkeitskick: motorisierte Jetsurf-Boards werden von den Fahrern per Joystick gesteuert. Dabei erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h und sind unabhängig von Wind und Wellen. Die ultraleichten Bretter sind zudem nicht nur handlich und gut zu transportieren, sondern auch umweltfreundlich. Im Verhältnis zu Geschwindigkeit, Reichweite und Verschleiß haben die Boards nur einen geringen CO² Ausstoß. Den Profis zuschauen oder den Trend selbst auf dem Brett erleben, können Neugierige bei Workshops und Demorennen am ersten Interboot-Wochenende.

Rasant kann es auch ohne Motor werden – auf dem Stand-Up Paddle Board (SUP). Vor allem als gemütlicher Freizeitsport bekannt, gibt es aber auch die Wettkampf-Seite des SUP. Bis zu zehn Mal in der Woche trainieren die Profis für die verschiedenen Rennen auf Distanzen zwischen drei und 50 Kilometern. Gegen 100 Konkurrenten paddeln die Sportler einen Bojenkurs ab – oft bei Wind und Wellen und in der Hitze. „Stand-Up Paddling braucht Kraft, Ausdauer und ein gutes Gleichgewichtsgefühl, aber das Schönste ist die Kombination aus Sport, Natur und Entspannung“, meint der baden-württembergische SUP Meister Alexander Stertzik. Mittlerweile ist er auch bei der neuen Sportart Prone zu sehen, bei der auf schmaleren Boards liegend, die Hände als Paddel verwendet werden. Ausprobieren können die Besucher das SUP auf dem Testbecken in Halle B1. Wer sich mehr zutraut, kann die Wettkampffähigkeiten bei der SUP Team Challenge auf der Interboot unter Beweis stellen. Das Siegerteam gewinnt eine Teilnahme an der Britisch Virgin Islands SUP Challenge.

Die Interboot präsentiert von Samstag, 22. bis Sonntag, 30. Oktober 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr die ganze Welt des Wassersports, der Interboot-Hafen lädt täglich bis 19 Uhr zum gemütlichen Sundowner. Die Halle B1 ist am Donnerstag zum Sunset Shopping bis 21 Uhr geöffnet. Die Interboot wird über den Eingang West an der Rothaushalle/A1 zugänglich sein. Die Tageskarte kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Die Familienkarte ist für 28 Euro erhältlich. Kinder zwischen sechs und 14 Jahren bezahlen 5 Euro. Teilweise parallel findet die Tauchmesse InterDive vom 20. bis zum 23. September statt und ist ausschließlich über den Eingang Ost zu erreichen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.interboot.de und www.facebook.de/interboot.

Segel reparieren

Das unangenehme Geräusch reißenden Tuches muss nicht zwangsläufig das Ende des Törns bedeuten. Und nicht in jedem Hafen ist ein Segelmacher verfügbar der das Segel professionell nähen kann. Ist das Tuch trocken und sauber, ist eine Reparatur aber schnell gemacht.

Eine Reparatur, die, wenn möglich, auch den nächsten Tag überdauern soll, gelingt nur mit dem richtigen Werkzeug. Wir haben einen Takelbeutel zusammengestellt, der an Bord nicht fehlen sollte.

Segelmacherhandschuh

Der wichtigste Helfer im Takelbeutel, um blutige Hände zu vermeiden. Die Auflagefläche für die Nadeln sollte tief ausgeprägt sein, damit die Nadel nicht ausbrechen kann. Falls es doch passiert, bleibt die Nadel hoffentlich in dem dicken Leder des Handschuhs hängen – und nicht in der Handfläche.

Segel- und Takelgarn

Die Naht hält nur, wenn das Garn auch ausreichend dimensioniert ist. Für kleine Nähte reicht ein feines Garn. Bei stark belasteten Teilen des Segels wie Schothorn oder Reffkauschen wird das dickere Garn verwendet. Gewachstes Takelgarn kann auch verwendet werden. Die Haftung des Garns ist anschließend besser.

Segelnadeln

Segelnadeln unterscheiden sich maßgeblich von haushaltsüblichen Nadeln. Ihre Spitzen laufen nicht spitz zu, sondern haben eine dreikantige, abgeflachte Spitze, um das Segeltuch nicht zu durchstechen, sondern auseinander zu schieben. Eine Packung beinhaltet verschiedene Stärken – je nach Einsatzzweck.

Gurtband

Vielseitig einsetzbar. Falls eine Kausch am Schothorn oder einer Reffreihe ausreißen sollte, kann die Kausch mit dem Gurtband wieder angenäht werden und hält auch hohen Belastungen stand.

Edelstahlringe

Zusammen mit dem Gurtband die erste Wahl für Reparaturen ausgerissener Kauschen. Mit dem Gurtband am Schothorn fixiert, ist der Urlaub gerettet und es kann wieder gesegelt werden. Je größer das Segel, desto größer müssen auch die Ringe sein

Tape

Für die schnelle Reparatur ist eine Rolle mit schmalem Klebetuch und eine mit einer breiteren Bahn ideal. Ist das Segel sauber, trocken und von Salzresten befreit, genügt es, ein Stück Klebetuch großflächig über den Riss zu kleben. Bei Dreiecksrissen ist es sinnvoll, einen breiteren Flicken aufzusetzen und die Ränder mit dünnem Garn zu umnähen.

Mastrutscher

Meist halten sie der Belastung in der Mastnut nur einige Jahre stand. Durch das ewige rauf und runter Rutschen verformen sie sich und verkanten, sind aber zum Glück auch schnell ausgetauscht und kein großer Kostenpunkt. Man sollte nur darauf achten, dass die Rutscher auch zum eigenen Segel passen.

Takelmesser oder Multitool

Ein wirklich scharfes Messer darf in keinem Takelbeutel fehlen. Sei es, um schnell ein Stück Garn, oder einen Tampen abzuschneiden, starkes Tuch oder auch Lederstücke zu schneiden. Eine gute Alternative zum Messer ist ein Multitool, das neben verschiedenen Klingen, auch eine kleine Schere und eine Zange, um Nadeln durch das Tuch zu ziehen, bereithalten.

Schere

Um grob die Tuchbahnen zuzuschneiden oder größere Flicken mit abgerundeten Ecken aus dem Klebetuch herzustellen, ist eine gute Schere unverzichtbar. Sie sollte solide ausgeführt sein, um auch durch gröberen Stoff mühelos zu schneiden.

Bleistift

Ein grobes Muster anzuzeichnen und dann auszuschneiden, ist selbstverständlich und spart auf Dauer auch Material. Im Gegensatz zu Filzmarkern lässt sich Bleistift anschließend einfach ausradieren. Ab circa 1 Euro. Schreibwarenladen

Ahle

Das Segeltuch sollte bei der Reparatur fixiert und etwas unter Spannung gesetzt werden. Am besten auf einen Untergrund aus Holz und mit zwei stabilen Ahlen, die durch verstärkte Segeltuchteile gestochen werden. Nur bitte nicht auf dem Salontisch festpinnen!

Abstimmen für Juniorsportler Philipp Loewe

Eine Expertenjury wählte aus zahlreichen Vorschlägen die fünf Finalisten aus. Nun liegt es auch an den Fans den Juniorsportler des Jahres zu wählen. Und für die Segler sollte es heißen: Abstimmen für den Laser-Junioren-Weltmeister!

Im Juli gelang dem jungen Berliner der große Coup. Bei der U-21-Weltmeisterschaft segelt Philipp Loewe auf Platz eins. Im September feierte der Medizinstudent gerade seinen 20. Geburtstag und blickt nun gespannt auf die Wahl. Denn große deutsche Sportler der Vergangenheit durften sich zum Beginn ihrer Karriere mit dem Titel des Juniorsportlers des Jahres schmücken: Maria Riesch, Laura Dahlmeier, Timo Boll, Franzi van Almsick gehören dazu.

Nun hat Loewe die Chance sich hier einzureihen. Bei der Online-Wahl der Deutschen Sporthilfe, bei der es für die Teilnehmer auch ein Auto zu gewinnen gibt, tritt Loewe gegen Rodler Max Langenhan, Weitspringerin Lea-Jasmin Riecke, Turnerin Ailleen Rösler und Skispringer Constantin Schmid an.

Ein Segeltalent durfte übrigens schon einmal über diese Auszeichnung jubeln. 1995 wurde Windsurferin Amelie Lux auf Platz eins gewählt, gewann fünf Jahre später ihre Olympiamedaille und wurde weit über die Grenzen des Segelsports hinaus als der Surf-Floh bekannt. Vielleicht steht Philipp Loewe eine ähnliche Karriere bevor. Bis zum 27. Oktober kann die Stimme abgegeben werden.

Hier geht es zur Abstimmung.