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Rüegg im neuen Gewand bei Yachticon

Die Experten geben Unterstützung in allen Fragen zu Kunststoffen, Hölzern, Harzen, Yachtfarben und Kunstteak-Decks („NuTeak“) sowie zu Anwendung und Verarbeitung, damit der Kunde größtmögliche Freude an seinem Boot erhalten kann.

Seit dem Beginn dieses Jahres ist Rüegg in die hellen Räume, im Erdgeschoss der Firma Yachticon gezogen. Das bekannte Warenangebot zu Bootsbau, Bootspflege, sowie einer großen Auswahl Teak- und Mahagonileisten, in unterschiedlichsten Profilen, wurde um etliche Bereiche erweitert. Neben Produkten im Freizeitbereich, sind Markenwerkzeuge und Textilien hinzugekommen. Die große Lagerkapazität, des angrenzenden Lagers, ermöglicht hohe Verfügbarkeit und kurze Lieferzeiten. Mehrmals täglich verlassen DHL-Lieferungen das Haus. Zudem sind viele Sonderposten zu interessanten Preisen im Ladengeschäft zu erhalten.

Rüegg, Bgm.-Bombeck-Str. 1, 22851 Norderstedt

www.ruegg-shop.de

 

Wahl zum Segler des Monats Mai: Abstimmen auf sail24.com!

Die deutschen 470er-Segler legen aktuell eine außergewöhnliche Performance an den Tag. Nach Top-Ergebnissen bei den hochklassigen Regatten im Mittelmeer zum Saisonauftakt sorgten sie am Schwarzen Meer mit einem außergewöhnlichen Ergebnis für Aufsehen: Gleich drei deutsche Mannschaften durften sich in Bulgarien über einen Medaillengewinn bei der Europameisterschaft freuen.

Erfolge in Serie feiert auch die Crew der „Elena Nova“. Die Palma Vela hat sich als das Ereignis für die Mannschaft von Eigner und Steuermann Christian Plump erwiesen. Auf der Mittelmeer-Insel machten die „Elena Nova“ das halbe Dutzend voll.

Die Match-Race-Spezialisten sind rar geworden in Deutschland. Immerhin beweist der Hamburger Max Gurgel immer wieder, dass er dieses Handwerk versteht. Als einziger deutscher Steuermann ging er beim Match Race Germany an den Start und schlug sich achtbar.

Die 470er-Kader-Segler, die „Elena Nova“-Crew und Max Gurgel mit seiner Mannschaft stehen in der Auswahl zur Abstimmung über die Segler/innen des Monats Mai. Die Wahl läuft über die User von sail24.com und ist vom 14. bis zum 21. Juni auf der Webseite freigeschaltet.

Auswahlliste für Mai

470er-EM-Medaillen-Gewinner
Gleich drei deutsche Medaillen bei einer internationalen Meisterschaft: Das ist herausragend! Frederike Loewe/Anna Markfort als Zweite der Frauen sowie Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß und Malte Winkel/Matti Cipra als jeweils Dritte gelang dieses Kunststück bei der Europameisterschaft der 470er in Bulgarien. Gemeinsam feierten sie auf dem Podest. Foto: Nikos Alevromytis

 


„Elena Nova“-Crew
Die wachsende Flotte der Swan 45 ging zum zweiten Mal als Einheitsklasse bei der Palma Vela an den Start. In den Jahren zuvor wurden die Swan 45-Yachten stets in die ORC-Vermessungsklasse eingeordnet. Am Sieger endete das indes nichts. Bereits zum sechsten Mal in Folge setzte sich die „Elena Nova“ von Christian Plump in ihrer Startgruppe durch. Foto: Nico Martinez

Match-Race-Team Max Gurgel
Obwohl der Hamburger seit rund einem halben Jahr kein Match Race mehr bestritten hat, zeigte er beim Match Race Germany vor Langenargen, dass er die Duell-Variante des Segelns weiterhin bestens beherrscht. Nach einer starken Vorrunde musste sich der Dritte des Vorjahres allerdings vor dem Einzug ins Halbfinale geschlagen geben. Sein Endresultat: Platz fünf. Foto: V. Göbner

Wahl zum Segler/in des Monats Mai

Einhandsegler bei Rügen gerettet

Es war eine Verkettung von unglücklichen Umständen, die dem Einhandsegler im Greifswalder Oie zum Verhängnis wurde. In der Nacht zum 13. Juni 2018 lief die zehn Meter Yacht südöstlich von Rügen derart auf Grund, dass das Unterwasserschiff beschädigt wurde und Wasser eindrang. Binnen kürzester Zeit fielen der Motor und die Bordelektrik aus, sodass der 74-jährige Skipper weder mit Motorkraft weiterkam, noch mit dem Funkgerät um Hilfe rufen konnte. Als ihm dann auch noch das Mobiltelefon ins Wasser fiel, waren alle Kommunikationswege erschöpft.
In der Nacht schoss er noch mehrere Seenotraketen ab, doch niemand nahm sie wahr und kontaktierte die Seenotretter. Es dauerte bis zum frühen Morgen, als die Berthold Beitz das Schiff sichtete.

Gemeinsame Hilfsaktion des Seenotkreuzers Berthold Beitz und der Heinz Orth

Um nicht selber auf Grund zu laufen, tastete sich das Arbeitsboot vorsichtig an die havarierte Yacht heran. Die letzten Meter arbeiteten sich die Seenotretter mit Paddel und Bootshaken voran, um den Motor des eigenen Schiffes nicht zu gefährden. Mithilfe einer Schleppverbindung konnte die Yacht schließlich in tieferes Wasser gezogen werden. Die Besatzung entschloss sich die sinkende Yacht nach Kröslin zu schleppen und übergab die Yacht an das Seenotrettungsboot Heinz Orth der Station Freest, die den Segler schließlich nach Kröslin schleppte.

Die Überfahrt gelang nur durch den Dauereinsatz der starken Lenzpumpen des Rettungsbootes, die den Segler über Wasser hielten. Im Hafen angekommen wurde das beschädigte Schiff sofort aus dem Wasser geholt und die Mannschaft des Einhandseglers versorgt – ein Labradormischling war ebenfalls an Bord.

Volvo Penta setzt auf E-Antriebe

Für ihr Ziel wollen die Schweden als Anbieter vollständiger systemischer Lösungen fungieren und ihren Kunden Komplettlösungen im Bereich der neuen Technologie anbieten, versprach Volvo Pentas Präsident Björn Ingemanson.

„Das ist der Beginn eines langfristigen Übergangs. Diesel- und Benzin betriebene Systeme werden aber die geeignetsten Antriebsquellen für die meisten Anwendungen der kommenden Jahre sein“, sagt Ingemanson.

Volvo Pentas Chief Technology Officer Johann Inden verweist auf die langjährige Entwicklungsarbeit und zahlreiche Anwendungen des Unternehmens im Bereich der elektrischen Antriebe und systemischen Lösungen des Unternehmens. „Die fortschrittlichen Projekte laufen bereits und die Daten lassen uns zu der Überzeugung kommen, dass wir auf dem richtigen technologischen Weg sind“, so Inden.

Für das Erreichen der Ziele wurde ein eigenes Entwicklungs- und Testzentrum im schwedischen Hauptquartier angesiedelt. Derzeit werden die Prototypen in Feldversuchen getestet und die Ergebnisse der Systeme werden ausgewertet.

Meter-Yachten in schönster Performance vor Flensburg

Das Event wurde einmal mehr mit schönstem Wetter belohnt, das tolle Ansichten der schlanken Renner vor der Kulisse der Flensburger Küste offenbarte.

Vier Tage Segeln vor dem idyllisch gelegenen Hafen des FSC und hochklassige, gesellschaftliche Anlässe waren ausgeschrieben, und Teilnehmer aus sechs Nationen nahmen die Gelegenheit wahr, um sich im Kreise der Meter-Klasse-Segler zu treffen und die Yachten zu präsentieren.

Die Zwölfer sind auch immer ein Augenschmaus für Fotografen. Foto: segel-bilder.de

Viele der historischen Yachten bleiben in den nächsten Wochen in den Revieren der schleswig-holsteinischen Ostsee-Küste und werden damit für Hingucker sorgen. Als nächstes steht die Kieler Woche an, zu der die Klassiker erstmals in das Programm der Aalregatta, also der Wettfahrt von Kiel nach Eckernförde, eingebunden werden. Anlass ist das 125-jährige Jubiläum dieser traditionellen Seeregatta, in das das Rendezvous der Klassiker integriert wird.

Und im Juli segeln die 5.5mR zur Travemünder Woche ihre German and Dutch Open aus. Zu diesem internationalen Event vor Travemünde haben bereits Teilnehmer von den Bahamas und aus Australien gemeldet. Es wird in sechs Wochen also zu einem weiteren hochklassigen Event dieser engagierten Klasse kommen.

In Flensburg konnten die Crew bereits intensiv an der Performance arbeiten. Sieben Wettfahrten wurden bei den Zwölfern und fünf bei den 5.5mR gesegelt.

Die “Kiwi Magic” kann auf eine erfolgreiche AC-Geschichte zurückblicken. Foto: segel-bilder.de

Herausragend war die Vorstellung der inzwischen unter dänischer Flagge segelnden „Kiwi Magic“. Die „KZ 7“ war 1986/87 die erste neuseeländische Yacht beim America’s Cup. Sie legte vor über 30 Jahren im Louis Vuitton Cup eine überragende Serie gewann 33 ihrer 34 Rennen, setzte sich auch im Halbfinale mit 4:0 durch, unterlag dann aber schließlich im Finale der Herausforderer der späteren AC-Siegerin „Stars and Stripes“ mit 1:4. Vor Flensburg gewann die „Kiwi Magic“ unter Eigner Johan Blach Petersen fünf der sieben Wettfahrten und sicherte sich damit den Gesamtsieg vor der „Wings“ von Philipp Skafte-Holm aus Finnland und der „Flica II“ von Alexander Falk (Hamburg).

Alexander Falk segelte mit der “Flica II” auf Rang drei. Foto: segel-bilder.de

Bei den 5.5mR ging der Sieg an Herbert Reich vom DTYC aus Tutzing – vor dem Italiener Fabrizio Cavazza und dem Niederländer Peter van Klink.

Grillen an Bord

Das Grillen zum Abschluss eines tollen Segeltages im Sommer gehört einfach dazu. Umso kontroverser sind die Diskussionen um den richtigen Grill an Bord. Grillen auf dem eigenen Schiff scheidet prinzipiell aus, da die Hitzeentwicklung und Rauchbelästigung für den Nachbarlieger einfach zu groß sind. Spezielle Grills für den Heckkorb sind in Häfen ungern gesehen.

Allerdings sieht man in den Häfen auch immer öfter Crews, die gelassen auf ihren Schiffen grillen. Noch vor einigen Jahren war der bekannte Cobb-Grill das einzige Modell, das vollkommen bordtauglich war. Mittlerweile sind ein paar Alternativen hinzugekommen wie beispielsweise der Lotus-Grill. Das wichtigste Kriterium der bordtauglichen Grills: sie dürfen außen nicht heiß werden, um geschmolzenes GFK oder verschmortes Teak zu vermeiden. Alle Modelle dieser Art basieren auf einem doppelwandigen System mit einer Brennkammer in der Mitte, einem reflektierenden Abtropfbecken, einer Isolierschicht aus Luft und der Außenhülle – ähnlich einer Isolierkanne. Die Außenhülle erwärmt sich so kaum, während im Inneren mehrere hundert Grad wüten. Dennoch sollte man an Bord etwas aufpassen und eine entsprechende feuerfeste Unterlage benutzen. Im LotusGrill sind zusätzlich vier Batterien mit einem Lüfter verbaut, der in der Kohlekammer einen Kamineffekt entstehen lässt und die Kohlen in Rekordzeit zum Glühen bringt. Ein weiteres Sicherheits-Plus ist der verriegelbare Grillrost. Selbst wenn der Grill an Bord umfallen sollte, können die glühenden Kohlen nicht aus dem Behälter fallen. Bei dem Cobb besteht die Möglichkeit, dass die Kohlen herausfallen, sollte der Grill umkippen.

Der Rost kann bei einigen Modellen arretiert werden. Selbst wenn der Grill umfallen sollte, kann die Kohle nicht herausfallen
(Bild: Kai Köckeritz)

Während des Zündens rauchen und brennen die Kohlen relativ stark. Segelgarderobe und Persenninge sollten außer Reichweite sein. Da die Rauch­entwicklung anschließend gegen Null tendiert, können die Grills auch auf dem Cockpittisch stehen. Ohne Deckel sind Fettspritzer aber nicht zu vermeiden. Wir stellten fest, dass Wind die Hitzeleistung ohne Deckel stark mindert. Die Hitze wird einfach „weggeweht“, da kein vollwertiger Windschutz integriert ist. Die Hitze entwickelt sich unter der Haube wesentlich besser, das Fett spritzt nicht auf das Teak, das Fleisch wird nicht knochentrocken, und es ist sogar möglich, ein ganzes Hähnchen krossbraun zu brutzeln. Echte Hardcore-Griller können morgens auch den Grill anwerfen und sich ihr eigenes Brot backen oder mit der passenden Grillplatte ihre Spiegeleier braten.

Der Cobb kommt von Haus aus mit einer Grillplatte, auf der das Fett durch Rinnen abfließen und nicht auf die Kohle tropfen kann

In die Abtropfrinne des Cobb können aromareiche Flüssigkeiten wie beispielsweise Bier oder Wasser mit Kräutern zugegeben werden. Das Fleisch wird nicht nur saftiger, sondern nimmt auch den Geschmack an. Sogar Räucherchips können eingestreut werden, um dem Grillgut einen rauchigen Geschmack zu verleihen. Außerdem vergehen vom Anheizen bis zur ersten Wurst auf dem Rost keine fünf Minuten.

Welche Kohle?

Die Spezialkohle für den Cobb benötigt eine hohe Aktivierungsenergie, bevor die Brandbeschleuniger in der Kohle zünden. Gerade wenn die Kohle über den Winter Feuchtigkeit gezogen hat, kann es schwer werden, den kompakten Block zu entzünden. Ein normales Streichholz reicht oft nicht aus. Will man die Kohle mit einem Feuerzeug entzünden, ist ein Stabfeuerzeug besser geeignet als ein normales.  Als Alternative können die Grills auch mit normalen Kohlebriketts oder Holzkohle befeuert werden – es dauert dann etwas länger. Bei dem LotusGrill sollte nur Holzkohle verwendet werden.


Die Entsorgung der Kohle kann rein theoretisch unbedenklich im Wasser geschehen, da es sich um reinen Kohlenstoff handelt, der das Gewässer nicht belastet. Dennoch ist es besser, die Kohle komplett ausglühen zu lassen und im normalen Hausmüll zu entsorgen.

Der Cobb

Der Cobb-Grill fährt auf vielen Schiffen mit

Der Cobb-Grill setzt noch immer Maßstäbe. Die Kohlebriketts liegen in einer kleinen Schale auf einem Podest in einer doppelwandigen Edelstahlschüssel. Sie wird durch eine Außenschale an Ort und Stelle gehalten und wird maximal handwarm. So kann der Cobb nicht nur an Deck gestellt werden, sondern lässt sich auch in die Hand nehmen und versetzen, wenn es nötig ist. Der Deckel hält die Hitze und sorgt dafür, dass das Grillgut nicht austrocknet. Mit einem kleinen Distanzstück (optional erhältlich) lässt sich ein ganzes Hähnchen unter der Haube platzieren. Im Paket enthalten ist eine Grillplatte, die für ganz gute Ergebnisse sorgt und verhindert, dass Fett in die Kohle tropfen kann. Wer lieber auf einem Rost grillt, muss diesen kaufen. Zusätzlich wird reichlich Zubehör wie beispielsweise eine Wokpfanne für den Cobb angeboten.

Pro

  • Solide Konstruktion
  • Schnell grillbereit
  • Viel Zubehör
  • Gute Hitzeverteilung unter dem Deckel

Contra

  • Grillplatte anstatt Rost
  • Deckel kann schlecht verstaut werden

Lotus-Grill

Der Lotus-Grill besitzt einen Lüfter, der die Kohle in wenigen Minuten zum Glühen bringt

Der Lotus-Grill ist ebenfalls doppelwandig aufgebaut, sodass er an der Außenseite keine Hitze entwickelt. Er funktioniert aber nach einem anderen Prinzip als der Cobb. Die Holzkohle wird in einen zylinderförmigen Korb aus Stahlgeflecht gefüllt und in der Mitte des Grill platziert. Eine Brennpaste entzündet die Kohle. Ein kleiner Elektrolüfter im Boden des Grills saugt von außen Luft an und leitet sie in den Korb. Es entsteht ein Luftzug, der die Kohlen in wenigen Minuten zum Glühen bringt. Die Stärke des Lüfters kann eingestellt werden, um die Hitze etwas regulieren zu können. Die Hitzeverteilung ist nicht ideal. In der Mitte bildet sich ein Hotspot, während die Temperatur an den Außenseiten schnell nachlässt. Zum indirekten Grillen aber ein Vorteil. Als Zubehör lässt sich der Lotus-Grill mit einer Haube ausstatten. Sie sollte unbedingt gekauft werden!

Pro

  • Kohlen schnell auf Temperatur
  • Hitze kann reguliert werden
  • Solide Konstruktion

Contra

  • Deckel nur optional erhältlich
  • Es kann zu Funkenflug kommen
  • Hitzeverteilung

 

Senatspreis zur Kieler Woche: Mittelstrecke mit nautischem Anspruch

Beim Senatspreis der Freien und Hansestadt Hamburg, der um feste Seezeichen gesegelt wird, werden die Tonnen mit Wegepunkt-Nummern versehen. Erst am Abend vor dem Start wird die Wahl der Tonnen, die anzusteuern sind, bekanntgegeben. Die Auswahl trifft die Wettfahrtleitung nach Wind und Wetter. „Wir möchten erreichen, dass die Aktiven mehrere Möglichkeiten haben, die Tonnen zu runden“, so Wettfahrtleiter Ralf Paulsen. Es gibt keinen festen Kurs, sondern freie Wahl und freie Reihenfolge der Tonnenrundung. Die Teilnehmer müssen sich somit mit der Wettervorhersage, den unterschiedlichen Bootsgeschwindigkeiten auf verschiedenen Kursen und anderen navigatorischen Herausforderungen auseinandersetzen, um die jeweiligen Tonnen in der optimalen Reihenfolge anzusteuern.

„Wir haben viele Optionen geprüft, wie wir nachvollziehen können, dass die Starter die Tonnen gerundet haben, ohne dass wir an allen Tonnen vor Ort kontrollieren müssen“, so Eckart Reinke, zuständig für die Offshore-Regatten der Kieler Woche. Die Lösung: ein „Selfie“ mit der Tonne. Dieses Foto wird via WhatsApp-Gruppe an den Ergebnisdienst und die Konkurrenz geschickt. „So entsteht eine Interaktion mit der Konkurrenz, die verfolgen kann, wer wie weit ist“, ergänzt Paulsen. Auch wenn eventuelle Funklöcher stören und nicht alle Tonnenrundungen in Echtzeit mitgeteilt werden können, müssen die Tonnenfotos vorhanden sein und können gegebenenfalls von der Wettfahrtleitung angefordert werden. Der Start soll am Morgen in der Strander Bucht erfolgen, Ziel ist am Leuchtturm Kiel.

Gemeinsam mit den Vertretern der Regatta-Vereinigung Seesegeln hatte Eckart Reinke beim deutschen Seesegelauftakt, der Maior in Kiel-Schilksee, über Möglichkeiten gesprochen, wie die Mittelstrecke belebt werden kann und wie nautischen Aufgaben als neue Herausforderung eingebaut werden können.

Kieler Woche auf Rekordkurs

Alles in allem liegen wir auf neuem Rekordniveau mit mehr als 1.900 gemeldeten Booten aus rund 60 Nationen. Das ist großartig“, so der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, Dirk Ramhorst, bei der dritten Vorab-Pressekonferenz im Kaisersaal des Kieler Yacht-Clubs. Die Meldezahlen seien einerseits das Feedback der guten Arbeit der letzten Jahre, „wir wissen aber auch um den Rückenwind, den wir von den Worlds in Aarhus bekommen“, ergänzte Ramhorst.

Über 4.000 Aktive wollen ihr Können vor Kiel messen. Sehr international und hochkarätig besetzt sind die olympischen Klassen. Vor allem die Teams aus Übersee wie Australien, Neuseeland und den USA nutzen Kiel auch als Generalprobe für die fünf Wochen später beginnenden Worlds in Aarhus. Für die deutsche Nationalmannschaft geht es final um die Qualifikation für die Teilnahme in Dänemark. Mit der WM der Laser Radial Männer, der Eurosaf European Para Sailing Championship, der Aalregatta, dem weltweit ersten Auftritt der Women’s Champions League und dem Start des Nord Stream Races hat die Kieler Woche auch in ihrem 136. Jahr wieder eine ganze Reihe zusätzlicher hochkarätiger Programmpunkte zu bieten. „Die Vervollständigung der Kieler Woche um ein bis zwei Sonderevents ist unsere klare Strategie. Wir machen uns viele Gedanken, um die passenden Highlights nach Kiel zu holen“, erklärte Ramhorst die Integration von Meisterschaften zur weiteren Aufwertung der Kieler Woche.

Über 4.000 Regattateilnehmer, 1.900 Boote, über 400 Starts, Aktive aus zirka 60 Nationen, 42 Klassen/Disziplinen, zehn Regattabahnen an neun Tagen – so lautet das Zahlenwerk der Kieler Woche 2018, zu der 3,5 Millionen Besucher erwartet werden, von denen wiederum 400.000 die Segelfestspiele in Kiel Schilksee besuchen werden.

Die Kieler Woche ist Segeln pur. Schon bevor Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 16. Juni mit dem Typhon das offizielle Startsignal für die größte Segelveranstaltung der Welt und das gleichzeitig größte Sommerfest im Norden Europas gibt, beginnt am Samstagvormittag das Feuerwerk des Segelsports in Kiel Schilksee und vor der Kiellinie mit der Aalregatta und dem Welcome Race. Allein hierzu werden rund 200 Yachten und Multihulls erwartet.

Deutsche WM-Ausscheidung

Einen wichtigen Schritt müssen die Athleten der deutschen Nationalmannschaft vor Kiel gehen, wenn sie in Aarhus bei den Worlds der olympischen Klassen dabei sein wollen. „Wir freuen uns, dass der Deutsche Segler-Verband die Qualifikation in der Kieler Woche aussegelt. Es zeigt den engen Schulterschluss zwischen Kiel und dem DSV“, so Dirk Ramhorst. Und Nadine Stegenwalner, DSV-Sportdirektorin, ergänzt: „Wir wollen in Aarhus nach Möglichkeit alle unsere Startplätze besetzen. Dafür haben in einigen Disziplinen auch die Segler aus dem Perspektiv- und Nachwuchskader die Chance, in Aarhus dabei zu sein. Die Vergabe erfolgt nach den veröffentlichten Qualifikationskriterien.“

Aufgrund von Verletzungsproblemen könnte es einzig in der Frauen-Skiffklasse 49erFX sein, dass Deutschland einen Startplatz zurückgeben muss. Die beiden internationalen Top-Teams des DSV, Victoria Jurczok/Anika Lorenz und die amtierenden Europameisterinnen Tina Lutz/Susann Beucke, steuern aber klar auf Kurs Aarhus. Lutz/Beucke hätten dabei die Chance, nach 2013 und 2016 ihren dritten Kieler-Woche-Sieg einzufahren. Allerdings wird das eine schwierge Aufgabe. „Das Feld wird besser besetzt sein als zur EM. Viele fahren die Kieler Woche mit und reisen dann weiter nach Aarhus. Wir haben dieses Jahr eine Kieler Woche, die genauso stark ist wie die WM“, blickt Susann Beucke auf die Kieler-Woche-Regatten. „Ein dritter Sieg zur Kieler Woche wäre natürlich genial. Aber dazu müssten wir auf Höchstniveau agieren, und unser Zielwettkampf ist natürlich die WM. Ein Platz unter den ersten Fünf wäre auch schon ein starkes Ergebnis“, so die Stranderin.

Für die internationale Standortbestimmung in dieser Klasse sorgen die Silbermedaillen-Gewinnerinnen von Rio und Dritten der Weltmeisterschaft, Alex Maloney/Molly Meech (Neuseeland), und die Siebenten der Spiele, Annemiek Bekkering/Annette Duetz (Niederlande).

Bei den 49er Männern sind die Bronze-Medaillen-Gewinner von Rio, Erik Heil/Thomas Plößel (NRV), die Nummer Eins in Deutschland. Und zusammen mit ihren Trainingspartnern und Freunden Justus Schmidt/Max Boehme (KYC/Kiel) bilden sie ein perfektes Quartett, das für Aarhus gesetzt ist. Leider verhindert das Studium die volle Konzentration auf die Olympiakampagne bei Justus Schmidt und Max Boehme. Eine wichtige Klausur im Rahmen des Medizinstudiums in Polen verhindert den Start von Max Boehme. Doch da insgesamt fünf deutsche 49er in Aarhus starten dürfen, sollten die beiden Olympia-Kader-Crews dabei sein. Um die WM-Plätze drei bis fünf kämpft der deutsche Nachwuchs. In Kiel zählen die Olympia-Vierten  Jonas Warrer/Christian Peter Lübeck (Dänemark), die Siebenten Yago und Klaus Lange (Argentinien) sowie die Zehnten Ryan Seaton/Matt McGrovern (Irland) zu den Favoriten. Insgesamt 89 Crews aus 27 Nationen starten vor Kiel.

Ihren Erfolg wiederholen möchten Frederike Loewe und Anna Markfort (Kiel) im 470er. Die beiden 24-Jährigen holten im Vorjahr Kieler Gold in der olympischen Zweipersonen-Klasse. Mit einem Sieg in Kiel wäre das Ticket für die Sailing Worlds in Aarhus gesichert. Insgesamt dürfen vier deutsche Frauencrews vor Aarhus starten, um vielleicht schon in Dänemark eines der acht (von 21) Nationen-Tickets zu sichern. Im Vorjahr hatten die Pharmaziestudentin und ihre Vorschoterin, die nach dem Studium nun Sportsoldatin ist, den Bug vorn. Und bei der EM vor wenigen Tagen lagen sie vor Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß  (DTYC/wohnhaft Kiel). Mit EM-Silber und -Bronze setzten die deutschen Crews aus dem DSV-Perspektivkader ein deutliches Zeichen.

Auch bei den Männern stehen die Zeichen auf Olympiateilnahme 2020. Und auch hier werden bei den Worlds in Aarhus acht der 19 Nationen-Tickets für Japan vergeben. Mit Simon Diesch/Philipp Autenrieth (Württembergischer YC/Bayerischer YC) sowie den frisch gekürten EM-Bronzemedaillengewinnern Malte Winkel/Matti Cipra (Schweriner Yacht-Club/Plauer Wassersport Verein) sind zwei Favoriten für die WM-Ausscheidung vor Kiel schnell gefunden. Dabei können sich die deutschen Spitzensegler auf eine heiße Konkurrenz einstellen. Kein Geringerer als der Silbermedaillengewinner von Rio und mehrfache Weltmeister Mathew Belcher ist mit seinem Vorschoter Will Ryan (Australien) schon fast traditionell am Start. Zudem haben die Viertplatzierten bei den Olympischen Spielen, Stuart MacNay/David Hughes (USA), sowie die frisch gekürten Europameister und Olympia-Sechsten Anton Dahlberg/Fredrik Bergström (Schweden) gemeldet. Insgesamt 55 Crews aus 20 Nationen starten in Kiel.

Im Nacra17 werden drei, im Laser Standard vier, im Finn fünf und im Laser Radial sechs WM-Tickets nach der Kieler Woche vergeben. Im Laser ist der WM-Vierte, Olympia-Teilnehmer und frisch gekürter Sieger des Worldcup-Finals von Marseille Philipp Buhl (Sonthofen) eine feste Größe. In Kiel kann sich Buhl mit dem Kroaten Tonci Stipanovic (Silber in Rio) und 129 weiteren Konkurrenten messen.

Im Finn sind sicherlich Max Salminen (Schweden/Olympia-Sechster) und der frisch gekürte Europameister Edward Wright (GBR) das Maß der Dinge, an dem sich die Deutschen, Phillip Kasüske und Max Kohlhoff (beide wohnhaft in Kiel), messen lassen müssen.

Im Laser Radial ist Svenja Wegner Deutschlands Nummer Eins. Die Europameisterin von 2014 hat allerdings eine Reihe deutscher Talente im Rücken. International zählen die Olympia-Dritte Anna-Marie Rindom (Dänemark) und die Vize-Europameisterin Maxime Jonker (Niederlande) bei der Kieler Woche zu den stärksten Konkurrentinnen.

Im Nacra17 kämpfen Johannes Polgar/Carolina Werner (Audi e-tron-Team) und Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club) um die Vorherrschaft in Deutschland. Das gemeinsame Ziel: in Aarhus das Nationenticket für die Spiele in Japan sichern. In Kiel dürften sich die beiden Crews sicher für Aarhus qualifizieren. Im internationalen Vergleich sind die Olympia-Zweiten Jason Waterhouse/Lisa Darmanin (Australien), der Olympia-Dritte Thomas Zajac aus Österreich mit seiner neuen Vorschoterin Barbara Matz und die neuseeländischen Olympia-Vierten Jason Saunders/Gemma Jonas die Messlatte. Auch Nathan Outteridge (Australien) ist bei der Kieler Woche am Start. Der sechsfache Weltmeister (Motte und 49er, Goldmedaillengewinner von London und Silber in Rio) wechselt vom Skiff auf den foilenden Kat. Zusammen mit seiner jüngeren Schwester Haylee misst sich der Ausnahmesegler mit 44 Crews aus 19 Nationen.

Mehrrumpf im Aufwind

Neben den dreistelligen Meldezahlen zur Aalregatta erscheint die Zahl von 15 Multihulls bei dem Welcome Race eher bescheiden. Doch es zeigt einen Trend. Nach acht Trimaranen 2016 und ganzen vier im Vorjahr treten erstmals 15 Mehrrumpfboot an. Der Melderekord hat einen Namen: Christiane Waldmann. Die einstige Windsurferin, die mehrere Jahre auf Sylt als Surflehrerin gearbeitet hat und lange Zeit in Südspanien, in Kalifornien und Hawaii lebte, immer auf der Suche nach den besten Wellen zum Abreiten und Surfen, ist inzwischen bekennende Dragonfly-Seglerin. „Auf der Boot Düsseldorf 2014 standen wir zufällig vor einem Dragonfly 28 und haben sofort entschieden: Das ist unsere Lösung! Ein Multihull, der schnell ist und supersportlich und dennoch zum ,Campen auf dem Wasser‘ geeignet ist“, erklärt die Gettorferin, die zusammen mit Ehemann Kai Seemann und Thomas Kunze den Tri „Flotten 3er“ segelt. „Ich bin schon mit der Albin Ballad beim Welcome Race mitgefahren, einfach, um bei der Kieler Woche dabei zu sein. Da war es klar, dass wir auch bei der Multihull-Klasse melden“, so Waldmann. Und ganz nebenbei führt der Tri das Ehepaar auch bei den Regatten zusammen. Denn während Kai Seemann schon viele Kieler Woche in der Formula18 erfolgreich segelte, war Waldmann auf dem Monohull unterwegs. „Uns beide reizte schon immer die Geschwindigkeit, und meinem Mann wird auf einem Monohull schnell schlecht“, freut sich Waldmann über den gemeinsamen Kieler-Woche-Auftritt mit dem „Flotten 3er“. Etliche Trimarane und der M32-Kat „itelligence“ der Sach-Brüder (Zarnekau) werden am Samstag ab 9 Uhr das Welcome Race eröffnen.

Mit ihren Europeans sind auch die paralymischen Segler ein wichtiger Baustein der Kieler Woche. Nach den Worlds im vergangenen Jahr folgt nun ein weiteres hochklassiges Event. Und Heiko Kröger, Paralympics-Sieger von 2000, ist als das deutsche Aushängeschild dabei. „Ein Sieg vor Kiel ist fast schon Pflichtprogramm“, sagt der Wahl-Hamburger, der momentan allerdings wenig auf seiner Stammklasse, dem 2.4mR aktiv ist. Dennoch ist er zur Kieler Woche und dann auch zur Weltmeisterschaft in den USA am Start. „Es gilt, bis Frühjahr nächsten Jahres zu beweisen, dass wir wieder ins paralympische Programm gehören. Und World Sailing weiß auch, dass eine Wiederaufnahme ein wichtiges Bollwerk gegen ein mögliches Olympia-Aus wäre“, so Kröger.

 

Kieler Woche (16. bis 24. Juni)

Teil 1 (16.-19. Juni):

29er (Euro Cup, 18 Wettfahrten), 505er, Albin Expreß, Contender, Europe, FD, Folkeboot, Formula 18, Hobie 16, J/24, Laser 4.7, Laser Radial (Open), OK-Jolle (alle 11 WF.).

Teil 2 (20./21.-24. Juni):

Olympische Klassen (20.- 24. Juni/EUROSAF Champions Sailing Cup /10 WF + Medal Race): Laser Std. Männer, Laser Rad. Frauen, 470er Frauen, 470er Männer, Finn (+ Master-Wertung), 49er Männer, 49erFX Frauen, Nacra 17 Mixed.

Eurosaf Para Sailing EM (20.-24. Juni/10 WF): Hansa 303, 2.4mR (Open, mit Extra-EM-Wertung)

Internationale Klassen (21. – 24. Juni/11 WF): 420er, J/70, J/80, Melges 24.

Laser Rad. WM der Männer (20.-24. Juni).

 

Offshore (16.- 23. Juni)

Aalregatta (16./17. Juni), ohne Vermessung (Kiel-Rating) und Rendezvous der Klassiker.

Welcome Race (16./17. Juni): ORC Club I-IV, Albin Ballad, Multihull.

ORC Baltic Pre Worlds (Kiel-Cup/18.-20. Juni/9 WF): ORCi I-IV + IRC/Gemeinschaftswertung.

Senatspreis (21. Juni): ORC Club I-IV

Silbernes Band (22./23. Juni): ORC Club I-IV

Lindauer SC will Werftgebäude zum Schulungszentrum ausbauen

83 Prozent der 202 abgegebenen Stimmen zur Mitgliederversammlung waren für weitere Verhandlungen mit der Stadt Lindau mit dem Ziel, einen Mietvertrag abzuschließen. Dafür sind die Mitglieder bereit, tief in die Tasche zu greifen. Denn sie beschlossen mit überwältigender Mehrheit eine Gebühren- und Beitragserhöhung zur Finanzierung des Projekts. Liegeplätze und Mitgliedsbeiträge steigen um bis zu 20 Prozent, ausgenommen sind Senioren.

„Ich bin den Mitgliedern sehr dankbar, dass sie uns so viel Vertrauen geschenkt haben“, sagte der Vorsitzende des LSC, Karl-Christian Bay nach der Abstimmung. „Wir hatten in den vergangenen Wochen und Monaten kontroverse und heftige Diskussionen im Club. Darum freut es mich um so mehr, dass die Abstimmung so deutlich zugunsten der Zukunft des LSC ausgefallen ist.“ Wesentliche Vorarbeit für das Projekt hatte der frühere Vorsitzende, Andreas Lochbrunner, geleistet. „Für den Verein bedeutet das, dass wir unsere vorhandenen Flächen sichern können, und uns eine Option für die Zukunft gesichert haben. Denn ohne Jugendarbeit hätte der Verein keine Zukunft.“ Der Lindauer Segler-Club will das denkmalgeschützte ehemalige Werftgebäude auf 30 Jahre zur Miete übernehmen und darin ein Segel-, Regatta- und Schulungszentrum einrichten. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 500.000 Euro.

Kaum ein Wind-Hauch zum Start der zehnten VOR-Etappe

Hoher Luftdruck über dem Startort zur zehnten Etappe, die die Flotte der sieben Yachten im Norden um die britischen Inseln herumführt, bestimmte die ersten Meilen. Nahezu kein Wind, dafür aber die Strömung trieb die Crews mit mäßigem Tempo aus Cardiff. Der Inport-Part des Rennens wurde wegen der Bedingungen gestrichen, um die Yachten rechtzeitig vor der kippenden Tide aus dem Bristol Channel zu bekommen.

Zum Start wurden die Teams von „Scallywag“ und „Turn the Tide on Plastic“ zu früh von der Strömung über die Startlinie gedrückt und mussten zurück. Dabei kassierte „Scallywag“ noch einen zusätzlichen Penalty, weil sie sich nicht von „Turn the Tide on Plastic“ freigehalten hatten.

Die ersten Meilen der 1300 Seemeilen langen Etappe zogen sich behäbig dahin. Nach 50 Meilen hatte sich „Dongfeng“ an die Spitze der Flotte gesetzt. Im weiteren Verlauf werden bessere Bedingungen erwartet und die Ankunft der Yachten in Göteborg ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag anvisiert.

Kaum ein Wind-Hauch zum Start der zehnten VOR-Etappe

Hoher Luftdruck über dem Startort zur zehnten Etappe, die die Flotte der sieben Yachten im Norden um die britischen Inseln herumführt, bestimmte die ersten Meilen. Nahezu kein Wind, dafür aber die Strömung trieb die Crews mit mäßigem Tempo aus Cardiff. Der Inport-Part des Rennens wurde wegen der Bedingungen gestrichen, um die Yachten rechtzeitig vor der kippenden Tide aus dem Bristol Channel zu bekommen.

Zum Start wurden die Teams von „Scallywag“ und „Turn the Tide on Plastic“ zu früh von der Strömung über die Startlinie gedrückt und mussten zurück. Dabei kassierte „Scallywag“ noch einen zusätzlichen Penalty, weil sie sich nicht von „Turn the Tide on Plastic“ freigehalten hatten.

Die ersten Meilen der 1300 Seemeilen langen Etappe zogen sich behäbig dahin. Nach 50 Meilen hatte sich „Dongfeng“ an die Spitze der Flotte gesetzt. Im weiteren Verlauf werden bessere Bedingungen erwartet und die Ankunft der Yachten in Göteborg ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag anvisiert.

Gold-Coup vor Marseille durch Philipp Buhl

Mit nur drei Crews war die Flotte des German Sailing Team zum Worldcup-Finale nach Marseille gereist, und mit zwei Top-Ten-Platzierungen, darunter dem Sieg von Philipp Buhl, kehrte das GST aus Südfrankreich zurück und freut sich nun auf das Großereignis in heimischen Gewässern, die Kieler Woche.

Allen voran ist Philipp Buhl der große Hoffnungsträger der deutschen Nationalmannschaft. In Marseille holte er Gold nach einem furiosen Fotofinish mit dem Norweger Hermann Tomasgaard. Nach einer aufregenden Woche war der 27-Jährige vom Segelclub Alpsee-Immenstadt als Zweiter mit einem Punkt Rückstand auf den führenden Norweger Hermann Tomasgaard ins Medaillenfinale gegangen. Nach nicht ganz gelungenem Start musste der Weltranglisten-Siebte das Feld von hinten aufrollen und tat das in mitreißender Weise. „Ich wusste, dass ich bis zum letzten Meter kämpfen muss“, berichtete Buhl. Und er tat es, entriss seinem norwegischen Sparring-Partner Tomasgaard im Schlussspurt den Sieg. Nach dem Zieldurchgang mussten beide einige Minuten warten, bis Buhl offiziell zum Sieger in diesem Duell um Rang drei im Medaillenrennen erklärt wurde. Bronze sicherte sich der Brite Elliot Hanson vor seinem Landsmann und Doppel-Weltmeister Nick Thompson.

Obwohl der Allgäuer während des Rennens teilweise sogar aus den Medaillenrängen herausgefallen war, gab er nie auf, kämpfte sich immer wieder an die führenden Boote heran, bis es zum sehenswerten Duell mit Tomasgaard kam. In einer schnellen, oft gleichzeitig ausgeführten Serie von Halsen lieferten sich der Deutsche und der Norweger einen packenden Bug-an-Bug-Kampf. Die letzte Bahnmarke rundete Buhl auf der Außenbahn und konnte sich danach gut zur Ziellinie positionieren, die beide Boote gleichauf ansteuerten. „Ich habe dann eine Welle erreicht, die mir den knappen Vorsprung auf der Linie gebracht hat“, erzählte Buhl, dem im Ziel etwa 30 Zentimeter Vorsprung zum Triumph im Olympiarevier für 2024 reichten. „Das war ein gutes und starkes Zeichen an die Konkurrenz“, freute sich der Vize-Weltmeister von 2015. „Der Sieg gibt mir viel Selbstvertrauen.“

Für einen weiteren deutschen Erfolg in Marseille sorgten die beiden 470er-Segler Malte Winkel (Schweriner Yacht Club) und Matti Cipra (Plauer Wassersport Verein). Das Duo war nach herausragenden Leistungen auf Rang drei ins Medaillenfinale gestartet. „Für uns ist es das erste Medaillenfinale bei einer Weltcup-Regatta“, hatte Malte Winkel vor dem Showdown gesagt. Im Medaillenrennen konnte die in Regie von Bundestrainer Robert Remus arbeitende Crew aber nicht an die herausragenden Ergebnisse über die gesamte Woche anknüpfen, erreichte die Ziellinie in flauen Winden von teilweise nicht mehr als zwei, drei Knoten als Neunte und beendete die Weltcup-Regatta als Gesamt-Fünfte. Den Sieg sicherten sich der australischen Olympiasieger Mathew Belcher mit Vorschoter Will Ryan vor den Spaniern Jordi Xammar Hernandez/Nicolá Rodríguez Garcá-Paz und den Japanern Kelju Okada/Jumpei Hokazono.

Trotz verpasster Medaille zogen die am Bundesstützpunkt in Kiel trainierenden Segler positiv Bilanz. Die Schlüssel zum Erfolg waren Konzentration, Konstanz und Konsequenz. Malte Winkel fasste die Leistungen so zusammen: „Wir konnten unsere Vorwind-Stärke gut ausspielen, haben wenig Fehler gemacht und unsere Strategie konsequent verfolgt, eher konservativ in die Rennen zu gehen und jedes Mal die Top 5, Top 6 anzupeilen. Natürlich ärgert man sich kurz, wenn es dann ausgerechnet im Medaillenrennen nicht läuft. Noch mehr, weil wir nach dem ersten Startversuch gut auf dem Silberrang lagen, als das Rennen wegen Problemen mit der Signalgebung abgebrochen wurde. Hätte uns aber jemand vor dieser Regatta Platz fünf angeboten, hätten wir sofort unterschrieben. Für uns war es eine sehr gute Woche und wir nehmen optimistisch Kurs auf die Kieler Woche und die WM in Aarhus, wo wir den Nationenstartplatz für die Olympischen Spiele 2020 sichern wollen!“