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Sinne geschärft, EM-Titel gewonnen

Stanjek und Crew verwiesen in einem Feld von 43 Booten die starken Niederländer und Dänen auf die folgenden Plätze. Die acht Wettfahrten der EM waren geprägt von herbstlichem Wetter und schwierigen Winden.

Für das Trio Stanjek/Christoph/Bruhns war der EM-Gewinn das erste Highlight einer Yngling-Kampagne, die im kommenden Jahr in der Weltmeisterschaft auf dem Berliner Müggelsee gipfeln soll. „Das wird die erste Weltmeisterschaft überhaupt auf dem Müggelsee“, freut sich der Olympiasegler von 2012, Robert Stanjek, auf dieses außerordentliche Ereignis auf seinem Heimatrevier. Mit dem Sieg bei der Europameisterschaft auf dem Traunsee haben die Berliner schon jetzt deutlich gemacht, dass sie 2020 bei der Vergabe der WM-Medaillen ein Wörtchen mitreden könnten.

Kurze Ausflüge in verschiedene One-Design-Klassen sind für Robert Stanjek die ideale Möglichkeit, um neben seiner Offshore-Kampagne die Allround-Fähigkeiten zu bewahren. Schließlich geht der Blick ansonsten schon sehr konzentriert auf das „The Ocean Race“, das ihn 2021/22 um die Welt führen soll: „Die Inshore-Rennen in kleinen Kielboot-Klassen sind perfekt, um die Aufmerksamkeit zu schulen und die taktischen Fertigkeiten und das Gespür für den Trimm wach zu halten. Ich versuche, 20 bis 30 Tage im Jahr auf der Inshore-Bahn zu segeln.“

So ging das Berliner Trio gut eingespielt in die Europameisterschaft und geriet doch früh unter Zugzwang. Nachdem an den ersten beiden Tagen mangels segelbarer Winde kein Rennen zustande kam, ging der Start in die EM daneben: Mit den Platzierungen 8 und 22 war früh klar, dass sich Stanjek/Christoph/Bruhns keinen Ausrutscher mehr erlauben durften. „Es waren am Anfang Würfel-Bedingungen. Danach standen wir unter Druck, aber es war eine gute Schule“, berichtete Stanjek. Eine Schule, die die neuen Europameister mit Bravour meisterten. Sie ließen dem verpatzten Auftakt die Serie 1, 2, 2, 7, 2, 1 folgen und verwiesen die starken Yngling-Nationen Dänemark und Niederlande sowie die Österreicher mit ihren Revierkenntnissen auf die folgenden Plätze. „Wir hatten schon mit einer Medaille geliebäugelt, aber auf den EM-Titel zu hoffen, wäre vermessen gewesen angesichts der Yngling-erfahrenen Konkurrenz. Das hat unsere Erwartungen übertroffen“, so Stanjek.

Malta zieht sich vom America’s Cup zurück

„Das ist enttäuschend“, sagte Grant Dalton vom AC-Titelverteidiger Emirates Team New Zealand. Die Kampagne hätte eigentlich eine starke Stiftung im Hintergrund und erfahrenes AC-Personal im Team gehabt. „Es ist traurig für sie und alle, die so hart daran gearbeitet haben, die Herausforderung an die Startlinie zu bringen. Wir hoffen, sie werden weitermachen und in den nächsten 18 Monaten eine Herausforderung für den 37. Cup aufbauen.“

Ziel der AC-Organisatoren sei es, so viele Teilnehmer am Prada Cup der Herausforderer wie möglich an den Start zu bringen. „Obwohl wir alles getan haben, um die Malta Altus Challenge zu unterstützen, konnten sie nicht alle entscheidenden Fäden zusammenführen, die für die Fortsetzung einer America’s Cup-Herausforderung erforderlich sind. Aber wir werden immer noch einen spannenden Prada Cup haben, um den letzten Herausforderer für das Match gegen das Emirates Team New Zealand zu eritteln.“

Genaue Details zum Prada Cup sollen am 1. Juli vorgestellt werden. Neben dem Challenger auf Record, dem ersten Herausforderer Luna Rossa/Italien, sind noch American Magic/USA, Ineos Team UK/Großbritannien, Stars+Stripes/USA und DutchSail/Niederlande im Rennen.

Hamburg ancora Yachtfestival sorgt für gute Stimmung

Vom 24. bis 26. Mai präsentierten sich auf Deutschlands größter In-Water Boat Show 200 Segel- und Motoryachten an den Stegen, in 100 Pagoden an Land wurde maritime Ausrüstung und Zubehör gezeigt.

„Unser neues Konzept ist aufgegangen. Wir haben ein hochwertiges, nachhaltiges Festival für die Branche organisiert, das durch exklusive Workshops und Vorträge auch einen starken fachlichen Anteil hatte“, sagte Heiko Zimmermann, Projektleiter Hamburg ancora Yachtfestival. „Der neue mobile Schwimmsteg, der beide Seiten des Hafenbeckens verbunden hat, oder die neue Promenade mit angrenzendem Hallenvorplatz sind gut angekommen, und auch die Ausstellungshalle hat sich etabliert. Ich freue mich sehr, dass wir mit 200 Yachten so viele wie noch nie präsentieren konnten“, so Zimmermann weiter.

Treffpunkt der Yachtszene – Katamarane liegen im Trend

An den Steg- und Pieranlagen präsentierten Hersteller und norddeutsche Händler den europäischen Segel- und Motoryachtbau mit einem facettenreichen Angebot aus diversen Preis- und Größenklassen. Die Flaggen von Azimut über Bavaria, Cranchi, Dehler, Ferretti, Jeanneau, Princess, Sunseeker, Hallberg-Rassy oder HanseYachts wehten drei Tage lang während der 10. In-Water Boat Show. Zum ersten Mal wurde Steg Za geöffnet, um unter anderem Aluminiumbooten eine Präsentationsmöglichkeit zu geben. Auf großes Interesse stießen auch die Katamarane wie Lagoon, Nautitec Open oder Derubis 39 Fly, ein kompakter, nur 11,90 Meter langer und 4,50 Meter breiter Motorkatamaran mit Hybridantrieb. Die Doppelrümpfer erfreuen sich gerade auch auf der Ostsee immer größerer Beliebtheit.

Spannende Workshops und Trendsportarten zum Ausprobieren

Fachvorträge bekannter Wassersport-Profis, Workshops zum Mitmachen und praxisrelevante Seminare – das Hamburg ancora Yachtfestival gab wertvolle Tipps und Einblicke rund um Themen des Yachtsports. Und das kam an: Das beliebte Motorenkundeseminar von Richard Jeske, Well Sailing, war schon weit vor Beginn der In-Water Boat Show ausgebucht und auch beim Fahrtensegler-Seminar von Ostsee-Experte Sönke Roever herrschte großer Andrang. In der Ausstellungshalle gaben unter anderem die Beschichtungs-Experten von Peter Wrede Tipps zur Osmose-Vorsorge, Segellehrer Olli Ochse überzeugte mit seinem Vortrag über „Segeltrimmen leicht gemacht“ und die BIS Electronics GmbH zeigte, welche Technik an Bord wichtig ist, um auch an Bord Internet zu haben. Zum ersten Mal informierte Charter-Spezialist Urs Rothacher über die Möglichkeiten einer Auszeit unter Segeln auf einem Katamaran. Wer wollte, konnte im Strandbereich des Yachtfestivals Stand Up Paddling oder elektrische Surfboards ausprobieren. Kleine Nachwuchskapitäne segelten in Optimisten unter Anleitung des Hamburger Segelclubs RHE, oder tuckerten mit einem motorisierten Schlauchboot durch das Hafenbecken.

Termin für 2020

Das nächste Hamburg ancora Yachtfetival findet aufgrund von Feiertagen und Pfingstferien vom 5. bis 7. Juni 2020 statt.

Jung, jünger, Sieger!

Das Nachwuchs-Talent vom Württembergischen YC hatte einen starken Winter und setzte seiner Erfolgsbilanz beim Lake Garda Meeting die Krone auf. Unter den rund 900 Startern hatte sich Leon Jost einen Platz unter den Top-30 als Ziel gesetzt und das dann eindrucksvoll übertroffen. Die versammelte Weltspitze war am Start und der Segler vom Bodensee platzierte sich als bester Deutscher auf Rang fünf. Das brachte ihm offenbar auch die Sympathien bei den Unsern von Sail24.com ein. Denn in der Publikumswahl setzte sich der Elfjährige schnell an die Spitze des Votings.

Am dichtesten auf den Fersen waren dem Jüngstensegler die jungen Schwestern Luise und Helena Wanser. Die 20- und 21-jährigen Hamburgerinnen etablieren sich nach starken Jahren im Juniorenbereich gerade bei den 470er-Senioren. Ihre Stärke: leichter Wind. Bei der Palma-Regatta stellten sie das eindrucksvoll unter Beweis. Mit einem Doppelsieg unter schwierigen Bedingungen schockten sie die Konkurrenz. Am Ende stand Platz neun in einem Weltklassefeld.

Der Übermacht der Jugend mussten sich die 49er beugen. Das Duo Schmidt/Boehme gehört zwar auch noch der jungen Generation an, ist aber im Kreise der Olympiasegler bereits lange etabliert. Für 2016 kämpften sie in freundschaftlicher Konkurrenz mit Erik Heil/Thomas Plößel um das eine Olympiaticket. Auch wenn die Kieler den Berlinern den Vortritt lassen mussten, fiel ein wenig vom bronzenen Olympiaglanz auch auf Schmidt/Boehme ab, die Heil/Plößel als Trainingspartner auf das Weltklasse-Niveau gehievt hatten. Nach längerer Pause sind beide 49er-Teams wieder in den Circuit eingestiegen, und Schmidt/Boehme zeigten mit dem 5. Platz vor Palma, dass sie schon wieder voll da sind.

Während für die zur Wahl stehenden 49er und 470er der Blick schon auf die nächsten Olympischen Spiele geht, hat Leon Jost dafür noch etwas Zeit. Doch Olympia ist durchaus eine Option für den Opti-Segler. Jetzt steht zwar erst einmal die WM der Jüngstenklasse in Antigua im Fokus, aber in weiterer Zukunft kann er sich den Umstieg auf den 49er vorstellen – gern mit seinem Bruder Luca.

Die Ergebnisse:

Leon Jost: 52,55 Prozent
Luise und Helena Wanser: 40,82 Prozent
Justus Schmidt/Max Boehme; 6,63 Prozent

Helly Hansen an Bord: OTG verkündet ersten Partner

Die Ausrüstung mit hochfunktioneller Segelbekleidung ist ein wichtiger Part bei einem Rennen um die Welt. Denn die auf die verschiedensten Klimaregionen der Welt angepassten Textilien haben einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Teams. Mit der Verbindung zu Helly Hansen freut sich das Offshore Team Germany, die Kompetenz schlechthin in Sachen Wassersportbekleidung an Bord zu haben. Mehr als 140 Jahre Erfahrung in Innovation und Herstellung leistungsstarker Funktionsbekleidung bringt Helly Hansen ein, um das Offshore Team Germany um Team-Kapitän Robert Stanjek und das Teammanagement mit Jens Kuphal und Michael End mit Segelbekleidung auszurüsten. Und die Partnerschaft ist geprägt vom höchsten gegenseitigen Respekt.

„Das Offshore Team Germany ist eines der spannendsten und professionellsten Projekte im deutschen Offshore-Segelsport, und wir freuen uns sehr auf eine erfolgreiche Partnerschaft“, sagt Michael Uhl, Global Marketing Director von Helly Hansen. „Es ist unser Anspruch, das Team um Jens und Robert bei ihren ehrgeizigen Plänen bestmöglich mit unserer Bekleidung zu unterstützen – bis hin zum erfolgreichen Start beim nächsten ‘The Ocean Race’ in 2021.“

Das Offshore Team Germany freut sich sehr, Helly Hansen als Partner mit großer Erfahrung im Round-the-World-Racing gewonnen zu haben und von den zahlreichen internationalen Offshore-Kampagnen direkt zu profitieren. „Für uns als Team ist es wichtig, auch nach außen ein Zeichen zu setzen. Hochwertige und innovative Bekleidung ist ein entscheidender Schlüssel, um neben der Zuverlässigkeit auch einen hohen Identitätsfaktor zu erzeugen“, sagt Jens Kuphal, und Robert Stanjek ergänzt: „Ich bin sehr glücklich, dass Helly Hansen als mein langjähriger Partner nun auch mein größtes Projekt unterstützt. Sie haben mich immer optimal ausgestattet, ob bei Inshore-Meisterschaften oder harten, langen Offshore-Regatten. Bei einem Round the World Race durchsegelt man alle Klimazonen von tropischer Hitze bis antarktischer Kälte und ich denke, es wird für die fünf Segler auf den Imoca Open 60 richtig sportlich und nass. Man braucht einfach wirklich zuverlässige Bekleidung, um zu performen, und das Schöne ist, wir kennen uns gut.“

Genialer Gold-Opti: Mohr gewinnt alle Rennen

Seit fünf Jahren ist der Name Mohr immer wieder in den Top-Positionen des Goldenen Optis zu finden. Roko segelte in den Jahren 2014 und 2015 auf Rang zwei, landete dann 2016 den Sieger-Coup. Mic Mohr stand ebenfalls schon einmal auf dem Treppchen, als er vor drei Jahren auf dem Bronzerang landete. 2017 verbrachte die Familie lange Zeit in Costa Rica und fehlte damit beim Goldenen Opti. Im vergangenen Jahr lief es bei schwachen Winden zwar nicht wunschgemäß für Mic, der sich mit Rang 13 zufrieden geben musste. Dafür sprang Bruder Bo als Vierter in die Bresche.

Und jetzt passte alles zusammen: Eine meist kräftige Brise, dazu Böen und Dreher machten das Geschehen in der Strander Bucht zur sportlichen und taktischen Herausforderung. Ganz nach dem Geschmack von Mic Mohr, der stets den optimalen Weg durch das Feld fand. Selbst ein gerissener Baumniederholer konnte ihn nicht stoppen. In allen sechs Rennen segelte der Plauer als Sieger über die Linie.

Anspruchsvolle BEdingungen herrschten zum Goldenen Opti. Foto: segel-bilder.de

Damit waren auch die stärksten Verfolger chancenlos. Jule Ernst vom DTYC brachte fünf Top-Fünf-Ergebnisse in die Wertung ein und verdrängte damit Caspar Ilgenstein (MSC) noch auf Rang drei.

Mit seiner souveränen Vorstellung untermauert Mohr seine Führungsrolle für das deutsche Team bei der Weltmeisterschaft, deren Qualifikation er ebenfalls souverän gewonnen hat. Als Dritter der WM von 2017 (damals für Costa Rica) ist der Deutsche Jüngstenmeister von 2017 bereits mit einen globalen Medaille ausgestattet. Die Chancen auf einen großen deutschen Coup im Juli vor Antigua stehen also gut, zumal der Goldene Opti auch eine internationale Bewährungsprobe war. Denn die Dänen waren mit einer starken Delegation am Start, brachten drei Segler in die Top-Ten. Und auch das australische WM-Team war nach Kiel angereist, platzierte in Daniel Links seinen Besten auf Rang zehn.

Neben den A-Seglern beim Goldenen Opti gingen auch 91 Nachwucchssegler bei den B-Optis an den Start. Sie spulten ihre sechs Rennen schnell ab. Nick Plinke (SC Monheim) setzte sich gegen Nino von Roëll (VSaW) und Carlo Wedel (SLRV) durch.

Ergebnisse Opti A

1. Mic Mohr (Plauer WV), 5 Punkte
2. Jule Ernst /DTYC Tutzing), 17
3. Caspar Ilgenstein (MSC Hamburg), 20
4. Johann Emmer (VSaW Berlin), 29
5. Vitus Masoumi Sandberg (Dänemark), 31
6. Lukas Goyarzu (Württembergischer YC), 33
7. Fiene Arp (Warnemünder SC), 33
8. Johan Ole Hendriksen (Dänemark), 33
9. Helena Wolff (Dänemark), 34
10. Daniel Links (Australien), 35

Ergebnisse Opti B

1. Nick Plinke (SC Monheim), 14 Punkte
2. Nino von Roëll (VSaW Berlin), 22
3. Carlo Wedel (SLRV), 32
4. Till Heimann (Kieler YC), 37
5. Kilian Ebeling (NRV Hamburg), 44
6. Selma Staudt (Düsseldorfer YC), 46
7. Amelie Röpke (SG Schwielochsee), 50
8. Justus Friedrich Loeck (Flensburger SC), 53
9. Maya Ottmann (MSC Hamburg), 54
10. Lea Marie Winkler (SV Großenheidorn), 54

„Platoon“ sprintet zum Super-Series-Sieg

Der Siegfaktor für die Crew von Steuermann Müller-Spreer und seinem Taktiker John Kostecki war die Konstanz in der zweiten Hälfte der acht Rennen. Ausgestattet mit einer exzellenten Allround-Geschwindigkeit über die unterschiedlichen Windbedingungen von 6 bis 18 Knoten legte die „Platoon“ nach einem durchwachsenen Start zum Abschluss die Serie 2,2,1 in den letzten drei Rennen hin und stieß die „Provezza“ von Ergin Imre (Türkei) damit noch vom Thron.

„Die Flotte wird von Jahr zu Jahr stärker, es ist definitiv schwieriger als je zuvor zu gewinnen, und wir sind super glücklich, so in die Saison zu starten“, sagte Victor Mariño aus der „Platoon“-Crew. „Die Woche war anfangs nicht so gut für uns. Wir haben langsam angefangen, aber wir haben uns von Tag zu Tag verbessert. Wir stehen dieses Jahr unter großem Druck, da alle sagen: ‘Hey, wir müssen die Saison gewinnen!’ Jetzt haben wir den ersten Act gewonnen, aber wir müssen weiter hart arbeiten.“

Hätte die „Provezza“ im letzten Rennen noch einen Rang gutgemacht und nicht den vierten Rang zum Abschluss eingefahren, wäre die Geschichte anders ausgegangen. Dennoch dürfen die Mannen unter türkischer Flagge eine starke Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr feiern.

Das Ergebnis von Menorca ist auch ein Doppelsieg für die Designs aus dem Judel/Vrolijk-Designstudio, die damit zum ersten Mal in der achtjährigen Geschichte der 52 Super Series einen Doppelsieg hinlegten.

Harm Müller-Spreer konnte daher zufrieden kommentieren: „Letztes Jahr hatten wir Probleme mit der starken Brise, und heute lief das Boot wirklich sehr, sehr gut. Die Änderungen, die wir vorgenommen haben – eine neue Kielflosse, ein neues Seitenruder und Änderungen am Cockpit-Layout, die dem Boot eine andere Balance verleihen – haben sich ausgezahlt.“

VSaW folgt NRV ins SCL-Finale

Am Sonntag wurde die Flotte der 24 Mannschaften aus 16 Nationen durch ein Unwetter über Sardinien, das Gewitter, heftige Böen und große Winddreher brachte, ausgebremst. Etwas unglücklich für die Berliner, die zuvor durch einen sechsten Rang im 13. Rennen (ihr schlechtestes Ergebnis von Porto Cervo) ein noch besseres Resultat vergeben hatten. So musste die Mannschaft mit Steuermann Tim Elsner sowie Elias Rothe, Max Salzwedel und Carl Naumann noch den Regattaclub Bodensee aus der Schweiz passieren lassen. Und auch die Italiener vom Circolo della Vela Bari konnten sich in dieser schließlich letzten Wettfahrt den entscheidenden Punktevorsprung erkämpfen, um das Event zu gewinnen.

Insgesamt hinterließ das Team des VSaW aber mit drei Siegen, zwei zweiten und sechs dritten Plätzen einen starken Eindruck. Die Berliner waren in diesem Qualifier die einzige deutsche Mannschaft. Der Champions-League-Tross tourt nun weiter zum 3. Qualifier nach St. Petersburg/Russland (4. bis 7. Juli). Hier treten mit dem Bayerischen YC und dem WV Hemelingen zwei GER-Teams an.

Ergebnisse

Bronze für Buhl

Der 29-Jährige bei den offen ausgeschriebenen EM-Titelkämpfen zeigen, warum er auf Position vier der Weltrangliste steht und zu den olympischen Hoffnungsträgern der Segelnationalmannschaft zählt. Europameister wurde der Brite Lorenzo Chiavarini vor seinem Landsmann und Doppel-Weltmeister Nick Thompson. Die offene Wertung aller 162 Laser-Starter aus 55 Ländern gewann der Australier Mathew Wearn. In dieser Wertung landete Buhl auf Platz sechs.

Mit dem Top-Ergebnis hat sich Buhl, der WM-Dritte von 2018, in der Weltspitze zurückgemeldet. „Das war mir sehr wichtig“, sagte der Wahl-Kieler, „und zwar sowohl für meinen Kopf als auch in der Wahrnehmung bei der Konkurrenz. Ich spiele wieder oben mit.“ Entsprechend begeistert äußerte sich auch Bundestrainer Alex Schlonski: „Wir sind zufrieden mit dieser Leistung. Natürlich ist es immer schade, wenn ein Athlet mit Titelchancen ins Finale startet, die aber nicht nutzen kann. Unter dem Strich jedoch war Philipps EM-Leistung sehr gut. Auch, weil er die Serie mit einem Tagessieg in leichten Winden eröffnen und zeigen konnte, dass er schwache Bedingungen ebenso meistern kann.“ Am letzten Tag allerdings kassierte der Deutsche einen 15. Platz und eine Frühstart-Disqualifikation. Dennoch reichte es, den Weltmeister von 2018, Pavlos Kontides (Zypern) mit einem Punkt auf Distanz zu halten.

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner freute sich über die Befreiung von Philipp Buhl aus seinem kurzen Leistungstief: „Uns überrascht die gute Leistung aber nicht. Wir haben nach einigen schwächeren Ergebnissen Anfang des Jahres schon gesagt, dass wir uns deswegen nicht sorgen. Wir freuen uns natürlich sehr, dass die Arbeit des Laser-Teams jetzt mit Bronze belohnt wurde und gratulieren Philipp und Alex herzlich.“

Beste deutsche Steuerfrau im EM-Feld der Laser-Radial-Seglerinnen war Pia Kuhlmann vom Schaumburg-Lippischen Segelverein, die in der reinen EM-Wertung bis auf Platz 16 vorsegelte und die WM-reif besetzte Serie mit den starken Rängen 8, 7, 10 und 9 beendete. Svenja Weger vom Potsdamer Yacht-Club konnte sich am Finaltag der Laser-Radial-Europameisterschaft als Gesamt-Neunzehnte noch in die Top 20 der um die Übersee-Teams bereinigten EM-Wertung vorarbeiten. Für die Sportsoldatin, die in Regie von Jonasz Stelmaszyk trainiert, kam das nach schwachem EM-Auftakt einem kleinen Happy End gleich. Europameisterin und Gewinnerin der Gesamt-Trophäe wurde die Dänin Anne-Marie Rindom vor Olympiasiegerin Marit Bouwmeester aus den Niederlanden und Emma Plasschaert aus Belgien.

BM-Yachting und Oleu kooperieren

Oliver Leu und sein Partner Sascha Schwarck von der Firma Oleu sind keine Unbekannten auf dem Gebiet der Yachtvertretung. Mit X-Yachts und Seascape/First betreuten sie über viele Jahre zwei hochwertige Yachtmarken und verfügen über viel Erfahrung auf diesem Gebiet. Sie vertreten ab sofort die komplette Modellpalette von Beneteau – sowohl Segel- und Motorboote – und die norwegische Marke Saga Boats.

Mit der Kooperation dehnt BM-Yachting seine Reichweite aus und erleichtert den Kunden den Zugang zu den Yachten. Heiligenhafen verfügt über eine exzellente Hafeninfrastruktur, ist ideal und schnell direkt über die A1 erreichbar, hat mit dem Seegebiet um Fehmarn, in der Lübecker Bucht und der dänischen Inselwelt ein attraktives Revier „vor der Haustür“. Damit ergänzt sich der Standort ideal mit dem BM-Yachting Standort in Flensburg, der landseitig mit guter Anbindung an die A7 erreichbar ist und mit der Flensburger Förde und der dänischen Südsee ebenfalls mitten in einem Traumrevier für Segler und Motorbootfahrer liegt.

Die Pogo 36 im Test

Ein Rundgang unter Deck

Das Layout unter Deck mit den beiden symmetrischen Achterkabinen erlaubt keine Backskisten unter den Duchten. Für Fallen und Strecker sowie Kleinkram wie Wasserflaschen sind zwei Netztaschen an der Aufbaurückwand vorgesehen. Die einzige Backskiste befindet sich achtern im Cockpitboden vor dem Traveller. Dort finden Badeleiter, Fender und Festmacher Platz. Im Vorschiff der Pogo 36 gibt es eine Ankerlast, die als wasserdichte Crashbox ausgeführt ist.

Salon: Viel Licht aber wenig Stauraum. In der Standardausführung gibt es keine Türen an Bord. Holz sorgt für wohnliche Akzente

Der Eindruck unter Deck passt zum Konzept des Schiffes, es wirkt hell und minimalistisch. In der Standardausführung gibt es keine Türen an Bord, alles Nötige ist mit rollbaren Vorhängen abtrennbar. Durch die vier Fenster im Aufbau und die beiden Rumpffenster fällt eine Menge Licht. Im Aufbau gibt es einen Knick, so dass durch die beiden vorderen Fenster Sicht voraus möglich ist. Schapps und ein paar weitere Akzente aus Buchenholz verleihen dem Innenraum Wärme und machen ihn wohnlich.

Achterkajüte: Zwischen Salon und Vorschiff liegt die Nasszelle. Bei ausgeklapptem Tisch im Salon ist beides nicht zu erreichen

Die Werft bietet die Pogo 36 mit zwei Achterkabinen und einer Segellast im Vorschiff oder optional mit einer dritten Kabine im Vorschiff an. Konzept und Layout passen allerdings besser zu der Zwei-Kabinen-Version. Unter der möglichen Doppelkoje im Vorschiff liegt der Wassertank, es wäre in der dritten Kabine wenig Stauraum vorhanden. Zudem fehlt wegen der nicht vorhandenen Backskisten im Cockpit bei einer dritten Kabine Platz für Segel.

Unter Deck steht man ohne Bodenbretter und Bilge direkt auf der Schale. Das erlaubt Stehhöhen über 1,90 Meter, je nach dem, ob man auf einer Wrange steht oder daneben. Auf alle Fälle ist das viel für knapp 11 Meter. Das geräumige Cockpit kostet im Vorschiff und Salon Länge. Um trotzdem Platz in der Pantry zu haben, hat die Werft den Kühlschrank samt Arbeitsfläche mittig vor dem Niedergang angeordnet. An Backbord finden noch ein zweiflammiger Kocher und eine tiefe Spüle Platz.

Pantry: Kühlschrank samt Arbeitsfläche sind mittig vor dem Niedergang angeordnet. An backbord befinden sich ein zweiflammiger Kocher und eine Spüle

Für große Kochshows ist die Pantry nichts, aber dafür ist sie wie üblich auch auf der Pogo 36 seetauglich und ergonomisch. Die Stauräume fügen sich in ein durchlaufendes System von Schapps ein, die sich an der Außenhaut befinden. Zwei davon sind von der Pantry aus zugänglich und bieten Platz für Geschirr, Besteck und einige Vorräte. In der Navigationsecke an Steuerbord bedeutet das Schapp-System, dass es wenig Platz für Bücher gibt. Ohnehin ist diese Ecke auf moderne Navigation ausgerichtet.

Navi-Tisch: Die Ecke ist auf moderne Navigation ausgelegt. Immerhin finden Papierseekarten und Besteck in einem Fach im Tisch Platz

Ein Schapp nimmt Instrumente und Schaltpanel auf, auf dem Tisch ist Platz für einen zentralen Bildschirm und unter dem Sitz ist auch noch etwas Stauraum. Immerhin gibt es im Tisch eine Klappe mit Platz für Papierseekarten und Navigationsbesteck. Im Rest des Salons befindet sich Stauraum in den Schapps und unter den Bänken. Überall auf der Pogo 36 sind Technik und Stauräume sauber getrennt. Entweder ist ein Fach voll, zum Beispiel mit Seeventilen wie in der Nasszelle, oder es ist frei.

Zum Wohnen und Schlafen sind die beiden Achterkabinen gedacht, die über je zwei Luken, ein Fenster und ausreichend breite und lange Doppelkojen verfügen. Seetauglichkeit heißt hier: Die Matratzen sind geteilt, in der Mitte ist jeweils ein Leesegel vorbereitet, so dass sich schnell und einfach Seekojen einrichten lassen. Auch die Sitzbänke im Salon sind mit Leesegeln ausgestattet, aber mit ihrer Länge von 1,90 bzw. 1,70 Meter nur bedingt als Seekojen tauglich.

Achterkajüten: Die beiden symmetrischen Achterkojen erlauben keine Backskisten. Für Fallen, Strecker und Kleinkram gibt es zwei Natztaschen an der Aufbauckrückwand

Zwischen Salon und Vorschiff liegt an Backbord die Nasszelle. Bei ausgeklapptem Tisch ist sie nicht zugänglich. Aber wer rechtzeitig daran denkt, sich vor dem Essen die Hände zu waschen, wird damit kein Problem haben. Der Motor befindet sich unter dem Niedergang. Die Klappe ist derart leicht, dass sie einfach beiseite gestellt werden kann und keine Stütze braucht. Der Motor ist rundum gut zugänglich.

KonstruktionFinot-Conq
WerftPogo Structures
CE-KonstruktionsklasseA
Lüa10,86 m
Wasserlinie10,69 m
Breite4 m
Tiefgang2,10 (Festkiel)
1,18-2,95 (Schwenkkiel)
Verdrängung3,8 t
Ballast1,1 t
Segelfläche am Wind84 m²
Großsegel45 m²
Genua39 m²
Asymmetrischer Spinnaker120 m²
Kojenzahl4/6+1
MotorVolvo Penta D1-30
Wassertank200 l
Dieseltank60 l

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Bogacki erfüllt Transat-Anforderungen

Vor La Trinité sur Mer/Frankreich stieg Morten Bogacki in die Schleife nach Coningbeg am Südost-Zipfel Irlands und von dort nach La Rochelle/Frankreich ein und segelte in rund fünf Tagen wieder zu seinem Startpunkt. Dort hängte der Wahl-Kieler gleich noch weitere 100 Seemeilen dran, um den Mini „Lilienthal“ des Offshore Team Germany nach Douarnenez in der Bretagne zu überführen. Anfang Juni will er hier mit der Trophee Marie-Agnes Peron ein weiteres Rennen bestreiten. Die notwendigen Regattameilen und nun auch den Qualifier für das Mini Transat hat der OTG-Mini-Skipper indes schon allesamt zusammen.

Sehr entspannt meldete sich Morten Bogacki nach seiner Rückkehr an Land aus Frankreich: „Die Bedingungen waren zwar nicht ganz so gut wie vorhergesagt, aber es war ein gutes Wetterfenster bei Winden zwischen 15 und 20 Knoten, maximal 30 Knoten. Man kann es deutlich schlechter haben.“ Inklusive der Überführung nach Douarnenez verbrachte Bogacki sieben Nächte am Stück auf der „Lilienthal“ und konnte damit schon mal eine Kostprobe davon nehmen, wie es sein wird, wenn er ab September im Rahmen des Mini Transat La Boulangere in zwei Etappen von La Rochelle/Frankreich zu den Kanaren und von dort nach Martinique in die Karibik segeln wird.

„Beim Schlafen habe ich einen guten Rhythmus gefunden in der üblichen Powernap-Zeit von 15 bis 20 Minuten. In der Weite der Keltischen See habe ich mir den Wecker auch mal auf 30 Minuten gestellt“, berichtete der Segler des Düsseldorfer YC. Zwischen den Schlafintervallen galt es immer, kurz den Kurs, die Segel, die Bedingungen und den Schiffsverkehr zu checken, um dann wieder unter Deck in den Schlafsack zu schlüpfen. „Gerade vor Irland war es nachts schon sehr kalt. Deshalb habe ich viel Zeit unter Deck verbracht und habe vergleichsweise viel geschlafen.“ Allerdings machte ihm die Vollmondphase zu schaffen. Zwar sorgte der Erd-Trabant beim Arbeiten an Deck auch nachts für angenehmes Licht, aber „teilweise schien er so hell in die Kajüte, dass ich dachte, ich werde von einem anderen Schiff angeleuchtet“.

Eine weitere Herausforderung war die Ernährung. Die Menü-Karte beschränkte sich auf Tütensuppen und Astronauten-Nahrung – selten mal einen Müsli-Riegel oder Apfel sowie eine Dose Thunfisch, um mal etwas Geschmack in den Mund zu bekommen. „Frische Ware hält sich ja leider nicht an Bord. Und auch das Trinken muss ich noch üben. Immer nur Wasser ist schon etwas fad“, so Bogacki.

Beste Erfahrung machte der Arzt an einer Rendsburger Klinik mit „Lilienthal“. Der OTG-Mini absolvierte die über 1000 Meilen ohne Mucken und gab seinem Skipper ein gutes Gefühl: „Jede Meile an Bord zählt und ich habe den Mini besser kennengelernt und Vertrauen aufgebaut. Trotzdem schläft man natürlich immer mit einem Ohr an der Bordwand, um die Veränderungen mitzubekommen. Und richtig fertig mit der Arbeit ist man nie. Gerade die Einstellung des Autopiloten verlangt Feintuning.“

Der Wahl-Kieler Morten Bogacki hat Vertrauen zu seinem Mini “Lilienthal” gefasst. Foto: OTG

Obwohl der Qualifier weitgehend problemlos verlief, gab es für Morten Bogacki auf den 1000 Seemeilen auch die ein oder andere knifflige Situation. Die Passage unter der Brücke zur Île de Ré vor La Rochelle am südlichen Punkt der Schleife verlangte wegen der Flachs und Muschelbänke viel Aufmerksamkeit: „Manchmal erschrickt man fast, wie schnell man regaieren muss. Denn die Durchfahrt ist hier nur wenige Hundert Meter breit.“ Und ein Frachter kam dem langjährigen Jollensegler auch noch sehr nahe. „Ich war kurz unter Deck, und er hat seinen Kurs geändert. Plötzlich wirkte es, als wäre er fast neben mir.“

Die Erfahrungen bestärken den Transatlantik-Aspiranten aber, gut für den Saisonhöhepunkt vorbereitet zu sein: „Für die kurze Projektzeit ist es gut. Die Franzosen haben natürlich mehr Erfahrung, sind seit Jahren in der Mini-Szene. Aber ich habe schon das Gefühl, ein bisschen bei den Minis angekommen zu sein. Und ,Lilienthal’ hat seine Qualitäten gezeigt. Unter diesen Voraussetzungen sollte der anvisierte Platz zwischen Rang fünf und sieben möglich sein. Es kommt natürlich auch auf die Windbedingungen beim Mini Transat an. Bei Reach-Winden ist das Boot schnell unterwegs.“

In den kommenden Wochen muss Morten Bogacki noch darauf warten, dass die Mini-Klasse seinen Qualifier, zu dem er die Unterlagen mit Logbuch, Positionsmessungen und Aufsatz nun einreicht, ratifiziert. Zwischenzeitlich kehrt er nach Deutschland zurück, um in der Klinik zu arbeiten. Und schließlich gilt es, das Boot für die große Regatta über den Atlantik (Start am 22. September in La Rochelle) noch schick zu machen und zu optimieren.