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Finanzministerin Heinold gewinnt Rotsponcup

Damit schaffte Heinhold, was Innenminister Hans-Joachim Grote im Vorjahr nicht gelungen war: Sie holte den Sieg für die Landesregierung in Kiel. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen bei Leichtwindbedingungen hatte 2018 Jan Lindenau im Entscheidungsrennen mit der „Trivia“ mit gerade einmal einem knappen Meter Vorsprung gewonnen.

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau kämpfte auf dem Kurs mit vollem Einsatz an der Pinne der “Cintra”. Foto: segel-bilder.de

Bei der 130. Travemünder Woche stand Jan Lindenau nicht wie bei seinem Cup-Debüt am Ruder der „Trivia“, sondern übernahm die Pinne der „Cintra“. Als Co-Skipper stand ihm der langjährige Skipper der „Cintra“ Stefan Zeise zur Seite. Monika Heinhold wurde von dem Yacht-Eigner der „Trivia“ Wilfried Beeck unterstützt und ging als passionierte Freizeitseglerin mit einem Erfahrungsvorsprung an den Start. Gesegelt wurden die Boote von der Stammbesatzung. Zusätzlich ergänzten einige Gäste die Crew. Ein Zeichen für die Inklusion setzen dabei zwei Paralympics-Goldmedaillengewinner, der Segler Heiko Kröger und die Schwimmerin Kirsten Bruhn, sowie der Sportredakteur und Buchautor Marcel Bergmann und der Hamburger Chirurg Thomas Grundmann, die beide durch Unfälle querschnittsgelähmt sind. „Es hat Spaß gemacht, mit den alten Damen, der ‘Trivia’ und der ‘Cintra’, zu segeln. Beim Rennen habe ich ein bisschen bei der Taktik mitgewirkt“, erzählte Heiko Kröger nach dem Volksbank Rotspon Cup.

Dr. Michael Brandt, Mitglied des Vorstands in der Volksbank Lübeck, überreichte die Magnumflasche Lübecker Rotspon an Finanzministerin Monika Heinold. Bürgermeister Jan Lindenau musste sich mit der kleinen Flasche bescheiden. Foto: segel-bilder.de

Auch in diesem Jahr wurden drei Rennen gesegelt, bevor der Sieger feststand. Im ersten Rennen hatte Monika Heinhold mit der „Trivia“ von Anfang an die Nase vorn und passierte mit großem Vorsprung souverän als Erste die Ziellinie. Bürgermeister Jan Lindenau kam mit der „Cintra“ nach einem wenig schwungvollen Start nicht mehr richtig in Fahrt und musste die Finanzministerin ziehen lassen. In Runde zwei des Rotspon Cups war Lindenau mit der „Cintra“ deutlich schneller unterwegs und konnte den Sieg für sich und seine Crew verbuchen. Die alles entscheidende dritte Wettfahrt startete mit einem wahren Kopf-an-Kopf-Rennen. Fast zeitgleich schoben sich die Zwölfer über die Startlinie. Doch schon wenig später zog die „Trivia“ an der „Cintra“ vorbei und konnte den Vorsprung bis zum Ziel halten. Es war ein klarer Sieg für Monika Heinhold und bedeutete zugleich den Gesamtsieg beim Volksbank Rotspon Cup.

„Es waren aufregende und spannende Rennen, die Spaß gemacht haben. Außerdem war es ein tolles Erlebnis, bei inklusivem Sport direkt mitmachen zu dürfen“, so Heinhold. Ihr Kontrahent Lindenau nahm seine Niederlage gelassen. „Die Stimmung an Bord war gut, aber vielleicht waren wir diesmal ein bisschen zu entspannt. Ich freue mich für die Finanzministerin. Und wir wissen ja: Wer gewinnt, gibt Einen aus. Ich mache der Ministern dann eine Liste fertig, was die Hansestadt Lübeck alles braucht“, sagte Jan Lindenau. Im kommenden Jahr, würde er bei der Auswahl des Kontrahenten besser darauf achten, ob er schon Segelerfahrung hat, scherzte er. Bei der Preisübergabe überreichte Dr. Michael Brandt, Mitglied des Vorstands der Volksbank Lübeck, Finanzministerin Monika Heinhold die traditionelle Sechs-Liter-Flasche Lübecker Rotspon.

Praktische Tipps zum Stauen

Werkzeug gehört über die Wasserlinie
Die Bilge bietet sich zwar an, ist aber in den seltensten Fällen komplett trocken. Um Korrosion zu vermeiden, sollte Werkzeug daher über der Wasserlinie gelagert werden.

Notausrüstung muss immer greifbar sein
Unabhängig vom Gewicht muss die Notausrüstung so gestaut werden, dass sie immer verfügbar ist. Das betrifft Seenotsignalmittel ebenso wie Rettungsinsel und Grab-Bag.

Verpackungen an Land lassen
Verpackungen kosten wertvollen Platz an Bord. Zudem zieht Karton Feuchtigkeit an und fördert Schimmelbildung ebenso wie Plastiktüten.

Verschließbare Dosen und Tüten
Für loses Gut wie Mehl, Müsli oder Pasta sind wiederverschließbare Dosen und Tüten ideal. Tüten lassen sich gut stauen. Eckige Dosen nutzen den Platz am besten aus.

Flaschen möglichst puffern
Flaschen und Gläser können mit Geschirrtüchern, Papierrollen oder Schwämmen getrennt werden. Tetra-Paks und Dosen sind Alternativen zu Glas.

Konserven markieren
Etiketten entfernen und den Inhalt mit wasserfestem Marker auf der Dose notieren. Das verhindert, dass sich die Aufkleber lösen und die Bilgepumpe verstopfen. 

Distanz zum Kompass wahren
Dosen und Werkzeuge nicht in unmittelbarer Nähe zum Kompass lagern. Vorsicht bei Fluxgate-Kompanten – der Geber kann ganz woanders sein als die Tochter.

Positionslichter freihalten
Wenn ein Beiboot, ein SUP oder ähnliches an Deck verstaut wird, darf es die Positionslichter nicht verdecken.

Platz im Cockpit nutzen
Segeltuchtaschen an den Backskisten oder unter der Sprayhood bzw. Netze unter dem Traveller sind leicht nachzurüsten und ein guter Ort für Alltagsdinge.

Netze im Salon aufhängen
Von Altvorderen kann man lernen, Verderbliches in Netzen im Salon zu verstauen. Obst und Gemüse lagern an der Luft, bekommen keine Druckstellen und sind immer im Blick.

Langes senkrecht lagern
Alt, aber gut: Ringe an den Wanten nehmen Bootshaken und Schrubber auf und halten die Backskisten frei. Sieht außerdem schiffig aus.

Falten, wenn es geht
Zusammenlegbares spart Platz. Eine Schlagpütz aus Segeltuch etwa lässt sich leichter verstauen als eine aus Gummi und wiegt außerdem weniger.

New Nautitech 46 Open: Noch mehr Pep

Knapp 14 Meter Länge und siebeneinhalb Meter Breite, mit diesen großzügigen Eckdaten macht das Re-Design, das in einer Zusammenarbeit von Marc Lombard und Roseo Design entstand, auf sich aufmerksam. Zu seinem umfangreichen Relaunch hat man sich entschlossen, weil der Mehrrumpf-Markt derzeit rasend schnell wächst und sich in jüngster Zeit viele neue Trends ergeben haben, die möglichst zeitnah an die Kunden weitergegeben werden sollen.  

Die wichtigsten Veränderungen, die den New Nautitech 46 open vom alten Modell unterscheiden, betreffen sowohl die Segeleigenschaften als auch die Einrichtung. Für bessere Performance sorgen ein verstärktes Kajütdach, das dem Schiff dank zweifarbiger Gestaltung zudem noch ein sportlicheres Aussehen verleiht. Auf das stärkere Dach wird ein längerer Mast gestellt, der wiederum wird mit einem merklich abgesenkten Baum ausgestattet ist. Beides sorgt dafür, dass die Segelfläche insgesamt deutlich vergrößert werden konnte. 

Unter Deck betreffen die Neuerungen vor allem das Mobiliar, das mit seinen neuen Oberflächen und erweiterten Stauräumen jünger und moderner anmutet, gleichzeitig aber auch mehr Komfort gewährt. Dank einer höheren Anzahl an Fenstern und Luken dringt mehr Tageslicht unter Deck und arbeitet die Luftzirkulation spürbar effektiver. An der möglichen Anzahl von Kabinen und Nasszellen hat die Werft festgehalten. Maximal werden vier Kajüten und vier Bäder eingebaut, alternativ (und damit in Eigner-Version) jeweils drei.

Konstruktion: Marc Lombard
Interieur: Roseo Design
LüA: 13,79 m
LWL: 13,71 m
Breite: 7,54 m
Tiefgang: 1,45 m
Verdrängung: 11 t
Wassertank: 2 x 300 l
Treibstofftank: 2 x 300 l
Motor: 2 x 40 PS (Volvo Penta)
Groß: 76 m²
Selbstwendefock: 38 m²
Preis: ab 541.450 Euro
(im Dreikabinen-Ausbau)
Infos: www.nautitechcatamarans.com

Wanderer zwischen den Welten

Er ist der überlegendste Sieger der Travemünder Woche 2019: Phillip Kasüske. Der Berliner hatte bei seinem fünften Start zur TW die Konkurrenz der Finn-Dinghys jederzeit im Griff, segelte ausschließlich Siege ein. Nicht unerwartet, denn der Sportsoldat ist als Nationalmannschaftssegler ein Profi unter Amateuren. Und so war die Travemünder Woche für ihn „ein Regatta-Training, um Wasserstunden zu sammeln“.


Der 24-Jährige hat Großes im Fokus: Olympia 2020. Parallel ist er Teil des Offshore Team Germany, der Hochseesegel-Kampagne, die 2021 nach knapp 20 Jahren und dem umjubelten Sieg der „Illbruck“ in Kiel wieder ein deutsches Boot zum legendären Ocean Race an den Start bringen will.
Mal Finn, mal „Einstein“. Es ist auch ein Hopping zwischen Kiel und Portsmouth in England, wo die „Einstein“, eine 60 Fuß lange Imoca, derzeit liegt. Ein Spagat, der ihn fordert. „Es ist unheimlich zeitintensiv, gerade durch das Reisen.“ Sein Studium (Logistik-Management) kommt deshalb auch etwas zu kurz. Doch missen will er das Hin und Her nicht. „Beides ergänzt sich unheimlich gut. Ich kann viel lernen.“
In Travemünde zählte der Finn. Die Regatta war ein Baustein auf der „Road to Tokyo“. „Auf Olympia habe ich in den vergangenen Jahre hingearbeitet.“ Dazu gehört auch, dass er nach dem Abitur im Sommer 2013 und dem Umstieg vom Laser in den Finn von Berlin nach Kiel gezogen ist. In Schilksee trainiert er mit Max Kohlhoff (26). Ihr Ziel: Nach 16 Jahren Flaute soll wieder ein deutscher Finn an der olympischen Startlinie stehen. „Dafür arbeiten wir zusammen, pushen uns gegenseitig, ob im Kraftraum, auf dem Rad oder auf dem Wasser.“ Aber bisher haben sie noch nicht mal ein Nationen-Ticket. Die letzte Chance gibt es dafür im April 2020. „Beim Weltcup in Genua wird der letzte freie Platz für Europa ausgesegelt. Das wird knallhart, da sind noch sechs, sieben weitere Top-Nationen mit uns im Wettstreit.“
Nach der Travemünder Woche düst Kasüske wieder nach England. Vorbereitung auf das berühmte Fastnet-Race, das er mit der Crew ab dem 3. August segelt. Den Blick über den Finn-Horizont hinaus schätzt er sehr. „Ich profitiere davon ungemein. In der Zusammenarbeit mit Profi-Teams passiert in Deutschland viel zu wenig.“

Statt Wettfahrten zu segeln, übten sich die Segler im Baden. Foto: segel-bilder.de ORC Baden

Deutsche Bestenermittlung 505er
Die Deutschen Meister von 2017 und 2018, Jan-Philipp Hofmann/Felix Brockerhoff (Düsseldorf) verteidigten ihren Titel, auch wenn er aus Mangel an ausreichenden Meldungen diesmal nur inoffiziell war. „Es war auf jeden Fall gut, es heute noch einmal zu probieren. Aber die Entscheidung, das Rennen abzubrechen, war richtig“, sagte Hofmann „Natürlich sind wir als Klasse traurig, dass wir es nicht geschafft haben, ein meisterschaftswürdiges Feld zusamen zu bekommen. Am Revier hat es auf keinen Fall gelegen.“ Hinter den Serienmeistern segelten Alexander Holzapfel/Stefan Worm (Koblenz) und Frederik Schaal/Felix Diesch (Überlingen) zu Silber und Bronze.

Finn-Dinghys und Trias
Mit sieben Siegen in sieben Rennen ließ Phillip Kasüske (Berlin) den Verfolgern Uli Breuer (Rursee) und Nicolaus Schmidt (Hamburg) bei den olympischen Finns keine Chance. Bei den Trias konnte zwar noch ein Rennen gesegelt werden, aber das hatte keinen Einfluss mehr auf die Gesamtwertung, die Mario Fattorini (Schweiz) vor Mathias Strang (Mülheim) und Wolfgang Mohr (Reichenau) gewann.

Ergebnisse unter manage2sail.com
IDM Seesegeln ORC I+II (Abschluss nach fünf Wettfahrten)
1. „Intermezzo“, Jens Kuphal (Berlin), 6.9
2. „Sportsfreund“, Axel Seehafer (Heiligenhafen), 8.3
3. „Halbtrocken 4.0“, Michael Berghorn (Kiel), 9.6
4. „Sydbank“, Torsten Bastiansen (Flensburg), 19.2
5. „Adamas“, Jan Peters (Heiligenhafen), 19.3
6. „Claxpax“, Klaus Schütte (Lübeck), 27.5

IDM Seesegeln ORC III (Abschluss nach fünf Wettfahrten)
1. „Immac Fram“, Kai Mares (Dänischenhagen), 4.3
2. „Halbtrocken“, Dr. Knut Freudenberg (Flensburg), 11.6
3. „Patent 4“, Jürgen Klinghardt/Henning Tebbe (Hamburg), 12.9
4. „One Spirit“, Sören Brandt (Kiel), 13.2
5. „Ex&hopp“, Michael Schulz (Greifswald), 20.5
6. „Heat“, Max Augustin (Hamburg), 27.4

Deutsche Bestenermittlung ORC IV (Abschluss nach fünf Wettfahrten)
1. „nemo“, Uwe Kleinvogel (Rostock), 5.6
2. „Kalkei“, Frank Schuberth (Rostock), 7.3
3. „Test“, Chris Bauermeister (Wismar), 11.9
4. „Blue Bird“, Max Schuberth (Rostock), 16.5
5. „Matrix“, Andreas Laufkötter (Greifswald), 20.2
6. „Ghost“, Robert Neumann (Hamburg), 21.8

505er, deutsche Bestenermittlung (Abschluss nach sieben Wettfahrten)
1. Jan-Philipp Hofmann / Felix Brockerhoff (Düsseldorf), 7
2. Alexander Holzapfel / Stefan Worm (Koblenz), 20
3. Frederik Schaal / Felix Diesch (Überlingen), 26
4. Timon Treichel / Morten Roos (Düsseldorf), 27
5. Thure Gnadeberg / Aron Tellen (Hannover), 40
6. Nils-Henning Hofmann / Jan-Hendrik Lenz (Düsseldorf), 40

Finn Dinghy (Abschluss nach sieben Wettfahrten):
1. Phillip Kasüske (Berlin), 6
2. Uli Breuer (Rursee), 17
3. Nicolaus Schmidt (Hamburg), 21
4. Dirk Meid (Mayen), 39
5. Kai Falkenthal (Kiel), 45
6. Fabian Lemmel (Berlin), 46

Trias (Abschluss):
1. Mario Fattorini (Schweiz), 9
2. Mathias Strang (Mülheim), 11
3. Wolfgang Mohr (Reichenau), 22
4. Hans-Wolf Holland (Rheingau), 25

Umjubelte Sieger bei den Seeseglern

Zum Abschluss der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) im Seesegeln starteten die Yacht-Crews noch mal einen Versuch, eine Mittelstrecken-Wettfahrt über den Kurs zu bringen. Doch nach einer dreiviertel Stunde lag die Flotte in bleierner Stille. Wettfahrtleiter Uwe Wenzel beendete entsprechend den Stillstand und brach das Rennen ab. Damit war auch die Meisterschaft entschieden, und die „Intermezzo“ von Jens Kuphal (Berlin), die „Immac Fram“ mit Skipper Kai Mares (Dänischenhagen) sowie die „nemo“ von Uwe Kleinvogel (Rostock) konnten als jeweilige Meister ihrer Klasse den Hafen ansteuern

Die Freude und der Stolz bei den Siegern war riesig, feierten sie doch jeweils ihre Premierentitel. „Wir haben in dieser Saison einen Riesensprung gemacht, haben uns von der Maior-Regatta über die Kieler Woche bis hierher über die Platzierungen 3 und 2 bis zum Sieg gesteigert. Das ist großartig“, sprudelte es aus Jens Kuphal, dem Sieger in der ORC I+II, heraus. Grundlage sei das sehr gut eingespielte Team und eine verbesserte Leistung auf den Vormwind-Kursen gewesen: „Wir segeln fast ständig mit der gleichen Crew zusammen. Das vereinfacht die Kommunikation. Bei uns hat es während der IDM kein lautes Wort an Bord gegeben“, so Kuphal. „Es ist super, dass es jetzt auch Downwind für uns so gut gelaufen ist. Da haben wir unseren Rhythmus gefunden. Auf der Kreuz waren wir schon immer gut.“ Zwar sind laut Kuphal die Kampagnen der „Intermezzo“ in der ORC-Klasse und des von ihm initiierten Offshore Team Germany für das „The Ocean Race 2021/22“ unabhängig voneinander. „Aber dieser Sieg passt für uns natürlich super!“ Jetzt steht für die „Intermezzo“ die Europameisterschaft in Schweden auf dem Plan. Hinter den neuen Deutschen Meistern landeten die bisher so überlegen agierende „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen) auf Platz zwei. Deren Schwesterschiff, die „Halbtrocken 4.0“ von Michael Berghorn (Kiel) wurde Dritte.


Die “Intermezzo” von Jens Kuphal segelte mit ihrem ersten Saisonsieg zu ihrem ersten IDM-Sieg im Seesegeln. Fotos: segel-bilder.de

Wie Jens Kuphal fand auch Kai Mares die Entscheidung, das Mittelstrecken-Rennen nicht mehr über die Bahn zu quälen, als absolut richtig. Auch wenn sich beide Meistercrews gern ein weiteres Mal mit der Konkurrenz gemessen hätten. „Wir sind super zufrieden und super stolz. Der deutsche Meistertitel fehlte uns in der Crew noch. Das haben wir weder mit der ‘Immac Fram’ noch mit der Vorgängeryacht geschafft“, berichtete Mares. Von der Deutlichkeit des Titelerfolges, der ausschließlich mit Siegen eingefahren wurde, war auch Mares selbst überrascht: „Zur Kieler Woche war es noch deutlich enger mit unseren Trainingskollegen von der ‘One Spirit’. Offenbar ist unsere Trainingsarbeit auf den Höhepunkt hin sehr gut getimed.“ Jetzt gilt es, die Leistung weiter zu steigern. Denn zur EM in Schweden im August will das Team für 2019 auf dem Zenit sein. Zur Travemünder Woche landete die zweimalige Deutsche Meisterin, die „Halbtrocken“ von Knut Freudenberg (Flensburg) auf Platz zwei, knapp vor Lokalmatador Jürgen Klinghardt (Lübeck), der mit Skipper Henning Tebbe auf seiner „patent 4“ den Bronzerang belegte.
In der kleinen Gruppe der ORC IV feierte Uwe Kleinvogel mit seiner „nemo“ den Gewinn der deutschen Bestenermittlung, da die Meldezahl nicht für eine offizielle Meisterschaftswertung ausgereicht hatte. „Dass es nicht zur IDM gereicht hat, ist schade. Aber wir sind sehr stolz, dass wir von denen, die dabei waren, die besten sind. Der Dank geht an meine Mannschaft. Die hat sehr gut gearbeitet“, so Kleinvogel, der mit Lutz Stengel den 505er-Weltmeister von 2018 als Taktiker an Bord hatte. „Wir verlassen Travemünde mit einem sehr positiven Gefühl. Das hat Spaß gemacht. Und ich denke, wenn die Deutsche Meisterschaft weiterhin auf einem Ostseerevier bleibt, dann könnte die Gruppe IV noch wachsen.“
Im Segler-Village feierten die Seesegler schließlich eine umjubelte Siegerehrung: Wettfahrtleiter Uwe Wenzel führte launig durch das Programm, die Klassensieger ertranken auf dem Podest schier in den Sektduschen, und Sven Krause vom ORC-III-Vizemeister „Halbtrocken“ griff sich sponatn das Mikrofon, um sich bei den TW-Organisatoren zu bedanken: „Der Lübecker Yacht-Club hat einen Super-Job gemacht und ein Top-Event auf die Beine gestellt. Wir haben uns extrem wohlgefühlt. Dass wir alle an einem Steg liegen konnten, hat eine tolle Community ergeben. Großer Dank an die Ausrichter und an die Wettfahrtleitung. Wir kommen gern wieder.“ Dem schloss sich auch Kai Mares an: „Großartig. Die Travemünder Woche soll sich auf jeden Fall wieder um die Deutsche Meisterschaft bewerben.“ Dieses Fazit klang auch in weiteren Kommentaren zur IDM wieder. „Das soll Euch erst einmal jemand nachmachen“, erklärte Jörgen Heinritz von der „Elfe of New York“ (Heiligenhafen). Und Alf Henryk Wulf (Kiel) von der „Stardust“ erklärte: „Wir kommen sehr gern wieder!“

Navigations-Elektronik: „Must have” oder „nice to have“?

„Must have?“

Keine Frage – Generationen von Seeleuten haben mit „handgemachter“ Navigation ihre Ziele erreicht. Andererseits sitzen jedes Jahr etliche Skipper trotz moderner elektronischer Navigationsgeräte an Bord eben doch mal auf „Schiet“. Das alleinige (Nicht-)Vorhandensein der Technik erlaubt also keinen Rückschluss auf Nutzen oder gar die Notwendigkeit navigatorischer High-Tech Ausstattung an Bord.

Einfacher + sicherer = Nice to have!

Tatsache ist aber, das wir im 21. Jahrhundert leben, die technischen Möglichkeiten ausgereift sind und fast jeder von uns ein Navigationsgerät im Auto nutzt, regelmäßig im Internet surft, oder ein Smartphone sein Eigen nennt. Warum sollen nicht auch Boote und Yachten heute so modern sein wie das eigene Haus, das eigene Auto und ebenso vernetzt sein, wie das moderne Leben selbst? Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW) stellt sich diese Frage Neubootkäufern und Einsteigern in den Wassersport übrigens nicht. Moderne und vernetzte Elektronik an Bord wird als Selbstverständlichkeit voraus gesetzt, bzw. aktiv nachgefragt.

Eine technische Entwicklung geschieht nicht um ihrer selbst willen, sondern um das Leben bequemer, einfacher und auch sicherer zu machen. Das möglichst schnelle und genaue Ermitteln der eigenen Position und der Bedingungen um das eigene Schiff herum sind dabei in der Seefahrt von je her zentrale Themen. Wer trotz unsichtigen Wetters oder fehlender Peilmarken in wenigen Sekunden einfach seine Position bestimmen kann, fährt sicherer. Wer über eine große Entfernung kommunizieren kann, hat im Notfall ein wertvolles Backup. Wer bei unsichtigem Wetter seine Umgebung und andere Verkehrsteilnehmer orten und einschätzen kann, hat einen deutlichen Sicherheitsvorsprung und kann vielleicht noch seinen Zielhafen erreichen, wenn Andere schon ankern. In der Berufsschifffahrt sind das schon aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung keine Fragen, die diskutiert werden. 

Mit der Digitalisierung wurde die Entwicklung platzsparender, kostengünstiger  und multifunktionaler Geräte, die eine hohe Genauigkeit und eine große Zuverlässigkeit liefern können, möglich. Daher sind auch anspruchsvolle Geräte für den Wassersportler erschwinglich und nutzbar. Moderne Technik erleichtert dem erfahrenen Skipper aber auch gerade dem Neueinsteiger so im wahrsten Sinne die Orientierung.

Seemannschaft = „Must have!“

Oft wird in der Diskussion der Einsatz moderner Navigations-Technik mit dem Verlust an guter Seemannschaft gleichgesetzt. Doch das ist nicht zulässig. Blindes Vertrauen in die Technik und deren sorglose Nutzung, zum Beispiel ohne begleitende eigene Navigation oder ein Backup wie Seekarten, ein redundantes  Zweitgerät oder ähnliches, stellt nicht die Technik in Frage, sondern die Sorgfalt des Nutzers. Moderne Technik kann gute Seemannschaft nicht ersetzen, sie aber sinnvoll unterstützen. In diesem Zusammenhang stellt sich zudem die Frage: Beinhaltet die gute Seemannschaft nicht auch den Aspekt, sich alle verfügbaren und sinnvollen Hilfsmittel für die Navigation im Rahmen seiner Möglichkeiten zunutze zu machen?

Nach- , Um- und Aufrüstung

Moderne Navigationselektronik soll auch Spaß machen. Spätestens unter dem Gesichtspunkt „Spaß“ wird die Frage: „Brauche ich es?“ durch die Frage: „Kann ich es gebrauchen?“ ersetzt. 

Hier entscheidet dann der Anspruch des Einzelnen über die erweiterte Ausrüstung an Bord. Dem Angler wird ein moderner Fishfinder mit allen Raffinessen gefallen, das Partyboot wird hingegen mit einem umfassenden Entertainment-System ausgerüstet, während der Technik-Fan schon allein aus Interesse vielleicht ein modernes Radargerät oder eine Wärmebildkamera installiert. 

Dabei besteht zum Teil ein Unterschied zwischen einer Neuausstattung und einer Nachrüstung. Werden beim Kauf eines Neubootes die gewünschten Komponenten des Systems werftseitig installiert und konfiguriert, sollte sich der Eigner im Vorwege Gedanken machen, welche Systemkomponenten für ihn wichtig sind, da eine spätere Nachrüstung zusätzliche Installationskosten verursacht. So ist zum Beispiel die Integration der Motordaten im Multifunktionsdisplay (MFD) bei neueren Motoren in der Regel entweder schon vorgesehen oder mit wenig Aufwand realisierbar, sodass eine über die navigatorischen Standardfunktionen des MFD hinausgehende Aufrüstung sinnvoll ist. Radargeräte, Wärmebildkameras etc. benötigen entsprechende Geräteträger, für Musikanlagen müssen Lautsprecher installiert und Kabel verlegt werden. Die Nutzung der Sonar- und Echolotfunktionen des MFDs ist meist lediglich von der zusätzlichen Anschaffung und dem Einbau eines entsprechenden Gebers abhängig, sodass hier eine Komplettlösung ebenfalls zumeist sinnvoller, kostengünstiger und einfacher realisierbar ist, als die spätere Nachrüstung. 

Beim Austausch eines alten Motors gegen einen neuen, kann es zum Beispiel im Zuge einer allgemeinen technischen Modernisierung  sinnvoll sein, auch das System der Anzeigen und der Navigationselektronik an Bord gleich mit auf den neuesten Stand zu bringen. So kann man von den aktuellen technischen Möglichkeiten profitieren und den Wert und den Nutzwert der Yacht steigern.

Fahrtgebiet, Nutzung und Ausrüstung

Eine Einteilung der Sportboote in Nutzung und Fahrtgebiete kann eine Orientierungshilfe für die Minimalausrüstung einer zeitgemäßen Navi-Ausstattung an Bord sein:

Daysailor

Fahrtgebiete:
Unmittelbarer Küstenbereich / Binnenseen und Flüsse

Fahrzeit:
Tagsüber /stundenweise bis ganztägig

Wetter (Wind/Seegang/Sicht):
i.d.R. gute bis mäßige Bedingungen

Bootstyp:
Boote bis ca. 8 Meter Länge.
Offene Kielboote, kleine Kajütboote, kleine Regattaboote

Gerätetypen: 

• Empfehlung: je nach Bootsgröße und Einsatz ggf. demontierbarer GPS-Empfänger mit Kartenansicht  oder Kartenplotter

• Nice-to-Have: Netzwerkfähiger Kartenplotter + Echolot-Geber+Modul, Entertainment-Integration, Autopilot 

Kleine, kompakte GPS-Empfänger mit einer Kartenansicht ermöglichen nicht nur die schnelle Positionsermittlung, sie geben auch Infos über die Bootsgeschwindigkeit und den Kurs und stellen alle Informationen der Seekarten zur Verfügung. Wer zusätzlich noch in einen Echolotgeber investiert, erhält gleich noch ein Echolot hinzu, dass heute deutlich mehr anzeigt, als nur die Wassertiefe, sondern dem Angler wertvolle Infos liefert oder auch einfach nur bei der Auswahl des Ankerplatzes fürs Badevergnügen hilft. Zahlreiche Multifunktionsdisplays sind darüber hinaus netzwerkfähig und erlauben auch die Integration von Modulen für die Unterhaltung wie das Abspielen von Musikdateien oder Radioempfang. Der Autopilot macht gerade das Einhand-Segeln komfortabler. 

Binnen- und Küstenkreuzer/Weekender

Fahrtgebiete:
küstennahe Gewässer / große Binnenseen und große Flüsse

Fahrtzeiten:
Tagsüber/ Ein- bis mehrtägig

Wetter (Wind/Seegang/Sicht):
ggf. mäßige bis schlechte Bedingungen

Bootstyp:
Kajütboote, kleine Kielyachten

Gerätetypen: 

• Empfehlung: Kartenplotter / Echolot/ Funkgerät / Autopilot

• Nice to have: Netzwerkfähiger Kartenplotter, AIS-Empfänger, Entertainment Funktionen, ggf. Radar, ggf. duales Display

Wer mit dem Boot auch mal ein langes Wochenende unterwegs ist, vielleicht auch in schlechteres Wetter kommen kann, sollte neben der navigatorischen Grundausstattung aus Kartenplotter und Echolot auch ein UKW-Gerät an Bord haben, um im Notfall selber Hilfe anfordern zu können oder aber als Relaisstation zum Beispiel. Anderen Unterstützung bieten zu können. Ein netzwerkfähiger Kartenplotter bietet vielfältige Möglichkeiten der späteren Funktionserweiterung zum Beispiel für Entertainment-Funktionen, Anzeige von Motordaten und vieles mehr. Die Möglichkeit AIS-Signale zu empfangen erleichtert in Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen die sichere Navigation. Bei der Integration mehrerer Zusatzgeräte und Daten kann ein zweites Display sinnvoll sein.

Fahrtenyachten für erweiterte Küstenfahrt

Fahrtgebiete:
küstennahe Gewässer und offene See

Fahrtzeiten:
Überwiegend tagsüber, vereinzelt auch Nachtfahrten / mehrere Tage bis Wochen Wetterbedingungen (Wind Seegang/ Sicht): ggf. schlechte/ anspruchsvolle Bedingungen

Bootstyp:
Sport- und Fahrtenyachten 

Gerätetypen: 

• Empfehlung: Netzwerkfähiger Kartenplotter mit Integration von Wetterdaten, Echolot, AIS-Senden + Empfang, Autopilot, Funkgerät, Radar 

• Nice-to-have: duales Display, vorausschauendes Sonar, Nachtsicht/Wärmebild-Kamera, Handfunkgerät,  Entertainment Funktionen, Manöver- und Docking-Assistenz-Systeme, sog. „Augmented Reality“ Funktionen

Je länger die Törns werden, desto wichtiger ist eine gute Beurteilung der navigatorischen Gesamtsituation in Bezug auf Wetter und Revier, zumal auch unbekannte Reviere zum Teil mit hohem Verkehrsaufkommen befahren werden. Hier sind neben der navigatorischen Grundausstattung auch Radar und AIS wichtige Hilfsmittel zur vorausschauenden Beurteilung komplexer Verkehrssituationen. 

Mit der Vielzahl der möglichen Informationen steigt aber auch der Anspruch an die Übersichtlichkeit der Darstellung. Displays ab 12 Zoll Bildschirmdiagonale oder größer bzw. duale Ausführungen sind je nach Bootsgröße sinnvoll. Nachtsichtkameras und vorausschauende Sonargeräte erweitern im wahrsten Sinne das Blickfeld des Skippers. Neueste Entwicklungen setzen auch auf die sogenannte „augumented Reality“ – die virtuelle, optische Anzeige gespeicherter oder erfasster aber unter Umständen (noch) nicht sichtbarer Ziele wie zum Beispiel AIS-Signale, Wegepunkte, Tonnen in ein Kamerabild auf dem MFD. 

Docking-Assistenz-Systeme wie z.B. Fernbedienungen o.a. gehören zwar nicht unbedingt zur Navigationselektronik, sind aber nicht selten mit ihr vernetzt und erleichtern das Manövrieren und Anlegen der Yacht mit kleinen Crews.

Fahrtenyachten für große Fahrt

Fahrtgebiete:
Hochsee und internationale Schifffahrtswege

Fahrzeiten:
Tag und Nacht / Mehrere Tage bis Wochen bzw. Monate

Wetter (Wind/Seegang/Sicht):
u.U. sehr schlechte/ sehr anspruchsvolle Bedingungen

Bootstyp:
große Sport- und Fahrtenyachten

Gerätetypen:

• Empfehlungen: Netzwerkfähiger Kartenplotter mit dualem Display, Integration von Wetterdaten, Echolot, AIS-Senden+ Empfang , Autopilot, Radar, stationäres + Hand-Funkgerät, EPIRB Not-Signalsender und/oder Geräte für die Kommunikation via Iridium Satellitennetzwerk. Ggf. Tochtergeräte/Displays an anderen Stellen der Yacht (Mastercabin o.ä.)

• Nice to have: Nachtsicht/Wärmebild-Kamera, Entertainment Funktionen, Docking-Assistenz-Systeme, Tripple-Display, sog. „augmented Reality“-Funktionen

Wer auf der hohen See unterwegs ist und Nachfahrten nicht scheut, für den ist die gesamte Bandbreite der technischen Navigation keine Spielerei mehr, sondern hat reellen praktischen Wert, dessen Nutzen schon bald zur Bordroutine gehört. Eine umfassende und hochwertige Navigationsausstattung ist zeitgemäß, macht nur einen Bruchteil der Gesamtinvestition der Yacht aus, und gehört auf den meisten neueren mittelgroßen bis großen Yachten daher bereits seit Jahren zum Standard. 

Seekarten-Test-Aktion vom NV-Verlag

Der Eckernförder Seekartenverlag NV hat eine Testaktion für seine Seekarten in der eigenen App gestartet. Bis zum 31. August können Interessierte die Seekarten für Nordsee, Ostsee oder Binnen herunterladen und anschließend 14 Tage lang kostenlos offline testen. Die NV-App für mobile Endgeräte wurde erst kürzlich umfangreich überarbeitet. So sind jetzt unter anderem Vektor-Seekarten für die Ostsee abrufbar.

Und so geht es:

  • App im jeweiligen Store oder unter nvcharts.com/app herunterladen
  • Kostenlosen NV-App-Account erstellen
  • Die Karten in der App mit der entsprechenden Produkt-ID herunterladen

Produkt-ID Nordsee: nvap – nord – 2019
Produkt-ID Ostsee: nvap – balt – 2019
Produkt-OD Binnen: nvap – binn – 2019

Finanzministerin Heinold stellt sich dem Duell

Jan Lindenau hat nach seiner Wahl zum Lübecker Bürgermeister diese Tradition gern aufgegriffen. Und gleich beim ersten Duell zeigte Lindenau, dass er es beherrscht, das Ruder in die Hand zu nehmen. Landes-Innenminister Joachim Grote musste sich nach drei Rennen knapp mit 1:2 geschlagen geben.
Jetzt fordert Finanzministerin Monika Heinold den Lübecker Bürgermeister heraus. Trotz der Vorgabe aus dem vergangenen Jahr scheint die Favoritenrolle diesmal klar auf Seiten der Landesregierung zu liegen. Denn Monika Heinold ist eine passionierte Seglerin in ihrer Freizeit. Und auch die weibliche Bilanz beim Volksbank Rotspon Cup spricht für die Finanzministerin. Die bisher einzige Frau am Steuer beim Bürgermeisterrennen, Kiels ehemalige Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke, siegte 2013 gegen Bernd Saxe.
Ausgetragen wird das Duell wieder auf den historischen Zwölfern. Die „Trivia“ und die „Cintra“ zeigen am Mittwoch, 24. Juli, ab 12 Uhr, wie agil sie in einem engen Revier die Manöver bewältigen. Zwar stammen die beiden Zwölfer aus unterschiedlichen Generationen, doch die 110 Jahre alte „Cintra“ aus der Feder von William Fife ist ein echter Renner. Trotz Gaffel-Rigg ist die „Cintra“ vergleichsweise filigran und kann damit auf der Trave schnell agieren. Dagegen spielt die 28 Jahre jüngere „Trivia“ (Baujahr 1937) ihre ganze Segelkraft aus.
Unterstützt werden die Crews von paralympischen Spitzensportlern. Die mehrmalige Goldmedaillen-Gewinnerin Kirsten Bruhns wird ebenso dabei sein wie Heiko Kröger, Paralympics-Sieger im Segeln von 2000.

Die Sieger des Volksbank Rotspon Cup
2004: Ronald Klein-Knott (Bürgermeister von Kiel)
2005: Bernd Saxe (Bürgermeister von Lübeck)
2006: Klaus Plöger (Landrat Kreis Stormarn)
2007: Bernd Saxe (Bürgermeister von Lübeck)
2008: Ole von Beust (Hamburgs Erster Bürgermeister)
2009: Ole von Beust (Hamburgs Erster Bürgermeister)
2010: Peter Dominiak (Präsident der Uni Lübeck)
2011: Bernd Saxe (Bürgermeister von Lübeck)
2012: Andreas Breitner (Innenminister von Schleswig-Holstein)
2013: Susanne Gaschke (Oberbürgermeisterin von Kiel)
2014: Bernd Saxe (Bürgermeister von Lübeck)
2015: Torsten Albig (Ministerpräsident von Schleswig-Holstein)
2016: Bernd Saxe (Bürgermeister von Lübeck)
2017: Bernd Saxe (Bürgermeister von Lübeck)
2018: Jan Lindenau (Bürgermeister von Lübeck)

Kollisionsverhütung: Augen auf!

Kaum ist die erste Hürde in Form eines Verkehrstrennungsgebietes genommen, blinken am Horizont schon neue Lichter auf. Auf die Distanz ist es schwierig, die Lichter richtig einzuordnen. Frachter oder Tanker sind schlicht beleuchtet und einfacher zu erkennen. Doch ein Fischer oder gar eine Hochgeschwindigkeitsfähre hingegen sind hell beleuchtet und beide könnten in kurzer Zeit die eigene Kurslinie kreuzen. Eine Kollision ist nicht auszuschließen. Doch welches Verhalten ist angebracht? Auch Windkraftanlagen können den Kurs beeinflussen, denn die Energiewende ist in vollem Gange. Und die Energie soll zu einem Teil aus Anlagen kommen, die entlang der deutschen Küstenlinie gebaut worden sind. Für den Segler bedeutet dies neue, starre Hindernisse im Wasser: Offshore-Windparks. 

Windparks und Bohrinseln

Manche Windparks dürfen durchsegelt werden, einige bis zu einer bestimmten Windgeschwindigkeit, andere gar nicht.

Noch gibt es keine einheitliche Regelung, die das Verhalten gegenüber Windparks an der deutschen Küste vorschreibt. Zwar dürfen Fahrzeuge über 24 Meter eine für jeden Windpark eingerichtete Sicherheitszone nicht befahren, doch die Befreiung dieses Verbotes für Fahrzeuge unter 24 Meter wird von den Wasser- und Schifffahrtsdirektionen Nord und Nordwest für jede Anlage einzeln geregelt. Den Windpark Baltic 1 dürfen Segler (unter 24 Meter Länge) am Tag und bei guter Sicht durchfahren. Bei mehr als sechs Beaufort darf kein Fahrzeug in die Sicherheitszone des Windparks einfahren.

Ähnlich verhält es sich auch mit Bohrinseln, die vor allem im nördlichen Teil der Nordsee zahlreich vertreten sind. Um jede Bohrinsel erstreckt sich ebenfalls eine Sicherheitszone, die durch einen Abstand von 500 Metern zu den äußeren Punkten der Anlage gebildet wird. Auch hier wird das Befahren für jede Anlage einzeln geregelt, und meist ist das Durchfahren für diese Zonen nicht gestattet. Sicherungsboote achten darauf, dass kein Schiff der Plattform zu nahe kommt. Daher sollte mindestens ein Abstand von 500 Metern (=Sicherheitszone) zur Bohrinsel eingehalten werden.

Die eingerichteten Sicherheitszonen werden regelmäßig in den Nachrichten für Seefahrer (NfS) bekannt gegeben.

Fähren

Die Geschwindigkeit von Fähren wird oft unterschätzt.

Fähren gehören mit Abstand zu den schnellsten Verkehrsteilnehmern auf dem Wasser. Mit über 30 Knoten rasen Schnellfähren über Nord- und Ostsee, folgen dabei aber auch meist den in der Karte eingezeichneten Routen für Fähren. Wird außerhalb der eingezeichneten Routen gesegelt, besteht für den Skipper auch kein Grund zur Besorgnis. Oft liegen Fährrouten auf den abgesteckten Kursen, sodass der Kontakt mit einer der Routen nicht immer vermieden werden kann. Die gute Nachricht: Fähren und auch Schnellfähren besitzen keine Sonderrechte und müssen die Bestimmungen der Kollisionsverhütungsregeln (KVR) befolgen. Somit muss eine Fähre einem segelnden Fahrzeug ausweichen.

Vom ersten Auftauchen am Horizont bis zum Erreichen der eigenen Position vergehen keine 20 Minuten. Das Zeitfenster, in dem von beiden Fahrzeugen reagiert werden kann, ist daher sehr klein. Aus diesem Grund ist es bei Begegnungen mit Hochgeschwindigkeitsfähren sehr wichtig, frühzeitig gesehen zu werden. Ein Segelschiff mit aktivem Radarreflektor steht bei der möglichst frühen Erkennung auf der sicheren Seite. Um bei Nacht besser gesehen und erkannt zu werden, hilft es auch, das Großsegel mit einem Handstrahler auszuleuchten, sobald eine Fähre gesichtet wurde. Dadurch wird nicht nur die eigene Position verraten, sondern auch die Art des Fahrzeugs – ein Segler. Unbedingt vermeiden sollte man unerwartete, hektische Kursänderungen, die den Kapitän der Fähre im Endeffekt nur verwirren werden. Die Positionsänderung des Seglers ist in der kurzen Zeitspanne von unter 20 Minuten mit knapp einer Seemeile auch nur marginal. Die Fähre kann einen Ausweichkurs wesentlich besser bestimmen, wenn der Segler Kurs und Geschwindigkeit beibehält. Daher gilt auch im hektischen Fährbetrieb wieder: Ruhe bewahren und den Verkehr genau beobachten.

Sperr- und Warngebiete

In der Nordsee sind sie eher weniger anzutreffen, dafür in der Ostsee umso mehr: Sperr- und Warngebiete. Sie dienen den deutschen Seestreitkräften für militärische Übungen und Erprobungen und werden auch klar und deutlich in den Seekarten gekennzeichnet: Sperrgebiete durch gelbe Tonnen mit der Aufschrift: „Sperr-G.“ und einem roten, rechtwinkligen Kreuz auf der Tonne selbst, die um ein gelbes Kreuz als Toppzeichen ergänzt wird. Warngebiete durch die Aufschrift: „Warn-G.“ und ebenfalls mit dem gelben Kreuz als Toppzeichen.

Sperrgebiete wie beispielsweise das Gebiet südöstlich von Schleimünde dürfen nicht befahren werden. Jeglicher Aufenthalt in diesen Gebieten ist verboten, während Warngebiete nur zu bestimmten Zeiten für die Schifffahrt gesperrt sind. 

Nebel

Nebel erfordert einen besonders sorgfältigen Ausguck. Allein auf das AIS ist kein Verlass.

Auf See stellt Nebel noch immer eine große Gefahr dar, gerade für Segler, die auf kleinen Booten ohne Radar unterwegs sind. Nicht nur, dass sie andere Schiffe in der dichten Suppe nicht rechtzeitig erkennen können, auch ihr Radarecho ist für große Schiffe kaum auszumachen. Um das nervenaufreibende Stochern im Nebel zu vermeiden, sollte der Hafen bei Nebel nicht verlassen werden. Auch wenn sich abzeichnet, dass der Nebel sich lichtet, sollte noch etwas gewartet werden; die Nebeldecke kann unerwartet oder auch nur lokal wieder dichter werden. 

Bei längeren Segelreisen kann es vorkommen, dass man durch Nebel oder schlechte Sicht überrascht wird und kein sicherer Hafen in Reichweite ist. Selbst wenn, führt der Weg in den Hafen zwangsweise durch den Nebel. Um auch bei Nebel und schlechter Sicht umgehend reagieren zu können, sollte die Geschwindigkeit verringert, die Positionslichter eingeschaltet und die erforderlichen Nebelsignale gegeben werden. Unter Segeln, bei ausgeschalteter Maschine, lassen sich Nebelsignale anderer Schiffe besser hören und einordnen. Allerdings muss die Maschine laut KVR für ein sofortiges Manöver bereit stehen, um beispielsweise das Fahrzeug auf halber Sichtweite aufzustoppen, sobald ein Nebelsignal eines anderen Schiffes vor dem eigenen Schiff ausgemacht wird.

Fischer

Fischer sind teilweise überhaupt nicht einzuschätzen – besser einen großen Bogen fahren.

Der Weg an der deutschen Nordseeküste entlang führt durch die Küstenverkehrszone, die im Norden durch das Verkehrstrennungsgebiet „Terschelling – German Bight“ und im Süden durch die Friesischen Inseln begrenzt wird. In dieser Zone dürfen die großen Frachter und Tanker nur im Notfall oder zum Anlaufen eines Hafens einfahren. Nur einige Fischer und andere Segler können dem Segler hier noch begegnen. Und gerade Fischereifahrzeuge haben es in sich, da sie laut KVR eine gewisse Narrenfreiheit genießen: Ein Segler muss einem fischenden Fahrzeug ausweichen. Nur gestaltet sich eben das nicht immer einfach. Fischer sind für ihre schnellen undurchsichtigen Manöver bekannt und gefürchtet. Schnelles Zickzack Fahren, Aufstoppen oder auch die 180 Grad Wende lassen schwer auf den Kurs eines Fischers schätzen. Für den Segler sind diese abrupten Kursänderungen nicht nachzuvollziehen. Das sichere Passieren mit reichlich Abstand zum Heck eines Fischers wird aus diesem Grund zur Geduldsprobe. Wird zu früh der Kurs geändert, um den Fischer mit genügend Abstand zu passieren, ist es wahrscheinlich, dass der Fischer kurze Zeit später einen neuen Kurs einschlägt. Daher sollte auch in diesem Fall wieder Ruhe bewahrt und der Kurs gehalten werden, bis relativ sicher eine Aussage über den Kurs des Fischers getroffen werden kann. Größere Grundnetzschlepper halten hingegen oft den Kurs ein und der Segler kann schon früh mit einem Ausweichkurs reagieren. Bei einem Fischereifahrzeug sollte immer auf einen größeren Abstand geachtet werden, um nicht mit dem nachgeschleppten Fanggerät in Berührung zu kommen. Bei Nacht verwenden Fischer eine starke Decksbeleuchtung. Dadurch lässt sich zwar schon auf große Distanz ein Fahrzeug ausmachen, doch Positionslichter gehen in dem Lichterdschungel des Fischers oft unter und lassen sich schwer ausmachen

Seesegler fiebern dem IDM-Finale entgegen

Zum Abschluss der Meisterschaft steht nun am Dienstag noch die Mittelstrecke auf dem Programm, zu der die Gruppen zwischen 25 und 35 Seemeilen segeln sollen. Wie die Langstrecke ist auch die Mittelstrecke mit einem Faktor (1,3) versehen und kann in der Endabrechnung nicht gestrichen werden. Deshalb sind die aktuell Führenden in den Klassen noch keineswegs auf sicherem Titelkurs.

Die große Gruppe der ORC III ist indes weiterhin fest in der Hand der „Immac Fram“ um Steuermann Kai Mares (Dänischenhagen). Die Crew hat bisher alle Wettfahrten gewonnen und führt deutlich vor der „Halbtrocken“ von Knut Freudenberg (Flensburg) und der „Patent 4“ mit Jürgen Klinghardt und Henning Tebbe (Hamburg).
In der Klasse der ORC I+II setzte die „Intermezzo“ von Jens Kuphal (Berlin) die gute Leistung des Vortages auch unter anderen Windbedingungen fort. Mit Rang drei auf der Langstrecke und vier ersten Plätzen auf der kurzen Bahn überrascht sie auf dem zu dieser Saison frisch auf die Bahn gebrachten Boot. „Die Serie hat gehalten. Jetzt müssen wir einen ersten Platz streichen“, berichtete Kuphal mit einem Schmunzeln, warnt aber zur Vorsicht: „Auf der Mittelstrecke kann noch alles verloren gehen. Wir freuen uns auf einen spannenden Abschluss.“ Da wird er sich vor allem der Angriffe von der „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen) und der „Halbtrocken 4.0“ von Michael Berghorn (Kiel) erwehren müssen.
Bei den kleinen Booten der ORC IV geht die „Nemo“ von Uwe Kleinvogel (Rostock) als Führenden in den Abschlusstag.
Ein großes Lob gab es vom Vorsitzenden des Seesegel-Ausschuss im DSV, Dr. Wolfgang Schäfer, für die Meisterschaft vor Travemünde: „Es waren nicht immer einfache Bedingungen, aber die Wettfahrtleitung hat das sehr gut gemeistert. Insgesamt macht die Travemünder Woche einen tollen Job bei dieser Meisterschaft – sowohl auf dem Wasser als auch an Land.“

Erste TW-Trophäen sind vergeben

Laser Standard und Laser Radial
Den Sieg bei den Laser Standard ergatterte souverän der Hamburger Leonard Stock: „Das war das Ziel. Die TW war ein gutes Training für die WM im Oktober vor Split. Da hoffe ich auf einen Platz unter den Top-15.“ Der 18-Jährige ist erst im Herbst vom Radial auf den Standard umgestiegen und muss sich noch an die größere Segelfläche gewöhnen. „Ein bisschen Gewicht muss ich noch machen. Zwei Kilo fehlen.“ Dennoch ist er als Mitglied der nationalen Junioren-Trainingsgruppe bereits auf einem hohen Niveau angekommen und trainiert auch schon bei Gelegenheit mit den Nationalmannschaftsseglern Philipp Buhl und Nik Willim mit. Zur TW war er am ersten und letzten Tag der Konkurrenz überlegen, ließ nur an Tag zwei andere Segler zum Tagessieg kommen. „In dem einen Rennen habe ich es nicht ganz geblickt und in der anderen Wettfahrt wurde ich auf der Zielkreuz geflaggt, musste noch einmal kringeln.“ Hinter Stock landeten die gleichaltrigen Tim Conradi (Duisburg) und Christoph Möhring (Münster) auf den weiteren Podiumsplätzen.
Im Laser Radial dokumentierte die Siegerehrung die Einstellung der Klasse zu den Regatten: Das Podium wurde nur bruchstückhaft besetzt. Siegerin Alexandra Behrens (Hamburg) fehlte, stattdessen rahmten der zweitplatzierte Florian Alert (Langenargen) und Sabrina Queren (Ostwürttemberg) eine Lücke ein.

Trias
Die Dreimann-Kielboote hätten mit einem weiteren möglichen Rennen ihre TW abschließen können, wollen aber noch einen Tag länger vor Travemünde segeln. Nach zwei Siegen am dritten Tag führt der Schweizer Mario Fattorini die kleine Flotte als Spitzenreiter in den Schlusstag.

505er
Vom Kurs Titelgewinn sind Jan-Philipp Hofmann/Felix Brockerhoff bei den 505er kaum mehr abzubringen. Zwar machten sie in den beiden Montag-Wettfahrten nach einer bisher makellosen Serie ein paaar Fehler und wurden „nur“ Zweite und Vierte, aber 13 Punkte Vorsprung vor den beiden verbleibenden Rennen sollten reichen, um nach zwei Deutschen Meisterschaften nun auch die deutschen Bestenermittlung in Serie zu gewinnen. „Es war nicht ganz einfach heute: wenig Wind und starke Kanten, etwas unübersichtlich“, berichtete Jan-Philipp Hofmann. „Letztlich haben wir uns noch ganz gut behauptet. Aber wir ärgern uns ein bisschen über unsere eigenen Fehler. Es wäre mehr drin gewesen.“ Jeweils auf den Startkreuzen setzte das Duo die Wenden nicht optimal und musste so kurz vor der Luvmarke ein paar Konkurrenten durchlassen. Freuen durften sich die Düsseldorfer aber über die Jury-Entscheidung am Vorabend. Von Platz zehn wurden sie auf Rang eins gesetzt. Der Grund: Als einzige hatten sie nach einer Bahnänderung einen längeren, aber korrekten Kurs gesegelt. Damit stand ihnen der Rang eins zu, alle anderen wurden dahinter einsortiert – ohne Disqualifikation: „Ich denke, das war die beste Lösung für alle“, so Hofmann. Die weiteren Podiumsplätze nehmen vorerst Alexander Holzapfel/Stefan Worm (Koblenz) und Frederik Schaal/Felix Diesch (Überlingen) ein.

Finn
Kein neues Bild ergibt sich bei den Finns nach dem dritten Tag. Sieben Rennen sind gesegelt, sieben Mal heißt der Sieger Phillip Kasüske (Berlin). Dahinter hat sich Uli Breuer vom Rursee trotz eines Patzers fest etabliert. Nicolaus Schmidt (Hamburg) kann ebenfalls damit planen, morgen auf dem Siegerpodest zu stehen.

Laser Radial und Laser 4.7
Frisch ins Travemünder-Woche-Geschehen griffen die jugendlichen Laser-Segler bei ihrer Deutschen Jugendmeisterschaft ein. Doch der Start verlief holprig. Mühevoll konnten die Laser Radial im abnehmenden Wind zu einem Rennen über den Kurs gebracht werden. Die Wettfahrt der Laser 4.7 wurde abgebrochen, als der Wind den Dienst komplett einstellte. Dieser Renn-Versuch hat für ein Dutzend 4.7-Segler dennoch ein böses Nachspiel. Sie dürfen nach einem Frühstart auch beim Neustart am Dienstag nicht mitsegeln und können erst in der zweiten Wettfahrt einsteigen. Die Trainingskollegen Mewes Wieduwild (Schwedeneck) und Jesper Bahr (Lübeck) teilten sich zum Auftakt der Radial-Segler die Siege.

Überraschungen auf den Liga-Bahnen

Erste Segel-Bundesliga
Mit einem starken Schlusstag sicherte sich der WYC unter Steuermann Dennis Mehlig den Gesamterfolg im dritten Jahres-Act der Bundesliga. „Mit zwei zweiten Plätzen und zwei Siegen war der Schlusstag super. Aber im letzten Rennen wurde es trotzdem noch mal spannend. An der ersten Tonne waren wir noch Vierter, haben dann aber die nötigen Plätze gutgemacht“, berichtete Mehlig. Mit zwei Punkten Vorsprung sicherte sich die Bodensee-Crew den Erfolg zur TW vor dem Schlei SC und dem SMC Überlingen. „Das Revier liegt uns. Im letzten Jahr standen wir auch schon auf dem Treppchen“, sagte Mehlig. „Aber vorher eine Prognose oder Zielvorgabe abzugeben, fällt in der Bundesliga immer schwer. Es liegen alle so eng beieinander. Wir wollten aber zumindest unter die Top-Acht kommen.“ Das Ziel des WYC für die zweite Saisonhälfte ist nun die Qualifikation für die Champions League.

Überrascht von Platz zwei vor Travemünde war der SSC. „Wir wissen, dass wir gut sein können, aber so weit vorn haben wir uns nicht gesehen“, sagte Suzanne Willim. Trotzdem wollen die Aufsteiger die Erwartungen nun nicht zu hoch schrauben: „Das gibt jetzt erst einmal ein Polster im Abstiegskampf. Wir werden nicht davon abrücken, in den folgenden Events auch dem Nachwuchs eine Chance zum Einsatz zu geben.“

Wie eng es in der Bundesliga zugeht, musste der WV Hemelingen im letzten Rennen schmerzhaft erfahren. Das Team von Skipper Carsten Kemmling geriet unter Spinnaker mit dem SSC in Clinch, halste zu spät und kassierte einen Penalty. Damit rutschte der WVH auf den fünften Platz in dieser Wettfahrt zurück und vergab die Chance auf das Podium zur TW. Die Hemelinger mussten am Ende sogar mit Rang sieben zufrieden sein. Auf den dritten Rang kletterte mit dem SMC Überlingen der zweite Club vom Bodensee.

Deutsche Junioren Segel-Liga
Überraschend war der Verlauf in der Junioren Segel-Liga für die siegreichen Düsseldorfer. „Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Wir sind heute am letzten Tag sehr gut mit den Bedingungen klar gekommen, haben den drehenden Wind gut gelesen“, erklärte Kai-Steffen Hofmann, Steuermann des DYC. Hinter Düsseldorf komplettierten der BYC Überlingen und der MSC aus Hamburg das Podium. Bester Club aus Schleswig-Holstein waren die viertplatzierten Flensburger. Der Kieler YC mit Steuermann Lasse Kaack wurde Sechster. „Damit sind wir sehr zufrieden. Es ist unsere erste Saison. Mit den Top-Teams können wir noch nicht ganz mithalten, werden uns aber für unser Heimevent in der Kieler Innenförde besonders vorbereiten“, so Kaack. Der Lübecker YC um Steuermann Michael Fechner war ebenfalls zufrieden. „Das hat riesigen Spaß gemacht. Aber es war auch sehr tricky bei dem wenigen Wind heute“, erklärte Fechner. Gerade dabei hatte das Team in der vorletzten Wettfahrt zu viele Manöver absolviert, war so auf den letzten Rang in diesem Rennen zurückgefallen. Der Sieg zum Abschluss versöhnte aber für den Patzer zuvor. „Jetzt freuen wir uns auf die nächsten Events. Das sind immer hochkarätige Veranstaltungen in der Junioren Segel-Liga. Wir hoffen darauf, dass das Team in unserem Club über die Saison hinaus bestehen bleibt.“