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Wahl zum/zur Segler/in des Monats Juni

Die Kieler Woche wird oft als das größte Segelereignis der Welt bezeichnet. Vor allem in den internationalen und olympischen Klassen genießt ein Kieler-Woche-Sieg ein ähnliches Prestige wie ein Sieg bei einer internationalen Meisterschaft. Entsprechend ist für die Segler der Nationalmannschaft der Auftritt vor Kiel eine Selbstverständlichkeit. Zweimal Gold in den olympischen Disziplinen und fünfmal in den internationalen Klassen standen am Ende der neun Tage von Kiel in der Liste der deutschen Siege. Alle Gold-Gewinner stehen bei der Ernennung zum/zur Segler/in des Monats Juni zur Wahl. Die Abstimmung auf sail24.com ist vom 17. bis 24. Juli freigeschaltet.

Heiko Kröger, 2.4mR: Der Hamburger ist der Dauersieger zur Kieler Woche der vergangenen Jahre, triumphierte bereits zum zwölften Mal. Seine Serie war beeindruckend: In zehn Rennen siegte er sieben Mal. An seinem Erfolg gab es keinen Zweifel.

Wolfgang Hunger/Holges Jess, 505er: Die Durststrecke ist beendet: Seit 2013 hat Wolfgang Hunger auf diesen Sieg gewartet. Mit seinem Vorschoter Holger Jess gelang die Aufstockung des Kieler-Woche-Rekords: Sieg Nr. 22 für Wolfgang Hunger.

Ole Schweckendiek, Laser 4.7: Der Kieler ist der jüngste KiWo-Sieger 2019. Mit gerade 14 Jahren überzeugte der Schüler auf seinem Hausrevier. Nur einen Patzer erlaubte er sich in elf Rennen: in der letzten Wettfahrt, als der Sieg schon feststand.

Arne Wilcken und Crew, J/80: Nach neun Jahren gab es zur Kieler Woche die Wachablösung. Arne Wilcken aus Kiel gelang es, Martin Menzner mit seiner Mannschaft vom Thron zu stoßen. Nach langer Aufbauarbeit ist es der größte Erfolg für Wilcken.

Carsten Kemmling und Crew, J/70: Der Segelreporter hat vor zwei Jahren die Premiere der Deutschen Meisterschaft in der J/70 gewonnen, jetzt holte er auch Kieler-Woche-Gold. Mit einem starken letzten Tag übernahm Kemmling die Spitze.

Victoria Jurczok/Anika Lorenz, 49er: Dieser Erfolg fehlte bisher in der Liste der beiden Berlinerinnen. Medaillen von Welt- und Europameisterschaften haben sie bereits eingesammelt, jetzt triumphierten sie beim Heimevent des Nationalteams.

Phillip Kasüske, Finn: Die deutschen Finn-Asse hoffen noch, auf den Olympia-Zug aufspringen zu können. Zur Kieler Woche bewies Phillip Kasüske taktische Raffinesse im Finale, segelte im Finale kurz Match-Race gegen den Führenden und dann zum Sieg.

Segler des Monats Juni

Zehn Tage Kunst, Kulinarik, Klanggenuss

Lasershow und Abschlussfeuerwerk
Zehn Tage bietet die Travemünder Woche also wieder einen bunten Strauß an Sommeraktivitäten bis in die späten Abendstunden. Die beliebte Pyro- und Lasershow an der Passat setzt von Montag bis Samstag jeweils um 22.45 Uhr ein optisches Highlight in den Abendhimmel und ist von der Travepromenade am besten zu sehen. Das Abschlussfeuerwerk am 28. Juli um 22.45 Uhr Uhr über der Nordermole ist der finale Höhepunkt und sorgt für den optischen Schlusspunkt der Travemünder Woche in ihrem 130. Jahr.

Törntipps Costa Dorada

ISLOTES COLUMBRETES:

Die 30 Seemeilen vor der Küste liegende Inselgruppe ist ein Naturschutzgebiet. Segler, die den Archipel ansteuern, müssen sich auf Kanal 9 anmelden. In der Caldera von Columbrete Grande liegen 10 Bojen aus, an denen sie ihr Schiff legen und dort auch übernachten können. An allen anderen im Archipel ausliegenden Bojen, darf man nur tagsüber festmachen. Es ist überall verboten, an Land zu gehen! Auf der Hauptinsel werden Führungen angeboten, die zum Zeitpunkt unseres Besuches gratis waren. Fischen ist überall verboten, für Tauchgänge braucht man eine Bewilligung.

PUERTO DEL FANGAR:

Wer in diesen einsamen und rundum beschützten Ankerplatz im Norden des Ebro-Deltas einlaufen will, sollte von der Fünf-Meter-Linie aus mit Kurs Süd die Mitte der Einfahrt ansteuern. Dort können die Wassertiefen weniger als 3 Meter betragen. Sobald man im Schutz von El Fangar ist, ankert man in sicherem Abstand von den Muschelbänken. Der Grund ist Schlick und hält bestens. Zu beachten ist, dass auflandiger Wind aus N bis E den Pegelstand erhöhen, Wind aus SW bis W diesen aber auch um bis zu 0,6 m absenken kann. So hatten wir beim Einlaufen (mit Westwind) 0,7 m unter dem Kiel, während das Echolot beim Auslaufen (mit kräftigem Wind aus NNE) nie weniger als einen Meter anzeigte.

FISCHFANG:

Obwohl wir nicht jeden Tag fischten, zogen wir mit der Schleppangel vier Goldmakrelen an Bord. Sie schmeckten herrlich! Ob sie zu jeder Zeit beißen, kann ich nicht sagen, es lohnt sich aber, sein Glück zu versuchen.

ANKERBUCHTEN

An der südlichen Costa Dorada gibt es einige sehr schöne Ankerbuchten. Meist sind jedoch weite Teile als Badebereich gesperrt. Man muss außerhalb der gelben Bojen ankern und liegt daher recht offen. Da Ankertiefen und Grund gut sind, kann man bei guten Bedingungen in ihnen auch übernachten.

SPRACHE

Nicht überall wurde Englisch verstanden. Vor allem beim Anmelden in den Marinas hatten wir Probleme. Es empfiehl sich daher, ein wenig Spanisch zu lernen.

Von Show über Mitmachen bis zum Titelkampf

Bei keiner Segelveranstaltung ist der Segelsport stärker in das Festivalprogramm integriert als bei der Travemünder Woche. Die Showrennen auf der Trave an den Nachmittagen bringen das Segelgeschehen direkt zu den Besuchern der Travepromenade, das Angebot von Sail United lockt zum Mitmachen, der Volksbank Rotspon Cup fordert die Politiker im sportlichen Wettstreit, und natürlich wird auch hochklassiger Sport in der Lübecker Bucht geboten. Bei den Ranglistenregatten, Ligawettbewerben und Meisterschaften geht es für die besten deutschen Segler und internationale Weltklasse-Segler um Trophäen, Titel und wichtige Punkte für die Ranglisten. Eine Europameisterschaft und sieben nationale Titelkämpfe stehen im Mittelpunkt des Interesses. Akteure aus ganz Europa, aber auch den USA haben ihr Kommen angekündigt.

IDM Seesegeln (20. bis 23. Juli)
Lange hatten die Seesegler der Lübecker Bucht auf eine Meisterschaftsentscheidung in ihrem Heimatrevier warten müssen. 2005 gastierte die Deutsche Meisterschaft der seegehenden Yachten zuletzt an der Travemündung. Zum Geburtstag hatte die Bewerbung der TW um die Austragung des deutschen Saisonhöhepunkts für die Yacht-Crews mal wieder Erfolg. Und nun wird zur TW ein hochkarätiges Feld erwartet.

IDM Offshore Double Hand (25. bis 28. Juli
Kleine Crews auf seetüchtigen Yachten liegen im Trend. Der Weltseglerverband ist auf diesen Zug aufgesprungen. 2024 wird das Offshore-Double-Hand-Segeln in gemischten Crews olympisch. Beim DSV hat man die IDM-Premiere im Zweihand-Seesegeln (allerdings offen und nicht mixed) für 2019 ausgeschrieben. Die Travemünder Woche hat den Zuschlag erhalten, und nun blickt Segeldeutschland gespannt, ob sich schon potenzielle Olympia-Teams in diesem Sommer zeigen.

IDM J/70 (24. bis 27. Juli)
Mit der Einführung als Ligaboot hat die erst vor wenigen Jahren konstruierte J/70 einen starken Auftritt hingelegt. Schnell hat die Klasse international und auch in Deutschland den Meisterschaftsstatus erreicht, und so wird nun zum dritten Mal eine Deutsche Meisterschaft der J/70 ausgesegelt. Da die Bundesliga zum Auftakt der TW ihr drittes Saisonevent segelt, erlebt Travemünde ein wahres J/70-Festival.

IDM 505er (20. bis 23. Juli)
Die deutschen 505er-Segler gehören zur absoluten Weltspitze. Wenn sich die aktuelle deutsche Spitze also zur Deutschen Meisterschaft vor Travemünde trifft, dann ist Spitzenklasse am Start, auch wenn die deutschen Fiven-Segler bei der frühen WM in diesem Jahr (im Januar in Australien) den Sprung auf das Podium verpassten.

Europameisterschaft O’pen Skiff (24. bis 28. Juli)
Die junge Klasse hat in Lübeck einen hohen Stellenwert. Der Lübecker Yacht Club gehört deutschlandweit zu den aktivsten Vereinen in dieser Jugendklasse, die sich seit diesem Frühjahr in Open Skiff umbenannt hat. Mit der EM wird der Titelreigen zur TW komplett. Denn sowohl die Deutschen Jugendmeisterschaften als auch die Weltmeisterschaften wurden bereits in der Lübecker Bucht ausgesegelt.

IDJM Laser Radial und Laser 4.7 (22. bis 27. Juli)
Der Laser-Nachwuchs hat seit fünf Jahren die Bahnen vor Travemünde zu ihrem ständigen Meisterschaftsrevier erkoren. Und so geht die Jugend in den Unterbau-Klassen für die olympischen Einhand-Disziplinen bereits zum sechsten Mal zur Travemünder Woche auf Titeljagd.

IDJüM Teeny (25. bis 28. Juli)
Die Teenys sind neben den Optis nur eine von zwei offiziellen Jüngstenbootklassen im Deutschen Segler-Verband. Damit wird die Flotte der Zweihand-Boote die jüngsten Segler (bis maximal 15 Jahre) zur Travemünder Woche stellen.

Ligasegeln (20. bis 22. Juli)
Sowohl die 1. Bundesliga als auch die Junioren Segel-Liga werden gleich zum Auftakt der TW für spannende Wettbewerbe sorgen. Aus Lübecker Sicht steht dabei natürlich die Junioren-Liga im Fokus, ist der Lübecker Yacht-Club doch mit einer eigenen Mannschaft vertreten. Seitdem das Liga-Segeln vor sechs Jahren eingeführt wurde, gehört Travemünde jedes Jahr zu den Standorten.

George Cockshott Trophy 12′-Dinghys (26. bis 28. Juli)
Vor über 100 Jahren, nämlich 1913, hat George Cockshott die 12 Fuß langen Dinghys als segel- und ruderbares Beiboot konstruiert. Ihm zu Ehren wird nun die Goerge Cockshott Trophy in einem kleinen, feinen Circuit mit wechselnden Austragungsorten gesegelt. Die Travemünder Woche reiht sich mal wieder ein in diesen exklusiven Kreis von Portofino/Italien, Mattsee in Österreich und Monaco ein.

Volksbank Rotspon Cup (24. Juli)
Im vergangenen Jahr hatte Bürgermeister Jan Lindenau seinen ersten Auftritt auf der Trave und durfte gleich seinen Sieg feiern, jetzt stellt er sich wieder dem Wettkampf. SH-Finanzministerin Monika Heinold wird in diesem Jahr nicht nur zur Eröffnung der Travemünder Woche kommen, sondern sich auch dem sportlichen Wettkampf beim Volksbank Rotspon Cup stellen.

Inklusives Segeln (26. bis 28. Juli)
Der Lübecker Verein Sail United hatte 2018 die Idee, ein Wassersportangebot für Menschen mit Behinderungen zur Travemünder Woche zu machen, in Kooperation mit anderen Anbietern in die Tat umgesetzt. An diesen guten Auftakt soll nun angeknüpft werden, so dass das zweite TW-Wochenende auch wieder im Zeichen des inklusiven Segelns und SUP-Boarden stehen wird.

Volle Kraft voraus: 58. Interboot macht sich bereit zum Ablegen

Voll in ihrem Element sind Wassersportfans wieder vom 21. bis 29. September auf der Interboot in Friedrichshafen. Rund 500 Aussteller zeigen Produkte, Trends und Branchen-Neuheiten zu den Themen Segel- und Motorboot und Funsport. Mit Jollen, Daysailern, luxuriösen Motoryachten, SUPs und Wakeboards zeigt die 58. Wassersport-Ausstellung die gesamte Bandbreite. „Wir freuen uns sehr darüber, dass zahlreiche Bootsmarken wie zum Beispiel Bavaria, Bénéteau, Jeanneau oder Sealine mit mehr Yachten als im Vorjahr auf der Interboot vertreten sind“, erklärt Projektleiter Dirk Kreidenweiß.

Alles, was der Wassersport zu bieten hat, findet auf der Interboot seinen Platz: Segel- und Motoryachten in allen Größen und Modellen, Elektroboote, Schlauchboote, Jollen, Kanus, Kajaks, Kites, Wakeboards, Surfbretter, Motoren, Elektronik, Kleidung und Zubehör sind an Bord. Abgerundet wird das Angebot durch Fachvorträge und Testmöglichkeiten auf dem Messe- und Bodensee. Vielfältig einsetzbar und für jede größere Yacht unverzichtbar ist das Dingi. Das kompakte Beiboot präsentiert die Interboot in diesem Jahr in der Halle A2. Mit zwei neuen Bereichen in Halle B3 sensibilisiert die Wassersportmesse für Umweltthemen: In der Green Power Area dreht sich alles um den nachhaltigen und alternativen Antrieb auf und am Wasser, während die Rethink Plastic-Area den Schutz der Meere in den Fokus rückt. Wer auf der Suche nach einer bequemen Fortbewegungsmethode während des Landgangs ist, wird in Halle A2 fündig: Hier stehen elektrisch angetriebene Scooter und Falträder im Testparcours zur Probefahrt bereit.

Wasserspaß pur auf dem Messe-See

Ob Paddeln, Segeln oder Wakeboarden: Auf dem Messe-See können Besucher in Kanus, Kayaks und Segeljollen Platz nehmen oder das Wakeboard unter die Füße schnallen und sich an der Wakeboard-Anlage an diversen Hindernissen üben. Beim integrativen Mini 12er-Segeln kommen auch die jungen Wassersportler nicht zu kurz: Die kleinen Boote sind unkenter- und unsinkbar.

Von entspannt bis energiegeladen: Sportliche Highlights auf dem Bodensee

Mit allen Wassern gewaschen sind die Veranstaltungen auf dem Bodensee während der Interboot. Am 21. und 22. September präsentiert sich die Trendsportart Motosurfing in einem Demo-Rennen vor der Uferpromenade. Hier bringen es Top-Fahrer aus der Worldcup-Wertung auf mit Jet-Motor ausgestatteten Wakeboards auf spektakuläre Geschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern.

Ebenfalls am ersten Messe-Wochenende bietet die 15. Interboot Trophy dem Publikum hochklassigen Regattasport. Zum ersten Mal macht in diesem Jahr das „Lake Constance-Battle“ während der Interboot Trophy Station, wenn am 21. und 22. September bis zu 40 Booten der J/70-Klasse über die Startlinie segeln. Der Tagessieger des ersten Tages ist gleichzeitig der Gewinner der Antigua und Barbuda Challenge und darf sich auf eine Reise zur Antigua Sailing Week 2020 freuen. Das Regattafeld liegt direkt vor der Uferpromenade in Friedrichshafen. Im Yachthafen vom Württembergischen Yacht-Club können Interessierte den Booten bei den Vorbereitungen und beim Festmachen zuschauen. Organisiert wird die Veranstaltung vom Württembergischen Yacht-Club.

„It’s Race Time“ heißt es am zweiten Interboot-Wochenende vom 27. bis 29. September. In drei Klassen starten die Motorboote um einen kurvenreichen Bojenkurs. Gefahren wird nach dem Modus „Best of 5“. Der Rennkurs liegt dabei direkt vor der Außenmole des Friedrichshafener Hafens, sodass die Rennen wie von einer Tribüne unmittelbar live verfolgt werden können. Jugendliche von 14 bis 16 Jahren können außerdem kostenlos in den Motorbootrennsport hineinschnuppern: Eine Anmeldung für die begrenzten Plätze ist erforderlich unter www.mizu-cup.de.

Interboot Hafen: Boote in ihrem Element erleben

In ihrem Element und in maritimem Flair lassen sich Segel- und Motorboote im Interboot Hafen erleben. Knapp 100 Segel- und Motorboote liegen bereit, um mit potenziellen Kunden in See zu stechen. Ambiente und Entspannung gibt es auch im Hafen nach Sonnenuntergang beim Sundowner.

Wie schön klassische Boote sind, stellt der Oldtimersteg unter Beweis. Dort können die Schiffe während der gesamten Messelaufzeit bestaunt werden. Die Bootsbesitzer sind vor Ort, um Fragen zu ihren Schiffen, Technik und Geschichte zu beantworten. Auch bei der Oldtimerregatta des Segel- und Motorclubs Friedrichshafen am Samstag, 21. September sind klassische Kurven Trumpf.

Ausschließlich Frauen ans Steuer kommen beim exklusiven Motorboot-Training in Kooperation mit der Zeitschrift Boote. Erfahrene Skipperinnen geben hier ihre Erfahrungen und praktische Tipps weiter. Eine Voranmeldung am Stand der Zeitschrift ist erforderlich.

Vortragsprogramm von Profis für Profis: Die Interboot Academy

Hafenmanöver, UKW-Funkauffrischung mit dem ehemaligen Royal Marine Mitglied Peter G. Boot oder Radar-/Plotter-Seminar: Das Angebot der Vorträge und Workshops während der Interboot Academy bietet eine Plattform für Wassersportfreunde zum Informieren und Austauschen. Das in der Theorie erlernte Wissen wird um praktische Übungen ergänzt. Eine ganz besondere Stimmung entsteht bei Segel- und Motorboot-Törns während dem Sunset Sailing und Sunset Cruising auf dem Bodensee. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Für diese kostenpflichtigen Programmpunkte ist eine Anmeldung unter www.interboot.de/academy notwendig.

Die Internationale Wassersportgemeinschaft Bodensee e.V. (IWGB) vermittelt im Rahmen ihres Umwelttages am 28. September Wissenswertes unter anderem zum Thema „Feuer an Bord – von Prävention bis zum Schadensfall“.

Früh übt sich bei den Interboot Action Days

Auch der Nachwuchs kommt nicht zu kurz auf der Interboot. Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren können ausgiebig Wassersport-Luft schnuppern. Am 28. und 29. September dürfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst ans Steuer eines Segel- oder Motorboots, ihre Fähigkeiten auf dem Wakeboard testen, Stand-Up Paddling ausprobieren oder auf Tauchgang gehen. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.interboot.de/actiondays.

In die Ferne schweifen beim Segel- und Reise-Kompetenz-Center

So vielfältig wie der Segelsport ist auch das Angebot im Segel- und Reise-Kompetenz-Center, dem Treffpunkt für Segler und Motorbootfans, in der Zeppelin Cat Halle A1. Neben dem Themenschwerpunkt Foiling dreht sich das Programm unter anderem um Daysailer-Konzepte, alternative Segellösungen und Traumreviere für den nächsten Törn. Wer noch Informationen und Tipps zu bestimmten Destinationen benötigt, findet bei der Charter- und Törnberatung kostenfreie und neutrale Beratung durch die Experten Michael Amme und Jürgen Strassburger.

Bootsbaukunst vom Bodensee

Auf einem großen Gemeinschaftsstand präsentiert sich der Verband der Bodenseewerften. Hier können sich die Besucher bei den Bootsbau-Experten informieren und die Schönheit maritimer Klassiker bewundern. Auf der Vortragsbühne finden täglich Fachvorträge von Profis aus der Branche rund ums schwimmende Hobby statt.

Passende Mode für den Wassersport

Aktuelle Mode und praktische Accessoires für das Wassersporterlebnis bei jedem Wetter gibt es in den Hallen A2, A3 und B1. Hier kann eine Vielfalt an maritimen Kleidungsstücken namenhafter Hersteller anprobiert und gekauft werden: vom Bikini bis zum Ölzeug.

InterDive – Einblicke unter Wasser

Wer sich für die Tauch- und Schnorchelwelt interessiert, kann sich bei den Ausstellern der InterDive von aktuellen Trends und Produktinnovationen rund ums Tauchen, Schnorcheln und Reisen inspirieren lassen. Bereits zum siebten Mal findet die Gastveranstaltung im September parallel zur Interboot statt, in diesem Jahr erstmals mit einer Überschneidung von vier Tagen eine Woche später als gewohnt von Donnerstag, 26. bis Sonntag, 29. September. Weitere Informationen unter www.inter-dive.de.

Branchentreff im Norden: Hamburg Boat Show findet Fortsetzung im Oktober

Parallel bereitet das Team der Interboot gemeinsam mit dem Deutschen Boots- und Schiffbauerverband (DBSV) und der Hamburg Messe und Congress die zweite Auflage der Hamburg Boat Show vor, die vom 23. bis 27. Oktober auf dem Messegelände der Hansestadt stattfindet und im hohen Norden die ganze Bandbreite des Wassersports zeigen wird. Das Vortrags- sowie Seminarprogramm wird weiter ausgebaut und zahlreiche bekannte Marken des Wassersports präsentieren sich auf den 30.000 Quadratmetern. Highlights der Messe werden wieder unter anderem die großen Promenadenstege mit Segel- und Motorbooten sowie das SUP-Testbecken sein. 

Countdown zur TW ist eingeläutet

Das Eventareal zur Travemünder Woche wächst und wird in drei Tagen komplett sein. Dann wird das Segel- und Festivalevent in seinem 130. Jahr offiziell eröffnet. „Heißt Flagge“ heißt es am Freitag um 18 Uhr, wenn Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau auf der „Lisa von Lübeck“ im Beisein von SH-Finanzministerin Monika Heinold den Startschuss für die Party im Dreieck von Trave- und Strandpromenade gibt. Am Sonnabend um 10 Uhr fällt dann auch auf den Regattabahnen der erste Startschuss. Rund 700 Boote mit über 1300 Segler aus 15 Nationen werden erwartet. Sie treten in 22 Wettbewerben an und küren Deutsche sowie Europameister. 

Andrea Varner-Tümmler, die Vorsitzende des Hauptveranstalters Lübecker YC, freute sich zur Auftakt-Pressekonferenz, dass sich die Travemünder Woche als Event für alle Leistungs- und Altersklassen etabliert hat: „Ein Ziel der Travemünder Woche ist es auch, möglichst viele Menschen für den Wassersport zu begeistern. Dafür bieten wir mit dem Regattaprogramm einen breiten Mix für alle Alters- und Leistungsklassen, und wir werden auch das inklusive Segeln über den Verein Sail United im Programm haben. Das kam im vergangenen Jahr gut an und wird nun fortgesetzt.“ Ein besonderes Anliegen ist der LYC-Vorsitzenden zudem die Verlinkung des Events in die Innenstadt. „Dafür haben wir einen sehr intensiven Kontakt zur Stadt aufgebaut. Bürgermeister Jan Lindenau hat das Thema sofort angenommen. Die Travemünder Woche wird durch eine stärkere Beflaggung, durch den Stempelaufdruck auf den offiziellen Stadtbriefen intensiver sichtbar. Dazu kommen besondere Aktivitäten wie der Senatsempfang auf der ,MS Hanse’ vor der offiziellen Eröffnung und der verkaufsoffene Sonntag am 21. Juli.“

Aus Sicht des Sportlichen Leiters Jens Kath sind die seglerischen Hauptattraktionen naturgemäß die Meisterschaften: „Wir freuen uns, dass die Internationale Deutsche Meisterschaft im Seesegeln nach 14 Jahren wieder zur Travemünder Woche kommt. Mit 40 Yachten haben wir ein gutes Meldeergebnis, das sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt hat. Traditionell stark vertreten sind die Laserklassen mit fast 170 Booten bei den beiden Deutschen Jugendmeisterschaften, und auch die O’pen Skiff haben mit fast 90 Teilnehmern ein starkes Europameisterschaftsfeld.“ Die Vergabe der Meisterschaftspremiere in der Disziplin Offshore Double Handed an die TW zeigt, dass das Segelevent in der Lübecker Bucht innovativ auf neue Entwicklungen eingehen kann. „Mit zwölf Booten ist das Feld zwar noch überschaubar. Aber hier wird sich zeigen, wie sich die neue Disziplin entwickeln kann“, so Kath.

Ein volles Eventareal erwartet TW-Geschäftsführer Frank Schärffe. Um die Verkehrsprobleme möglichst gering zu halten, appelliert er an die Besucher, nach Möglichkeit bei der Anreise auf den öffentlichen Nahverkehr zu setzen. „Wir drehen an vielen Stellschrauben, um zu sehen, welche Möglichkeiten zum Parken es gibt. Dazu haben wir auch den Parkplatz am Baggersand in Eigenregie in Betrieb genommen“, so Schärffe. Sollte sich aus dem Betrieb der Parkfläche ein Überschuss ergeben, so flösse der in die Jugendarbeit des LYC. Neben der guten Erreichbarkeit der Eventfläche treibt den TW-Geschäftsführer auch die Nachhaltigkeit des Festivals um: „Die Vermeidung von Einmal-Geschirr und -Besteck ist daher schon seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Daher verwenden wir bei eigenen Empfängen zur TW nur Mehrweg-Produkte“, so Schärffe. Ein Pfandsystem bei den gastronomischen Betrieben ist Usus. Aber das Bewusstsein ist noch stärker gewachsen. So wird zur TW auf den Einsatz der Aufkleber auf den Teilnehmerbooten verzichtet. Die dienten in der Vergangenheit dazu, die Sponsoren in Szene zu setzen. „Wir sind uns aber mit unserem Partner SAP einig, dass wir nicht wollen, dass Aufkleber von den Booten ins Wasser gespült werden“, so Schärffe.

Auf einen bunten Musik-Mix zur TW verwies Uwe Bergmann von der Hamburger Agentur uba, die das Landprogramm organisiert: „Die Travemünder Woche hat in der Vergangenheit immer wieder Künstler auf der Bühne gehabt, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Und so wird es auch diesmal sein. Unter anderem haben wir Brenner auf der Bühne, eine Band, die als die neuen Santianos in der rockigen Version gehandelt werden. Und Jessica Lynn aus den USA wandelt in den Spuren von Shania Twain.“ Top-Act wird in diesem Jahr Michael Schulte auf der Stadtwerke Lübeck Festivalbühne sein. „Es ist uns sonst kaum möglich, Künstler aus der ersten Reihe zu engagieren. Durch die Unterstützung der Hotels a-ja, Arosa, Atlantic und Maritim konnten wir diesmal aber mit Michael Schulte ein Musiker verpflichten, der beim Eurovision Songcontest im vergangenen Jahr einen tollen Erfolg eingefahren hat.“ Auch neben dem Musikangebot hat die TW ein breites Programm zu bieten – von kulinarisch deftiger bis hin zu feiner Kost, von Spielangeboten für Kinder über die Partyzone bis hin zu feinen Lounge-Ecken, von leisen Aktionen wie der Kopfhörer-Disko in der Holsten Beach Area bis hin zu Knalleffekten wie der Pyro- und Lasershow an der Passat oder dem großen Abschlussfeuerwerk am 28. Juli.

Antikorrosionspaste

Wer Edelstahlschrauben am Mast aus Aluminium befestigt, muss beide Metalle sorgfältig trennen, um elektrolytische Korrosion zu verhindern. Für diesen Zweck führt Sailtec jetzt das Produkt Duralec Green ein. Die Paste besteht aus einem elastischen Material ohne den umweltschädlichen Zusatz Barium Chromat, der in anderen Isolierpasten enthalten ist. Die Paste kann ungeöffnet circa zwei Jahr aufbewahrt werden. Nach dem Öffnen sollte sie allerdings schnell verbraucht werden, da die Paste unter Luftzufluss aushärtet.

Bavaria nimmt wieder Fahrt auf

Nach der Übernahme durch die Berliner Finanzinvestoren Capital Management-Partners (CMP) im Oktober 2018 gewährt Bavaria einen Blick hinter die Kulissen der Umstrukturierung nach der Insolvenz. Das Geschäftsjahr 2018/19 endet zum 31. Juli. Die Werft wird in diesem Zeitraum rund 350 Boote verkauft haben. Von den alten Zahlen um 700 Boote im Jahr ist der Betrieb in Giebelstadt damit zwar weit entfernt, doch CEO Michael Müller sagt: „Wir sind dort, wo wir geplant haben zu sein.“

Für das nächste volle Geschäftsjahr 2019/20 rechnet man mit 450 Booten und einer schwarzen Null. Die Neuausrichtung ist noch in vollem Gange. Dabei setzt die neue Geschäftsführung in erster Linie auf die Wiedergewinnung alter Stärken, die seit dem ersten Verkauf der Werft 2007 aus dem Blickfeld geraten waren. Im Zentrum steht das Alleinstellungsmerkmal von Bavaria schlechthin: das Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei Bavaria bekam man immer viel Boot für sein Geld und das soll auch in Zukunft so sein.

Die Fließbandproduktion geht noch auf den Werftgründer Winfried Hermann zurück

Verantwortlich dafür war die effiziente Fließbandproduktion, die im Kern noch auf den Werftgründer Winfried Hermann zurückgeht. Kurze Wege am Band und Teilegleichheit über mehrere Modelle sorgten unter anderem dafür, dass der Personalkostenanteil in Giebelstadt niedriger war als bei den Wettbewerbern. Manche Entscheidungen in den letzten zehn Jahren unterliefen diesen Vorteil jedoch und machten ihn letztlich zunichte. Hier wird jetzt umgesteuert.

Das augenfälligste Beispiel dafür ist die Segelyacht C 65, die im letzten Oktober gar nicht erst mit übernommen wurde. Die C 65 war ursprünglich für die kroatische Salona-Werft konstruiert worden. Bavaria übernahm das Modell und überarbeitete es, ließ es aber weiterhin in Kroatien produzieren. Für den Standort in Giebelstadt war der Rumpf schlicht zu groß. Damit konnte die C 65 nicht zu den dortigen günstigen Bedingungen gebaut werden.

Die Bodensektion wird in eine Schale eingebaut

Die Produktion des Motorboots R 55 hat die neue Führung nach Giebelstadt geholt, sodass jetzt wieder alle Segel- und Motorboote in Franken produziert werden. Die einzigen Ausnahmen: Die E-Linie bei den Motorbooten wurde ganz eingestellt. Und die Katamarane werden weiterhin in Rochefort in Frankreich, in der Nähe von La Rochelle gebaut. Nach dem kurzen Intermezzo als Bavaria Catamarans werden sie inzwischen wieder als Nautitech vermarktet, gehören aber weiter zur Bavaria-Gruppe.

Christopher Marschka, Bereichsleiter Vormontage

„Wir beherrschen das Vakuuminfusionsverfahren genauso wie das Handauflegeverfahren.“

Bei den Segelyachten spielten auch die anderen Modelle der C-Linie die Stärken von Bavaria bisher nicht voll aus. Die Mehrzahl der Segelyachten geht an Charterunternehmen, die Optionsvielfalt der Modelle ist begrenzt. Im Charterbetrieb geht es vor allem um Einfachheit. Mit ihrer C-Linie dagegen zielt Bavaria in erster Linie auf Eigner. Überzeugt werden, sollten diese mit umfangreichen Optionen, was der ursprünglichen Gleichteilestrategie zuwiderlief und Arbeitszeit kostete.

Vorgefertigte Ruderblätter

Wolfgang Schöller, Bereichsleiter Schreinerei, sagt: „Die Teilegleichkeit kommt wieder.“ Die aktuelle Optionsvielfalt der C-Linie bewerkstelligt man mit der Modulbauweise. Alle Holzteile beispielsweise für ein Vorschiff kommen gemeinsam aus der Fräse, laufen durch den Lackierroboter und landen auf einem Wagen, den sich dann der entsprechende Mitarbeiter zwecks Montage heranzieht. Die zusätzliche Teilegleichheit soll diese Modulbauweise nun noch effizienter machen.

Die Modellpalette soll sich in Zukunft in dem Bereich zwischen 30 und 50 Fuß bewegen. Weitere radikale Schnitte wie bei der C 65 und der E-Linie sind allerdings nicht zu erwarten. Vielmehr sollen schwächere Modelle erst nach und nach durch neue ersetzt werden. Bei manchen Modellen wie dem Dauerverkaufsschlager Cruiser 46 sieht man aktuell gar keinen Handlungsbedarf. Das erste neue Modell unter der neuen Leitung soll auf der Bootsmesse in Düsseldorf 2020 vorgestellt werden.

Bavaria baut Boote sowohl im Handauflegeverfahren als auch mit Vakuuminfusion

Für die Entwicklung neuer Modelle hat die neue Geschäftsführung das Händlernetzwerk enger angebunden. Da die Werft die Boote nicht direkt vertreibt, spielen die rund 100 Händler in mehr als 50 Ländern schon lange eine herausragende Rolle bei Bavaria. Seit Ende November gibt es bei Bavaria einen festen Händlerbeirat, der regelmäßig zusammentritt und über Fragen des Service ebenso berät wie über die Entwicklung neuer Modelle, die vielen Ansprüchen genügen müssen.

So ist es zum Beispiel in Skandinavien üblich, mit Heckanker und dem Bug an einer Schäre festzumachen. Dafür ist ein entsprechendes Geschirr am Heckkorb hilfreich. Im Mittelmeer dagegen liegen die Yachten überwiegend mit dem Bug an einer Muring und mit dem Heck zur Pier. Dort würde so ein Heckankergeschirr stören. Um diese widersprüchlichen Anforderungen unter einen Hut zu bekommen, stimmen sich Händler enger mit den Verantwortlichen aus Konstruktion und Produktion ab.

Wolfgang Schöller, Bereichsleiter Schreinerei

„Die Teilegleichheit kommt wieder.“

Genau für solche Prozesse sind Stellen wieder geschaffen worden, die in der Vergangenheit abgebaut worden waren. Insbesondere das Engineering findet jetzt wieder im Haus statt, um die Vorteile der Serienproduktion voll ausschöpfen zu können. Pascal Kuhn, der früher schon für Bavaria gearbeitet hatte und nun als Produktmanager Segelboote daran beteiligt ist, sagt: „Bavaria ist wieder Bavaria, aber wir lassen uns nicht in die Karten gucken.“

Für Wirbel sorgten im Frühjahr Pressemeldungen über Kurzarbeit und Stellenabbau. Tatsache ist, dass Geschäftsführung und Betriebsrat über ein neues Arbeitszeitmodell verhandelt haben. Dessen Ziel ist, den Anteil der Leiharbeiter möglichst auf Null herunterzufahren und mit der Arbeitszeit des Mitarbeiterstamms flexibler umgehen zu können. Anders als früher baut Bavaria nicht mehr auf Vorrat Boote, sondern nur noch auf Bestellung.

Die Belegschaft soll bei 550 Arbeitnehmern gehalten werden

Wie auf anderen Werften auch ist daher im Sommer relativ wenig zu tun und im Winter relativ viel. Dem begegnet man dadurch, im Winter Plusstunden aufzubauen und im Sommer wieder abzubauen. Um ohne Minusstunden in dieses Modell starten zu können, wird es diesen Sommer noch einmal Kurzarbeit geben. Den im Frühjahr abgebauten 24 Stellen stehen offene Stellen unter anderem für Elektriker gegenüber. Alles in allem, bestätigt CEO Müller, soll die Anzahl der Stellen bei Bavaria bei 550 erhalten bleiben.

Außerdem betont Michael Müller, dass das Know-How der Mitarbeiter ein entscheidender Faktor für ein stabiles Qualitätsniveau sei. Mit wechselnden und immer wieder neu anzulernenden Leiharbeitern sei dieses kaum zu halten. Derzeit liegt die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei über zehn Jahren. Das deutet auf ein hohes Maß an Identifikation mit dem Betrieb in den Reihen der Stammbelegschaft. Auch die eigenen Auszubildenden sollen übernommen werden.

Die Schreinerei ist und bleibt eines der Herzstücke in Giebelstadt

Auf dem Prüfstand steht neben dem Arbeitszeitmodell auch das Produktionsverfahren. Die Werft hat 2016 das Vakuuminfusionsverfahren für die jüngsten Modelle eingeführt. Dabei werden Glasfasern und Schaum trocken in die Form eingebracht. Das Harz wird später durch ein Vakuum in die Form gezogen. Das erfordert spezielle Formen. Parallel arbeitet Bavaria bei einer Vielzahl von Modellen weiterhin mit dem traditionellen Handauflegeverfahren.

Den Stand der Dinge nach drei Jahren fasst Christopher Marschka, Bereichsleiter Vormontage, so zusammen: „Wir beherrschen das Vakuuminfusionsverfahren genauso wie das Handauflegeverfahren.“ Die Erfahrungen mit den beiden Verfahren sollen im Laufe des Jahres ausgewertet werden, um zu entscheiden, welcher Weg in Zukunft weiter verfolgt werden soll. Jedenfalls sollen nicht auf Dauer beide Verfahren angewendet werden.

Pascal Kuhn,
Produktmanager Segelboote

„Bavaria ist wieder Bavaria, aber wir lassen uns nicht in die Karten gucken“

Grundlage aller Aspekte der Neuausrichtung ist die Überzeugung, dass Bavaria stabil wachsen kann. Michael Müller: „Es kann nicht sein, dass man mit vernünftigen Prozessen, vernünftigen Produkten und einer hervorragenden Marke in einem Kernmarkt nicht wieder neu starten kann.“ Doch entscheidend sind letztlich die Kunden. Deren Wünsche sollen Bavarias erfüllen. Siep Keizer, Produktmanager Motorboote: „Man kauft sich nicht nur ein Boot, man kauft sich Quality Time.“

Teilegleichheit bedeutet, dass baugleiche Teile wie Türen in allen Modellen genutzt werden können

CMP ist auf mittelständische deutsche Unternehmen in Schwierigkeiten spezialisiert. Im Schnitt behält CMP die Firmen fünf bis sechs Jahre. Dr. Ralph Kudla, von CMP für die Restrukturierung in die Geschäftsführung von Bavaria entsandt, sagt: „Wir sind darauf eingestellt, dass es hier länger dauert. Die Produktpalette auf Vordermann zu bringen, braucht Zeit.“ Wenn das Kerngeschäft wieder läuft, sieht Dr. Kudla Wachstumsmärkte beispielsweise in Asien. Aber dafür braucht Bavaria dann einen anderen Partner.

Warnemünder Woche so international wie selten zuvor

Die 82. Warnemünder Woche ist vorbei und die ersten Absprachen und Vorbereitungen für die 83. Auflage sind bereits getroffen. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass sich das maritime Segelevent zurecht als eines der begehrtesten der Welt bezeichnen kann.

Etwa 1.400 Segler strömten in den vergangenen neun Tagen nach Warnemünde. „Wir haben mehr auf Qualität statt auf Quantität gesetzt. Das hat sich ausgezahlt. Die Teilnehmerfelder der Regatten waren sehr stark besetzt“, freute sich Sportdirektor Peter Ramcke.

Insgesamt wurden 564 Boote zu Wasser gelassen. Dazu zählen auch die 110 Raceboards, die bei der Weltmeisterschaft vor der Warnemünder Küste zum Einsatz kamen.

Bei der zweiten WM kämpften die Boote der Klasse J/22 um die begehrte Trophäe. Dort starteten insgesamt 31 Teams.

Das größte Teilnehmerfeld bildete der Laser Europa Cup. 205 vorwiegend Jugendliche Teilnehmer starteten in den drei Variationen 4.7, Radial und Standard.

Über neun Tage hinweg wurden insgesamt 20 einzelne Regatten absolviert und etwa 100 von 116 geplanten Wettfahrten durchgeführt. Zwei Mal konnten die Wettfahrten nicht stattfinden. Während am ersten Sonntag aufgrund zu hoher Wellen und zu starken Windes nur die „Rund Bornholm“-Regatta starten konnte, mussten am Freitag wegen schwachen Windes und aufziehender Gewitterwolken alle Wettfahrten abgesagt werden.

Auch in diesem Jahr wurde die Warnemünder Woche zu einem Segelspektakel, auf das zahlreiche internationale Sportler hingefiebert hatten. Insgesamt starteten Segler aus 38 Nationen.

Aus aller Welt nahmen 285 ausländische Segler in 240 Booten an den Regatten teil. Unter anderem waren Segler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Neuseeland, Taiwan, China und den USA dabei.

Die Zahl der Woche ist 24:54:23 Stunden. So lange brauchte die „Ospa“ um von Warnemünde nach Bornholm und zurück zu segeln. Dieser Rekord dürfte schwer zu brechen sein.

Das besondere an der Veranstaltung sind auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die eine Woche lang teilweise ihren Urlaub aufwenden, um für einen reibungslosen Ablauf bei dem Segelfest zu sorgen. Insgesamt waren 300 Helfer vor Ort. Für alle Verantwortlichen auf See standen insgesamt 55 Begleitboote zur Verfügung. „Alle Helfer haben einen herausragenden Job gemacht und tragen die Warnemünder Woche. Das verdient allergrößten Respekt und ein großes Dankeschön“, freut sich Sportdirektor Ramcke.

Rene Warning

Super Sail Tour: Björnholt / Jensen gewinnen vor Kellenhusen

Nicolaj Björnholt/Michelle Jensen heißen die Sieger von Kellenhusen 2019. Die dritte Station der Super Sail Tour nur eine Woche nach Heiligenhafen, war für viele Teams eine wichtige Generalprobe für die Ende Juli in Frankreich stattfindenden Europameisterschaften und das anschließende Final Race auf Sylt im August.

So war es nicht verwunderlich, dass 44 Katamarane sich auf den Weg nach Kellenhusen an der Lübecker Bucht machten. Nach einem stürmischen Wochenende in Heiligenhafen sah die Vorhersage für Kellenhusen ebenfalls nicht gut aus. Schwache und drehende Winde mag kein Wettfahrtleiter. Kellenhusen trotze der Vorhersage und am Samstag konnte wie geplant gestartet werden. Musste die erste Wettfahrt noch verkürzt gesegelt werden, waren dann die beiden Rennen 2 und 3 regulär. Dennoch wurde den Segler viel abverlangt. So gab es auch 3 verschiedene Tagessieger und für den Sonntag war noch keine Vorentscheidung gefallen. Wenn auch ohne Tagessieg, kam der Europameister Nicolaj Björnholt mit seiner Vorschoterin Michelle Jensen mit den Bedingungen am besten klar und hatte 4 Punkte Vorsprung vor Lauritz Bockelmann, der wieder seine langjährige Vorschoterin Kim Liedke an der Vorschot hatte.

„Klar wollen wir am Sonntag angreifen,“ so Lauritz Bockelmann. „Alles ist noch offen und wir kennen unsere Stärken.“

Die Winde am Sonntag war schwach, aber der Wettfahrtleiter konnte pünktlich die 44 Hobie 16 für weitere zwei Läufe auf die Bahn bringen. Am Ende fehlten dann Bockelmann/Liedke zwei Meter im Ziel auf das starke dänische Duo zum Gesamtsieg. Platz 3 belegten Daniel Björnholt/Thomas Faurby. Die Jugendwertung der Hobie 16 gewannen die Geschwister Lasse und Stine Abratis.

Detlef Mohr/Karen Wichardt kommen hingegen in dieser Saison nicht so richtig in Fahrt. Konnten sie zwar einen Tagessieg am Samstag verbuchen, musste sich Detlef Mohr aber eingestehen, dass sie auf dem Wasser einige Entscheidungen falsch getroffen haben und dass die anderen Teams einfach sehr gut und schnell unterwegs sind. „Ich freue mich, dass die Rennen in diesem Jahr von mehreren Teams gewonnen werden können, trotzdem müssen wir unsere Fehler abstellen und wollen wieder vorne angreifen,“ sagte Detlef Mohr nach den Regatten am Sonntag, den er mit Platz 4 in der Gesamtwertung beendet hat.

Die dänischen Brüder, in Kellenhusen noch als Konkurrenten auf dem Wasser, werden dann beim großen Hobie World Cat im August auf Sylt wieder zusammen im Boot sitzen.

Hobie 16:

  1. Nicolaj Björnholt/Michelle Jensen (10 Punkte)
  2. Lauritz Bockelmann/Kim Liedke (12 Punkte)
  3. Daniel Björnholt/Thomas Faurby (20 Punkte)

Hobie 14:

  1. Markus Merten (6 Punkte)
  2. Krzystof Baryla (8 Punkte)
  3. Erik Schwettscher (11 Punkte)

Revierprofil Costa Dorada

Revier: Ein abwechslungsreiches Revier, indem man je nach Lust und Laune kurze Schläge aber auch täglich 50 Meilen segeln kann.
Seekarten: Französische Seekarten F7664, 7669,7785 oder Imray M13.
Nautische Literatur: Steve Pickard: „Mediterranean Spain“, von der RCC Pilotage Foundation.
Wind & Wetter: Meist windarmes, heißes Sommerwetter. In der Vor- und Nachsaison gibt es oft guten Wind, man muss aber auch auf Gewitter und Fronten einstellen.
Leuchtfeuer & Seezeichen: Das Revier ist gut betonnt und befeuert.
Gezeiten & Strom: Tidenhub und Gezeitenstrom sind vernachlässigbar. Starker auf- bzw. ablandiger Wind kann jedoch zu größeren Wasserstandsschwankungen führen.
Navigation: Terrestrisch. Wegen der meist flachen Küsten ist der Plotter eine wichtige Navigationshilfe.
Beste Zeit: Mitte Mai bis Ende September.
Anreise: Barcelona wird von allen größeren Flughäfen angeflogen. Den Transfer nach Roda de Bará mussten wir noch selbst organisieren.
Einreise & Zoll: EU- und Schengenland.
Sprache: Spanisch. Englisch wird nicht überall verstanden.
Klima: Mediterran.
Kleidung: Leichte Baumwollkleidung im Sommer. An Bord sollten immer ein Pullover und ein leichtes Ölzeug sein.
Fischfang: Ende August scheint die Zeit der Goldmakrelen zu sein.
Sicherheit: Im Segelrevier weitgehend gut. Problematisch in Barcelona.
Reiseführer: Thomas Schröder: „Barcelona“, im Michael Müller Verlag / Hans-Jürgen Fründt:“ „Costa Dorada mit Barcelona“ (bei Reise Know How) / „Spanien“, bei Baedeker.

Windverhältnisse

Tramontana (Maestral):

Dieser von Tiefdruckgebieten über Mitteleuropa ausgelöste NW-Wind tobt sich meist an der Costa Brava aus. Er kann aber auch die nördliche Costa Dorada heimsuchen und aus dem Tal des Ebro pfeifen. Im Sommer macht er sich selten bemerkbar, in der Vor- und Nachsaison kann er Sturmstärke erreichen.

Vendaval:

Vom Atlantik herein ziehende Fronten bewirken diesen SW-Wind. Begleitet von Gewittern und Regen, dreht er bei Durchzug der Front auffrischend über W auf NW. Im Herbst und im Frühjahr kann er stärker blasen als manchem Segler lieb ist.

Sirocco:

Schwüle Wärme kündigt diesen S bis SE-Wind an. Er sorgt für schlechte Sicht und kann die Ansteuerung mancher Häfen gefährlich machen und sogar verhindern. Selten im Sommer.

Levante:

Tiefdruckgebiete über Nordafrika sind der Motor dieses Ostwindes. Oft rollte er so hohe Wellen gegen die Küste, dass die Einfahrt in manche Marinas gefährlich bis unmöglich ist.

Sommerwetter:

Im Sommer setzt am späten Vormittag eine auflandige Thermik ein, die sich bis zum Nachmittag zu einem guten Segelwind auswächst. Die Nächte sind meist windstill, an manchen Stellen macht sich eine ablandige Thermik bemerkbar.

AC75 im April 2020 vor Sardinien

Nach dem Absprung zweier Herausforderer (Dutch Sail und Malta Altus) wird es zum Treffen von fünf AC75 kommen. Neben dem America’s Cup-Verteidiger Emirates Team New Zealand, sind noch die Herausforderer von Luna Rossa Prada Pirelli Team (Italien), Ineos Team UK (Großbritannien), American Magic sowie Stars + Stripes Team (beide USA) im Spiel.

„Sardinien hat einen guten Ruf als Austragungsort für erstklassige Yachtrennen“, sagte Vasco Vascotto, der das in Cagliari/Sardienen beheimatete Team vertritt. „Das ist einer der Gründe, warum wir die Insel als Basis für unsere Herausforderung für den 36. America’s Cup gewählt haben. Wir freuen uns darauf, die anderen Teams und die Fans der America’s Cup World Series zu einem spektakulären Eröffnungsereignis begrüßen zu dürfen.“

Der Chief Operating Officer von Emirates Team New Zealand, Kevin Shoebridge (Neuseeland) hob die Bedeutung des ACWS-Events auf Sardinien für alle Teams hervor: „Das Wesentliche an dieser Regatta ist, dass sie eine sehr klare Vorstellung davon gibt, wo sich die einzelnen Teams in ihren Entwürfen und Vorbereitungen für die entscheidenen Ereignisse in 2021 befinden. Mit nur acht Monaten zwischen Sardinien und dem Beginn des Prada Cup und zehn Monaten bis zum America’s Cup bleibt den Teams jedoch nur sehr wenig Zeit, die notwendigen Änderungen vorzunehmen, um sicherzustellen, dass sie auf dem neuesten Stand sind.“

Patrizio Bertelli, Vorsitzender des Prada Pirelli-Teams von Luna Rossa und CEO der Prada-Gruppe, sagte bei der Vorstellung der Terminpläne: „Es wird großartig sein, bald die erste Generation der AC75 auf dem Wasser zu haben. Wir freuen uns auf April 2020, wenn die Teams zum ersten Mal bei der America’s Cup World Series in Cagliari, Sardinien, an den Start gehen.“