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Kooperationsvertrag unterschrieben

GotoSailing und der SVG Verlag arbeiten ab sofort zusammen. Während der Travemünder Woche haben Ulrich Küppers (Regional Manager von GotoSailing) und SVG-Herausgeber Hermann Hell (r.) einen Kooperationsvertrag bis 2021 unterschrieben. Ziel ist es, die Kompetenzen zu bündeln GotoSailing ist eine online-Plattform zum Chartern von Segelyachten, die zur Zeit Segelreviere in Kroatien, Griechenland und in der Türkei anbietet. Ziel ist es, weitere Destinationen anzubieten, auch mit Blick Richtung Deutschland. Dabei werden besondere Bonuspunkte für Vereine angeboten. Die Plattform, die von Segler für Segler aufgebaut wurde, bietet absolute Transparenz. Bei der Interboot in Friedrichshafen (Halle 1) und auf der boot in Düsseldorf wird sich GotoSailing erstmals in Deutschland präsentieren. Fragen an  uk@gotosailing.com, oder auf www.gotosailing.com

O’pen Skiff EM: Italien dominiert

Vor dem Abschlusswochenende der 130. Travemünder Woche klarieren sich die Felder, und die Favoriten werden ihren Rollen gerecht. In den verschiedenen Klassen haben sich die ersten Anwärter auf die Trophäen auch an die Spitzenpositionen geschoben..

Europameisterschaft O’pen Skiff
Die EM der jungen Skiff-Segler läuft reibungslos und den Erwartungen entsprechend. Die Italiener dominieren, Deutschland kämpft um eine Platzierung in den Top-Ten. „Wir haben schöne Rennen und interessante Kurse. Die Zusatzaufgaben werden von den Seglern sehr gut gemeistert“, berichtet der deutschen Klassenboss und Vize der internationalen Klassenvereinigung Marcus Cremer. Bei den Freestyle-Elementen wurden Aktionen wie Stehend-Segeln, 360-Grad-Drehung und Segel auf das Wasser legen in den Kurs eingebaut. Eine typische Aktion der O’pen Skiff, die den Spaß auf der Regattabahn erhöht. „Gerade das Stehend-Segeln ist sehr anspruchsvoll“, so Cremer. Während Italien in beiden Altersklassen durch Federico Quaranta (U13) und Manuel de Felice (U17) führt, sorgt der Lübecker Magnus Voss als Elfter bei den U17 für das derzeit beste deutsche Zwischenergebnis. Die EM läuft noch bis Sonntag.

IDM J/70
Drei Rennen, keine Veränderung in den Topplatzierungen der Deutschen Meisterschaft der J/70 am heutigen Freitag: Der Hamburger Michael Grau verteidigt seine Position vor Sergei Dobrovolskii (Zypern) und Johanna Meier (Warnemünde). Alle drei Mannschaften konnten jeweils einen Tagessieg einfahren, hatten dazu ein weiteres sehr gutes Ergebnis. Dobrovolskii fuhr allerdings auch ein Streichresultat ein, und Johanna Meier muss nun einen zwölften Platz in das Ergebnis einbringen. Die Verfolger des Spitzenreiters sind damit gleichauf, und auch das viertplatzierte Bremer Team um Björn Beilken lauert nur einen Platz dahinter. Damit ist im Kampf um die Medaillen für dieses Quartett noch vieles möglich.

IDJM Laser Radial und Laser 4.7
Die Liste der beiden Laser-Jugendklassen nimmt die erwartete Gestaltung an. Sowohl bei den Radial als auch bei den 4.7 haben die hochgehandelten Favoriten die Spitze übernommen. Der Allgäuer Julian Hoffmann (Radial) und Ole Schweckendiek aus Kiel (4.7) führen ihre Konkurrenzen an. Allerdings bleibt es spannend vor dem morgigen Final mit zwei weiteren Rennen. Denn nur Minimal-Punktabstände liegen zwischen ihnen und den Verfolgern.
Für den Lübecker Jesper Bahr ist die absolute Radial-Spitze zwar zu weit weg, aber auf einen Medaillenrang kann der aktuell Viertplatzierte noch hoffen. Und sein großes Ziel (Platz eins in der U17-Wertung) ist in greifbarer Nähe: „Dafür sieht es sehr gut aus. Aber auch in der Gesamtwertung kann noch was gehen. Heute lief es gut, hätte aber besser sein können. Im letzten Rennen habe ich auf dem letzten Downwinder zwei Plätze verloren, wollte dann noch mal angreifen, um unter die ersten Drei zu kommen. Aber der Lee-Bogen auf dem letzten Abschnitt ins Ziel, der in den vergangenen Tagen immer gut funktioniert hat, lief diesmal nicht.“ Die Folge: Zwei weitere Gegner rutschten durch. Während Bahr zum Finale noch den Angriff auf Platz drei und damit auf Roko Mohr (Plau am See) starten will, ist sein Trainingskumpel Mewes Wieduwild als Zweiter der größte Kontrahent von Spitzenreiter Hoffmann.
Bei den 4.7-Seglern drehte Ole Schweckendiek den bisherigen Rennverlauf um. Mit zwei Siegen in den beiden Rennen überflügelte er seinen Clubkameraden Josse Bonatz, der mit einem dritten und vierten Platz seinen Vorsprung einbüßte, aber weiterhin in Schlagdistanz liegt, um den Kieler-Woche- und Warnemünder-Woche-Sieger noch anzugreifen.


Bei der IDJüM der Teenys sind die jüngsten Segler der Travemünder Woche unterwegs. Foto: segel-bilder.de

IDJüM der Teenys
Böses Erwachen für die führende Crew der Deutschen Jüngstenmeisterschaft. Mats Ole Krüss/Tobias Ridder hatten sich am ersten Tag nicht ordnungsgemäß ein- und ausgecheckt, kassierten dafür im Nachgang eine 3-Punkte-Strafe. Aus der Bahn warf das die Plöner allerdings nicht. Mit einem Tagessieg und einem dritten Platz verteidigten sie die Spitze. Dahinter gab es indes einen Positionswechsel. Jasmin Lang/Antonia Köther (Berlin) schoben sich auf den zweiten Platz.

Formula 18
Mit nur 16 Crews am Start fehlt bei den F18-Katamaranen ein wenig die Quantität. Die Qualität ist allerdings vertreten. Neben den professionellen Sach-Brüdern, die aber in anderen Projekten engagiert sind und den F18 seit der vergangenen Travemünder Woche nicht mehr auf der Bahn hatten, segeln Martin Friedrichsen/Björn Wendel sowie Dieter Maurer/Katrin Oldenburg um den Sieg. Friedrichsen/Wendel kommen eigentlich aus Flensburg, starten inzwischen aber auch für den Lübecker Yacht-Club, so dass auf den Podiumsplätzen derzeit ausschließlich LYC-Mannschaften stehen. „Wir haben hier ein gutes Trainingsangebot. Daher kommen Teams aus anderen Vereinen zu uns“, berichtet Dieter Maurer. „Das hat sich ausgezahlt. Wir haben uns ordentlich verbessert. Das merken auch die Sach-Brüder, da sie kaum noch F18 segeln.“ Mit der eigenen Performance ist der Lübecker zufrieden, auch wenn er mit dem etwas schwächelnden Wind im letzten Rennen des Tages hadert. „Das war ganz komisch. Auf der einen Seite konnte man noch Doppeltrapez segeln, auf der anderen nicht mehr. Dazu kamen im Laufe des Tages noch ein paar Winddreher. Es war wirklich anspruchsvoll. Aber wir machen weiter Druck nach vorn.“ Friedrichsen/Wendel führen vor Maurer/Oldenburg und Sach/Sach jeweils im Zwei-Punkte-Abstand.

O-Jolle
In der ehemals olympischen O-Jolle (1936) gibt es den erwartete Zweikampf zwischen Deutschland und den Niederlanden. Nachdem Harry Voss (Schaumburg-Lippe) den ersten Tag gewonnen hat, zog nun Thies Bosch (Niederlande) gleich. Beide duellieren sich auf absoluter Augenhöhe und haben punktgleich an der Spitze schon einen kleinen Abstand zum weiteren Feld hergestellt. Daher wird der TW-Sieg am Samstag wohl zwischen diesen beiden ausgemacht.


Für die 12′ Dinghys war die Welle auch in der Pötenitzer Wiek zu stark für eine Wettfahrt. Foto: segel-bilder.de

12′ Dinghys
Die Piloten der traditionellen 12′-Dinghy-Klasse stürzten sich mutig an ihrem ersten Tag der George Cockshott Trophy in das Geschehen und segelten vom Liegeplatz an der Tornadowiese zu ihrer Regattabahn in der Pötenitzer Wiek. Doch als sie die Priwall-Halbinsel umkurvt hatten, erwartete die vielfach mit Senioren besetzte Klasse ein unerwartet starker Wind und eine kabbelige Welle. „Es war hinter dem Priwall mehr Wind als auf einigen Ostsee-Bahnen – sehr erstaunlich“, berichtete Eckard Graf aus dem Wettfahrtleiter-Team. Zu viel für einige Athleten. Ein gekentertes Boot brauchte intensive Hilfe. Bis das Dinghy wieder aufgerichtet und leergepumpt war, vergingen 20 Minuten. Zeit, die den Orga-Teams fehlte, um die Bahn auszulegen. Da der Wind nicht lockerließ, konnte keine Wettfahrt gesegelt werden. „Im Falle eines Falles wären zu viele Sicherungsboote gebunden gewesen“, so Graf. Daher legte die Wettfahrtleitung in Absprache mit den Athleten ein Windlimit von 12 Knoten im Durchschnitt und 15 Knoten in der Spitze fest, bei dem in den kommenden Tagen noch gestartet werden darf.


Kielzugvogel
Einen Tag länger als die O-Jollen sind die Kielzugvogel-Segler unterwegs. Aber auch für sie endet am Samstag der Auftritt zur 130. Travemünder Woche. In einer guten Ausgangsposition für den Gesamterfolg sind Jörg Friedlein/Sebastian Fuchs (Hattingen). Ihr Polster gegenüber Michael Hotho/Jochen Wiepking (Wunstorf) beträgt allerdings nur einen Punkt.

Deutsche AC-Kompetenz zur Travemünder Woche

Das Organisationskomitee des kommenden America’s Cup hat wichtige Posten für den Rennablauf und die Einhaltung des Regelwerks für den Cup 2021 besetzt. Unter den von Titelverteidiger Emirates Team New Zealand und dem ersten Herausforderer (Prada, Italien) ausgewählten Experten befindet sich auch Hasso Hoffmeister. Der Schiffbau-Experte aus Hamburg ist ins Komitee für die Interpretation der Klassenregeln (Class Rules Committee) berufen worden.

Aber der Hamburger versteht Boote, deren Struktur und ihre korrekte, regelgerechte Bauweise nicht nur in der Theorie. Er ist aktiver Regattasegler, segelt seinen Mini 6.50 „Husky“ solo oder als Zwei-Personen-Crew. Zur Premiere der Deutschen Meisterschaft im Offshore Double Handed im Rahmen der 130. Travemünder Woche ist er daher mit am Start, segelt mit Michael Höfgen um die Medaillen.
„Wir sind gespannt, wie die Meisterschaft verläuft. Unsere Chancen hängen entscheidend vom Kurs ab. Wenn es weite Strecken mit Halbwind oder Raumschots-Bedingungen gibt, können die Minis weit vorn landen. Wird viel gekreuzt, wird es schwierig“, so Hoffmeister.


Mit Michael Höfgen ist Hasso Hoffmeister auf seiner “Husky” zur Deutschen Meisterschaft Offshore Double Handes am Start. Foto: segel-bilder.de

Vor dem Start in die Langstrecke am Donnerstagabend hatte er noch Zeit, über seinen Werdegang als Experte für die Berechnung und Bewertung von Boots- und Riggstrukturen zu berichten: Der 55-Jährige ist seit seinem Abschluss als Schiffbau-Ingenieur in 1993 für die Klassifikationsgesellschaft DNVGL (ehemals Germanischer Lloyd) tätig. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat er mehrere Prüfstandards entwickelt, darunter die GL-Richtlinien für das strukturelle Design von Rennyachten. Sein besonderes Fachgebiet ist die Bewertung von Verbundstrukturen. Während der Zusammenarbeit mit dem Germanischen Lloyd war Hoffmeister auch Rigg-Designer des United Internet Team Germany beim 32. America’s Cup in 2007. Bereits in 2000 hatte er sich einen Namen im professionellen Segelsport gemacht, als er über den Germanischen Lloyd zum Designteam für die „Illbruck“-Challenge gehörte.

Offenbar hat sich der Hamburger derart bleibend in Erinnerung gebracht, dass er im vergangenen Jahr angesprochen wurde, ob er Interesse hat, in dem neuen Komitee mitzuwirken. „Das ist eine unglaubliche Ehre. Das Rules Committee des America’s Cup ist eine unabhängige Instanz und hat das technische Sagen bzw. die Interpretationsgewalt über die Klassenregeln“, berichtet Hoffmeister. Und es gibt viele Fragen der Teams. Das 55-seitige Regelwerk lässt gerade in einem Wettbewerb von Konstruktionsklassen wie dem AC immer wieder Spielräume zu, wie bestimmte Elemente von Rigg, Rumpf oder Foils zu designen sind.

Daher hat Hoffmeister mit seinen Committee-Kollegen Stan Honey (USA) und Carlos de Beltràn (Spanien) schon diverse Anfragen zu bearbeiten gehabt. „Wir sind uns sehr bewusst, dass wir eine schwierige Aufgabe vor uns haben. Aber ich bin fasziniert von diesem Wettbewerb und es wird spannend sein, wie sich die Arbeit entwickelt“, sagt Hoffmeister. Vorrangig ist der Job eine Arbeit, die per Email erledigt wird, aber natürlich hofft der Hamburger darauf, auch mal selbst zu den AC-Wettbewerben vor Ort sein zu können.
Jetzt ist aber erst einmal die IDM-Premiere im Fokus. Und dafür gibt es eine Kampfansage vom Konstruktionsexperten: „Vom Start bis zum Ziel versuchen wir, das Gaspedal durchzudrücken. Das machen wir immer so.“

Langstrecken-Sieg trotz Sehnenriss

Durch die Nacht und den halben Tag: Die Langstrecke zur Travemünder Woche forderte sowohl die Kondition der Yacht-Teams des Ostsee-Cups als auch der Crews der ersten Deutschen Meisterschaft in der Disziplin Offshore Double Handed. Nach dem Startspektakel in der Trave am Donnerstagabend führte der Kurs durch die Lübecker Bucht und im Uhrzeigersinn um Fehmarn herum

Im Fehmarnbelt erwischte das Gros des Feldes dann der Gegenstrom bei schwachem Wind – eine strategische Herausforderung. Und ein zeitraubendes Nervenspiel. Um allen Crews des weit auseinander gezogenen Feldes eine Rückankunft in Travemünde bis zum frühen Abend zu ermöglichen, kappte Wettfahrtleiter Uwe Wenzel den Schlenker nach Wismar: „Ich habe ihnen 35 Meilen und eine Kreuz geschenkt.“ Um 12.38 Uhr querte schließlich die „Milou“ die Ziellinie vor der Nordermole. Fast 20 Stunden waren die Lübecker Bernd Petrick und Annika Salonen unterwegs. Kurz darauf liefen die „Halbtrocken“ mit Knut Freudenberg/Nils Reichert und die „Immac Fram“ mit Florian Schlünder/Karla Dörffler ein – zwei Yachten, die schon bei der IDM Seesegeln am Start waren und nun das Double mit der Double-Handed-Meisterschaft absolvieren.
Berechnet setzten sich die „Halbtrocken“ und die „Immac Fram“ vor der „Grace“ von Andreas und Birthe Grasteit (Lübeck) an die Spitze. Und das, obwohl „Halbtrocken“-Skipper Knut Freudenberg an Land nur auf Krücken agieren kann. Ein Sehnenriss im rechten Knie, den er sich bei der Kieler Woche zugezogen hat, schränkt seinen Aktionsradius ein. „Ich bin nicht ganz so behände, aber an Bord geht es. Die Schoten- und Leinenführung ist so, dass ich alles aus dem Cockpit bedienen kann. Auf dem Vorschiff bin ich natürlich nicht unterwegs“, erklärte Freudenberg und ergänzte: „Ich bin ja selbst Orthopäde und weiß, was ich mir zumuten kann.“

Während Freudenberg also mit gedämpften Aktionspotenzial agierte, berichtete Hasso Hoffmeister, der mit Co Michael Höfgen den Mini „Husky“ auf Platz neun steuerte, von einer anstrengenden Nacht. „Wir mussten viele Manöver fahren und Segel wechseln. Für einen Mini war der eckige Kurs nicht von Vorteil.“ Aber der Sommer entschädigte für die Anstrengungen. „Bei 21 Grad in der Nacht kann man das schon genießen. Es ist ein tolles Event. Ich freue mich auf die beiden folgenden Mittelstrecken-Rennen am Samstag und die eine Mittelstrecke am Sonntag.“
Die Zweihand-Crews müssen also noch auf ihre Siegerehrung warten, für die Langstrecken-Segler des Ostsee-Cups gab es dagegen schon Preise. Die „Mia Caro“ von Jörg Bardeleben (Lübeck) gewann die ORC-Wertung, Jonas Franke (Lübeck) mit der „Brasso“ in der Yardstick-Kategorie.


LelieClass: Jung, pflegeleicht und wandertauglich

Darüber hinaus ist sie vom Design her hochinteressant, denn so ziemlich alles ist anders, als man es von den gängigen Jugend-, Ausbildungs- und Wanderjollen kennt. Sie hat eine nach vorn gereckte Bugnase, wie man sie von Oceanracern kennt, ist sehr breit geschnitten, hat daraus resultierend ein äußerst geräumiges Cockpit, in dem locker vier Kinder bzw. Jugendliche schlafen können, was umso erstaunlicher ist, wenn man bedenkt, dass die Jolle nur 5,60 Meter lang ist. Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht in der Pflegleichtigkeit. Da seewasserbeständiges Aluminium verwendet wird, ist das Material korrosionsfrei und muss nicht lackiert und entsprechend auch nicht nachgearbeitet werden. Für die Winterüberholung reicht es, das Schiff gründlich mit Wasser zu reinigen.

Für Segelspaß und gute Geschwindigkeitswerte inklusive schöner Gleitfahrten sorgen die modernen Linien, die vom niederländischen Konstruktionsbüro FCY Design stammen. Die LelieClass soll die Lelievlet ablösen, eine Konstruktion aus dem Jahre 1955, die ebenfalls für Ausbildung und für den Einsatz auf Pfadfinder-Freizeiten gedacht war. 

Sicherheit geben abgeschlossene Tanks, die die Jolle unsinkbar machen. Bei der Entwicklung der LelieClass wurde auch darauf geachtet, dass sie sich problemlos trailern lässt. Ihr Tiefgang ist variabel und reicht von 0,16 bis 1,09 Meter. Mit einem Gewicht von 550 Kilo zählt sie zwar nicht zu den Leichtgewichten, kann aber problemlos auch mit kleineren PKW gezogen werden. Sollte der Wind einmal nicht ausreichen, kann der Alu-Flitzer gerudert oder gewriggt werden. Vielseitigkeit gehört zum Konzept, das von der niederländischen Werft AluFleet umgesetzt wird; in Kortenhoef nahe Amsterdam.

Konstruktion: FCY Design
Länge: 5,60 m
Breite: 2,20 m
Tiefgang: 0,16 – 1,09 m
Gewicht: 550 kg
Segelfläche: 18 m²
Preis: ab 19.227 Euro, inkl. Groß und Fock
Infos: www.lelieclass.nl

Nichts für schwache Nerven

Es wurde eng, es wurde laut, es war nichts für schwache Nerven: Der Start zur Langstrecke zur Deutschen Meisterschaft der Zweihand-Crews war ein Krimi auf des Messers Schneide. Elf Yachten tummelten sich kurz vor 17 Uhr auf der Enge zwischen Travemünde und „Passat“, um die beste Startposition zu ergattern. Sie kämpften um jeden Millimeter – wohlwissend, dass noch über 100 Seemeilen und damit rund ein kompletter Tag harter Wettkampfsport vor ihnen liegen. Fahrtensegler und Luxus-Yachteigner sorgten mit ihrem unerwarteten Auftritt dafür, dass das Gedrängel eine zusätzliche Würze erhielt.
 


Gleich mit dem Start in eine lange Nacht zeigte sich, dass die Teilnehmer zur Premiere einer Deutschen Meisterschaft in der Disziplin Offshore Double Handed gierig auf den Eintrag in die Geschichtsbücher des Deutschen Segler-Verbandes sind. Spätestens mit dem Einholen des „Blauen Peter“ (Ein-Minuten-Signal) auf dem Startschiff gab es kein Halten mehr. Unter Backbordbug rauschte die halbe Flotte vom Passathafen kommend auf den Startpoller an der Travepromenade zu. Dort aber lauerte die andere Hälfte der Yachten, um eng an der Küste über die Linie zu ziehen und mit einem langen Kreuzschlag aus der Trave zu kommen. Gebrüll war programmiert, hektische Wendenmanöver wurden eingeleitet. Wenige Sekunden vor dem Start schien sich alles aufzuklaren, als eine Fahrtenyacht unter Motor unbeirrt die Trave hinaufzog und auf die startenden Rennyachten zuhielt. Im letzten Moment legte die Schiffsführerin den Rückwärtsgang ein, die Fahrtenyacht verschwand kurzzeitig im Gewimmel der Segel, tauchte danach aber wieder auf. Ohne Schrammen gingen die IDM-Crews auf Kurs, lieferten sich danach noch einige Kreuzduelle, um schließlich die Trave zu verlassen und in Richtung offene Ostsee zu entschwinden.

Start Double Handed Offshore Travemünde: Lina Rixgens mit ihrem neuen Boot. Foto: www.segel-bilder.de

Ganz ohne Komplikationen lief es dann allerdings doch nicht ab – das allerdings ohne Gegnereinfluss. Lina Rixgens und Partner Sverre Reinke setzten hinter der Nordermole eine Wende, zogen die Fock auf neuem Bug dicht und mussten dann mit entsetztem Blick feststellen, dass die Schotbefestigung platzte und das Schothorn wild zu schlagen begann. Wichtige Meter gingen verloren, bevor das Segel wieder stand. Kurze Zeit später musste die junge Crew aber doch den Rückweg antreten. Das Groß drückte im oberen Bereich aus der Mastnut heraus. Damit wäre ein Reffen nicht mehr möglich gewesen. Bei weiter zunehmenden Wind für Lina Rixgens keine Option: „Leider mussten wir zurück in den Hafen. Jetzt werden wir ein Tuch auf das Vorliek nähen, damit es dicker wird und hält. Dann hoffen wir, bei der Mittelstrecke wieder dabei zu sein.“
Mit gebremstem Schaum ging es eine Stunde später zur Langstrecke im Ostsee-Cup auf die Bahn. Zwei Startgruppen schickte das Wettfahrtleiter-Team von der Trave aus auf eine etwas kürzere Langstrecke als bei der Deutschen Meisterschaft.

Traumbedingungen in der Seebrise

Die Windmaschine in der Lübecker Bucht ist warmgelaufen. Die Hitze der Hundstage aus Südeuropa bringt die Regatten der Travemünder Woche in Schwung. Schon in den späten Vormittagsstunden baute sich die Seebrise auf und ließ auf den Regattabahnen für die acht Jollen- und Katamaranklassen die ersten Wettfahrten zu. Bis zum Nachmittag war das volle Programm abgespult. Das Fleißkärtchen des Tages ging an die Formula 18. Die Katamarane segelten vier Wettfahrten. Europameisterschaft O’pen Skiff Die EM der jungen Skiffsegler bleibt fest in italienischer Hand. Sowohl in der Altersklasse U13 als auch der U17 liegen die Südeuopäer vorn. Federico Quaranta (U17) und Manuel De Felice (U13) sind die beiden Spitzenreiter, die Italien mit doppeltem EM-Gold bescheren können. Die deutschen Segler spielen aktuell keine Rolle bei der Vergabe der Top-Plätze, liegen in beiden Altersklassen außerhalb der Top-Ten. IDM der J/70 Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft hat sich nach dem zweiten Tag ein deutsches Team an die Spitze gesetzt. Der Hamburger Michael Grau zog mit seiner stark besetzten Crew an dem Cypern-Team um Steuermann Sergei Dobrovolskii vorbei. „Was soll ich sagen? Man freut sich, wenn man vrn liegt. Wenn das Crew-Setup stimmt, dann läuft es“, so Grau, bei dem der australische Profi David Chapman für die Taktik sorgt. Und wie hoch sind jetzt die Titelambitionen? „Dazu gebe ich keine Prognose ab. Es kann in den nächsten Tagen noch viel passieren.“ Respektvoll blickt Michael Grau auf Platz drei, wo mit Johanna Meier (Warnemünde) die beste Frau im Feld das Ruder führt. „Wir sind sehr zufrieden und froh, dass wir so konstant durchgekommen sind. Die guten Starts waren die Basis“, sagt Meier, die im vergangenen Jahr bei der Women Champions League auf Platz drei gesegelt ist. In ihrem Team ist als Taktiker Theodor Bauer dabei, Junioren-Weltmeister im Laser von 2013, der seine olympischen Ambitionen vorerst auf Eis gelegt hat.
Spaß hatten die Formula-18-Katamarane bei Top-Bedingungen an ihrem ersten Tag zur Travemünder Woche. Fotos: segel-bilder.de
IDJM der Laser Radial: Mit den ersten Ausrutschern der Konkurrenz hat Favorit Julian Hoffmann die Spitze der Deutschen Jugendmeisterschaft der Laser Radial übernommen. Während der Elfte der aktuellen Youth Worlds beständig in den Top-Drei agiert und nur einen fünften Platz streichen muss, stehen bei den Verfolgern jeweils ein paar höhere Ziffern in der Liste. Mewes Wieduwild (Schwedeneck), der zur IDJM gemeinsam mit dem Lübecker Jesper Bahr und Landestrainer Manuel Voigt ein Appartement auf dem Priwall bewohnt, hat den Faden von Top-Resultaten mit vier Siegen in Folge zum Auftakt leicht verloren, kassierte in der Goldgruppe sogar einen zwölften Platz. Trotzdem bleibt er der ärgste Verfolger von Hoffmann, hat zur weiteren Konkurrenz schon ein paar Punkte Polster. Für Lokalmatador Jesper Bahr ist der Start in die IDJM gut gelaufen. Das Mitglied des Förderkaders „Team Lübeck“ lächelte von der Spitze. Bei „Traumbedingungen mit einer ab Mittag einsetzenden Seebrise um die 20 Knoten“, so Wettfahrtleiterin Tina Buch, hatte Bahr so seine Probleme. Rang 18 und 7. „Für mich als eher Leichtgewichtigeren ist das nicht so einfach gewesen. Hinzu kommt, dass der Wind gedreht hat, so dass ich im ersten Rennen das Feld von hinten aufrollen musste.“ Das zweite Rennen sei okay gewesen. Sein Ziel bleibt: „Ich will die U17-Wertung gewinnen.“ IDJM Laser 4.7 : Einen Führungswechsel gibt es auch in der Klasse der Laser-Einsteiger. Philipp Rathmann (Schwerin) zog zum Start der Goldgruppe am Kieler Josse Bonatz vorbei. Noch aber bleibt es eng, denn die beiden Führenden trennt nur ein Punkt. Auf Rang lauert Favorit Ole Schweckendiek (Kiel). IDJüM Teeny Zum Start in ihre Jüngstenmeisterschaft segelten die Teeny-Segler gleich zwei Wettfahrten, an deren Ende sich die Teams auch Schleswig-Holstein in eine hervorragende Position brachten. Die Plöner Mats Ole Krüss/Tobias Ridder führen das Feld vor Mathias Faasch/Simon Dorloff und Laura Müller/Hanna Lange (beide aus Malente Gremsmühlen) an. „Eine Top-Fünf-Platzierung ist schon angepeilt, aber die Führung kommt etwas überraschend“, erklärte Hauke Krüss, Vater vom Spitzenreiter-Steuermann Mats Ole. „Jetzt werden die Ambitionen wahrscheinlich steigen – in Richtung Medaillenplatz.“ Für die Führungscrew rückt aber auch schon die nächste Klasse in den Fokus. In einem Jahr wollen sie auf den 420er umsteigen. Neben den Meisterschaften sind auch drei weitere Klassen zu Ranglisten-Regatten bis zum Wochenende auf der Bahn. Bei den Kielzugvögeln, die schon ihren zweiten Tag segelten, haben Michael Hotho/Jochen Wiepking (Großenheidorn) die Spitze übernommen. Top bei den Formula 18, die gleich ein volles Programm mit vier Rennen zu ihrem Auftakt absolvierten, sind Martin Friedrichsen/Björn Wendel (Flensburg), und die O-Jollen-Wertung führt Harry Voss (Schaumburg-Lippe) an.

Unter Deck der Najad 450 cc

Unter Deck ist es auf der Najad 450 dank eines cremefarbenen Himmels und der Rumpffenster trotz der vorherrschenden Holzfronten schön hell. Die Aufteilung ist klassisch: An Backbord die Pantry mit Durchgang zur Achterkabine mit separater Nasszelle, an Steuerbord die Navigations- und Technikecke. In der Mitte der Salon mit L-Bank an Backbord. Davor der Durchgang zum Vorschiff mit Nasszelle an backbord und Kleiderschrank an steuerbord und schließlich die Vorschiffskabine.

Wie es sich für eine Yacht dieser Größe gehört, findet die Crew hier überall Stehhöhe von mindestens 1,89 Meter in der Achterkabine bis hin zu 2,06 Meter in der Pantry – dank Stufe. Hier müssen potenzielle Eigner allerdings aufpassen, denn im Durchgang zur Achterkabine sitzt in 1,84 Meter Höhe die Kante zwischen Cockpitbank und Süll. Größere Köche könnten sich hier den Kopf stoßen. Aber die Kante ist gepolstert. Ansonsten lässt die Pantry mit Haltegriff vor dem Herd kaum einen Wunsch offen.

Die Navigationstisch gegenüber ist im 45-Grad-Winkel zur Mittschiffslinie ausgerichtet. Der Sitz bietet ausreichend Kopffreiheit, aber es ist dennoch möglich, sich bei Lage oder rauer See einigermaßen einzuklemmen. Dank der Größe finden auch Papierseekarten auf dem Tisch und im Fach darunter Platz. An der Wand ist genug Fläche für den Einbau elektronischer Navigationsinstrumente. Selbst für einen Bücherschrank ist gesorgt – nicht selbstverständlich.

Salon: Viel Kontraste durch dunkle Hölzer und helle Polste sowie Deckenflächen.
Navigation: Ungewohntes Bild: Der Kartentisch wurde in einem 45 Grad-Winkel eingebaut.
Vorschiff: V-Koje mit Ablageflächen und einem kleinen Schrank.
Pantry: Die Längspantry sitzt Backbord am Durchgang zur Achterschiff.
Achterschiff: Sehr geräumige Kabine mit Doppelkoje und viel Licht durch Fenster und Luken.
Naszelle: Beinahe wie Daheim. Vollwertige Nasszelle mit WC, Waschbecken und Duschkabine.
Trotz ihrer Ausrichtung auf das Fahrtensegeln steht der Segelspaß nicht hinten an.

Der Salon ist ein richtiges Wohnzimmer. Vier Fenster im Aufbau, zwei Rumpffenster und zwei Luken unter dem Baum lassen Licht und Luft herein. In vier Schränken ist ausreichend Stauraum, unter den Bänken sitzen – günstig mittschiffs positioniert – die Tanks. Der Tisch ist ausklappbar, er ermöglicht so einen ungehinderten Durchgang ins Vorschiff und bietet zugleich Platz für ein ausgedehntes Abendessen. Auf den Bänken rundum finden bis zu sechs Personen Platz.

Vor dem Mast beginnt der Eignerbereich. Die Nasszelle zwischen Salon und Vorschiff bietet eine separate Dusche und hinter einer Tür Platz für eine Waschmaschine. Die Stehhöhe liegt hier bei 1,97 Meter. Ein Luk oben erleichtert nicht nur die Lüftung, sondern lässt auch Licht herein. Gegenüber der Nasszelle befindet sich ein geräumiger Kleiderschrank mit Lüftung, der über ausreichend Höhe verfügt, um beispielsweise auch Ölzeug unterzubringen. 

Die Vorschiffskabine bietet mit einem Luk und zwei Rumpffenstern wieder viel Licht und Luft und mit 1,90 Metern auch noch eine anständige Stehhöhe. Für alles, was man täglich braucht, sind sechs Schränke, zwei Schapps und drei Ablagen vorgesehen. Unter der Doppelkoje befindet sich weiterer Stauraum, der natürlich nicht ganz so komfortabel zugänglich ist und sich daher eher für selten gebrauchtes oder für Dinge wie Reisetaschen empfiehlt.

Auch die Achterkabine verfügt über eine eigene Nasszelle, aber insgesamt über etwas weniger Stauraum, was sie als Gästekabine empfiehlt. Mit fünf Schränken und vier Ablagen ist der Stauraum aber immer noch großzügig bemessen. Vier Fenster und zwei Luken lassen Licht und Luft in die Achterkabine. Die Stehhöhe ist mit 1,89 Meter etwas niedriger als im Vorschiff, aber immer noch mehr als ausreichend. Die Doppelkoje ist mit einer Breite von 1,20 bis 1,60 Meter ebenfalls sehr komfortabel.

Das Mittelcockpitkonzept hat viele Vorteile: Sicherheit und Platz in der Achterkabine unter anderem. Ein weiteres Plus ist der große Maschinenraum, der dadurch unter dem Cockpit entsteht. So hat nicht nur der Motor im wahrsten Sinne des Wortes viel Luft, sondern so können auch Ladegeräte und andere Aggregate untergebracht werden und außerdem haben Eigner und Mechaniker ausreichend Platz für die Kontrolle und die Wartung.

Robbe & Berking Offshore Trophy 2019

Im Rahmen der ‚Robbe & Berking German Offshore Trophy’ veranstaltet die SKWB eine Hochseeregatta, die als Zubringer-Regatta zu einer großen internationalen Regatten zu verstehen ist. Da dieses Jahr das legendäre Rolex Fastnet Race ansteht, wurde die Strecke von Helgoland nach Cowes (Isle of Wight, Großbritannien) gewählt.

Start der Regatta ist am Samstag 27. Juli 2019 um 16 Uhr vor Helgoland. Innerhalb von drei bis vier Tagen werden von den teilnehmenden Hochseeyachten ca. 500 nautische Meilen gesegelt.

Im Ziel werden die Teilnehmer vom Deutschen Touring Yachtclub e.V. (DTYC), dem Partnerverein der SKWB und Mitinitiator der ‚Robbe & Berking German Offshore Trophy’ begrüßt.

Die Regatta, die nach ORC gewertet wird, führt über die offene Nordsee, durch den Ärmelkanal, eine der meistbefahrenen Meerengen der Erde, und wird damit deutsche, holländische, britische und französische Gewässer berühren. Zu den Herausforderungen zählt neben der hohen Verkehrsdichte innerhalb des Seegebiets, ein Tidenhub von bis zu zwölf Metern und einem Tidenstrom von bis zu acht Knoten (etwa 15 km/h).

Derzeit sind fünf Yachten für die Regatta gemeldet, dazu gehört auch die ‚Bank von Bremen’ der SKWB sowie die ‚Haspa’ des Hamburgischen Verein Seefahrt e.V.  (HVS). Ein Zusammentreffen dieser beiden Yachten wird in beiden Vereinen mit Spannung erwartet. Die Preisverleihung der ‚Robbe & Berking German Offshore Trophy’ findet auf dem Hochseeseglerabend 2019 am 2. November in Bremen statt.

Zweimal WM-Bronze für deutschen Nachwuchs

Die deutschen Nachwuchsseglerinnen und -segler dürfen sich über ein richtig gutes Abschneiden bei den World Sailing Youth Sailing World Championships in Gdynia/Polen freuen:  Mit zwei Bronzemedaillen, insgesamt fünf Top-Ten-Platzierungen und einem guten siebten Nationenplatz gelang dem deutschen Team 2019 die erfolgreichste Teilnahme seit über zehn Jahren.

Nachdem sich 12 deutsche Nachwuchsseglerinnen und -segler als jeweils beste Starter ihrer Boots- und Altersklasse für die deutsche Teilnahme qualifizierten konnten, mussten sich die Einzelstarter und Teams gegen die internationalen Mitstreiter aus insgesamt 66 Nationen behaupten. Die Wettkämpfe fanden in den Bootsklassen Laser Radial (w+m), 420er (w+m), 29er (w+m) und Nacra mixed statt sowie in der Klasse RS:X, dort allerdings ohne deutsche Beteiligung.

16 bis 17 Jahre alt sind die deutschen Nachwuchs-Seglerinnen und -Segler, die in den Bootsklassen Laser Radial, 420er, 29er und Nacra 15 starteten. Trotz ihres jungen Alters hat die deutsche Equipe bereits viel internationale Erfahrung. Gleich mehrere Seglerinnen und Segler haben bereits zuvor an Jugendweltmeisterschaften teilgenommen, Nacra 15-Segler Silas Mühle war sogar bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires dabei. Der Steuermann vom Hamburger Segel-Club und seine Vorschoterin Levke Möller (Yachtclub „Warnow“) hatten in Gdynia ganz klar einen Podiumsplatz als Ziel. Mit Medaillenambitionen starteten auch Julian Hoffmann (Laser Radial, Segelclub Alpsee-Immenstadt) und das 420er-Team Theresa Steinlein/Lina Plettner (Bayerischer Yacht-Club) in die JWM. Ebenso wie ihre Clubkameraden vom Bayerischen Yacht-Club, Kristian Lenkmann und Philip Hall, waren Steinlein/Plettner bereits 2018 bei der JWM in Corpus Christi dabei. Dort belegten die 420er-Teams Platz 8 und 10.

Neu dabei waren die 29er-Crews Elena Krupp/Clara Borlinghaus (Segler-Verein Wörthsee/ Münchner Yacht-Club) und Jonas Schupp/Moritz Hagenmeyer (Diessner Segel Club), die sich auf der YES-Regatta den Startplatz gesichert hatten. Auch Theresa Wierschin vom Akademischen Segelverein zu Greifswald schnupperte vor Gdynia im Laser Radial das erste Mal JWM-Luft.

Die Bedingungen waren für die Jugendlichen zum Teil eine echte Herausforderung: So wurde das gesamte Material gestellt und die Nachwuchsseglerinnen und -segler mussten sich schnell auf ihre Boote einstellen. Eine weitere Schwierigkeit war die Sperrung des Hafen- und Regattagebietes von Gdynia im Vorfeld der Wettkämpfe, so dass Vorbereitungstrainings vor Ort unmöglich waren. Bei den Regatten selbst waren keine Coach-Boote vor Ort zugelassen, sondern lediglich eine große Barkasse pro Bahn für den Transport aller internationaler Trainer zum Regattafeld vorgesehen. Somit musste das Coaching während der Wettkampfpausen kreativ erfolgen: Die drei Trainer Alexander Goltz, Jakob Janich und Mikael Lundh warfen an Wasserflaschen befestigte, wasserfeste Notizzettel zu ihren Schützlingen und benutzten sie als Kommunikationsmittel.

In den positiven Ergebnissen spiegelt sich auch die gute Vorbereitung des deutschen Teams wider, die erstmals in 2019 am Bundesstützpunkt Kiel gemeinsam erfolgt war. Events wie das gemeinsame Bewältigen eines Hochseilgartens, die Besichtigung des IMMOCA 60 des Offshore Team Germany sowie eine mentale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft hatten das Team zusammengeschweißt. Inhaltlich wurden die qualifizierten Seglerinnen und Segler von Dr. Meeno Schrader auf die zu erwartenden Wetterbedingungen und zu beachtende Indikatoren sensibilisiert. Neben dem nationalen Zusammenhalt hat auch das internationale Networking, das durch die gemeinsame Unterbringung aller Athletinnen und Athleten und Trainer im „Olympischen Dorf“ möglich war, zu einer guten Wettkampf-Atmosphäre in Gdynia beigetragen.  Und so freute sich auch das gesamte Team über die guten Ergebnisse: Theresa Steinlein/Lina Plettner sicherten sich in ihrer Bootsklasse der 420er weiblich den dritten Platz unter 24 Teilnehmern. Auch das Nacra 15 Team schaffte es aufs Treppchen: Silas Mühle und Levke Möller gewannen ebenfalls Bronze bei 21 Mitstreitern. Unter die Top Ten schafften es außerdem Theresa Wierschin im Laser Radial (Platz 10 von 47), die 420-Crew Kristian Lenkmann/Philipp im 420er Hall, Platz 10 von 30) und Elena Krupp/Clara Borlinghaus (Segler-Verein Wörthsee/ Münchner Yacht-Club, Platz 8 von 25) im 29er.

Hendrik Ismar, Bundesstützpunkt-Leiter Kiel vom DSV, zieht eine rundum positive Bilanz. „Das sind tolle Ergebnisse unseres so jungen Teams. Mit einem 7. Nationenplatz bei 66 teilnehmenden Ländern sind wir so erfolgreich wie in den letzten zehn Jahren nicht mehr, darauf wollen wir in den kommenden Jahren systematisch aufbauen“, freut sich der Kieler. „Insbesondere die besonders enge Zusammenarbeit vor dem Event zwischen unseren Abteilungen Jugend und Leistungssport hat sich dabei bewährt.“

Staande Mastroute Nördlicher Teil: Häfen & Reisetipps

Delfzijl
Vor dem Eingang zum Eemskanaal liegt im Seehafen der Segelclub Neptunus, der 50 Gastlieger beherbergt. Diesel ist am Ende des Docks erhältlich. Ein weiterer, gezeitenunabhängiger Hafen befindet sich auf der Binnenseite zur Schleuse.

Groningen
Es gibt zahlreiche Liegeplätze in der belebten Studentenstadt. Empfehlenswert ist der Oosterhaven (Tel. 050-3140892), der am Eingang zur Altstadt auf der rechten Seite liegt und 70 Gastplätze bietet. Der VVV, Grote Markt 25, Tel. 050-3139741 informiert über die vielen Sehenswürdigkeiten.

Zoutkamp
… ist ein urig-gemütliches Fischerdorf, das bis zum Bau des Lauwersmeerdeiches an der damals noch zur Nordsee offenen Lauwerszee lag, und einen Stopp wert. Das Sperrwerk schützte Groningen gegen Sturmfluten. Der Passantenhaven an der Nordseite des alten Binnenhafens bietet Strom, Wasser, eine Bootstankstelle und das gemütliche Restaurant ‚ZK 86‘. Mithin ein Logenplatz am Eingang zum Lauwersmeer.

Dokkum
Der kleine Hafen zwischen den beiden Windmühlen bietet nettes Flair, aber kaum Serviceeinrichtungen. Um die auf zwei Terpen gelegene Altstadt zu erkunden, bietet sich der schöne Rundwanderweg entlang der alten Festungswälle an. Besonders das ‚Admiraliteitshuis‘ von 1652 lohnt. 

Burdaard
… ist ein kleines Dorf mit typischen Friesenhäusern und einer liebevoll restaurierten Sägemühle – der ‚Zwaluw‘. 

Leeuwarden
Das ganze Stadtbild der historischen Altstadt mit ihren idyllischen Grachten, Bogenbrücken, prächtigen Giebeln, unter denen sich schmale Gassen mit vielen Geschäften und unzähligen urigen Bars auftun, ist sehenswert. Vom ‚Oldehove‘ aus, einem schiefen, nie fertiggestellten Turm aus dem 16. Jahrhundert, bekommt man einen faszinierenden Panoramablick über die Stadt. Das Verkehrsbüro am Stationsplein 1 gibt einen informativen Stadtplan mit weiteren Sehenswürdigkeiten heraus.

Grou
Der kleine Binnenschifferort hat viele Yachthäfen, Ausrüster und eine Tankstelle, da er direkt am Freizeitrevier Pikmeer mit dem angrenzenden, verschlungenen Naturschutzgebiet ‚Oude Faenen‘ liegt, das sich von hier aus per Dingi gut erkunden lässt. Empfehlenswert ist das feine Restaurant ‚Het Theehuis‘ mit Panoramablick über den Prinses- Margriet-Kanaal und Pikmeer.

Das Sneekermeer
…ist ein außergewöhnlicher schöner und sauberer Binnensee mit romantischen Ankerbuchten, kleinen Inseln und einem regen Sportbootbetrieb. 

Lemmer
…ist das Tor zum IJsselmeer und Metropole für Freizeitkapitäne. Beidseitig der Schleuse finden sich zahlreiche Werften und Marinas mit Hunderten von Gastliegeplätzen. Auch Serviceeinrichtungen und Supermärkte sind vor Ort zu Fuß erreichbar.

Kompaktes Programm: Zypern vorn

Am Morgen schien es, als würde es ein erneut schwieriger Tag auf der Ostsee für die Travemünder Woche werden. Doch gen Nachmittag setzte sich die Seebrise durch und ermöglichte in allen Klassen ein kompaktes Programm. Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke war am Abend entsprechend zufrieden: „Super! Ich denke es geht morgen so weiter.“

IDM der J/70
Zum Start in die Deutsche Meisterschaft der J/70 setzte sich zunächst einmal die unter zypriotischer Flagge startende Mannschaft von Sergei Dobrovolskii an die Spitze. Das professionell aufgestellte Amaiz Sailing Team ist intensiv auf Regatten im gesamten Mittelmeer-Raum unterwegs. Zuletzt tauchte die Mannschaft auch bei der Euro auf dem Gardasee auf und segelte dort auf den 23. Platz. „Die sind schon sehr gut“, sagte Björn Beilken (Bremen), der aktuell auf dem dritten Platz liegt. „Für uns ist ein gutes Ergebnis, da wir bei leichtem Wind nicht so schnell sind.“ Die Formkurve zeigte entsprechend  mit der zunehmenden Thermikbrise nach oben. Mit dem zehnten Platz zum Auftakt und dem Tagessieg zum Abschluss schoben sich Beilken und seine Crew in eine gute Position für den weiteren Verlauf der Deutschen Meisterschaft. „Im ersten Rennen mussten wir beim Start am Pin-End hinter den anderen auf Steuerbord lossegeln. Das zweite Rennen war mit Rang sechs dann schon okay, und in der letzten Wettfahrt hat alles geklappt.“ Jetzt wollen Beilken und Co die Kieler Woche umdrehen. Dort führten sie bis zum letzten Tag und rutschten dann noch von der Spitze. Nun sind sie die Verfolger, hinter den führenden Zyprioten und der Mannschaft von Michael Grau (Hamburg).
Das Trave Race der J/70 am Abend gewannen der Schweizer Christian Sprecher und Dennis Mehlig vom Bodensee.


Julian Hoffmann segelte stark in den ersten Wettfahrten, aber noch nicht stark genug. Foto: segel-bilder.de

Noch haben die Favoriten in den beiden Laser-Klassen nicht voll zünden können, halten sich aber in einer starken Position, um in den kommenden Tagen den Angriff auf das IDJM-Gold zu starten. Julian Hoffmann (Immenstadt) ist als Titelverteidiger der Laser Radial und direkt von den Youth Worlds in Polen nach Travemünde angereist. Mit Platz elf vor Gdynia/Polen verfehlte Hoffmann seine eigene WM-Platzierung aus 2018, als er in den USA Neunter wurde. In den ersten sechs Wettfahrten vor Travemünde legte er die Serie 2, 3, 2, 3, 1, 1 hin. Eindrucksvoll! Aber übertroffen wird diese Serie noch von Mewes Wieduwild (Schwedeneck). Der Sieger der IDJM der Laser 4.7 von 2018 steuert nun mit dem größeren Segel auf Erfolgskurs und punktete mit vier Siegen zum Auftakt, einem zweiten und einem sechsten Platz. Auf Rang drei folgt der Lübecker Jesper Bahr, der auf seinem Heimatrevier 2018 Jugendvizemeister im 4.7 wurde – geschlagen nur von Mewes Wieduwild.
Bei den Laser 4.7 hat der Kieler Ole Schweckendiek in dieser Saison bisher kräftig abgeräumt. Bei der Jugend-Europameisterschaft gewann er Bronze in seiner Altersklasse, die Kieler Woche und die Warnemünder Woche beendete er jeweils auf dem ersten Platz. Nach sechs Wettfahrten muss er vor Travemünde aber erst einmal mit Platz drei zufrieden sein. An der Spitze steht sein Vereinskamerad Josse Bonatz. Dazwischen platziert sich Philipp Rathmann (Schwerin).


Kielzugvogel
Mit dem Start in die Regatta der Kielzugvögel setzten sich erwartungsgemäß die Mannschaft aus dem Westen an die Spitze. Im Duisburger Club-Duell führen nach zwei Wettfahrten zunächst Frank Schumacher/Hildegard Lax vor Manfred Brändle/Sabine Koslowski. Hinter den beiden Mixed-Crews reihen sich Michael Hotho/Jochen Wiepking (Wunstorf) ein.


Ergebnisse Europameisterschaft O’pen Bic U13 (nach drei Wettfahrten)
1. Filippo Michelotti (Italien) 3
2. Timothée Cerdeira (Frankreich) 6
3. Federico Quaranta (Italien) 10
4. Gita Van Der Voort (Polen) 13
5. Liwia Liszkiewicz (Polen) 17
6. Nonnis Elias (Italien) 21

Europameisterschaft O’pen Bic U17 (nach drei Wettfahrten)
1. Manuel De Felice (Italien) 7
2. Kacper Bak (Polen) 9
3. Nonnis Leonardo (Italien) 15
4. Ben Tapper (Neuseeland) 22
5. Balazs Pszolomayer (Ungarn) 23
6. Zuzanna Rodzen (Polen) 23

J/70 Internationale Deutsche Meisterschaft (nach drei Wettfahrten)
1. Sergei Dobrovolskii (Zypern) 9 Punkte
2. Michael Grau (Hamburg) 9
3. Björn Beilken (Bremen) 17
4. Dennis Mehlig (Friedrichshafen) 18
5. Claas Lehmann (Hamburg) 18
6. Sören Hadeler (Gelting) 19

IDJM Laser 4.7 (nach sechs Wettfahrten):
1. Josse Bonatz (Kiel) 8
2. Philipp Rathmann (Schwerin) 10
3. Ole Schweckendiek (Kiel) 14
4. Batbold Gruner (Ganderkesee) 15
5. Mats Schönebeck (Hamburg) 16
6. Oliver Sanders (Rottachsee) 21

IDJM Laser Radial (nach sechs Wettfahrten):
1. Mewes Wieduwild (Schwedeneck) 6
2. Julian Hoffmann (Blaiach) 9
3. Jesper Bahr (Lübeck) 12
4. Laura Schewe (Kiel) 14
5. Roko Mohr (Plauen) 19
6. Leif Thorge Meyer (Warnemünde) 23

Kielzugvogel (nach zwei Wettfahrten):
1. Frank Schumacher / Hildegard Lax (Neuss) 4
2. Manfred Brändle / Sabine Koslowski (Duisburg) 6
3. Michael Hotho / Jochen Wiepking (Wunstorf) 6
4. Jörg Friedlein / Sebastian Fuchs(SC Hattingen) 9
5. Hansi Maibohm / Hendrik Mielke (Hannover) 11
6. Oliver Babik / Rita Armbruster (Bochum) 11