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Deutsche Kampagne für „The Ocean Race” in Startlöchern

„The Ocean Race“ hat den Countdown offiziell eröffnet. Rund 1.000 Tage sind es bis zum Start einer der größten sportlichen Herausforderungen überhaupt – zweieinhalb Jahre, bis erneut die Hetzjagd um die Welt vor Alicante beginnt. Und das Offshore Team Germany (OTG) steht in den Startlöchern.

Zwei Jahrzehnte nach dem Triumph der „Illbruck“ soll beim Rennen um die Welt 2021/22 erstmals wieder ein deutsches Team vertreten sein. Starboot-Weltmeister Robert Stanjek als Teamkapitän und Teammanager Jens Kuphal haben gemeinsam die OTG-Strukturen geschaffen.

In Lissabon wurde der Rumpf komplett überholt. Foto: OTG

Das Offshore Team Germany legt alle Kraft und Konzentration auf die Teilnahme am nächsten „The Ocean Race“ (TOR). Schon seit über einem halben Jahr laufen die Vorbereitungen für die erfolgreiche Teilnahme auf Hochtouren. Es ist Zeit für eine neue deutsche Hochsee-Erfolgsgeschichte.

Vor zwei Jahren hat das OTG die ehemalige „Acciona“ erworben, ein Imoca Open 60 mit hohem Speedpotenzial – ein Glücksfall für das Team. Um den bewährten Rumpf herum ist in den vergangenen Monaten ein neues Schiff entstanden. Die im Offshore-Bereich erfahrene Werft Trimarine in Lissabon/Portugal hat mit umfangreichen Composite-Arbeiten und -Modifikationen den Rumpf der Yacht auf den aktuellen technischen Stand gebracht und damit fit für die Ozeane gemacht.

Noch im Mai soll die OTG-Yacht ins Wasser und kommt dann zum Schaulaufen nach Kiel. Erste Bewährungsprobe soll schließlich das legendäre Fastnet-Race sein. Unter der Führung von Robert Stanjek geht das OTG-Team als erster IMOCA im offiziellen Fully-Crewed-Modus mit internationalen Seglern und deutschen Nachwuchs-Assen an Bord an den Start.

Im Anschluss erfolgt die Auswertung der gesammelten Daten und Erfahrungen. Auf dieser Basis und nach Bekanntgabe der TOR-Route werden die Foils der neuesten Generation gefertigt und eingebaut, um die Yacht in die direkte Vorbereitung zum „The Ocean Race“ und ins aktuelle Foil-Zeitalter zu katapultieren.

In der Historie des seit 1973 ausgetragenen Weltrennens steht das Kieler Finale 2002 immer noch für ein unvergessliches Kapitel deutscher Segelgeschichte. 300.000 Menschen zu Lande und zu Wasser empfingen damals die Flotte, brachten die Förde zum Brodeln. Mit Kiel.Sailing.City zieht ein starker Partner mit dem Offshore Team Germany an einem Strang. Kiel will wieder Etappenort werden und stärkt damit einer deutschen Kampagne für das „The Ocean Race“ den Rücken.

Inzwischen ist die Yacht von Portugal nach England überführt worden, um dort ausgestattet zu werden. Foto: OTG

Helly Hansen Skagen Offshore: Schutz vor Wind und Wellen

Offshore- und Küstensegeln ist pures Vergnügen, solange die Kleidung trocken bleibt und der Körper nicht auskühlt. Dank Helly Tech® Performance soll die Jacke des neuen Skagen Offshore Sets komplett wasser- und winddicht sowie atmungsaktiv sein.

Die Jacke hat einen hohen, schützenden Kragen, eine Gesichtsmaske, doppelte Manschetten, Aufbewahrungstaschen und mit Fleece gefütterte Taschen zum Aufwärmen der Hände. Die hochsichtbare Kapuze sowie die Reflektoren mit SOLAS-Zulassung sorgen für mehr Sicherheit und Sichtbarkeit.

© Helly Hansen

Die Latzhose hat einen extra hoch geschnittenen Rücken, der einen Extra-Schutz bietet. Individuelle Anpassungen an Taille, Beinen und Knien gewährleisten eine perfekte Passform, während Verstärkungen an Gesäß und Knien dafür sorgen, dass die Hose auch durch starke Beanspruchung nicht beschädigt wird.

Preis: Set ab 580 Euro, www.hellyhansen.com

Tag der offenen Tür bei KM Yachtbuilders

Am Tag der offenen Tür präsentiert die niederländische Werft KM Yachtbuilders eine große Bandbreite ihres bootsbauerischen Könnens. KM Yachtbuilders ist auf den Bau von Aluminiumbooten spezialisiert. Gebaut werden Motor- und Segelyachten bis circa 30 Metern. Eines der präsentierten Boote ist die im Bau befindliche, 22 Meter Lange Bestevaer 72 “Symbiose”, welche in Zukunft in den hohen Breiten segeln wird. Konstruiert wurde sie vom Büro Dykstra Naval Architects.

Gezeigt werden insgesamt 20 Boote in unterschiedlichen Bauabschnitten:

Bestevaer 45 “Godewind”
Bestevaer 45 “Alias”
Bestevaer 49 “Zenith”
Bestevaer 49 “Zwarte Raaf”
Bestevaer 49 “Katharos”
Bestevaer 50 “Volans”
Bestewind 50 “Dockside”
Bestevaer 53 “Aegle”
Bestevaer 55 “Albatros”
Bestevaer 73S “Christopher”
Stadtship 47 “Josephine”
Stadtship “Merrimac”
Stadtship 70 “Red Rooster”
Koopmans 37 “Blikvis
Berckmeyer 37 “Tonger”
Waterdream S-1100
Ovni 43 “Sanderling”
Das Firmengelände von KM Yachtbuilders in Makkum, Niederlande.

Für den Segler und Autor Skip Novak baut KM demnächst eine Pelagic 77, die von Tony Castro Design entworfen wurde. Dieses Schiff wird vorrangig auf der Süd-Halbkugel segeln und im Charterbetrieb genutzt. Daneben soll das Boot aber auch Kindern und Jugendlichen aus Chile als Trainingsschiff dienen, um ihnen das Segeln näherzubringen.

Bestevaer 49 © KM Yachtbuilders

KM Yachtbilders öffnet seine Werfttore am 13. April 2019 von 12 bis 16 Uhr.

Adresse:
De Stienplaat 7
8754 HE Makkum
Niederlande

http://www.kmy.nl/

125. Kieler Woche: Jugendlich mit Weitblick

Von der EM der OK-Jolle über die Klassiker, die foilenden Motten und Waszps, der Inklusionsklasse 2.4mR, den Seebahnregatten mit der 2024 olympischen Disziplin „Mixed Doublehand Offshore“ bis zum Auftritt der Youth Sailing Champions League reicht die seglerische Bandbreite der 125. Kieler Woche im 138. Jahr des Bestehens.

Eine der 15 internationalen Klassen ist die Nachwuchsklasse 420er, die regelmäßig eine der größten Flotten (stets zwischen 100 bis 150 Jollen) stellt. In diesem Jahr dürfte der Andrang sogar noch etwas wachsen, weil der europäische Seglerverband das Finale des EUROSAF 420 Circuits in die Kieler Woche gelegt hat.

Mit dieser Serie haben der Europäischer Seglerverband (EUROSAF) und die Internationale 420er-Klassenvereinigung eine neue Regattaserie kreiert, um das Zweihand-Jollensegeln in Europa zu fördern. Die Serie 2018/2019 umfasst sechs Veranstaltungen in ganz Europa, beginnend mit der Imperia Winterregatta in Italien und endend mit der Kieler Woche 2019. „Wir freuen uns, dass der Abschluss zur Kieler Woche stattfindet“, so Timo Haß. Der DSV-Jugendobmann und damit Präsidiumsmitglied des Deutschen Segler-Verbandes ist zugleich Schatzmeister und Veranstaltungs-Chef des Europäischen Verbandes.

Champagner-Bedingungen herrschten im vergangenen Jahr bei den Wettfahrten der 420er zur Kieler Woche © S. Klahn/Kieler Woche

Die besten Jungen- und Mädchenmannschaften unter 19 Jahren und die beste Mannschaft unter 17 Jahren erhalten dann Ende Juli 2019 einen zusätzlichen Startplatz bei den 420er-Junioren-Europameisterschaften in Vilagarcia de Arousa in Nordwestspanien. „Diese Veranstaltung ist eine großartige Gelegenheit für junge Segler aus ganz Europa, sich auf internationaler Ebene zu treffen, auszutauschen und zu konkurrieren. Indem sie ihre Heimatgewässer verlassen, werden sie neue Regattareviere entdecken, neue Freundschaften schließen und ihre Fähigkeiten ausbauen. Darüber hinaus erwarten wir für die ausgewählten Regatten eine steigende Beteiligung, insbesondere aus anderen Teilen Europas”, sagt Josep M. Pla, Präsident von EUROSAF.

Damit die ufernahen Wettkämpfe – auch gerade der 420er auf der Innenbahn – noch besser verfolgt werden können, sorgt der neue Förderer der Kieler Woche, Steiner mit seinen Marine Ferngläsern für Weitblick. Der Marktführer aus Bayreuth ist mit einer Pagode im Olympia-Zentrum in Kiel-Schilksee vertreten und bietet den Besucher auf der Aussichtsplattform des Olympiafeuers in Schilksee die Möglichkeit die Produkte live zu testen.

„Als der unangefochtene Marktführer für Marine Ferngläser konnten wir uns einer Teilnahme am größten Segelevent der Welt natürlich nicht länger entziehen. Der Bekanntheitsgrad der Kieler Woche nimmt Jahr für Jahr zu und macht die Stadt Kiel in dieser Zeit zur Welthauptstadt des Wassersports. Weltweit werden auch unsere Produkte genutzt und geschätzt und sind die erste Wahl bei Seglern und Kapitänen von großen Schiffen hin bis zu kleinen Booten. Jeder professionelle Anwender setzt hier auf die herausragende Qualität und die Sicherheit, welche ihm nur die speziellen Steiner Ferngläser bieten, was wir den Besuchern der Kieler Woche gerne direkt vor Ort näherbringen möchten“, so Carlo Steiner, Marketingleiter. „Wir freuen uns einen solch kompetenten Partner an Bord zu haben“, ergänzt Sven Christensen, Geschäftsführer von Point of Sailing

Kieler Woche (22. bis 30. Juni):

Teil 1: (22. bis 25. Juni):

Samstag, 22., bis Montag, 24. Juni: Youth Sailing Champions League

Samstag, 22., bis Dienstag, 25. Juni; 505, FD, Laser Rad. (open), 29er, Musto Skiff, 2.4mR, Laser 4.7, Europe, Contender, Foiling Open (inklusive Waszp und Moth)

OK-Europameisterschaft.

Teil 2: (26./27. bis 30. Juni):

Laser Std. M, Laser Rad. W, Finn M, 470 M/W, 49er M, 49erFX W, Nacra17 Mix.

Donnerstag, 27., bis Sonntag, 30. Juni: 420er, J/24, J/80 und J/70.

Seebahn:

Samstag, 22. Juni: Rendezvous der Klassiker.

Samstag/Sonntag (22./23. Juni): Welcome Race (ORC Club, Albin Express, Albin Ballad und Multihull). Aalregatta: (Yardstick, OD, Folkeboot).

Samstag, 22. Juni, bis Dienstag, 25. Juni: Kiel-Cup (ORC Int.)

Sonntag (23. Juni): Start des Nord Stream Races (Swan 50)

Mittwoch bis Sonntag (26.-30. Juni): Mixed Doppelhand Offshore (ORC Club).

Donnerstag, 27. Juni: Senatspreis (ORC Club)

Freitag/Samstag,  28./29. Juni: Das Silberne Band (ORC Club).

PowerDolphin: Profi-Aufnahmen über und unter Wasser

Waterloft ist Spezialist für hochwertige Ausstattungen von Segel- und Motoryachten und ermöglicht mit dem PowerDolphin von PowerVision nun glasklare Aufnahmen in 4K über und unter Wasser.

Erhältlich in drei verschiedenen Ausführungen ist der PowerDolphin vielseitig einsetzbar. Mit 5 m/s Höchstgeschwindigkeit und einer Akkulaufzeit von bis zu zwei Stunden kommt die schwimmende Kamera ca. 1.000 Meter weit. Eine Doppelgelenk-Kamera blickt in alle Ecken, das Objektiv kann bis zu 132° Weitwinkel aufnehmen. Der Drehwinkel von – 150° bis + 70° bietet einen Blickwinkel von 220°.

Der PowerDolphin lässt sich mit einer Schleppleine ausstatten, sodass er Rettungsringe und Schwimmwesten hinter sich herziehen kann. Durch die Fernbedienung, die flexibel, schnell und sicher in der Bedienung ist, ist der PowerDolphin einfach zum Ziel zu navigieren.

www.waterloft.de

Innovation in Norwegen

Das erste vollelektrische und autonome Containerschiff der Welt ohne Emissionen soll 2020 in See stechen. Im Jahr 2017 begann die Entwicklung des Frachters in Kooperation mit Offshore-Technikern der Firma Kongsberg. 2018 wurde der Vertrag zwischen der norwegischen Reederei Yara und der Werft Vard geschlossen. Der Rumpf wird in der Niederlassung in Rumänien gefertigt, der Ausbau findet dann in Norwegen statt. Das Schiff, welches 2020 in See stechen soll, wird emissionsfrei fahren und reduziert dadurch die Lärm- und Staubbelastungen sowie den NOX- und CO2 Ausstoß, sagt Yara Chef Tore Holsether. Das Boot wird zu 100 Prozent von einer Batterie mit Energie versorgt, die im Hafen aufgeladen wird. Sie hat eine Kapazität von sieben Megawattstunden. Das Containerschiff ist nach dem Firmengründer “Yara Birkeland” benannt.


© Yara International

Das Frachtschiff ist 80 Meter lang und 15 Meter breit, verdrängt 3.200 Tonnen und kann 120 Standardcontainer aufnehmen. Dadurch kann das Unternehmen pro Jahr circa 40.000 Fahrten mit Lkws einsparen. Bis zu 13 Knoten erreicht die “Yara Birkeland”. Die Entfernung vom Standort der Firma Yara in Porsgrunn und den Häfen in Larvik und Brevik beträgt etwa 60 Kilometer. Ab 2022 soll das Schiff dann ohne Besatzung fahren, weswegen das Schiff mit fortschrittlicher Sensorik und Steuertechnologie ausgerüstet wird. Der Staat Norwegen unterstützt das Projekt mit insgesamt 13 Millionen Euro und übernimmt somit ein Drittel der Kosten.

Es gibt auch andere Beispiele bei denen E-Schiffe bereits genutzt werden bzw. geplant sind. In Norwegen fährt zum Beispiel bereits eine Autofähre die elektrisch betrieben wird, wodurch eine Million Liter Diesel pro Jahr eingespart werden können. Aktuell befindet sich in den Niederlanden ein 110 Meter langer E-Frachter als Zubringer zum Rotterdamer Hafen in der Entwicklung, der mit bis zu 280 Containern beladen werden kann. Für die Hochseefahrt sind rein elektrische Antriebe noch keine Option, dort hofft man in Zukunft auf die LOHC-Stromspeichertechnik setzen zu können. Dabei handelt es sich um einen auf Wasserstoff basierenden Antrieb, bei dem kein CO2 ausgestoßen wird.

Es wird Zeit das auch die Schifffahrt umweltfreundlich wird, auch wenn sie “nur” vier Prozent der weltweiten CO2-Emissionen ausmacht. Das an Bord verwendete Schweröl verbrennt unsauber und weißt einen hohen Schwefelanteil auf. Ab 2020 dürfen Treibstoffe nur noch einen Schwefelanteil von 0,5 Prozent aufweisen, was Reedereien weiter unter Druck setzt umweltfreundlichere Alternativen einzusetzen.

Werftporträt: Multiplast

Wenn es um den Bau von Hochleistungsrennyachten geht, können Höhen und Tiefen eng beieinanderliegen. Im Herbst 2017 pulverisierte François Gabard mit dem Trimaran Macif den Rekord für die schnellste Einhand-Weltumsegelung. Ein Jahr später war es Macif, die fast pulverisiert wurde: Während der Transatlantik-Regatta Route du Rhum verlor sie ein Schwert und einen Tragflügel. Gabard segelte auf den zweiten Platz. Solche Aufs und Abs kennt die Bauwerft Multiplast, seit Gilles Ollier sie vor 28 Jahren gründete.

Als Ollier – Jahrgang 1948 – anfing zu studieren, gab es in Europa noch gar keine geregelte Ausbildung in Sachen Yachtdesign. Also wurde der leidenschaftliche Segler zunächst Architekt. 1970 bot Jean-Marie Finot ihm einen Job an. Finot hatte 1969 den Vierteltonner Ecume de Mer entworfen, der als Serienbau extrem erfolgreich war, und wurde später Hausdesigner von Bénéteau. Ollier arbeitete eine Weile bei Finot, dann teilte man ihn im Rahmen seines Militärdienstes der nationalen Segelschule ENVSN zu.

Die Multiplast-Hallen stehen im bretonischen Vannes am Ufer der Marle

1969 war gerade die International Offshore Rule (IOR) eingeführt worden. Parallel entwickelte Segeln sich zum Breitensport. Die Kreativität im Bootsbau und Yachtdesign explodierte. Vor diesem Hintergrund entschied sich Gilles Ollier nach seinem Militärdienst, nicht zu Finot zurückzukehren, sondern sich selbstständig zu machen. 1978 dann gewann Mike Birch die Route du Rhum mit seinem Trimaran Olympus – ein Meilenstein im Design und in der Verbreitung von Multihulls im Regattasegeln.

Ollier, der bereits Multihulls gesegelt hatte, begann nun, sie auch zu designen. 1981 kam der erfolgreiche IOR-Segler Patrick Morvan mit der Idee zu einem Multihull zu Ollier. Man fand aber keine Werft, die sich den Bau zugetraut hätte. Gilles Ollier ergriff die Gelegenheit und gründete in Carquefou in Nantes die Werft Multiplast für den Bau von Morvans Katamaran Jet Services. 1984 zog die Firma nach Vannes direkt ans Ufer der Marle um, um sich die Straßentransorte der zunehmend sperrigen Boote zu ersparen.

Geschäftsführer Yann Penfornis

Ebenfalls 1984 erzielte Jet Services II einen neuen Rekord für die schnellste Atlantiküberquerung im Rahmen der Route du Rhum. Seitdem jagt ein Rekord den nächsten. Aktuell halten Multiplast-Boote sechs Rekorde und diverse Titel. So stellte Françis Joyon 2018 mit der Idec Sport, einem Trimaran der Ultim-Klasse, einen neuen Rekord auf der Route du Rhum auf: Er überquerte den Atlantik in 7 Tagen, 14 Stunden, 21 Minuten und 47 Sekunden.

Der Hauptrumpf der Macif, ebenfalls ein Ultim-Tri, stammt auch von Multiplast. Erfolgreich sind nicht jedoch nur die spektakulären Monster von Multihulls, sondern auch die bei Multiplast gebauten Monohulls. Dongfeng, die Gewinneryacht des letzten Volvo Ocean Race rund um die Welt 2017/18 und drittplatzierte von 2014/15 ist ebenfalls in den Werfthallen in Vannes entstanden, wie auch einige Konkurrentinnen.

Multiplast-Boote sammeln Rekorde

Auf der Jagd nach Rekorden loten Konstrukteure und Ingenieure die Grenzen des technisch Machbaren immer wieder neu aus. Stets gehörte Multiplast zu denjenigen Betrieben, die neue Werkstoffe oder Methoden als erste ausprobierten. Während Jet Services 1981 noch ein Glas-Schaum-Sandwich war, baute die Werft 1984 mit Crédit Agricole II ihren ersten Vollcarbonkatamaran. Bald setzte man zunehmend Waben aus Kevlarpapier (Nomex Honeycomb) als Sandwichkern ein.

Multiplast liefert Bauteile vom Radardom über Verkleidungen bis zur Kirchenkuppel

Derart extreme Bauten erleiden auch spektakuläre Rückschläge. Ein Beispiel dafür ist die Route du Rhum 2002, als von 18 gestarteten Trimaranen der Orma-Klasse nur 3 das Ziel erreichten. Die Flotte versuchte, in der Biskaya einen Sturm abzuwettern, indem die Boote beidrehten. Dafür waren die Rümpfe nicht ausgelegt. Ein Boot kenterte, eins wurde entmastet und so gut wie alle erlitten teils schwere strukturelle Schäden an ihren Honeycomb-Rümpfen, darunter Multiplast-Boote wie Gitana X und Groupama.

Danach wurde sowohl Kritik an den Orma-Klassenvorschriften laut als auch die Sandwichkonstruktion überarbeitet. Für Bruno Peyrons Trimaran Orange II, entworfen und gebaut nach der desaströsen Route du Rhum 2002 und zu Wasser gelassen 2003, kombinierte Gilles Olliers Designteam Schaum- und Wabenkerne, um den Belastungen standhalten zu können, aber trotzdem ein schnelles Boot zu erhalten. Orange II hielt den Rekord für die Route du Rhum zwischen 2005 und 2010.

2009 setzte sich Gründer und Designer Ollier zur Ruhe. Der Unternehmer Dominique Dubois übernahm die Werft mit 49 Angestellten. Seitdem hat Multiplast keine eigene Yachtdesignabteilung mehr, sondern baut Entwürfe von anderen, wie zum Beispiel dem benachbarten Designbüro VPLP. Geschadet hat dieser Schritt offenbar nicht, die Werft beschäftigt inzwischen weit über 100 Menschen, darunter eine Viertel im Büro und der Konstruktionsabteilung.

Die Vakuuminfusionstechnik ergibt in Verbindung mit Carbonsandwichbauweise extrem feste und leichte Bauteile

Vier Jahre später folgte die Fusion mit dem ehemaligen Schweizer Konkurrenten Décision zur Carboman-Gruppe. Décision steckte damals mitten in der Entwicklung des Projekts Solar Impulse. Dieses Leichtbauflugzeug aus Carbon mit einem durch Solarzellen gespeisten Elektroantrieb umrundete etappenweise von März 2015 bis August 2016 die Erde. Ebenfalls 2015 übernahm die Gruppe den Windflügelhersteller Plastinov, was Carboman zu einem führenden Unternehmen in Sachen Carbon macht.

Immer wieder neue Werkstoffe und Methoden

In Vannes selbst steht nach wie vor der Bootsbau im Vordergrund. Dorthin hat beispielsweise Bénéteau – immerhin Marktführer – die Herstellung der Foils für die neue dritte Generation der Figaro ausgelagert. Bénéteau setzt auf die Erfahrung von Multiplast. Die Herstellung der Foils ist nicht ganz umkompliziert, weil anders als bei anderen Projekten das Budget nicht nahezu unbegrenzt ist, sondern Bénéteau die Figaro zu einem konkurrenzfähigen Preis produzieren möchte.

Das heißt: Es handelt sich nicht um teure Vollcarbon-Foils, sondern um ein günstigeres Composit aus Carbon und Glas. Einfach gesagt besteht das Rückgrat des Figaro-Foils aus Kohlefaser, während das formgebende Profil zum größten Teil aus Glasfaser ist. Bei derartigen Entwicklungen profitiert Multiplast von einem Workflow, der sich über die Jahrzehnte entwickelt hat, und der auf die weitreichenden Erfahrungen mit verschiedenen Yachten zurückgreift.

Die Foils der Figaro 3 lässt Bénéteau bei Multiplast fertigen

Am Anfang steht eine strategische Entscheidung: Optimierung eines bestehenden Designs mithilfe der gesammelten Daten oder Neuentwurf? Danach entsteht der Generalplan: Rümpfe, Anhänge und Rigg. Diese Daten werden digital hydrodynamisch analysiert. Tests im Schlepptank gibt es nur noch selten. Bei zufriedenstellendem Ergebnis folgt dann der Bauplan, sprich: die Baumaterialien kommen hinzu. Dieses immer noch nur digital vorhandene Modell wird dann erneut getestet.

Erst danach wird in dem meisten Fällen ein reales Modell gebaut und die Bauzeichnungen erstellt. Im Anschluss beginnt die eigentliche Bauphase mit dem Bau der Formen, Bau des Rumpfes und der Anhänge. Mit anderen Worten: Lange bevor beispielsweise der erste Figaro-Foil die Form verlassen hat, hat er virtuell bereits unter einer Yacht gehangen und haben die Konstrukteure das genaue Verhältnis zwischen dem Carbon-Rückgrat und dem Glasprofil ausgerechnet.

Allerdings ist nicht nur in der Berechnung, sondern auch im Bau höchste Präzision erforderlich. Bei den Geschwindigkeiten, mit denen Trimarane wie Macif unterwegs sind, müssen Schwerter, Foils und Ruder absolut symmetrisch sein, damit es nicht zu Kavitation kommt. Ansonsten droht der Verlust des Anhangs oder des ganzen Boots. Insofern hat François Gabard noch Glück gehabt. Macif hat auf der besagten Route du Rhum 2018 einen neuen Satz Foils im Einsatz.

Von der Küste für die Küste (Wanderer 36 P)

Allen Yacht-Typen gemein ist, dass sie geringen bzw. variablen Tiefgang haben, um möglichst viele unterschiedliche Reviere erreichen zu können, und dass sie mit schönen klassischen Linien ausgestattet sind.

Neuestes Modell des Werftportfolios ist eine Wanderer 36 P, die in GFK gebaut wird und ihr Baumaterial quasi im Namen trägt: P für Polyester. Von ihren Abmessungen und ihrer Aufteilung ist sie vergleichbar mit der bewährten Wanderer 37 aus Stahl, nur leichter und einfacher zu handeln. Werftchef Chiel de Zeeuw bezeichnet sie schlicht als klassiche Kajütyacht mit Kutterbeseglung. Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer dass sie wunderbar nostalgisch anmutet, ohne wirklich altmodisch zu sein,

Bewusst ist ihr Deckshaus so flach angelegt, dass man vom Ruderstand aus drüber hinweggucken kann. Alternativ kann allerdings auch etwas höheres Deckshaus bestellt werden. Das bietet die Möglichkeit, eine zwei Doppelkabine unter dem Deckshaus einzurichten. Im Standardausbau gibt es nur eine Kabine, die vorn im Bug liegt und mit einem Inselbett aufgebaut ist. Je nach Kajüthöhe und den damit verbundenden Einrichtungsplänen befindet sich der Salon achtern oder mittelschiff und wird die Pantry L-förmig oder übereck angelegt. In jedem Fall ist die Nasszelle in WC- und separaten Duschraum unterteilt.

Produziert wird in einer eigenen Werft in Istanbul, Auslieferung und CE-Zertifizierung erfolgen dann in Holland. Seit der Werftgründung im Jahre 2004 hat NAZ gut 120 Yachten gebaut und ausgeliefert und den Stapellauf der ersten Wanderer 36 P für Juni 2019 angekündigt. In Harlingen in Friesland.

KonstruktionMartin Bekebrede
Länge über alles11,62 m
Länge über Deck10,84 m
Breite3,70 m
Tiefgang (Schwert)0,74 – 2,20 m
Verdrängung10 t
MotorNanni Diesel, 40 PS
Segelfläche am Wind77 m²
CE-Kat.A
Preis ab ca. 224.400 Euro
Werftwww.nazeeuw.nl

Kreuzer-Abteilung ehrt die schönsten See-Törns

Der Segelsommer 2018 war sensationell: Sonne satt und blauer Himmel an den deutschen Küsten. Entsprechend viele Crews folgten dem Motto „Erzähl mal…“ und reichten ihren Törn beim Fahrtenwettbewerb der DSV Kreuzer-Abteilung ein. 79 Crews wurden ausgezeichnet, der Commodore-Preis und der Jugendpreis Silberne Möwe jedoch blieben in der Vitrine.

Zu berichten gab es vieles aus Nordsee, Ostsee und Mittelmeer, aber auch aus exotischen Gewässern und den Binnengewässern vor der Haustür. Insgesamt 88 Crews haben teilgenommen in den fünf Kategorien Hochsee, See, Küste, Binnen und Jugend. „Das sind so viele Teilnehmer wie schon seit vielen Jahren nicht mehr!“, freut sich Clemens Fackeldey, der Obmann der DSV Kreuzer-Abteilung. Gerade das Fahrtensegeln liegt dem Berliner, der in Personalunion DSV Vize-Präsident für Breitensport und Fahrtensegeln ist, sehr am Herzen. Die Erfolgsbilanz des Jahres 2018 ist der verstärkten Werbung auf verschiedenen Kanälen zu verdanken. Neben Aufrufen zum Mitmachen in den Nautischen Nachrichten und in anderen DSV-Medien wurden auch die Landesseglerverbände angeschrieben, um Segler*innen für die Teilnahme zu gewinnen.

Und das Ergebnis lässt sich sehen: Die zehnköpfige Jury hat nach intensiven Beratungen 27 mal Gold vergeben, 35 mal Silber und 17 mal Bronze. Naturgemäß wurden die meisten Fahrten in der Kategorie See eingereicht, darunter 2018 viele Küstenfahrten, wohingegen es nur drei Nennungen im Bereich Hochsee gab. Gabriela Thiele, die der Jury des Fahrtenwettbewerbs vorsitzt, ist dennoch zufrieden. „Wir haben auch in diesem Jahr wieder wirklich tolle Bewerbungen erhalten. Dabei werden von den Crews mehr und mehr Unterlagen auf elektronischem Wege eingereicht, was die Bearbeitung erleichtert. Schade ist allerdings, dass immer häufiger Unterlagen unvollständig eingereicht werden.“ Die Folge sind Punkteabzug und schlimmstenfalls Nichtbewertung, weil der Reiseverlauf nicht klar nachvollziehbar ist. Die Reisen müssen navigatorisch sauber geplant, seemännisch sicher durchgeführt und professionell dokumentiert werden, damit sie anderen Segler*innen zur Nachahmung empfohlen werden können.

Die Verleihung der Preise fand dieses Jahr wieder in Berlin statt. Schließlich wurde die Kreuzer-Abteilung vor mehr als 100 Jahren in Berlin gegründet, damals wie heute mit dem Ziel, den Fahrtensegelsport in Deutschland zu fördern. Neu war allerdings der Veranstaltungsort, der Bärensaal. Ein Ort, der durch seine Architektur besticht und der Veranstaltung einen extrem würdigen Rahmen gegeben hat. Zur Verfügung gestellt wurden die Räumlichkeiten vom Berliner Senat, Abteilung Kultus und Sport. Und einige der Hausherren ließen es sich nicht nehmen, auch persönlich bei der Preisverleihung anwesend zu sein.

Trotz der vielen guten Reisen gab es allerdings im Vergleich zu den Vorjahren wenig wirklich außergewöhnliche Fahrten. Aus diesem Grunde votierte die Jury einstimmig dafür die höchste Auszeichnung der DSV Kreuzer-Abteilung, den begehrten Commodore-Preis, in diesem Jahr nicht zu vergeben. Gleiches gilt für die beste Jugendreise, die Silberne Möwe. „Viele mögen das schade finden, es dient aber der Qualitätssicherung“, resümmiert Thiele die Entscheidung der Jury.

Age-Nissen-Preis

Der Preis für die beste Nordseereise geht im Jahr 2018 an Jörg Lehmann, der mit der Kreuz As blue in 122 Tagen die anspruchsvollen Gewässer der britischen Inseln umrundete und stattliche 3.446 sm zurücklegte, davon allein 2.385 unter Segeln. Gerade die großen Distanzen und der hohe Segelanteil haben die Jury überzeugt und dafür gesorgt, dass der Preis in diesem Jahr an die Kreuz As blue geht.

Ostseepreis

Als beste Reise im Bereich Ostsee wurde die Fahrt von Corinna und Dr. Peter Cramer gewertet. Mit ihrer 11m langen „Freya“ waren sie von Stralsund aus Richtung Stockholm gestartet und hatten nach 35 Tagen sportliche 1650 Meilen geloggt, davon 1138 unter Segeln. Bestochen hat dieser Törn neben der professionellen Vorbereitung und Nachbereitung durch seine sportliche Durchführung, die ein sehr hohes Maß an Seemannschaft zeigt.

Arthur-Doerwaldt-Preis

Rainer Benz und Gisela Zimmermann waren zu zweit einen Monat mit ihrem Folkeboot „Hulda“ unterwegs und erhielten für ihre Fahrt von Dabitz via Fehmarn und über die Eider bis nach Wyk auf Föhr und zurück durch den Limfjord zurecht den Arthur-Doerwald-Gedächtnis-Preis, der die beste Fahrt eines Bootes unter 10 m Länge würdigt. Gerade auch die Eigner von kleinen Booten als positive Beispiele hervorzuheben, ist den Jurorinnen und Juroren wichtig, in diesem Fall die „Hulda“. Küste-Preis: Theda und Eckhard Kruse segelten ausgehend von Plau am See über Usedom und Rügen küstennah bis nach Wolgast und in die Peene hinein. Bei diesem nachahmenswerten Törn stand der Erholungsfaktor im Mittelpunkt, weniger das Meilenreißen. Die profunde Vor- und Nachbereitung sowie die seemännisch gelungene Durchführung haben die Jury beindruckt, weshalb der Törn mit dem Küsten-Preis honoriert wurde.

Fluss-Seen-Preis

Ute und Stefan Sendtner-Voelderndorff aus dem Spandauer Yacht Club waren mit der Hansejolle „Sausebraus“ auf Binnengewässern unterwegs. Der Törn mit dem rudimentär ausgestatteten und nur 5,85 m langen Boot erinnerte ein wenig an die legendäre Fahrt von Wilfried Erdmann („Ein deutscher Segelsommer“) und erhielt in diesem Jahr den Fluss- und Seen-Preis der DSV Kreuzer-Abteilung für die beste Reise im Binnenbereich.

Motorpreis

Dr. Gisela Boehmer-Ziegenspeck und Prof. Jörg Ziegenspeck waren auch dieses Jahr wieder mit ihrem Stahlverdränger „Nordlicht II“ unterwegs. Nach ihren Törns Rund England in den Vorjahren legten sie 2018 mit der Yacht vom Typ Luna 34 in 35 Fahrtagen 306 Meilen in der Ostsee zurück. Damit errangen sie auch in diesem Jahr wieder den Motorpreis der DSV Kreuzer-Abteilung.

Familienpreis

Der Familienpreis wurde der Familie Haverkamp zugesprochen, die mit ihrer Dehler 37 „Moki“ von Großenbrode aus über das Kattegatt und Skagerrak stattliche 1508 Meilen zurücklegten. Vorbildlich war, wie die Kinder dabei in das Bordleben integriert wurden und im Laufe der Reise mehr und mehr Aufgaben übernahmen. Der gelungene Törn der KA-Mitglieder wurde mit dem Familienpreis geehrt, der mit 1.000 Euro für die Bordkasse dotiert ist.

Sonderpreis

Außerhalb der renommierten Wanderpreise hat sich die Jury in diesem Jahr entschlossen die Jugend-Flottillen-Fahrt des Akademischen Segelvereins Greifswald zu prämieren. Unter der Ägide der drei Skipper Marie-Christine Müller, Jan Bollmann und Kai Sommer fuhren die „Thetis“ und die „Stubber“ mit jungen Seglern von Greifswald bis nach Kopenhagen und zurück. Dabei standen die Ausbildung und das Naturerleben im Vordergrund, weshalb die Jury sich zur Vergabe des Sonderpreises entschloss.

Sonderpreis Umwelt

Der Sonderpreis Umwelt ging an Dr. Jens Müller für sein meereswissenschaftliches Projekt, das er im Rahmen einer Langfahrt durchgeführt hat

Toppriggs richtig trimmen

Beim sogenannten Topprigg setzt das Vorstag am Masttopp an. Wird nun das Achterstag angezogen, spannt sich das Vorstag in etwa im gleichen Maße wie das Achterstag, der Mast biegt kaum. Dabei tritt aber ein relativ großer Stauchdruck auf den Mast auf. Dies ist der Grund, warum für Toppriggs, besonders mit ungepfeilten Salingen, stärkere und damit schwerere Mastprofile verwendet werden. Toppriggs mit großen Genuas und relativ kleinen Großsegeln waren lange Zeit der Standard für Fahrtensegler, da sie solide und recht einfach in der Handhabung sind. Die Trimmbarkeit ist während des Segelns aber begrenzt.

© Jan Bindseil

Trimm:

im Hafen

  • Mast mittschiffs ausrichten
  • Mastfall einstellen
  • Oberwant auf 15 Prozent der maximalen Bruchlast spannen
  • mit vorderen Unterwanten den Mast mittschiffs gerade ziehen. Zur Überprüfung, ob der Mast gerade steht, an Mastnut nach oben peilen
  • vordere Unterwanten spannen, um Vorbiegung zu erzeugen, achtere Unterwanten dabei etwas lösen
  • Achterstag auf 15 Prozent der maximalen Bruchlast spannen (Normalspannung)
  • Achterstagspanner-Stellung markieren
  • Achterstag auf 30 Prozent der maximalen Bruchlast spannen (Maximalspannung)
  • Achterstagspanner-Stellung markieren

unter Segeln

  • Am Wind, circa 20 Grad Krängung: das Lee-Oberwant darf bei Krängung nicht zu lose kommen / schlackern
  • Mast muss bei Krängung querschiffs gerade bleiben. Zur Überprüfung, ob der Mast gerade steht, an Mastnut nach oben Peilen
  • falls Krümmung: mit Unterwanten gerade trimmen
  • Mast soll in der Mitte leicht nach vorne biegen
  • alle Wantenspanner sichern

Mehr zum Thema Riggtrimm gibt es in der aktuellen segeln-Ausgabe.

Umfangreiches Relaunch (Elan Impression 45.1)

Dabei handelt es sich um die Impression 45, die ohnehin zu den neueren Elan Modellen gehört und in noch modernerem Outfit Langfahrtsegler für sich gewinnen soll. Das kann durchaus gelingen, denn Inspiration für die Neuerungen hat man sich bei der GT 5 geholt, der jüngsten Elan-Kreation, die sowohl durch Sportlichkeit als auch durch wohnliche Räume überzeugt.

Angelehnt an deren merklich breiteres Heck, erhielt auch die Impression 45 ein längeres und geräumigeres Cockpit, ausgestattet mit senkrechtem Spiegel inklusive absenkbarer Badeplattform, einem geteilten Cockpittisch, zwei Steuerrädern und zwei geräumigen Aufbewahrungs-Boxen, die achtern quer aufgestellt sind und vielseitig genutzt werden können: Als Sitze für den Rudergänger, als Backskisten, zum Lagern der Außenküche. Damit mehr Tageslicht in beiden Achterkabinen dringen kann, gibt es achtern weitere Fenster.

Einhergehend mit dem spürbar geräumigeren Achterschiff wurde auch das Innenleben nahezu komplett umgestaltet. In der Elan Impression 45.1 liegt die Pantry gegenüber der Salon Sitzgruppe. Die Verlagerung vorn bewirkt, dass das achtere Bad komfortabler und mit einem abgetrennten Duschbereich ausgestattet werden kann. Außerdem wurde Platz geschaffen für eine vollwertige Naviecke, backbord neben dem Niedergang.

Alternativ zum Drei-Kabinen-Ausbau, der als Eigner-Version gedacht ist, wird eine Vier-Kabinen-Lösung für den Charterbetrieb angeboten. In diesem Fall befindet sich eine zweite Kabine im Vorschiff, mit Doppelstockbetten. Für beide Ausbau-Varianten sind zwei Nasszellen vorgesehen. Wahlmöglichkeiten gibt es auch hinsichtlich der Beseglung, denn optional kann ein Rollgroßsegel bestellt werden.

Noch wird an Baunummer eins gefeilt, doch die Werft hat sich zum Ziel gesetzt, es innerhalb dieser Saison zu Wasser zu bringen, quasi als Geschenk, das sie sich zum 70. Firmenjubiläum selbst darbringt.

KonstruktionHumphreys Yacht Design und Elan Design Team
Länge über alles13,51 m
Rumpflänge13,00 m
LWL11,44 m
Breite4,18 m
Tiefgang Standard1,90 m
Flacher Kiel1,60 m
Verdrängung10,5 t
Ballastca. 3,1/3,5 t
Wassertank300 l
Treibstofftank215 l
MotorVolvo D2-50 mit 50 PS
Groß47 m²
Genua52 m²
Genaker 135 m²
Preisfür Standardversion (3 Kabinen, zwei Nasszellen) ab 245.000 Euro
Werfthttp://www.elan-yachts.com/
Händlerhttps://www.blue-yachting.de/

Auszeichnung für Bruno Höge

Der Vorsitzende des SVSH-Ehrenrates, Peter Seidel, zeichnete den Vorsitzenden des Kreisseglerverbandes Pinneberg für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement mit der Goldenen Ehrennadel mit Brillant aus.

In den Vereinen hatte der Ehrenrat im vergangenen Jahr sechs Ehrungen vorgenommen. „Eine besondere Ehrung haben wir uns für den heutigen Tag vorbehalten“, sagte Seidel. „Wenn man die Aktivitäten und Ehrenämter von Bruno Höge auflistet, fragt man sich, ob dann auch noch Zeit zum Segeln bleibt.“

Bruno Höge ist seit 1960 Mitglied im Wassersportverein Uetersen und seit 35 Jahren im Wassersportclub Haseldorf. Vorstandsarbeit in Uetersen und im Sportschipperverein Bishorst (inzwischen aufgelöst) übte er seit 1977 aus. In der Gruppe Nedderelv, dem Zusammenschluss der Niederelbe-Wassersportvereine, war Bruno Höge von 1968 bis 2001 der Umweltbeauftragte. Seit 2001 ist er deren 1. Vorsitzende. Den Vorsitz des KSV Pinneberg führt er seit 2015. Dazu kommen weitere Aktivitäten in Ausschüssen und Kuratorien – unter anderen als Mitglied im Kuratorium Elbe-Fond. Die Elbe prägt das ehrenamtliche Engagement von Bruno Höge. So ist er Mitglied in diversen Arbeitsgruppen der Haseldorfer Marsch und der Nebenelben sowie in Planungsgruppen von Schleswig-Holstein und Hamburg. „Hoffen wir, dass die Häfen der Elbeanreiner für den Wassersport erhalten bleiben. Und hoffen wir, dass Du Dich dafür auch weiterhin engagierst, aber auch noch Zeit findest zur Entspannung und Erheiterung – wie beispielsweise beim DGzRS-Schifferball der Ortsgruppe Haseldorf. Den Organisator, Kassenwart und Spendensammler machst Du dafür ja locker nebenbei“, staunte Peter Seidel voller Anerkennung.