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ePropulsion: Vom Insel-Traum zur Weltmarke

Kein Wunder also, dass ein Motor dieser Technologie für den Wassersport-Bereich bei dem wachsenden chinesischen Markt im Reich der Mitte beheimatet ist. Das Unternehmen ePropulsion erobert von Hongkong aus den Weltmarkt. Das populärste Modell, der handliche Außenborder Spirit 1.0, hat seinen Markt in ganz Europa, in den USA und Kanada, in Brasilien und Chile, in Japan, Korea und Malaysia sowie in Australien und Neuseeland – kurzum: in der ganzen Welt – gefunden. Zur boot in Düsseldorf war der Spirit gleich mehrfach zu sehen: Auf dem Stand von ePropulsion und beim deutschen General-Importeur, dem Technik- und Zubehör-Lieferanten Ditoma GmbH aus Ludwigsburg (bootspunkt.de) – aber z.B. auch auf dem „Love-your ocean“-Stand der Deutschen Meeresstiftung.

Danny Tao, der Gründer und CEO von ePropulsion war selbst nach Düsseldorf gekommen, um seine Produktpalette für den Wassersportbereich zu präsentieren. Und er zeigte sich begeistert von der weltgrößten Wassersport-Ausstellung. „Im nächsten Jahr müssen wir auf jeden Fall noch größer auftreten. Bisher hatten wir den Fokus aber auf der Entwicklung des Produkts und nicht auf Messeauftritten“, sagt der 29-jährige Unternehmer, der inzwischen erfahren darin ist, aus kleinen Anfängen schnell zu wachsen. Erst 2012 war die Idee für einen Boots-E-Motor entstanden, danach ging die Firmen-Entwicklung rasant. Heute hat ePropulsion 60 Mitarbeiter in der Produktion und Verwaltung.

Vorausgegangen war der Firmengründung das Studium zum Mechanik- und Elektro-Ingenieur durch Danny Tao. 2012 hat er dies mit dem Bachelor-Titel an der Hongkong University of Science and Technology (HKUST), einer der renommiertesten Universitäten in Asien, abgeschlossen. Doch die Zeit an der Uni diente nicht nur der Wissensbildung, sie war auch die Gelegenheit, den Link zum Wassersport herzustellen. Als Taucher, Surfer, Kajak-Fahrer nutzte Tao die Lage der Uni direkt am Strand der Clear Water Bay im Osten Hongkongs. Erst ging es mit einem Freund im Kajak zu einer fünf Kilometer entfernten Insel, einem Paradies für Wassersportler. Später wollten weitere Freunde mit, und der angehende Ingenieur schaffte ein Ruderboot an. „Keine gute Idee“, erinnert sich Tao: „Das Boot zog Wasser, und es war unglaublich anstrengend zu bewegen.“

Der Wunsch, die Wasserwelt um die Uni zu erkunden, führte Danny Tao zunächst auf das Kajak und dann zum ersten E-Motor. Die Entwicklung wurde ständig weitergeführt. Heute ist das Team von ePropulsion stark gewachsen. Fotos: ePropulsion

Also musste mehr Power her. Ein Vier-Takt-Außenborder sorgte für ordentlich Schub, aber auch viele Probleme: Er war laut, dreckig und schwer. „Das hat mit nicht gefallen. Und in 2012 nahm die Entwicklung von E-Motoren in Autos Fahrt auf. Ich habe mich gefragt, warum sollte das nicht auch für Boote gehen.“ Gefragt, getan: Danny Tao kaufte einen gebrauchten E-Motor, installierte einen Schaft und einen Propeller und brachte ihn an Bord. Damit waren zwei Probleme des Verbrennungsmotors beseitigt. Der E-Motor war leise und sauber. Allerdings schleppten die Studenten nun schwere Akkus statt Tanks vom Labor zum Strand.

Die Erkenntnis, dass es besser gehen muss, mündete in der Gründung von ePropulsion. Das Projekt, ein Unternehmen aufzubauen, war nun die Masterarbeit von Danny Tao. Und dabei hatte er namhafte Begleitung: Li Zexiang, der Mann, der die DJI-Drohne zum weltweiten Überflieger machte, war Taos begleitender Professor, und ist jetzt Investor und Vorstandsmitglied bei ePropulsion. Seine Kompagnons in der Geschäftsführung, Peter Pan (COO) und Wayne Wang (CTO), kennt Tao bereits aus Studienzeiten, als sie Konkurrenten bei Robotic-Wettkämpfen waren.

2014 erstand der erste E-Motor aus der Produktion von ePropulsion. 2015 wurde der Motor bei der Mets in Amsterdam vorgestellt. Dabei kam es auch zum Kontakt zu Dirk Weissenborn und Michael Held von der Ditoma GmbH. Die beiden umtriebigen Wassersport-Fans nahmen den Motor in das Portfolio ihrer Wassersportmarke Bootspunkt auf. Inzwischen ist zwischen den Geschäftspartnern aus China und Deutschland eine intensive Beziehung erwachsen. Und Weissenborn und Held wirken mit ihrem Input auf die Entwicklung von ePropulsion ein.

„Wir mussten noch einiges lernen. Erst dachten wir, dass die Power entscheidend ist, aber inzwischen wissen wir, dass das Gewicht des Produkts eine größere Rolle spielt“, erklärt Danny Tao. Daher wurde schließlich der leichte und handliche Spirit 1.0 entwickelt, der sich zum Verkaufsschlager unter den elektrischen Außenbordern entwickelt.

Das Team von Ditoma, Dirk Weissenborn (re.) und Michael Held, ist der General-Importeur für die Motoren von ePropulsion. Foto: Ralf Abratis

„Es ist eine sehr unkomplizierte Zusammenarbeit mit ePropulsion. Ideen und Tipps werden sehr schnell umgesetzt“, erklärt Dirk Weissenborn. Eingaben zur Länge von Kabeln oder der Schäfte, zum Klapp-Mechanismus der Pinne oder auch der Möglichkeit einer Fernbedienung führten so zur schnellen Optimierung des Spirit 1.0. Mit seinem geringen Gewicht (knapp neun Kilogramm für den Akku, ca. zehn Kilogramm für Motor, Schaft und Pinne), dem gekapselten, wasserdichten Akku (bis ein Meter), der zudem schwimmfähig und innerhalb von fünf bis sieben Stunden wieder geladen ist, ist der Spirit 1.0 sehr anwenderfreundlich. Innovative Ideen wie der getriebelose Direktantrieb, das automatisierte Verfallen in den Sleep-Modus und die hohe Wiederholungszahl beim Laden (500 Mal) machen den ePropulsion zu einem langjährigen Begleiter für Wassersportler – leise, leicht und umweltschonend. Ein Traum für einen entspannten Tag auf dem Wasser. Infos und Händlernachweis unter www.epropulsion.de

Müll gehört nicht in die Natur!

Erstes Ziel ist es, Müll zu vermeiden. Jeder Wassersportler müsse seinen Müll wieder mitnehmen und entsprechend getrennt und ordentlich entsorgen, so der einheitliche Tenor.  Und man könne auch zusätzlich Müll aus dem Wasser fischen und so kleine Beiträge zur Gesundung der Umwelt leisten. Vorbilder dazu gibt es in der DSV Kreuzer-Abteilung. In den Nautischen Nachrichten kann man lesen und staunen, was einzelne Segler an Müll-Mengen auf deren Seereisen aus dem Meer gefischt haben.

„Wir wollen weiterhin unseren Sport auf sauberen Gewässern ausüben können“, so DSV-Vizepräsident Clemens Fackeldey, der gemeinsam mit Michael Stoldt (Abteilung Umwelt und Recht im DSV) vertraten unter anderen den Deutschen Seglerverband in Berlin. Den VSaW vertrat der stellvertretende Vorsitzende Robert Niemczewski.

Clemens Fackeldey (DSV-Vizepräsident), Andreas Menzel (NABU-Aktiver), Grit Schneider (NABU-Meeresschutz), Sebastian Kolberg (NABU-Bundesverband), Jörg Heibeck (Kanu-Verband) und Robert Niemczewski (2. Vorsitzender VSaW/v.l.) waren vor Ort. Es fehlen der Tauchverband und Michael Stoldt (Abteilung Umwelt und Recht im DSV) Foto: M. Könitzer

Perfekte Kommunikation zum Wohle der Segler

Um 15 Uhr schlenderte Denecke in ansteigend schwüler Hitze zum ausgebauten LKW von Wasserwacht und THW. Nicht etwa, weil der Ausbau bestens klimatisiert ist, sondern weil sich im Inneren so etwas wie das Sicherheits-Lagezentrum der Travemünder Woche verbirgt.In dem LKW laufen nicht nur die Kommunikationsstränge von DLRG, Wasserwacht, THW, Wasserschutz- und Bundespolizei zusammen. Hier trudeln fast in Echtzeit auch die Wetterdaten ein, die eine Prognose über Zugrichtung und Geschwindigkeit von Unwetterzellen ermöglichen.

Grundlage der Wetterbeobachtung ist das Feuerwehr-Wetter-Informationssystem (FEWIS), das vom Deutschen Wetterdienst (DWD) zur Verfügung gestellt wird und von den behördlichen Organisationen aus den Bereichen Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei (BOS) genutzt werden kann. Alexander Heckel, technischer Landesleiter der Wasserwacht Hessen und so etwas wie der Vater des zur TW eingesetzten Systems, spielt für Denecke eine Deutschlandkarte auf die weiße Wand. Darauf zu sehen – neben farblich schraffierten Flächen – runde Kreise in den Farben Gelb, Grün, Rot und Violett. Auf diese Kreise ist der Fokus gerichtet. Während die Flächen lediglich Regengebiete in unterschiedlicher Ausprägung zeigen, stehen die Kreise für Gewitterzellen. Pfeile an ihren Rändern dokumentieren Zugrichtung und -geschwindigkeit – und die Farbe: die Energie, die in ihnen steckt. Bei Gelb und Grün ist alles entspannt. „Bei Rot müssen wir genau hinschauen, bei Violett müssen wir reagieren, wenn die Zelle zu nah kommt“, erklärt Denecke. Seit dem Morgen haben sich schon zahlreiche rote Punkte auf der Karte versammelt, aber noch ist alles entspannt. Die gesamte Front liegt im westlichen Niedersachsen mit Zugrichtung Nordsee. Die ständige Aktualisierung zeigt aber auch: Einige Zellen wollen bereits nach Osten ausbrechen. Alle Zellen sind durchnummeriert, werden getrackt, so dass sie genau berechnet werden können. Und die Prognose weist in Richtung Hamburg.

Seebahn-Wettfahrtleiter Uwe Wenzel kommt zur Besprechung dazu: Er hat das größte Problem mit dem Wetter. Denn „seine“ Segler sind auf der Langstrecke, sollen bis in den Abend hinein segeln. Auch er ist zu diesem Zeitpunkt noch sehr gelassen: „Die Weser und die Elbe bilden eine natürliche Barriere. Bis das Unwetter kommt, wird es noch etwas dauern.“ Das sieht auch Denecke so und entscheidet: „Wir treffen uns um 17 Uhr zur nächsten Besprechung.“

Zeit also, um noch ein wenig über das System zu plaudern: „Es ist wirklich beeindruckend, in welcher Perfektion das hier überwacht wird, und das für jede einzelne Bahn. Die Kombination aus der Wettervorhersage von WetterWelt am Morgen und der ständigen Überwachung durch das BOS-System ermöglicht uns, lange auf den Bahnen zu bleiben und schnelle Entscheidungen zu treffen, wenn das Regattagebiet geräumt werden muss“, so Denecke. „Inzwischen könenn wir auf immer genauere Wetterwarnungen zurückgreifen. Die Beobachtungen werden immer exakter“, ergänzt Sven Slowak, der Einsatzleiter des THW.

Neben der intensiven Wetterbeobachtung helfen auch die modernen Kommunikationsmittel. Alle Sicherheitsboote zur TW sind mit einem digitalen Funkgerät für BOS ausgestattet. Damit werden sie auch getrackt und ihr Position auf der großen Karte im Lagezentrum angezeigt. „Damit können wir im Falle eines Falles viel schneller reagieren“, erklärt Ulrike Sündermann, Einsatzleiterin der Wasserwacht. „Denn wir können von hier aus am besten steuern, wer wo hinfahren muss.“ Alexander Heckel ergänzt: „Die Orientierung auf dem Wasser ist eine ganz andere. Wir können von Land aus Entfernung und Kurs zum Einsatzort vorgeben.“ Treffsichere Kommunikartion nennt Heckel das und sagt: „Zur Travemünder Woche läuft das Hand in Hand. Das ist super und macht Spaß.“

Anders als bei anderen großen Segelveranstaltungen und auch noch vor zehn Jahren bei der Travemünder Woche ist das Verständnis unter den Sicherheitskräften und den Booten der Wettfahrtleitung sehr ausgeprägt. „Vor fünf Jahren sind wir alle in Malente zu einem Seminar zusammengekommen. Da haben wir die Sichtweise der Wettfahrtleitungen und auch der Segler kennengelernt – und umgekehrt. Damit haben wir auch besser verstanden, worauf wir bei Rettungsmaßnahmen zu achten haben, um Schäden an den Booten zu vermeiden“, so Heckel. „Das war sehr wegweisend, ein total-game-changer. Wir sprechen nun auch die Seglersprache, lernen nautische Begriffe sogar in Englisch, verstehen etwas von Regattataktik.“

Kundengerechtes Bootsfahren sei das. Was Anderl Denecke nur bestätigen kann: „Wenn bei uns mal ein Boot ausfällt, ist das kein Problem. Denn die Sicherheitsboote können inzwischen auch Tonnenleger-Funktion übernehmen. Das ist super genial.“

Übrigens: Die Gewitterzellen kamen am Samstagabend doch noch nach Travemünde. Zuvor hatte Anderl Denecke mit seinen Crews aber bereits die Bahnen räumen lassen. Nur die Seebahn-Segler bekamen etwas ab. Aber auch sie waren über die aufziehende Schwerwetterzelle genau informiert, sodass größere Schäden an den Booten ausblieben.

Kaiserwetter in der Lübecker Bucht

505er
Nach dem fast schon erwarteten Rennverlauf mit zwei Siegen in den beiden ersten Tageswettfahrten für die Deutschen Meister Jan-Philipp Hofmann/Felix Brockerhoff (Düsseldorf) wurde es im dritten Rennen der 505er hektisch. Die Bahn war umgebaut worden, neue und alte Bahnmarken sorgten für Verwirrung. Das Gros der Flotte rundete die falsche Bahnmarke, wodurch es zu einer ganz neuen Durchmischung des Feldes kam. Nicht nach jedermanns Geschmack! Am Abend gab es einen Protest gegen die Wertung. Hofmann/Brockerhoff kreuzten in dieser Wettfahrt als Zehnte das Ziel, blieben aber weiter an der Spitze.
„Die gehören zu den Top-Ten in der Welt, sind in der Geschwindigkeit nicht zu bekommen. Wir haben taktisch vielleicht sogar bessere Entscheidungen getroffen, können aber nicht ganz mithalten“, berichtete Lena Stückl, die mit Vater Wolfgang segelt. Nachdem das Tochter-Vater-Gespann vom Starnberger See zur WM im Januar vor Perth/Australien in einem Boot saß, hatte der 505er im vergangenen halben Jahr an Land gestanden. Daher mussten sich die Stückls erst einmal einsegeln, zeigten aber mit einem zweiten und fünften Platz zum Tagesauftakt aufsteigende Tendenz, bevor ein Frühstart sie zurückwarf. Aber der 505er ist ohnehin nur Hobby. Der Fokus liegt für Lena Stückl auf dem olympischen Nacra17, den sie seit diesem Februar mit Silas Mühle (Hamburg) segelt. „Wir mussten uns nach kleinen Höhen und tiefen Tiefen erst einmal mit Trainerwechsel und Umstellungen sortieren. Aber jetzt können wir uns auf uns konzentrieren. Wir wollen in die Olympia-Ausscheidung für 2020 eingreifen, hoffen dafür auf leichten Wind. Dann sind die anderen deutschen Crews durchaus schlagbar und ich kann meine taktische Fähigkeiten aus der 470er-Zeit ausspielen.“
Die 505er segelten am Abend noch das Trave-Race. Hier zeigten sich Hofmann/Brockerhoff unbeeindruckt vom Ärger um das dritte Tagesrennen und holten den Sieg im Showrennen.

Finn-Dinghys
Ob leichter, drehender Wind oder eine beständige Brise: An der Überlegenheit von Phillip Kasüske gibt es bei Finns weiter nichts zu rütteln. Der Berliner ließ seinen beiden Auftaktsiegen weitere drei erste Plätze folgen. Danach hatte er allerdings noch nicht genug vom Segeln. Nachdem er den Finn an Land gestellt hatte, ging er noch mit dem Motorboot raus, um seine Vereinskollegen in der Segel-Bundesliga mental zu unterstützen. Auf Platz zwei der Finns hat sich Uli Breuer (Rursee) mit drei zweiten Plätzen vorgearbeitet. „Das war heute ein toller Tag mit perfektem Wind. Kaiserwetter! Besser kann man es doch gar nicht haben“, so Breuer. Er nutzte die seltene Gelegenheit, um sich bei Phillip Kasüske was abzugucken. „Es ist immer toll, wenn die jungen Burschen dabei sind – auch wenn die Rennen nach den ersten Vormwind-Strecken schon entschieden sind. Aber gerade in der Vormwind-Performance kann man sich noch was abgucken.“ Breuer hat sich nach der ersten Hälfte der Finn-Regatta zur TW einen kleinen Punketabstand auf den drittplatzierten Nicolaus Schmidt (Hamburg) erarbeitet.

Laser Standard, Laser Radial und Trias
Der Hamburger Leonard Stock musste sich nach dem makellosen ersten Tag diesmal die Show von Tim Conradi (Duisburg) stehlen lassen. Dennoch bleibt Stock an der Spitze eines Trios von 18-Jährigen. Denn auch der Drittplatzierte Christoph Möhring (Münster) ist wie die beiden Erstplatzierten Jahrgang 2001. Damit sind sie zwei Generationen jünger als der älteste im Feld. Wolfgang Fuss vom Wittensee hat in diesem Jahr schon seinen 71 Geburtstag gefeiert. Sehr kleine Felder sind bei den Laser Radial und Trias auf dem Kurs. Die Laser-Führende Alexandra Behrens (Hamburg) war zum ersten Tagesrennen gar allein auf der Bahn, hatte danach aber wenigstens zwei Konkurrenten, die ihr aber keinen Sieg streitig machen konnten. Das Top-Team bei den Trias bleibt die Mannschaft von Mathias Strang vom Rursee.

„Immac Fram“ und „Intermezzo“ dominieren die Seebahn

Für einige Mannschaften war die Langstrecke nach dem Zieldurchgang am Samstagabend noch lange nicht beendet. Die Böenfront, in der einige Spitzen mit bis zu 45 Knoten Windgeschwindigkeit gemessen worden waren, hatte auch für ein paar Schäden gesorgt. Hinrich Klatt (Lübeck) war mit seiner „Jacaranda“-Crew davon betroffen. Er hatte gerade das Vorsegel gewechselt und war dabei, das Groß zu reffen, als der Sturm zuschlug. Das Groß wehte wieder aus, das Segel schlug aus dem Achterliek. Resultat: Klatt und Crew konnten die Wettfahrt nicht beenden, mussten am nächsten Tag ein anderes Großsegel anschlagen. Einen Segelschaden mit anschließender Rennaufgabe musste auch Lutz Kleinfeldt (Lübeck) mit der „Fortissimo“ verkraften. Und die „Pink X“ von Christian Rosehr (Niendorf) packte sich im Sturm auf die Seite, lag längere Zeit platt auf dem Wasser, bevor sie sich wieder aufrichtete. Die Crew kam mit dem Schrecken davon, gab aber ebenfalls das Rennen auf.

„Man konnte feststellen, dass einige Mannschaften von dem Wind ziemlich beeindruckt waren. Die Front war eigentlich zügig durchgezogen, aber viele ließen die kleinen Segel noch länger stehen“, berichtete Wettfahrtleiter Wenzel. Bendix Hügelmann, der Zweite Vorsitzende der Regattavereinigung Seesegeln und Crewmitglied der „Sportsfreund“, zeigte trotz des Sieges seiner Mannschaft Respekt vor den Bedingungen: „Der Wind schoss ziemlich schnell über 30 Knoten. Da war schon ordentlich Druck drin. Wir waren ganz gut vorbereitet. Insgesamt hat die Flotte das ganz gut durchgestanden.“ Am Abend gab es im Hafen aber viel zu erzählen. „Die Stimmung war eigentlich ganz gut. Es ist toll, dass wir als Flotte zusammen an einem Steg liegen. Dadurch ist ein großer Austausch zwischen den Mannschaften möglich.“

Große Freude herrschte nach dem Abschluss des zweiten Tages bei der „Intermezzo“-Crew. Nachdem sie die Langstrecke des Vortages berechnet noch in der Flaute kurz vorm Ziel verloren hatte, als die Verfolger von hinten mit Wind heranrauschten, konnte sie diesmal punkten. „Wir sind drei tadellose Rennen gesegelt. Bei diesen Bedingungen konnte das Team zeigen, was in ihm steckt“, freute sich Skipper und Eigner Jens Kuphal (Berlin). „Es war über den Tag eine hohe Konzentrationsleistung gefordert, um Fehler zu vermeiden. Das ist uns super gelungen. Und es zeigt sich: Wenn wir gut performen, dann ist das Boot schwer zu schlagen.“ Voreigner Claus Landmark war mit der Landmark 43 zu zwei WM-Titeln gesegelt, hat aber vor allem leichte Winde bevorzugt. „Wir können feststellen: Das Boot mag auch viel Wind“, so Kuphal.

Die „Intermezzo“ führt nach drei Tagessiegen und dem dritten Platz von der Langstrecke die Gruppe der ORC I+II-Yachten vor der „Halbtrocken 4.0“ von Michael Berghorn (Kiel) und der „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen) an.

Noch souveräner ist die Führung bei den ORC III. Kai Mares (Dänischenhagen) hat mit der „Immac Fram“-Crew alle vier Wettfahgrten gewonnen. „Es läuft alles nach Plan. In der zweiten und dritten Wettfahrt heute wurde es zwar eng, aber auf dem Vormwind-Kurs sind wir super schnell unterwegs. Da arbeiten wir sehr effektiv, haben eine gute Abstimmung zwischen Spitrimmer und Steuermann“, so Mares. Die Langstrecke hat die „Immac Fram“ trotz Problemen beim Vorsegelbergen gut verkraftet. „Die Keder des Leichtwind-Vorsegels klemmte, so dass wir plötzlich zwei Segel halb oben hatten. Das war natürlich wenig optimal.“ Insgesamt hat ihm die Strecke über 55 Meilen aber gut gefallen: „Das gehört zum Offshore-Segeln dazu. Und wir hatten alles dabei – von 3 bis 40 Knoten Wind.“ Hinter der „Immac Fram“ reihen sich die „Patent 4“ von Eigner Jürgen Klinghardt und Steuermann Henning Tebbe (Hamburg) sowie die „One Spirit“ mit Steuermann Sören Brandt (Kiel) ein.

In der Klasse ORC IV ist die „Kalkei“ von Frank Schuberth (Rostock) an der Spitze. Die Segel-Bundesliga segelte ein volles Programm, ist mit zwölf Flights voll im Plan. Der SMC Überlingen hat sich vorerst ganz oben auf das Tableau gesetzt, gefolgt vom Schlei SC und dem WV Hemelingen. In der Junioren Segel-Liga führt der Bayerische YC I vor dem Flensburger SC und dem Bodensee YC Überlingen.

Torte für Dornscheidt – Scheck für die “Passat”

Feste müssen gefeiert werden, wie sie fallen – runde Geburtstage sowieso, und Partnerschaften, die das hohe Alter einer Messinghochzeit erreichen, auf jeden Fall. So ließen sich die Verantwortlichen der Messe Düsseldorf und der boot, der weltgrößten Wassersportausstellung, nicht vom Unwetter abschrecken, das am Samstagabend über Travemünde hinwegzog. Traditionell lädt die boot am ersten Samstag der Travemünder Woche auf die „Passat“ zum Empfang und bringt dabei auch noch Geschenke mit. Ein langer, launiger Abend ist garantiert – mit lukullischen Spezialitäten aus der gesamten Welt, die die „Passat“ einst bereist hat, Livemusik und lockeren Gesprächen. So war es auch in diesem Jahr, und der boot-Empfang brachte Sonne in einen verregneten Abend.

Diesmal durfte sich Messe-Chef Werner M. Dornscheidt auch selbst über ein Präsent freuen. Die LYC-Vorsitzende Andrea Varner-Tümmler und TW-Geschäftsführer Frank Schärffe überreichten eine typische Lübecker Leckerei – eine Marzipan-Schokoladentorte. Der Grund: Die Bootsausstellung hat in diesem Januar ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert, und da sollte ein süßer Glückwunsch natürlich nicht fehlen. Denn die Travemünder Woche verbindet mit der boot eine lange Freundschaft. Vor 45 Jahren erkannte der damalige Messechef Kurt Schoop, wie wichtig es ist, die Messe im Binnenland mit einer Veranstaltung an der See zu verknüpfen, und verband die boot und die Travemünder Woche.

Diese Verbindung ist bis heute ein festes Band, das Werner M. Dornscheidt zur Messe im Januar immer wieder bekräftigt. Gefeiert wird aber nicht nur zur boot selbst, sondern eben auch zur TW. Diesmal rückten die Verantwortlichen kulinarisch das Angebot Südamerikas in den Mittelpunkt – mit original chilenischen Rezepten.





Bürgermeister Jan Lindenau nimmt stellvertretend für den Verein “Rettet die Passat” von Werner M. Dornscheidt den Spenden-Scheck entgegen. Foto: segel-bilder.de

Aber die Messe Düsseldorf fühlt sich nicht nur der TW verbunden, sondern eben auch der „Passat“. Werner M. Dornscheidt überreichte Bürgermeister Jan Lindenau einen Scheck über 3000 Euro. Bestimmt ist das Geld für den Verein „Rettet die Passat“. Dessen Vorsitzender Holger Bull weiß auch schon, wofür die Summe verwendet wird: „Wir wollen das Deck über der Luke zwei erneuern, nachdem in den vergangenen Jahren schon das Poopdeck neu verlegt worden ist. Dafür benötigen wir 60.000 Euro. Die Materialkosten muss der Verein tragen, die Arbeiten werden von der Lübeck Port Authority übernommen, die dafür hervorragende Bootsbauer haben“, freute sich Bull über die Unterstützung.

Auch bei Werner M. Dornscheidt sind diese Abend immer eine große Freude: „Der Klönschnack auf der ,Passat’ hat für uns eine ganz besondere Bedeutung. Hier in Travemünde haben die Partnerschaften der boot mit den großen Segelregatten begonnen. Für mich persönlich ist er auch immer eine ganz besonders liebe Erinnerung an meinen guten Freund und beruflichen Ziehvater Kurt Schoop.“ Und boot Director Petros Michelidakis ergänzte: „Die Unterstützung der Passat steht symbolisch auch dafür, dass die boot das Thema Segeln seit Jahren fördert und unterstützt. Deshalb erweitern wir das Segelsegment auf der boot um eine Halle. Die Halle 17 ist ab der boot 2020 ebenfalls eine komplette Segelhalle. Für Segeleinsteiger wird es den neuen Bereich ,Start Sailing’ in der Halle 15 geben. Hier treffen sich Segler und diejenigen, die diesen Traum verwirklichen wollen in einer coolen und einladenden Atmosphäre, um sich kennenzulernen und auszutauschen.“ Gerade beim Einsteigerthema rücken auch Vereine wie der Lübecker Yacht-Club in den Mittelpunkt, da hier die Grundausbildung in Sachen Segeln vorangetrieben wird.

Der CKA Safety Day: Mit Sicherheit eine gute Aktion

Der Service-Club für Wassersportler richtet sich mit seinem vielfältigen Programm an alle Wassersportinteressierte und Bootseigner, die neben Erste-Hilfe-Fortbildung auch Leckage- und Brandabwehr trainieren können. Das Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit der DSV Kreuzer-Abteilung und der Schadenabteilung von Pantaenius Yachtversicherungen, dem europaweit führenden Anbieter für Boots- und Yachtversicherungen, entwickelt.

Wie funktioniert eine Rettungsinsel? Welches Signal nutze ich, um im Notfall auf mich aufmerksam zu machen? Was bietet eine elektronische Seekarte? Auf diese und weitere Fragen finden Besucher des CKA Safety Day in diversen Vorträgen und anschaulichen Simulationen Antworten, wie man sich in Notsituationen am besten verhält. Christian Bahrs, Vorstand des Club der Kreuzer- Abteilung: „Panik ist der größte Feind bei Notfällen – denn je weiter man sich vom sicheren Hafen entfernt, desto schwieriger ist es, schnelle Hilfe zu erhalten. Notsituationen kann man jedoch trainieren, deshalb haben wir den CKA Safety Day ins Leben gerufen.“ Trainieren und mitmachen, üben und Ausprobieren, ist deshalb das Motto der Veranstaltung, zum Beispiel beim Thema Brandbekämpfung: Die freiwillige Feuerwehr zeigt unterschiedliche Löschmittel, demonstriert wirkungsvolle Löschmethoden und informiert über Brandschutz. Zudem lädt sie die kleinsten Besucher zu Stockbrotgrillen ein. Wie ein Leck schnell und effektiv abgedichtet wird, üben Teilnehmer an Bord der MERI CRASH. Denn auf der präparierten Yacht der Segelschule Well Sailing werden Lecks nicht simuliert, sondern finden kontrolliert statt. Wer sich über den sicheren Zustand des Riggs informieren möchte, um für alle Wetterbedingungen gewappnet zu sein, findet beim Rigg-Spezialisten Ulrich Dohrmann Antworten. Die Firma Bernhard Apparatebau

 präsentiert ihre neuesten Secumar Automatikwesten und Pantaenius liefert wertvolle Tipps zur Schaden-Prävention. Veranstaltung, die in enger Zusammenarbeit mit der erfahrenen Schadenabteilung des europaweit führenden Anbieters für Boots- und Yachtversicherungen Pantaenius konzipiert wurde.

Der CKA Safety Day bietet jedoch noch mehr: „Open Ship“ – Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) öffnet dem Publikum die Schotten seines Seenotkreuzer HANS HACKMACK und dem Seenotrettungsboot HEINRICH WUPPESAHL und informiert gleichzeitig über Sicherheitsvorkehrungen an Bord. Welche Gefahr von großen Frachtern ausgehen kann, weiß Oliver Kaus, Leiter der DSV Kreuzer-Abteilung. Er kennt den Blick von der Brücke und zeigt auf, worauf Skipper achten sollten, auch wenn sich einem ein Meer aus Windrädern nähert. Wer bereits in der Planung für den nächsten Charterurlaub steckt, erhält in seinem Vortrag zum Thema Törn-Planung zusätzlich nützliche Tipps und Ratschläge.

Der Besuch des CKA Safety Day sowie die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos, weitere Informationen zum Programm gibt es online unter www.clubderkreuzerabteilung.de.

Lina Rixgens tauft Mini 6.50 zur TW

Die Mini Transat gilt als die härteste Einhand-Regatta in der Klasse und wird alle zwei Jahre als internationaler Höhepunkt im Regattakalender der Klasse Mini 6.50 ausgetragen. Die Bootsklasse Mini 6.50 ist eine spezielle hochseetaugliche Konstruktion für die Transatlantik-Regatta, sechseinhalb Meter lang und drei Meter breit sowie mit maximal 120 Quadratmetern Segelfläche ausgestattet. Die meisten Fans hat die Klasse in Frankreich, aber auch in Großbritannien und Italien und einigen anderen Ländern etabliert sie sich.

„Die Minis haben eine Supergröße, mit der alles möglich ist, und sie ist gut allein zu handhaben. Das ist Offshore-Segeln mit Jollenfeeling“, sagt Lina Rixgens. Der Empfang auf Martinique nach 18 Tagen alleine auf See sei 2017 überwältigend gewesen. „Größtenteils war das Alleinsein toll, auch wenn ich das ein oder andere Problem ohne Hilfe lösen musste“, erinnert sich Rixgens, die seit 2012 in Belgien Medizin studiert. Auf ihre erste Teilnahme an der Mini Transat hatte sich die gebürtige Bergisch-Gladbacherin zwei Jahre intensiv mit Regatten vorbereitet. Weitere Themen in der Vorbereitung waren mögliche Reparaturen, die Ernährung, der Schlafrhythmus unterwegs sowie der Umgang mit dem Alleinsein auf dem Atlantik.

„Ich bin super froh, dass das Boot endlich im Wasser ist, der Mast steht und ich es heute taufen kann“, sagte Rixgens in Travemünde. Die letzten sechs Wochen vor der Taufe seien sehr arbeitsintensiv gewesen, bis alles passte. Gebaut wurde das Serienschiff in der italienischen Werft Cima Boats.

Für die Mini Transat 2021 hat sich Lina Rixgens gleich mehrere Ziele gesetzt. „Ich will diesmal nicht nur einfach über den Atlantik segeln, sondern die Distanz besonders schnell bewältigen. Außerdem stelle ich mich noch einer zweiten Challenge. Ich möchte bis zum Start 982 Menschen dazu bringen, sich bei der DKMS als Spender registrieren zu lassen“, erklärte die Medizinstudentin. 982 ist die Bugnummer ihrer neuen Wevo 6.5 „Whomper“. Die gemeinnützige Organisation DKMS, ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei, hat als einer der Sponsoren das neue Boot mit ermöglicht. Die Taufe des Minis nahm Karsten Meier von der DKMS gemeinsam mit Lina Rixgens vor. „Ich wünsche Dir ganz viel Spaß mit dem neuen Boot. Möge es ein treuer Weggefährte sein und Dich alle Deine gesteckten Ziele erreichen lassen“, sagte Meier.

Rixgens ist bei der Travemünder Woche gemeinsam mit Sverre Reinke ab Donnerstag bei der der IDM Offshore Double Handed am Start. Sie freut sich sehr auf die erste Fahrt mit dem neuen Boot. Ihr Ziel für die Regatta in Travemünde: „Natürlich wollen wir den einzigen anderen Mini unter den Startern schlagen. Ansonsten wird das Rennen eher zum Testen des Bootes dienen.“

Seesegler mussten Böenwalze abwettern

Langer Törn für die Seesegler zum Auftakt ihrer Internationalen Deutschen Meisterschaft. High Noon schickte Seebahn-Wettfahrtleiter Uwe Wenzel die Flotte der 40 seegehenden Yachten in drei Starts auf den Kurs durch die Lübecker Bucht in Richtung Fehmarn. Was lange nach einem schnellen und angenehmen Törn aussah, endete in einer heftigen Böenwalze, die am Abend in einer Gewitterzelle über die Lübecker Bucht hinwegzog. Während sich die seegehenden Schiffe mit ihren Crews durch das Unwetter kämpfen mussten, waren die Jollen und Liga-Crews auf den innenliegenden Bahnen rechtzeitig an Land beordert worden.

Die Gruppe der mittleren Yachten, die mit 21 Startern das größte Feld der IDM stellen, hinkte der offiziellen Startzeit am Mittag etwas hinterher. Dreimal holte Wenzel die Gruppe wieder zurück, weil ein Teil der Crews zu ungestüm auf die Bahn stürmen wollte. Als der Start dann aber geglückt war, liefen die Crews schnell einen Zick-Zack-Kurs vor den Strandbädern von Travemünde bis Neustadt ab, um dann in Richtung Fehmarn abzubiegen. Einen ständigen Blick hatte Wenzel dabei gemeinsam mit Gesamtwettfahrtleiter Anderl Denecke auf die Wettersituation. Bis 17 Uhr schienen sich die angekündigten Gewitterzellen aus dem deutschen Westen kommend an Schleswig-Holstein gen Nordsee vorbeischleichen zu wollen. Dann aber drückte die Front in Richtung Osten und brach um kurz vor 18 Uhr über Travemünde herein.

Hinter einer deftigen Böenwalze ergoss sich heftiger Regen mit weiter starkem Wind. Für die Crews der IDM Seesegeln bedeutete das einen harten Ritt gegen den Wind an, bevor sie in den Abendstunden das Ziel in Travemünde erreichten.

Das Segel-Programm für Sonntag 10.00 Uhr: IDM Seesegeln
11.00 Uhr: Erste Segel-Bundesliga
11.00 Uhr: Deutsche Junioren Segel-Liga
11.00 Uhr: IDM 505er
11.00 Uhr: Finn Dinghy
11.00 Uhr: Laser Standard
11.00 Uhr: Laser Radial
11.00 Uhr: Trias

Siege für Kasüske und Hofmann/Brockerhoff

Sonne, Hitze, eine angenehme, leicht pendelnde Brise: Zum Auftakt der Travemünder Woche im 130. Jahr knüpften die Bedingungen an das Karibik-Feeling von 2018 an. In den fünf Wettbewerben auf den Dreiecksbahnen konnte schnell gearbeitet werden. Nach zwei Rennen durften die Akteure noch die Sonne genießen und konnten den Segeltag nach dem Blick auf die Ergebnisliste verarbeiten, bevor am Abend eine Sturmfront über Travemünde hinwegfegte.

Im Feld der Finns segelt Phillip Kasüske souverän an der Spitze. Der Berliner bildet als Nationamannschaftssegler gegenüber der deutschen Konkurrenz eine eigene Liga. „Der Finn wird schon sehr physisch gesegelt. Da merkt man schnell einen Unterschied, wenn man ständig im Training ist oder wie die meisten anderen nur hobbymäßig segelt. Vor allem Vormwind habe ich einen großen Geschwindigkeitsvorteil“, so der Sportsoldat. Dazu kam, dass er im pendelnden Wind zweimal die Windkante optimal erwischte. „Ich bin nach dem Start jeweils links raus, bis der Wind nach links drehte und ich die Tonne direkt anliegen konnte.“ Die ablandige Brise auf der Bahn sorgte für durchaus anspruchsvolle Bedingungen. „Es waren leichte Dreher und Böen drin, aber nichts Radikales. So wie ich es von Kiel her kenne.“ Hinter dem zweimal siegreichen Kasüske folgte Nicolaus Schmidt (Hamburg) mit zwei zweiten Plätzen vor Uli Breuer.


Die Deutschen Meister im 505er, Jan-Philipp HOFMANN/Felix BROCKERHOFF (Düsseldorfer Yachtclub), führen nach dem ersten Tag. Foto: www.segel-bilder.de

Laser Standard, Laser Radial und Trias
Was Phillip Kasüske im Finn ist Leonard Stock bei den Laser Standard. Der junge Hamburger spielte seinen guten Trainingszustand voll aus und legte mit drei Siegen in Folge einen starken Start hin. Im kleinen Feld der Laser Radial liegt Alexandra Behrens (Hamburg) unangefochten an der Spitze. Ebenfalls sehr überschaubar ist das Feld der Trias, an deren Spitze Mathias Strang (Rursee) steht.

Trave Race
Den Showwettkampf auf der Trave der Finn-Dinghys gewann am Abend Nicolaus Schmidt aus Berlin, der sich nach Rang drei in seinem Vorlauf im Finale gegen Kai Schrader (Hamburg) durchsetzte.

Ohne Führerschein aufs Wasser – Campingurlaub mit Upgrade

Viele Camper haben eine große Affinität zum Wasser und verbinden ihren Urlaub daher häufig mit Wassersportaktivitäten. Seit Boote bis zu einer Motorisierung von 15 PS auf allen deutschen Bundeswasserstraßen (Binnen und Küste) mit Ausnahme des Rheins führerscheinfrei gefahren werden dürfen, kommen auch Camper unkompliziert aufs Wasser und nutzen das Bootfahren als willkommene Erweiterung ihres bestehenden Hobbys.

Am Puls der Zeit: Fachinformationen treffen auf Live-Erlebnisse 

Am Stand bekommen die Besucher auf rund 60 qm alle Informationen rund um den Bootssport. Neben acht Außenbordmotoren im 15 PS Bereich wird Z NAUTIC S.A.S.U. ein passendes Schlauchboot (Zodiac Cadet 310 Aero) zur Verfügung stellen. Dem Kunden wird somit ein Komplettpaket “Schlauchboot mit Außenborder” präsentiert, das sich unkompliziert ins Wohnmobil einpacken lässt. Als besonderes Highlight steht in diesem Jahr auch wieder der Bootssimulator bereit, dieser kann kostenlos am Stand getestet werden. Mit einer Virtual-Reality-Brille vor den Augen, Steuerrad und Gashebel in den Händen lässt sich dort eine Spritztour den Rhein hinauf Richtung Düsseldorfer Messegelände erleben. Auch wenn kein Wasser im Spiel ist, läuft das Ganze in Farbe und 3D ab, was beinahe ebenso mitreißt und begeistert, wie eine echte Bootstour. Zusätzlich wird es am Messestand eine Tombola mit täglichen Gewinnen von Brunswick, MARX-Technik, Honda, Yamaha, dem ADAC und einen tollen Hauptpreis von Z NAUTIC S.A.S.U. (Schlauchboot Zodiac Cadet 310 Aero) geben, damit der Fahrspaß auf dem Wasser direkt beginnen kann.  

Der Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V. nutzt die Plattform des Caravan Salons dieses Jahr zum siebten Mal, gemeinsam mit starken Partnern. In Kooperation mit Brunswick, MARX-Technik, Honda, Yamaha, der boot Düsseldorf und dem ADAC werden die Messebesucher und Aussteller in der Zeit vom 30.08. – 08.09.2019 (30.08.2019 Fachbesuchertag), in Halle 7 am Stand 70/E11 über die unkomplizierten Möglichkeiten Bootssport und Campingurlaub miteinander zu verbinden und dem eigenen Urlaub somit ein Upgrade zu verleihen nicht nur ausführlich, sondern auch anschaulich informiert.

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Sonne lacht zum Start der 130. Travemünder Woche

Die Eröffnungsfeier auf der „Lisa von Lübeck“ war mit höchster deutscher Segelkompetenz besetzt. Lina Rixgens, die bisher einzige deutsche Frau, die das Mini-Transat von Frankreich in die Karibik erfolgreich gesegelt ist, sprach gemeinsam mit Robert Stanjek, dem Olympia-Teilnehmer von 2012 und Starboot-Weltmeister von 2014, den sportlichen Eid. Beide berichteten zuvor über ihre Aktivitäten zur Travemünder Woche und die großen Ziele in der Zukunft.

Lina Rixgens wird vor Travemünde an der Premiere der Deutschen Meisterschaft im Seesegeln für Zwei-Personen-Crews teilnehmen. Dafür tritt sie mit einem werftneuen Mini 6.50 an, den sie direkt im Anschluss an die Eröffnungsfeier im Passathafen taufte. „Es war vor zwei Jahren ein wahnsinniges Gefühl, in der Karibik anzukommen und diesen Traum erfüllt zu haben. Dieses Gefühl hat mich nicht wieder losgelassen. Und deshalb heißt das neue Ziel mit dem neuen Boot: Teilnahme am Mini Transat 2021!“, erklärte Rixgens. Auch Olympia in 2024, wenn die Seesegel-Disziplin in Zweier-Mixed-Crews ins Programm aufgenommen wird, übt einen hohen Reiz auf Lina Rixgens aus.

Olympia hat Robert Stanjek bereits erlebt. Jetzt hat er sich größeren Yachten zugewendet. Auf der „Intermezzo“ segelt er zur Travemünder Woche die Deutsche Seesegel-Meisterschaft mit. „Es ist ein sehr erfolgreiches Boot aus Norwegen, das wir zu dieser Saison neu haben. Wir segeln mit einer eingespielten Crew. Mal sehen, was da möglich ist.“ Der Blick geht aber bereits über die Travemünder Woche hinaus: „Mit dem Offshore Team Germany haben wir das Projekt gestartet, in 2021/22 am The Ocean Race teilzunehmen. Dafür segeln wir unseren ersten Regattatest auf dem neuen Imoca Open 60 beim Fastnet Race in der Irischen See, einer der traditonsreichsten Hochsee-Regatten überhaupt. Da wollen wir dann schon mal testen, wie sich das Ocean Race anfühlen könnte.“

Auf deutlich engerem Kurs geht es am Mittwoch zur Travemünder Woche zur Sache. Dann tritt Bürgermeister Jan Lindenau in der Trave zum Volksbank Rotspon Cup gegen Finanzministerin Monika Heinold an. Nach seinem Sieg und dem seines Vorgängers Bernd Saxe gegen Innenminister Hans-Joachim Grote in den vergangenen beiden Jahr stellt sich Lindenau nun auf einen großen Kampf ein: „Wenn die Landesregierung dreimal in Folge verlieren würde, würde ich mir große Sorgen machen. Trainiert habe ich zwar nicht, aber der Ehrgeiz ist trotzdem vorhanden“, so Lindenau.

Finanzministerin Monika Heinold ist zwar Hobbyseglerin, an Bord ihres Partners aber meist für die Verköstigung zuständig. „Ich bin eher der Smutje, hoffe aber, dass ich der Landesregierung alle Ehre mache. Ich habe Respekt vor dem Rennen, werde mein Bestes geben.“ Die Travemünder Woche mit ihrem Mix aus Festival und Segelsport reiht sich ein, in die Leuchtturmprojekte des Landes: „Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Schleswig-Holstein. Und die Ereignisse wie die Kieler Woche und die Travemünder Woche sind ganz, ganz wichtige Säulen – besonders natürlich bei solch tollem Wetter. Wind und Wasser gehören zu unserem Land dazu.“

Auf guten Wind hofft vor allem der Sportliche Leiter der TW, Jens Kath: „Seit drei Wochen bete ich für gute Bedingungen“, erzählte er schmunzelnd und verkündete mit sieben Deutschen und einer Europameisterschaft wieder ein hochkarätiges Meisterschaftsprogramm zur TW. Für Andrea Varner-Tümmler, die Vorsitzende des Hauptveranstalters Lübecker Yacht-Club, ist insbesondere die große Bandbreite des Sportangebots eine große Freude: „Der Fokus in diesem Jahr ist zwar mehr auf den Erwachsenen, aber wir haben auch wieder tolle Jugendmeisterschaften und dazu das inklusive Wassersportangebot. Großartig sind auch stets die Trave Races, bei denen man durch die Moderation Segeln genau erklärt bekommt. Das ist es, was wir zur Travemünder Woche wollen: Möglichst viele Menschen ansprechen und Segeln hautnah erlebbar machen.“