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Yacht-Interieur: Kleiner Atlas der beliebtesten Holzarten

Eiche

Eiche ist das bekannteste europäische Hartholz für den Bootsbau. Die Eiche ist sehr artenreich, es sind ca. 300 Arten bekannt, davon sind 20 in Europa heimisch. Typisch für alle Eichenarten sind die deutlichen radialen Markstrahlen, die im Holzbild als kleine Spiegel erkennbar sind. Sie sorgen für die strukturierte Oberfläche, die Eichenhölzer so beliebt macht. Die Farbe ist mehr oder weniger blass hellbraun, zuweilen mit Stich ins Rötliche.

Mit einer Dichte von 0,6 bis 1 je nach Art ist Eichenholz tendenziell eher schwer. Im modernen Innenausbau mit furnierten Sandwichplatten macht sich das allerdings weniger bemerkbar als im klassischen Bootsbau, wo Vollholz verarbeitet wird. Eichenholz ist außerdem reich an Gerbsäure, was im Bootsbau mit Vollholz berücksichtigt werden muss. Eisenhaltige Schrauben oder Nägel sind entsprechend zu vermeiden.

Mahagoni

Mahagoni zählt zu den klassischen Bootsbauhölzern sowohl für den Rumpf als auch für den Innenausbau. Dabei ist zu beachten, dass die echten Mahagoniarten aus Südamerika extrem selten und teuer geworden sind. Sie gehören zur Pflanzengattung Swietenia. Zudem ist die dunkle Atmosphäre, die das tiefrote Holz einem Boot unter Deck verleiht, etwas aus der Mode gekommen. Nichtsdestotrotz verleihen Innenausbauten aus Mahagoni Booten einen schiffigen Charakter.

Esche

Eschenholz gehört zu den klassischen einheimischen Bootsbauhölzern. Typisch für sein Erscheinungsbild sind die helle graubraune, bei einigen Arten fast weiße Farbe und die deutlich erkennbaren Poren. Diese Poren verleihen der Esche im Anschnitt die typische Maserung. Unter anderem wegen dieser Zeichnung ist die Esche ein verbreitetes Möbelholz besonders für Sichtflächen, das schließlich auch den Weg in den Innenausbau von Yachten gefunden hat.

Die Dichte ist mit derjenigen der Eichenhölzer zu vergleichen. Esche weist auf der einen Seite eine höhere Biegefestigkeit auf als Eichenholz und ist leichter zu verarbeiten. Auf der anderen Seite ist es weniger dauerhaft als Eiche. Klassischerweise wird Eschenholz für Riemen, Klampen und Flaggenstöcke eingesetzt, also Teile, die nicht unbemerkt vor sich hingammeln.

Teak

Teak gehört wie Mahagoni zu den klassischen Bootsbauhölzern aus den Tropen. Wie Mahagoni erzeugt Teak eine eher dunkle Atmosphäre, der goldene Farbton jedoch wird von vielen geschätzt. Im Bootsbau von besonderer Bedeutung sind diverse sekundäre Pflanzenrohstoffe, die das Holz auf der einen Seite sehr widerstandsfähig gegen Schädlinge und Fäulnis machen, auf der anderen Seite aber dazu führen, dass sich das Holz nur schwer verleimen oder lackieren lässt.

Für naturbelassene Decks ist das Holz wie gemacht, mit lackierten Handläufen oder ähnlichem wird man eher Probleme haben. Unter Deck sind Beschichtungen etwas dauerhafter aufgrund der fehlenden Belastung durch UV-Strahlen und Salz. Eine beliebte Variante sind klar lackierte Rahmenhölzer aus Teak rund um einfarbige Platten.


Mehr zum Thema Interieur gibt es in der aktuellen segeln-Ausgabe.

Ausprobiert: Smarte Stirnlampe

Gerade an Bord ist eine Stirnlampe als Lichtquelle praktisch. Schließlich gilt dort die Grundregel: Eine Hand für das Schiff, eine Hand für dich selbst.

Jetzt hat der LED-Lampenhersteller Ledlenser eine neue Stirnlampe mit für Segler sehr interessanten Eigenschaften vorgestellt. Sie heißt MH-11 und ist das erste Modell, das per App steuer- und programmierbar ist. Dank dieser App lässt sich der große Funktionsumfang gut und schnell beherrschen sowie nach Bedarf anpassen.

Die MH-11 bietet nicht nur verschiedene Lichtstärken, sondern verfügt auch über einen Sensor, der die Leuchtkraft der Umgebungshelligkeit anpasst. Zudem liefert die Lampe rotes Licht ebenso wie auch blaues und grünes. Alle diese verschiedenen Modi lassen sich mit der App oder mit dem Schalter an der Lampe auswählen. Letzteres ist deutlich umständlicher, weil es nur einen Schalter gibt, der für die Auswahl verschieden lang und oft gedrückt werden muss. Dafür ist ein gutes Gedächtnis nötig.

Ohne Smartphone ist die MH-11 daher nur noch halb so praktisch. Neben der Verbindung von App und großem Funktionsumfang weist die Stirnlampe noch eine Handvoll intelligenter Details auf. So ist zum Beispiel der Lichtkegel schnell fokussierbar. Eine weitere wichtige Kleinigkeit: Ladekabel und Lampe sind magnetisch verbunden. So kann im Falle eines Falles weder ein Stecker noch eine Buchse kaputtgehen.

Mit einem Gewicht von 180 Gramm gehört die MH-11 nicht gerade zu den Leichtgewichten unter den Stirnlampen, aber so ist sie auch nicht konzipiert. Ein Aspekt ist zu beachten, wenn der Rotlichtmodus genutzt werden soll: Im Grundzustand geht vorher entweder das Weißlicht oder das Display an und Dunkeladaption der Augen ist zunächst dahin. Per App lässt sich aber programmieren, dass etwa ein Doppelklick auf den Schalter das Rotlicht aktiviert. Dann bleibt die Dunkeladaption erhalten.

Preis: 149 Euro www.ledlenser.com

Pro:

  • Vielfältige Modi
  • Steuerbar per App
  • Programmierbar
  • Fokussierbar
  • Rotlichtfunktion
  • Intelligente Details

Contra:

  • Relativ schwer
  • Umständliche Schaltung an der Lampe

Opti-Ostern: Fünfte Plätze in Slowenien und den Niederlanden

Fünfte Plätze waren über Ostern die Standardplatzierungen für die deutschen Top-Segler bei den großen Optiregatten. Sowohl in Slowenien als auch in den Niederlanden gab es jeweils eine Top-Ten-Platzierung für die GER-Flotte.

Die Sailing Point Easter Regatta in Slowenien hat sich zu einer echten Alternative zur großen Garadasee-Regatta entwickelt. 450 Jüngstensegler gingen vor der Kulisse des Badeortes Portoroz und des historischen Ortes Piran an den Start. Sieben Wettfahrten gelangen in den fünf Startergruppen. Als bester Deutscher präsentierte sich einmal mehr Mic Mohr, der mit einem zweiten Rang und drei Siegen sehr stark in die Serie gestartet war. In der finalen Goldgruppe kassierte er allerdings eine Disqualifikation und einen 15. und einen 7. Platz. Damit rutschte er aus der Top-Position noch auf Platz fünf ab, war aber noch bester Deutscher. Der Sieg ging an Lisa Vucetti aus Italien.

203 Opti der Leistungsgruppe gingen bei der Magic Marine Easter Regatta auf dem Brassemermeer an den Start. Und hier konnten sogar zwölf Wettfahrten gesegelt werden. Theodor von Bülow legte eine beständig gute Vorrunde und ein durchwachsenes Finale hin. Damit hielt er sich aber top im internationalen Feld und landete schließlich auf Rang fünf. Der Sieg blieb in den Niederlanden bei Zeb van Dorst.

Croatia Cup 2019

Der Croatia Cup richtet sich an Segler, die es gerne etwas lockerer angehen lassen. Wie immer startet die Regatta Ende Mai in Punat auf der Insel Krk und markiert den Saisonstart für alle Urlaubssegler, die sich mit Boot, Segeln und Mannschaft vertraut machen wollen, ohne dass dabei der Spaß zu kurz kommt.

Die internationale Regatta findet am 24. und 25. Mai statt und verbindet geselliges Beisammensein mit entspanntem Segeln in der Open- und Yardstick-Klasse.

Das Regattabüro in der Marina Punat öffnet am Freitag, 24.5., um 18.00 Uhr.

Weitere Informationen zum 35. Croatia Cup sind auf der Webseite des Segelklubs Punat zu finden.

Mit Sympathiebonus in die Kampagne

Endlich wieder ein Auftritt auf der großen Segel-Bühne unter deutscher Flagge! Schon diese Ankündigung löst bei den deutschen Segelfans große Begeisterung aus. Das Offshore Team Germany (OTG) startet jedenfalls mit einem großen Sympathie-Schub in seine Kampagne für eine Teilnahme am „The Ocean Race“ 2021/22. Mit einem riesigen Vorsprung wurde das OTG im März zu den Seglern des Monats gewählt.

Team-Manager Jens Kuphal und Team-Kapitän Robert Stanjek haben das OTG-Projekt bereits vor über zwei Jahren auf die Schiene gesetzt. Mit der Kampagne des Mini 6.50 „Lilienthal“ landete der neue deutsche Rennstall erste Erfolge. Mit Skipper Jörg Riechers segelte OTG beim Mini-Transat 2017 auf Platz zwei.

Jetzt hat das Offshore Team Germany die nächste Stufe gezündet. Neben dem Mini-Projekt, das nun durch Skipper Morten Bogacki besetzt ist, nimmt auch der Imoca60 Gestalt an. Die Ex-„Acciona“ wurde bereits vor zwei Jahren vom OTG gekauft, hat in den vergangenen Monaten einen kompletten Rumpf-Refit in Portugal durchlaufen und wird nun in England frisch ausgerüstet – vom Kiel bis zum Rigg.

Im März hat das Team den Weg in die Öffentlichkeit gewagt und die Pläne für die kommenden Monate veröffentlicht. Im Mai soll der Imoca60 ins Wasser, im Juni vor der Kieler Woche getauft werden. Das Welcome Race zur Kieler Woche ist dann die erste Regatta, das Fastnet Race im August der erste Härtetest. Danach sollen dann auch die Foils entwickelt werden, damit die Mannschaft unter Skipper Robert Stanjek die konkrete Vorbereitung für „The Ocean Race“ starten kann.

Bei den Usern von Sail24 lösen die Hoffnungen auf eine erneute Teilnahme am Welt-Etappenrennen offenbar große Sympathien aus. Mit über 76 Prozent der Stimmen wurde das OTG zu den Seglern des Monats gewählt und setzte sich damit gegen die beiden weiteren Kandidaten durch.

Florian Gruber stand für seine Siege beim Snowkite-Worldcup zur Auswahl. Er hatte zum Finale in der Schweiz die Sieger-Trophäen für zwei Disziplinen-Worldcups und den Gesamt-Worldcup überreicht bekommt. Frithjof Kleen – ehemals mit Robert Stanjek Starboot-Weltmeister – ist bei den Starbooten einer der begehrtesten Vorschoter. Beim Bacardi-Cup vor Miami, eine der wichtigsten Regatten in dieser hochkarätig besetzten Klasse, segelte er mit Olympiasieger Mateusz Kusznierewicz (Polen) auf Platz zwei.

Die Ergebnisse:

  • Offshore Team Germany (Kampagne für „The Ocean Race“): 76,92 %
  • Florian Gruber (Snowkite Worldcup-Gold): 14,69 %
  • Frithjof Kleen (Bacardi-Cup, Platz 2): 8,39 %

Fünfmal GER in den Top-Ten beim Lake Garda Meeting

Osterzeit ist Opti-Zeit. Die größten Regatten der Welt in der Jüngstenklasse sind traditionell über die Ostertage terminiert. In Slowenien, den Niederlanden und am Gardasee gehen riesige Felder an den Start. Die größte Flotte gab es erneut am Gardasee: 937 Optis segelten in der Leistungsgruppe, und drei deutsche Segler kamen in die Top-Ten.

Der Italiener Marco Gradoni erwies sich in dem Riesenfeld, das in sechs Gruppen segelte, als eine Klasse für sich. Sechsmal in den acht Wettfahrten kreuzte der Weltmeister die Linie als Sieger und ließ damit keinen Zweifel an seinem Gesamtsieg. Doch auf den Plätzen fünf, sechs und zehn platzierten sich auch die Deutschen stark. Allen voran der junge Leon Jost. Das Talent vom Württembergischen YC ist der Aufsteiger des Winters, war bei allen großen Regatten im Mittelmeer zuletzt in einer Topposition zu finden und platzierte sich nun auf Rang fünf als bester Deutscher. Dicht gefolgt von Caspar Ilgenstein und auf Rang zehn Carl Krause.

Bei den Cadettis mit den 90 Startern lief es noch besser für die deutsche Mannschaft. Amelie Röpke musste sich nur von einem Segler geschlagen geben. Und der Name an der Spitze war ein besonders prominenter. Erik Scheidt, Sohn von Segel-Superstar Robert Scheidt, setzte sich gegen die Flotte der jungen Segler durch – mit fünf Siegen in den acht Wettfahrten.

Ergebnisse

Medaillenzug ohne deutsche Passagiere

Der Hempel Worldcup vor Genua wird ohne deutsche Top-Platzierung zu Ende gehen. Nachdem die 49er Tim Fischer/Fabian Graf in ihrem Medal Race nur auf Platz zehn gelandet und damit auch im Gesamtranking Zehnte geworden waren, findet der zweite Finaltag ohne deutsche Beteiligung statt.

Nach dem großen Auftritt der deutschen Crews zum Jahresbeginn der Hempel Worldcup-Serie vor Miami mit zweimal Gold und einmal Silber ist die deutsche Nationalmannschaft vor Genua nicht über lediglich eine Medal Race-Teilnahme hinausgekommen.

Tim Fischer/Fabian Graf hatten hervorragend in die Serie hineingefunden und mit zwei Tagessiegen zum Auftakt groß aufgetrumpft. Doch dann mussten die hoffnungsvollen deutschen Talente eine Ergebnisdelle verkraften und rutschten zwischendurch sogar aus den Top-Ten bei diesem von schwachen und drehenden Winden geprägten Worldcup heraus. Rechtzeitg vor dem Finale kam die Crew aus Hamburg und Berlin zwar wieder in Fahrt, doch im Abschlussrennen gelang es nicht, die minimale Chance auf eine Worldcup-Medaille zu nutzen.

Mit Platz zehn sorgten die 49er aber einmal mehr für das beste deutsche Resultat. Die ebenfalls am Samstag ausgetragenen Finals bei den 49ernFX und Nacra17 fanden ebenso ohne deutsche Beteiligung statt wie die noch ausstehenden Rennen bei den weiteren fünf vor Genua vertretenen Olympia-Klassen.

Dennoch durfte sich das German Sailing Team über einige gute Ergebnisse freuen. Gut in die Elite haben die 470er-Juniorinnen Theres Dahnke/Birte Winkel gefunden. Die Juniorinnen-Vize-Weltmeisterinnen des vergangenen Jahres wollen sich in diesem Jahr im Feld der Seniorinnen zeigen und haben mit Platz 13 schon gleich mal ein Ausrufezeichen gesetzt. Bei ihrem ersten Worldcup waren sie damit beste deutsche 470er-Crew und konnten die zum Ende besser in Fahrt kommenden Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (15.) knapp auf Distanz halten. Auch die Wanser-Schwestern segelten nach ihrem starken Auftritt vor Mallorca vor wenigen Wochen wieder in die Top-20.

Die deutschen Top-20 beim Hempel Worldcup vor Genua:

  • 49er: 10. Tim Fischer/Fabian Graf, 14. Justus Schmidt/Max Boehme
  • 49erFX: 12. Platz: Victoria Jurczok/Anika Lorenz
  • 470er Frauen: 13. Theres Dahnke/Birte Winkel, 15. Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß, 19. Luise und Helena Wanser
  • Laser Radial: 20. Pauline Liebig

Top-Ten verpasst, Ticket gewonnen

Die Geduldsspiele von Genua haben am Karfreitag zwar etwas an Schwung gewonnen, doch es bleibt bei einer schwachen Brise bei diesem Hempel Worldcup. Heute stehen bereits die ersten Medal Races (für die Skiffs und Kats) an. Allerdings sind nur Tim Fischer/Fabian Graf als Achte der 49er dabei vertreten. Die 49er-Frauen Victoria Jurczok/Anika Lorenz lösten derweil das Ticket zu den Pre-Olympics.

Der erste Worldcup-Auftritt jemals vor Genua war vor allem durch viel Wartezeit geprägt. Die Teams in acht olympischen Disziplinen (die Surfer fehlten, sie hatten direkt vor dem Worldcup ihre EM terminiert) mussten viel Phantasie an Land aufbringen, um die Zeit zu überbrücken.

Am Karfreitag blieb der Wind zwar weiter flau, aber von den geplanten 42 Rennen gelangen immerhin 41. Damit steuert der Hempel Worldcup auf das Final-Wochenende zu. Während die 49er, 49erFX und Nacra17 bereits heute ihr Medal Race segeln, sind die anderen Klassen am Sonntag dran.

Bei der Skiff-Frauen sind die deutschen Teams nicht im Medal Race vertreten. Tina Lutz/Susann Beucke, die noch bei der Palma-Regatta als Siebte für ein Top-Ergebnis gesorgt hatte, kamen vor Genua gar nicht in Schwung und verpassten sogar die Goldflotte. Damit hatten sie auch ihre Chancen auf die Teilnahme an den Pre-Olympics im August verspielt. Denn der Worldcup galt in dieser Klasse als zweites deutsches Quali-Kriterium nach Mallorca. Victoria Jurczok/Anika Lorenz, die durch zwei schlechte Abschlussrennen zwar auch noch aus den Top-Ten rutschten, konnten damit trotz des zwölften Platz’ ein wenig feiern. Sie vertreten Deutschland nun vor Enoshima zu der Testregatta für Olympia 2020.

In den anderen Klassen werden die Tickets für die Pre-Olympics erst bei den Europameisterschaften verteilt, die allesamt im Mai gesegelt werden. Damit dürften auch Justus Schmidt/Max Boehme ihr Abrutschen auf Platz 14 vor Genua verkraften. So dürfen sie im finalen Rennen nicht mehr an den Start, und Tim Fischer/Fabian Graf vertreten als Achte die deutschen Farben im Medal Race. Auf eine Medaille haben sie allerdings nur noch minimale – und allenfalls theoretische – Chancen. An der Spitze halten die australischen Gilmour-Brüder die neuseeländischen Superstars Peter Burling/Blair Tuke knapp auf Distanz. Burling/Tuke scheinen indes ihr Comeback in die Olympiaklasse vollzogen zu haben. Auf Mallorca noch Siebte sind die Olympiasieger und AC-Gewinner nun wieder mittendrin im Medaillenspiel.

Ohne Schwarz-Rot-Gold wird das Nacra-Finale gesegelt. Johannes Polgar/Carolina Werner rutschten nach gutem Start noch auf Platz 22 ab, Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer beendeten die Serie sogar vorzeitig und wurden 35. von 45 Mannschaften.

Für die anderen Klassen geht es heute noch in den Flottenrennen an den Start. Aktuell einzige Mannschaft des German Sailing Team in den Top-Ten sind die 470er-Juniorinnen Theres Dahnke/Birte Winkel.

Verschleiß der Segel: Präventiv-Maßnahmen

  • Segel sollten saisonal auf Beschädigungen hin gesichtet werden – und von Salzwasser mehrfach pro Saison freigespült werden
  • Belastungsbereiche wie Lieken, Nähte und Reffaugen verdienen besondere Beachtung
  • Wo Segel Kontakt zum Boot bekommen, also an der Reling wie raumschots oder an den gepfeilten Salingen, sollte man präventiv sogenannte „Patches“ setzen – verklebte Verstärkungen, die vorzeitigen Verschleiß verhindern
  • Nach jedem Starkwind-Törn verdienen Segel besondere Beachtung: Kleine Gewebe-/Strukturschäden werden schnell zum Riss, wenn man nicht rechtzeitig reagiert
  • Eine Tasche mit verschiedenen selbstklebenden Segeltüchern, Segelgarn, Schere, Däumling, Tuch und Patches (bei Segelmachern erhältlich) sollte jeder Fahrtensegler an Bord haben, um auf dem Törn reagieren zu können
  • Verstärkende Reparatur-Patches sollten beidseitig aufgeklebt und gerundet geschnitten werden, damit sie langfristig halten
  • Wo Schäden aufgetreten und bearbeitet worden sind, sollte man den dann sensiblen Bereich drum herum besonders beachten
  • Rechtzeitig reffen – wer mit extremer Krängung weit über 25 Grad segelt, verschleißt unnötig Material, ohne die Performance/Geschwindigkeit zu verbessern
  • Sind sie nicht im Einsatz, sollten Segel unter einer Persenning geschützt werden. Sofern das Rollsegel keinen UV-Schutz am Achterliek besitzt, braucht es einen Schutzschlauch

Mehr zum Thema Segel gibt es in der aktuellen segeln-Ausgabe.

Absturz und Aufstieg beim Hempel Worldcup

Es bleibt schwierig vor Genua: Auch an Tag vier des Hempel Worldcups huschte nur eine leichte Brise über die Bahnen. Bei 5 bis 7 Knoten schafften aber immerhin alle Klassen bis auf die Laser-Frauen mindestens ein Rennen.

Am fleißigsten waren die Skiff-Segler – sowohl die 49er-Männer als auch die 49erFX-Frauen starten mit jeweils fünf Wettfahrten ab Karfreitag in die Finalrunde. Bei den Laser-Männern stehen je nach Gruppe drei bzw. vier Wettfahrten in den Büchern, und die Nacra17 komplettierten ihr drittes Rennen.

Der deutsche Fokus auf die schnellen Klassen offenbarte bei den 49ern Absturz und Aufstieg. Während Tim Fischer/Fabian Graf ihren perfekten Start in die Serie mit zwei Siegen nicht wiederholen konnten und mit nur mäßigen Platzierungen (15, 23, 15) lediglich als 13. in die Goldflotte starteten, drehten Justus Schmidt/Max Boehme den Spieß um. Konstante Top-Ten-Platzierungen ließen die Kieler auf Platz vier klettern. Damit sind sie nach der Mallorca-Regatta erneut das aussichtsreichste Team für eine deutsche Medaille.

Die Skiff-Frauen bleiben ebenfalls eine deutsche Domäne. Victoria Jurczok/Anika Lorenz halten sich nach dem Abschluss der Vorrunde als Fünfte weiterhin in aussichtsreicher Position. Dagegen müssen Tina Lutz/Susann Beucke als 35. von 48 Mannschaften nach der Vorrunde schon jetzt einen Haken hinter der Regatta machen. Auch ein dritten Platz in der fünften Wettfahrt brachte das Duo vom Chiemsee und aus Strande nicht mehr in die erste Hälfte.

Zäh ist das Geschehen bei den Katamaranen. Erst drei Wettfahrten stehen nach vier Tagen in der Liste. Und für die Deutschen ist keine Top-Platzierung in Sicht. Johannes Polgar/Carolina Werner rutschten nach gutem Start auf Platz 17 ab. Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer, die vor Mallorca noch knapp an den Top-Ten dran waren, fanden als 32. noch gar nicht in die Regatta.

Solide, aber nicht überragend agiert Nik Willim bei den Lasern. Im Zwischenklassement ist er unter den 111 Startern aber als 26. im ersten Viertel. Auf Platz elf verharrte Svenja Weger bei den Laser Radial – notgedrungen, denn in der Klasse wurde bisher nur ein Rennen gesegelt.

Während die Finns ohne deutsche Beteiligung segeln, sorgten bei den 470ern die Juniorinnen Theres Dahnke/Birte Winkel für das beste deutsche Ergebnis. In der bisher einzigen Wettfahrt landete das Team aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem zehnten Platz unter 35 Startern. Die deutschen 470er-Männer sind lediglich mit Nachwuchsmannschaften angereist, die für kein Top-Ergebnis sorgen konnten.

Ergebnisse

Hamburg ancora Yachtfestival als Showroom für Kat-Träume

Angesagte Segelkatamarane bekannter Hersteller wie Lagoon und Nautitec, sowie innovative erstmals präsentierte Motor-Kats bringen vom 24. bis 26. Mai 2019 einen Hauch von Exklusivität und Lifestyle auf das Hamburg ancora Yachtfestival. Bei der zehnten In-Water Boat Show in der 5-Sterne ancora Marina in Neustadt in Holstein können rund 200 Yachten direkt im Wasser bewundert werden. In 100 Pagoden an Land präsentieren Aussteller hochwertige Ausrüstung und passendes Zubehör.

„Katamarane sind klar im Trend, auch bei uns auf der Ostsee, und bei Käufern und Charterern gleichermaßen sehr beliebt – Tendenz steigend“, sagt Heiko Zimmermann, Projektleiter Hamburg ancora Yachtfestival. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Mehr Platz an Bord, keine Krängung, komfortable Bedienbarkeit und Flachwasser-Tauglichkeit. „Deshalb freuen wir uns, mit renommierten Marken wie Lagoon oder Nautitec Premium-Hersteller bei uns an den Stegen der 5-Sterne ancora Marina zeigen zu können“, so Zimmermann weiter. Immer mehr Menschen würden sich für einen Doppelrümpfer entscheiden, um im Urlaub das Mittelmeer oder Ferndestinationen wie die Südsee zu erkunden; Unternehmen wie Dream Yacht Charter würden aktuell sogar mehrmonatige „Sailbaticals“ auf Kats anbieten. Dem wolle man auch beim Yachtfestival in Neustadt Rechnung tragen.

Lagoon: Exzellente Performance und viel Platz an Bord

Nils Heyde von Lagoon Katamaran Nord GmbH aus Laboe zeigt neben der Lagoon 40 auch die neue, zehn Fuß längere Lagoon 50. Dieser mehrfach als „bester Multihull“ ausgezeichnete Doppelrümpfer aus Frankreich ist der perfekte Kompromiss zwischen der symbolträchtigen Lagoon 450 und der Lagoon 52 und eine attraktive Option für Segler, die auf der Suche nach einer großen, seetüchtigen und modernen Eigner-Yacht sind. Potentielle Käufer können bei der neuen Lagoon 50 zwischen Layouts mit drei, vier oder sogar sechs Kabinen wählen. Eine Flybridge mit zwei sicheren Aufgängen und einem Steuerstand mit guter Rundumsicht sowie ein großes, offenes Cockpit mit Blick auf das Meer sind weitere Kennzeichen dieses geräumigen und hellen Kats, für dessen Außendesign Patrick le Quément verantwortlich zeichnete (innen: Nauta Design). Durch den weiter achtern positionierten Mastfuß verfügt dieser elegante, mit 158,1 Quadratmetern am Wind besegelte Kat über mehrere Vorteile: Dazu gehört etwa eine Selbstwendefock für einfachere Manöver, ein großes Vorstag/Mast-Dreieck, das eine komfortable Auswahl an Vorwindsegeln ermöglicht sowie die Verwendung eines kürzeren Baums für leichtere Manöver. Zudem soll durch die so erreichte Rezentrierung des Gewichts durch das weiter achtern stehende Rigg das Stampfen des Bootes erheblich reduziert werden können.

Nautitec Open: komfortables Cruisen auch mit kleiner Crew

Ebenfalls aus Laboe, vorgestellt von Arne Petersen von AP Yachting, kommt die neue Nautitec Open 46 der Bavaria-Gruppe (ehemals Bavaria-Catamarans). Der 13,75 Meter lange und 7,54 Meter breite, moderne und grundsolide Fahrten-Kat wurde für komfortables Segeln auch auf längeren Törns konzipiert: Dank Großsegeln in Lazyjacks, einer Selbstwendefock und einem gefurlten Gennaker können Manöver leicht auch mit kleiner Crew gefahren werden. In der Standard-Version ist die moderne und helle Nautitec Open 46 ausgelegt für 8+2 Kojen, verteilt auf vier Kabinen mit jeweils eigenem Bad.

Erstmals zu sehen: kompakter Doppelrümpfer aus Bosnien

Eine Weltpremiere auf dem Hamburg ancora Yachtfestival feiert die Derubis 39 Fly, ein kompakter, nur 11,90 Meter langer und 4,50 Meter breiter Motorkatamaran mit Hybridantrieb. Der kleine, innovative Kat, präsentiert von Lejla Kraljevic von Derubis Yachts aus Vitez in Zentralbosnien, bietet Platz für 8+4 Personen, verteilt auf vier Kabinen mit jeweils eigenem Bad. Jede Kabine ist mit einem Queensize-Bett sowie zusätzlich mit einem 2×0,8 Meter messenden Bett ausgestattet. Das nur 0,7 Meter tiefgehende Boot ist in der Standardversion mit zwei Volvo Penta-D3-Motoren mit jeweils 150 PS (110 kw) motorisiert, optional mit zwei 220 PS (164 kw) starken Marinedieseln; die Leistung des elektrischen Antriebs beträgt 2×10 kw. Insgesamt soll das von Designer Denis Kraljevic entworfene unsinkbare Boot, das auch als Eignerversion mit einer großen Suite plus Badezimmer sowie zwei Doppelkabinen plus zwei Badezimmern eine Reichweite von 1.100 Seemeilen erreichen können.

Träumen erlaubt: Dream Yacht Charter informiert

Wer nicht nur länger davon träumen möchte, mit einem Katamaran einmal eine längere Auszeit zu nehmen, kann sich auf Deutschlands größter In-Water Boat Show auch umfassend über ein mehrmonatiges „Sailbatical zur See“ informieren: Urs Rothacher von Dream Yacht Sabbatical und Lisa Grillo von Dream Yacht Charter halten auf der Bühne in der Ausstellungshalle Vorträge und geben Auskunft über kürzere oder längere Törns auf zwei Rümpfen in den angesagten Destinationen weltweit, Fernweh inkusive.

Überblick über das gesamte Rahmenprogramm

Das Hamburg ancora Yachtfestival – veranstaltet durch die Hamburg Messe und Congress GmbH – findet vom 24. bis 26. Mai 2019 in der 5-Sterne ancora Marina in Neustadt/Holstein statt. Geöffnet ist von Freitag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr.
Alle Yachten unter: http://obs.yachtfestival.de
Weitere Informationen unter www.yachtfestival.de

Trauer um Volker Radtke

Drei Jahrzehnte lang hat Volker Radtke das Segeln in Niedersachsen geprägt. Nun ist der Ehrenvorsitzendes des Niedersächsischen Segler-Verbandes im Alter von 75 Jahren gestorben.

„Regatta- und Fahrtensegler sollten an einem Strang ziehen“ – mit dieser Motivation engagierte sich Volker Radtke für die niedersächsischen Segler/innen. Radtke, der 1944 in Dresden geboren wurde, kannte beide Seiten des Sports gut: Als Fahrtensegler genoss er die Weite der Ostsee, als Regattasegler reiste er mit dem 15er-Jollenkreuzer über die Binnenreviere der Republik.

Volker Radtke lebte für den Segelsport. Neben seinem kaufmännischen Beruf engagierte er sich lange Jahre als Vorsitzender des Hannoverschen Yachtclubs und wurde später zum Ehrenmitglied ernannt. Zweimal übernahm Radtke den Posten als Präsident des Niedersächsischen Segler-Verbandes – seine zweite Amtszeit von 2013 bis 2017 kam für ihn selbst überraschend. Mangels anderer Kandidaten wurde Radtke gebeten, das Amt ein zweites Mal zu übernehmen. Radtke, der Verantwortung nie scheute, nahm kurz entschlossen an.

Von 2001 bis 2011 und von 2013 bis 2017 vertrat Volker Radtke den niedersächsischen Verband im Seglerrat und setzte sich auch auf Bundesebene für den deutschen Segelsport ein.

Viele Segler/innen in Niedersachsen erinnern sich voller Dankbarkeit an Volker Radtke. Hartnäckig und geduldig setzte er Hebel in Bewegung, organisierte finanzielle Unterstützung, Boote, Logistik – was eben gebraucht wurde. Auf diese Weise brachte er den SVN an die sportliche Spitze Deutschlands.

2017 erhielt Volker Radtke für seine Verdienste die höchste Auszeichnung des Deutschen Segler-Verbands, die Goldene Ehrennadel.

Sehr persönliche Abschiedsworte für Volker Radtke fand Susann Beucke, die Mitglied im Hannoverschen Yachtclub ist. Die 49er FX-Spitzenathletin schrieb: „Wir haben Volker viel zu verdanken: Er hat Tina und mich immer unterstützt und an uns geglaubt. Es war Volker, der mich als 16-Jährige ohne Erfolg auf dem Konto unterstützt hat.“

Volker Radtke starb am 8. April nach langer und schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt Hannover.