Archiv der Kategorie: sail24.com

Unterschiede zwischen Vektor- und Rasterkarten

In den frühen 1990er Jahren erschienen die ersten elektronischen Seekarten auf dem Markt. Schon 1992 definierten die International Hydrographic Organi­zation (IHO) und die International Maritime Organization (IMO) eine einheitliche Regelung, wie die Daten für amtliche elektronische Karten gesammelt, ausgetauscht und an Bord angezeigt werden müssen. Heraus kam die S-57- Karte, die auch das BSH aus ihren Daten erstellt. Wichtigster Punkt des Standards ist die Realisierung als Vektorkarte und nicht als Rasterkarte. Bei Rasterkarten werden bestehende Papierseekarten als Grafik gespeichert und auf einem Bildschirm dargestellt. Da die Karte aber nur im Originalmaßstab ausreichend dargestellt werden kann, verpixelt die Darstellung bei einer höheren Zoomstufe. Vektorkarten werden hingegen aufwendiger erstellt und unterscheiden sich grundlegend von Rasterkarten, indem alle Elemente der Karte wie Linien oder Seezeichen mit ihrer geographischen Lokalisierung in einer Datenbank gespeichert werden. Aus dieser Datensammlung wird quasi bei jeder Zoomstufe übergangslos ein neues Bild generiert. Da jedes Element noch mit weiteren Informationen ausgestattet werden kann, kann einer Tonne beispielsweise die Information mitgegeben werden, nur ab einer bestimmten Auflösung (Zoomstufe) eingeblendet zu werden. Durch diese Attribute genannten Zusatzinformationen kann die Vektorkarte besser auf (kleinen) Monitoren dargestellt werden, da die Informationsfülle automatisch an die Auflösung angepasst wird – wenn die Attribute denn einheitlich und nach durchdachten Kriterien vergeben werden. Ein sicherheitsrelevanter Punkt der Vektorkarte: Bewegt sich die GPS-Position auf ein Element mit einem Attribut, das ein Flachwassergebiet angibt, kann das System eine Warnmeldung abgeben. So können mittlerweile Routenchecks durchgeführt werden, bei der das Programm prüft, ob die geplante Route für das Schiff Gefahrenstellen birgt.

Doch auch Vektorkarten unterscheiden sich in ihrem Aufbau untereinander. Drei Systeme konnten sich etablieren: Die standardisierte S-57 baut auf sechs verschiedenen Zellentypen auf. Die Zellen entsprechen bei der BSH Karte in etwa den verschiedenen Maßstäben der Papierkarten und reichen von einer Zelle mit kleinem Maßstab (Übersegler) bis hin zum größten Maßstab in Form von Detailplänen. Da jede Zelle auf einer eigenen Vektorkarte basiert, kann sich die Darstellung wie beispielsweise die Farbe der Tiefwasserbereiche beim Wechsel durch die Zellen verändern. Beim Einzoomen in ein entsprechendes Seegebiet wählt das System die geeignete Zelle aus. Es kann passieren, dass zwei Zellen übereinander gelegt werden, sodass die einzelnen Maßstäbe nicht mehr richtig zueinander gehören und Tiefenlinien und andere Hilfsmittel deutlich versetzt sind. 

Das zweite System basiert auf verschiedenen Ebenen und entspricht im Grunde der Zellenstruktur. Navionics setzt beispielsweise auf eine Datenbankstruktur, aus der stufenlos eine einzige Karte abgebildet wird. Sprünge zwischen verschiedenen Vektorkarten mit unterschiedlicher Farbgestaltung treten im Datenbanksystem nicht auf – jede Ansicht basiert auf der Ursprungskarte mit dem größten Maßstab. Ausnahme bilden die Hafenpläne, die gesondert eingesetzt werden.

Digitale Seekarten ausprobieren

In der App des NV-Verlages lässt sich jetzt von Raster- auf Vektorkarten umschalten

Wer sich beide Arten von digitalen Seekarten genauer anschauen und untereinander vergleichen möchte, kann bis zum 30. Juni 2019 kostenlos die NV-Karten für die Kieler Bucht ausprobieren. In der App lässt sich von Raster- auf Vektorkarten umschalten, sodass ein direkter Vergleich möglich ist. Hier wird erklärt, wie Sie die digitalen Karten herunterladen und nutzen können.

OK-EM: Wer stoppt Lööf?

Von der Aalregatta bis zur OK-EM: Das A und O der Kieler Woche ist das Segeln. Die 125. Kieler Woche erwartet rund 4.000 Aktive aus über 50 Nationen, die ab Samstag, 22. Juni, bis Sonntag, 30. Juni, vor Kiel segeln. Natürlich stehen dabei die olympischen Klassen und der imponierende Auftakt mit den Bigboats vor Düsternbrook am Samstag schnell im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Doch die Kieler Woche lässt sich auch im 138. Jahr nicht auf wenige Klassen reduzieren. Von der Youth Sailing Champions League, der 29er-Nachwuchsskiff-Klasse über die foilenden Moths und Wazsps bis hin zur 1956 entworfenen OK-Jolle sowie den Klassikern bilden historische Yachten und 15 internationale Klassen weit mehr als nur einen passenden Rahmen für Olympiakandidaten, fliegende Skiffs und imponierende Giganten. Alle Teilnehmer zusammen bilden die 125. Kieler Woche ab, die Jahr für Jahr einzigartig Tradition mit Erneuerung verbindet.

Olympiasieger Lööf jetzt in der OK-Jolle

Mit der Titelverteidigung des Kieler-Woche-Siegers in der OK-Jolle würde sich Jan Kurfeld gleichzeitig den Titel des Europameisters sichern, denn die Internationale Klasse trägt im Rahmen der Kieler Woche ihre EM aus. Die vier Meter lange und 1,42 Meter breite OK-Jolle wurde 1956 von Knud Olsen in Stubbeköbing (Dänemark) gezeichnet und erhielt sieben Jahre später vom Weltseglerverband die Anerkennung als Internationale Klasse. Heute gibt es in Deutschland, Dänemark, Schweden, England und Polen große Flotten. Aber auch in Neuseeland und Australien werden Weltmeisterschaften ausgetragen. Seit zwei Jahren erfreut sich die OK-Jolle steigender Beliebtheit. Auch Kurfeld, der 2018 den dritten Platz bei der WM belegte, hat seine Leidenschaft für die OK-Jolle entdeckt.

Der heute 31-Jährige gehörte einst zu den deutschen Kader-Seglern im Finn und hatte olympische Ambitionen. Doch 2017 stieg Kurfeld in die OK-Jolle um und war sofort begeistert. Die OK-Jolle sei eine Art Kombination aus Laser und Finn und habe für viele etwas zu bieten. Auch technisch habe sich einiges getan – sowohl bei den Masten als auch bei den Segeln. Die OK-Jolle sei interessant für Segler, die gerne mit den Trimmfunktionen arbeiteten. Bei den Trimmwerkzeugen gebe es sehr flexible Klassenregeln, die ganz individuell an jeden einzelnen Segler angepasst werden könnten, so Kurfeld, der in Kiel zum Doppelschlag ausholen möchte.

Doch die Trauben in Kiel hängen extrem hoch. Schon Kurfelds 39. Patz unlängst bei der WM in Neuseeland unterstrich, wie hochkarätig das seglerische Niveau in der OK-Jolle inzwischen ist.

Allein der Name Frederik Lööf lässt aufhorchen. An der Vorschot seines Landsmannes Max Salminen krönte der Schwede 2012 seine olympische Karriere und gewann die Goldmedaille im Star. Bereits vorher schrieb sich Lööf bei den Olympischen 2000 im Finn und 2008 im Star (zusammen mit Anders Ekström) jeweils mit Bronze in die Olympia-Medaillenliste ein. Mit zusätzlichen drei WM-Titeln im Finn und zweien im Starboot gehört der 49-Jährige zu den ganz Großen des Segelsports.

Inzwischen tritt der sechsfache Olympiateilnehmer in der OK-Jolle an. Die Vize-Weltmeisterschaften 2018 und 2019 sowie der EM-Titel 2018 stehen bereits nach kurzer Zeit auf der Erfolgsliste.

Und in Kiel ist die Liste der Favoriten und Lööf-Jäger lang. Dazu gehört sein Landsmann Thomas Hansson-Mild (OK Weltmeister 2017 und EM-Dritter 2018). Aus Neuseeland kommt der dreifache Kieler-Woche-Sieger Greg Wilcox (ehemaliger OK-Weltmeister), aus Norwegen der Europameister von 2017, Lars Johan Brodtkorb. Der Ozeanografie-Student (Jahrgang 1995) ist amtierender Europe-Vizeweltmeister und Europameister 2017 in der OK-Jolle und fuhr bei der letzten Finn-WM auf Rang 31. In Kiel gewann Brodtkorb die Kieler Woche-Regatten 2013, 2016 und 2018 in der Europe.

Die deutsche Flotte wird angeführt vom dreifachen OK-Jollen-Weltmeister und Finn-Master-Weltmeister André Budzin und dem amtierenden Kieler-Woche-Sieger Jan Kurfeld. Insgesamt 99 Starter aus elf Nationen haben für die EM gemeldet.

Andrang in den Jugendklassen

Eine weitere der 15 internationalen Klassen, die zur Kieler Woche an den Start geht, ist die Nachwuchsklasse 420er, die regelmäßig eine der größten Flotten stellt. In diesem Jahr dürfte der Andrang sogar noch etwas wachsen, weil der europäische Seglerverband das Finale des EUROSAF 420 Circuits in die Kieler Woche (ab Donnerstag, 27. Juni) gelegt hat.

Mit dieser Serie haben der Europäischer Seglerverband (EUROSAF) und die Internationale 420er-Klassenvereinigung eine neue Regattaserie kreiert, um das Zweihand-Jollensegeln in Europa zu fördern. Die Serie 2018/2019 umfasst sechs Veranstaltungen in ganz Europa, sie begann mit der Imperia Winterregatta in Italien und endet mit der Kieler Woche 2019. „Wir freuen uns, dass der Abschluss zur Kieler Woche stattfindet“, so Timo Haß. Der DSV-Jugendobmann und damit Präsidiumsmitglied des Deutschen Segler-Verbandes ist zugleich Schatzmeister und Veranstaltungs-Chef des Europäischen Verbandes. Insgesamt 72 Zweihandjollenaus sechs Nationen gehen an den Start.

Extrem stark besetzt ist die Nachwuchs-Skiffklasse 29er. 121 Starterinnen und Starter aus 19 Nationen treten in Kiel an. Aus Brasilien, Neuseeland und den USA reisen die Crews an, die den Auftritt bei der Kieler Woche in ihren Europa-Aufenthalt einbauen. Es folgen die Youth Worlds und die 29er-WM in Gydinia (Polen) im Juli.

Den achten Titel wieder gemeinsam?

Ein Déjà-vu könnte man beim Blick auf die 505er-Klasse vermuten. Wie einst 1997 segeln Wolfgang Hunger und Holger Jess wieder gemeinsam. Die beiden Routiniers hamsterten von 1997 bis 2007 zusammen sieben Kieler-Woche-Siege. Während der ehemalige Olympiateilnehmer im 470er Wolfgang Hunger danach zusammen mit Julien Kleiner sechs 505er-Siege (2008 bis 2013) folgen ließ, sammelte Jess mit den Steuerleuten Tim Böger, Meike Schomäker und Michael Quirk (Australien) drei weitere Kieler-Woche-Titel.

In diesem Jahr trifft der Kieler-Woche-Rekordsieger Hunger (insgesamt 21 Titel) auch auf die dänischen Brüder Jörgen und Jacob Bojsen-Möller, die dem Strander mit 17 Kieler Goldmedaillen (2107 im 505er, ansonsten vielfach im FD, darunter elfmal von 1997 bis 2008) am Heck hängen.

14 Starts in drei Stunden

Das Bild zum Auftakt der Kieler Woche ist unverändert. Am Samstag, 22. Juni, trifft sich die Offshore-Segelgemeinschaft vor der Kiellinie. Hier kommt es zum Stelldichein der Big Boats zur Aalregatta, zum Welcome Race und erstmals auch zum Kiel-Cup. Während die nach Yardstick vermessenen Yachten, die ORC-Club-Flotte, Katamarane, Einheitsklassen und die Double Hand Crews Richtung Eckernförde segeln, starten die ORCi vermessenen Yachten zur Mittelstrecke des Kiel-Cups, der mit Ups & Downs von Sonntag bis Dienstag fortgesetzt wird

ORC 1 – Tutima

Auch für die Wettfahrtleitung wird der Samstag eine sportliche Veranstaltung. „Wir werden die rund 230 Yachten in 14 Starts im fünf bis 30 Minuten Abständen auf die Bahn schicken“, so Wettfahrtleiter Ralf Paulsen. Von 9 bis 12 Uhr geht es in Düsternbrook also Schlag auf Schlag, bevor die Klassiker-Flotte aus Laboe in der Kieler Förde einläuft. Kiel ist Zielstation der Classic Week des Freundeskreises Klassischer Yachten, die am 14. Juni in Flensburg gestartet wurde. Dabei verzeichnet der Freundeskreis so viele Anmeldungen wie noch nie – mehr als 156 Yachten! – zum Rendezvous der Klassiker. Und neben vielen Neuerungen dürfen sich die Kieler-Woche-Fans auch auf Bewährtes freuen: die Marine-Kutterregatten (22. bis 29. Juni) und die Windjammerparade (29. Juni).

Additive für den Motor

Additive (lat. additivum = hinzugeben, beiliegend) sind Zusatzstoffe, die zum eigentlichen Betriebsstoff, also dem Kraftstoff oder dem Motor- oder Getriebeöl, hinzugefügt werden. Sie helfen, die Qualität des Betriebsstoffes sicherzustellen, sie zu verbessern und bestimmte Eigenschaften zu garantieren. Sie werden entweder bereits herstellerseitig beigemischt oder können ab Dezember von Fachpersonal beigegeben werden.

Bei Treibstoffen machen Additive am Gesamtvolumen nur einen vergleichsweise geringen Anteil aus. Sie sollen beispielswiese helfen, die Klopffestigkeit oder die Verbrennung zu verbessern, sollen zur Reinigung der Kraftstoffanlage, der Ventile und des Brennraumes beitragen, die Lagerfähigkeit des Brennstoffes verbessern oder werden als Biozid hinzugefügt, um die Kontaminierung mit Bakterien („Dieselpest“) zu verhindern.

Bei Ölen hingegen kann der Anteil der Additive sogar bis zu 25 bis 30 Prozent betragen. So sind beispielsweise Additive zur Erhöhung der Druck- und Scherfestigkeit des Öls unerlässlich. Aber auch der Korrosionsschutz, der Schutz vor Alterung oder der zur Verhinderung der Bildung von Schaum spielen eine wichtige Rolle. Ohne entsprechende Additive kann selbst ein hochwertiges Grundöl seinen anspruchsvollen Aufgaben beim Betrieb eines modernen Motors nicht gerecht werden.

Marketing oder Must-have?

Die Wirkung von Additiven wird von selbsternannten „Sparfüchsen“ oft angezweifelt, und nicht selten wird als eigentlicher Zweck hier lediglich die Gewinnmaximierung der Hersteller unterstellt. „Alles schon herstellerseitig drin – weitere Zugabe sinnlos …“, lautet eine der oft vertretenen Meinungen zum Thema. 

David Kaiser, Chef-Chemiker des Additiv- und Schmierstoffherstellers Liqui Moly aus Ulm, kennt diese Gerüchte: „Da Additive natürlich den Preis des Betriebsstoffes erhöhen, werden sie oft von den Mineralölgesellschaften selber nur in dem Maße beigegeben, wie es für die Einhaltung der Normen notwendig ist“, erklärt Kaiser. „Dabei richten sich die Hersteller nach einem Standard-Anwendungsprofil, das vorsieht, dass ein Kraftstoff binnen 90 Tagen – abhängig von den Lagerbedingungen – verbraucht wird. Bei Booten, die aber lange im Winterlager liegen oder nur selten genutzt werden, verlassen wir dieses Profil aber häufig, sodass eine Verbesserung der Eigenschaften mit einem Additiv, dass die Lagerfähigkeit des Kraftstoffes über einen längeren Zeitraum gewährleistet, durchaus sinnvoll ist“, so Kaiser. 

Doch nicht nur als Langzeit-Bestandteil des Betriebsstoffes kommen Additive zum Einsatz. Auch zur kurzzeitigen Pflege können sie als „chemisches Werkzeug“ und Problemlöser eingesetzt werden. 

So kann beispielsweise direkt vor dem Ölwechsel ein Additiv dafür sorgen, dass der Motor vom Ölschlamm befreit und gespült wird. Dieses Additiv verbleibt nur sehr kurz im Motor und wird mit dem alten Öl wieder entfernt. Andere Additive reinigen das Kraftstoffsystem von Ablagerungen und Rückständen, die bei der Verbrennung entstehen. Diese Rückstände lagern sich an den Einspritzdüsen ab, sodass eine saubere und effiziente Einspritzung des Kraftstoffes verhindert wird.

Die Legende, dass solche Additive eher schädlich sind, da die Ablagerungen, Verschmutzungen im Motor über die Zeit dazu beitragen, den Motor und dessen verschlissene Bauteile „abzudichten“, verweist David Kaiser ins Märchenland: „Als Erstes sollte man sich einmal vor Augen halten, dass kein Ingenieur einen Motor daraufhin konstruiert, das er verschmutzt ist“, sagt Kaiser und fügt hinzu: „… und wer sich einmal die harten verkrusteten Verbrennungsrückstände an Ventilen oder Kolbenringen angesehen hat, der begreift schnell, dass hier gar nichts dichtet, sondern eher das Gegenteil der Fall ist.“

Der Chemiker stellt aber auch klar: „Der Einsatz von Additiven hilft zwar, Kraftstoff zu sparen und den Verschleiß zu minimieren – dies aber immer im Vergleich von einem älteren Motor zu einem neuen Motor. Hier können Additive durch einen Reinigungseffekt schon relativ kurzfristig nach wenigen Betriebsstunden einen spürbaren, positiven Effekt erreichen, wie ruhigeren Motorlauf, mehr Drehmoment oder besseres Startverhalten. Die Verbesserung der Eigenschaften eines neuen Motors kann aber über die bloße Zugabe von Additiven nicht erreicht werden.“

Getestet und geprüft

Zahlreiche unabhängige Tests haben die positiven Auswirkungen bestätigt: So lautete im Jahr 2007 das Resümee der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) nach einem einjährigen Test mit Additiven: drei Prozent reduzierter Verbrauch, geringerer Schadstoffausstoß, weniger Reparaturen bei gleichzeitig im Ganzen eingesparten Kosten. Hier „spulten“ sieben Omnibusse rund 440.000 Testkilometer ab. Wäre der komplette Fuhrpark mit dem Additiv befüllt worden, hätte sich danach auch der CO₂-Ausstoß um 335 Tonnen im Jahr senken lassen. 

Qualitätsunterschiede

Wie beim Kraftstoff gibt es auch bei den Additiven qualitative Unterschiede. „Auch Additive müssen Standards einhalten. Bei den großen Markenherstellern ist das meist auch kein Problem“, sagt David Kaiser. „Allerdings tummeln sich auch vereinzelt Produkte und sogenannte ‚Wundermittel‘ aus Fernost auf dem Markt, von deren Einsatz man besser absehen sollte“, sagt der Chemiker und warnt: „Hier drohen Gesundheitsgefahren für den Anwender, die Wirkstoffe sind in Bezug auf die Umweltverträglichkeit problematisch, oder aber das Additiv ist sehr aggressiv und entfernt vielleicht die Verschmutzungen im Motor, die Dichtungen aber unter Umständen auch gleich mit, sodass Motorschäden drohen.“

An Bord

Natürlich können Additive keine Wunder bewirken oder größere Verschleißschäden „reparieren“. Wer erst mal die gefürchtete Dieselpest im großen Umfang im Tank hat, der wird dem Problem nur mit einer gründlichen, mechanischen Reinigung des Tanks und des Kraftstoffsystems Herr. Ein Dieselschutz-Additiv ist aber sinnvoll, um der Kontaminierung vorzubeugen.

Gerade für Boote und Yachten, deren Kraftstoff lange lagert, die sich vielleicht auch in korrosiver salzhaltiger Umgebung aufhalten und die im Ausland ggf. auch mal minderwertigen Kraftstoff tanken, können Additive bei der Reinigung und Pflege des Motor- und Kraftstoffsystems helfen, die Lebensdauer des Motors zu erhöhen und den Spritverbrauch etwas senken. Somit schont der Einsatz von Additiven langfristig nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Ein kleiner Bord-Vorrat an ausgewählten Additiven, die regelmäßig und zielgerichtet beigemischt werden, ist also durchaus sinnvoll.

Was Sie noch über Motoröle wissen sollten, lesen Sie in Ausgabe #7 des segeln Magazins.

Olympische Spitzenkämpfe und Ocean Racer


America’s Cup-Glanz im 49er: Peter Burling mit Blair Tuke am Start – Zusammenarbeit mit World Sailing – Einsatz für die Inklusion.

Die Kieler Woche setzt zum 125. Jubiläum (22. bis 30. Juni) mit einem Drei-Säulen-Programm auf noch mehr Internationalität und erwartet über 4000 Aktive aus über 50 Nationen. Dabei mischt die 125. Kieler Woche in ihrem 138. Jahr perfekt traditionelle und neue Elemente. Von den Klassikern bis zu den olympischen foilenden Nacra 17, von der ClubSwan 50 bis zum Laser 4.7, von der neuen olympischen Disziplin „Double Hand Offshore Mixed“ bis zum Auftritt der Youth Sailing Champions League und von der OK-EM bis zu den Ocean Racern: Geboten wird auch in diesem Jahr wieder die ganze Bandbreite des Segelsports, gepaart mit reichlich gesellschaftlichen und kulturellen Höhepunkten. „Auch zu ihrem 125. Jubiläum fühlt sich die Kieler Woche jugendlich an. Über all die Jahre haben wir mit neuen Themen und Innovationen dazu beitragen, die Kieler Woche jung und damit ihre Relevanz im weltweiten Reigen der Segelveranstaltungen zu erhalten. Auch im Jubiläumsjahr setzt sich dies so fort“, blickt der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, Dirk Ramhorst, der Jubiläumsveranstaltung entgegen.

Gemeinsam mit DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, der 49er-Crew Justus Schmidt/ Max Boehme, ORC-Skipper Kai Mares und dem Vorsitzenden des Kieler Yacht-Clubs, Carsten Krage, stellte Ramhorst das Programm am Montag, 17. Juni, im Kaisersaal des Kieler Yacht-Clubs vor. 

Werben für den Segelsport

„Unsere strategische internationale Ausrichtung fußt auf drei Säulen und dabei auf enge Zusammenarbeit mit dem Weltseglerverband“, erklärt Ramhorst. Erstmals wird mit dem Marselisborg Yacht-Club/Sailing Århus ein dänischer Verein in das Organisationsteam der Kieler Woche aufgenommen.

Zusätzlich wurde mit dem Weltseglerverband vereinbart, Aktive aus sogenannten „Emerging Nations“, aus aufstrebenden Schwellenländern, zur Kieler Woche einzuladen. World Sailing übernimmt die Flugkosten, Kiel sorgt für die Charterboote, Meldegelder und Unterkünfte. Mit Mariel Nikolova aus Bulgarien und Deisy Nhaquile (Mozambique) wurden in diesem Jahr zwei Seglerinnen eingeladen. Die beiden Laser Radial Seglerinnen werden die gesamten neun Wettkampftage an den Start gehen. Im ersten Teil bis Dienstag starten Nicolova und Nhaquile in der offen Serie, danach, vom Mittwoch bis Sonntag, im olympischen Part in der Laser Radial Klasse.

„Ziel ist es, die Aktiven der aufstrebenden Nationen zu unterstützen. Es geht um Hilfestellung, nicht um die komplette Finanzierung“, so Nadine Stegenwalner, in deren Aufgabengebiet als Vizepräsidentin von World Sailing die Stärkung des weltweiten Segelsports gehört. Dabei müssen die Athletinnen und Athleten vom Nationalen Verband vorgeschlagen werden. „Wir möchten dabei helfen, dass sich die Talente in den kontinentalen Ausscheidungen durchsetzen und eventuell an den Olympischen Spielen teilnehmen können. Eine Wild Card gibt es natürlich nicht“, so Stegenwalner. Gefördert werden Seglerinnen der Klasse Laser Radial und auf dem Surfboard R:SX. Damit wird man auch der zweiten Forderung des Internationalen Olympischen Komitees gerecht, die Frauenquote zu erhöhen. „Und zudem gibt es in den Klassen die größten Starterfelder bei den Spielen, so dass die Chancen, dass sich die Geförderten qualifizieren, größer sind“, erklärt Stegenwalner. Bereits für Perth, Santander und im Vorjahr Århus gab es dieses Programm für die Worlds. In diesem Jahr stieg Kiel mit ins Boot. Betreut werden die beiden Sportlerinnen in Kiel von Rob Holden, dem Schulungsmanager des Weltverbandes.

Dritter Ansatz der weiteren Internationalisierung ist die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem europäischen Verband EUROSAF im Bereich Jury und Wettfahrtleitung. „Wir werden in diesem Jahr das Austauschprogramm verstärkt fortsetzen und mehr Jurymitglieder sowie mehr Wettfahrtleiter zur Kieler Woche einladen“, so Dirk Ramhorst.

Die internationale Zusammenarbeit wird durch die Fülle der Segelveranstaltungen immer wichtiger „In der Tat beobachten wir schon seit Jahren, dass es nicht nur zunehmend mehr Veranstaltungen gibt, sondern diese auch terminlich auf Kollisionskurs mit unserem Zeitraum der Kieler Woche gehen. In enger Zusammenarbeit mit World Sailing und dem Deutschen Segler Verband wirken wir aber derzeit darauf ein, dass es wieder einen verbindlichen Kalender gibt, der klassische Events wie die Kieler Woche vor angrenzenden oder überlappenden Terminen schützt“, erklärt Ramhorst die Bedeutung des internationalen Netzwerkes.

Um die Relevanz zu stärken, würden im Rahmen der Kieler Woche schon seit Jahren zusätzliche Events wie Europa oder Weltmeisterschaften ausgerichtet und neue Formate wie die Champions League aufgenommen, ergänzt der Kieler-Woche-Chef.

Spannung im 49er

Im 49er ist aus einem Zweikampf wie 2016 für das deutsche Olympiaticket längst ein Dreikampf geworden. Zu den Bronzemedaillengewinnern von 2016 und aktuellen Weltcupsiegern von Miami, Erik Heil/Thomas Plößel, und Justus Schmidt/Max Boehme (Kiel/Europameister 2015) gesellen sich Tim Fischer/Fabian Graf (NRV). Die Hamburger sicherten sich mit Bronze bei den Weltmeisterschaften vor Århus (Dänemark) den deutschen Nationenplatz, einen Platz vor Heil/Plößel. In Kiel fehlen Heil/Plößel, weil sich Erik Heil um sein Physikum kümmern muss. Die beiden anderen Crews, die gerade bei der EM die Plätze fünf und 10 belegten, treffen unter anderem auf die Vorjahressieger Jonas Warrer/Jacob Jensen. Die Dänen segelten in Kiel 2018 erst ihre dritte Regatta zusammen. Warren, Olympiasieger von 2008, hat sich inzwischen mit dem 20-jährigen Schotten eingespielt. Auch die Vorjahresdritten in Kiel und aktuellen EM-Sechsten, Lukasz Przybytek/Pawel Kolodzinski (Polen), haben gemeldet. Heiße Kandidaten auf den Sieg in Kiel sind die aktuellen Weltmeister Sime und Mihovil Fantela (Kroatien), die den WM-Titel bei den Worlds vor Århus gewannen.

Wie wichtig jeder Tag auf dem Wasser vor der olympischen Ausscheidung ist, unterstreicht die Entscheidung von Justus Schmidt und Max Boehme. Die beiden bekennenden Foiler-Fans wollten eigentlich im ersten Teil mit der Motte fliegen und dann im zweiten Teil im 49er siegen. Doch dann fiel die Entscheidung gegen die Motte. Stattdessen trainieren sie mir ihren internationalen Sparringspartnern auf der Kieler Förde und nutzen die Kieler Woche auch als Regatta-Härtetest. Ihr Kieler-Woche-Sieg im 49er liegt vier Jahre zurück.

„Mit der Motte während der Kieler Woche an den Start zu gehen, wäre ein riesiger Spaß und auch eine große sportliche Herausforderung gewesen. Wir hätten neun Tage am Stück an einer Regatta teilgenommen, das gab es für uns noch nie. Leider wird daraus nichts, weil wir in der Zwischenzeit eine Trainings-Vereinbarung mit den Spaniern Botin/Mara und den Engländern Peters/Sterritt eingegangen sind. Beide Teams kommen zu uns nach Kiel, um den gesamten Juni bis zum Start der Kieler Woche mit uns zu trainieren. Dem gerecht zu werden, hat im Zuge der Olympiakampagne aktuell einfach Priorität“, so Schmidt. Diego Botin/Lopez Marra und James Peters/Fynn Steritt gehören zu den insgesamt 89 Konkurrenten aus 28 Nationen, die mit Schmidt/Boehme um den Kieler-Woche-Sieg kämpfen. Bei der EM Mitte Mai belegten die Engländer Platz zwei und die Spanier Platz drei in der reinen europäischen Wertung und lagen damit vor der deutschen Konkurrenz. Beim Kampf um das Olympiaticket sind die Spanier in ihrem Land favorisiert, Peters/Sterritt haben mit den amtierenden Europameistern Dylan Fletcher/Stuart Bithell (nur Peter Burling/Blair Tuke/Neuseeland waren schneller) extrem starke nationale Konkurrenz.

„Die Kieler Woche ist für uns immer eine besondere Veranstaltung und ganz sicher nicht nur Training. Viele Top-Teams werden auch dieses Jahr wieder kommen und uns die Chance geben, gegen sie vor unserer Haustür zu segeln. Das ist großartig. Und wir haben schöne Erinnerungen an unseren ersten und bisher auch einzigen Kieler Woche Sieg im 49er in 2015. Wir geben alles, um das zu wiederholen“, unterstreichen Schmidt und Boehme die Bedeutung der Kieler Woche. Zunächst ginge es darum, große Regatten gegen starke Konkurrenz zu segeln und gut abzuschneiden. „Die Olympiaqualifikation hat noch viel Zeit. Die entsprechenden Regatten sind die beiden WMs in Auckland (NZL) und Geelong (AUS) im Dezember diesen Jahres bzw. Februar 2020 sowie die Princess Sofia Regatta im April 2020“, erklärt der Steuermann,

Doch bei allem olympischen Einsatz im Skiff, die Liebe zum Foilen bleibt. „Wenn die Kieler Woche uns auch in den nächsten Jahren die Chance gibt, mit der Motte an den Start zu gehen, sagen wir garantiert nicht nochmal nein“, bedauert Boehme die diesjährige Absage an die Motte. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen kurze Zeit später könnte aber wohl doch dazwischen kommen.

America’s Cup-Glanz im 49er

Wo sie auftauchen, sind sie die Favoriten: Peter Burling und Blair Tuke. Die Neuseeländer sind im 49er eine Klasse für sich. Bei den Olympischen Spielen in London gewinnen sie Silber, vier Jahre später Gold in Rio und dazwischen von 2013 bis 2016 alle vier WM-Titel sowie 27 Regatten in Serie. Sie waren in dieser Zeit die Unschlagbaren. Burling war zudem Fahnenträger der neuseeländischen Nationalmannschaft in Rio 2016 und Segler des Jahres 2015 und 2017. Burling gewinnt als jüngster Skipper aller Zeiten 2017 mit dem Emirates Team New Zealand den America’s Cup. Es folgt die Teilnahme am Ocean Race und mit Brunel der dritte Rang. Mehr geht nicht. Die Erfolgsliste des 27-jährigen Ausnahmeseglers ist nahezu endlos. Bereits mit 15 trägt sich Burling in die WM-Titelträgerliste im 420er ein. Natürlich als jüngster Weltmeister aller Zeiten. Es folgen weitere WM-Erfolge und Medaillen im 420er, in der Motte, beim Youth America’s Cup … 2016 nahmen Burling/Tuke im 49er an den Kieler-Woche-Regatten teil – und gewannen. Der Favorit für 2019 steht wohl fest.

Erst 49FX dann auf See?

Im 49erFX treffen Victoria Jurczok/Anika Lorenz, die sich beim Weltcup vor Genua ihr Ticket für den Start bei den olympischen Testregatten in Enoshima (Japan) sicherten, auf Tina Lutz/Susann Beucke, die das Kieler Revier lieben. 2017 gewannen Lutz/Beucke vor Kiel den EM-Titel, 2013 und 2016 die Kieler Woche. Im Vorjahr reichte es zu Silber. Kieler-Woche-Gold fehlt noch in der Bilanz der Olympia-Neunten von Rio, Jurczok/Lorenz. Bei der EM im Mai landeten Lutz/Beucke (12.) vor Jurczok/Lorenz (18.).

Mit Blick auf die Olympischen Spiele in Japan steht der Kampf um das eine deutsche Ticket im 49FX natürlich ganz oben auf der Agenda von Tina Lutz/Susann Beucke. Doch Beucke blickt darüber hinaus auch Richtung Hochsee. Die 49er FX-Europameisterin von 2017 liebäugelt mit dem Offshoresegeln. „Ich habe vor einem Jahr bei einer Atlantiküberquerung  festgestellt, dass ich extrem gern Offshore segle“, so Beucke. Unlängst überführte die 27-Jährige an Bord von Boris Herrmann die foilende Immoca „Malizia II“ nach Frankreich, und zusammen mit Jochen Denkena nahm sie Anfang Juni auf einer Sun Fast 3200 an der 500 sm langen Baltic 500 teil. Dass Mixed Double Hand Offshore 2024 olympisch werde, sei für sie perfekt, so Beucke gegenüber den Kieler Nachrichten. Eine Olympiakampagne im Offshore-Bereich nach der 49er-Karriere liegt auf der Hand.

Bei den Lasern fehlen in diesem Jahr einige der ganz großen Namen in Kiel. Zu dicht liegen die EM in Portugal, das World-Cup-Finale in Marseille und vor allem die WM ab dem 2. Juli in Japan, Teil der deutschen Ausscheidung für das eine Olympiaticket. 75 Teilnehmer aus über 20 Nationen haben sich dennoch für Kiel entschieden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Finns, bei denen es im Mai in Griechenland um die Olympiatickets ging. Nur noch ein Platz ist danach für die europäischen Aktiven für die Spiele frei. Nach Kiel kommen 27 Finns, darunter die besten Deutschen, Max Kohlhoff und Philipp Kasüske. Die 470er Männer und Frauen mussten wegen der zu geringen Meldezahl abgesagt werden.

Werben für die Inklusion

Unverändert eng ist die Zusammenarbeit der Kieler Woche mit der einst paralympischen Bootsklasse 2.4mR. Bereits 2002 wurde die Klasse erstmalig in die Kieler Woche aufgenommen, seit 2008 wird sie offen ausgeschrieben. International schlug die Integration der Para World Sailing Championships in die Kieler Woche 2017 hohe Wellen, und es hagelte viel Lob aus der internationalen Segelwelt. „Es ist eines unserer größten Ziele, dass Segeln wieder dabei ist. Es gibt keine Sportart, die dermaßen für Inklusion geeignet ist“, so Kim Andersen, Präsident des Weltseglerverbandes, mit Blick auf die Paralympischen Spiele. Das starke Signal aus Kiel in Richtung IPC könne nicht überhört worden sein, so der höchste Repräsentant des Segelsports: „Vielen Dank an Deutschland, vielen Dank an Kiel. Wir brauchen eine inklusive Gesellschaft mit vollständig barrierefreien Umgebungen, die Menschen mit Beeinträchtigungen befähigen, sportliche Aktivitäten zu betreiben und eine sichere und faire Beteiligung zu erleben.“ All das könne Kiel im barrierefreien Schilksee bieten, erklärte Andersen.

Da passt es ins Kieler-Woche-Bild, dass in diesem Jahr erstmals auch eine „Mixed Inclusion Trophy“ ausgeschrieben wird. Initiiert wurde die Team-Wertung durch Ulli Libor (NRV). Der zweifache Olympiamedaillengewinner (1968 Silber, 1972 Bronze im FD mit Peter Naumann) und jetzige Klassenboss der 2.4mR-Klasse setzt sich mit immer neuen Ideen für die Inklusionsklasse schlechthin ein. „Die 2.4mR ist mehr als ein paralympisches Boot. Die 2.4mR bietet Chancengleichheit für Behinderte und Nicht-Behinderte, für Frauen und Männer“, so Libor, der seit Jahren in dieser Klasse in Kiel antritt. Und Libor kann Boote einschätzen. Der 79-Jährige hat in den Klassen Pirat, OK-Jolle, Tempest, Flying Dutchman, Starboot, Drachen, Viertel-Tonner, Halb-Tonner, Admiral’s Cupper, 12mR, 5,5mR, und jetzt im 2.4mR an internationalen Regatten teilgenommen. Und der ehemalige DSV-Vizepräsident war 1984 (USA) und 1988 (Südkorea) Teamleiter der deutschen Olympia-Segler. Auch in diesem Jahr hat Libor mit seiner „No crew No cry“ gemeldet.

Gesponsert wird der Pokal von der IMMAC group. Ausgeschrieben ist er für ein gemischtes Team, dem eine behinderte Frau, ein behinderter Mann und ein nicht behinderter Mann angehören müssen. Zur Einführung in Kiel wird auch ein Team mit einer behinderten Frau und einem nicht behinderten Mann zugelassen. Dann ist die dritte Position offen. „Zur Zeit haben ein Team aus Großbritannien und drei aus Deutschland gemeldet“, so Libor.

Welcome zum Auftakt

Das Bild zum Auftakt der Kieler Woche ist unverändert. Am Samstag, 22. Juni, trifft sich die Offshore-Segelgemeinschaft vor der Kiellinie. Hier kommt es zum Stelldichein der Big Boats zur Aalregatta, zum Welcome Race und erstmals auch zum Kiel-Cup. Während die nach Yardstick vermessenen Yachten, die ORC-Club-Flotte, Katamarane, Einheitsklassen und die Double Hand Crews Richtung Eckernförde segeln, starten die ORCi vermessenen Yachten zur Mittelstrecke des Kiel-Cups, der mit Ups & Downs von Sonntag bis Dienstag fortgesetzt wird. „Wir haben mit der Regattavereinigung Seesegeln ein neues Format erarbeitet. Ziel ist es, die ORC Int.-Flotte stärker einzubinden“, so Offshore-Wettfahrtleiter Eckart Reinke. Dabei gehört der Kiel-Cup zu einer Viererserie des RVS-Cups. „Wir haben die Mitglieder befragt und sie in die Planungen für 2019 eingebunden“, so RVS-Vorsitzender Bertil Balser. Mit abendlichen Partys in Kiel-Schilksee und der Siegerehrung am Dienstag wird auch der gesellige Rahmen um den Sport aufgewertet.

In der kleineren ORC III-Klasse hat sich zum Saisonstart ein Dreikampf entwickelt – mit der „Immac Fram“ von Steuermann Kai Mares an der Spitze und der „H.E.A.T.“ von Max Augustin dahinter. Doch auch die „OneSpirit“ bringt sich wieder ins Spiel.

Kieler-Woche-Favorit ist der amtierende Vize-Weltmeister und aktuelle Maior-Sieger, die „Immac Fram“ (Italia 9.98) mit Steuermann Kai Mares. Der Dänischenhagener ist auf Kieler-Woche-Siege getrimmt. Nach der Zeit im 505er gelangen Siege in der J24, Bénéteau 25 und dann im Bigboat. „An die zehn Titel müssten es sein“, so Mares. Zuletzt gewann er mit der „Immac Fram“ 2017. „Kiel ist unser Heimrevier, da wollen wir natürlich gewinnen“, erklärt der amtierende Vizeweltmeister. „Hier sind wir zuhause, hier ist unser Revier“, erklärt der Skipper, für den 2019 ein Dreierblock mit einem Spannungsbogen auf dem Programm steht: Kieler Woche, IDM vor Travemünde und dann die EM in der Nähe von Stockholm. Mit einem Sieg zur Kieler Woche könne weiteres Selbstvertrauen für IDM und EM getankt werden, erklärt der vielfache Kieler-Woche-Sieger. Sein Team fing als Nachwuchsteam an, „aber inzwischen sind wir ja auch alle vier Jahre älter geworden und im Durchschnitt wohl Ende der Zwanziger“, so Mares, der sich dabei selbst rausrechnet. Für Kieler-Woche-Siege ist das KYC-Mitglied allemal jung genug. 

Das Silberne Band bildet von Freitag, 28. Juni, auf Samstag, 29. Juni, den Abschluss der Seeregatten. Erstmals wird die Langstreckenregatta auch nach dem Verrechnungssystem Yardstick gestartet. Mit dieser einfachen Verrechnungsformel ist jede Eignerin und jeder Eigner in der Lage, an dieser Regatta teilzunehmen.

Ocean-Race-Atmosphäre zum Welcome-Race?

Die neuen Hoffnungen auf eine deutsche Teilnahme am „The Ocean Race“ könnten wieder den Glanz von Ocean-Race-Yachten nach Kiel bringen. Nach der Taufe der Imoca60 des Offshore Team Germany am Vortag der Kieler Woche an der Kiellinie startet die Crew um Skipper Robert Stanjek beim Welcome Race. Im Kielwasser der künftigen Weltumsegler könnten Yachten der Ocean-Race-Vergangenheit ebenfalls von Kiel nach Eckernförde segeln.

Die Macher des künftigen „The Ocean Race“ planen mit zwei VO65-Yachten Promotion-Touren durch Europa – Kiel und Göteborg sollen im Sommer auf dem Tourplan stehen. Zudem hat in Kiel seit diesem Jahr die „CJ Legend“ ihren Liegeplatz eingenommen. Der 72-Füßer segelte 1989 beim damaligen Whitbread Round the World und bietet nun Touren in der Ostsee an. Das Welcome Race ist dabei durchaus im Fokus. Und auch die ehemalige „Illbruck“, die deutsche Siegeryacht vom Rennen 2001/02, segelt weiterhin in der Ostsee. Die Agentur Speedsailing aus Rostock geht damit auf Tour. Der Weg nach Kiel ist ein Katzensprung. Ein Treffen der Ocean Racer aus allen Generationen zum Kieler-Woche-Auftakt scheint möglich. Die „Malizia“ mit Boris Herrmann, die ebenfalls unter deutscher Flagge beim „The Ocean Race“ antreten wird. Sie regattiert zurzeit auf dem Mittelmeer. Gesichert ist der Start von drei Ocean Racern in Kiel zum Abschluss des Startmarathons am Samstag gegen 12 Uhr.

NRV entreißt HSC Women den Sieg

Die gesamte Vorrunde hatte das HSC-Team die Szenerie beherrscht, Rennsieg um Rennsieg eingefahren. Doch ausgerechnet im Finale drehte sich das Glück. Das NRV-Team, das die Endrunde nur knapp erreicht hatte, segelte im Medalrace auf einer Kreuz von Platz drei auf eins und verteidigte die Platzierung bis ins Ziel, das direkt vor dem Clubhaus der Gastgeber aufgebaut war. Die Spannung entlud sich auf dem Steg des NRV im Jubel der Zuschauer und Freudengeschrei an Bord des Siegerbootes. Hinter den knapp geschlagenen Hamburgerinnen um Silke Basedow landeten die Schweizer SVT Ladies um Mara Bezel auf Rang drei.

Katharina Fegebank, Hamburgs zweite Bürgermeisterin und Schirmherrin des Helga Cups, würdigte bei der Siegerehrung nicht nur die Sieger, sondern freute sich über alle teilnehmenden Teams – von den ganz Kleinen, die im Opti beim Fräulein Helga Cup schon mal ins Geschehen hineinschnupperten, bis zu den ganz Großen. Den Überraschungssieg des NRV-Teams sah Fegebank als eine „richtige Hamburger Geschichte“.

„Die größte Frauen- und Mädchenregatta der Welt, hier in Hamburg, das ist ein ganz starkes Signal für die Sportstadt, aber auch für die Frauen“, freute sich Katarina Fegebank. Zusammen mit der Namenspatin Helga Strelow übergab Fegebank den Siegerinnen, Nicola Parlow, Claudia Langenhan, Anika Pohlenz und Melanie Schum jeweils eine speziell gefertigte Helga Cup Uhr aus dem Hause Mühle Glashütte.

Mit einer Reihe an Sonderpreisen fördert der Cup die Vielfalt der Seglerinnen und schafft ein Forum für alle segelnde Frauen, ob Fahrten- oder Freizeit, Anfänger- oder Profiseglerin. So benannte die Jury das HSC Women’s Team für seinen engagierten Social Media Auftritt inklusive einem leidenschaftlich bespielten YouTube-Channel, auf dem sie regelmäßig Segel- und Trainingstipps geben, zum Sieger des Medienpreises. Als Team der Mitte gewinnen die Lady Lions den neugeschaffenen Mittelpreis von der Mittelmannswerft.

Rund Bornholm im neuen Gewand

Die 270 Seemeilen lange Wettfahrt Rund Bornholm ist ein Langstrecken-Klassiker für die Yachten bei der Warnemünder Woche. Bei der Regatta mit der dänischen Insel Bornholm als Wendemarke ist seglerisches und taktisches Geschick von den Crews gefragt.

Damit der Regatta-Klassiker Rund Bornholm attraktiv für die Segler bleibt, folgen die Veranstalter auch dem Trend zum Wettsegeln mit kleineren Mannschaften. Erstmals wird Rund Bornholm sowohl für single- als auch double-handed Crews ausgeschrieben. Damit werden noch mehr Segler angesprochen, da so der Organisationsaufwand geringer ist, weil keine große Crew zusammengestellt werden muss. Andererseits ist der Schwierigkeitsgrad entsprechend hoch, eine solch lange Regatta alleine oder zu zweit zu segeln. Auch mit einer weiteren Neuerung kommen die Veranstalter den Seglern entgegen: In diesem Jahr startet die Rund Bornholm erstmals nicht wie sonst am Montag, sondern bereits am ersten Sonntag der Warnemünder Woche. Dadurch müssen sich die Teilnehmer einen Tag weniger Urlaub nehmen. Was bleibt, ist die aus dem Vorjahr bekannte und beliebte Wertung für Charteryachten. Unter den an der Rund Bornholm teilnehmenden Yachten ist in diesem Jahr unter anderem die „Tutima“, die mit ihrer reinen Damencrew bei Regatten bereits zahlreiche Erfolge erzielte. Der Streckenrekord stammt aus dem Jahr 2017, als das Team speedsailing auf der Segelyacht „OSPA“ nur 28 Stunden, 34 Minuten und 30 Sekunden für die Strecke benötigte. Siegerin nach gesegelter Zeit war im Jahr 2018 die Yacht „Glashäger“ mit 32 Stunden und elf Minuten. Für die kleineren Yachten im Regattafeld kann sich die Wettfahrt deutlich länger hinziehen, und es vergehen mitunter 50 bis 60 Stunden bis zur Rückkehr nach Warnemünde. Letztendlich steht jedoch für die meisten Teilnehmer der Spaß am Langstreckensegeln im Vordergrund. 

Die neuen Ausschreibungen für eine Einhand- und Zweihand-Wertung gelten auch für alle weiteren Dickschiffregatten der Warnemünder Woche. Den Auftakt für die Hochsegler bildet die Mittelstrecke Mecklenburgische Bäderregatta am ersten Sonnabend der Warnemünder Woche. Am zweiten Wochenende der Warnemünder Woche messen sich die Seesegler an zwei Tagen in bis zu fünf Up & Down-Wettfahrten. Dabei werden mit den großen Yachten kurze Wettfahrten, um einen mit Bojen markierten Kurs gesegelt. Spannende Duelle zwischen den teilnehmenden Booten sind dabei garantiert. 
Die See-Regatten während der Warnemünder Woche:

Mecklenburgische Bäderregatta (Mittelstrecke): 6. Juli 2019
Rund Bornholm (Langstrecke): 7. bis 10. Juli 2019
Up & Down-Wettfahrten: 13. bis 14. Juli 2019

300 Frauen singen ein Geburtstagsständchen

Staatsrat Christoph Holstein gab um 13.30 Uhr den ersten Startschuss zum Helga Cup 2019. Über 300 Frauen aus zehn Nationen suchen seitdem bis Sonntag auf der Alster ihre Besten. Am Abend eröffnet Senator Andy Grote die weltweit größte Frauenregatta offiziell und bekommt zum Dank von über 300 Frauen ein Geburtstagsständchen.


Staatsrat Holstein gibt den ersten Startschuss zum Helga Cup 2019. Foto: Lars Wehrman

Die Alster präsentierte sich zum Start des Helga Cups 2019 unter blauem leicht bewölktem Himmel und mit frischem Wind als der perfekter Segelspot. Eine Atmosphäre, die auch Staatsrat Christoph Holstein begeisterte: „Es war wirklich ein sensationell schöner Termin!“ 

Auf insgesamt drei Bahnen gingen knapp 80 Teams an den Start und nach jeweils zwei Läufen wurde gewechselt, damit am Ende alle Crews möglichst viele Rennen gesegelt sind. Die pausierenden Crews netzwerkten an Land und freuten sich, diese einmalige Atmosphäre zu leben. ‚Sailing women only‘ – ein Bild, das es so nirgends gibt und gerade deswegen so besonders ist.

Diese Besonderheit, diese Dynamik und dieses vielfältige aktive Bild des Helga Cups waren es dann auch, die Senator Andy Grote ganz besonders in seiner Eröffnungsrede betonte. »Der Helga Cup ist aus meiner Sicht eine ganz wichtige Veranstaltung, unter anderem auch weil wir so mit dem Cup eine jährliche große Highlight – Segelveranstaltung auf der Außenalster bekommen.« »Wir haben, so Grote, diese phantastische Wassersportfläche mitten im Herzen der Stadt und hier wollen wir unsere Active City eben auch als Wassersporthauptstadt profilieren.« In der bunten aktiven Welt des Helga Cups, mit unterschiedlichsten Teams aus den unterschiedlichsten Segelbereichen, aus den unterschiedlichsten Nationen und unterschiedlichsten Gegenden Deutschlands sieht Grote ein weiteres Potential für die Stadt Hamburg: »Mit dieser Veranstaltung bekommen wir großartige Bilder, die den Segelsport inmitten der Stadt richtig in Szene setzen werden.«
 Den passenden Groove dazu untermalte Frank Schönfeld mit einem eigenen Helga Cup Song, den er an diesem Abend das erste Mal vorstellte und den die Seglerinnen mit „Helga, genau so soll es sein“ gern übernahmen. 


Der singende Pirat Frank Schönfeld. Foto: gel

Warnemünder Woche: Weltmeisterschaften und Europa Cup

J/22 WM: Kielboot-Regatta auf Weltniveau

Die Weltmeisterschaft der J/22 startet am Eröffnungswochenende der Warnemünder Woche, 6./7. Juli, mit den Pre-Worlds: Dabei hat das internationale Starterfeld Gelegenheit, sich mit dem Segelrevier vor Warnemünde vertraut zu machen. Im Anschluss folgen die Vermessung und am Dienstag, 9. Juli, das Practice Race. Bei der Vermessung geht es darum, dass das von den Teilnehmern verwendete Material den Klassenvorschriften entspricht. Der Startschuss für die J/22 Weltmeisterschaft fällt am darauffolgenden Mittwoch. Die Wettfahrten der WM enden am Sonnabend, 13. Juli. Während der Weltmeisterschaft haben die J/22-Segler ihre Basis auf der Hohen Düne, der von Warnemünde aus gesehen anderen Seite der Warnow. Die J/22 ist eine der weitverbreitetsten Kielboot-Klassen der Welt, bekannt für sportliche Segeleigenschaften unter Spinnaker, leichtes Handling und Langlebigkeit. Entworfen hat das stabile Kielboot aus einer Balsaholzkern-Konstruktion der amerikanische Konstrukteur Rod Johnstone. Seit 1982 wurde die J/22 mehr als 1.600 Mal von der Firma J-Boats beziehungsweise Lizenznehmern gebaut. Die größte Verbreitung hat die J/22 in den USA. In Europa ist die Bootsklasse besonders in den Niederlanden und Deutschland stark vertreten. Die vorherige Weltmeisterschaft fand in Annapolis in den USA statt.

Surf-Raceboard WM: Schnell, schneller, Raceboards

Für die Raceboarder sind die Bedingungen vor Warnemünde optimal. © Robert Hajduk

Zehn Jahre ist es her, dass die Raceboarder mit ihrer Weltmeisterschaft in Warnemünde zu Gast waren. Zur 82. Warnemünder Woche kehren die Windsurfer zurück und tragen ihre Raceboard World Championship aus. Ziel ist es, den Meldestand aus dem Jahr 2009 mit 114 Startern aus 15 Nationen zu übertreffen. Raceboards sind zwischen 2,70 und 3,80 Meter lang und meist zwischen 12 und 16 Kilogramm schwer. Die Segelfläche beträgt maximal 9,5 Quadratmeter. Gesurft wird bis zu einer Windgeschwindigkeit von 35 Knoten. Die Raceboarder freuen sich, aus der Poleposition unter den Eventstandorten der Warnemünder Woche zu starten: Direkt neben der Sport Beach Arena geht es für die Windsurfer vom Warnemünder Strand aus auf das Wasser, so dass die Zuschauer die Wettfahrten bestens verfolgen können. Die Raceboard Weltmeisterschaft läuft während der gesamten Warnemünder Woche vom 6. bis 14. Juli. Die offizielle Eröffnung der Weltmeisterschaft findet am ersten Sonnabend der Warnemünder Woche statt, die Finalrennen sowie die anschließende Preisverleihung auf der großen NDR-Bühne sind für Donnerstag, 11. Juli, geplant. An den Folgetagen starten die Windsurfer im Raceboard Nations Cup Warnemünde.

Laser Europa Cup: Solosegler auf Europatour

Der Laser 4.7 ist eine der drei Laser-Regattaklassen im Europa Cup. © Pepe Hartmann

Eine sehr beliebte Einhandklasse, die bei der 82. Warnemünder Woche Regatten segelt, ist die der Laser. Warnemünde ist der deutsche Tourstopp beim Laser Europa Cup, der aus insgesamt zehn Veranstaltungen in ganz Europa besteht. Vor der Warnemünder Woche fanden bereits Rennen in Slowenien, der Schweiz, Frankreich, Italien, Norwegen, den Niederlanden sowie Bulgarien statt. Nach der Regatta in Warnemünde folgen bis Ende des Jahres weitere Europa-Cup Serien in Ungarn und Kroatien. In Warnemünde gilt es für die Segler, wichtige Punkte für den Europa-Cup zu sammeln. Die olympische Bootsklasse Laser ist besonders bei jugendlichen Seglern sehr beliebt. Bei den Wettfahrten wird nach Jahrgängen in verschiedenen Altersklassen sowie nach Mädchen und Jungen unterschieden. Die Laser-Jolle mit ihren verschiedenen Rigg-Größen und unterschiedlichen Segelgrößen bietet ideale Voraussetzungen für Segler jedes Alters. Altersmäßig ist nach oben keine Grenze gesetzt. Gestartet wird in den drei Klassen Laser Standard, Laser Radial und Laser 4.7. Vor Warnemünde werden die Laser-Segler eines der größten Felder stellen. Sie segeln vom 11. bis 14. Juli und haben ihren Standort auf der Mittelmole, im Herzen Warnemündes.

Compass-Sommerfest in Ascheberg und Hamburg

Ein interessantes Programm rund um den Wassersport, einen lohnenswerten Schnäppchenmarkt und attraktive Rabatt-Aktionen – das bieten wieder die traditionellen Compass-Sommerfeste in den Maritim-Shops Hamburg und Ascheberg.

Wer heute und am morgigen Samstag, den 15. Juni, die großen Wassersportzentren von Europas größtem Versandhaus für Motorboot und Segelsport besucht, kann viele Neuheiten ausgiebig testen, sich informieren und kompetent beraten lassen.

Ob Navigationselektronik, Ölzeug oder innovative Funktionsmode – man kann alles in Ruhe aus- und anprobieren. Das macht die Wahl der richtigen und sinnvollen Ausrüstung für den Sommer wesentlich leichter, viele einmalige Sparaktionen schonen dabei noch die Bordkasse. Das Sommerfest ist also eine gute Gelegenheit, alles Nötige für die ganze Saison zusammenzustellen.

Und für das leibliche Wohl beim ausgiebigen Stöbern wird auch gesorgt sein.

Öffnungszeiten:     

Freitag   14.06.2019: 10.00 – 19.00 Uhr

Samstag 15.06.2019: 10.00 – 16.00 Uhr

Compass-Maritim-Shop Ascheberg

Lüdinghauser Straße 34

59387 Ascheberg


Compass-Maritim-Shop Hamburg

Kieler Straße 143

22769 Hamburg

Zwei deutsche Teams: Herrmann und OTG

Ein Jahr später steht das Ocean Race auf seinem Programm. Das unter dem Namen Whitbread Round the World Race entstandene und als Volvo Ocean Race bekannt gewordene Rennen wird mit Mannschaften über mehrere Etappen ebenfalls rund um die Welt gesegelt und gilt genauso als Kronjuwel im Hochsee-Kalender. Der Hamburger hat für den Start mit einer jungen, deutsch-internationalen Mixed-Crew auf der 18 Meter langen, deutschen IMOCA-Open60-Yacht „Malizia“ bereits beim Veranstalter gemeldet und wurde als Teilnehmer offiziell akzeptiert und registriert. Mit dem Offshore Team Germany knnte es somit zwei Teilnehmer unter deutscher Flagge geben. Eigentlich fehlt nur noch ein deutsche Zwischenstopp.

Boris Herrmann hat große Pläne mit der “Malizia”: Erst Vendee Globe, dann The Ocean Race. Foto: Martin Messmer Team Malizia.

„Das Volvo Ocean Race wurde zur Legende und gehört neben der Vendée und dem Americas Cup sowie den Olympischen Spielen zu den ‚großen Vier‘ im Segeln. Nun heißt es ‚The Ocean Race‘ und ist damit auch für unseren deutschen Automobilpartner BMW potentiell attraktiv“, sagt Herrmann, der seit zwei Jahren im Exekutivkomitee der IMOCA-Klasse maßgeblich daran mitgewirkt hat, dass die modernen Open60-Boote zukünftig auch im Ocean Race starten. Und weiter: „Dies ist eine einmalige Chance für uns und den gesamten Segelsport in Deutschland.“

„Fantastisch, Hermann und sein Team dabei zu haben“

„Es ist fantastisch, Boris Herrmann und das Team Malizia willkommen zu heißen, nachdem sie die ersten Schritte für eine Teilnahme an der Ausgabe 2021-22 von The Ocean Race gegangen sind. Als registriertes Team haben sie bei ihrer Vorbereitung Zugang zu unseren unterstützenden Ressourcen seitens des Regattaveranstalters“, freut sich Richard Mason, Organisationschef vom The Ocean Race. Deutschland habe eine kurze, aber eindrucksvolle Historie in diesem Rennen mit dem Gesamtgewinner illbruck Challenge in 2001-02. „Boris hat mit seinem vollen Hochseeregattaprogramm bis zum Start von The Ocean Race eine gute Ausgangsposition, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Sein Team ist außerdem ein starker Botschafter für den Meeresschutz und Nachhaltigkeit, welche auch im Fokus des Events The Ocean Race der Zukunft stehen“, so Mason.

Seit dem Sieg der Leverkusener illbruck Challenge vor 20 Jahren hat kein deutsches Team mehr an der Weltregatta teilgenommen. Die nächste Route soll wieder länger durchs Südpolarmeer und dann mit mehreren Stopps zurück nach Europa führen. Das erhöht die Attraktivität für Fans und Sponsoren gleichermaßen. Gestartet wird im Herbst 2021 in Alicante/Spanien, das Ziel liegt im Sommer 2022 in Europa. Die exakte Route mit den Etappenhäfen soll in Kürze bekanntgegeben werden.

Foils und Einheitsmast Voraussetzung

„Mit der ‚Malizia‘ hat unser Team ein hochgradig optimiertes Boot als Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme“, so der Skipper. Nicht jedes IMOCA-Open60-Boot wird zum Ocean Race zugelassen. So müssen sie mit Foils (seitliche Tragflächen statt Steckschwerter) der neusten IMOCA-Generation ausgestattet sein sowie mit einem von der Klasse vorgeschriebenen Einheitsmast segeln. „Diese Kriterien erfüllt die ‚Malizia‘ derzeit als einzige deutsche Yacht“, so Boris Herrmann.

Die 18,26 Meter lange und 5,50 Meter breite Rennyacht wurde 2015 als einer der ersten Open 60 für das französische Gitana-Team nach neuster Technologie mit Foils gebaut. Zwei Jahre später erwarb der mit Boris Herrmann befreundete Stuttgarter Immobilienunternehmer Gerhard Senft das Boot für das Team Malizia. Seitdem ist die Yacht im Hamburger Schiffsregister eingetragen und fährt unter deutscher Flagge.

Die Stranderin Susann Beucke plant dabei zu sein. Esrt die Olympischen Spiele 2020 in Japan, dann mit der “Malizia” bei The ocean race. Foto: Elisa Chohadzieva – Team Malizia

Yacht Club de Monaco sichert Vendée Globe

Bei der vierjährigen Vorbereitung auf die Vendée Globe, gern als Mount Everest der Meere bezeichnet, wird Herrmann maßgeblich vom Yacht Club de Monaco (YCM) unterstützt. Sein Segelfreund Pierre Casiraghi, ältester Sohn von Prinzessin Caroline von Monaco, ist YCM-Vizepräsident und Teamgründer. Zu zweit segelten der Deutsche und sein monegassischer Co-Skipper ihr erstes gemeinsamen Rennen des Jahres am Donnerstag (14. Juni) beim 67. Giraglia Rolex Race von Saint Tropez in Frankreich um den Giraglia-Felsen im Norden Korsikas nach Monaco. Für die 241 Seemeilen brauchten sie nur 20 Stunden und gut 40 Minuten. Auch das legendäre Rolex Fastnet Race am 3. August in England werden sie gemeinsam bestreiten.

„Die Partnerschaft mit Monaco ist außergewöhnlich und stellt die erste deutsche Teilnahme an der Vendée finanziell sicher“, dankt Boris Herrmann sowohl dem Club als auch dem Fürstentum insgesamt. Derzeit arbeiten im Team Malizia acht internationale Experten in Vollzeit unterstützt von mehreren freien, professionellen Beratern. Das Budget ist im Vergleich zu anderen Top-Kampagnen klein, hat es aber bereits auf den zweiten Platz der IMOCA-Weltrangliste geführt.

Partner aus der Wirtschaft für die Zukunft

Ungeachtet der Unterstützung durch den YCM sucht das Team Malizia einen starken Partner aus der Wirtschaft, der den Weg auch ab sofort über den Sommer 2021 hinaus mit ihm gehen will. The Ocean Race ist dabei nach der Vendée der nächste Meilenstein. Das Weltrennen mit zahlreichen Etappenstopps bietet global operierenden Unternehmen einzigartige Hospitality-Möglichkeiten und eine breite Sichtbarkeit ihrer Marken auf den wichtigsten Märkten. Seit der Gründung vor vier Jahren hat Boris Herrmann, der 2008-09 als erster deutscher Skipper ein Rennen um die Welt gewann (Portimaõ Global Ocean Race mit Felix Oehme) und mit 47 Tagen schnellster deutscher Weltumsegler ist, sein Team sportlich etabliert und in der Weltspitze positioniert.

Zuverlässigkeit ist das A und O

In zehn Hochseeregatten mit dem Open 60, von denen keine einzige aufgegeben werden musste, landete der Skipper allein oder mit Crew immer unter den besten Sechs. Aufaddiert ist der Team Malizia bis heute schon zweimal um die Welt gesegelt und hat damit mehr Erfahrung gesammelt, als alle Konkurrenten. Herrmann: „Wir wollen nächstes Jahr das zuverlässigste Schiff am Start haben. Das ist die Grundlage für einen soliden Erfolg.“

Obwohl die Konzentration derzeit der Vorbereitung des Einhand-Olymps gilt, agiert das Team Malizia zwischendurch auch immer wieder in Crewstärke. 2018 gewann Boris Herrmann mit einer fünfköpfigen Mannschaft aus Norddeutschland das Atlantic Anniversary Race als schnellstes Schiff im Ziel vor Cuxhaven und stellte beim ersten Rennen mit dieser Crewstärke auf einer IMOCA-Open60-Yacht eindrucksvoll unter Beweis, dass die Klasse hierfür ideal geeignet ist. Anschließend wurde das 150-jährige Bestehen des Norddeutschen Regatta Vereins (NRV) mit einem vielbeachteten Auftritt nahe der Elbphilharmonie in Hamburg gefeiert.

49er-FX-Seglerin Susann Beucke an Bord

Vor kurzem ging erstmals die 49er-FX-Seglerin Susann Beucke aus Strande für drei Kurzwettfahrten mit an Bord und unterstrich ihre Ambitionen im Hochseesegeln. „Mein erster Einsatz auf der ‚Malizia‘ war überwältigend. Der Teamspirit ist fantastisch, und ich habe viel über das Hightech-Boot gelernt. Das wird gar nicht so einfach, aufs Skiff zurück zu gehen“, schwärmte Susann Beucke. Nach ihrer Olympiakampagne für Tokio 2020 will sie ins Hochseesegeln wechseln. „Susann hat das Zeug, mit uns beim Ocean Race dabei zu sein“, lobte Herrmann das erste Gastspiel, momentan ist sie in meinen Augen die qualifizierteste deutsche Kandidatin.“

Unvergessen: “Malizia vor der Hamburger Elbphilharmonie. Foto: Martin Messmer – Team Malizia.

Segeln für den Klima- und Meeresschutz

„Nur schnell zu segeln, ist aber nicht genug“, betont Boris Herrmann immer wieder, „wir Profis müssen mehr tun und hinter einer Mission stehen.“ Seine gilt dem Klima- und Meeresschutz. Die Kampagne Malizia Ocean Challenge beschäftigt sich sowohl wissenschaftlich als auch pädagogisch mit dem Klimawandel. In Kooperation mit weltweit führenden Einrichtungen, unter anderem dem Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Meeresforschung in Kiel, wird auf allen Routen der Kohlendioxyd- und Salzgehalt der Weltmeere gemessen, um dessen Bedeutung für die Klimaerwärmung zu analysieren. Dafür hat die „Malizia“ ein eigenes Ozeanlabor, ein hochentwickeltes Messsystem mit einem speziellen Sensor, in die Bordtechnik aufgenommen.

Parallel läuft in mehreren Ländern, darunter auch in Deutschland, ein Schulprogramm, das Kinder im Alter zwischen acht und 14 Jahren frühzeitig für Themen zum Umwelt- und Meeresschutz sensibilisiert. Bislang nahmen schon 4.500 Mädchen und Jungen an den Seminaren teil. Lehrer und Schüler können sich über die Website myoceanchallenge.org für eine kostenlose Teilnahme an dem Programm bewerben.

Preisgekrönt zur Klimawoche nach Hamburg

Im Januar wurde das Projekt auf der Messe boot in Düsseldorf von Fürst Albert II. von Monaco und der Hamburger Meeresstiftung mit dem Ocean Tribute Award ausgezeichnet. Nächster großer, öffentlicher Auftritt wird die Klimawoche Ende September in Hamburg. Am 27. September wird Birte Lorenzen, im Team Malizia zuständig für den pädagogischen Teil, zusammen mit Peter Landschützer vom Max-Planck-Institut und Boris Herrmann eine Großveranstaltung für 400 Hamburger Schulkinder zum Thema Klimawandel und Ozeane anführen.

Boris Herrmann treibt das Thema Nachhaltigkeit nicht nur mit der eigenen Malizia Ocean Challenge voran, sondern ist auch Beauftragter der IMOCA-Klasse zu dem Thema. Er koordiniert die Abstimmung mit The Ocean Race, für das alle Yachten mit einem baugleichen Hochseelabor ausgestattet werden sollen, wie es die „Malizia“ bereits seit vorigem Sommer an Bord mitführt.

DSV unterstützt OTG


Nach ersten Testfahrten vor der südenglischen Küste ist der Imoca Open 60 des OTG inzwischen auf dem Überführungstörn nach Kiel zur Taufe am 21. Juni. Foto: OTG

Als ideeller Partner wird der Deutsche Segler-Verband (DSV) die Kampagne des Offshore Team Germany (OTG) für die Teilnahme am „The Ocean Race 2021/22“ (TOR) begleiten, den Auftritt des OTG über seine Kanäle fördern und mit der gemeinsamen Bündelung des Know-hows daran arbeiten, dass sich für deutsche Spitzensegler langfristige Perspektiven im Segelsport ergeben.

Seit der Gründung der Kampagne vor rund zweieinhalb Jahren transportiert das Offshore Team Germany den Claim #madeingermany. Dabei geht es nicht nur darum, zukünftig deutscher Technik eine Präsentationsplattform zu bieten. Vielmehr soll auch deutschen Nachwuchsseglern aus dem olympischen Bereich die Tür zum professionellen Hochseesegeln geöffnet werden. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Offshore-Segeln in 2024 olympisch werden soll, rückt eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Offshore- und dem olympischen Segeln wieder in den Fokus.

Mit dem ehemaligen 470er-SeglerMorten Bogacki, der im September für das Offshore Team Germany das Mini Transat bestreiten wird, sowie dem ehemaligen Finn-Junioren-Weltmeister Phillip Kasüske und dem aktuellen 49er-WM-Dritten Fabian Graf werden bereits drei Athleten aus Olympiaklassen in das OTG integriert. Doch gerade das Format des „The Ocean Race“ als Etappen-Rennen rund um die Welt bietet die Möglichkeit, auf den Positionen zu rotieren und so sechs bis acht Deutsche in das Team für 2021/22 aufzunehmen.

„Die Kooperation mit dem Offshore Team Germany ist für den Deutschen Segler-Verband aus verschiedenen Sichtweisen von besonderer Bedeutung. Zum einen ist die Emotionalisierung, die mit einer Teilnahme am Ocean Race einhergehen würde, hervorragend geeignet, um dem Segelsport mehr mediale Aufmerksamkeit zu bescheren. Zum anderen lässt sich bei unseren Athleten eine Begeisterung schüren, die weit über den Jugendbereich oder eine olympische Kampagne hinausreicht“, sagt DSV-Präsidentin Mona Küppers und führt weiter aus: „Es ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Denn das OTG kann auf gut ausgebildete Kadersegler zurückgreifen, und mit Sicht auf Olympia 2024 können wir gemeinsam an einem erfolgreichen Offshore-Auftritt arbeiten.“

Auch Jens Kuphal, Teammanager des Offshore Team Germany, freut sich über den gemeinsamen Auftritt: „Es war immer unser Ziel, junge, hungrige deutsche Kader-Segler in unsere Kampagne zu integrieren. Dass dies auch vom DSV als Spitzensportverband mit dieser Partnerschaft unterstützt wird, zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Für 2021/22 wollen wir ein Team kreieren, in dem unsere Athleten von international erfahrenen Ocean-Seglern profitieren können. Diese Erfahrung soll dann weiter in den deutschen Segelsport getragen werden. Denn die Teilnahme am kommenden ‘The Ocean Race’ soll nur der Anfang sein. Und mit der neuen Olympia-Disziplin Mixed Offshore tut sich ein komplett neues Spielfeld auf, für das wir schon jetzt sehr geeignete Athleten im Team haben.“

Phillip Kasüske gehört zu den jungen Kaderseglern aus dem Olympiabereich, die nun beim Offshore Team Germany ihre Chance ergreifen. Vor allem seine Kraft am Grinder ist an Bord der „GER 21“ gefragt. Foto: OTG

Allen voran ist damit Robert Stanjek gemeint. Der Mitinitiator der OTG-Kampagne und Skipper des Imoca Open 60 „GER 21“, hat bereits 2012 mit dem sechsten Platz im Starboot seine Olympiaklasse bewiesen und kann mit zwei Siegen beim berühmten Fastnet Race auch schon erste Offshore-Erfolge aufweisen.

Jetzt will er mit einer TOR-Teilnahme einen der Gipfel des Segelsports erklimmen. „Im Segelsport gibt es drei Leuchttürme: Olympia, der America’s Cup und das Ocean Race. Der America’s Cup ist für ein deutsches Team aktuell nicht realistisch. Offshore und Olympia rücken enger zusammen, daher ist eine Teilnahme am ‘The Ocean Race’ eine großartige Möglichkeit, um sich vielseitig zu schulen. Ich freue mich, auf diesem Weg junge deutsche Segler mitnehmen zu können“, sagt Stanjek. Durch seine monatelange Ausbildung beim niederländischen Volvo-Ocean-Race-„Team Brunel“ unter Bouwe Bekking weiß er, dass auf hoher See der komplette Segler geformt wird.

Morten Bogacki ist nach seinem Engagement im olympischen Bereich bereits vom Hochsee-Fieber gepackt und sieht neben dem Mini-Transat und dem „The Ocean Race“ für 2024 nun ganz neue Perspektiven: „Mit der Entscheidung des Weltseglerverbandes für die Spiele in Paris und Marseille sieht man, dass Offshore Trend ist. Für mich ist es nach dem Segeln im olympischen Bereich und dem Einstieg ins Offshore-Segeln perfekt, dass nun dieser Bogen geschlagen wird“, sagt Bogacki und ergänzt: „Aber unabhängig von der Disziplin Mixed Offshore sieht man immer wieder, dass es nicht verkehrt sein kann, links und rechts zu schauen. Die Verzahnung zwischen den verschiedenen Segel-Disziplinen ist wichtig und sorgt dafür, dass die Segler vielfältig einsetzbar sind.“

In diese Kerbe schlägt auch Finn-Junioren-Weltmeister Phillip Kasüske, der sich nach den ersten Testfahrten auf der „GER 21“ als die Kraftmaschine im Team hervorgetan hat: „Für mich ist das wie eine Ausbildung, und ich versuche mich so einzubringen, wie es für das Team am besten ist. In der Finn-Klasse bin ich bis zur Weltmeisterschaft auf allen Ebenen gesegelt. Jetzt ist es gut, auch mal einen anderen Input zu bekommen und seinen Horizont zu erweitern. Gemeinsam mit den Profis den Imoca Open 60 kennenzulernen, ist ein unglaublich spannender Lernprozess. Das kann ich nur jedem empfehlen.“ Für 2020 gibt es für Phillip Kasüske noch eine kleine Chance zur Olympia-Teilnahme, danach will er sich voll dem neuen Beschäftigungsfeld im Segelsport widmen.

Mit Fabian Graf hat Teamkapitän Robert Stanjek einen weiteren Segler aus dem Nationalkader des German Sailing Team in den Fokus genommen. Auch wenn für den 49er-Vorschoter das olympische Segeln an erster Stelle steht, so hat er in seiner eigenen Klasse doch internationale Vorbilder, dass paralleles Agieren möglich ist. „Das Ocean Race habe ich schon immer verfolgt. Und besonders aufregend war es bei der letzten Auflage, als die 49er-Olympiasieger Peter Burling und Blair Tuke mit am Start waren. Mit dem Offshore Team Germany tun sich nun neue Perspektiven auf. Bisher war es für deutsche Segler nur möglich, mit einer Olympiamedaille im Profibereich eine Chance zu bekommen. Jetzt gibt es einen weiteren Weg“, sagt Graf und erklärt, wie er sich in die Offshore-Kampagne einbringen könnte: „Ich bin sehr vielseitig, kann mich unterordnen, habe in einigen Bereichen aber auch einen guten Blick, der ein wichtiger Input sein kann.“

Bei der Taufe der „GER 21“ in Kiel am 21. Juni, der Teilnahme am Welcome Race zur Kieler Woche am 22. Juni und schließlich der ersten großen Regatta-Herausforderung, dem Fastnet Race (Start: 3. August vor der südenglischen Isle of Wight), wird sich nicht nur der DSV an der Seite des OTG präsentieren, sondern auch die jungen deutschen Akteure die Chance haben, auf dem Imoca Open 60 Erfahrung zu sammeln.

Frauen-Crews ermitteln ihre Besten

84 Frauencrews ermitteln ab Freitag ihre Besten. Foto: Sven Jürgensen

84 nationale und internationale Frauencrews treffen sich inmitten der active city Metropole Hamburg zum Helga Cup 2019. Die vom Norddeutschen Regatta Verein auf der Außenalster veranstaltete Regatta findet vom 14. bis 16. Juni statt und zählt offiziell zu den Top Ten Events der Stadt Hamburg.

Der Helga Cup fand 2018 zum ersten Mal statt und war aus dem Stand so erfolgreich, dass er schon in seinem ersten Jahr zur weltweit größten Frauenregatta avancierte. Dabei ist der Cup mehr als »nur« eine Regatta: kombiniert mit den verschiedensten Aktionen, die vor und nach dem Cup stattfinden, mit bundesweiten Trainingsangeboten und Regattaworkshops ist der Helga Cup eine Initiative, die die Frauen das ganze Jahr begleitet und an deren Ende ein Segelfest mit ganz besonders viel guter Laune und einem ganz speziellem Groove steht. Unter dem Motto #thinkHelga will der Cup segelnde Frauen sichtbar machen, mitsegelnden Frauen Mut machen und nichtsegelnde Frauen fürs Segeln begeistern. In diesem Jahr ließen sich fast 360 Frauen von dieser Idee anstecken. Sie alle kommen nun nach Hamburg, um hier mehr als »nur« ihre Besten zu suchen.

Attraktiv, vielschichtig und natürlich rein weiblich liest sich entsprechend die Teilnehmerinnenliste des 2. Helga Cups – sie birgt eine bunte Mischung aus Profi- und Amateurteams, aus Fahrtenseglerinnen, Regattaseglerinnen und Freizeitseglerinnen, mit Frauen aller Altersklassen – vom jungen Schülerinnenteam bis hin zu deutlich lebenserfahreneren Frauenteams, die für das dreitägige Segelfest von überall anreisen. Je zwei Teams kommen aus den USA, Schweden und der Schweiz, vier Teams aus Dänemark und je ein Team aus den Niederlanden, Österreich, Spanien, Ungarn und Italien. Unter den Teilnehmerinnen sind viele hochkarätige Seglerinnen, die mitunter auch auf olympische Laufbahnen zurückblicken oder wie im Falle des DSV Teams »GST-full on« mittendrin stecken, bzw. noch vor sich haben. 

Sie schenken sich nicht beim Helga Cup. Foto: Sven Jürgensen

Den ersten Startschuss zum Helga Cup wird Staatsrat Christoph Holstein am Freitag um 13:30 Uhr übernehmen, bevor der Cup dann am Freitagabend gegen 20:00 Uhr offiziell von Senator Andy Grote eröffnet wird. Eine besondere Überraschung wird das eigens konzipierte Helga Cup-Lied sein, das hier erstmals vorgestellt wird. 

Bis Sonntag segeln die Teams im Modus jedes gegen jedes viele sehr kurze Rennen. Die konkreten Bahnlosungen und Teamkombinationen stehen in einer Pairing-Liste, die am Freitag den Crews zugelost werden. Je besser dann die Platzierung in den jeweiligen Rennen, desto weniger Punkte sammeln die Teams.
Am Sonntag um 12:30 Uhr wird eine Art ‚Schlussstrich‘ gezogen und gerechnet. Die acht Teams mit den dann wenigsten Punkten segeln schließlich direkt vor dem NRV ein Finalrennen um den Sieg – das Medalrace.

Um die ganz besondere Helga Cup Stimmung und die Begeisterung fürs Frauensegeln auch raus in die Welt zu tragen, werden die Rennen von sailtracks live übertragen und moderiert. 

Unter www.helgacup.de oder auch auf dem YouTube Channel des Helga Cups kann der Cup am Freitagabend sowie am Samstag und Sonntag von 12 bis 16 Uhr unmittelbar miterlebt werden. Zudem wird es jeden Abend einen Highlight-Film geben. 

Mit Videobloggerin Nike Steiger werfen »die Helgas« am Samstag nach dem Segeln einen Blick in regattaferne Segelwelten: Die Lüneburgerin wird in ihrem Vortrag „untie the lines“ von ihrem gelebten Traum als Einhand-Seglerin in der Karibik erzählen. 

Umgekehrt werfen auch prominente Frauen außerhalb der Segelszene einen Blick in den Helga Cup und seine Frauensegelinitative #thinkHelga: Am Sonntag wird die bekannte TV-Journalistin Corinna Lampadius-Bodenstab den Cup als Moderatorin vor Ort unterstützen und bei der Siegerehrung mit dabei werden sein Schauspielerin Barbara Auer, Hamburgs zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Sandra Reichel vom ATP Traditionsturnier Hamburg Open und last but not least natürlich auch Helga Strelow, Stifterin der ersten J70 im NRV und darüber dann Namensgeberin der gesamten Veranstaltung. Neu in 2019 ist, dass mit der Stiftung Mammazentrum erstmals auch ein Charity Projekt als Partner mit dabei ist. 

Während der Veranstaltung stehen Presseboote zur Verfügung. Fotos werden honorarfrei jeden Abend auf www.helgacup.de zur Verfügung gestellt. Pressemitteilungen werden nach dem ersten Tag sowie am Ende der Veranstaltung verschickt.