Archiv der Kategorie: sail24.com

Drohne für Wassersportler

Waterloft, Spezialist für hochwertige Ausstattungen von Segelyachten und Motorbooten sowie innovativen Produkten stellte erstmalig auf der boot Düsseldorf 2020 die PowerEgg X Drohne vor. Ein Produkt, welches seinem Namen mehr als gerecht wird. Es ist nicht nur eine einfache Handkamera, sondern auch eine fliegende Kamera, klein, stabilisiert, wasserdicht, sturmerprobt und mit brillanten Ergebnissen in Bild und Film. Die PowerEgg X liegt wie ein Ei in der Hand, die Kamera verfolgt automatisch das Ziel und ein 3-Achsen-Stabilisator ermöglicht ruckelfreie Aufnahmen. Die herausragende Videokamera zeichnet mit 4K und 60FPS (Bilder pro Sekunde) auf. Die Steuerung der Drohne mit ihren vier Propellern erfolgt über Smartphone und Controller oder Sprachsteuerung in Echtzeit. Die Propellergeräusche sollen die Aufnahme in keiner Weise beeinträchtigen und, für Wassersportler besonders interessant, die PowerEgg X fliegt auch im Regen und bei Wind. Somit sind auch Aufnahmen in unmittelbarer Wassernähe endlich kein Problem mehr. Sogar das Starten und Landen der PowerEgg X auf dem Wasser ist möglich. Spezielle Kufen für das Wasser gehören zum Lieferumfang des Wizard-Pakets dazu. Die PowerEgg X wiegt gerade einmal 552 Gramm und der Akku arbeitet bis zu vier Stunden im Videomodus und über 30 Minuten im Flugbetrieb. Die Größe beträgt 165 mal 100 mal 100 Millimeter. Der Preis für die PowerEgg X Explorer beträgt im Onlineshop 849 Euro. Im Lieferumfang enthalten sind neben der Drohne und der Kamera ein Schutzsack, ein Haltegurt für das Handgelenk, intelligenter Akku, ein Satz Ersatzpropeller sowie Kabel und Ladegerät. Der Preis für die PowerEgg X Wizard beträgt im Onlineshop 1.149 Euro. Dann ist sie zusätzlich zum Explorer mit einem weiteren Satz Ersatzpropeller, einem zweiten Akku, dem Wasserlandungszubehör und einem wasserdichten Gehäuse ausgestattet.

www.waterloft.de

Sunsail geht Partnerschaft mit OceanCare ein

Ziel der Kooperation ist es laut Sunsail, in der Seglergemeinschaft das Bewusstsein für den Meeres- und Artenschutz zu schärfen sowie konkrete Maßnahmen zum Schutz der Meere umzusetzen. Ein gemeinsam aufgestelltes Rahmenwerk hält die wichtigsten Eckpunkte der Vereinbarung fest, darunter auch die Absicht, einen Beitrag zur Erreichung der in der ‚UN Agenda 2030‘ definierten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu leisten.

In einem ersten Schritt erarbeitete Sunsail gemeinsam mit OceanCare bereits einen Leitfaden mit Tipps für einen meeresschonenden Törn, der zukünftig den Reiseunterlagen beiliegt, die jeder Sunsail-Kunde vor Abfahrt erhält. Um Müll, insbesondere Plastik, an Bord zu reduzieren, werden zudem wiederverwertbare Einkaufstüten und Veggiebags, Mehrwegbeutel für Früchte und Gemüse, bereitgestellt.

Nicolas Entrup, Co-Leiter Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare, erklärte: „Wir alle sind Gast im Lebensraum Meer und sollten uns auch als solcher verhalten und somit Verantwortung für die Schönheit der Meere übernehmen. Wir haben mit Sunsail einen starken und stimmigen Kooperationspartner gefunden, mit dem wir die gemeinsamen Ziele sowohl an die Segelcommunity aber auch an andere Stellen mit Begeisterung kommunizieren können, um konkret Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.“

Seenotretter: Trauriges Jubiläum

Für die Seenotretter an Bord der „Alfried Krupp“ ist der 25. Jahrestag des Unglücks ein Tag, an dem sie innehalten. Doch auch an diesem Tag steht der Such- und Rettungsdienst an erster Stelle: Wie stets sind vier Besatzungsmitglieder auf ihrem Posten, wenn ein „Mayday“ reinkommt, um dann genauso selbstverständlich und knapp wie alle Jahre „Wir kommen…“ zu antworten – bei jedem Wetter, rund um die Uhr.

Das Unglück der „Alfried Krupp“war eines der schwersten in der fast 155-jährigen Geschichte der DGzRS. In der sehr stürmischen Nacht vom 1. auf den 2. Januar 1995 waren die Borkumer Seenotretter ausgelaufen, um sich an der Suche nach einem Kollegen der DGzRS-Schwestergesellschaft Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij (KNRM) zu beteiligen. Er war bei einem Einsatz für einen manövrierunfähigen türkischen Frachter über Bord des Seenotrettungsbootes der KNRM-Station Lauwersoog gegangen.

Auf dem Rückweg von diesem Einsatz geriet die „Alfried Krupp“ westlich von Borkum gegen 22.14 Uhr in eine schwere Grundsee. Wie konstruktionsbedingt vorgesehen, richtete sich der Seenotrettungskreuzer anschließend von selbst wieder auf. Maschinist Theo Fischer (51) aus Ditzum war allerdings nicht mehr an Bord. Vormann Bernhard Gruben (53) aus Neuharlingersiel hatte das Manöver im oberen Fahrstand schwer verletzt überstanden. Die Rettungsmänner Diederich Vehn und Bernhard Runde waren ebenfalls verletzt.

Die „Alfried Krupp“ war manövrierunfähig und setzte selbst einen Notruf ab. Ihre Maschinen hatten sich aus Sicherheitsgründen automatisch abgeschaltet. Der Mast war von der Gewalt des Wassers abgeknickt, die Scheiben eingedrückt, Wasser ins Deckshaus eingedrungen.

Ein Such- und Rettungshubschrauber der Marine versuchte, die Seenotretter vom Vorschiff der „Alfried Krupp“ abzubergen. Doch es gelang ihnen nicht, das rettende Seil mit der Schlinge zu greifen. Vormann Gruben schickte seine Männer zurück ins sichere Deckshaus. Ihn selbst riss eine weitere Sturzsee von Bord, die plötzlich über dem Seenotrettungskreuzer zusammenbrach.

Dem Norderneyer Seenotrettungskreuzer „Otto Schülke“ gelang es unter extremen Bedingungen, die „Alfried Krupp“ auf den Haken zu nehmen und nach Eemshaven zu schleppen. Drei Tage lang suchten mehrere DGzRS-Einheiten und andere Schiffe nach den beiden vermissten Seenotrettern – vergeblich. Bernhard Grubens Leiche wurde Ende Februar am Strand von Juist, die des Maschinisten Theo Fischer Mitte August nördlich von Borkum geborgen.

Seit Gründung der DGzRS 1865 sind insgesamt 45 Seenotretter in Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen. Das Unglück der „Alfried Krupp“ hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Mensch auch trotz modernster Technik zuweilen schwächer ist als die Naturgewalten. Der Seenotrettungskreuzer wurde repariert und wieder in Fahrt gesetzt. Seitdem hat er ungezählte weitere erfolgreiche Einsätze gefahren. 2020 wird die „Alfried Krupp“ nach 32 Einsatzjahren außer Dienst gestellt. Die DGzRS ruft alle Freunde und Förderer auf, sich unter spendemanöver.de an der Finanzierung des Nachfolgers „Hamburg“ zu beteiligen. Der Neubau wird am 19. April 2020 an der Elbphilharmonie getauft.

boot Düsseldorf: Auftakt ins neue Wassersport-Jahrzehnt

Messechef Werner M. Dornscheidt: boot mit großer Strahlkraft in die Welt
Messechef Werner M. Dornscheidt resümiert die erlebnisreichen Tage der boot 2020: „Die boot ist über ihren eigentlichen Messecharakter weit hinausgewachsen. Sie ist ein Event mit hoher Innovations- und Wirtschaftskraft, verkörpert jedoch auch die Leidenschaft für den Wassersport in einzigartigem Maße. Die vergangenen Messetage haben gezeigt, was für eine großartige Strahlkraft die boot in die Welt hat.“

boot Director Petros Michelidakis: Alternative Antriebe im Fokus
Mehr als 250.000 Wassersportfans (2019: 247.700) aus 106 Ländern fanden zur boot 2020 den Weg nach Düsseldorf. Davon waren rund ein Viertel internationale Besucher. An der Spitze der Länderstatistik stehen die Niederlande, Belgien, Großbritannien, die Schweiz, Italien und Frankreich, sowie aus Übersee die USA und Kanada. „Dieser hohe Wert an internationalen Besuchern zeigt, dass wir mit dem Konzept der boot für die Zukunft sehr gut gerüstet sind“, erklärt boot Director Petros Michelidakis und ergänzt: „Wir haben hier in Düsseldorf, mitten im nordrhein-westfälischen Binnenland, tatsächlich die international bedeutendste Plattform für den Wassersport geschaffen. Die diesjährige boot hat deutlich die große Innovationskraft der Branche bewiesen. Im Fokus standen alternative Antriebe, Bootsbau aus nachwachsenden Rohstoffen und internationale Projekte für den Meeresschutz.“

BVWW-Geschäftsführer Jürgen Tracht: Meilenstein für den Erfolg der Wassersportwirtschaft
Für die Wassersportwirtschaft ist die boot Düsseldorf 2020 ein Meilenstein zum Erfolg. Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW): „Anfang des Jahres müssen sowohl im privaten als auch im professionellen Wassersportbereich neue Entscheidungen getroffen werden. Die Vielfalt im Angebot der boot bietet sowohl Fachleuten als auch Wassersportfans die größtmögliche Auswahl. Nirgends auf der Welt findet sich solch eine Bandbreite an Segelyachten und Motorbooten. Auch der Einstiegsbereich ist auf der boot mit „start boating“ und „start sailing“ hervorragend repräsentiert“ und er resümiert: „Eine gute boot ist traditionell ein starker Motor für die kommende Wassersportsaison.“

Hohe Zufriedenheitsrate bei den Besuchern
Die boot 2020 erreichte bei den Besuchern eine Zufriedenheitsrate von 96 Prozent. „Die neue, sehr klare und deutliche Hallenaufteilung mit der speziellen Wegeführung für die unterschiedlichen Zielgruppen war ein echter Erfolg. Mit dem ‚Power Walk‘ durch die Hallen 1 bis 9 für Motorbootfans, dem ‚Sailors Walk‘ in den Hallen 15 bis 17, dem ‚Holiday Walk‘ in den Hallen 13 und 14, dem ‚Divers Walk‘ in den Hallen 11 und 12 sowie dem ‚Surfers Hotspot‘ in der Halle 8a konnten die boot Fans ihren individuellen Messerundgang perfekt planen“, freut sich Petros Michelidakis.

Großer Andrang in den Tauchhallen 11 und 12
Gewinner des neuen boot Layouts waren auch die Anbieter von Tauch-zubehör, -reisen und -destinationen. In den Hallen 11 und 12 herrschten beste Bedingungen für Tauchfans. Mehr als 400 Aussteller repräsentierten die internationale Branche nahezu vollzählig. Großer Andrang herrschte am Tauchbecken für Anfänger und dem Tauchturm für fortgeschrittene Taucher. Neue Trends wie das sogenannte „Mermaiding“, das Tauchen wie eine Meerjungfrau, war bei den Besuchern ebenso beliebt wie das spannende Bühnenprogramm mit internationalen Stars wie Pierre-Yves Cousteau und Meeresaktivisten wie Emily Penn oder Hannes Jaenicke.

Messerats-Mitglied Florian Brunner: „Die beste boot seit Jahren!“
Für die Surfbranche ging die boot Düsseldorf 2020 nach neun Tagen mit überwältigendem Erfolg zu Ende. In der stark besuchten Surfsporthalle 8a haben 93 Aussteller aus 17 Ländern rund 100.000 surfinteressierte Besucher mit viel Infotainment und begehrenswerten Mitmach-Events begeistert. Rund 4.500 Surf-Neueinsteiger und Könner sind nach dem Motto „Make your Move“ auf der spektakulären THE WAVE by citywave, im großen Flatwaterpool oder auf der Skimboardbahn selbst aktiv gewesen. Erlebt haben angehende wie erfahrene Brettartisten das Wellenreiten, SUP-Action und SUP-Yoga, Skim- und Wakeboarding, futuristische Foiling-Varianten („Über-Wasser-schweben“) und das Comeback des wieder boomenden Windsurfens. Packende internationale Wettbewerbe mit den Stars der Szene und Ehrungen faszinierten das Publikum. Florian Brunner, CEO und Partner von APM Marketing und Mitglied im Messerat der boot Düsseldorf betont: „Das war die beste boot seit Jahren! Ich bin für die Zukunft sehr optimistisch. Als Trend lässt sich das Comeback des Windsurfings festhalten.“ So klar wie positiv fällt auch das Urteil von Windsurf-Weltmeister Francisco Goya aus Maui, Hawaii aus, der am Stand von TPE Distribution für den Boardsport warb: „Qualität und Quantität der Besucher sind großartig. Sie sind sehr leidenschaftlich und dazu kompetent.“ Karsten Krey, Brand Manager von Liquid Force Germany, freut sich über den Verlauf der boot 2020: „Ich bin seit 40 Jahren auf der boot und kann sagen: Es hat gebrummt! Was für das Wakeboarding einmal Florida war, ist heute die Region hier rund um Düsseldorf. Die boot ist für die Szene das Highlight des Winters!“

Die boot 2021 öffnet vom 23. bis 31. Januar ihre Tore in Düsseldorf. Die ersten Boote und Yachten werden wieder im Dezember über den Rhein anreisen.

Contender-Weltmeister Billerbeck ist Deutschlands Segler des Jahres

Am Ende war es ein knappes Rennen unter den Top-Drei. Mit 23 Prozent der Stimmen setzte sich Weltmeister Max Billerbeck gegen die Pirat-Europameister Frieder Billerbeck/Julius Raithel (22 Prozent) sowie die Nacra15-Vizeweltmeister Jesse Lindstädt/Lisa Rausch (20 Prozent) durch. Auf der Bühne des Sailing Center der boot in Düsseldorf, der weltgrößten Wassersportausstellung, wurden die Top-Drei durch DSV-Präsidentin Mona Küppers sowie die Initiatoren und Unterstützer der Wahl ausgezeichnet.

2019 war das erfolgreichste Jahr in der Segelkarriere des Bootsbauers aus Elmshorn. Ein Jahr, in dem für den Taktik- und Trimm-Spezialisten alles zusammenpasste. Schon zur Deutschen Meisterschaft im Mai hatte er die Konkurrenz fest im Griff, und zur WM im Juli gelang dann der große Coup, auf den die deutsche Contender-Flotte seit 2005 gewartet hatte. Anders als gewohnt präsentierte sich der WM-Ort in Quiberon/Frankreich mit leichten und mittleren Winden, und Billerbeck startete sofort mit einem Tagessieg und einem dritten Platz in die Weltmeisterschafts-Serie. Als er sich dann aber im dritten Rennen eine Frühstart-Disqualifikation einhandelte, kamen kurz Zweifel auf: „Ich dachte: Sch…, läuft es jetzt wieder so wie in den vergangenen Jahren? Aber ich habe das abschütteln können und schnell wieder in die Spur gefunden“, berichtete Billerbeck. In der Tat, denn ein weiterer Tagessieg und drei zweite Plätze in Folge sprachen eine klare Sprache für den Sportler vom WSV Kollmar, der souverän den WM-Titel gewann und sich dann bei der Abstimmung zum Segler des Jahres in einem Bruder-Duell dursetzte. „Das habe ich nicht erwartet und auch erst spät mitbekommen, dass es so gut für mich lief.“

Sein sieben Jahre jüngerer Bruder Frieder Billerbeck freute sich, ihm nicht nur bei der Wahl, sondern auch im Fernduell auf dem Wasser auf Augenhöhe zu begegnen. „Zu unserer Europameisterschaft in der Türkei hatten wir sehr leichte Winde, was uns gar nicht so liegt. Aber es war ein Revier mit viel Strömung. Und das sind wir von der Elbe gewohnt“, berichtete der Segler der SV Wedel-Schulau von einem souveränen EM-Titelgewinn bei den Piraten.“ Für Vorschoter Julius Raithel war es eine besondere Freude, dass der Erfolg auch durch die Fans, insbesondere die sehr aktive Piraten-Gemeinschaft honoriert wurde: „Toll, dass diese Wahl ins Leben gerufen wurde. Das hat in den vergangenen Jahren gefehlt.“

Die Fan-Abstimmung zum/zur Segler/in des Jahres war für 2019 eine Premiere, die aus den Wahlen zu den Segler/innen des Monats resultierte. Dabei stehen die erfolgreichen Athleten unabhängig ihrer Bootsklasse zur Wahl. Und so schaffte es dann auch eine Frau in den Reigen der Top-Drei-Prämierten. Lisa Rausch hatte in Düsseldorf ein Heimspiel. Die Athletin des Düsseldorfer YC hatte sich erst im vergangenen Frühjahr und sehr spontan mit Jesse Lindstädt vom NRV Hamburg zu einem Katamaran-Team zusammengefunden: „Eigentlich war meine Saison im 29er durchgeplant, aber dann kam die Gelegenheit, mit Jesse zu segeln.“ Und der Aufstieg gelang schnell: „Die Ausscheidung zu den Youth Worlds haben wir noch verloren, danach haben wir uns dann ganz auf die WM vor Marseille konzentriert.“ Und der WM-Auftritt übertraf alle Erwartungen. Bis zum letzten Rennen kämpfte das junge deutsche Duo um Gold, gewann schließlich Silber und war weltbeste U19-Mannschaft. Jetzt steht für beide erst einmal das Abitur an, und dann wird die kommende Saison geplant: „Wir hoffen nun, in die Förderung des DSV zu kommen. Denn der Nacra15 ist zwar offizielle Jugendmeisterschaftsklasse des DSV, wird aber bisher nicht durch den Kader gefördert“, berichtete Jesse Lindstädt.

Prämiert wurden die Top-Drei durch die Unterstützer Wempe-Uhren, Garmin und Pantaenius mit Sachpreisen. Für Rang drei gab es eine Action-Cam, Platz zwei erhielt eine GPS-Wassersport-Smartwatch (jeweils von Garmin). Segler des Jahres Max Billerbeck durfte sich über die Wempe Glashütte Zeitmeister Sport Tiden Automatik freuen. Geehrt wurde das Trio auf der Bühne des Sailing Center durch DSV-Präsidentin Mona Küppers, Julius Kaiser (Wempe Sales Manager), Margit Bursinski (Pantaenius Marketing-Direktorin) und Hermann Hell (Herausgeber und Chefredakteur im SVG-Verlag).

Diese Athleten/innen standen bei der Abstimmung zur Wahl:

Dezember 2018: Friedrich Böhnert und Crew (Finisher Sydney Hobart Race)
Januar 2019: Estela Jentsch (Tornado, WM-Bronze, Mixed- und Junioren-Weltmeisterin)
Februar 2019: Kay-Uwe Lüdtke/Kai Schäfers (Flying Dutchman, WM-Silber)
März 2019: Offshore Team Germany (Kampagne für „The Ocean Race“)
April 2019: Leon Jost (Optimist, 5. Platz Lake Garda Meeting, größte Jollen-Regatta der Welt)
Mai 2019: Mic Mohr (Optimist, Sieger Goldener Opti mit makelloser Siegesserie)
Juni 2019: Victoria Jurczok/Anika Lorenz (49erFX, Kieler-Woche-Siegerinnen)
Juli 2019: Max Billerbeck (Contender, Weltmeister).
August 2019: Axel Seehafer und „Sportsfreund“-Crew (ORC 2, Europameister)
September 2019: Frieder Billerbeck/Julius Raithel (Pirat, Europameister)
Oktober 2019: Jesse Lindstädt/Lisa Rausch (Nacra 15, Vize-Weltmeister)
November 2019: Morten Bogacki (Mini 6.50, 3. Platz Mini Transat)

Blitzstart für den Störtebeker Opti-Cup

Durch sein besonderes Ambiente hat sich der SOC in den vergangenen Jahren zu einer Institution im deutschen Opti-Regattakalender entwickelt. Für viele gehört die Teilnahme auf der einzigen deutschen Hochsee-Insel ebenso zu einem Must-Do wie die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.

Das Verladen der Optimisten auf ein Kümo, die Anreise per Fähre, das Zelten am Hafen, die enge Gemeinschaft in den vier Tagen, die einzigartige Natur und natürlich die Herausforderung, in Wellen zu segeln, die den Opti komplett zu verschlucken scheinen, machen die Regatta auf Helgoland zu einem unvergleichlichen Abenteuer. Die Organisatoren um das Duo Jan Tellkamp und Henning Tebbe freuen sich schon jetzt auf das Sommerevent. „Wir sind sehr stolz, dass sich der SOC so großartig entwickelt hat und die Teilnehmer immer wieder gern auf die Insel kommen. Das liegt auch an dem großartigen Engagement unserer Helfer, die ihre Aufgaben von der Verladung über die Organisation auf dem Wasser bis hin zur Versorgung an Land mit viel Herzblut erfüllen, um den Kindern unvergessliche Tage zu bescheren“, sagte Henning Tebbe zum Meldestart auf der boot in Düsseldorf.

Im vergangenen Jahr sorgte der Besuch der “Einstein” vom Offshore Team Germany für einen Höhepunkt im Programm des Störtebeker opti-Cup. Foto: segel-bilder.de

Mit einer Tombola, bei der jeder Teilnehmer gewinnt, und einem großen Rahmenprogramm bietet der SOC den Optimisten-Seglern vier tolle Tage. Möglich ist das durch das Engagement der Partner, die selbst gern auf die Insel kommen. „Der SOC ist ein Riesenspaß in und auf dem Wasser“, berichtete boot-Director Petros Michelidakis mit einem Schmunzeln, da er selbst schon im Einsatz für die Optis intensiven Wellenkontakt genießen durfte. „Ich möchte gern in diesem Jahr wieder dabei sein. Aber leider kann ich das nicht versprechen, da viele Verpflichtungen auf mich warten.“ Michelidakis hat den Segelsport zur Seele des Wassersports erklärt und arbeitet auch außerhalb der boot intensiv daran, das Segeln populär zu machen. Ein Weg dabei: Die Eltern über die Kinder für das Wasser zu begeistern.

Ole Pietschke von der Yachtversicherung Pantaenius wird im Sommer auf jedem Fall auf der Insel dabei sein. Er ist der Kopf des Sicherheitsteams. „Tatsächlich bin ich nur ein kleiner Teil der Mannschaft. Beim SOC wird eine tolle Arbeit für die Sicherheit der Kinder geleistet. Deshalb sind wir gern als Partner der ersten Stunde dabei. Denn Pantaenius steht für Sicherheit auf dem Wasser“, so Pietschke.

Der Spezialist für maritime Bekleidung, Helly Hansen, ist seit fünf Jahren beim SOC mit am Start. „Wir wissen, wie wichtig es ist, dass die Kinder auf dem Wasser sicher und geschützt angezogen sind. Deshalb engagieren wir uns gern beim SOC. Und natürlich ist es immer wieder schön, wenn die Kinder mit der Marke Helly Hansen etwas Positives verbinden“, sagte Marcus Gehrke von der Vertriebszentrale Norddeutschland für Helly Hansen in Hamburg.

In einem halben Jahr locken die Organisatoren die Jüngstensegler auf die Nordsee, und Teilnehmer aus ganz Deutschland wollen dabei sein.

Ole Schweckendiek gewinnt IMMAC Jugendseglerpreis

Die Vergabe des Preises erfolgt aus einer Kooperation von IMMAC, DSV, der Segler-Zeitung und der boot Düsseldorf. Und die Jury, besetzt durch Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen (Prokurist IMMAC Holding AG), Timo Haß (Jugendobmann des DSV), Petros Michelidakis (boot Director) und die Segler-Zeitung-Chefredakteure Hermann Hell und Ralf Abratis, war sich schnell einig, an wen die Auszeichnung als Jugendsegler 2019 gehen sollte.
Ole Schweckendiek kam durch die selbst segelnden Eltern zum Wassersport, feierte bei seinem Heimatverein SC Baltic früh regionale Erfolge im Optimisten. Mit dem Wechsel in die Regattagruppe des Kieler YC reifte er zu einem Spitzensegler im Nachwuchsbereich mit internationalen Einsätzen und dem zweiten Platz bei der Deutschen Jüngstenmeisterschaft der U13-Altersklasse in 2017 im Optimisten.

Ole Schweckendiek aus Kiel legte auf nationaler und internationaler Ebene eine starke Erfolgsserie in 2019 hin. Foto: segel-bilder.de

Im Sommer 2018 wechselte der Kieler in den Laser 4.7. 2019 war dann sein bisher erfolgreichstes Jahr: Ole Schweckendiek wurde Vize-Europameister der U16-Altersklasse, er gewann die Deutsche Jugendmeisterschaft vor Travemünde, und ihm gelang das Triple der deutschen Segelwochen. Bei der Kieler Woche, der Warnemünder Woche und der Travemünder Woche hieß der Sieger im Feld der Laser 4.7 stets: Ole Schweckendiek.
Die komplette Jury ließ es sich nicht nehmen, den jungen Erfolgssegler auf der Bühne in Düsseldorf zu ehren. Für die IMMAC group ist die Preisvergabe eine konsequente Fortsetzung des Förder-Engagements im Segelsport. Über das IMMAC Sailing Team werden seit inzwischen 19 Jahren Spitzensegler gefördert – aktuell ist der Immobilienspezialist in den Bootsklassen Nacra 17, 49er, 2.4mR und Offshore-Segeln aktiv. Und über 140 Optimisten wurden in den vergangenen Jahren an Vereine und Segelinitiativen vergeben, um den Einstieg in den Wassersport für erleichtern.

„Die Kooperation unseres Unternehmens mit den Seglern ist eine sehr gewachsene Verbindung, und wir freuen uns, jungen, engagierten Seglern für ihre weitere Entwicklung eine Unterstützung geben zu können“, sagte Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen, als er den Preis gemeinsam mit Petros Michelidakis, Timo Haß und Hermann Hell übergab. Ole Schweckendiek, der gemeinsam mit seinen Eltern und seinen drei Schwestern nach Düsseldorf gereist war, kann den Preis gut für seine Weiterentwicklung gebrauchen: „Ich bin inzwischen in den Laser Radial umgestiegen, und schon Anfang Februar geht es ins Trainingslager nach Südfrankreich, kurz danach steht dann auch schon die erste Regatta an.“ Mit der Schule kann der Gymnasiast, der in zehn Tagen seinen 15. Geburtstag feiert, den Sport gut kombinieren – dank seiner Zwillingsschwester, die mit ihm die neunte Klasse besucht, aber auch dank der Flexibilität der Schulleitung.

Frauenpower triumphiert in Monatsabstimmung

Nach zwei vergeblichen Anläufen auf Olympia könnte sich der große Segeltraum für die ehemalige Opti-Weltmeisterin Tina Lutz (Chiemsee) und ihre Vorschoterin Susann Beucke (Strande) nun erfüllen. Bei der WM der 49erFX vor Auckland verpassten sie zwar eine Skiff-Medaille, als sie im Finale in Führung liegend kenterten. Aber durch den fünften Platz in der Endwertung holten sie nicht nur das WM-Ticket für Deutschland, sondern brachten sich auch in eine gute Ausgangssituation, um sich im internen Olympia-Duell mit Victoria Jurczok/Anika Lorenz durchzusetzen.

Die starke Vorstellung in der Segel-Metropole honorierten auch die User von sail24.com. Mit überwältigender Mehrheit von 84,31 Prozent wählten sie das Frauen-Duo gegen die Wahl-Konkurrenz auf Platz eins. Erik Heil/Thomas Plößel hatten bei der 49er-WM in Auckland zwar eine überragende Vorstellung hingelegt und mit dem Gewinn der Silbermedaille die Hoffnung genährt, dass es nach Bronze in 2016 auch in 2020 wieder eine Olympia-Skiffmedaille für Deutschland geben könnte. Bei den Sympathiewerten unter den sail24-Usern landeten sie aber ebenso klar hinter dem Frauen-Duo Lutz/Beucke wie die Mixed-Mannschaft Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer. Das Nacra17-Team segelte in Auckland auf WM-Rang 12 und sicherte damit ein weiteres Olympia-Nationenticket für den DSV.

Titelfestival vor Travemünde

Drei Welt- und fünf Europameisterschaften sowie fünf deutsche Titelkämpfe stehen im Mittelpunkt der bis zu 29 Entscheidungen, die auf den zehn Bahnen in der Lübecker Bucht fallen sollen.

Teilnahmestarke Klassen werden zu den Titelentscheidungen in Travemünde erwartet. Das größte Feld dürften die RS Feva (21. bis 25. Juli) stellen, die bis zu 200 Nachwuchscrews bei ihrer Weltmeisterschaft an den Start bringen könnten. Aber auch die weiteren RS-Klassen dürften mit großem Aufgebot dabei sein, denn Travemünde steht bei den Klassen der britischen Werft hoch im Kurs. So werden viele Feva-Segler zuvor wohl bereits bei der RS Tera Europameisterschaft (18. bis 20. Juli) um Titelehren segeln. Zudem geht es in der Lübecker Bucht um zwei weitere Weltmeisterschaften – bei den U21 der RS Aero und bei den RS 500 (jeweils 21. bis 25. Juli).

Wiederholungstäter in Travemünde sind neben den RS-Klassen auch die Splash. Sowohl die Splash Blue als auch die Splash Red (20. bis 25. Juli) segeln um die EM-Titel. Schon 2016 waren die in den Niederlanden beliebten Klassen mit zwei Meisterschaften zur TW dabei.

Gleich mit einer Doppelmeisterschaft sorgen die 2.4mR für Aufsehen. Die Klasse wird vor Travemünde sowohl die Deutschen als auch die Europameister (22. bis 25. Juli) küren. Das Ein-Personen-Kielboot etabliert sich immer mehr als die Inklusionsdisziplin schlechthin und erlebt in Deutschland einen großen Aufschwung, den die deutsche KV auch gern auf die internationale Klassenvereinigung übertragen möchte.

Fast schon traditionell geht es für den Laser-Nachwuchs der Radial- und 4.7-Segler in Lübeck um die nationalen Jugendtitel (19. bis 24. Juli), und auch die Katamarane sind mit einem hochkarätigen Titelkampf dabei: Die Formula18 ermitteln bei der Deutschen Bestenermittlung (23. bis 26. Juli) ihre nationalen Meister. Zudem werden die J/22 (18. bis 20. Juli) wieder in der Lübecker Bucht um einen Titel segeln. Mit den German Open wird die beste Crew aus Deutschland gesucht. Für die Trias, die zur Travemünder Woche schon seit mehreren Jahrzehnten am Start sind, geht es in diesem Jahr nicht nur um Ranglistenpunkte, sondern auch um den Euro-Cup (18. bis 21. Juli). 

Foto: segel-bilder.de

Neben den Meisterschaften im Wochenverlauf soll auch schon der TW-Auftakt spektakulär werden. Unmittelbar nach der offiziellen Eröffnung werden in der Trave die Yachten auf die Langstrecke geschickt. Bei der Hanse-Baltic-Challenge geht es von Travemünde aus in Richtung Osten, rund Rügen mit Zwischenstopp in Stralsund. Aber auch die traditionellen Seeregatten mit den Up-and-Downs am ersten Wochenende und der Mittelstrecke am zweiten sowie der Fehmarn-Rund-Regatta zur Wochenmitte stehen wieder im Programm.

Bei den Ranglistenregatten bietet die Travemünder Woche ein breites Portfolio. So reicht die Palette von den rasanten A-Cats bis zu den klassischen Folkebooten, von den aktuellen Olympiaklassen (Laser Radial und Standard sowie Finn) bis zu ehemaligen Olympiaklassen (O-Jolle). Beständige TW-Klassen wie die Dyas und die Kielzugvögel sind ebenso vertreten wie Comebacker (J/24, H-Jolle und Korsar), und die Kitesurfer wollen die Zukunft des Segelsports auf der Bühne der großen Regattawoche präsentieren.

Mit diesem Programm wird in 2020 erneut ein Programm auf den Bahnen geboten, das von Offshore bis hin zum geschützten Segeln reicht. Gegebenenfalls wird auch die Classic-Bahn in der Pötenitzer Wiek zum Einsatz kommen, wenn die Bedingungen für die Wellen-anfälligen Klassen auf der Ostsee zu hart sein sollten.

Tiwal 2X: Just for fun

Weil der Carbon-Mast der Tiwal 2X aus fünf Teilstücken besteht, der Rumpf aufblasbar ist und die komplette Jolle im zusammengelegten Zustand in zwei Packtaschen passt, eignet sie sich als Zweitboot für Yachtbesitzer, alternativ für alle, die ohne aufwendige Trailerfahrten und Slippmanöver ein paar nette Segelstunden verbringen wollen. Gerade letztere Interessenten sind die Zielgruppe der neuen Tiwal 2X, denn diese sportliche Variante kann von 6 auf 4,8 Quadratmeter gerefft werden und lässt sich vernünftig trimmen. Einen Baum gibt es nach wie vor aber nicht.

Zu sehen gibt es das neue Spaßboot auf der boot Düsseldorf in Halle 15 / G41.

Konstruktion: Marion Excoffon
Lüa: 2,80 m
Breite: 1,50 m
Tiefgang: 0,75 m
Gewicht: 40 kg
Segelfläche: 6 m2
Preis: 5.190 Euro
Website: www.tiwal.com

Innovation und Tradition mit neuen Klassen und neuen Partnern

25. IDM der Seesegler zur Kieler Woche 2020, Fareast 28 segeln Pre-Worlds aus, Förde Sparkasse und Volvo neu im Kieler-Woche-Boot

Die Historie pflegen, Innovationen zulassen: Diese Ausrichtung für die Zukunft hatte der Präsident des Weltsegler-Verbandes (world sailing), Kim Andersen, den Delegierten auf dem Deutschen Seglertag im November mit auf den Weg gegeben. Die Kieler Woche lebt dies bereits seit Jahren in eindrucksvoller Weise.. Die älteste deutsche Regattaserie, deren Geschichte bis ins Jahr 1882 zurückreicht, pflegt konsequent die Tradition und bringt sich gleichzeitig Jahr für Jahr mit Innovationen in Position. Auch für 2020 wartet Kiel mit traditionellen Inhalten wie der Aalregatta oder den Marinekutterregatten auf, integriert mit den Internationalen Deutschen Meisterschaften der Seesegler und der Ausschreibung für alle olympischen Klassen sportliche Höhepunkte und bietet mit den Pre-Worlds der Fareast 28 sowie dem ersten Auftritt der VX One neuen Klassen das internationale Forum.

Dazu konnten die Veranstalter der Kieler Woche beim traditionellen Kiel-Treff auf der boot Düsseldorf neue Partner präsentieren. Mit Volvo gesellt sich ein neuer Partner zum bisherigen Premiumpartner-Triumvirat Goslings, REWE und boot Düsseldorf. Und die Förde Sparkasse unterschrieb für drei Jahre einen Vertrag als Eventpartner. Vor 250 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sport blickten die Verantwortlichen der Mammutveranstaltung fünf Monate vor dem ersten Startschuss auf die Kieler Woche im Juni (20. bis 28.).

„Die Botschaft des Präsidenten des Weltseglerverbandes, Kim Andersen, ist Kiel gewissermaßen auf den Leib geschneidert, denn die Kombination von Tradition im Sinne der Historie und Innovation prägen Kiel jedes Jahr. Ich möchte nur an die Aussage ‚Do it like Kiel‘ erinnern, die genau dies auf den Punkt bringt. Innovative Ideen finden in Kiel Eingang in neue Klassen, Formate und in Themen wie Digitalisierung oder Nachhaltigkeit“, so Dirk Ramhorst, Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, in Düsseldorf. 10.000 Masten auf der Kieler Förde, 4.000 Aktive mit 1.600 Booten, 60 Nationen und rund 400 Starts sind die alljährlichen Eckpfeiler der Kieler Woche.

Auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer unterstrich das Zusammenspiel von Tradition und Innovation. „Kiel wird nach und nach neue Flächen und innovative Angebote einbringen. Für 2020 planen wir als zentrales Projekt ein besonderes digitales Bezahlverfahren. Außerdem wollen wir die Neuerungen der vergangenen Jahre wie das einheitliche Pfandbechersystem aufgreifen und weiterentwickeln, so Kämpfer. „Kiel und Segeln – das passt einfach zusammen. Wir nennen uns schließlich nicht von ungefähr Kiel.Sailing.City. Bei der Ausrichtung der Kieler Woche ziehen wir schon immer mit dem Kieler Yacht-Club an einem Strang. In Zukunft wollen wir diese Zusammenarbeit noch verstärken und unter anderem die Ehrenamtlichen umfangreicher unterstützen.“ Dazu stehe das Thema Nachhaltigkeit ganz oben auf der Prioritätenliste, so der Oberbürgermeister. Ein einheitliches Pfandsystem, der komplette Verzicht auf Plastikstrohhalme und die ausschließliche Nutzung von Energie aus regenerativen Quellen sind hier nur einige Beispiele.

Neue und treue Partner

Seit 1994 als Partner an der Seite der Kieler Woche steht die boot Düsseldorf. Die weltgrößte Wassersportmesse sitzt damit am längsten im Kieler-Woche-Boot. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, Werner Dornscheidt, unterstrich die enge Bindung: „Die boot ist und bleibt mit großem Engagement bei der Kieler Woche am Start. Und die Atmosphäre bei Euch an der Kieler Förde ist einfach genial.“ Seit Jahren präsentiert die boot zusammen mit der WetterWelt GmbH von Diplommeteorologe Dr. Meeno Schrader täglich die für Wassersportler so elementare Wettervorhersage. „Ich glaube tatsächlich nicht, dass Meeno Schrader in den letzten Jahren mal so richtig danebengelegen hat. Vielmehr bieten wir den Segelsportlern durch seine tägliche umfassende Präsentation des Segelwetters während der Kieler Woche eine zuverlässige Information und Planung“, so Dornscheidt.

Wieder zurück im Kieler-Woche-Boot ist Volvo. „Wasser gehört einfach zur Marke Volvo, auch allein durch unsere schwedische DNA. Seit einigen Jahren ist es unser Ansatz, die Marke Volvo dort zu präsentieren, wo sich unsere Kunden und potenziellen Interessenten aufhalten. Die Kieler Woche passt also perfekt: direkt am Wasser und dazu Besucher, die unserer Zielgruppe entsprechen“, erklärte Claudia Greiß, Leiterin Retail Marketing & Live Communication, Volvo Car Germany. Der Großteil der Flotte werde aus Plug-in-Hybriden bestehen und könne rein elektrisch fahren, so Greiß weiter. Volvo ist für den Trailer- und den Shuttle-Service zur Kieler Woche zuständig.

Seit 38 Jahren engagiert sich die Förde Sparkasse in der Kieler Woche, jetzt wurde der logische Schritt zur Event-Partnerschaft gegangen. Die Kieler Woche verkörpere genau die Werte, die die Förde Sparkasse seit jeher vor Ort fördere, erklärte Götz Bormann, Vorsitzender des Vorstandes der Förde Sparkasse.

Dabei steht in diesem Jahr die Nachhaltigkeit ganz oben auf der Agenda. „Wir werden gemeinsam mit unseren Partnern ein ganz neues Bezahl-Konzept auf der Kieler Woche pilotieren. An fast allen Ständen wird es für die Besucher möglich sein, kontaktlos per Karte oder Smartphone zu bezahlen. Das Konzept sieht vor allem ein innovatives System für das Becherpfand vor. Das Pfandgeld kann beim Abgeben des Bechers oder Glases ganz einfach kontaktlos wieder zurück auf das Konto des Besuchers gebucht werden“, so Bormann.

Das Spielfest am zweiten Wochenende im Hiroshimapark, das zum 38. Mal stattfindet, das Internationale Städteforum, Regattabegleitfahrten mit Kunden, das Engagement beim Sommerfestival in der Innenstadt sowie ein Abend für die ehrenamtlichen Helfer in Schilksee runden das Engagement der Förde Sparkasse ab.

Beim Segelsportangebot zeigt sich die Kieler Woche vielseitig wie eh und je. Neben den bewährten Klassen aus dem olympischen und internationalen Bereich sind die Fareast 28, die ihre Pre-Worlds austragen, und die VX One am Start. Insgesamt sind 40 Disziplinen inklusive der Offshore-Klassen ORCi, ORC-Club und Yardstick ausgeschrieben. Unisono unterstrichen Bertil Balser (Hamburg), RSV-Vorsitzender und Crew-Mitglied des ORCi-Europameisters „Sportsfreund“, die 49er-FX-Nachwuchshoffnungen Maru Scheel/Freya Feilcke (Kiel) sowie der Klassenboss der Fareast 28, Mats Runström (Schweden), die Sonderstellung der Kieler Woche. Die Fareast segeln zur Kieler Woche ihre Pre-Worlds aus, und die ORCi-Yachten kämpfen insgesamt zum elften Mal vor Kiel um den IDM-Titel. Hier zählt die „Sportsfreund“ zu den Favoriten.

Travemünder Woche: Mit frischer Kraft in das 131. Jahr

Insgesamt werden 29 Entscheidungen vom 17. bis 26. Juli in der Lübecker Bucht fallen, darunter werden 13 Titel ausgesegelt – auf deutscher, europäischer und globaler Ebene. Bis zu 1.000 Boote erwarten TW-Sportdirektor Jens Kath und der Oberste Wettfahrtleiter Anderl Denecke auf den neun Bahnen. Ein Mammutprogramm, das mit einem neuen Regatta-Partner bestritten wird. Denn der Zürcher Yacht Club wird den Lübecker Yacht-Club und den Norddeutschen Regattaverein in der Regattaorganisation verstärken.

Treue Partnerschaften stärken, auslaufende Kooperationen durch innovative Ideen ersetzen – das ist die Strategie von Frank Schärffe. Und so stellte der TW-Geschäftsführer mit seinem Team traditionell beim langjährigsten Partner der Travemünder Woche, der boot in Düsseldorf, das Sportprogramm für den Sommer vor. Dabei machte Schärffe deutlich, wie wichtig das Engagement der Hauptpartner boot und Holsten ist. Nur dadurch kann den Seglern die einmalige Präsentationsfläche im Rahmen eines anspruchsvollen Kultur- und Festivalprogramms – inklusive Meisterschaftsempfängen – geboten werden. Gleichwohl muss sich die Travemünder Woche neuen Herausforderungen stellen. So wird es in 2020 nötig sein, nach dem Wegfall des bisherigen Producers ein eigenes TV-Programm zu produzieren und auch einen Treffpunkt für Politik, Wirtschaft und Medien zu inszenieren.

„Wir haben sowohl in der medialen Aufarbeitung des Sports als auch in der Einrichtung einer TW-Lounge frische Konzepte entwickelt, die wir bis zum Sommer konkretisieren werden“, sagte Frank Schärffe. Einen immer stärker werdenden Partner hat die TW mit der Hansestadt Lübeck an ihrer Seite. Bürgermeister Jan Lindenau, der bereits in 2019 mit stärkerer Sichtbarkeit und Sonderaktionen in der Innenstadt sowie einem Senatsempfang die Verbindung zwischen der Stadt und dem größten Lübecker Event auf ein neues Niveau gehoben hat, kündigte an: „Wir werden weiter daran arbeiten, die Verknüpfung zwischen der Innenstadt und Travemünde, aber auch dem Priwall und der anderen Traveseite zu stärken. Ein starkes Angebot des ÖPNV, um auch die schwierige Parksituation in Travemünde, ist ein wichtiger Punkt.“

Sascha Osterwalder (rechts), Regatta-Präsident des Zürcher Yacht Club, ist neu im Kreis der TW-Veranstalter mit dem NRV, vertreten durch seinen Vorsitzenden Tobias König, dem Lübecker Yacht-Club, vertreten durch die Vorsitzende Andrea Varner-Tümmler, und der Stadt Lübeck mit Bürgermeister Jan Lindenau (von links). Foto: segel-bilder.de

Eine neue internationale Ausrichtung nimmt die Travemünder Woche in der Regattaorganisation an. Andrea Varner-Tümmler, die Vorsitzendes Lübecker YC, und Tobias König, Vorsitzender des NRV Hamburg, begrüßten zur boot den Zürcher Yacht Club (ZYC) im Kreis der TW-Mitveranstalter. „Wir freuen uns, Teil dieser großartigen Veranstaltung zu sein und werden eine Bahn mit unserem Regattateam organisieren. Der Zürcher Yacht Club richtet auf seinem Heimatrevier jedes Jahr zahlreiche Regatten bis hin zu Weltmeisterschaften aus und bringt seine Kompetenz jetzt auch gern in diese internationale Großveranstaltung ein“, sagte Sascha Osterwalder, Regatta-Präsident des ZYC.

Für den Obersten Wettfahrtleiter Anderl Denecke, der in Zürich wohnhaft ist und mit seiner rechten Hand Lionel Büttner die Verbindung zum ZYC eingefädelt hat, ist der Einstieg des ZYC in die TW ein wichtiger Baustein für die Organisation: „Wir haben ein breites Programm mit vielen Höhepunkten, mit Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften und auch einer neuen Langstrecken-Regatta, der Hanse Baltic Challenge. Da ist es toll, dass die Verantwortung auf weitere Schultern verteilt werden kann.“ Gemeinsam mit Sportdirektor Jens Kath freut er sich auf ein Mammutprogramm. Kath kam zur boot bei der Auflistung des Programms im Stakkato-Stil fast schon in Atemnot: „Das ist eine große Aufgabe, die wir so nicht jedes Jahr haben. Wir freuen uns auf eine spannende Travemünder Woche.“

Das Kribbeln mit Blick auf den Sommer ist schon jetzt im Januar spürbar bei den TW-Verantwortlichen. Und so überreichte Andrea Varner-Tümmler gemeinsam mit Bürgermeister Jan Lindenau und Künstlerin Frauke Klatt mit viel Freude das druckfrische TW-Plakat an Werner Matthias Dornscheidt, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf. Und es gab ein besonderes Präsent für den Messe-Chef, der sein Amt in diesem Jahr abgibt. Andrea Varner-Tümmler überreichte ein Stück „Passat”, da die Messe in den vergangenen Jahren auch den Vereinen „Rettet die Passat” immer großzügig unterstützt hat. Dornscheidt, der sein Amt zum 1. Juli an Wolfram Diener abgibt, dankte es mit einer deutlichen Ansage: „Die Unterstützung der großen Segelwochen ist tief bei der Messe Düsseldorf verwurzelt. Die Reviere an der Ostsee sind ein wichtiger Partner für uns und daher werden wir die Travemünder Woche weiterhin unterstützen. Dieses Erbe habe ich übernommen und das gebe ich nun an meinen Nachfolger Wolfram Diener gern weiter.”