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Wildcard-Team gewinnt Champions League

Der amtierende Deutsche Meister der Deutschen Segel-Bundesliga stellte auch in der Sailing Champions League seine nationale Dominanz unter Beweis und bringt als bester deutscher Club Silber zurück an die Hamburger Alster. Im vergangenen Jahr war der NRV als Vierter noch denkbar knapp am Podium vorbeigesegelt. „Es war ein herausragendes Event! Obwohl wir nicht gewonnen haben, war es wahrscheinlich eine der besten Regatten, die wir jemals gesegelt sind“, kommentierte Tobias Schadewaldt, Steuermann des NRV, der zusammen mit Johann Kohlhoff, Klaas Höpcke und Florian Thoelen am Start war.

Oliver Schwall, Gründer der Sailing Champions League und der Deutschen Segel- Bundesliga, betonte die herausragenden Segelbedingungen in St. Moritz: „Dank sonniger Tage und dem berühmten Maloja-Wind mit bis zu 19 Knoten genossen die Segler und Zuschauer im Segelstadion von St. Moritz erstklassiges Champagner-Segeln. Die lokalen Organisatoren funktionierten wie ein Schweizer Uhrwerk und ermöglichten 17 Flights sowie unglaublich spannende Finalrennen.“

Die Australier profitierten bei ihrem Sieg von dem besonderen Finalmodus. Als Viertplatzierter war das Sydney-Team in das Finale der besten Vier gerutscht, sicherte sich dann aber mit zwei Siegen den Triumph. Der NRV wahrte seinen zweiten Platz aus der Vorrunde durch zwei weitere zweite Plätze. Verlierer des Finals waren die Dänen von Kaløvig Bådelaug, die die Vorrunde gewonnen hatten, dann aber auf Rang drei abrutschten.

Die weiteren deutschen Platzierungen:

  1. Verein Seglerhaus am Wannsee, Berlin
  2. Württembergischer Yacht-Club, Friedrichshafen
  3. Wassersport-Verein Hemelingen, Bremen
  4. Bayerischer Yacht-Club, Starnberg
  5. Bodensee-Yacht-Club Überlingen, Überlingen

Basketballer gehen beim NRV an Bord

Der NRV engagiert sich als einer der führenden Segelvereine Deutschlands nicht nur im Regattasegeln, sondern auch in der Jugend- und Sozialarbeit. Den Kindern und Jugendmitgliedern der Hamburg Towers, dem Basketball-Bundesligisten, sollen künftig Segelkurse mit Optimisten, vor allem im Jugend-Ausbildungszentrum des NRV an der Alster sowie in Ferienprogrammen und Camps, unter Anleitung und Betreuung durch erfahrene NRV-Trainer/innen ermöglicht werden. Anschließend können die Kinder und Jugendlichen von der Elbinsel ihre Segelkarriere durch weiterführende Angebote im NRV fortsetzen. Tobias König (NRV-Vorsitzender) sagte dazu bei der Unterzeichnung der Vereinbarung im Rahmen des Segel Media Cups beim NRV: „Die Segelausbildung von Kindern und Jugendlichen ist der Kern unserer Aktivitäten. Wir beschränken uns dabei nicht nur auf die Kinder unserer Mitglieder. Als die Hamburg Towers auf uns zu kamen, haben wir uns sehr gefreut. Wir sind offen für neue Ideen und jederzeit bereit, neue Konzepte zu entwickeln. Mit den Hamburg Towers haben wir viele interessante Ideen diskutiert, das wird sehr spannend.“

Die gemeinsame Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus beiden Vereinen soll keine Einbahnstraße sein: Der NRV hat ein großes Interesse am Ausbau seines Wintertrainings zusammen mit den Hamburg Towers in verschiedenen Sportarten, insbesondere im Basketball, was der Verein aus der Basketball-Bundesliga aktiv unterstützen möchte.

Die Hamburg Towers engagieren sich sehr für die Entwicklung des Sportangebots auf der Elbinsel. Im Rahmen ihrer sportlichen Sozialarbeit wird den Kindern und Jugendlichen zukünftig ein besonderes sportliches und soziales Erlebnis vermittelt. Jan Fischer (Geschäftsführer Hamburg Towers Basketball-Betreibergesellschaft mbH / Vorstand Hamburg Towers) ist begeistert, dass der NRV sofort auf die Kontaktaufnahme angesprungen ist: „Wir freuen uns sehr, dass der NRV von der Idee, Kindern und Jugendlichen von der Elbinsel auf der Alster segeln beizubringen, genau so begeistert ist wie wir. Über den Segelsport hinaus möchten wir mit der Kooperation Begegnungen ermöglichen und Perspektiven eröffnen, die ohne eine solche stadtteilübergreifende Zusammenarbeit nicht entstehen würden.“

Der Hintergrund ist, dass die Kinder von der Elbinsel nur selten oder nie in die Hamburger City fahren und die Alster und Innenstadt wasserseitig so gut wie gar nicht kennen. Die Elbinsel wird von Menschen aus über 50 Kulturen und Ethnien bewohnt wird, die meist keine wassersportliche Kultur in ihren Herkunftsländern haben. Deshalb ist ein Segel-Lernangebot eine besondere Herausforderung und ein Highlight. Der NRV unterstützt die Hamburg Towers bei ihrem Vorhaben durch die Nutzung des vorhanden Jugendausbildungszentrums. Da die Kapazitäten an der Alster derzeit sehr begrenzt sind, ist eine Erweiterung des Jugendausbildungszentrums im NRV eine diskutierte Option, um dieses Vorhaben langfristig zu realisieren.

Auch Hamburgs Sport- und Innensenator Andy Grote unterstützt die Initiative: „Active City verbindet – und das vereins-, stadtteil- und elbübergreifend! Wo zwei starke Partner wie der Norddeutsche Regatta Verein von der Alster und die Hamburg Towers aus Wilhelmsburg zusammenkommen, entsteht ein spannendes Projekt, das insbesondere Kindern und Jugendlichen aus Hamburgs Süden neue Möglichkeiten für Sport und Bewegung eröffnet. Ich bin überzeugt, dass im Zuge dieser Kooperation noch viele innovative Ideen entstehen werden, die unsere Active City bereichern.“

Der Abstimmungsprozess für den Start der ersten gemeinsamen Segel- und Trainingsstunden läuft bereits auf Hochtouren.

Kompletter Medaillensatz zur ORC-EM

Zur Deutschen Meisterschaft vor Travemünde hatte die „Intermezzo“ der „Sportsfreund“ noch eine Niederlage zufügen können, nachdem das Seehafer-Team bis dahin nahezu unschlagbar schien. Nun revanchierte sich die Mannschaft um den Heiligenhafener Steuermann und Eigner und überzeugte zur EM mit einer starken Sertie gerade auf der Kurzstrecke. Fünf der sechs Up-and-Downs gewann die „Sportsfreund“. Und mit einem zweiten Platz auf der Langstrecke hatte sie lediglich sieben Punkte im Feld der 25 Yachten der Klasse B inne. Die „Intermezzo“ überzeugte auf dem Offshore-Kurs, hatte aber auf der Kurzstrecke ein paar holprige Ergebnisse inne. Dennoch gelang es dem Team von Jens Kuphal (Berlin) die Kieler „Halbtrocken 4.0“, die sowohl bei der DM als nun auch bei der EM mit Bronze dekoriert wurde, auf Distanz zu halten.

Jens Kuphal führte die “Intermezzo” zum Sieg auf der Langstrecke und zu Silber in der Gesamtwertung. Foto: Felix Diemer/ORC EM

In der Klasse C (37 Crews) setzte dagegen die estnische Flotte die Akzente und platzierte sich auf den ersten drei Plätzen. Als beste deutsche Crew kam die „Immac Fram“ (Kai Mares, Dänischenhagen) auf Rang sechs direkt vor der „H.E.A.T“ von Max Augustin (Hamburg). In der Corinthian-Wertung holte die „H.E.A.T“ Silber.

Die Klasse A war nur mit acht Yachten besetzt und konnte damit keinen offiziellen Europameister küren. Der Sieg ging an die dänische „Tarok“, die „Xenia“ mit Skipper Ralf Lässig (Bremen) wurde Vierte.

Sydbank-Cup: Erste Hälfte ist geschafft

Der Teilnehmer des Sydbank-Cup sind in Kopenhagen angekommen: Nach einem stimmungsvollen Start in der Kieler Innenförde segelte die Flotte durch die Nacht, und die ersten Yachten erreichten Kopenhagen am Donnerstagmittag. 32 Crews hatten sich der Herausforderung gestellt, 27 kamen schließlich in der dänischen Hauptstadt an, wo nach gemütlichen Stunden und Abenden die Rückreise vorbereitet wird.

Der Sydbank-Cup zählt zu den Highlights der Offshore-Regatten in der Ostsee, denn es kommt auf seglerisches und navigatorisches Geschick an. Abgesehen von einer Handvoll vorgegebener Wegepunkte und Bahnmarken sind die Crews während der Fahrt auf sich gestellt. „Der nächstmögliche Kurs nach Kopenhagen wurde gewählt, sodass eine frühe Ankunft gerantiert war. Da bleibt viel Zeit für Sightseeing in Kopenhagen“, so H.-Eckhard von der Mosel (Kieler Yacht-Club), der Initiator des Cups.

Als altbewährte Tradition wurden die Segler bei der Ankunft mit einem warmen Hot Dog und einem kühlen Bier begrüßt, und nahmen diese Gelegenheit wahr, um von den Abenteuern der Überfahrt zu berichten und sich auszutauschen. Die Sieger nach berechneter Zeit sind die „Hinden“ von Jonas Hallberg (Kiel) in der Grupp A und die „Gingko“ von Dirk Clasen (Kiel) in der Gruppe B.

Auf der Steuermannsbesprechung in Hotel Kieler Yacht Club begrüßte Jan-Hinnerk Wieck von der Sydbank alle Teilnehmer, die wie eine große Familie für ihn seien. „Jedes Jahr trifft man sich hier wieder. Neben dem sportlichen Anreiz zählt das Miteinander und alle freuen sich auf die gemeinsame Feier am Freitag“, sagt Wieck. Die Gin-Bar wurde im vergangenen Jahr so gut angenommen, dass sie auch in diesem Jahr wieder eröffnet wird.

Weitere Informationen über den Sydbank Cup und die ersten Ergebnisse finden Sie unter www.manage2sail.com und auf der Seite des Kieler Yacht-Clubs unter www.sydbankcup.com oder auf Facebook unter Sydbank Cup.

Boote und Oldtimer in Berlin

Vom 20. bis zum 24. November 2019 finden die beiden Messen BOOT & FUN BERLIN und MOTORWORLD Classics Berlin erstmals parallel in den Berliner Messehallen unter dem Funkturm statt und bieten Besuchern eine einzigartige Multimesse. Mit dem gemeinsamen Eröffnungsevent am Mittwoch, 20. November 2019 ab 18 Uhr gibt es ein ganz besonderes Highlight direkt zu Beginn der Messen. Unter dem Motto „Babylon Berlin“ tauchen Besucher auf der Gala-Nacht der Boote und Oldtimer in das Berlin der 1920er Jahre ein.

Zwischen Oldtimern, Youngtimern, klassischen Motorrädern, Yachten, Booten, muskelbetriebenem Wassersport, Retro-Spielzeug, Mode und Accessoires nehmen Feuerspucker, Künstler sowie Musiker die Besucher mit in das ungezähmte Berlin vor 100 Jahren. Es entsteht eine magische Welt mit faszinierenden Bars und schummrigen Cabarets wie in der TV Serie „Babylon Berlin“. Passend zum Thema sind das Messeteam sowie zahlreiche Aussteller nostalgisch gekleidet. Wer als Besucher an diesem Abend im Retro-Look erscheint, erhält zur Begrüßung ein Glas Sekt.

Von den Wurzeln der Mobilität in die Gegenwart

Auch an den vier Messetagen nehmen die Oldtimer-Messe und die Boots- und Freizeitmesse das Publikum mit auf eine Zeitreise und bieten eine beispiellose Kombination. So ist die fünfte Ausgabe der Motorworld Classics Berlin viel mehr als eine Autoschau mit Exponaten vergangener Zeiten. Mit dem einzigartigen Ambiente der imposanten historischen Hallen im nördlichen Teil der Messe Berlin, mit Schuhputzern, Barbieren und Walking-Acts, die mit Jazz und Swing unterhalten, ist sie vielmehr ein Lifestyle-Event und ein Ausflug in die Vergangenheit.

BOOT & FUN BERLIN 2018 Impression

Passend zum Look and Feel der Motorworld Classics Berlin bildet den Übergang zur BOOT & FUN BERLIN dann die Klassikerhalle der Boots- und Freizeitmesse. Zu sehen gibt es in dieser eine einzigartige Sammlung von Bootsklassikern aus Holz, Chrom und genietetem Stahl wie Riva und Boesch sowie von längst vergessenen Werften wie Engelbrecht oder Beelitz. Von hier aus gelangen die Besucher in die modernen und lichtdurchfluteten Hallen im südlichen Teil der Messe Berlin, in denen die maritime Mobilität der Gegenwart angesiedelt ist. Erstmalig werden die hochwertigen Yachten berühmter Werften wie Beneteau, Cranchi, Delphia, Greenline, Jeanneau und Prestige in der neuen Messehalle Hub27 ausgestellt. Damit spiegelt sich die Zeitreise auch in der Architektur der Ausstellungshallen wider. Ergänzt wird das umfangreiche Angebot an verschiedenen Booten durch die Bereiche AngelWelt, Wassersport, Ausrüstung und Zubehör sowie AUTOTAGE BERLIN und Camping & Caravan in zehn weiteren Hallen.

Ein Ticket für das Beste aus zwei Welten

Mit nur einem Ticket können die Besucher beide Messen erleben. Auf der Motorworld Classics Berlin trifft das Publikum auf nationale und internationale Automobilhersteller mit historischen Wurzeln, Top-Händler, Technik-Spezialisten, zahlreiche engagierte Clubs und Privatleute mit ihren automobilen Schätzen. Die Liebhaber von Zweirädern dürfen sich auch 2019 wieder auf besondere Motorrad-Highlights freuen, und der beliebte Teilemarkt, auf dem Ersatzteile, Zubehör und Automobilia angeboten werden, findet ebenfalls wieder statt. Darüber hinaus gibt es Sonderschauen zu den Themen Berliner Automobilbau, Motorsport, US-Cars & Lifestyle sowie viel Programm.

Die BOOT & FUN BERLIN präsentiert im Zentrum von Europas größtem Binnen- und Wassersportrevier eine beeindruckende Marken- und Modellvielfallt. Das Spektrum reicht vom modernen Motorboot über spektakuläre Segelyachten bis hin zu eindrucksvollen Hausbooten. Wassersportbegeisterte lassen hier das Ende der Saison ausklingen und informieren sich gleichzeitig über die neuesten Trends der kommenden Saison sowie angesagte Wassersportarten. Vom Wakeboarding, Tauchen, Fliegenfischen, SUP-Yoga oder Kajak und Kanu fahren, ist auf der Messe alles live mitzuerleben.

Öffnungszeiten

Gala-Nacht der Boote

Mi., 20. November 2019: ab 18.00 Uhr

BOOT & FUN BERLIN und MOTORWORLD Classics Berlin

Do., 21. bis So., 24. November 2019: 10.00 bis 18.00 Uhr

Eintrittspreise (Ticket gilt für beide Messen):

Gala-Nacht der Boote und Oldtimer (inkl. Tagesticket) 30,00 Euro
Tageskarte 16,00 Euro
Tageskarte ermäßigt 7,00 Euro
2-Tageskarten 20,00 Euro
Familien-Tageskarte (2 Erwachsene, 3 Kinder): 25,00 Euro

DSV-Portal für Führerscheine

Die Website bietet eine Übersicht über alle Befähigungsnachweise der Sportschifffahrt: vom Sportbootführerschein bis zum UKW-Sprechfunkzeugnis. Informationen zu den Voraussetzungen, Zulassungs- und Ersatzanträge sowie viele weitere hilfreiche Downloads helfen jedem Führerscheinanwärter, sich schnell und umfassend zu informieren und sich unkompliziert für eine Prüfung anzumelden.

Neu auf der Seite ist der Prüfungsgebühren-Rechner, der die Kosten für die jeweilige Prüfung individuell kalkuliert. In Kürze folgen sukzessive die Online-Anträge, die nach dem Ausfüllen und der elektronischen Versendung als PDF auszudrucken sind. Ergänzt um eine Unterschrift und ein Foto werden die Anträge dann per Post eingereicht.

Darüber hinaus sind alle DSV-Prüfungsausschüsse mit ihren Standorten, Prüfungsterminen und Kontaktdaten aufgeführt. Reinschauen lohnt sich!
www.sportbootfuehrerscheine.org
www.funkzeugnisse.org

An den Medaillen vorbeigesegelt

Zehn Rennen bei vorrangig strammen Winden wurden vor Sonderborg gesegelt, und das Feld wurde gehörig durchgerüttelt. Kaum eine Mannschaft der 75 Teilnehmer aus elf Nationen kam ohne ein paar Ausrutscher aus. Die beständigste Serie segelten die neuen Europameister Roger Gilbert/Ben McGrane (Großbritannien), die allerdings nach einer Disqualifikation in der zweiten Wettfahrt unter Druck standen. Doch Gilbert, der 2017 als Vorschoter WM-Bronze gewonnen hatte, behielt die Nerven und fuhr ausschließlich Top-Ten-Platzierungen ein. Auch Rang zwei wurde durch eine britische Mannschaft eingenommen. Ian Pinnell/David Shelton hielten die US-Amerikaner Howard Hamlin/Jeff Nelson auf Distanz.

Hunger/Jess hatten schon am ersten Tag das Punktekonto belastet, als sie mit einem 14. Platz in die Serie gestartet waren. Dennoch brachten sie sich noch wieder in das Titelrennen zurück, segelten im Verlauf der EM-Tage zwei Tagessiege ein. Zum letzten Rennen bestand dann noch eine Minimalchance auf den Titel. Dazu musste aber ein weiterer Sieg her, während Gilbert/McGrane schlechter als Rang sechs hätten segeln müssen. Auch die anderen Medaillensieger hätten keinen Top-Platz einnehmen dürfen. Zwischenzeitlich schien es sogar so, als sollte der große Coup noch gelingen. „Wir hatten den Titel fast schon in der Hand, haben das letzte Rennen am letzten Leegate geführt. Es war nur noch eine Runde bis zum Ziel, und die Konkurrenz lag platzmäßig weit genug hinten“, berichtete Holger Jess. „Leider haben wir einen 20-Grad-Dreher gegen uns erwischt. Das war’s dann leider.“

Jess erkannte aber auch an, dass die Titelvergabe bereits am ersten Tag mit den Platzierungen 14, 7, 2 gegen die Kieler-Woche-Sieger entschieden war. Allerdings hat das Duo auch nur wenig Zeit zum Trainieren. Nach der Kieler Woche hat sich Jess um die 29er-WM gekümmert, und Wolfgang Hunger war mit der Familie zum Dickschiffsegeln.

Stefan Böhm/Gerald Roos verspielten ihre Medaillenchance ebenfalls im letzten Rennen, als sie mit Rang 13 einen ihrer beiden Streicher einfuhren. Zuvor hatten sie mit einer Ausnahme mit einer Serie von Top-Ten-Platzierungen geglänzt, darunter ein Tagessieg. Bei Julian Stückl/Johannes Tellen waren die Ausschläge nach oben und unten stark ausgeprägt – zu stark, um am Ende in den Medaillenkampf eingreifen zu können.

Starker deutscher EM-Auftakt in Klasse B

Mit 18 bis 22 Knoten waren die Bedingungen zum EM-Auftakt ideal und sorgten für enge Ergebnisse. In der Teilnehmer-stärksten Gruppe C bestimmte die estnische „Matilda 4“ mit Joachim Aschenbrenner am Ruder das Geschehen mit zwei Siegen. Als beste deutsche Crew ist die „Immac Fram“ unter Skipper Kai Mares (Dänischenhagen) auf Rang vier platziert.

Einen herausragenden Tag erwischte Axel Seehafer mit der „Sportsfreund“. Im ersten Rennen der Gruppe B war die deutsche Dominanz herausragend. Berechnet siegte Seehafer mit 13 Sekunden vor den zeitgleichen „Halbtrocken 4.0“ und „Intermezzo“. In der zweiten Wettfahrt war die „Sportsfreund“ dann überlegen und siegte deutlich. Erneut auf Rang zwei: die „Halbtrocken 4.0“, während die „Intermezzo“ als Siebte den Podiumsplatz vorerst einbüßte und auf Rang vier zurückfiel.

In der kleinen Gruppe der Klasse A liegt die finnische „Zer0emission“ an der Spitze.

Die EM wird am Donnerstag mit dem Offshore-Rennen fortgesetzt, das auf zwölf Stunden entlang der südöstlichen Küste Schwedens angesetzt ist. Klasse A hat ein 79-Meilen-Rennen zu absolvieren, Klasse B einen 68,2-Meilen-Kurs und Klasse C einen Kurs von 60,6 Meilen.

Großer Rummel um Greta und Boris

Die Abfahrt von Boris Herrmann, Pierre Casiraghi, Greta Thunberg und ihrem Vater Svante sowie Dokumentarfilmer Nathan Grossman ist für heute, 16 Uhr (deutscher Zeit) geplant. Aufgrund der Tide wird das Schiff nicht direkt am Steg liegen, so dass die Crew mit einem kleinen Schlauchboot übersetzen muss. Kurzfristig ist es den Organisatoren gelungen, ein Rib mit einem Torqeedo Blue Motor zu organisieren, so dass sogar dieser kleine Weg ohne Emissionsausstoß durch einen konventionellen Außenborder zurückgelegt werden kann. Der Dieselmotor an Bord der „Malizia“ ist für die Dauer der Reise verplombt, die nötige Energie wird über extra vergrößerte Solarkollektoren und Hydrogeneratoren erzeugt. Christoph Ballin, CEO und Gründer von Torqeedo, der seinen Urlaub in Schottland kurz unterbrach, um beim Ablegen der „Malizia“ dabei zu sein, sagte: „Ich wünsche Boris viel Glück für die Reise. Diese Aktion zeigt doch, was alles an Emissionseinsparungen geht, wenn man es nur will.“

Auch, wenn natürlich nicht jeder Gelegenheit hat, wie Greta Thunberg, die wohl berühmteste Sechszehnjährige der Welt, für einen Trip nach New York zwei Wochen einzuplanen. Sie ist zur Gallionsfigur einer Bewegung geworden, deren Reisewege nicht jedem möglich sind, aber die es geschafft hat, dass überall über den Klimawandel diskutiert wird. In Kombination mit Segelprofi Boris Herrmann profitieren beide Seiten: Sie bekommt eine einmalige Reise auf einer Hochseerennyacht über den Atlantik, er hat es geschafft, dass jeder weiß, wer der deutsche Vendée Globe Aspirant Boris Herrmann ist.

Vor dem Start gab es Gelegenheit zu ein paar Fragen an Boris Herrmann.

Was für eine Wetterprognose habt ihr für die kommenden Tage?
Derzeit zieht eine Kaltfront durch, danach weht der Wind aus Nordwest mit 15 bis 20 Knoten. Wir werden für 24 bis 30 Stunden hoch am Wind segeln, dann wenden und in nordwestliche Richtung segeln. Dabei erwarten wir einen moderaten Wellengang von zwei Metern.

Das sind nicht gerade sanfte Bedingungen für den Start.
Nein, aber Greta war in den letzten Tagen an Bord und weiß, was auf sie zukommt. Die ersten Tage könnten ungemütlich werden, hoffen wir, dass sie nicht seekrank wird. Und wenn doch, haben wir Medikamente dagegen an Bord.

Wie sieht eure weitere Routenplanung aus?
Auf unserem Weg liegen fünf Tiefdruckgebiete, wir werden versuchen, eine südlichere Route zu fahren, um einigermaßen ruhig zu fahren. Vermutlich werden wir in einer Zickzacklinie über den Atlantik fahren, um immer wieder den Druck rauszunehmen.

Was werdet ihr während der Überfahrt machen?
Pierre und ich werden das Boot segeln, zum Zeitvertreib mit der gesamten Crew haben wir Karten- und Würfelspiele dabei, außerdem werden wir lesen und uns hoffentlich gut unterhalten. Über den drohenden Klimawandel und das, was jeder Einzelne dagegen tun kann.

Hast du dein eigenes Leben verändert, um aktiv deinen „Carbon Foodprint“ ein wenig zu verkleinern?
Ich habe schon vor zehn Jahren gesagt, dass ich nicht zum Surfen nach Bali fliegen muss. Inzwischen überlegen wir uns privat sehr genau, wann wir ein Flugzeug nutzen oder ob es nicht ein alternatives Verkehrsmittel gibt, außerdem haben wir unseren Fleischkonsum eingeschränkt. Im Team „Malizia“ haben wir ausgerechnet, dass wir ihm Jahr 2018 eine CO²-Bilanz von über 40 Tonnen hatten. Um das zu reduzieren, halten wir unsere Teamkonferenzen nun öfter per Video ab. Zudem haben wir einen Sponsor gefunden, der den CO²-Ausstoß unserer Kampagne dieses Jahr und im kommenden Jahr, wenn ich bei der Vendée Globe starten werde, mit dem Anbau von Mangroven kompensieren wird.

Kritiker argumentieren zu Recht, dass der Emissionsverbrauch der rund 100 Journalisten, die extra für den Start deines Törns mit Greta nach Plymouth gekommen sind, um ein Vielfaches höher ist, als wenn Greta selbst nach New York geflogen wäre. Wie geht ihr mit diesem Vorwurf um?
Es geht darum, Aufmerksamkeit für ein Thema zu erzeugen, das uns alle angeht. Dass der Medienrummel hier im Hafen immens wird, hat uns das Team von Greta im Vorfeld prophezeit, die sind seit rund 10 Monaten dabei, das internationale Medieninteresse zu bewältigen.

Deutsches Sextett zum SCL-Showdown

20 Nationen haben sich in diesem Jahr an der Sailing Champions League beteiligt, zehn sind nun im Finale vertreten: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Russland, Schweden und die Schweiz und dazu das australische Team vom Royal Sydney Yacht Squadron mit einer Wild Card.

Ebenfalls eine Wild Card für das Finale hat der Bodensee-Yacht-Club Überlingen erhalten, der zur Kieler Woche die Youth Sailing Champions League gewann. „Unser Ziel für die Sailing Champions League ist es, so weit vorne wie möglich mitzusegeln. Wir werden versuchen, unser Potenzial abzurufen, und hoffen, dass sich unser Training auf dem Bodensee auszahlt. Wir werden definitiv alles geben“, sagte Konstantin Steidle, Steuermann des BYCÜ. Weitere Clubs, die für Deutschland an den Start gehen, sind neben dem Deutschen Meister vom Norddeutschen Regatta Verein auch der Verein Seglerhaus am Wannsee, der Wassersportverein Hemelingen, der Bayerische Yacht-Club und der Württembergische Yacht-Club.

Die Wettfahrten am Samstag und Sonntag werden ab 12.00 Uhr live übertragen. Die SAP Sailing Analytics bieten zudem Statistiken und Daten wie GPS-Tracking, Echtzeitanalyse, Live-Ranglisten in Kombination mit einer 2D-Visualisierung. Alle Ergebnisse unter sapsailing.com.

Der perfekte Sundowner

Nach einem langen Segeltag versinkt die Sonne langsam am Horizont, die Crew sitzt gut gelaunt im Cockpit und philosophiert über die Hafenmanöver der letzten Tage. Doch was kredenzt der Smut jetzt am besten? Die Gerstenkaltschale im 0,33-Kaliber? Oder doch den Chardonnay aus dem Tetra Pak?
Weder noch! Der Sundowner muss zelebriert werden – und zwar mit Stil. Jetzt kommen Cocktails auf den Cockpittisch!
Doch bevor der Smutje in der Pantry rotiert und der Cocktailshaker durch den Salon fliegt, sei eines gesagt: Halten Sie es simpel.
An Bord eignen sich Highballs perfekt für den eleganten, aber nicht komplizierten Sundowner. Sie bestehen aus einer Basis (Gin, Rum, oder Vodka) und dem “Filler” (Soda, Tonic, Ginger Ale und vieles mehr). Mit Limetten, Zitronen oder Gurken (ja, Sie lesen richtig) lässt sich der Drink noch aufwerten.
Was Sie unbedingt brauchen: Eis. Wenn Sie das nicht auftreiben, greifen Sie zur Gerstenkaltschale. In einer Kühlbox mit Kompressor bleibt das Eis auch den ganzen Törn über gefroren, denn sie lassen sich ohne weiteres auf Minusgrade einstellen. Packen Sie Gin, Rum und Co. gleich dazu. Durch den Alkoholgehalt können sie nicht gefrieren.

Gin Tonic

Wohl der Klassiker schlechthin. Jahrzehntelang fast ausschließlich nur unter Seglern verbreitet, erobert der G&T seit einigen Jahren die Bars weltweit. Der klassische Gin mit Wacholdernote bekam neue Geschmacksrichtungen verliehen. In erstklassigen, aromatischen Gins finden sich zwischen zehn und 47 Botanicals, die dem einzelnen Gin eine unvergleichliche Note geben. Beginnen Sie während des Törns mit einem wacholderlastigen Gin und beginnen Sie dann die Welt des Gins zu erkunden. Und falls jemand fragt: Ja, Gin Tonic diente ursprünglich der Malaria-Prophylaxe. Das bittere Chinin im Tonic beugt dem Wechselfieber vor. Und da Tonic allein dann doch bescheiden schmeckt, kippten die Briten einfach Gin hinzu.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • Tonic Water
  • 2 bis 4 cl Gin

Cuba Libre

Es lebe das freie Kuba! So oder so ähnlich begann die Geschichte des Cuba Libre 1898, als amerikanische Soldaten auf die Befreiung Kubas von Spanien anstießen. Nach der Revolution durch Fidel Castro (und natürlich dem Comandante Che Guevara) bekam der Drink in den USA wieder eine leichte politische Brisanz.
Offiziell wird der Cuba Libre mit weißem Rum aus Kuba gemixt. Doch probieren Sie auch andere Rumsorten. Achten Sie aber darauf, Verschnitt und sonstige Aromabomben zu meiden. Echter Rum ist mild und schmeckt nach einem heißen Abend in den Tropen.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • Cola
  • 2 bis 4 cl Rum
  • 1 bis 2 Limettenscheiben

Mojito

Der Mojito hat ebenfalls eine seglerische Tradition. In diesem Fall eine Piratentradition oder besser: Freibeutertradition. Schon Francis Drake soll auf seinen Kaperfahrten im Namen der Krone einen Mojito getrunken haben. Die Limetten halfen zumindest gegen Skorbut.
Berühmtheit erlangte der Drink aber erst durch den Schriftsteller, Abenteurer, Hochseefischer, Großwildjäger und Trinker Ernest Hemingway, der den Mojito in seiner Stammkneipe auf Kuba in nicht unerheblichen Mengen konsumierte. Wer sein Werk “Der alte Mann und das Meer” noch nicht gelesen hat, sollte zudem schnellstmöglich in den nächsten Buchladen.
Doch zurück zum Mojito. Auch er basiert auf (weißem) Rum, bekommt aber noch ein paar weitere Zutaten spendiert: Limettensaft, Minze, Rohrzucker und Soda.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • 2 bis 4 Limettenscheiben
  • 2 TL brauner Zucker
  • frische Minze
  • 5 cl Rum
  • 200 ml Soda

Vodka Cranberry

Der Vodka Cranberry wird auch Cape Codder genannt. Das bringt uns auch gleich zu seinem Ursprung: Nämlich New England an der Ostküste der USA. Mit Sicherheit einer einfachsten Highballs, aber auch farblich und geschmacklich intensiv. Wer Cranberrys nicht mag, sollte dann aber doch Abstand nehmen. Mit Ananassaft wird dann auch ganz schnell ein Bay Breeze aus dem Vodka Cranberry.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • frische Minze
  • 5 cl Vodka
  • 300 ml Cranberrysaft

Ipanema

Es gibt natürlich viele (und ja: auch gute) Gründe, den Abend ohne Alkohol ausklingen zu lassen. Da kommt der Ipanema wie gerufen. Er stammt vom Caipirinha ab und hat etwas weniger Wums. Statt Cachaca wird das Glas hier mit Ginger Ale gefüllt und um die ganze Sache etwas abzurunden, geben wir noch etwas Maracujasaft hinzu.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • 2 TL brauner Zucker
  • 10 cl Maracujasaft
  • 300 ml Ginger Ale
  • halbe Limette

Moscow Mule

Es soll eine Zeit gegeben haben, in dem Wodka (zumindest in den USA) weitgehend unbekannt war. Das fanden die Mad Men von der (amerikanischen) Marke Smirnoff eher suboptimal, denn wer sollte deren Wodka kaufen, wenn niemand etwas damit anfangen konnte?
1941 – so will es die Legende – schuf Smirnoff den Moscow Mule, der auf Wodka und Ginger Beer basiert. Um dem ganzen dann noch den letzten Pfiff zu geben, servierten sie ihn in einer Kupfertasse. Smirnoff verteilte dann im ganzen Land Kupfertassen in Bars, schraubte hier und da am Marketing und der Drink katapultierte den Wodka an die Spitze der Spirituosen.
An Bord darf es auch ein Glas sein. Da Wodka recht neutral schmeckt, fallen Unterschiede in der Qualität nicht groß auf. Guter Wodka besteht aus Roggen und nicht wie fälschlicherweise oft behauptet wird aus Kartoffeln.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • 2 Limettenscheiben
  • 450 ml Ginger Beer
  • 5 cl Vodka

Deutsche Elf kämpft um EM-Titel

Nachdem die deutsche Flotte Ende Juli zur Travemünder Woche ihren nationalen Saisonhöhepunkt erlebt hat, geht es ab Mittwoch auf der Bahn in die ersten offiziellen Wettfahrten des internationalen ORC-Highlights in der Ostsee. Geplant sind bis Samstag sechs Inshore-Wettfahrten über jeweils eine Stunde sowie ein Offshore-Rennen, das auf zehn bis zwölf Stunden Dauer angesetzt ist.

Enttäuschend ist der Andrang in der Klasse A. Nur acht Crews haben sich hier registriert, darunter die „Xenia“ aus Bremerhaven von Ralf Lässig, die neben der dänischen „Tarok 7“ von Erik Berth zu den Favoriten zählt. Berth und sein Team haben in 2016 vor Kopenhagen die Silber-Medaille bei der WM gewonnen. Lässig hat gute Erfahrungen mit Meisterschaften in Schweden. Er holte 2013 vor Sandhamn EM-Bronze.

Mit 25 Yachten bietet die Klasse B ein meisterschaftswürdiges Feld auf. Mit der „Intermezzo“ von Jens Kuphal (Berlin), der „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen) und der „Halbtrocken 4.0“ von Michael Berghorn (Kiel) sind auch die Top-Drei der Deutschen Meisterschaft vertreten, die durchaus Chancen auf eine Medaille haben. Die „Intermezzo“ bildet dabei nach CDL-Wert die Spitze der Flotte, sollte also jeweils nach dem Start und der ersten Kreuz vor dem Feld liegen, während sich die X41 von Seehafer und Berghorn im Feld der gleichschnellen Yachten behaupten müssen. Hoch im Kurs steht die modifizierte X41 „Premium“ von Priit Tammemagi (Estland), die bei den Europameisterschaften in der Ostsee in den vergangenen sechs Jahren immer auf einem Podiumsplatz positioniert war.

Die größte Flotte geht in der ORC C an den Start. 37 Meldungen sind hier eingegangen. Insbesondere die Esten stellen mit elf Crews eine starke Armada, die sogar die der gastgebenden Schweden übertrumpft. Die klare Favoritenrolle hat indes die schwedische „Pro4U“ von Patrik Forsgren inne, die sowohl die EM-Titel in 2017 und 2015 als auch WM-Bronze in 2018 und 2016 sowie WM-Silber vor Kiel in 2014 gewonnen hat. Als große Konkurrentin auf Gold wird die „Sugar“ von Ott Kikka (Estland) gehandelt, die seit 2013 EM-Medaillen in allen Farben gewonnen hat. Im Vorderfeld aus deutscher Sicht werden die „Immac Fram“ von Kai Mares (Dänischenhagen) und die „H.E.A.T“ mit Max Augustin (Hamburg) erwartet. Die „H.E.A.T“ wird damit das Meisterschaftstriple von DM, EM und WM gesegelt sein.