Archiv der Kategorie: sail24.com

Sonne lachte den Maibock-Seglern

Nach der Steuerleute-Besprechung vor dem ehemaligen Regattaschuppen in Travemünde, dem Clubhaus Leuchtenfeld des Lübecker YC, schickte Wettfahrtleiter Jens Kath die Crews nach Yardstick und ORC am ersten Tag auf den Kurs 9. Damit führte er die Segler bei leichten Winden über einen 18 Seemeilen langen Kurs durch die Lübecker Bucht. An Tag zwei folgten bei einer stärkeren Brise mit Böen über 20 Knoten zwei Up-and-Down-Wettfahrten.

Die „Sputnik“-Crew um Steuermann Conrad Brinkmann segelte mit ihrer Farr30 am schnellsten über den Mittelstreckenkurs und hatte die 18 Meilen nach 3:18 Stunden abgespult. Damit sicherten sich die Stralsunder zunächst die Führung in der ORC-Klasse vor der „Pink X“ von Christian Rosehr (Neustadt) und der „Claxpax“ (Klaus Schütte, Lübeck). Zu kämpfen hatte die „Sputnik“-Crew dennoch – allerdings mit einem defekten Anlasser ihres Motors und weniger mit der Performance unter Segeln.

An Tag zwei konnten Brinkmann und Co das Potenzial ihrer Farr30 allerdings nicht auf der Kurzbahn im gleichen Maß umsetzen. Ein dritter und ein 13. Rang ließ sie noch vom Podium stürzen. Rang eins in der ORC-Klasser sicherte sich die „Claxpax“ vor der „Pink X“ und der „Grace“, die Andreas Grasteit (Lübecker YC) durch zwei starke Up-amd-Downs nach Platz neun in der Mittelstrecke noch auf das Podium führte.

Der Lübecker „Tsunami“ setzte in der Yardstick-Wertung die Ausrufezeichen. Lutz Pouplier führte seine Crew bei allen Bedingungen und auf allen Strecken zum Sieg. Mit der Serie 1,1,1 war die „Tsunami“ nicht zu halten. Dahinter mischte sich das Feld vom ersten zum zweiten Tag frisch durch. Am Ende durch sich Chris Bauermeister (Wismar) mit seiner Hiddensee über Platz zwei freuen – punktgleich mit der „Austera“ von Jens Ansorge (Lübeck).

boot Director Petros Michelidakis über die neue Hallenaufteilung

Auf einer Pressekonferenz am 9. Mai informierte boot Director Petros Michelidakis über alle Neuigkeiten rund um die boot 2020:

„Zur boot Düsseldorf 2020 stehen zahlreiche interessante und spannende Neuigkeiten und Veränderungen an, über die wir heute berichten möchten. Schon jetzt deutlich sichtbar und kurz vor der Fertigstellung ist der Bau der neuen, hellen und großzügigen Halle 1, direkt hier neben dem Messehochhaus.

Bisher nur auf dem Hallenplan eingezeichnet und einsehbar ist die neue Aufteilung der Angebotsbereiche der boot 2020.

Die Analyse des Besuchsverhaltens und der Interessensgebiete der Besucher über die vergangenen Jahre hinweg sowie intensive Gespräche mit den Ausstellern, hat uns bewogen, die boot Düsseldorf in einem neuen Layout zu gestalten. Wir wollen allen Besuchern eine attraktive Wegeführung und direkten Zugang zu ihren favorisierten und verwandten Themen bieten. Ebenso sollen die ausstellenden Unternehmen hier exakt ihre Zielgruppen erreichen können.

© Messe Düsseldorf

Motoryachten von 30 bis 60 Fuß in der Halle 1

In der neuen Halle 1 gibt es hervorragende Präsentationsmöglichkeiten für den Themenbereich der mittelgroßen Motoryachten mit Innenbordmotor von 30 bis ca. 60 Fuß (10 bis 20 Meter). Hier werden sich unter anderem die Großserienhersteller wie Jeanneau, Bénéteau, Bavaria, Sealine und Greenline präsentieren. Auch die beliebten niederländischen Stahlyachten wie zum Beispiel aus der Traditionswerft Linssen werden hier einziehen. Der Besucher hat damit ein weltweit einzigartiges und vielfältiges Angebot an mittelgroßen Motoryachten auf einer Messe. Diese Yachten, besonders beliebt bei Familien, vermitteln Fahrspaß kombiniert mit Gemütlichkeit und dem Gefühl im Urlaub das Flair des eigenen Heims zu erleben.

Halle 3: Einstieg in den Motorbootsport – Halle 4: Spaß mit „Tow Boats“ und Tendern

Im Rund der Messehallen folgt die Halle 3. Hier spielt der Spaßfaktor und das Angebot für Einsteiger eine große Rolle. Motorboote mit Außenbordern begeistern und sind in der 15 PS-Version auch ohne Bootsführerschein zu steuern. Unter dem Motto „Start Boating“ gibt es hier kompetente Beratung für alle, die zum ersten Mal Boot fahren möchten. Gemeinsam mit unserem Medienpartner, der Zeitschrift „Boote“ vom Delius-Klasing-Verlag, wird die boot ein attraktives Einsteigercenter gestalten, in dem Experten mit Rat und Tat vor dem ersten Bootstrip zur Seite stehen. In der Halle 4 geht es zu den Außenborder-Motoren und den sogenannten Tow Boats und Sportbooten.

Hallen 5, 6 und 7: purer Luxus mit Tendern und Superyachten

Dies steigert sich weiter in der Halle 5, denn dort in der „Superboat Hall“ beginnt das Luxus-Segment auf der boot Düsseldorf 2020. Luxus-Tender und „Shadowboats“ exklusiver Marken wie Sacs, Wally, Blue Game, DeAntonio, Boesch, Fjord, Frauscher und Windy und Großserienhersteller werden ihre Neuigkeiten in diesem Segment präsentieren. Ein „Chase Boat“ oder „Shadow Boat“ ist weit größer und luxuriöser als ein normaler Tender und begleitet die Superyacht. Die luxuriöse Ausstattung eines solchen Bootes kann ganz nach den Wünschen des Besitzers gestaltet werden. So muss auch während eines Ausflugs mit Freunden auf eine Angeltour oder an einen einsamen, abgelegenen Strand nicht auf das luxuriöse Ambiente verzichtet werden.

Die Halle 6 bleibt unverändert das Herzstück des Luxussegments auf der boot Düsseldorf. Alles was Rang und Namen in der gehobenen Bootsbauklasse hat, ist hier an Bord und zeigt seine schnittigen Schönheiten. Nach dem großen Erfolg auf der boot 2019 werden wir im kommenden Jahr die Galerie der Halle 6, von der aus man einen grandiosen Blick über das Meer an Luxusyachten hat, mit Super- und Megaschiffswerften füllen, deren Yachten zu groß für die Präsentation auf der Messe sind. Wer dann seinen Liegeplatz in einer der exklusiven Superyacht Marinas wie Venezia oder Porto Novi in Montenegro buchen möchte, kann dies direkt vor Ort auf der Galerie in Halle 6 tun. Für die boot 2020 rechnen wir mit weiteren Marinas der Extraklasse, die sich hier ihrer anspruchsvollen Klientel präsentieren werden. Die Halle 7a komplettiert das Luxussegment der boot mit der Superyachtshow.

Maritime Kunst begeistert Liebhaber in Halle 7

Nach dem Ausflug in die Luxuswelten in den Hallen 5, 6 und 7a kann der Besucher in Halle 7 in der Betrachtung maritimer Kunst schwelgen und relaxen. Großformatiges mit Meeresszenen, Fotografisches mit maritimen Motiven oder kreative Skulpturen laden zum Betrachten und Verweilen ein.

Halle 8a: Spaß auf THE WAVE und dem Flatwaterpool – Shoppen bei Händlern und namhaften Herstellern

Weiter geht’s mit einem Ausflug in die „Beach World“ in der Halle 8a. Hier treffen sich die Trendsportfans zum Surfen, Kiten, SUP boarden mit den Stars und Sternchen der internationalen Szene. Ob „THE WAVE“ oder „Flatwaterpool“, angesagt ist, was Spaß macht. Die beiden Mega-Attraktionen rahmen ab der boot 2020 den Händler- und Herstellerbereich in der Halle 8a ein. Hier können die Trendsportler dann nach Herzenslust shoppen. Im Süden der Halle liegt das Aktionsbecken und im Norden steht die Welle.

Hallen 9, 10 und 11: Riesiges Angebot an Ribs, Dinghies, Zubehör, Innenbordmotoren und Ausrüstung

Die Neuheiten im Bereich der Festrumpfschlauchboote, in der Szene besser bekannt als Ribs (inflatable rigid boats), und der kleineren Dinghies/Beiboote werden die Aussteller in der Halle 9 zeigen.

Zubehör, Innenbordmotoren und Ausrüstung ist das Kernstück der Hallen 9 und 10 sowie einem Teil der Halle 11.

Segeln ist für die boot lebenswichtig. Segeln ist die Seele des Wassersports.

Die boot 2020 lädt zur größten Tauchausstellung der Welt in die Hallen 11 und 12

Die größte Tauchausstellung der Welt ist ab dem Jahr 2020 in den Hallen 11 und 12 der boot Düsseldorf beheimatet. Über 400 Aussteller zeigen alles, was das Herz des Tauchers begehrt. Namhafte Unternehmen, die führend in der Branche sind, wie zum Beispiel Aqualung, Mares und Cressi werden sich wieder mit ihrer kompletten Produktpalette präsentieren. Begehrter Anziehungspunkt für alle erfahrenen Tauchsportler und solche, die es erst werden wollen, ist das „Dive Center“. Dort werden an jedem Tag der boot 2020 wieder spannende Filme über exotische Tauchreviere gezeigt, Interviews mit international bekannten Stars wie Pierre-Yves Cousteau geführt und Einsteigern wertvolle Tipps beim Schnuppertauchen vermittelt. Jedes Jahr feiern hier viele tausend Taucher, 26 Prozent der Besucher der boot sind Taucher oder Tauchinteressenten, ein einzigartiges Event, was weltweit seinesgleichen sucht. Dazu zeigen internationale Top-Destinationen der Tauchszene ihre Vielfalt und machen allen Besuchern Lust auf „Meer“. Technisch bereichert wird das Tauchangebot auf der boot durch die „Water Pixel World“. Neben den neuesten Entwicklungen und Innovationen rund um das Filmen und Fotografieren im und unter Wasser spielen hier Workshops mit internationalen Stars der Szene eine große Rolle. Die Profis geben Tipps und zeigen Tricks aus der spektakulären Unterwasserfotografie und dem Umgang mit Videokameras und Drohnen.

„love your ocean“-Kampagne zeigt Flagge in den Tauchhallen

Allen Wassersportlern und vor allem den Tauchern ist der Schutz der Meere ein besonderes Anliegen. Das ist uns sehr bewusst und wir haben deshalb den Stand der „love your ocean“-Kampagne in den Tauchhallen platziert.  Gemeinsam mit der Deutschen Meeresstiftung und unserer Meeres-Botschafterin Emily Penn haben wir mit dieser Aktion inzwischen eine gewaltige Ausstrahlung in die Welt erreicht. „love your ocean“ ist ein echter Publikumsmagnet auf der boot Düsseldorf. Mit der Lage des Standes in den Tauchhallen der boot ist „love your ocean“ mitten unter seinen Fans angekommen.

Hallen 13 und 14: „Travel World“ zeigt die schönsten Urlaubsziele an Seen und Meeren

Thematisch passend schließen sich an die Tauchhallen die Wassertourismus-Hallen 13 und 14 mit der „Travel World“ an. Charter-Agenturen, Marinas, Hausbootanbieter, aber auch Hotels, Kreuzfahrtunternehmen und Wassersport-Regionen lassen Sehnsucht nach dem nächsten Urlaub am und auf dem Wasser aufkommen. Die „Travel World“-Bühne bietet ein buntes Programm mit Tipps zu Urlaubszielen, Charter- und Hausbooturlaub oder spannenden Touren mit Kanu und Kayak. Die Hallen sind das Urlaubs- und Tourismuscenter der boot. Das vielfältige Angebot der Destinationen wird bereichert durch Hotels, die alle möglichen Formen des Wassersports anbieten. Hier werden sicherlich auch Menschen, die bis jetzt keine aktiven Sportler sind, vom Urlaubspaß am Wasser inspiriert und angesteckt. Somit ist das Thema Reisen in den Hallen 11 bis 14 ein besonderes Highlight: Vom Tauch-Hotspot bis zum Urlaub am und im Wasser.

Segelsport in den Hallen 15 bis 17: Segeln ist die Seele des Wassersports

Ich habe es bei unserer Jubiläums boot immer wieder betont: Segeln ist für uns die Seele des Wassersports! Mit dem Segeln hat die Bewegung auf den Gewässern begonnen: Die erste bekannte Darstellung eines Schiffes unter Segeln findet sich auf einer ägyptischen Zeichnung aus Luxor aus der Zeit 5000 vor Christus!

Und die Beliebtheit des Segelns ist ungebrochen. Dementsprechend wächst die Zahl der Anbieter auf der boot weiter. Drei Hallen sind ab 2020 dem Segeln gewidmet. Und wir haben natürlich die Großen der Szene mit auf Kurs: Hanse, Bavaria, Hallberg Rassy oder Großsegler wie Oyster und Nautors Swan sind zum Beispiel wieder mit an Bord. Gemeinsam mit den Herstellern innovativer neuer Boote wie zum Beispiel der Bente ergibt sich ein vielfältiges, international geprägtes Bild einer fortschrittlichen Seglerszene. Gewürzt mit den Auftritten renommierter, weltweit bekannter Segel-Größen wie Sir Robin Knox-Johnston, junger Wilder wie Laura Dekker mit ihrem neuen Segel-Projekt für Jugendliche und Experten oder Blauwasser-Segelexperten wie Sönke Roever im „Sailing Center“, sind die Segelhallen ein Spiegelbild einer vitalen und sehr emotionalen Szene. Ganz besonders freut mich, dass wir gemeinsam mit unserem Medienpartner, dem SVG Verlag, die Aktion „Start Sailing“ (Halle 15) ins Leben rufen. Hier profitieren Einsteiger und Interessierte vom Know-how der Experten.

Erstmals „public voting“ beim „ocean tribute“ Award

Eine topaktuelle Information zum „ocean tribute“ Award, der zur boot 2020 bereits zum dritten Mal verliehen wird: Von Mai bis Juli 2019 läuft die Bewerbungsphase für den Umweltschutzpreis. Die Auszeichnung, ausgelobt von der Fürst Albert Stiftung, der Deutschen Meeresstiftung und der boot Düsseldorf wird im Januar 2020 verliehen. Gemeinsam mit der monegassischen Stiftung und der boot wurde das Preisgeld auf 20.000,00 Euro erhöht. Bewerben können sich alle Institutionen, Verbände, Forschungseinrichtungen und Projekte, die für den Schutz der Meere und Gewässer arbeiten. Die Experten-Jury wählt aus allen Einsendungen fünf Nominierte aus, deren Projekte ab September auf der Website des Awards oceantributeaward.boot.de vorgestellt werden. Erstmals ist auch die Öffentlichkeit aufgerufen, sich an der Wahl des Gewinners zu beteiligen. Im „public voting“ kann sie ihre drei Favoriten küren. Dieses Ergebnis wird ebenfalls in die Endabstimmung einfließen. Der Gewinner wird im Januar anlässlich der „blue motion night“ zur boot 2020 bekanntgegeben und ausgezeichnet.

boot Team ist beim “Rhine Clean Up Day” am Start

Darüber hinaus wird sich das Team der boot am Rhine Clean Up Day am 14. September 2019 beteiligen und mit dafür sorgen, dass die Ufer unseres Flusses wieder sauber werden. Zusätzlich sind alle Fans der boot über Social Media und den boot.club aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen.

boot 2020: Messe-Düsseldorf-Chef Werner Matthias Dornscheidt zur neuen Halle 1

Im Rahmen einer Pressebegehung stellte Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, die neue Messehalle vor:

„Lassen Sie mich heute mit einem Zitat des wohl einflussreichsten Architekten des vergangenen Jahrhunderts beginnen: Le Corbusier äußerte sich zum Städtebau mit den Worten „Der Städtebau verlangt Einheitlichkeit im Einzelnen, Bewegung im Ganzen.“ Wenn wir nun das Wort Städte durch Messe austauschen, liegen wir, was die neue Halle 1 angeht, richtig. Natürlich müssen wir bei den Bauten in unserem Messegelände auf Einheitlichkeit achten. Wichtig ist jedoch auch, dass wir dem Individuellen, dem Speziellen, dem Flexiblen eine Chance geben. In ihrer Funktionalität und technischen Ausstattung bieten alle Messehallen ein Höchstmaß an Komfort für unsere Aussteller. Die Ausgestaltung ist jedoch individuell unterschiedlich und erzählt viel von ihrem jeweiligen Baujahr.

© Messe Düsseldorf

Bei Ihrem ersten Rundgang durch die Baustelle der Halle 1 werden Sie feststellen: Sie sieht irgendwie gleich aus wie ihre 20 Schwestern, bietet aber natürlich modernere, innovative und vielfältige Möglichkeiten. Zudem ist die Ausgestaltung, man schaue sich einmal den Hallenboden mit seinen schwarzgrau melierten Bodenfliesen an, sehr zeitgemäß verglichen mit den Industrieböden aus den 70er Jahren. Wandvertäfelungen und Parkettböden aus Holz in den Konferenzräumen liefern ein warmes und freundliches Ambiente. Die offene Konzeption und der weite Blick auf Nordpark, Rhein und Rheinturm aus den südlichen Konferenzräumen liefern Ruhe und Entspannung und bilden das Tor nach Düsseldorf. Und der weitläufige Vorplatz unter dem lichtdurchlässigen Textildach wirkt hell und offen. Hier gibt es keine Begrenzung. Besucher und Aussteller durchlaufen ein freundliches Entrée, um anschließend in einer, durch eine Vielzahl an Oberlichtern, hellen, lichtdurchfluteten Messehalle aufeinanderzutreffen. Beste Bedingungen für gutes, erfolgreiches Business in bester Atmosphäre und Raumkultur.

Sie hören, ich komme richtig ins Schwärmen, wenn ich von dieser neuen Halle 1 rede! Ich denke jedoch, dass wir als Messegesellschaft mit eigenem Gelände immer auch in die Zukunft investieren müssen. Messehallen, die inzwischen fast 50 Jahre auf dem Buckel haben, müssen kontinuierlich saniert, modernisiert und neugestaltet werden. Und manchmal muss auch ein Neubau her, um weiter ganz nah am Puls der Zeit zu sein.

Wir haben uns sowohl bei der Ausschreibung als auch der Auswahl des Architektenteams viel Mühe gegeben. Ziel war es, einen weiteren Messe-Eingang zu schaffen, der uns, die Messe Düsseldorf, ansprechend repräsentiert. Unter dem Motto „future building“ bauen wir für unsere Kunden und dies sind Menschen, die Messen lieben. Also kommt ein weiteres Motto der Messe Düsseldorf ins Spiel „love a fair“. Und ich glaube, dass es genauso ist. Wir bauen für die Zukunft, damit Menschen weiterhin ihr Business auf unseren Messen in einer bestmöglichen Atmosphäre betreiben können.

Ich freue mich sehr auf die Inbetriebnahme der neuen Halle, erstmals wird sie Ende September bei der Gastveranstaltung expopharm belegt. Anschließend beziehen die Aussteller der Kunststoffmesse „K“, der A+A – Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und der MEDICA die Halle 1. Zur boot wird sie zur Heimat mittelgroßer Motoryachten, die sich einer großen Beliebtheit erfreuen.

© Messe Düsseldorf

Lassen Sie mich hier nur einige der beeindruckenden Details unseres Bauprojektes „Neue Messe Süd“ nennen: Es ist natürlich nicht ganz billig, aber jeden Euro der rund 140 Millionen wert! Die Bauzeit betrug etwas mehr als zwei Jahre, damit sind wir verglichen mit anderen Großbauten sehr fix. Insgesamt bietet sie 12.027 Quadratmeter Fläche. Sie ist 158,34 Meter lang, 77,40 Meter breit und 20 Meter hoch und kommt gänzlich ohne Stützen aus. Sie besitzt zur Anlieferung der Exponate sieben Tore, die 5,50 Meter breit und 6 Meter hoch sind, ein Tor davon ist auch für den Transport noch größerer Boote oder Maschinen geeignet: es ist 6,80 Meter hoch. Sie kann für Konzerte, Events oder andere Arten von Veranstaltungen für bis zu 10.000 Menschen eingerichtet, das heißt bestuhlt werden. Sechs Konferenzräume stehen mit jeweils 200 Quadratmetern für je 198 Teilnehmer zur Verfügung – vier davon mit dem erwähnten Blick in die Stadt. Zum CCD.Süd gibt es einen verglasten Übergang im 1. Obergeschoss. Das Foyer des neuen Eingangs Süd hat eine Fläche von 2.112 Quadratmetern und lässt sich ebenfalls für Veranstaltungen einsetzen. Das Material des Vordachs ist ein lichtdurchlässiges Glasfasergewebe mit LED-Beleuchtung. In der unter dem Vorplatz liegenden Tiefgarage haben 300 PKW Platz, auf dem oberirdischen Parkplatz noch einmal 138. Daneben gibt es Haltepunkte für Busse und Taxis. Wer einen Erholungsspaziergang im Nordpark unternehmen möchte, kann diesen durch einen direkten Übergang erreichen.

Sie sehen „future building“ ist bei uns nicht nur eine leere Phrase, sondern mit sichtbaren Ergebnissen gefüllt. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Erkundung der neuen Halle 1 unter der Obhut unserer Kollegen aus der Bauabteilung.“

Eröffnung des Camp 24/7

Hier ist das Herzstück von Kiel.Sailing.City – in diesem Jahr sogar bis zur großen bundesweiten Feier am Tag der Deutschen Einheit. Ich wünsche dem Camp 24/7 auch für die 17. Saison immer gutes Segelwetter und viele schöne Stunden unter Segeln auf der Förde“, mit diesen Worten eröffnete Oberbürgermeister Ulf Kämpfer am Donnerstag, 9. Mai 2019, die neue Segelsaison im Camp 24/7 in Kiel.

Neben den mehr als 90 langjährigen Camp-Partnern begrüßten Kämpfer und Frank Meier, Vorstandvorsitzender der Stadtwerke Kiel AG, die neuen „Besatzungsmitglieder“ KSK Media, FEL GmbH, Neander und CJ Legend Ocean Racer sowie den neuen Gastronomiepartner MOBY.

© Kiel-Marketing GmbH

Das Segelprojekt Camp 24/7, in dessen Rahmen jedes Jahr insbesondere Kinder und Jugendliche in den Segelsport hineinschnuppern und wichtige Werte wie etwa ein faires Miteinander lernen, wird seit 2003 von der Landeshauptstadt Kiel präsentiert. Das Angebot dauert bis zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober und umfasst ein vielfältiges Segel- und Landprogramm, das auch Kindern und Erwachsenen mit Behinderung ermöglicht, das Segeln für sich zu entdecken.

In der aktuellen Saison beinhaltet das Angebot des Camp 24/7 bis zu 30 Schnupperkurse auf Optimisten, O’pen-BIC-Booten, C55-Jollen, Skippi-Yachten und Segelkuttern für Kinder, Schulklassen, Familien und Unternehmen. An Land sorgen unter anderem ein Beach-Volleyball-Feld, ein Segelsimulator und ein Tischkicker für Spaß. Neben dem Beach-Volleyball-Firmencup, der am 13. Mai startet, gibt es am 14. August auch wieder den SUP Firmencup.

Damit der Zugang zum Camp 24/7 Kindern und Erwachsenen mit Behinderung leichter gelingt, wurde in diesem Jahr in eine neue Rampe für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer investiert und zudem der Zugang zur Gastronomie verbessert.

Weitere Informationen zum Gemeinschaftsprojekt von Kiel-Marketing GmbH und Stadtwerke Kiel AG unter: www.camp24-7.de

Warnemünder Woche 2019: Seesegeln auch für kleine Crews

Rund Bornholm ist ein Klassiker der deutschen Langstrecken-Regatten. Doch auch Klassiker müssen immer wieder an die Gegebenheiten der Zeit angepasst werden, damit sie weiter attraktiv bleiben. Dies soll laut den Veranstalter der Warnemünder Woche auch mit der Rund Bornholm, die damit dem allgemeinen Trend zum Wettsegeln mit kleinen Mannschaften folgt: In diesem Jahr wird die etwa 270 Seemeilen lange Regatta erstmals sowohl für single- als auch für double-handed Crews ausgeschrieben, was für zusätzliche Meldungen sorgen soll. Neu ist auch, dass die Rund Bornholm nicht wie gewohnt am Montag, sondern bereits am ersten Sonntag (7. Juli 2019) der Warnemünder Woche startet. Damit kommen die Organisatoren der Warnemünder Woche den Teilnehmern der Rund Bornholm entgegen, die sich somit einen Tag weniger Urlaub für die Langstrecke nehmen müssen.

Die bereits aus dem letzten Jahr bekannte Charterwertung bleibt erhalten. Die neuen Ausschreibungen für eine Einhand- und eine Zweihand-Wertung gelten auch für alle weiteren Dickschiffregatten der Warnemünder Woche. Die Mittelstrecke Mecklenburgische Bäderregatta startet am ersten Samstag (6. Juli 2019) und soll damit eine gute Einstimmung auf die am nächsten Tag stattfindende Rund Bornholm bilden. Am zweiten Warnemünder Wochenende (13./14. Juli 2019) messen sich die Seesegler dann in bis zu fünf Up & Down-Wettfahrten an zwei Tagen, was für sie den Abschluss der Warnemünder Woche bildet.
www.warnemuender-woche.com

Zweimal GER in Top-10 zum 470er EM-Auftakt

Sonnig und verheißungsvoll für einen perfekten EM-Start präsentierte sich San Remo am Donnerstagmorgen. Entsprechend schickte die Wettfahrtleitung die 110 Crews früh auf das Wasser. Dort mussten sich die Segler allerdings rund zwei Stunden gedulden, bis sich die Brise in Richtung und Stärke stabilisiert hatte. Dann aber gab es ideales Segeln.

Vor allem die Superstars der Szene wussten dieses Wetter in Top-Ergebnisse umzusetzen. Die Australier Matthew Belcher/Will Ryan (Belcher startet auch für den NRV Hamburg) legten mit drei Siegen in Folge mächtig vor. Sie starten zur EM in der offenen Wertung, werden also bei der Vergabe der EM-Titel herausgerechnet. Daher haben zunächst die Österreicher David Bargehr/Lukas Mähr den Kurs auf den Titel eingeschlagen. Sie führen auf Gesamtrang zwei mit der Serie 1,3,2 die kontinentale Flotte an.

Auch die Mecklenburger Malte Winkel/Matti Cipra erwischten einen guten Start in das Geschehen. Nach dem dritten Platz zum Auftakt rutschten sie allerdings in der zweiten Wettfahrt aus (17), um sich dann mit Platz 7 im dritten Rennen wieder zu fangen. Insgesamt liegen die EM-Medaillengewinner des vergangenen Jahres damit auf dem neunten Rang (Platz sieben in der EM-Wertung). Die zweite deutsche Mannschaft mit Olympia-Ambitionen, Simon Diesch/Philipp Autenrieth, muss vorerst mit Rang 23 zufrieden sein.

Bei den Frauen nutzten Nadine Boehm/Ann-Christin Goliaß die etwas stärkere Brise, um sich wieder in Szene zu setzen. Nachdem die Leichtwindbedingungen vor Mallorca der bayerischen Crew den Saisonauftakt in Europa verhagelt hatten, sind sie nun als beste Deutsche auf Rang acht in den Top-Ten zu finden. Frederike Loewe/Anna Markfort lauern auf Rang 13, und auch Theres Dahnke/Birte Winkel halten sich als 18. noch in den Top-20.

An der Spitze agiert aber mit der Serie 1,8,1 die britische Top-Mannschaft Hannah Mills/Eilidh McIntyre.

Contender holen WM 2021 nach Deutschland

Damit kehrt das wichtigste Großereignis im Kalender der weltweiten Contender-Community nach 16 Jahren erstmals wieder in deutsche Gewässer zurück. Die letzte Weltmeisterschaft der Trapez-Einhandsegler in Deutschland gab es 2005 in Travemünde. Damals gab es auch den letzten deutschen Titelgewinn durch Jan von der Bank aus Eutin.

Ob es dann ein neues Rekordfeld wie vor wenigen Jahren am Comer See (170 Boote) geben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass sich die Klasse sowohl in Deutschland als auch im Ausland über ein stetes Wachstum freuen darf. Dies gilt sowohl für die Zahl der Mitglieder in der Klassenvereinigung als auch für die Regattafelder. Diese sind nicht nur bei den überregionalen Events wie der Kieler Woche oder der Internationalen Deutschen Meisterschaft, sondern manchmal auch bei kleinen Regatten beeindruckend groß. Erst vor wenigen Wochen trafen sich 36 Contender-Segler aus vier Ländern zum „Drahtseilakt“ auf dem Königshütte-See in Nordrhein-Westfalen – einem Revier, das sich durch seine Bescheidenheit in der Größe auszeichnet.

Die Boote mit der Klassenflagge „C“ im Segel sind inzwischen auch häufiger auf bayerischen Gewässern zu sehen. Lange Zeit war die Contender-Klassenvereinigung in Bayern fast nicht wahrzunehmen. Vergangenes Jahr glückte jedoch die Premiere einer neuen Ranglistenregatta am Ammersee.

Wer Jan von der Bank als nächsten deutschen Contender-Weltmeister nachfolgen möchte, könnte jetzt also noch einen günstigen Zeitpunkt zum Einstieg erwischen. Wem der Contender bisher nur von Fotos oder Videos vertraut ist, darf übrigens die von der Klassenvereinigung zur Verfügung gestellten Einsteigerboote nutzen und selbst mal Steuermann und Vorschoter im Trapez gleichzeitig sein. Die Contender haben ihre Einsteigerflotte vergangenes Jahr modernisiert, sodass erfahrene Segler das Einhand-Trapezsegeln mit wettbewerbsfähigem Material auch gleich im Regattamodus testen können. Möglichkeiten zum Probesegeln bestehen in Friedrichshafen, Kempen, Leipzig, Steinhude, Potsdam und Kiel. Nähere Informationen gibt es unter contenderclass.de.

Bei dieser Gelegenheit darf sich der neugierige Probesegler natürlich auch davon überzeugen, warum sich der Contender als internationale Klasse etabliert und so viele Segler von sich überzeugt hat. Seine Segeleigenschaften, die Designer Ben Lexcen zu verdanken sind, spielen natürlich eine große Rolle. Heute lebt die Klasse aber auch vom Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl ihrer Mitglieder.

Höhepunkte dieser Saison werden die Internationale Deutsche Meisterschaft auf dem Steinhuder Meer (Baltische Seglervereinigung) vom 30. Mai bis 2. Juni und die Weltmeisterschaft in Quiberon in Frankreich (20. bis 26. Juli) sein.

Gotthardt: Funk-Windex

Die neue Kombination aus Scout UKW-Antenne und Windex 15 soll für besten UKW-Empfang und präzise Windanzeige in einem sorgen.

Die äußerst leistungsfähige (156 bis 162 MHz) Scout UKW-Antenne lässt sich unkompliziert und platzsparend im Masttopp installieren und ist dabei extrem leicht: Das Gewicht der Antenne beträgt nur 260 Gramm (Länge 0,5 Meter) bzw. 300 Gramm (Länge 0,9 Meter). Mit dem eigens von Scout entwickelten Patent wird ein spezielles Kunstharz unter Druck in den Antennenstab injiziert. Dadurch wird die Antenne 100 Prozent wasserdicht, äußerst widerstandsfähig und stabil. So kann der Wind ungestört und sehr präzise angezeigt werden.

Die Windex Scout UKW-Antenne ist in zwei Längen im Fachhandel erhältlich.

Preis: ab 118,90 Euro www.gotthardt-yacht.de

Hamburg ancora Yachtfestival: Professionelle Tipps, Vorträge und Mitmach-Aktionen

Neben 200 Yachten und einem großen Angebot an maritimer Ausrüstung erwartet die Besucher auf der 10. In-Water Boat Show in Neustadt (Holstein) ein buntes Programm mit jeder Menge Action.

„Wir freuen uns, viele Experten für unser Yachtfestival gewonnen zu haben, die ihr professionelles Wissen gern anschaulich und unterhaltsam an unsere Besucher weitergeben, etwa bei Workshops, Seminaren und Vorträgen zu praxisrelevanten Themen für alle Yachtsportler“, so Heiko Zimmermann, Projektleiter des Hamburg ancora Yachtfestivals. Natürlich solle aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen: „Mitmachen und ausprobieren heißt das Motto“, erklärt Zimmermann. So stehen für die Besucher zum Beispiel ein sogenannter X-CAT, der leicht und schnell aufgebaut ist und ganz einfach auf das Autodach passt, Stand-Up-Paddleboards, elektrische Surfboards, Skiffs, Kajaks und eine J/24 bereit.

Workshops und Vorträge

Im Hinblick auf die große Zahl an lehrreichen Workshops und Vorträgen haben Besucher am letzten Maiwochenende in Neustadt die Qual der Wahl. Blauwasser-Experte Sönke Roever etwa lädt am Samstag, 25. Mai, von 9 bis 15 Uhr zum Fahrtensegler-Seminar ins neue Arborea Marina Resort auf dem ancora-Marina-Gelände ein.

Beim ISAF-Sicherheitstraining „Überleben auf See“ der Segelschule Well Sailing gibt es am Samstag und Sonntag neben einem Leckabwehr-Training Praxis-Tipps zum Einsatz der Rettungsinsel, zur Rettung über Bord gefallener Personen sowie der richtigen Handhabung pyrotechnischer Seenot-Signale.

Wer von einer Auszeit vom Alltag träumt, macht sich am besten auf zu Charter-Spezialist Urs Rothacher, der mit seiner Familie selbst mehrere Monate unterwegs war und am Samstag und Sonntag jeweils ab 12 Uhr von seinen Erfahrungen berichtet.

Zahlreiche weitere Vorträge und Seminare, die unter anderem rund um die Themen Osmose, Refit, Motor und Elektrik informieren, runden das informative Rahmenprogramm ab.


Das Hamburg ancora Yachtfestival findet vom 24. bis 26. Mai 2019 in der ancora Marina in Neustadt/Holstein statt. Geöffnet ist von Freitag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Weitere Informationen zum Programm unter: www.yachtfestival.de

Unter Deck der Willing 31

Wer sich über das aussteifende Brückendeck ins Innere der Willing 31 begibt, könnte meinen, der Konstrukteur hatte bei seinem Wohnkonzept den Baby-Boom der 1960er und 1970er Jahre vor Augen. Eine Bettenburg aus kuriosen neun Kojen kann im Extrem belegt werden. Nach heutigen Komfortansprüchen dürfte die Hälfte an Besatzung jedoch ausreichen, um auf dem nur 9,50 Meter langen Boot noch Ruhe zu finden. Die üppige Kojenanzahl war neben der Seetüchtigkeit wohl auch der Grund, warum so viele Willings in Charter oder als Ausbildungsschiffe liefen/ laufen.

Zwei zeittypische Hundekojen tun sich achtern unter den Cockpitduchten auf, weshalb Backskistenstauraum hier leider fehlt. Üppiges wie Fender muss notdürftig achtern in zwei tieferen Backskisten gestaut werden. Direkt am Niedergang backbords liegt eine bugwärts ausgerichtete L-Pantry mit zweiflammigen Spirituskocher und großem Eisfach. Letzteres wurde auf vielen Booten schon auf Gas und echten Kühlschrank umgerüstet. Ihr gegenüber positioniert: Eine funktionale Navi in Fahrtrichtung mit großem Kartentisch. Der Navigator nutzte das Kopfende der Hundekoje zum Sitzen und konnte so nachts zwischen Schlafphasen gewonnene Kenntnisse als Kommandos direkt ins Cockpit weitergeben – so funktionierte Fahrtensegeln in den 1970ern.

Wegen des breiten IOR-Bauches ließ sich schiffsmittig ein geräumiger Salon realisieren, der backbords eine Dinette beherbergt, die durch Absenken des Tisches zu einer Doppelkoje umbaubar ist. Ihr gegenüber liegt eine Längsbank, die ebenfalls als Koje umbaubar ist. Beidseitig darüber finden sich statt Stauschränken zwei weitere Lotsenkojen. Sie lassen sich heute aber auch zum Stauen von Taschen nutzen, wodurch man sich allerdings die Sicht/ das Licht der Rumpffenster nimmt. Über eine hochgezogene, aussteifende Bodenwrange gelangt man ins abgetrennte Vorschiff. Backbords findet sich eine kleine Nasszelle mit Pump-Toilette und und ausziehbarem Waschbecken – zum Duschen blieb in den 1970ern meist nur der Gang zum Hafenmeister. Wer die Tür zum Vorschiff öffnet, schließt automatisch den großen Stauschrank steuerbords. Die V-Koje bietet zwei Erwachsenen vollen Schlafkomfort. Ablagen für Bücher fehlen jedoch.

Im Gros wirkt der Ausbau in Teak und Teaksperrholz sauber gearbeitet. Wo nötig, finden sich Schlingerleisten und an zentralen Orten wie im Salon oder der Navi wurde der Rumpf seitlich in Holz gewegert. Diese Baunummer befindet sich allerdings auch in einem guten Pflegezustand: Das Teak wurde bereits nachlackiert und die Seitenwände von den zeittypischen Teppichen befreit, was dem Interieur ein aufgeräumtes Flair verleiht. Fehlend ist schlicht schnell zugänglicher Stauraum in Form von Ablagen und Schränken für die alltäglichen Dinge des Lebens – ein Manko, das dem kompanieartigen Kojenanspruch geschuldet wurde.

Blaue Flagge für Marinas in der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien

Die Blaue Flagge der Foundation for Environmental Education (FEE) ist in 44 Ländern weltweit ein Symbol für Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Wasserqualität an den Stränden und in den Sportboothäfen. In diesem Jahr wurde sie in der Region Friaul-Julisch Venetien an der Nordadria gleich elfmal vergeben

Um die Blaue Flagge zu erhalten, müssen insbesondere ökologische Anforderungen erfüllt werden. Zu den von den Prüfern des europäischen Gremiums begutachteten Dienstleistungen gehören unter anderem die Abfallwirtschaft, die Verwendung von ökologischen Materialien in den Werften, Maßnahmen zur Verringerung des Wasser und Stromverbrauchs sowie Bildungsmaßnahmen zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für die Umwelt. Darüber hinaus müssen die Marinas jedes Jahr aus 20 ökologischen Zielen drei Projekte auswählen und innerhalb eines Jahres realisieren.

Ausgezeichnet wurden in der Region Friaul-Julisch Venetien die Yachthäfen Marina Uno, Marina Punta Verde, Porto Vecchio und Punta Faro in Lignano Sabbiadoro, Punta Gabbiani, Darsena Centrale und Marina Capo Nord in Aprilia Marittima, Marina Sant’Andrea in San Giorgio di Nogaro, Porto San Vito in Grado und Marina Hannibal in Monfalcone sowie die Lega Navale Sektion Triest.

Auf dem Weg zum SBF See: Die praktische Prüfung

Mittwochmorgen: Dick eingemummelt sitze ich in der S-Bahn und versuche, mir das einzuprägen, was dort auf dem Zettel vor mir geschrieben steht: „Auskuppeln, Backbord-Ruder und gleichzeitig den ‚Hafengang‘ rückwärts einlegen.“ Dammtor, Hauptbahnhof, Berliner Tor. Ich bin fast da. Mütze auf, Handschuhe an und raus. Vom Bahnhof Hamburg-Rothenburgsort laufe ich bis zum Treffpunkt am Ufer der Bille. Der Himmel ist strahlend blau, es weht nicht mal ein laues Lüftchen und die Temperaturen liegen gerade eben im Plusbereich. Sollte das bis Samstag alles so bleiben, habe ich schon mal eine Sorge weniger. Wettertechnisch könnten die Prüfungsbedingungen im Hamburger Winter wohl kaum einfacher sein.

Am Wasser warten bereits mehrere Sportbootführerschein-Anwärter von anderen Bootsschulen auf den Beginn ihrer Übungsfahrt. Die meisten wollen ebenfalls in drei Tagen zur Prüfung antreten und sind dementsprechend nervös. Nach und nach trudeln dann auch die Boote ein: vier kleine und ein deutlich größeres – „meine“ Meri Leijona. War ja klar: Diejenige, die am meisten Bammel hat, irgendwo anzuditschen, landet im größten Boot. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich schon bis zum Nervenzusammenbruch an einer engen „Parklücke“ verzweifeln. Ok, keine Panik jetzt. Autofahren ist schließlich etwas völlig anderes. Außerdem ist die Meri Leijona rundum durch Fender gepolstert. Müsste ja eigentlich idiotensicher sein.

Zusammen mit unserem Ausbilder Reinhard sind wir zu viert an Bord. Ich darf als erste ans Ruder. Gas geben, Leerlauf. Ok, das ist nicht so schwer. Bekomme ich hin. Dass wir nur im „Hafengang“ fahren werden, kommt mir ganz gelegen. Je langsamer, desto besser. Dann kann ich nicht aus Versehen irgendwo gegenbrettern. Nach und nach üben wir alle Pflichtmanöver und sonstigen Aufgaben, die in der Prüfung abgefragt werden können: Fahren nach Kompass, Peilen, Mann über Bord, Anlegen, Ablegen, kursgerechtes Aufstoppen, Wenden auf engem Raum, Fahren nach Landmarken, Manöverschallsignale, Knoten und das Anlegen der Rettungsweste.

Am Steuer wechseln wir uns alle paar Minuten ab. Die Stimmung ist entspannt. Reinhard gibt uns jede Menge Tipps und erzählt nebenbei von seinen Prüfungserfahrungen. Auf dem Wasser sind lediglich die anderen Übungsboote unterwegs. Das Peilen, Aufstoppen und Fahren nach Landmarken klappt mithilfe von Reinhards Anweisungen auf Anhieb. Fahren nach Kompass ist schon ein wenig kniffliger. Anstatt erst einmal den Bug zu beobachten, tendiere ich dazu, zu schnell zu korrigieren, wenn die Nadel nicht sofort da ist, wo sie sein soll. Die Lösung ist zum Glück einfach – theoretisch zumindest: abwarten und ein Gefühl dafür bekommen, wie die Meri Leijona überhaupt reagiert. Auch beim Mann-über-Bord-Manöver bleibt die erwartete Katastrophe aus. Im ersten Anlauf kann Reinhard die orangefarbene Boje, die unseren über Bord gegangenen Mann darstellt, allerdings bei uns allen dreien nur noch so gerade eben mit weit ausgestrecktem Arm aus dem Wasser ziehen. In der Prüfung gelte das schon als misslungener Versuch, sagt er. Egal, sofern es im zweiten Anlauf klappt, ist ja noch alles im grünen Bereich – ganz schön gnädig. Außerdem haben wir unseren Mann immerhin nicht überfahren. Und das ist ja fürs Erste auch schon mal was, oder?

Anlegen fällt mir definitiv am schwersten. Wusste ich’s doch: das verhasste Parken. An jenem Steg, der den Start- und Endpunkt unserer Prüfung bilden wird, kommen sogar noch erschwerte Bedingungen zur ohnehin nicht einfachen Aufgabe dazu. Wer wie wir mit der Backbord-Seite anlegen will, muss hier mit sehr wenig Platz zurechtkommen, weil auf der einen Seite des Steges die Zufahrt blockiert ist. Das heißt: Statt einfach langsam mit der Backbord-Seite auf den Anlegeplatz zufahren zu können, müssen wir diesen „falsch herum“ ansteuern, unmittelbar davor wenden und dann direkt anlegen.

Ich versuche, die Anweisungen vom Arbeitsblatt Schritt für Schritt abzuspulen, werde dann aber doch jedes Mal hektisch und bin mir nicht mehr sicher, wann ich das Ruder in welche Richtung einschlagen muss. Sobald ich keinem festen Schema mehr folgen kann, bin ich irgendwie aufgeschmissen. Und: Der gute alte Radeffekt bringt mich immer wieder durcheinander. Trotzdem landen wir auf wundersame Weise jedes Mal sicher am Steg. Vielleicht wäre es doch einfacher, die Sache nicht ganz so verkopft anzugehen.

Am Ende des Übungstermins sind meine Gefühle gemischt. Mit der
Meri Leijona über die Bille zu cruisen macht richtig Laune – gar keine Frage! Und im Großen und Ganzen hat auch alles überraschend gut funktioniert – keine Totalausfälle, keine Schäden – sicher fühle ich mich allerdings noch nicht ansatzweise. Wie auch, nach gerade einmal knapp drei Stunden auf dem Wasser? Für mich ist deshalb klar: Meri Leijona und ich werden uns auf einer zweiten Übungsfahrt wiedersehen – auch wenn Reinhard mir versichert, dass ich die Prüfung auch ohne diese bereits bestehen würde.

Zwei Tage später und damit einen Tag vor der Prüfung geht es also ein zweites Mal aufs Wasser, diesmal alleine mit Reinhard. Damit habe ich zwei volle Stunden, um die Manöver nochmal in aller Ruhe zu üben. Schnell merke ich: Es läuft schon deutlich besser als beim ersten Mal. Viele Abläufe habe ich offensichtlich ganz automatisch verinnerlicht. Als wir meinen Lieblingssteg auf dem Prüfungsgelände ansteuern, erwartet uns jedoch eine Überraschung: Riesige Arbeitsgeräte liegen plötzlich nur wenige Meter vor und neben dem Anleger auf dem Wasser: Schuten, Pontons und sogar mehrere Bagger. Was vor zwei Tagen schon eng war, ist heute für Anfänger der blanke Horror. „Wenn die morgen noch da sind, werden sie euch hier wohl kaum prüfen“, mutmaßt Reinhard. Leider wird er sich ausnahmsweise einmal geirrt haben.

In der darauffolgenden Nacht träume ich von fiesen Prüfern und reißenden Gewässern, in denen unzählige bunte Bojen auf und ab hüpfen und mir große Kähne den Weg versperren. Aber dann ist er auch schon da: der Prüfungstag.

Um 9 Uhr treffe ich in der Billstraße ein. In einer halben Stunde soll es hier für unsere kleine Well-Sailing-Crew losgehen. Drinnen vor dem Anmelde- und Prüfungsraum ist es bereits rappelvoll. Eintritt nur nach Aufforderung, informiert ein Zettel. Na dann. Ich warte. Die meisten Prüflinge absolvieren heute gleich beide Prüfungsteile und warten auf den Beginn ihrer Theorieprüfung oder die Verkündung ihres Ergebnisses, erfahre ich. Für den heutigen Vormittag standen gleich drei verschiedene Theorieprüfungstermine zur Auswahl. Die Praxisprüfungen hingegen finden laufend parallel statt.

Um 09:30 Uhr trudeln meine beiden Mitprüflinge von Well Sailing ein. Um 10 Uhr werden wir langsam unruhig. Sind wir hier wirklich richtig oder haben wir den Start unserer Prüfung draußen womöglich längst verpasst? Durch das lange Warten werde ich noch nervöser, als ich es ohnehin schon war. Und langsam lassen sich auch meine beiden Mitstreiter anstecken. Noch einmal gut 30 Minuten später öffnet sich endlich die Tür und der nächste Schwung Prüflinge darf zur Anmeldung hereinkommen. Obwohl ich bei der Prüfungsanmeldung angegeben habe, heute lediglich die Praxisprüfung absolvieren zu wollen, will man mich zunächst in die Theorieprüfung schicken. Ich sei ja schließlich für beide Prüfungsteile angemeldet. Beim Prüfling hinter mir das gleiche Problem. Puh, läuft ja super bisher.

Als alles richtiggestellt ist und wir am Anleger ankommen, wird es nicht unbedingt besser. Um uns herum wird wild diskutiert. Ein paar Wortfetzen, die ich aufschnappe, lassen nichts Gutes vermuten: „Unfall“, „der Arme“, „zu nah ans Ufer gefahren“, „das Boot können sie heute erst einmal vergessen“. Eine Grundberührung? In der Prüfung? Ich versuche, lieber gar nicht so genau hinzuhören. Noch mehr Nervosität kann ich jetzt wirklich nicht gebrauchen.

Reinhard tuckert mit der Meri Leijona die Bille auf und ab, weil am Anleger gar kein Platz für die vielen Prüfungsboote der verschiedenen Boots- und Segelschulen ist. Aber dann geht plötzlich alles ganz schnell: Zusammen mit einem der Prüfer klettern wir an Bord. Rettungswesten an und los geht es mit der Prüfung. Der blockierte Steg lässt unseren Prüfer offenbar völlig kalt. Na gut, irgendwie hat er ja recht. Besser jetzt schon mal mit einer schwierigen Situation konfrontiert werden, als auf dem ersten Törn völlig überfordert sein. Anfangen möchte unter diesen Bedingungen aber dann doch keiner von uns dreien, nicht einmal der erfahrene Segler unter uns, dem lediglich der Schein fehlt. Also gut, dann mache ich es eben, beschließe ich und melde mich, bevor ich es mir anders überlegen kann. Wenn ich jetzt hier ablege, bin ich wenigstens fein raus, wenn es später ums Anlegen an diesem Steg geht – hoffe ich jedenfalls.

Als ich das Ruder nach Steuerbord lege, immer wieder kurz einkupple und dann nach Backbord einschlage, bin ich unheimlich erleichtert, gestern doch noch – eigentlich spaßeshalber – mit Reinhard hier trainiert zu haben. Ganz entspannt ein paar Bootslängen rückwärts vom Steg wegfahren geht natürlich nicht. „Ich schaue hier am Heck“, ruft mir der Prüfer zu und wirft einen leicht nervösen Blick nach achtern. Ist das jetzt gut oder schlecht? Besonders kompetent sehe ich offensichtlich nicht aus. Dabei ist am Ende alles halb so wild. Ein paar Mal vorwärts und rückwärts – und dann gleitet die Meri Leijona auch schon im Sonnenschein die Bille entlang. Das Mann-über-Bord-Manöver im Anschluss läuft besser als je zuvor. Und anlegen darf ich netterweise an einer alten Schute mit herrlich viel Platz drumherum. Glück gehabt. Innerhalb der nächsten paar Minuten werden noch ein paar weitere wichtige Manöver sowie einige der neun Seemannsknoten abgefragt, mehr aber auch nicht. Die Zeit scheint knapp zu sein. Am Steg warten bereits etliche weitere Führerschein-Anwärter. Schneller als gedacht halte ich deswegen einen blauen Zettel mit lauter angekreuzten Kästchen in der Hand – und brauche erst einmal einen Moment, bis ich realisiere, was das bedeutet: Ich hab’s geschafft!


Teil 1: Die erste Theoriestunde
Teil 2: Kartennavigation

Nächstes Mal: Die Theorieprüfung