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An den Medaillen vorbeigesegelt

Zehn Rennen bei vorrangig strammen Winden wurden vor Sonderborg gesegelt, und das Feld wurde gehörig durchgerüttelt. Kaum eine Mannschaft der 75 Teilnehmer aus elf Nationen kam ohne ein paar Ausrutscher aus. Die beständigste Serie segelten die neuen Europameister Roger Gilbert/Ben McGrane (Großbritannien), die allerdings nach einer Disqualifikation in der zweiten Wettfahrt unter Druck standen. Doch Gilbert, der 2017 als Vorschoter WM-Bronze gewonnen hatte, behielt die Nerven und fuhr ausschließlich Top-Ten-Platzierungen ein. Auch Rang zwei wurde durch eine britische Mannschaft eingenommen. Ian Pinnell/David Shelton hielten die US-Amerikaner Howard Hamlin/Jeff Nelson auf Distanz.

Hunger/Jess hatten schon am ersten Tag das Punktekonto belastet, als sie mit einem 14. Platz in die Serie gestartet waren. Dennoch brachten sie sich noch wieder in das Titelrennen zurück, segelten im Verlauf der EM-Tage zwei Tagessiege ein. Zum letzten Rennen bestand dann noch eine Minimalchance auf den Titel. Dazu musste aber ein weiterer Sieg her, während Gilbert/McGrane schlechter als Rang sechs hätten segeln müssen. Auch die anderen Medaillensieger hätten keinen Top-Platz einnehmen dürfen. Zwischenzeitlich schien es sogar so, als sollte der große Coup noch gelingen. „Wir hatten den Titel fast schon in der Hand, haben das letzte Rennen am letzten Leegate geführt. Es war nur noch eine Runde bis zum Ziel, und die Konkurrenz lag platzmäßig weit genug hinten“, berichtete Holger Jess. „Leider haben wir einen 20-Grad-Dreher gegen uns erwischt. Das war’s dann leider.“

Jess erkannte aber auch an, dass die Titelvergabe bereits am ersten Tag mit den Platzierungen 14, 7, 2 gegen die Kieler-Woche-Sieger entschieden war. Allerdings hat das Duo auch nur wenig Zeit zum Trainieren. Nach der Kieler Woche hat sich Jess um die 29er-WM gekümmert, und Wolfgang Hunger war mit der Familie zum Dickschiffsegeln.

Stefan Böhm/Gerald Roos verspielten ihre Medaillenchance ebenfalls im letzten Rennen, als sie mit Rang 13 einen ihrer beiden Streicher einfuhren. Zuvor hatten sie mit einer Ausnahme mit einer Serie von Top-Ten-Platzierungen geglänzt, darunter ein Tagessieg. Bei Julian Stückl/Johannes Tellen waren die Ausschläge nach oben und unten stark ausgeprägt – zu stark, um am Ende in den Medaillenkampf eingreifen zu können.

Starker deutscher EM-Auftakt in Klasse B

Mit 18 bis 22 Knoten waren die Bedingungen zum EM-Auftakt ideal und sorgten für enge Ergebnisse. In der Teilnehmer-stärksten Gruppe C bestimmte die estnische „Matilda 4“ mit Joachim Aschenbrenner am Ruder das Geschehen mit zwei Siegen. Als beste deutsche Crew ist die „Immac Fram“ unter Skipper Kai Mares (Dänischenhagen) auf Rang vier platziert.

Einen herausragenden Tag erwischte Axel Seehafer mit der „Sportsfreund“. Im ersten Rennen der Gruppe B war die deutsche Dominanz herausragend. Berechnet siegte Seehafer mit 13 Sekunden vor den zeitgleichen „Halbtrocken 4.0“ und „Intermezzo“. In der zweiten Wettfahrt war die „Sportsfreund“ dann überlegen und siegte deutlich. Erneut auf Rang zwei: die „Halbtrocken 4.0“, während die „Intermezzo“ als Siebte den Podiumsplatz vorerst einbüßte und auf Rang vier zurückfiel.

In der kleinen Gruppe der Klasse A liegt die finnische „Zer0emission“ an der Spitze.

Die EM wird am Donnerstag mit dem Offshore-Rennen fortgesetzt, das auf zwölf Stunden entlang der südöstlichen Küste Schwedens angesetzt ist. Klasse A hat ein 79-Meilen-Rennen zu absolvieren, Klasse B einen 68,2-Meilen-Kurs und Klasse C einen Kurs von 60,6 Meilen.

Großer Rummel um Greta und Boris

Die Abfahrt von Boris Herrmann, Pierre Casiraghi, Greta Thunberg und ihrem Vater Svante sowie Dokumentarfilmer Nathan Grossman ist für heute, 16 Uhr (deutscher Zeit) geplant. Aufgrund der Tide wird das Schiff nicht direkt am Steg liegen, so dass die Crew mit einem kleinen Schlauchboot übersetzen muss. Kurzfristig ist es den Organisatoren gelungen, ein Rib mit einem Torqeedo Blue Motor zu organisieren, so dass sogar dieser kleine Weg ohne Emissionsausstoß durch einen konventionellen Außenborder zurückgelegt werden kann. Der Dieselmotor an Bord der „Malizia“ ist für die Dauer der Reise verplombt, die nötige Energie wird über extra vergrößerte Solarkollektoren und Hydrogeneratoren erzeugt. Christoph Ballin, CEO und Gründer von Torqeedo, der seinen Urlaub in Schottland kurz unterbrach, um beim Ablegen der „Malizia“ dabei zu sein, sagte: „Ich wünsche Boris viel Glück für die Reise. Diese Aktion zeigt doch, was alles an Emissionseinsparungen geht, wenn man es nur will.“

Auch, wenn natürlich nicht jeder Gelegenheit hat, wie Greta Thunberg, die wohl berühmteste Sechszehnjährige der Welt, für einen Trip nach New York zwei Wochen einzuplanen. Sie ist zur Gallionsfigur einer Bewegung geworden, deren Reisewege nicht jedem möglich sind, aber die es geschafft hat, dass überall über den Klimawandel diskutiert wird. In Kombination mit Segelprofi Boris Herrmann profitieren beide Seiten: Sie bekommt eine einmalige Reise auf einer Hochseerennyacht über den Atlantik, er hat es geschafft, dass jeder weiß, wer der deutsche Vendée Globe Aspirant Boris Herrmann ist.

Vor dem Start gab es Gelegenheit zu ein paar Fragen an Boris Herrmann.

Was für eine Wetterprognose habt ihr für die kommenden Tage?
Derzeit zieht eine Kaltfront durch, danach weht der Wind aus Nordwest mit 15 bis 20 Knoten. Wir werden für 24 bis 30 Stunden hoch am Wind segeln, dann wenden und in nordwestliche Richtung segeln. Dabei erwarten wir einen moderaten Wellengang von zwei Metern.

Das sind nicht gerade sanfte Bedingungen für den Start.
Nein, aber Greta war in den letzten Tagen an Bord und weiß, was auf sie zukommt. Die ersten Tage könnten ungemütlich werden, hoffen wir, dass sie nicht seekrank wird. Und wenn doch, haben wir Medikamente dagegen an Bord.

Wie sieht eure weitere Routenplanung aus?
Auf unserem Weg liegen fünf Tiefdruckgebiete, wir werden versuchen, eine südlichere Route zu fahren, um einigermaßen ruhig zu fahren. Vermutlich werden wir in einer Zickzacklinie über den Atlantik fahren, um immer wieder den Druck rauszunehmen.

Was werdet ihr während der Überfahrt machen?
Pierre und ich werden das Boot segeln, zum Zeitvertreib mit der gesamten Crew haben wir Karten- und Würfelspiele dabei, außerdem werden wir lesen und uns hoffentlich gut unterhalten. Über den drohenden Klimawandel und das, was jeder Einzelne dagegen tun kann.

Hast du dein eigenes Leben verändert, um aktiv deinen „Carbon Foodprint“ ein wenig zu verkleinern?
Ich habe schon vor zehn Jahren gesagt, dass ich nicht zum Surfen nach Bali fliegen muss. Inzwischen überlegen wir uns privat sehr genau, wann wir ein Flugzeug nutzen oder ob es nicht ein alternatives Verkehrsmittel gibt, außerdem haben wir unseren Fleischkonsum eingeschränkt. Im Team „Malizia“ haben wir ausgerechnet, dass wir ihm Jahr 2018 eine CO²-Bilanz von über 40 Tonnen hatten. Um das zu reduzieren, halten wir unsere Teamkonferenzen nun öfter per Video ab. Zudem haben wir einen Sponsor gefunden, der den CO²-Ausstoß unserer Kampagne dieses Jahr und im kommenden Jahr, wenn ich bei der Vendée Globe starten werde, mit dem Anbau von Mangroven kompensieren wird.

Kritiker argumentieren zu Recht, dass der Emissionsverbrauch der rund 100 Journalisten, die extra für den Start deines Törns mit Greta nach Plymouth gekommen sind, um ein Vielfaches höher ist, als wenn Greta selbst nach New York geflogen wäre. Wie geht ihr mit diesem Vorwurf um?
Es geht darum, Aufmerksamkeit für ein Thema zu erzeugen, das uns alle angeht. Dass der Medienrummel hier im Hafen immens wird, hat uns das Team von Greta im Vorfeld prophezeit, die sind seit rund 10 Monaten dabei, das internationale Medieninteresse zu bewältigen.

Deutsches Sextett zum SCL-Showdown

20 Nationen haben sich in diesem Jahr an der Sailing Champions League beteiligt, zehn sind nun im Finale vertreten: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Russland, Schweden und die Schweiz und dazu das australische Team vom Royal Sydney Yacht Squadron mit einer Wild Card.

Ebenfalls eine Wild Card für das Finale hat der Bodensee-Yacht-Club Überlingen erhalten, der zur Kieler Woche die Youth Sailing Champions League gewann. „Unser Ziel für die Sailing Champions League ist es, so weit vorne wie möglich mitzusegeln. Wir werden versuchen, unser Potenzial abzurufen, und hoffen, dass sich unser Training auf dem Bodensee auszahlt. Wir werden definitiv alles geben“, sagte Konstantin Steidle, Steuermann des BYCÜ. Weitere Clubs, die für Deutschland an den Start gehen, sind neben dem Deutschen Meister vom Norddeutschen Regatta Verein auch der Verein Seglerhaus am Wannsee, der Wassersportverein Hemelingen, der Bayerische Yacht-Club und der Württembergische Yacht-Club.

Die Wettfahrten am Samstag und Sonntag werden ab 12.00 Uhr live übertragen. Die SAP Sailing Analytics bieten zudem Statistiken und Daten wie GPS-Tracking, Echtzeitanalyse, Live-Ranglisten in Kombination mit einer 2D-Visualisierung. Alle Ergebnisse unter sapsailing.com.

Der perfekte Sundowner

Nach einem langen Segeltag versinkt die Sonne langsam am Horizont, die Crew sitzt gut gelaunt im Cockpit und philosophiert über die Hafenmanöver der letzten Tage. Doch was kredenzt der Smut jetzt am besten? Die Gerstenkaltschale im 0,33-Kaliber? Oder doch den Chardonnay aus dem Tetra Pak?
Weder noch! Der Sundowner muss zelebriert werden – und zwar mit Stil. Jetzt kommen Cocktails auf den Cockpittisch!
Doch bevor der Smutje in der Pantry rotiert und der Cocktailshaker durch den Salon fliegt, sei eines gesagt: Halten Sie es simpel.
An Bord eignen sich Highballs perfekt für den eleganten, aber nicht komplizierten Sundowner. Sie bestehen aus einer Basis (Gin, Rum, oder Vodka) und dem “Filler” (Soda, Tonic, Ginger Ale und vieles mehr). Mit Limetten, Zitronen oder Gurken (ja, Sie lesen richtig) lässt sich der Drink noch aufwerten.
Was Sie unbedingt brauchen: Eis. Wenn Sie das nicht auftreiben, greifen Sie zur Gerstenkaltschale. In einer Kühlbox mit Kompressor bleibt das Eis auch den ganzen Törn über gefroren, denn sie lassen sich ohne weiteres auf Minusgrade einstellen. Packen Sie Gin, Rum und Co. gleich dazu. Durch den Alkoholgehalt können sie nicht gefrieren.

Gin Tonic

Wohl der Klassiker schlechthin. Jahrzehntelang fast ausschließlich nur unter Seglern verbreitet, erobert der G&T seit einigen Jahren die Bars weltweit. Der klassische Gin mit Wacholdernote bekam neue Geschmacksrichtungen verliehen. In erstklassigen, aromatischen Gins finden sich zwischen zehn und 47 Botanicals, die dem einzelnen Gin eine unvergleichliche Note geben. Beginnen Sie während des Törns mit einem wacholderlastigen Gin und beginnen Sie dann die Welt des Gins zu erkunden. Und falls jemand fragt: Ja, Gin Tonic diente ursprünglich der Malaria-Prophylaxe. Das bittere Chinin im Tonic beugt dem Wechselfieber vor. Und da Tonic allein dann doch bescheiden schmeckt, kippten die Briten einfach Gin hinzu.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • Tonic Water
  • 2 bis 4 cl Gin

Cuba Libre

Es lebe das freie Kuba! So oder so ähnlich begann die Geschichte des Cuba Libre 1898, als amerikanische Soldaten auf die Befreiung Kubas von Spanien anstießen. Nach der Revolution durch Fidel Castro (und natürlich dem Comandante Che Guevara) bekam der Drink in den USA wieder eine leichte politische Brisanz.
Offiziell wird der Cuba Libre mit weißem Rum aus Kuba gemixt. Doch probieren Sie auch andere Rumsorten. Achten Sie aber darauf, Verschnitt und sonstige Aromabomben zu meiden. Echter Rum ist mild und schmeckt nach einem heißen Abend in den Tropen.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • Cola
  • 2 bis 4 cl Rum
  • 1 bis 2 Limettenscheiben

Mojito

Der Mojito hat ebenfalls eine seglerische Tradition. In diesem Fall eine Piratentradition oder besser: Freibeutertradition. Schon Francis Drake soll auf seinen Kaperfahrten im Namen der Krone einen Mojito getrunken haben. Die Limetten halfen zumindest gegen Skorbut.
Berühmtheit erlangte der Drink aber erst durch den Schriftsteller, Abenteurer, Hochseefischer, Großwildjäger und Trinker Ernest Hemingway, der den Mojito in seiner Stammkneipe auf Kuba in nicht unerheblichen Mengen konsumierte. Wer sein Werk “Der alte Mann und das Meer” noch nicht gelesen hat, sollte zudem schnellstmöglich in den nächsten Buchladen.
Doch zurück zum Mojito. Auch er basiert auf (weißem) Rum, bekommt aber noch ein paar weitere Zutaten spendiert: Limettensaft, Minze, Rohrzucker und Soda.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • 2 bis 4 Limettenscheiben
  • 2 TL brauner Zucker
  • frische Minze
  • 5 cl Rum
  • 200 ml Soda

Vodka Cranberry

Der Vodka Cranberry wird auch Cape Codder genannt. Das bringt uns auch gleich zu seinem Ursprung: Nämlich New England an der Ostküste der USA. Mit Sicherheit einer einfachsten Highballs, aber auch farblich und geschmacklich intensiv. Wer Cranberrys nicht mag, sollte dann aber doch Abstand nehmen. Mit Ananassaft wird dann auch ganz schnell ein Bay Breeze aus dem Vodka Cranberry.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • frische Minze
  • 5 cl Vodka
  • 300 ml Cranberrysaft

Ipanema

Es gibt natürlich viele (und ja: auch gute) Gründe, den Abend ohne Alkohol ausklingen zu lassen. Da kommt der Ipanema wie gerufen. Er stammt vom Caipirinha ab und hat etwas weniger Wums. Statt Cachaca wird das Glas hier mit Ginger Ale gefüllt und um die ganze Sache etwas abzurunden, geben wir noch etwas Maracujasaft hinzu.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • 2 TL brauner Zucker
  • 10 cl Maracujasaft
  • 300 ml Ginger Ale
  • halbe Limette

Moscow Mule

Es soll eine Zeit gegeben haben, in dem Wodka (zumindest in den USA) weitgehend unbekannt war. Das fanden die Mad Men von der (amerikanischen) Marke Smirnoff eher suboptimal, denn wer sollte deren Wodka kaufen, wenn niemand etwas damit anfangen konnte?
1941 – so will es die Legende – schuf Smirnoff den Moscow Mule, der auf Wodka und Ginger Beer basiert. Um dem ganzen dann noch den letzten Pfiff zu geben, servierten sie ihn in einer Kupfertasse. Smirnoff verteilte dann im ganzen Land Kupfertassen in Bars, schraubte hier und da am Marketing und der Drink katapultierte den Wodka an die Spitze der Spirituosen.
An Bord darf es auch ein Glas sein. Da Wodka recht neutral schmeckt, fallen Unterschiede in der Qualität nicht groß auf. Guter Wodka besteht aus Roggen und nicht wie fälschlicherweise oft behauptet wird aus Kartoffeln.

Zutaten

  • Eiswürfel
  • 2 Limettenscheiben
  • 450 ml Ginger Beer
  • 5 cl Vodka

Deutsche Elf kämpft um EM-Titel

Nachdem die deutsche Flotte Ende Juli zur Travemünder Woche ihren nationalen Saisonhöhepunkt erlebt hat, geht es ab Mittwoch auf der Bahn in die ersten offiziellen Wettfahrten des internationalen ORC-Highlights in der Ostsee. Geplant sind bis Samstag sechs Inshore-Wettfahrten über jeweils eine Stunde sowie ein Offshore-Rennen, das auf zehn bis zwölf Stunden Dauer angesetzt ist.

Enttäuschend ist der Andrang in der Klasse A. Nur acht Crews haben sich hier registriert, darunter die „Xenia“ aus Bremerhaven von Ralf Lässig, die neben der dänischen „Tarok 7“ von Erik Berth zu den Favoriten zählt. Berth und sein Team haben in 2016 vor Kopenhagen die Silber-Medaille bei der WM gewonnen. Lässig hat gute Erfahrungen mit Meisterschaften in Schweden. Er holte 2013 vor Sandhamn EM-Bronze.

Mit 25 Yachten bietet die Klasse B ein meisterschaftswürdiges Feld auf. Mit der „Intermezzo“ von Jens Kuphal (Berlin), der „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen) und der „Halbtrocken 4.0“ von Michael Berghorn (Kiel) sind auch die Top-Drei der Deutschen Meisterschaft vertreten, die durchaus Chancen auf eine Medaille haben. Die „Intermezzo“ bildet dabei nach CDL-Wert die Spitze der Flotte, sollte also jeweils nach dem Start und der ersten Kreuz vor dem Feld liegen, während sich die X41 von Seehafer und Berghorn im Feld der gleichschnellen Yachten behaupten müssen. Hoch im Kurs steht die modifizierte X41 „Premium“ von Priit Tammemagi (Estland), die bei den Europameisterschaften in der Ostsee in den vergangenen sechs Jahren immer auf einem Podiumsplatz positioniert war.

Die größte Flotte geht in der ORC C an den Start. 37 Meldungen sind hier eingegangen. Insbesondere die Esten stellen mit elf Crews eine starke Armada, die sogar die der gastgebenden Schweden übertrumpft. Die klare Favoritenrolle hat indes die schwedische „Pro4U“ von Patrik Forsgren inne, die sowohl die EM-Titel in 2017 und 2015 als auch WM-Bronze in 2018 und 2016 sowie WM-Silber vor Kiel in 2014 gewonnen hat. Als große Konkurrentin auf Gold wird die „Sugar“ von Ott Kikka (Estland) gehandelt, die seit 2013 EM-Medaillen in allen Farben gewonnen hat. Im Vorderfeld aus deutscher Sicht werden die „Immac Fram“ von Kai Mares (Dänischenhagen) und die „H.E.A.T“ mit Max Augustin (Hamburg) erwartet. Die „H.E.A.T“ wird damit das Meisterschaftstriple von DM, EM und WM gesegelt sein.

Gründls neuer Hotspot im Norden

Der Servicepoint Flensburg wird in Kooperation mit dem Maritim Yachtservice Flensburg von Addi Bauer, dem Bootsbauer Scott Maley und dem Bootsfolierer Jan Jelinek betrieben. Damit wird ein leistungsfähiges Netzwerk im Norden geknüpft, von dem die Wassersportler profitieren werden. Die Kooperation bietet alle Dienstleistungen rund ums Boot an und ist damit für Motorbooteigner, Fahrten- oder ambitionierte Regattasegler bestens aufgestellt.

„Mit Addi Bauer, Scott Maley und Jan Jelinek haben wir Kooperationspartner, deren Expertise immer wieder unsere Erwartungen übertrifft. Aus diesem Grund ist der Gründl Servicepoint Flensburg in Kooperation mit den Dreien folgerichtig und wird Erfolg haben“, ist Richard Gründl, Geschäftsführer von Gründl Bootsimport, überzeugt.

Zu erreichen ist der Servicepoint Flensburg in Birklück 12, 24999 Wees bei Flensburg von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 17 Uhr. Servicepointleiter Addi Bauer steht darüberhinaus unter 0171-7570409 für Fragen zur Verfügung. Alternativ ist das Gründl-Haupthaus in Bönningstedt unter 040-5550540 erreichbar.

Reichweite immer im Blick

Das kleine Interactio-Modul kann sowohl in Diesel- als auch Benzin-Motoren eingebaut werden. Bei Benzin-Motoren wird Interactio einfach in die Benzinleitung zum Motor eingebaut, mit der App verbunden und schon kann der Verbrauch ermittelt werden. Bei Diesel-Motoren werden zwei Geber benötigt. Hier wird einer in die Zuleitung, einer in die Rückflussleitung eingesetzt. Bis zu sechs Sensoren können mit der App verbunden werden, somit lassen entweder drei Diesel- oder sechs Benzin-Motoren gleichzeitig anzeigen.

Durch den Einbau des kleinen Gebers in die Kraftstoffleitung wird der Durchfluss gemessen und an die App übermittelt.

Über den ermittelten Kraftstoffverbrauch und den Kraftstoffvorrat kann die App die aktuelle Reichweite ermitteln. Dazu muss einmal der aktuelle Kraftstoffvorrat ermittelt und der App mitgeteilt werden. Beim nächsten Bunkern kann die neue Menge Kraftstoff einfach durch Eingabe der Menge hinzugefügt werden und der Aktionsradius wird durch die App sofort auf den aktuellen Stand gebracht.

Erhältlich ist das Produkt bei AWN.

SailGP: Slingsby schlägt zurück

Das Team Australia dominierte nicht nur alle Wettfahrten, es war auch die erste Mannschaft, die die 50-Knoten-Speedmarke durchbrach. Die Konkurrenz hatte dagegen mit den Bedingungen zu kämpfen. Das US SailGP Team von Rome Kirby kenterte, und Dylan Fletcher fuhr mit seinem britischen Team einen Stecker, bei dem das Boot derart beschädigt wurde, dass das Team Großbritannien den Heimauftritt nicht beenden konnte.

Die Einsätze waren am einzigen Renntag in Cowes so hoch wie nie zuvor. Denn es war die letzte Chance für die Teams, sich vor dem Finale in Marseille in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Schließlich geht es vom 20. bis 22. September in Südfrankreich um das Saisonpreisgeld von einer Million US-Dollar, das im Modus “the winner takes it all” auf den Sieger wartet.

Für Aufsehen sorgte Slingsby mit seinem Team, als es ihm gelang, im Rennverlauf mit exakt 50,0 Knoten die magische Marke zu knacken. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Segelsports, dass diese Marke im Regatta-Modus überschritten wurde. Dabei war ein Start der Australier bei dem Auftritt vor Cowes gar nicht sicher. Denn Anfang der Woche hatte sich die Crews aus Downunder im Training Schäden an ihrem Wing-Segel zugezogen. Aber bis zum Start am Sonntag waren alle Schäden repariert. Und in der Zwischenzeit nutzten die Franzosen die Chance, um in einer Kooparation mit den Australiern Trainingsstunden zu absolvieren. Dafür stellten sie ihr Boot zur Verfügung, und Slingsby gab dem Team um Billy Besson Eindrücke, wie die Renngeschosse zu beherrschen sind.

Team Australia flog der Konkurrenz vor Südengland davon. Foto: Chris Cameron/SailGP

„Wir hatten vor dem Start nur wenige Segelstunden. Verglichen mit den Trainingsstunden der anderen Teams war ich wirklich besorgt“, sagte Slingsby. „Es war haarig da draußen. Es hat vielleicht leicht ausgesehen, war es aber definitiv nicht. Wir haben einfach unser Bestes gegeben und uns auf uns konzentriert. Wir haben gehört, dass andere Teams Probleme haben, und das hätte uns auch leicht passieren können. “

Das US-amerikanische Team kenterte 30 Sekunden nach dem Start des ersten Rennens, konnte aber mit der schnellen Unterstützung des SailGP-Tech-Teams wieder aufgerichtet werden und den Rest des Tages bestreiten. Obwohl die Amerikaner in Cowes nur noch auf den vorletzten Rang kamen, kletterten sie in der Jahreswertung sogar einen Platz auf Rang drei nach oben. Denn noch schlechtere Ergebnisse fuhren die Briten ein.

Im zweiten Tagesrennen tauchte die Mannschaft von Dylan Fletcher den Bug tief in das Wasser ein, Chris Draper wurde dabei aus seiner Box geschleudert und stürzte über Stuart Bithell. Beide blieben zwar unverletzt, aber das Team konnte wegen Schäden am Boot weder dieses noch das folgende Rennen beenden. Nachdem Fletcher in der Trainingssession noch so stark agiert hatte, war er mehr als enttäuscht: „Wir saßen dort vor dem Start des Rennens und sahen, wie die Menschenmenge hereinkam. Es war unglaublich, all diese Unterstützung zu sehen, und wir freuten uns wirklich darauf, Rennen zu fahren. Wir sind so enttäuscht von uns selbst, vor allem für die Fans, die uns unterstützt haben. “

Nicht nach Plan lief der vierte Act des Jahres auch für das Team Japan. In New York hatte Japan-Skipper Nathan Outteridge seine australischen Landsleute noch dominiert und sogar die Spitze der Jahres-Rangliste übernommen. In Cowes aber musste er Slingsby und Crew deutlich gewähren lassen. Doch Outteridge guckt bereits wieder nach vorn: „Die Hauptsache für Marseille ist es, das Match Race zu erreichen und dieses Match zu gewinnen. Der heutige Tag war ein großer Schritt für uns, um dies sicherzustellen. Ja, wir haben die Australier nicht geschlagen, wir haben ihnen hier kein Rennen abgenommen, aber wir haben unseren Vorsprung auf die Amerikaner in der Saison-Wertung ausgebaut.“

In Marseille sind zunächst acht Rennen in der gesamten Flotte geplant, bevor es dann zum Showdown der beiden besten Teams der Saison kommt.

Ergebnisse von Cowes
1. Australien (1, 1, 1) 30 Punkte
2. Japan (2, 3, 3) 25
3. China (3, 2, 4) 24
4. Frankreich (4, 5, 2) 22
5. USA (6, 4, 5) 18
6. Großbritannien (5, 6, 6) 14

Gesamtstand nach vier von fünf Acts
1. Australien, 169 Punkte
2. Japan, 165
3. USA, 123
4. Großbritannien, 120
5. China, 117
6. Frankreich, 115

470er-Frauen lösen das Tokio-Ticket

Es wure noch einmal eng für die deutschen Frauen im Wettstreit um eines der sechs Olympia-Nationentickets, die für die 470er-Frauen vor Enoshima vergeben wurden. In den drei letzten Flotten-Rennen der WM mussten sich Frederike Loewe/Anna Markfort, die als bestplatzierte deutsche Mannschaft die Trümpfe für die Olympia-Qualifikation in der Hand hielten, mit den Platzierungen 17, 18, 18 zufrieden geben. Das brachte die Neuseeländerinnen Susannah Pyatt/Brianna Reynolds-Smith – bis dahin klar hinter den Deutschen – wieder ins Spiel. 27 Punkte machten sie gut und setzten sich auf Platz 15. Damit hatten sie das fünfte Ticket (acht Nationen waren bereits über die Worlds 2018 qualifiziert) gesichert. Und Loewe/Markfort mussten sich noch mit den Schweizerinnen Linda Fahrni/Maja Siegenthaler auseinandersetzen, die im letzten Rennen noch mal fünf Punkte gutmachten.

Durchatmen hieß es dann beim Blick in die Ergebnisliste. Denn knapp konnten die Deutschen die Schweizerinnen auf Distanz halten. Rang 16 und damit der Nationenplatz für die Spiele 2020 ist gesichert. Ob allerdings tatasächlich eine deutsche Mannschaft im kommenden Jahr nach Tokio fährt, hängt von der zweiten Stufe der Qualifikation ab. Gegenüber dem DOSB muss eine Endkampf-Chance nachgewiesen werden. Die Ergebnisse im Frühjahr 2020 (WM vor Mallorca, Princesa Sofia Trophy und Worldcup in Genua) entscheiden darüber. In einer Rangliste aus diesen drei Regatten muss eine deutsche Mannschaft in einer Nationenwertung unter den Top-Ten rangieren. Zur jetzigen WM waren Loewe/Markfort lediglich 15. Nation.

Die deutschen Männer haben in Enoshima das erste Qualifikationskriterium verfehlt. Zwar hatten Simon Diesch/Philipp Autenrieth noch einen guten Abschlusstag und kletterten von Rang 20 auf Platz 16. Aber sie verfehlten das Nationenticket knapp. Für die Männer wurden in Japan nur vier Plätze vergeben – Diesch/Autenrieth landeten in dieser Rangliste auf Platz fünf. Jetzt ist für Europa im Frühjahr 2020 noch ein Platz zu vergeben.

Die Medal-Races von Enoshima werden sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ohne deutsche Beteiligung ausgesegelt. Bei den Männern wird es zwischen den aktuell führenden Spaniern Jordi Xammar/Nicolas Rodriguez und den nur einen Punkt dahinter liegenden Australiern Mathew Belcher/Will Ryan ein Duell um Gold geben. Die Mannschaft, die die andere hinter sich lassen kann, holt sich den WM-Titel. Ähnlich ist es bei den Frauen: Hannah Mills/Eilidh McIntyre (Großbritannien) und Ai Kondo Yoshida/Miho Yoshioka (Japan) sind nur durch einen Punkt getrennt. Mit einer Minimalchance können hier aber noch die Französinnen Camille Lecointre/Aloise Retornaz in dem WM-Titelkampf eingreifen.

Bavaria präsentiert sich in Cannes

Gleich zwei Cannes Premieren feiert Bavaria Yachts mit den Segelyachten C45 und C50 auf dem Yachting Festival vom 10. bis 15. September.

Es ist fast eine dreifache Premiere. Zum ersten Mal wird Bavaria Yachts beim Yachting Festival in Cannes bei den Segelyachten im neuen Messehafen Port Canto (Stand Sail200) zu finden sein. Und zum ersten Mal dürfen sich die französischen Besucher der größten Messe im Mittelmeerraum auf die Bavaria C45 und C50 freuen.

Erst kürzlich wurde die Bavaria C50 von Journalisten im Mittelmeer getestet. Ihr wurden außergewöhnlich gute Segeleigenschaften bescheinigt und eine hohe Qualität in Verarbeitung und Ausbau. In Cannes wird die 15,55 Meter lange und 5 Meter breite C50 in der Ausstattunglinie STYLE zu besichtigen sein. Im Salon und den Kabinen überzeugt die Bavaria C50 STYLE mit hochwertig bezogenen Wandpanelen, Leder auf allen Handläufen aus Edelstahl und vielen weiteren aufwendigen Designelementen. An Deck sorgt das aufgeräumte Deckslayout der C50 für höchste Segelfreude, viel Platz zum Entspannen und das Genießen der Zeit auf dem Meer.

Die Bavaria C45 besitzt eine ungeheure Variabilität für eine Yacht in dieser Größe. Perfekt für Eigner in einer 3-Kabinen Version und ideal für Familien mit Freunden in der 4-Kabinen Version. In einer 5-Kabinen Version mit zehn Kojen hat die Bavaria C45 einen großen Einsatzbereich für Charterunternehmen und zur Segelausbildung. Vom Steuerstand aus können alle Fallen und Schoten bedient werden und machen die Bavaria C45 damit einhandtauglich. Aber man muss die C45 natürlich nicht alleine segeln, denn ein BBQ im Cockpit oder ein entspannter Nachmittag auf der großen Badeplattform in einer stillen Bucht, machen mit Freunden viel mehr Spaß.

Beide Segelyachten wurden von Coussutti Yachtdesign gezeichnet und zusammen mit dem Engineering Team von Bavaria Yachts entwickelt.

„Wir freuen uns sehr zusammen mit unseren Händlern aus Frankreich und Italien in Cannes auf dem Yachting Festival vertreten zu sein und sind gespannt, wie das neue Messekonzept mit zwei getrennten Häfen für Segel- und Motoryachten beim Publikum ankommt“, erklärt Michael Müller, CEO von Bavaria Yachts.

Deutsche 470er kämpfen ums Olympiaticket

Nachdem gerade die deutschen Frauen zum Beginn des Jahres mit Top-Ergebnissen überzeugen konnten, will indes der ganz große Wurf in Japan nicht gelingen. Die Top-Ten und damit das Medal Race am Freitag sind nach acht von elf Flotten-Rennen außer Reichweite. Immerhin können die Frauen des German Sailing Team (GST) fast sicher damit kalkulieren, einen Platz im Reigen der sechs Nationen einzunehmen, die im zweiten Anlauf das Olympiaticket lösen.

Acht Plätze für Tokio wurden bei den Worlds 2018 vor Aarhus bei den 470ern vergeben, sechs weitere folgen nun bei den Frauen. Vier sind es bei den Männern. Und aktuell liegen Frederike Loewe/Anna Markfort als 17. der WM-Wertung gut auf Kurs, da sie nach Abzug der bereits qualifizierten Nationen unter den Anwärter-Nationen derzeit Fünfte sind. Die Schweizerinnen lauern zwar als 18. direkt dahinter, aber die ebenfalls noch nicht qualifizierten Neuseeländerinnen sind als 24. schon deutlich abgeschlagen. Und auch die zweite deutsche Crew, Nadine Böhm/Ann-Christin Goliass, kann als 19. noch in den Kampf ums Ticket eingreifen.

An der Spitze liefern sich die 470er-Erfolgsnationen Großbritannien (Hannah Mills/Eilidh McIntyre) und Japan (Ai Kondo Yoshida/Miho Yoshioka) ein enges Duell.

Deutlich schlechter mit dem Blick in Richtung Olympia sieht es für die deutschen Männer aus. Simon Diesch/Philipp Autenrieth sind die einzige deutsche Mannschaft, die das Gold Fleet erreicht hat. Ihre vorrangige Aufgabe: Einen der vier Nationenplätze für Tokio ergattern. Doch in dieser Wertung liegen sie lediglich auf dem achten Platz. Sollte das Nationenticket jetzt nicht gelöst werden, bleibt nur noch ein Platz für eine europäische Mannschaft, der im kommenden Frühjahr ausgesegelt wird.

Um den aktuellen WM-Titel segeln die derzeit topplatzierten Australier Mathew Belcher/Will Ryan sowie Jordi Xammar/Nicolas Rodriguez (Spanien).