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TW wirft den Blick nach vorn

Der Konjunktiv beherrscht dieser Tage den Sprachgebrauch der Verantwortlichen der Travemünder Woche. Denn jetzt wäre die Zeit gewesen für die Titelwettbewerbe auf den Bahnen der Lübecker Bucht, das Schaulaufen der Segler vor Publikum, das Festival in ausgelassener Stimmung entlang der Promenaden an Strand und Trave. Doch 2020 gibt eben kaum Spielraum für Taten, dafür umso mehr für „hätte, wenn und aber“. Mit dem Konjunktiv allein wollten sich die Organisatoren der Segel- und Festivalwoche indes nicht zufriedengeben. Deshalb hatten Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH, und der sportliche TW-Leiter Jens Kath die Partner, Förderer und Unterstützer der Travemünder Woche zu einem Cometogether geladen, um nach einem Rückblick auf die aktuelle Situation die Planungen für das kommende Jahr zu erläutern.

Die Begrüßungen der TW-Verantwortlichen und -Förderer waren herzlich, aber von Corona-bedingtem Abstand geprägt: ein Tipp mit dem Ellenbogen oder dem Schuh, ein Gespräch durch den Mund-Nasen-Schutz. Als durch die Tischordnung im Ballsaal des Atlantic Grand Hotels die Abstände aber fest reguliert waren, durften die Masken abgenommen werden.

Frank Schärffe bedankte sich für die Unterstützung durch die Stadt Lübeck. Foto: segel-bilder.de

Trotz des Ausfalls der Travemünder Woche hatte TW-Geschäftsführer Frank Schärffe Grund zur Freude bei diesem Treffen. Denn der gut gefüllte Ballsaal zeigte die Wertschätzung, die der TW entgegengebracht wird. So war die Stadt mit Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer, Bürgermeister Jan Lindenau und Senatorin Kathrin Weiher vertreten. Frank Schärffe betonte in seiner Begrüßung dann auch, dass die TW der Stadt zu besonderem Dank verpflichtet sei. Denn ohne die Zusicherung der Corona-Soforthilfe durch die Hansestadt hätte die Geschichte der TW nach über 130 Jahren wohl ein Ende gefunden. Die TW wird organisiert durch die Travemünder Woche gGmbH, die durch ihre Gemeinnützigkeit keine Rücklagen bilden kann. „Das hätten wir allein nicht wuppen können“, gestand Frank Schärffe. Jan Lindenau betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Travemünder Woche, die jedes Jahr 850.000 bis 1.000.000 Gäste anlockt, für die Stadt: „Die Soforthilfe soll gewährleisten, dass die Planungen für das kommende Jahr unbelastet angegangen werden können.“

Bürgermeister Jan Lindenau im Gespräch mit NDR-Journalistin Antje Kasemeyer. Foto: segel-bilder.de

Dann wird Jan Lindenau auch selbst wieder ins Geschehen eingreifen, wenn er zum Volksbank Rotspon Cup antritt. „Ich gehe davon aus, dass ich in diesem Jahr gewonnen hätte“, erklärte er mit einem Augenzwinkern. Die Vorstände der Volksbank Lübeck eG, Dr. Michael Brandt und Peter Kling, die natürlich beim Cometogether dabei waren, werden die Entschlossenheit des Bürgermeisters gern gehört haben, stehen sie doch als Namensgeber des Events für ein gesellschaftliches und mediales Großereignis jeweils zur Halbzeit der TW.

Ein volles Programm für 2021 kann der sportliche Leiter Jens Kath vermelden. Foto: segel-bilder.de

Doch nicht nur Lübecks Bürgermeister freut sich auf die Segelwettbewerbe in 2021. Der sportliche Leiter Jens Kath hatte nach der Absage der TW 2020 zwei einige Bedenken, wie die Segelklassen reagieren würden, kann sich aber für 2021 kaum vor Anfragen retten: „Die Absage in diesem Jahr war schon bitter, denn wir hätten ein tolles Programm gehabt, vielleicht sogar die 1000-Boote-Marke geknackt. Aber 2021 steht dem kaum nach.“ So wollen die Laser 4.7 ihre Europameisterschaft in der Lübecker Bucht ausrichten und mit rund 350 Jollen kommen. Die RS-Klassen, die in 2020 diverse Welt- und Europameisterschaften ausgetragen hätten, verschieben mit der WM der RS Feva und der Junioren-WM des RS Aero ein Gros der Titelkämpfe einfach nach 2021. Mit den IC Canoe und Taifun sowie den J/22 und J/24 werden mindestens vier deutsche Titelkämpfe ausgetragen. Dazu kommt ein inklusives Event des RS Venture Connect, und auch für einen Wettbewerb der Champions League oder Bundesliga ist die TW im Bewerberkreis. Bei den Seeseglern will die TW an das gute Image aus 2019 anknüpfen und mit der Hanse Baltic Challenge von Travemünde über Stralsund rund Rügen eine neue Regatta initiieren. Damit ist das TW-Areal schon sehr gut gefüllt. Welche weiteren Klassen und Meisterschaften dazu kommen können, hängt von den weiteren Termin- und Revierwünschen ab. Maritim-Künstlerin Frauke Klatt hat damit schon mal viel Input für ihren Plakatentwurf in 2021. Bereits seit 1997 gibt die Travemünderin dem Ereignis ein künstlerisches Gesicht.

Auf möglicherweise ganz neue Herausforderungen werden sich die Organisatoren des Landprogramms einstellen müssen. Uwe Bergmann, Geschäftsführer des Vermarkters uba, brach dabei eine Lanze für die großen Unterstützer, aber auch kleinen Schausteller und Standbetreiber. Die Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck GmbH, Dr. Jens Meier und Leif Reitis, sowie der Geschäftsführer der Trave Netz GmbH Sven Bäumler ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, mehr über das kommende Jahr zu erfahren. Die Stadtwerke prägen mit der Unterstützung des Bühnenprogramms und einem eigenen Auftritt neben den TW-Partnern boot und Holsten sowie der Possehl-Stiftung und marinepool das Bild des Festivals. „Wir freuen uns über Partner, die sich in das Event einbringen, denn so lässt sich die Travemünder Woche weiterentwickeln. Die vielen Standbetreiber und Dienstleister sind aber auch ein ganz wichtiger Part der Veranstaltung. Auch sie vertreten die Travemünder Woche, engagieren sich und tragen mit ihren Gebühren dazu bei, dass das Event erst möglich ist“, sagte Uwe Bergmann.

Daneben gibt es viele Bereiche, die zu einem Gelingen der Segel- und Festivalwoche beitragen. So freute sich die TW, zum Cometogether mit Lars Fetköter (Chefredaktion Lübecker Nachrichten), Antje Kasemeyer (Norddeutscher Rundfunk) und Hermann Hell (Geschäftsführer und Chefredakteur SVG-Verlag) sowie Karin Böge (SVG-Verlag) Vertreter aller Medienpartner begrüßen zu können. Zudem waren die Bockholt-Gruppe (Heinrich Beckmann), die Böbs Werft (Andrea Böbs), Niederegger (Jan Fock, Kathrin Gaebel), SG Medientechnik (Sebastian Gartz), das Lübecker Wachunternehmen (Lutz Kleinfeldt) und Shark Neander (Axel Schuen) vertreten.

Für das kommende Jahr wird sich zeigen müssen, wie sich die Pandemie auf die Gestaltung des Areals auswirken wird, welche neuen Regelungen zu beachten sein werden, um die Schritte zurück in die Normalität gehen zu können. Diese Herausforderungen werden in enger Abstimmung der Vermarkter und der TW-Geschäftsführung gestemmt. „Wir werden in den Wintermonaten die Konzepte ausarbeiten und auf die Gegebenheiten anpassen, wenn klar wird, was uns im kommenden Jahr erwartet“, sagte Frank Schärffe.

Segellegende Ulli Libor berichtete aus seiner spannenden Karriere. Foto: segel-bilder.de

Für Spannung ist im Segelsport allemal gesorgt, dass machte Ulli Libor in einem Segeltalk beim Cometogether deutlich. Der zweimalige Olympiamedaillengewinner berichtete aus seiner spannenden Seglerkarriere und zog die Partner und Förderer der TW damit in seinen Bann.

Corona: Magdeboot 2020 endgültig abgesagt

Die Corona-Pandemie führt weiter zu Streichungen im Magdeburger Messekalender für die bevorstehende Herbstsaison“, verkündete die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM) GmbH in einer Pressemitteilung. Die Wassersportmesse ist eine von fünf großen Veranstaltungen der Messe Magdeburg, die in diesem Zuge bis Ende Oktober abgesagt wurden.  

Im Frühjahr hatte der Veranstalter noch gehofft, die ursprünglich für Mitte März geplante Messe Ende des Jahres nachholen zu können. Doch trotz einer Verbesserung der Corona-Lage in Deutschland im Laufe der letzten Wochen kann dieser Plan nicht realisiert werden.

„Die Entwicklung der Pandemie und die hohen Auflagen für Veranstaltungen lassen eine solche Messe derzeit leider noch nicht zu, sodass wir die nächste Magdeboot für Oktober 2021 planen“, erklärte Franziska Schubert, Objektmanagerin der Messe Magdeburg.

Jetzt im Handel: Segler-Zeitung 8-2020

Die neue Ausgabe der Segler-Zeitung lesen:


Liebe Leserinnen und Leser,

normalerweise sind die Sommermonate für uns bei der Segler-Zeitung die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Mit den großen Segelevents an der deutschen Ostseeküste, Kieler Woche (verschoben in den September), Warnemünder Woche (abgesagt) und Travemünder Woche (abgesagt) haben wir alle Hände voll zu tun. Vorberichte, Vor-Ort-Berichterstattung und ausführliche Nachbereitungen bestimmen die Sommerausgaben. Und in diesem Jahr? Erstmals ist es für uns Redakteure möglich Urlaub im Juni/Juli zu nehmen und auch mal selbst segeln zu gehen, statt darüber zu schreiben.

Doch auch das Regattasegeln findet inzwischen wieder statt. Vielfach unter erheblichen bürokratischen und der Sicherheit der Teilnehmer geschuldeten Hürden von Amtsseiten. Ein Beispiel sind die Pfingstwettfahrten auf dem niedersächsischen Steinhuder Meer, wo 81 Jollen unter strengen Corona-Regeln regattierten (S. 52). Zur gleichen Zeit hätte die Nordseewoche stattfinden sollen, die jedoch abgesagt wurde. Die von Sponsor Pantaenius angebotene virtuelle Langstrecke Rund Skagen erhielt jedoch immensen Zuspruch: Über 27.000 virtuelle Boote gingen an den Start. Wie spannend das war und wieviel Spaß es den Teilnehmern gemacht hat, zeigt beispielsweise der Bericht auf den Seiten des Segler-Verbands NRW (S. 54).

Eine für die Wassersportbranche gute Meldung ist, dass die Messe Interboot in Friedrichshafen die Genehmigung erhalten hat, im September stattzufinden. Mit einem an die noch immer vorhandene Corona-Gefahr angepassten Konzept in Sachen Sicherheit bzw. Hygiene wird die Interboot eine der ersten Wassersportmessen nach der Corona-Absage-Welle sein (S. 25).

Was bei der Corona-Berichterstattung fast schon in Vergessenheit geraten zu sein scheint: der Klimawandel und seine Folgen. Vor Corona bestimmten Klimakonferenzen, Friday-for-Future-Proteste und die über den Atlantik segelnde Greta Thunberg die Nachrichten. Die Elektromobilität spielt nach Auffassung vieler Wissenschaftler eine wichtige Rolle, auf dem Weg die Menschheit unabhängig von fossilen Brennstoffen zu machen. Außerdem führen mehr und mehr Vorschiften für geschützte Gewässer dazu, dass der E-Motor dort quasi alternativlos ist. Daher widmen wir dem Thema E-Mobilität auf dem Wasser in dieser Ausgabe der Segler-Zeitung einen Schwerpunkt (S. 8).

Genießen Sie den Sommer!

Nikolas Woeckner



Und so kommen Sie zu Ihrer neuen Ausgabe der Segler-Zeitung:

IDM der Seesegler: Alle Titelverteidiger am Start

Die Regattasaison der Seesegler erlebt einen Spätstart. Die Corona-Pandemie ließ bislang kaum sportlichen Wettkämpfe mit mehr als zwei Personen an Bord zu. Nun bietet die Kieler Woche (5. bis 13. September) den Seeseglern die Möglichkeit, ihre Kräfte untereinander zu messen. Die Internationale Deutsche Meisterschaft der ORCi-Seesegler und der Doublehand Segler sind dabei sicherlich sportliche Höhepunkte in einem Regattaangebot, das für alle etwas bietet: vom Familienspaß bis zum professionellen Segeln, von Wochenend-Einsätzen bis zum Segeln während der gesamten Kieler Woche reicht die Palette. „Wir haben auch in schwierigen Zeiten ein breites Angebot vorbereitet. Die Sicherheit der Teilnehmer steht natürlich im Vordergrund, und daher werden wir alle Hygienevorschriften und Abstandsregelns strengsten einhalten“, so der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, Dirk Ramhorst. Entscheidend ist, dass gesegelt werden kann. Mit der Zulassung der größeren Crew (mehr als Doublehand) ist auch die Entscheidung gefallen, dass die J-Klassen (J/24, J/70 und J/80) an der Kieler Woche teilnehmen können.

Mit nötigem Sicherheitsabstand kann der Start der Seeregatten am Auftaktsamstag der Kieler Woche, 5. September, vor Düsternbrook live miterlebt werden. Ab 9 Uhr starten vor dem Kieler Yacht-Club die Multihulls (bereits fünf Meldungen zum Welcome Race), die Yardstick vermessenen Yachten für die Aalregatta, die ORC-Club-Teilnehmer am Welcome Race und die Teilnehmer an der ORCi-IDM. Meldebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie reglementieren die Meldezahlen. Um den Vorschriften gerecht zu werden, werden auch nicht alle Bigboats in Schilksee aufgenommen. „Wir müssen die Personenzahl in Schilksee streng limitieren. Die Gesundheit geht vor“, so Ramhorst. Die Aktiven hätten Verständnis für das Vorgehen der Veranstalter, die es dank der Verschiebung der Kieler Woche ermöglichen, dass Seeregatten hier überhaupt möglich sind.

Während die ORCi-Yachten noch am Samstag wieder nach Kiel zurückkehren, legen die Teilnehmer der Aalregatta und des Welcome Races in Eckernförde an. „Ob im Päckchen, vor Anker oder mit dem Heck an der Pier klären wir noch mit den Behörden“, so Wettfahrtleiter Ralf Paulsen. Auf jeden Fall gibt es für alle Yachten, die an der Aalregatta teilnehmen, den obligatorischen Aal. Wie in Schilksee wird es auch in Eckernförde keine Rahmenveranstaltungen geben. Bei diesen Seeregatten sind die Meldezahlen (Aalregatta: 80, Welcome Race 45) beschränkt.

Auch der Senatspreis am Donnerstag der Kieler Woche (10. September) und das Silberne Band von Freitag auf Samstag (11./12. September) werden um Schilksee herumgeführt. Allein die Teilnehmer der IDM Offshore (Samstag bis Dienstag) und der IDM Doublehand (Donnerstag bis Samstag) sind in Schilksee beheimatet.

Möchte den IDM-Titel verteidigen: die „Immac Fram“ mit Skipper Kai Mares (Dänischenhagen). Foto: www.segel-bilder.de

Die IDM beginnt am Samstag mit der Mittelstrecke. Versetzt zur Aalregatta starten die Teilnehmer vor Düsternbrook.. „Wir werden damit auch dem Wunsch gerecht, Segeln in die Innenförde zu holen“, so Dirk Ramhorst. Um allen Wind- und Wetterbedingungen gerecht werden zu können, sind drei unterschiedliche Kurse im Angebot, die nach Bedarf gesegelt werden können. „Das wesentliche Ziel ist es, den Aktiven faire Bedingungen und qualitativ hochwertige Regatten zu bieten“, erklärt Seebahnchef Eckart Reinke, der alle Absprachen mit dem Deutschen Segler-Verband, der Regattavereinigung Seesegeln und den Aktiven getroffen hat. Es folgen von Sonntag bis einschließlich Dienstag maximal acht Kurzwettfahrten. Erster Start ist jeweils ab 11 Uhr, der letzte Start ist am Dienstag, 8. September, bis 14 Uhr möglich, so dass die Siegerehrung in Schilksee auf 16 Uhr terminiert ist.

Am Start ist alles, was im deutschen Seesegeln Rang und Namen hat, so auch die Titelverteidiger aus dem Vorjahr, „Intermezzo“ (Jens Kuphal, Berlin, ORCi I/II), „Immac Fram“ (Kai Mares/Dänischenhagen/ORCi III), „Nemo“ (Uwe Kleinvogel/Rostock/ORCi IV) sowie der erste Deutsche Meister im Offshore Doublehand, „Halbtrocken“ (Knut Freudenberg/Nils Reichert/Flensburg).

 „Ich freue mich auf die Verbindung der Kieler Woche und der IDM. Die Kieler Woche ist ein Klassiker, und die IDM könnte man im Fußball-Jargon schon fast als Classico bezeichnen“, hatte Bertil Balser, Klassenchef der Regatta-Vereinigung Seesegeln, bereits zu Jahresbeginn betont. Der Stollergrund und die erfahrene Wettfahrtleitung um Eckart Reinke seien immer eine Reise wert, so der Europameister 2019 an Bord der „Sportsfreund“ (Axel Seehafer/Heiligenhafen). „Wir sind heiß auf die IDM in Kiel“, so Balser. Im Vorjahr musste sich die „Sportsfreund“ bei der IDM mit Platz zwei begnügen, so dass Wiedergutmachung angesagt ist.  „Der Titel Deutscher Meister ist immer noch unangefochten die Krone im Deutschen Seesegeln. Ich denke, wir haben eine kleine Rechnung offen“, so Balser mit Blick Richtung Saisonhöhepunkt. Ob noch weitere Regatten anliegen, steht nicht fest. Eine geplante Baltic Serie, bestehend aus schwedischer, dänischer und deutscher Meisterschaft, ist 2020 schwierig bis unmöglich geworden und dürfte auf 2021 geschoben werden.

Auch der amtierende Deutsche Meister in der Klasse ORCi III, Kai Mares, freut sich auf den ersten Regattastart 2020. Der Skipper der „Immac Fram“ beschreibt es so: „Unsere Crew scharrt schon mit den Füßen und freut sich, endlich loslegen zu dürfen. Seit dem 1. Juli haben wir das Training aufgenommen. Drei Monate später als normal.“ Natürlich steht die IDM-Titelverteidigung ganz oben auf der Agenda des Seesegelteams des Hamburger Unternehmens. Danach folgt der Start bei der zweiten verschobenen Regatta, der Palma Vela. Die Regatta vor Mallorca wurde vom Frühjahr auf Ende Oktober verlegt. „Das passt jetzt. Wir hatten ohnehin vor, das Schiff nach Mallorca zu verlegen, um dort im Winter zu trainieren, neue Talente zu sichten und 2021 die Saison auf dem Mittelmeer zu verbringen. Nachwuchsarbeit ist das Hauptthema des Immac Sailing Teams um die neue Geschäftsführerin Nic Breuer. Doch zunächst gilt es, an 2019 anzuschließen. Im Vorjahr gewann die „Immac Fram“ alle Wettfahrten der IDM vor Travemünde.

Die „Intermezzo“ (Jens Kuphal/Berlin) gehört als Titelverteidiger in der Klasse ORCi I/II zu den Favoriten vor Kiel. Foto: www.segel-bilder.de

Jens Kuphal, Eigner und Skipper der „Intermezzo“, freut sich, die Titelverteidigung der IDM Seesegeln (ORCi I/II) angehen zu können: „Zuallererst freuen wir uns, dass es überhaupt möglich ist, die Kieler Woche und die IDM auszutragen. Und wenn man der Pandemie aus sportlicher Sicht etwas Positives abgewinnen kann, dann sicherlich die Qualität des Feldes. Viele Teams sind offenbar hungrig, in dieser Saison noch ein Highlight zu haben.“ Die Wiederholung des Vorjahreserfolges, als die „Intermezzo“ vor Travemünde ihren ersten nationalen Titel einsegelte, nimmt Kuphal in jedem Fall in den Fokus: „Warum nicht? Wir werden darum kämpfen und rechnen uns auch realistische Chancen aus.“ Der Leistungsstand der Mannschaft ist nach den Monaten des Stillstandes zwar noch ungeklärt, doch Mitte Juli soll die Yacht, eine Landmark 43, zum Training bereitstehen. „Wir versprechen uns davon noch einmal eine Leistungssteigerung. Und die Mannschaft ist stark besetzt.“ Neben Taktiker Robert Stanjek (Starboot-Olympiasechster von London) und dem Yachtoptimierer Max Gurgel auf der Trimmerposition stößt auch die zweimalige britische Weltumseglerin und Olympiateilnehmerin Annie Lush zum Team. Kuphal: „Wir freuen uns, sie als Pit-Frau mit an Bord zu haben. Damit haben wir eine Top-Besetzung – auch wenn wir vermutlich wegen Corona nur zehn Mann an Bord haben werden, obwohl wir sonst zu elft segeln.“

Aufmerksamkeit verdient sicherlich auch der Auftritt der neuen „Halbtocken 4.0“. Eigner Michael Berghorn vom Kieler Yacht-Club hat seine X41 gegen eine Mills 45 ausgetauscht. Der Offshore-Renner stammt aus der Feder von Mark Mills und wurde bei PCT in Dubai gebaut. In den vergangenen Jahren segelte die Mills 45 unter dem Namen „Concubine“ die großen Regatten auf der Südhalbkugel vor Australien. Von Adelaide kam die Yacht nach Europa und wartet jetzt auf ihre ersten Einsätze. Große Ziele sind Offshore-Regatten wie die Teilnahme am Fastnet Race. Davor steht jetzt Up&Down vor Kiel.

Nach der IDM mit voller Crew stürzt sich das Duo Knut Freudenberg/Nils Reichert (SV Flensburg) mit der First 36.7 gleich in die nächste IDM. Denn im zweiten Teil der Kieler Woche tritt die Double-Hand-Flotte an. Die neue olympische Disziplin „Mixed Two Person Offshore Keelboat” (ab 2024) steckt noch in der Aufbauphase. Zwar erfreuen sich Offshore-Regatten mit kleinen Crews (Einhand und Zweihand) großer Beliebtheit, aber die Eckpunkte für das olympische Offshore-Segeln sind noch wage.

Neben Knut Freudenberg/Nils Reichert segeln auch Max Gurgel und Robert Stanjek von der „Intermezzo“ eine zweite Schicht. Beide gehen in der zweiten Hälfte bei der Deutschen Meistershaft Offshore Doublehand ins Rennen. Max Gurgel segelt dabei mit Lena Weißkichel auf der L30 „Sharifa“, Robert Stanjek wird gemeinsam mit dem Minitransat-Helden Morten Bogacki eine neue Dehler 30od  des Offshore Team Germany an den Start bringen.

Im Gegensatz zu den olympischen Wettkämpfen 2024 die Internationale Deutsche Meisterschaft nicht nur im Mixed angeboten. „Bei der IDM können alle Zweihandcrews, egal ob Mixed oder nicht, antreten“, so Bertil Balser. Eine zusätzliche Mixed-Wertung wird es allerdings geben. Am Donnerstag starten die Zweihand-Crews um 10.30 Uhr, und ab 11 Uhr gehen die Teilnehmer am Senatspreis auf eine 60 Seemeilen lange Bahn. Am Freitag stehen dann 150 Seemeilen auf dem Programm. Die Langstrecke über Nacht wird um 17 Uhr in Strande gestartet und endet am Samstag am Kieler Leuchtturm.

Zum jetzigen Zeitpunkt treffen die Deutschen Meister Freudenberg/Reichert auf fünf gemeldete Konkurrenten. „Das Segeln zu zweit erfreut sich seit längerer Zeit immer größerer Beliebtheit. Die Zeit der großen Crews ist vorbei. Gesellschaftliche Entwicklungen machen es immer schwerer, größere Crews verbindlich für den Sport zu gewinnen“, beschreibt Eckart Reinke das Phänomen Double-Hand.

Eine eigene Wertung ist das Ziel der Dehler 30od-Klassenvereinigung, die auch parallel zum Senatspreis und dem Silbernen Band gestartet wird. Die Klasse hat große Ziele und „bewirbt“ sich um den Olympiastatus für die Mixed Two Person Offshore Keelboat Disziplin. Die Klassenvereinigung rechnet in Kiel mit acht Booten. Zwar wurden bereits 14 Stück in den Ostseeraum verkauft, aber noch sind nicht alle startbereit. „Aber es besteht für Nicht-Eigner die Möglichkeit, eine wettbewerbsfähige Dehler zu chartern“, so Felix Hauss von der Klassenvereinigung. Geplant ist, dass die Dehler 30od-Yachten bis zur Kieler Woche einen Standard-ORCi-Meßbrief haben, um auch in den Kampf um den Titel der Deutschen Meisterschaft eingreifen zu können.

Nicht nur für die Aktiven ist es eine besondere Kieler Woche, auch die Wettfahrtleitung steht vor neuen Herausforderungen. „Wettfahrtleitungen müssen ebenso trainieren wie die Sportler. Winddreher erkennen, Bahnen neu ausrichten und unter Zeitdruck entsprechende Manöver einleiten, all das gehört zum Aufgabenfeld dazu. Durch die geschlossenen Häfen und ausgefallenen Regatten stehen die Wettfahrtleitungs-Crews vor den gleichen Herausforderungen wie die Teilnehmer, nämlich ohne viel Training sofort perfekte Leistung erbringen zu müssen“, blickt Seebahn-Chef Eckart Reinke auf die Kieler Woche 2020 mit dem Spätstart der Seesegler in die Saison. (hel)

IDM der ORCi-Seesegler:

Nach Warnemünde (2017), Flensburg (2018) und Travemünde (2019) kehrt die IDM der ORCi-Seesegler nach vier Jahren mit der 25. Auflage wieder zurück in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt. Es ist die elfte IDM der Seesegler in Kiel.

Segelauftakt zur Kieler Woche: Start der Bigboats vor dem Kieler Yacht-Club in der Innenförde. Foto: www.segel-bilder.de

Segeln plus X mit Hygiene und Abstand

Neben Segelsport auf höchstem Niveau kennzeichnete bislang auch traditionell eine bunte Eventfläche in Schilksee die Kieler Woche. Anders in diesem Jahr. Im Mittelpunkt des Geschehens steht ausschließlich der Segelsport. Schilksee wird zu einer geschlossenen Gesellschaft ohne Eventareal. Da die Gesamtzahl der Personen im Hafenvorfeld auf rund 1000 begrenzt ist, muss das Gelände für die Öffentlichkeit abgesperrt werden. Die Aktiven sind mit Trainern und Organisatoren unter sich. Auf Veranstaltungszelte, die Sponsorenmeile und Verkaufsstände wird verzichtet. Das Regattahaus, der boot-Düsseldorf-Club als Check-In-Zelt, die Vaasahalle und das Areal rund um den Kieler Yacht-Club in Düsternbrook sind die Anlaufstellen an Land, ggf. wird die Bootshalle des KYC in Strande integriert. Die Aktiven, Organisatoren und Trainer erhalten Einlass-Tickets, die nur für bestimmte Areale gelten.

„Es sind enorme Herausforderungen, denen wir uns stellen, um den Seglerinnen und Seglern auch in diesem Jahr die Möglichkeit zu geben, Regatta zu segeln. Dabei steht die Gesundheit aller Beteiligten ganz klar im Vordergrund. Hygienevorschriften und Mindestabstandsregeln müssten eingehalten werden“, so der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, Dirk Ramhorst. Zudem werden die Einreise-Vorschriften Einfluss auf die endgültigen Starterlisten nehmen.

Da das analoge Kieler-Woche-Erlebnis in Schilksee im Jahr der Pandemie also nicht stattfindet und Zuschauer vor Ort damit ausgeschlossen sind, legen die Veranstalter ein noch größeres Gewicht auf die digitale Öffentlichkeitsarbeit. Die Präsenz in den sozialen Netzwerken wird ausgebaut, und die Regatten werden den Segelfans in aller Welt umfangreich über Kieler-Woche-TV virtuell zugänglich gemacht. Für den TV-Bereich zeichnet die Landeshauptstadt Kiel verantwortlich und trägt die entsprechenden Kosten.

YYachts zeigt Y7 in Cannes

Nachdem die Organisatoren der Cannes Yachting Festival bestätigt haben, dass die Show stattfinden wird, nimmt auch eine Yacht von YYachts Kurs auf die Côte d’Azur. Vom 8. bis 13. September zeigt die norddeutsche Werft die “Cin Cin”, eine brandneues Y7.

Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Designer Bill Tripp entwickelt, der bereits zahlreiche Yachten mit einer Länge von bis zu 86 Metern auf den Markt gebracht hat. Die neue Y7 kombiniert – wie alle Modelle von YYachts – komfortables Segeln mit wettbewerbsfähiger Leistung, auch auf der Regattakurse.

Die “Cin Cin” soll laut Aussagen der Werft einhandtauglich sein. Foto: YYachts

Alle Fallen und Strecker auf der Y7 verlaufen versteckt. Der Steuermann kann Y7 alleine bedienen – für eine 70-Fuß-Yacht keine Selbstverständlichkeit. Mit einer Verdrängung von rund 28,5 Tonnen und einer Segelfläche von fast 300 Quadratmetern am Wind besitzt die Y7 auch bei leichtem Wind ausreichenden Antrieb und bietet entsprechenden Segelspaß. Standardmäßig ist die Carbon-Yacht mit einem Carbon-Rigg sowie mit der für Yachten dieser Größe typischen Garage im Heck ausgestattet.

Das Deck besteht Y7 aus Holz von Lignia, das aus ökologisch nachhaltigem Anbau stammt. Es soll eine gute Alternative zu Teakholz sein. Die Eignung wurde bereits sechs Jahre in Florida getestet – bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Der walisische Hersteller ist so überzeugt von seinem Produkt, dass er sogar eine 50-jährige Garantie auf das Produkt gibt.

Eine weitere Besonderheit ist die Verwendung eines Oscar-Systems. Diese Kamera verwendet künstliche Intelligenz, um Objekte im Wasser zu identifizieren, die für herkömmliche Radar- und Sonargeräte nicht sichtbar sind. Das System ist mit dem Autopiloten verbunden und vermeidet so Hindernisse ohne weiteres Eingreifen des Steuermanns.

Unter Deck erinnert es an das New Danish Design. Foto: YYachts

Unter Deck hat die Y7 auch eine sehr moderne Atmosphäre. Die Innenausstattung stammt von der dänischen, preisgekrönten Firma Norm Architects. Die Kopenhagener Designer kreierten ein reduziertes Ambiente mit skandinavischem Touch und verwendeten zwei verschiedene Holzarten für Boden und Paneele sowie helle Farben, um das großzügigste Raumgefühl zu schaffen.

Technische Daten:

Gesamtlänge: 21,68 m
Länge Wasserlinie:
20,35 m
Breite :
5,75 m
Tiefgang (mit Hubkiel):
2,50 – 3,90 m
Verdrängung :
28,9 t
Konstruktion:
Tripp Design Naval Architecture
Interior-Design:
Norm Architekten
Werft
: Michael Schmidt Yachtbau GmbH
Website: www.yyachts.de

Dehler 38SQ: Schnelligkeit und Qualität

Seit Ende der 1970er Jahre hat Dehler eine Reihe sehr erfolgreicher Cruiser Racer an den Start gebracht. Den Anfang machte die Sprinta Sport, die 1980 die erste Einheitsklassen-Yacht nach der Vermessungsformel IOR wurde. Seither wurden zahlreiche Modelle entwickelt und gefertigt, die durch gute Geschwindigkeitswerte und bahnbrechende Innovationen hinsichtlich Ausrüstung und Einrichtung überzeugten. Bei einigen lag der Fokus deutlich auf Regattatauglichkeit, bei anderen stand Fahrtenkomfort im Vordergrund. Letzteres galt vor allem für Dehler-Typen, die um die Jahrtausend-Wende entstanden. Ein Überangebot an Fahrtenyachten, gepaart mit der damals einsetzenden Konjunkturflaute in der Bootsbranche sorgte dafür, dass die Werft in finanzielle Schwierigkeiten geriet und schließlich verkauft werden musste.

© Dehler

Nach der Übernahme durch die Hanse Yachts AG, die 2009 erfolgte, besann man sich auf das einstmals sehr erfolgreiche Performance-Konzept und ließ es in Form einer neuen Dehler 38 wieder auferstehen. Nun scheint die Zeit gekommen, dieses Modell ein wenig aufzupolieren, um es zukunftsfähig zu machen. Um nochmals deutlich auf die Zielgruppe hinzuweisen, stattete man das Relaunch mit dem Namenszusatz SQ aus, der für Speed and Quality steht. Seine Rumpf- und Deckslinien basieren auf denen der Dehler 38, die seit 2013 produziert wird. An Baunummer eins der SQ-Version wird aktuell mit Hochdruck gearbeitet, denn der Termin für die Premierenfeier steht schon fest. Sie soll Mitte September auf der Cannes Boatshow stattfinden.

Dass die Dehler 38 schnell segelt, hat sie in den vergangenen sieben Jahren bewiesen, um ihr noch mehr Leistung zu ermöglichen, wurde an kleinen, aber durchaus weichenstellenden Schrauben gedreht. Beispielsweise an der Badeplattform, die leichter ist und den Vorteil einer integrierten Badeleiter hat und hochgeklappt bündig abschließt. Außerdem am festen GFK-Bugspriet, der jetzt serienmäßig dazugehört und besser in die Rumpflinien integriert ist.

© Dehler

Nach wie vor gibt es mehrere Rigg- und Kielvarianten. Wer seine Yacht besonders leistungsstark ausstatten möchte, wählt den tiefer gehenden, leichteren Kiel und den höheren Mast (im Idealfall aus Carbon), der bis zu 6 Quadratmeter mehr Segelfläche an den Wind bringt. Bei Schräglage findet der Rudergänger nunmehr besseren Halt dank aufstellbarer Fußrasten, die weggeklappt bündig mit dem Cockpitboden abschließen.

Auch das Interieur der neuen 38er profitiert von Verbesserungen. Es gibt größere Rumpffenster und zwei zusätzliche Fenster im Aufbau, die merklich mehr Tageslicht ins Schiffsinnere lassen. Außerdem wurden die Kabinen-Einrichtungen überarbeitet. Bei der SQ präsentieren sie sich in modernem Look mit hellen Stoffen und Furnieren und dynamisch gerundeten Möbelmodulen.

Technische Daten:

Konstruktion:Judel/Vrolijk & Co
Interieur:Dehler
LüA:11,64 m (inkl. Bugspriet)
Rumpflänge:11,30 m
LWL:10,40 m
Breite:3,75 m
Tiefgang Standard:2,03 m
Flachgehender Kiel:1,60 m
Competition-Kiel:2,24 m
Verdrängung Standard:7,5 t
Flachgehender Kiel:7,6 t
Competition-Kiel: 7,0 t
Ballast:2,4 t / 2,8 t / 2,1 t
Wassertank:295 l
Treibstofftank:160 l
Motor:29 PS
Segelfläche am Wind Standard: 79 m2
Competition Alu-Rigg:84 m2
Competition Carbon-Rigg:85 m2
Spi:118 m2
Gennaker:112 m2
Preis für Standard-Version: ab 160.900 Euro, exkl. MWST
Näheres:www.hanseyachtsag.com

Groupe Beneteau baut um

Let’s Go Beyond” ist das Motto der neuen Strategie, deren Vorstellung des CEO der Groupe Beneteau Jérôme de Metz gestern live vom Pariser Hauptsitz der Beneteau-Gruppe gestreamt wurde.

Die Reorganisation umfasst alle Bereiche, darunter natürlich auch den Boots- und Yachtbau. Dem Plan nach sollen die Werke des Unternehmens nach dem Vorbild der Automobilindustrie reorganisiert und nach Markensegmenten spezialisiert werden. Die Produktentwicklung soll verkürzt und an die Ressourcen der Konstruktionsabteilungen an die Produktplanung angepasst werden. Das Management wird straffer und neu organisiert und nach den Funktionen Generaldirektion, Marken- und Industriemanagement, Kommunikation und Finanzen klar gegliedert werden.  

Bisher umfasste das Portfolio der Groupe Beneteau zwölf Marken mit insgesamt 180 Modellen, angefangen bei der 14 Fuß langen Segelyacht Beneteau First 14 bis zur 105 Fuß langen Luxus-Motoryacht Monte Carlo. Als klares Signal für den Endverbraucher, trennt sich die Gruppe von den Marken CNB, Monto Carlo, Glastron und Scarab. Während im stark umkämpften und geschäftlich Risikoreichen oberen Segment der Marken der Luxus-Custommade-Yachten CNB und der Motoryachtmarke Monte Carlo in den letzten Jahren keine positiven Geschäftsentwicklungen zu verzeichnen waren, machten im Bereich der kleineren US-amerikanischen Marken insbesondere die Zölle die Akzeptanz der Marken bei den europäischen Kunden schwer. Alle vier Marken sollen an andere Interessenten verkauft werden.

Die Groupe Beneteau trennt sich von der Luxus-Marke CNB. Grafik: Groupe Beneteau

In den globalen Marktsegmenten sollen die führenden Positionen der Marken Beneteau, Jeanneau, Prestige und Lagoon verstärkt werden, hohes Potential sieht man bei den Marken Excess Cartamarans, Four Winns, Wellcraft und Delphia.

Auch wenn hinsichtlich der Marken der Fokus weiterhin im Bereich der Motoryachten liegt, hat sich das Unternehmen, das zukünftig als „House of Brands“ agieren will, auf die Fahnen geschrieben, eine Vorreiterrolle im Bereich der nachhaltigen Bootsantriebe zu spielen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist, das Erfolgsmodell der Segelyacht Bénéteau Océanis 30.1 als vollelektrisch angetrieben Yacht zu präsentieren. Zudem sollen Hybrid- und Elektromotoren Versionen anderer Modelle verfügbar sein.

Mit Investitionen in die Digitalisierung, der verstärkten Nutzung der Synergien im Bereich der Vertriebsnetze und eine Erweiterung des Portfolios auf Dienstleistungen, sollen weitere Kernprozesse gestrafft und neue Geschäftsfelder erschlossen werden.

Verschlankung: Vier Marken werden abgestoßen, womit sich das Modellangebot um 55 Modelle reduziert. Grafik: Groupe Beneteau

Auch finanziell will sich die Groupe Beneteau entsprechend wappnen, da damit gerechnet wird, dass sich die wirtschaftlichen Schwankungen, ausgelöst durch die Covid 19 Krise auch auf den Boots- und Yachtmarkt durchschlagen wird. Mit einem Eigenkapital von mehr als 600 Millionen Euro zum 28.Februar diesen Jahres, sowie 300 Millionen Euro an bestätigten aber nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien, plus den staatlich garantierte Darlehen in Höhe von 120 Millionen Euro und geringer Nettoverschuldung, kündigt die Groupe Beneteau an, dass sie sich auf eventuelle Schwankungen vorbereitet zu sein.

Klar ist, dass das Ganze nicht ohne den Verlust von Arbeitsplätzen vor sich gehen wird. Für die Umsetzung der Pläne wurde bereits in Frankreich als auch im Ausland der Kontakt zu den Sozialpartnern aufgenommen. So wurde bereits angekündigt, dass Produktionskapazitäten gesenkt und Fixkosten reduziert werden sollen.

Nicola Breuer führt IMMAC Sailing Team

In Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Geschäftsführer Matthias Graf Castell zu Rüdenhausen hat sie die Segler des IMMAC Sailing Teams schon viele Jahre begleitet und betreut. „Ich freue mich sehr darauf, weiterhin im Namen der IMMAC den Segelsport fördern zu können, angefangen von der Jugendarbeit bis hin zu den professionellen Spitzenseglern“, erklärt Nicola Breuer.

Gemeinsam mit Kai Mares, dem Sportlichen Leiter des Sailing Teams, wird sie das ehrenamtliche Engagement der IMMAC im Segelleistungssport fortführen und ausbauen. Hierbei steht bereits die Segelsaison 2021 im Fokus, für die neue Projekte und Fördermöglichkeiten geplant werden.

Die IMMAC Sailing Team GmbH wurde vor 19 Jahren von Marcus H. Schiermann, Aufsichtsratsvorsitzender der IMMAC group und selbst leidenschaftlicher Segler, gegründet. Das Sailing Team unterstützt Spitzen- und Nachwuchssegler in den Klassen 49er, Nacra 17, 2.4mR und das Seesegel-Team der „IMMAC Fram“. Aktuell gehören zu den unterstützten Crews die Seesegel-Mannschaft um Kai Mares, die 2.4mr-Segler Heiko Kröger, Antonia Schröder und Tim Leonard Trömer, die 49er Ex-Europameister Justus Schmidt/Max Boehme sowie die Olympia-Aspiranten im Nacra17 Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer.

Messe: boot Düsseldorf startet neue Kampagne

An vielen Hotspots der Wassersportszene in Europa kommt wieder Leben in die Bude“, freut sich boot Chef Petros Michelidakis. Auch für den gebürtigen Griechen und leidenschaftlichen Segler geht es bald wieder in heimische Gefilde. Vorher konnte er jedoch auch rund um seine langjährige Wahlheimat Düsseldorf den Wassersport genießen. „Als Surfen, Segeln, Tauchen oder SUP bei uns wieder erlaubt war, habe ich in den letzten Wochen einige der regionalen Destinationen besucht und war wirklich beeindruckt vom tollen Engagement und der Leidenschaft, mit der die Sportler wieder ans Werk gegangen sind“, ergänzt er.

Die boot wird im kommenden Jahr mit dem neuen Kampagnenmotto „reboot your business“ wieder die internationale Geschäfts-Plattform mit Motor- und Segelyachten, dem Surfsport und Tauchen sein. In der visuellen Darstellung wird das blaue Messelogo mit dem „boot“ Schriftzug von dem „re“ und dem „your business“ umschlossen. „Mit dem Slogan ‚reboot‘ wollen wir den Herstellern zeigen, dass wir an ihrer Seite stehen. Auf der boot Düsseldorf 2021 werden sie das Ambiente für erfolgreiches Netzwerken und gute Geschäfte finden“, erläutert Michelidakis.

Branchengrößen wie Princess, Azimut oder San Lorenzo aus dem Luxusyachtbereich haben sich schon zum jetzigen Zeitpunkt ihren Platz auf der boot 2021 gesichert. Mit an Bord sind auch die deutschen Marktführer Hanse und Bavaria oder die slowenische Greenline, bekannt als innovativer Vorreiter bei alternativen Antrieben, sowie mit Starboard einer der führenden Board-Produzenten.

„Damit steuert die boot exakt auf Kurs. In der Branche herrscht, angetrieben von der diesjährigen Messe, eine gute Auftragslage“, sagt Michelidakis. Und auch vom Bundesverband Wassersportwirtschaft kommt eine positive Markteinschätzung. „Wir sind nach einem sehr gutem Messeverlauf im Januar hoch motiviert ins Jahr gestartet. Die Corona-Krise hat die Branche natürlich zurückgeworfen, doch die Zeichen für einen erfolgreichen Wassersport-Sommer stehen gut. Ich glaube, die Menschen werden diese Form des Sports besonders lieben lernen und sehe der boot 2021 als Impulsgeber für die gesamte internationale Branche, positiv entgegen. Sie ist für uns Hersteller unverzichtbar“, beschreibt Verbandspräsident Robert Marx die Lage.

CKA Safety Day: „Panik ist der größte Feind“

Mitmachen, zuhören, lernen – im Olympiahafen Schilksee ist am 15. August 2020 beim CKA Safety Day Einsatz gefragt. Nach dem erfolgreichen Start des ‚Safety Day‘ 2019  in der ancora Marina Neustadt tourt der Saft Day der CKA weiter und findet 2020 im Olympiahafen Kiel Schilksee statt. Von 10 bis 18 Uhr informiert der Service-Club für Wassersportler in Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen in Workshops und Vorträgen über das richtige Verhalten bei Notsituationen auf dem Wasser und Sicherheitsmaßnahmen an Bord. Das Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit der DSV Kreuzer-Abteilung und der Schadenabteilung von Pantaenius Yachtversicherungen entwickelt. Das Programm richtet sich an alle Wassersportinteressierte und Bootseigner, die Leckage- und Brandabwehr trainieren, oder sich zum Beispiel über den sicheren Umgang mit elektronischen Seekarten informieren möchten.

Informative Vorträge rund um das Thema Sicherheit gehören zum Programm des Safety Days. Foto: segel-bilder.de

Überlebenswichtiges Verhalten in Notsituationen erfahren Besucher des CKA Safety Day in diversen Vorträgen und durch anschauliche Simulationen. „Notsituationen sind trainierbar und genau deshalb haben wir vergangenes Jahr den CKA Safety Day ins Leben gerufen“, erklärt Christian Bahrs, 1. Vorsitzender des Club der Kreuzer-Abteilung. „Je weiter man sich vom sicheren Hafen entfernt, desto schwieriger ist es, schnelle Hilfe zu erhalten und dann ist Panik der größte Feind“, ergänzt der leidenschaftliche Segler. Trainieren und mitmachen, üben und ausprobieren ist deshalb das Motto der Veranstaltung.
So kommen zum Beispiel beim Thema Brandbekämpfung wirkungsvolle Löschmethoden und unterschiedliche Löschmittel demonstrativ zum Einsatz. Wie ein Leck schnell und effektiv abgedichtet wird, veranschaulicht die Crew der Segelschule Well Sailing. Der Clou: Auf der präparierten Yacht „MERI CRASH“ werden Lecks nicht simuliert, sondern finden kontrolliert statt. Umfassende Informationen über den sicheren Zustand des Riggs, um für alle Wetterbedingungen gewappnet zu sein, hält Rigg-Spezialist Uli Münker von Faber & Münker bereit. Und mit dem Thema „Immer gutes Wetter“ zeigt Seewetterexperte Dipl.-Meteorologe Dr. Meeno Schrader von WetterWelt, was zu tun ist, um schlechtes Wetter zu vermeiden. Der beliebte TV-Moderator des Schleswig-Holstein Magazins wird bestimmt am Veranstaltungstag für Sonnenschein sorgen.

Auf Grund von erhöhten Sicherheits- und Hygienevorgaben findet die Veranstaltung auf dem Außengelände im Olympiahafen Schilksee statt. „Gemeinsam mit der Sporthafen Kiel GmbH haben wir ein verlässliches Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das garantiert alle Hygienevorschriften berücksichtigt“, erklärt Christian Bahrs, dem die Gesundheit der Besucher besonders am Herzen liegt.

Die Teilnahme am CKA Safety Day sowie an allen angebotenen Workshops ist kostenlos.

www.clubderkreuzerabteilung.de

Swan 58: Elegante Blauwasser-Yacht

Gefertigt wurde mit Hilfe der Vakuuminfusions-Methode unter Verwendung hochwertiger Materialien wie Vinylesterharz und Kohlefaser für Verstärkungen. Aktuell wird das Deck laminiert, parallel dazu das Interieur gefertigt.

Konzipiert als leistungsstarke Blauwasseryacht, übernimmt die Neue einerseits die Charaktereigenschaften der Ur-Swans, die beides konnten: Als Cruiser anspruchsvolle Freizeitsegler durch luxuriösen Komfort begeistern und als Performance-Yacht erfolgreich Regatten bestreiten. Allerdings liegt der Fokus der neuen Swan 58 verstärkt auf Fahrten-Kompetenz. Die klassische Schönheit, die wieder einmal von Germán Frers gezeichnet wurde, soll langersehnte Träume von entspannten Langfahrt-Törns erfüllen. Mit dieser Zielsetzung folgt sie ihrer kleineren Schwester Swan 48, (man erinnere sich, sie feierte im vergangenen Jahr Premiere).

Falls gewünscht, können beide aber auch zu Racern werden. In diesem Fall wird, um wirklich konkurrenzfähig zu sein, ein schlanker, tief reichender Racing-Kiel montiert und für eine regattataugliche Decks- und Rigg-Ausstattung, die u.a. ein deutlich größeres Squaretop-Großsegel verträgt, gesorgt. Die trimmrelevanten Beschläge sind so platziert, dass eine vielköpfige Regattacrew schnellstmöglich ihre Manöver absolvieren kann. Aber auch für kleinere Mannschaften ist die knapp 18 Meter lange Yacht handelbar, denn die zentrale Winsch, die in der Mitte zwischen den beiden Steuerrädern aufgestellt ist, befindet sich in Reichweite des Skippers.

Blauwassersegler freuen sich über drei moderatere Kielversionen mit unterschiedlichen Tiefgängen zwischen 2,10 und 3,10 Metern, haben sie dadurch doch die Möglichkeit, ihr Schiff optimal an die bevorzugten Reviere anzupassen.

Die Werft hat sich verschiedene Ausbauvarianten überlegt © Nautors Swan

Für den Ausbau stehen ebenfalls mehrere Varianten zur Disposition. Sie unterscheiden sich durch die Aufteilung der Räume und die Wahl des Holzes, darunter Walnuss und Eiche. Im Scandi Vision Look kommen durchgängig helle Farben (sowohl das Holz als auch die Stoffe betreffend) zum Einsatz. Hier wird überwiegend mit Weiß- und Beige-Tönen gearbeitet, die mit zartem Blau kombiniert werden und insgesamt für eine sehr luftig-leichte Wohnatmosphäre sorgen. Für Velvet Vibe werden etwas dunklere Stoffe und Hölzer mit Grau und Bordeauxrot kombiniert, bei Swan Soul geben Nougat- und Cognac-Töne die entscheidenden Design-Impulse.

In jedem Fall werden mindestens drei Schlafkabinen eingebaut. Zwei liegen achtern unter dem Cockpitboden, die dritte und komfortabelste im Vorschiff. Diese ist als Eigner-Suite deklariert und lässt sich entweder mit einem geräumigem Inselbett oder aber mit zwei Einzelkojen ausstatten. Obligatorisch sind hier das eigene Badezimmer und ein kleiner Vorraum mit Schminktisch. Auch die beiden anderen Kabinen verfügen über eigene Nasszellen, einen zusätzlichen Aufenthaltsbereich haben sie jedoch nicht.

Das Alternativ-Layout, das vor allem für Regattasegler interessant sein dürfte, schlägt eine vierte Kajüte vor. Sie liegt steuerbord neben dem Niedergang und wird anstelle einer geräumigen Navi-Ecke eingebaut. Dieser Raum ist schmal gehalten und mit Doppelstockbetten ausgebaut. Einen „abgespeckten“ Arbeitstisch findet der Navigator dann im Salon. Soll ein Profi-Skipper mitsegeln, kann ein weiterer Schlafraum in der Bugspitze eingerichtet werden, samt WC und Waschbecken.

Gekocht wird backbord neben dem Niedergang an einer übereck aufgestellten Pantry, gegessen im Salon. Bei allen Ausbau-Versionen fällt der Wohn-/Essbereich besonders geräumig aus. Mit fünf Metern Länge und einer großzügigen Sitzgarnitur, bestehend aus U- und Längssofa, bietet er gleichermaßen Langfahrtkomfort für die kleinere Familien-Crew wie Entspannungsmöglichkeiten für die größere Regatta-Mannschaft, nach getaner Arbeit. Am rechteckigen Tisch, der sich zu einer großen Tafel ausbauen lässt, finden sechs bis acht Personen Platz.

Technische Daten:

Konstruktion:Germán Frers
Lüa:19,11 m
Rumpflänge:17,96 m
LWL:17,09 m
Breite:5,27 m
Tiefgang:Cruising-Kiele: zw. 2,10 und 3,10 m; Racing-Kiel: 3,60 m
Verdrängung:24,7 t
Ballast:7 t
Wassertank:930 l
Treibstofftank:1.150 l
Motor:Volvo D3-150 Saildrive, 150 PS
Fock:97 m²
Groß:117 m²
Gennaker:334 m²
Preis:ab 1.890.000 Euro
Internet:www.nautorswan.com

5. Flensburg Boat Show abgesagt

Wir bedauern die Entscheidung sehr, aber die Voraussetzungen für eine sichere Planung und Durchführung, vor allem auch für unsere Aussteller ist leider nicht gegeben,“ sagt Christoph Volkmann vom Flensburger Yacht-Service.

Ein neuer Termin der so beliebten Boat Show in der SONWIK Marina in Flensburg im nächsten Jahr wurde schon festgelegt. Am 20., 21. und 22. August 2021 heißt es dann „Leinen los“ für neue Yachten und den Gebrauchtbootsteg, für das landseitige Unterhaltungsprogramm und Aussteller aus dem maritimen Bereich im Hafenumfeld. Auch ohne die Flensburg Boat Show läuft der Saisonbetrieb in der Marina auf Hochtouren und Gäste sind herzlich in der Flensburger Förde willkommen.