Archiv der Kategorie: sail24.com

Buch: „Luft Holen“ von Santiago Lange

Am 16. August 2016 verblüffte Santiago Lange die Sportwelt, als er gemeinsam mit Cecilia Carranza die Goldmedaille im Segeln bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gewann. Er war 54 Jahre alt, es waren seine sechsten Olympischen Spiele, und er kämpfte gegen ungeheure Widerstände. Sein Sieg war eine unvergleichliche Demonstration seines Kampfgeists – kaum ein Jahr nach einer Krebsoperation, bei der ihm ein Lungenflügel entfernt werden musste. Santiago Lange bescherte dem Segelsport eine Sternstunde, die unvergessen bleibt. Doch wie schaffte er es bloß, in so kurzer Zeit wieder auf die Beine zu kommen? Und wieso kämpft er weiter, obwohl sein Körper, seine Freunde und seine Familie meinen, dass es Zeit sei aufzuhören? Das Buch „Luft Holen“ erscheint am 27.5.2020.

Santiago Lange – „Luft Holen“, 240 Seiten, 24 Euro, ISBN-13 9783710500299, Pantauro Verlag

Sport zu Corona-Zeiten

Für die DSV-Kaderathleten ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sie sich trotz der Krise und ohne die Möglichkeit, auf das Wasser zu gehen, fit halten. Schließlich wollen und sollen sie Top-Leistungen bringen, wenn die Regatten wieder anlaufen. Aber auch Breitensportler sollten darauf achten, dass sie jetzt in Bewegung bleiben – auch wenn Segeln nicht möglich ist, Sportstätten geschlossen und Vereinsaktivitäten untersagt sind.

„Der Athletik-Aspekt beim Segeln wird oft unterschätzt. Spitzensegler sind auch Hochleistungs-Athletiksportler. Und die Kaderathleten sind von den Trainern natürlich bestens mit individuellen Athletikprogrammen für zuhause ausgestattet“, sagt Prof. Weisser, gleichwohl können Kräftigungs- und Ausdauerübungen den Sport auf dem Wasser nicht komplett ersetzen: „Die Koordination an Bord, die Manöverabläufe und auch das Gleichgewicht müssen ständig geübt werden, um sich zu verfestigen – selbst bei Sportlern, bei denen das schon in Fleisch und Blut übergegangen zu sein scheint. Ein Athletiktraining kann das nur bedingt kompensieren.“

Für Breitensportler, die kein individuelles Programm im Köcher haben, gibt Prof. Weisser einige allgemeine Hinweise, die helfen können, durch die Corona-Zeit zu kommen, das Wohlbefinden stärken und mitunter sogar das Immunsystem unterstützen können. Übertriebener Ehrgeiz ist dabei indes zu vermeiden. Herzerkrankungen, Atemnot aber auch Gelenk- und Muskelschmerzen bei gymnastischen Übungen sind Schranken bzw. Warnhinweise des Körpers, die es zu beachten gilt.

Kräftigungsübungen lassen sich ohne großen Aufwand realisieren. Foto: Tom Körber

„Zur Kräftigung der Rumpfstabilität – bei Seglern ist insbesondere die Bauch- und Rückenmuskulatur wichtig, aber auch der Arm- und Beinmuskulatur sind täglich fünf bis sieben Übungen in einer Wiederholung von jeweils zehn- bis 15-mal sinnvoll. Damit ist man in zehn bis 15 Minuten durch. Liegestütze, Unterarm-Stütze, Diagonal- und Seitstütze, Kniebeugen und Becken-Hebeübungen sind hierfür sehr geeignet, da man keine zusätzlichen Geräte benötigt“, sagt Weisser. Eine gute Übungsreihe ist vom DSV-Athletiktrainer Hanspeter Lange konzipiert worden und auf der DSV-Seite unter dem Artikel „Winterzeit = Fitnesszeit“ einzusehen.

Für den Ausdaueraspekt lautet nach Prof. Burkhard Weisser die Faustregel, dass mit 150 Minuten Ausdauersport in der Woche ein sehr guter Trainingseffekt zu erzielen ist. Wie diese Zeit aufgeteilt wird, sei nicht entscheidend: „Auch eine Einheit von fünf bis zehn Minuten bringt einen Effekt. Laufen, Radfahren oder eine Einheit auf dem Ruderergometer sind natürlich sehr gut. Aber auch Treppengehen kann man zum Ausdauersport zählen. Das bringt vielmehr als nur Spazierengehen. Zehn Etagen täglich in zügigem Schritt sind schon eine gute Belastung.“ Trotz der Corona-Epidemie rät der Sportmediziner dazu, soweit es geht, Sport an der frischen Luft zu betreiben. „Frische Luft, die Vitamin-D-Produktion in der Sonne ankurbeln, dazu Sport und auch gesunde Ernährung, also drei- bis fünfmal täglich Obst oder Gemüse, stärken das Immunsystem – ein sehr wichtiger Schutz in diesen Zeiten.“

Pogo 44: Schick, schnell und flexibel

Der Entwurf der gut 13 Meter langen Yacht wurde wieder einmal an das Finot-Conq-Designteam vergeben, mit der Maßgabe, einige typische Charakteristika bereits eingeführter Pogo-Modelle zu übernehmen, um so die Familienzugehörigkeit zu betonen.

Die Werft selbst, die an der tidenstromumtosten, gleichzeitig wunderschönen bretonischen Küste produziert, spricht von Family-Spirit und meint damit, dass allen Familienmitgliedern derselbe Geist innewohnen soll, dessen Grundlage eine ausgewogene Mischung aus Leistungsstärke, modernem, trendigem Aussehen, Wohnlichkeit unter Deck und Flexibilität im Hinblick auf Tiefgang bildet. Das gilt für alle Modelle der Cruiser-Range, in die sich auch die neue Pogo 44 einreihen soll.

Neben typischen Charakteristika wie einem geringen Gewicht dank Vakuum-Infusion, einem flachen Rumpf mit superflachem Unterwasserschiff und voluminösem Vorschiff, einem breiten Heck und Doppelruder-Anlage findet man auf der Neuen etliches, das explizit von der ebenfalls noch sehr jungen Pogo 36 übernommen wurde – darunter die nach vorn gerichteten Salonfenster, die vor allem Langfahrtseglern gefallen, da sie einen guten Überblick ermöglichen, ohne dass man die Kajüte verlassen muss. Eine besonders sportliche Note steuern die beiden Pinnen bei, auch sie kennt man schon von der 36. Ganz nebenbei entsteht durch das Weglassen von Steuerrädern Platz für einen Cockpittisch.

Weil man die Pogo 44 auch mit kleiner Crew oder sogar einhand manövrieren können soll, sind alle Winschen und Klemmen – sogar die Schot-Winden – achtern auf dem Kajütdach angeordnet. Mit etwas Übung können Halsen, Wenden und Reffvorgänge so allein erledigt werden. Beim Rigg stehen zwei Versionen zur Auswahl: ein Alu-Rigg mit Backstagen oder ein Carbon-Rigg ohne, das es erlaubt, ein im Topp weit ausgestelltes Großsegel zu fahren.

Für den Innenausbau bietet Pogo-Structures gleich drei Lösungen an. Alle haben zwei Achterkabinen unter dem Cockpitboden und wahlweise eine oder zwei Vorschiffskajüten und eine oder zwei Nasszellen. Die Saloneinrichtung bleibt stets gleich. Auf der Steuerbordseite liegt die Küchenzeile, Backbord wird gegessen. Die L-förmige Sitzrunde samt rechteckigem Tisch und Sockel für den Schwenkkiel ist groß genug für vier bis fünf Personen, zumindest, wenn der Hocker dazugestellt wird. Zum Navigieren setzt man sich ans achtere Ende des Sofas, denn dort ist der Kartentisch aufgebaut.

Technische Daten:

Konstruktion: Finot-Conq
Lüa: 13,55 m
Rumpflänge: 12,80 m
Breite: 4,50 m
Tiefgang (Schwenkkiel): 1,38 bis 3,10 m
Verdrängung: 5,9 t
Motor: Volvo, 50 PS
Groß:51 m²
Fock: 50 m²
Stagsegel: 30 m²
Gennaker: 150 m²
Preis: ab 323.341 Euro
Infos:www.pogostructures.com

Sparen mit B&Gs C-MAP-Aktion

B&G, Hersteller von Navigations-, Autopilot-, Radar- und Kommunikationslösungen für die Schifffahrt, bietet Kunden beim Kauf eines Geräts mit einer C-MAP MAX N+ Karte einen Rabatt von bis zu 300 Euro auf ausgewählte Kartenplotter.

Die neueste Version der C-MAP MAX N+ Karte bietet eine Vielzahl von Aktualisierungen und Verbesserungen. Zu den Verbesserungen der neuen Version dieser Karten gehören detaillierte Hafenpläne sowie zusätzliche Details zu vorhandenen Häfen, Easy Routing und detailliertere Informationen auf allen Zoomstufen. Die neue Version der Local MAX N+ Karten soll außerdem bis zu dreimal so viel Abdeckung wie die Vorgängerversionen bieten.

Die in diesem Angebot enthaltenen Produkte sind die “Vulcan”-Plotter in 7, 9 und 12 Zoll, sowie die “Zeus 3”-Plotter in 7, 9, 12 oder 16 Zoll. Bei den “Vulcan”-Plottern werden maximal 200 Euro erlassen, bei den “Zeus 3”-Plottern bis zu 300 Euro.

Das Angebot gilt bis zum 31. Mai 2020 bei teilnehmenden Händlern. Ausführliche Informationen zu den Geschäftsbedingungen der Kampagne finden Sie unter: www.bandg.com/de-de/cmapoffer

Wetter-Routing aus dem Homeoffice

WetterWelt Diplom-Meteorologe und Wetterrouter Sebastian Wache analysiert und erklärt (aus dem Homeoffice) von nun an in regelmäßigen Abständen die Wetterlage. Die Videos richten sich vor allem an die Segler in der Karibik, aber auch alle anderen Wetterinteressierten sind herzlich eingeladen.

Champions League muss umplanen

Der zweite Qualifier wird bei seiner Neuansetzung wieder auf J/70-Booten gesegelt. Ursprünglich war erstmals in der SCL der Einsatz der Bootsklasse RS21 geplant, was jedoch nur durch eine Einbindung in die Travemünder Woche ermöglicht wurde.

Die terminliche Ansetzung dieses Qualifiers als auch die noch ausstehende Bekanntgabe des Alternativtermins für den bereits verschobenen ersten SCL-Qualifiers in Marienhamn, Finnland, erfolgen unter genauer Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen und im engen Austausch mit den zuständigen Behörden und den ausrichtenden Clubs.

Von diesen Neuansetzungen unberührt bleiben bis auf Weiteres der dritte Qualifier in St. Petersburg, Russland, vom 13. bis 16. August sowie das Finale in Porto Cervo, Italien, vom 24. bis 27. September.

„Die sportlichen Rahmenbedingungen sowie die Zuteilung der Vereine auf die drei Qualifier ändern sich nach aktuellem Stand nicht“, sagt Anke Lukosch, die sportliche Leiterin der SCL. „Wir setzen alles daran, allen für die Sailing Champions League qualifizierten Clubs die Teilnahme an dieser hochkarätigen Rennserie zu ermöglichen.“

Bremerhaven plant „Lütte Sail“

Nachdem nun auch die alle fünf Jahre stattfindende Sail Amsterdam 2020 abgesagt wurde, möchte der Oberbürgermeister von Bremerhaven, Melf Grantz dennoch versuchen, die normalerweise ebenfalls alle fünf Jahe stattfindende Sail Bremerhaven auf das nächste Jahr zu verschieben. „Auch wenn ich es sehr bedauere, dass nun auch die Sail Amsterdam abgesagt werden musste, war damit zu rechnen. Bedauerlicherweise werden die Amsterdamer nicht verschieben. Dennoch bin ich doch sehr dafür, dass wir in Bremerhaven wenigstens eine ‚Lütte Sail‘ im August des nächsten Jahres feiern können.“

Bremerhaven habe mit der „Lütten Sail“ 2008 gute Erfahrungen gemacht, erklärt der Oberbürgermeister, „an die wollen wir anknüpfen.“ So stelle er sich vor, dass das bisher im Mai stattfindende Seestadtfest auf den August verschoben wird und als Lütte Sail ein außergewöhnliches maritimes Fest werden könne. „Die Bremerhavenerinnen und Bremerhavener lieben die Sail und viele haben auf die Sail dieses Jahr hingearbeitet. Ich fände es sehr schade, wenn wir nächstes Jahr keine Sail mehr veranstalten könnten. Auch wenn aufgrund der Corona- Pandemie nicht ganz so viele große Schiffe zu erwarten sein dürften, sollte es uns gelingen, ein schönes maritimes Fest zu feiern.“ Grantz hofft, dass der „Lütten Sail“ viele Sponsoren der Sail 2020 erhalten bleiben. „Ich habe heute mit dem Präsidenten des Senats Andreas Bovenschulte gesprochen, der uns seine Unterstützung zugesagt hat.“ Die Sails in Bremerhaven sind gemeinsame Veranstaltungen des Landes Bremen und der Stadt Bremerhaven. Jetzt müsse eine Vorlage für den Senat und Magistrat erarbeitet werden, um die Weichen für eine „Lütte Sail 2021“ zu stellen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen werden und ich lasse mir meinen Optimismus für die Lütte Sail 2021 nicht nehmen“, so Grantz.

www.bremerhaven.de

Kieler Woche 2020: Zurück zu den Wurzeln

In der Zeit vom 5. bis 13. September sollen nationale und internationale Seglerinnen und Segler ihr Können auf den Regattabahnen unter Beweis stellen. Das „KiWo“-Programm an Land wird deutlich anders aussehen als gewohnt – Eventareale und große Bühnen, die viele tausend Menschen anziehen, wird es nicht geben.

Mit der Verschiebung der Kieler Woche von Ende Juni in den September haben die Organisatoren der Landeshauptstadt Kiel und des Kieler Yacht-Clubs Mitte März ein Signal gesetzt. Bereits zum Zeitpunkt dieser Entscheidung waren sich alle Beteiligten einig, dass das Segel- und Sommerfestival in Zeiten der Corona-Pandemie nicht in der bewährten Form stattfinden kann. Welche kulturellen Angebote und kleineren Veranstaltungen möglich sein werden, soll im Laufe der kommenden Monate geplant und je nach aktueller Lage angepasst werden.

„Die Corona-Pandemie wird uns alle noch viele Monate beschäftigen. Wir sind überzeugt, dass es Anfang September leider noch nicht möglich sein wird, mit vielen Menschen ausgelassen zu feiern“, betont Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Eine Absage der Kieler Woche sei aber derzeit nicht geplant: „In diesem Jahr heißt es ‚back to the basics‘ und ‚Segeln plus X‘. Wir wollen den Segelsport – und damit das historische Fundament der Kieler Woche – als Signal in den Mittelpunkt rücken. Und wir wollen schauen, was wir den Kielerinnen und Kielern darüber hinaus bieten können.“

Welche Angebote und Inhalte zusätzlich zu den Segelregatten in das „KiWo“-Programm aufgenommen werden können, hängt von der Entwicklung der kommenden Monate ab. „Natürlich hat die Gesundheit aller Beteiligten dabei die höchste Priorität. Wir werden in jedem Fall eine andere Kieler Woche erleben, als wir alle sie kennen und lieben“, erklärt Philipp Dornberger, Leiter des Kieler-Woche-Büros. Er und seine Crew arbeiten schon jetzt an einem Positionspapier für die „etwas andere Kieler Woche“. Dieses soll der Kieler Ratsversammlung in ihrer Sitzung im Mai vorgelegt werden.

Für Stadtpräsident Hans-Werner Tovar steht fest: „Gemeinsam mit Gästen aus aller Welt feiern – das ist für mich der Kern der Kieler Woche. In diesem Jahr wird das in der gewohnten Form leider nicht möglich sein. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir den besonderen Geist unserer Festwoche dennoch im September in der Stadt spüren werden.“

Beim Segelprogramm haben sich der Kieler Yacht-Club und die mitveranstaltenden Vereine darauf geeinigt, vor allem den Bootsklassen eine Plattform zu bieten, die in den vergangenen Jahren zum Erfolg der Kieler Woche beigetragen haben. „Wir werden einer angemessenen Zahl von Seglerinnen und Seglern die Möglichkeit geben, in gewohntem Umfang die Kieler Woche zu segeln. Die Beachtung von Vorschriften und Maßnahmen zu Umgang und Hygiene ist dabei selbstverständlich“, erklärt der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten Dirk Ramhorst.

Ramhorst betont: „Eins zu eins können die Regatten nicht wie im Juni durchgeführt werden. Da sind jetzt Flexibilität und neue Ideen gefragt.“ Alle Planungen – zum Beispiel in Hinblick auf Teilnehmerzahlen – sind auf die aktuell bis August laufenden Corona-Beschränkungen abgestimmt. „Das wird voraussichtlich auch dazu führen, dass es in verschiedenen Bootsklassen maximale Meldezahlen geben wird“, so Ramhorst. Darüber hinaus werde das Veranstaltungsgelände in Schilksee rein auf den Segelsport und nicht auf Besucherinnen und Besucher ausgerichtet sein.

Travemünder Woche sagt für 2020 ab

Mit dem Beschluss der Landesregierung, bis einschließlich 31. August alle Großveranstaltungen zu untersagen, waren die Alternativen zum traditionellen Datum in der letzten vollen Juli-Woche (17. bis 26. Juli 2020) bis auf einen Ersatztermin geschrumpft. Doch die Option einer Travemünder Woche vom 3. bis 11. Oktober hat sich als nicht tragfähig erwiesen. In Absprache mit der Stadt Lübeck, den Partnern und TW-Mitveranstaltern und nach Rückmeldung der Segelklassen wird die 131. Travemünder Woche daher heute abgesagt.

„Wir müssen den Weg der Absage schweren Herzens gehen. Es ist der erste Ausfall seit 1947. Aber die Situation lässt uns keine andere Möglichkeit“, sagt Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder gGmbH in enger Abstimmung mit Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau. „Die Travemünder Woche ist das größte jährlich stattfindende Event in der Hansestadt und hat in seiner 131-jährigen Geschichte vielen Krisen getrotzt. Wir haben alle Optionen geprüft, die Segel- und Festivalwoche auch in diesem Jahr – in abgewandelter Form – aufrecht zu erhalten. Am Ende konnten wir leider keine andere Entscheidung als die Absage treffen“, sagt Jan Lindenau.
Die Konkretisierung der Landesregierung zu den Corona-Beschlüssen Ende der vergangenen Woche hat deutlich gemacht, dass die Travemünder Woche selbst bei einer Reduzierung auf die Segelwettbewerbe als Großveranstaltung gelten würde, die im Sinne der Verordnung bis zum 31. August untersagt ist. Damit wäre aufgrund der Terminlage nur noch der Oktober-Termin möglich gewesen, zumal hier wegen der Ferienzeit die Möglichkeit bestanden hätte, auf die Unterstützung der Ehrenamtler zu bauen.

Einer Vermarktung der Travemünder Woche, die für die Durchführung der Segelwettbewerbe notwendig ist, wäre im Herbst aber weitgehend die Grundlage entzogen. Wegen weiterhin zu erwartender Einschränkungen und aufgrund der Witterung ließe sich ein Festivalgeschehen kaum realisieren. Die Präsentationsfläche für die Partner würde wegfallen, die Umsatzmöglichkeiten für Schausteller wären eingeschränkt. „Wir wären hier wirtschaftlich in eine Situation gekommen, die noch prekärer wäre, als sie es ohnehin schon ist. Daher mussten wir jetzt die Reißleine ziehen. Als gemeinnützige GmbH haben wir das Problem, keine Rücklagen aufbauen zu können. Und einige Kosten laufen weiter. Daher müssen wir nun sehen, wie wir dieses Jahr bewältigen können“, berichtet Frank Schärffe, weiß aber mit der Stadt Lübeck einen starken Partner an seiner Seite. „Eine Tradition wie die Travemünder Woche, die den Ruf Lübecks durch Besuchende und Teilnehmende von allen Kontinenten weit in die Welt hinausträgt, wirft man nicht über Bord. Lübeck steht zur Travemünder Woche. Wir werden als Stadt unseren Beitrag zum Erhalt der Travemünder Woche beitragen und mit entsprechender finanzieller Unterstützung beispringen müssen. Ich werde der Bürgerschaft vorschlagen, die finanziellen Aufwendungen aus den Vorbereitungen der Travemünder Woche für 2020 zu übernehmen, damit die Travemünder Woche 2021 ohne Vorbelastungen solide vorbereitet werden kann“, sagt Jan Lindenau.

Aber nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus segelsportlicher Sicht ließ sich die 131. Travemünder Woche an einem Oktober-Termin nicht durchsetzen. TW-Sportdirektor Jens Kath musste nach Rücksprache mit den Klassenvereinigungen feststellen, dass nur noch ein Rumpfprogramm übrig geblieben wäre. Andere Regattatermine der Klassen, aber auch die geringere Attraktivität des Reviers im Herbst hätten das Programm der ursprünglich geplanten 30 Regatten mit 14 Meisterschaften mehr als halbiert. Dazu wären auch die verbliebenen Klassen mit verkleinerten Starterfeldern angereist, zumal die Anreisemöglichkeiten der internationalen Teilnehmer völlig in der Schwebe sind. „Wir hätten einen immensen Aufwand betreiben müssen, um nur einen Bruchteil einer üblichen Travemünder Woche zu retten“, sagt Jens Kath, und Anderl Denecke, der Gesamt-Wettfahrtleiter, ergänzt: „Das verbliebene Programm wäre dem Anspruch einer Travemünder Woche nicht gerecht geworden. Das hätte dem Ansehen der Travemünder Woche nicht gutgetan.“

Gleichwohl ist die Absage ein Schlag für die Travemünder Woche. Nach 73 Jahren in ununterbrochener Austragung wird es erstmals keine Siegernamen geben, und für die Vermarktungsagentur uba aus Hamburg sowie die Standbetreiber ist es ein schwerer Einschnitt. „Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten der Travemünder Woche ein gelungenes Umfeld geschaffen und hatten gehofft, in diesem Krisenjahr zumindest für ein abgespecktes Programm tätig werden zu können“, sagt Uwe Bergmann, Geschäftsführer von uba. „Wir als Agentur, die Dienstleister und Standbetreiber stehen 2020 durch die Absagen der diversen Events vor einem Scherbenhaufen.“

Mit der Absage der 131. Travemünder Woche beginnt nun bereits die Vorbereitung der 132. Ausgabe des Events (23. Juli bis 1. August). Sportlich sind bereits einige Meisterschaften terminiert bzw. avisiert. Die sportliche Leitung der TW wird die Gespräche mit den Klassen nun intensiv fortsetzen, um dann hoffentlich 2021 mit frischer Energie durchstarten zu können.

Sicht ins Dunkle

Es gibt drei verschiedene Typen von Nachtsichtgeräten: Wärmebildtechnologie, Bildintensivierung und aktive Beleuchtung. Wärmebildtechnologie kann Lichtwellen „sehen“, die viel länger sind, als die, die das menschliche Auge sehen kann. Diese Lichtwellen werden durch Wärmestrahlung ausgesendet. Diese Wärmestrahlung ist auch unter dem Begriff der Schwarzkörperstrahlung bekannt. Wärmebildkameras verwenden eine Technik, um Unterschiede in der Wärmestrahlung zu lesen und ein Silhouetten-Bild zu erzeugen. Beim Prinzip der Bildintensivierung passiert genau das, was der Name besagt: Das vorhandene Licht wird zu einem sichtbaren Bild intensiviert. Die aktive Beleuchtung oder aktive Infrarot-Nachtsicht hingegen ist eine Kombination aus Infrarotbeleuchtung mit sogenannten CCD-Kameras. Das Ergebnis ist ein dunkles, monochromes Bild auf einem Bildschirm wie zum Beispiel einem Multifunktions-Display.

Nite Track verwendet eine breite dynamische Belichtungssteuerung basierend auf Umgebungslichtwerten, die schwaches Licht umwandeln. Das Ergebnis ist ein klares Bild mit einer realistischen Schärfentiefe, die es Wassersportlern ermöglicht, auch nachts klar zu sehen. Für schlechte Lichtverhältnisse verfügt Nite Track über einen Infrarot Illuminator, der aber auch bei extremer Dunkelheit nützlich sein kann. Er kann nach Wunsch ein- oder ausgeschaltet werden.

„Andere Hersteller der Einstiegsklasse liefern bei weitem nicht die Auflösung und Bildaktualisierung bei bewegten Bildern wie Nite Track. Das liegt auch daran, dass Objekte im Wasser nach einiger Zeit die Wassertemperatur annehmen und schwerer erkennbar werden. Kameras mit ähnlich guten Bildergebnissen kosten das Dreifache“, so Waterloft.

Nite Track eignet sich für die Freizeitschifffahrt ebenso gut wie für die kommerzielle Berufsschifffahrt. Die Auflösung der Bilder liegt bei 752 x 582 Pixeln bei 0.000005 Lux und 60hz / 60 FPS. (Kameras im gleichen Preissegment liegen bei 0.1 Lux und 9hz/9FPS.) Erhältlich ist Nite Track Marine in weiß oder schwarz.

www.waterloft.de

Die Mai-Ausgabe von segeln

Die unglaubliche Dynamik, die das Virus im März verursachte, stellte auch uns vor große Herausforderungen. Nicht nur bei den Heftthemen, sondern auch bei den Artikeln, die wir für unser Portal segelreporter.com über die Entwicklungen geschrieben haben. Teilweise haben sich die Ereignisse noch während des Schreibens überholt und der Text war für die Tonne. Für die Themen dieses Heftes hatte die Entwicklung ebenfalls Auswirkungen. Vielleicht nimmt das Coronavirus Ihrer Meinung nach nicht genug Platz im Heft ein, doch wir können keinen Blick in die Zukunft werfen und möchten auch nicht die Glaskugel bemühen. Stichtag für diese Ausgabe war der 1. April, im Handel erscheint das Heft am 22. April. Die Informationen sind also schon drei Wochen alt, bis Sie sie lesen können. In diesen Zeiten eine Ewigkeit. Daher haben die Entwicklungen des Virus in den Märzwochen rekonstruiert und die Auswirkungen auf die Segelwelt herausgearbeitet. Bei den restlichen Themen haben wir dieses Mal sehr praxisorientiert gearbeitet. In dieser Ausgabe finden Sie allerhand Anregungen, die Sie selber an Ihrem Schiff durchführen können, um die Zeit bis zum endgültigen Saisonstart zu überbrücken.
Leider haben wir im Verlag das Virus auch wirtschaftlich zu spüren bekommen. Die Ausgabe schrumpfte um ein paar Seiten. Ich hoffe, Sie haben Verständnis für diese Maßnahme.
Geschlossen schickte der Verlag unsere Redaktionen übrigens schon ab dem 16. März in das Home-Office, aus dem wir den neuen Alltag organisieren mussten. Diese Ausgabe von segeln ist die erste, die komplett außerhalb der Redaktionsräume entstanden ist. Vielleicht ist das Boat-Office ja gar nicht so weit weg, wie wir immer denken.

Die Themen in dieser Ausgabe

  • Jetzt selber machen! Diese kleinen und großen Projekte können Sie in der Corona-Pause durchführen
  • Test Dufour 390: Wir segelten die neue Dufour bei Starkwind vor La Rochelle
  • Virtuelle Realität: So trainieren die Profis und wie virtuelles Segeln im Coronakoller boomt
  • Bordtoiletten: Alles über den kleinen Thron an Bord

Das segeln-Carepaket

Es sind keine leichten Zeiten für uns Segler. Dank der Coronapandemie sind die Häfen größtenteils geschlossen oder nur unter strengen Auflagen geöffnet. Anstatt die ersten Törns bei schönstem Segelwetter zu unternehmen, hocken wir zu Hause und warten auf bessere Zeiten. Langeweile lässt da nicht lange auf sich warten. Doch wir haben für Sie etwas geschnürt: Das segeln-Carepaket gegen Langeweile!
Denn #LesenGehtImmer

DAS ERWARTET SIE IM SEGELN-CAREPAKET:

  • Die aktuelle Ausgabe (#5/2020) von segeln
  • Ausgabe #2/2020 der Segler-Zeitung
  • Ausgabe #9/2019 von segeln “Alles über Kleinkreuzer”
  • Ausgabe #12/2019 des MotorBoot-Magazins
  • Versandkostenfrei!

Jetzt im Handel: Segler-Zeitung 5-2020

Das Titelfoto der Segler-Zeitung 5-2020 sagt alles: “AP über Alpha“. Im März und April rauschten die Absagen nur so ins Haus, alle Wettfahrten sind verschoben. Von der Opti-EM über die Young Europeans Sailing und ORC-EM bis hin zum America’s Cup. Alle Segelveranstaltungen sind betroffen. Die großen vier Regatta-Wochen im Norden, bei denen die Segler-Zeitung Medienpartner ist, suchen ihre eigenen Wege aus dem Shutdown. So hofft die Travemünder Woche auf ein baldiges Ende des Veranstaltungsverbotes zumindest ab Mitte Juli. Die Nordseewoche verlagert ihre Regatten in Netz. Die Warnemünder Woche hat für 2020 ganz abgesagt, und die Kieler Woche weicht in den September aus.  Ähnlich sieht es am Bodensee aus: Match Race verschoben, Absagen für Bodensee Rund Um und die Bodensee Woche. Diese Liste lässt sich nahezu endlos verlängern, so dass wir einen Corona-Ticker (früher hieß es Terminkalender) eingerichtet haben.

Und die Regatten sind ja nur ein Bestandteil des Segelsports, der umfassend betroffen ist. Die Ultramarin Boatshow am Bodensee und das Yachtstelldichein in der ancora in Neustadt/Holstein fallen dieses Jahr aus, die Magdeboot wurde verschoben. Die Häfen an der Ostseeküste sind geschlossen. Die Saison 2020 erlebt einen absoluten Fehlstart.

Doch es gibt auch positive Nachrichten, die wir natürlich gern verbreiten möchten. So zeigt sich der Großteil der Segelmacher optimistisch. Sie trotzen der Krise.

Sehr wechselvolle Zeiten hat der große Hamburger Yachtausrüster A.W. Niemeyer gemeistert, der in diesem Jahr seinen 275-jährigen Geburtstag feiert. Lesen Sie die unvergleichliche Erfolgsgeschichte des einstigen Hamburger Eisenwarenhandels.

Und während das Liveerlebnis auf dem Wasser zurzeit unterbunden ist, schlägt die noch größere Stunde des Internets. Nicht nur die Nordseewoche segelt digital. Auch Deutsche Meisterschaften und WM-Titel werden im e-Sailing vergeben. Auf der boot kürte DSV-Präsidentin Mona Küppers den Deutschen Meister 2019 in dieser Disziplin und unterstrich damit die Bedeutung des trockenen Segelsports. Die Segel-Bundesliga bietet Alternativen im Netz, die Kieler Woche vergibt einen e-Sailing-Titel, usw., usw… Nutzen Sie diese digitale Chance, solange analog noch nichts geht.

Wir alle sind irgendwann – der eine früher, die andere später – auf Entzug. Doch denken Sie daran: Das Reduzieren der sozialen Kontakte und die Verschiebung der Sportveranstaltungen ist einem sehr guten Zweck geschuldet – unserer Gesundheit und der der Anderen, vielleicht Schwächeren.

Bleiben Sie gesund, und freuen Sie sich auf die Zeit danach. – Hermann Hell (aus dem Homeoffice)

P.S.: Und auch so kann es gehen: „Und jetzt erst recht! – Wir waren und sind der Partner im Segelsport. Alle Verträge mit unseren aktiven Seglern sind wieder verschickt, und die Saison 2020 ist gesichert. Auch wenn andere sich zurückziehen aus dem Sponsoring, bleiben wir ein echter Partner. Nun warten wir alle darauf, wieder nach draußen zu dürfen und hoffen dann auf viel Wind und tolle Ergebnisse. Wir schaffen das!“ Das teilt Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen, Geschäftsführer IMMAC Sailing Team GmbH, mit. Danke im Namen des gesamten Segelsports!

Und so kommen Sie zu Ihrer neuen Ausgabe der Segler-Zeitung: