Archiv der Kategorie: sail24.com

Prämierte Neuheiten von der METS

Die Jury der DAME-AWARDS, die alljährlich im November auf der größten Ausrüstungsmesse für Wassersportler verliehen werden, bewertet die eingereichten Arbeiten sowohl im Hinblick auf Gesamtdesign, Bauqualität, Funktionalität und Materialeinsatz als auch bezüglich Originalität, Ergonomie und Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine Auswahl der neuen Gewinner:

Gesamtsieger: Integrel

Ein Motor benötigt weniger Kraftstoff als zwei. Integrel ist eine fortschrittliche Generatoren-Ersatztechnologie bestehend aus unterschiedlichen intelligent vernetzten Komponenten und eine neue intelligente Möglichkeit für Boote, auf denen kein Platz für einen Generator ist, oder dieser nicht gewünscht wird. Ohne einen herkömmlichen Generator können nicht unerhebliche Mengen an elektrischer Energie an Bord bereitgestellt werden. Integrel fügt der Hauptmaschine eine variable elektrische Last hinzu, die sie an dem Punkt bringt, an dem sie am wenigsten Kraftstoff verbraucht und so sowohl Antrieb als auch Erzeugung mit hoher Effizienz liefert.
www.integrelmarine.com

 

Mit der Active-Captain App von Garmin können Smartphone und Tablet mit dem Plotter verbunden werden. So kann der nächste Törn in der App geplant werden und wird dann automatisch mit dem Kartenplotter synchronisiert. Wer mehr über Yachthäfen, Ankerplätze und andere Points of Interest in der Gegend erfahren will, tauscht sich über die App einfach mit Mitgliedern der ActiveCaptain-Community aus.
www.garmin.com

Der Rokk Wireless lädt Smartphones wieder auf, ohne eine Kabelverbidnung zum Telefon zu benötigen. Ermöglicht wird das durch die QI-Technologie, die mittels elektromagnetischer Induktion Energie übertragen kann. Allerdings muss das Smartphone diesen Standard unterstützen. Die Ladestation kann in Oberflächen integriert werden und verfügt über einen Antirutschbelag, sodass die Geräte auch bei Krängung an Ort und Stelle bleiben.
www.scanstrut.com

Die Harken CLR Mooring-Winsch hat während der METS den DAME-Award für das beste Produkt in der Kategorie Decksausrüstung gewonnen. Diese neuartige und kompakte Mooring Winsch ist besonders leicht und hat eine niedrige Einbautiefe. Durch den Hubmechanismus ist die CLR Mooring-Winsch komplett im Deck versenkbar. Verglichen mit ähnlichen Produkten auf dem Markt soll die Harken CLR Mooring-Winsch um 33 Prozent leichter sein. Die CLR Mooring-Winsch ist ab Frühjahr 2019 in zwei Ausführungen verfügbar: für Segel- und Motorboote von 45 bis 60 Fuß mit einer maximalen Zugkraft von 600 Kilogramm, sowie von 60 bis 90 Fuß mit einer maximalen Zugkraft von 1.200 Kilogramm. Angetrieben wird die Winsch entweder mit einem 12V oder 24V elektrischen oder hydraulischen Motor.
www.harken.com

Der Sail-Sense ist ein kleiner, leichter Sensor, der auf dem Segel befestigt wird, um die äußeren Einflussfaktoren, wie UV-Einstrahlung, Einsatzzeit, G-Kräfte oder das Killen der Segel messen und analysieren zu können. Durch den Sensor und die dazugehörige Sail-Sense App soll das Segel-Management verbessert werden und die äußeren Einflussfaktoren erstmals graphisch in einer App dargestellt werden können. Segelspezifische Angaben wie Hersteller, Modell, Herstellungsdatum, Abmessungen und Materialien werden in einem Segel-Pass gespeichert. Der Sensor verbindet sich über Bluetooth mit der Sail-Sense App auf dem Mobiltelefon oder Tablet, um die erfassten Daten für die Analyse und Auswertung zu übermitteln. Die in der Basisfunktion kostenfreie Sail-Sense App ist die Schnittstelle zwischen Sensor und Benutzer und stellt die ausgewerteten Daten graphisch auf dem Displays dar. Eine erweiterte und ausführliche Analysefunktion in der Sail-Sense App ist über die kostenpflichtige Registrierung in Höhe von 30 Euro jährlich freischaltbar.
www.spinlock.co.uk

Die Navigationstechnologie ClearCruise AR soll laut Aussage des Herstellers Raymarine ein besseres Bewusstsein für das Geschehen auf dem Wasser verleihen. Das ‚AR’ steht in diesem Fall für Augmented Reality. Bei dieser Technologie werden über ein Videobild Informationen gelegt. Wenn die Kamera beispielsweise das Bild einer Tonne einfängt, blendet das System darüber die Bezeichnung, den Abstand und weitere Informationen ein. Das System ist auch in der Lage AIS-Informationen zu fahrenden Objekten einzublenden. So sollen Objekte auf See schneller identifiziert werden, um die Navigation grundlegend zu vereinfachen. Die AR-Videobilder benötigen einen Axiom-Plotter, eine Cam210 HD Kamera und das AR200-Modul, das einen GPS-Sensor und die aus den Autopiloten AHRS-Technologie (Attitude Heading Reference Sensor) beinhaltet.
www.raymarine.de

Alle weiteren prämierten Produkte sind auf der Award-Webseite zu finden.

First 14: Allein oder zu zweit

Gemütlich nur unter Groß, flott unterwegs mit Groß und Fock oder in voller Glitsch unter Groß und Gennaker. Die neue Jolle von Bénéteau deckt eine große Bandbreite ab. Sie ist eine unkomplizierte Strandjolle, die dank besonders robuster Konstitution, leichten Gewichts von nicht einmal 70 Kilo und Transportrollen im Nu geslippt werden kann, aber auch ein supersportlicher Gleiter, der einem ambitionierten Skipper alle Hände voll zu tun gibt, sobald er das große, asymmetrische Vorsegel setzt; es sei denn, er holt sich einen Vorschoter an Bord.

Vom Konzept her eignet sich die First 14, die im Sommer noch als Seascape 14 Premiere feierte, als Einmannjolle und auch als Zweimannboot. Ihre Konstruktionslinien stammen von Sam Manuard, der schon die schnellen Seascape-Yachten gezeichnet hat. Zielvorgabe bei der Jolle war, anspruchsvolle Segler durch gute Geschwindigkeit und hohen Spaßfaktor bei der Stange zu halten und gleichzeitig Segeleinsteigern ein sicheres Boot mit einfachem Handling an die Hand zu geben. Den scheinbaren Konflikt hat Manuard u. a. mit der flexiblen Beseglung gelöst. Segelneulinge begnügen sich vorerst nur mit dem Groß, wers krachen lassen möchte, setzt aufs volle Programm, sprich auf die große Robe.

Technische Daten

Länge: 4,30 m
Breite: 1,70 m
Gewicht: 67 kg
Groß: 8,5 m²
Fock: 3,5 m²
Asymmetrischer Spi/Gennaker: 13 m²
Preis: ab 9.758 Euro, inkl. Groß, mit Fock und Gennaker ab 12.793 Euro
Näheres: www.beneteau.com oder www.oleu.de

Unter Deck der Centurion 32

Die Centurion 32 verfügt über ein ansehnliches Raumvolumen für eine Yacht von gerade mal 7,45 Metern Wasserlinienlänge. Vor allem der zentrale Salon konnte so goßzügig realisiert werden: Einem U-Sofa, das durch Absenken des Tisches zu einer Doppelkoje verwandelt wird, steht eine Längskoje gegenüber. Kurios: Um die volle Liegelänge zu erreichen, steckt man seine Füße durch eine Öffnung in den großen Nassschrank hinter dem Hauptschott. Ihm gegenüber liegt die abgetrennte Nasszelle mit Pump-WC, Waschbecken und zwei Stauschränken. Die nach vorn abschließende V-Koje besticht durch ausreichend Liegefläche und saubere Holzarbeiten wie die aufwändigen Seitenwegerungen, die von vielen Arbeitsstunden zeugen.

Steuerbords am Niedergang positionierte man eine großzügige L-Pantry, die die Treppe als Ablagefläche clever mit ausnutzt – und genügend Platz für Pött und Pann liefert. Ihr gegenüber liegt eine ebenfalls souveräne Navigation in Fahrtrichtung mit großem Klapptisch und seitlichen Ablagen, die das Kopfende der Hundekoje unter der Plicht gleichzeitig als Sitz nutzt. So konnte die Freiwache schnell zwischen Ruhen und notwendiger Navigation auf Nachtfahrt wechseln – und wichtige Informationen zur wachhabenden Crew an Deck direkt weitergeben.

Auch die zahlreichen Handläufe, Griffe und Schlingerleisten zeugen von der Ausrichtung der Centurion als echtes Seeschiff. Der einheitlich gemaserte Teakausbau harmoniert hervorragend mit den weißen Lackflächen an der Decke und Hauptschott – und lässt die 32er nicht so dunkel erscheinen wie viele andere Yachten jener Ära. Das Holzfinish war damals überdurchschnittlich, speziell für einen französischen Ausbau. Man darf nicht vergessen, dass die Konstrukteure Engländer waren.

GFK-Schaden beheben


Durch den Laminierharz-Dschungel

  • Auf dem Markt werden sehr viele Polyesterharze angeboten – wegen der verschiedenen Einsatzgebiete ist das auch sinnvoll. Die Unterschiede sind groß, deswegen ist es nötig, sich genau über das Produkt und seine Verarbeitung zu informieren.
  • Für Reparaturen ist es entscheidend, ein styrolgebremstes Milieuharz zu verwenden, um die Gesundheit nicht mehr zu schädigen als nötig. Industrieharze dampfen deutlich mehr ab.
  • Heute sind die meisten Harze vorbeschleunigt. Deswegen braucht man nicht mehr wie früher neben dem Härter zusätzlich den Beschleuniger beizumischen. Viele Reparaturharze haben einen Farbindikator, der durch Farbveränderung anzeigt, wann die Mischung das Ende der Topfzeit erreicht – sehr praktisch, wenn man wenig Erfahrung mit Laminierarbeiten hat.
  • Außerdem ist es wichtig, zu beachten, wo die Reparaturstelle liegt. Orthophthalsäureharze, die über Wasser eingesetzt werden können, sollten im Unterwasserbereich nicht verwendet werden.

1. Ein Tapestreifen verdeckte den Schaden und verhinderte, dass Wasser eindringen konnte. Vor der Reparatur müssen nun Schadensstelle und Umfeld gründlich von Dreck gesäubert werden.
2. Mit der Flex wird das defekte Laminat entfernt. Der so genannte Weißbruch zeigt an, wo das Laminat zerstört ist. Er muss komplett beseitigt werden. Damit die Schäftung später hält, soll das Verhältnis von Dicke zu Breite der angeschliffenen Kante rundherum eins zu zehn betragen.
3. Wer direkt am Schleifteller der Flex absaugt, statt am dafür vorgesehenen Stutzen, erwischt meist deutlich mehr von dem gesundheitsschädlichen Staub.
4. Da dieser Schaden von innen schwer zugänglich ist, hilft ein kleiner Trick: Die letzten Restfasern bleiben stehen, um den neuen Laminat eine kleine Stütze zu bieten. Dass das alte Laminat beschädigt ist, spielt keine Rolle, weil das neue Laminat allein stark genug sein wird.
5. Als Gegenbeispiel eine andere Schadensstelle: Wenn der Schaden von innen besser zugänglich ist, kann das neue Laminat beispielsweise durch Tapestreifen gestützt werden, damit es nicht durchsackt.
6. Eine Schürze aus Papier verhindert, dass Harz auf die Außenhaut tropft. Für diese Reparatur wird Polyesterharz verwendet. Zur Verarbeitung sollte die Umgebungstemperatur um die 20 Grad liegen und auf keinen Fall unter 15 Grad fallen. Umgekehrt zur Temperatur verhält sich der Härteranteil.
7. Die angeschliffene Fläche wird satt mit dem Harz eingestrichen. Das Harz reagiert exotherm, deswegen können nur kleine Reparaturen in einem Durchgang erledigt werden. Können im Winter manchmal zehn Lagen verarbeitet werden, sind im Hochsommer oft schon fünf Lagen zu viel.
8. Die einzelnen Glasfaserflicken fangen klein an und werden immer größer. Die Kanten werden gezupft, nicht geschnitten, damit keine harten Kanten entstehen. Wer wenig Erfahrung hat, kann in mehreren Gängen arbeiten, damit er nicht zu viel Laminat aufbaut, das er später beseitigen muss.
9. Um die kleinen Flicken anzupressen, ist ein Pinsel zweckmäßiger als eine Rolle. Die Rolle schiebt die Flicken meist nur zur Seite. Mit dem Pinsel werden die Flicken angetupft, bis das Laminat völlig durchscheint und keine Luftblasen mehr zu sehen sind.
10. Mit einer Scheibenrolle wird das Laminat entlüftet. Nach dem Aushärten wird es auf ein niedrigeres Niveau als das umliegende Gelcoat herunter geschliffen. Vorsicht: Wer zu wenig schleift, dem scheint später das Laminat durch das Gelcoat. Wenn der Untergrund zu uneben ist, wird zwischen Laminat und Gelcoat zusätzlich gespachtelt.
11. Zum Schutz der umliegenden Außenhaut wird die Schadensstelle rundherum abgeklebt. Als nächstes wird Gelcoat aufgetragen, dem etwas Paraffin beigemischt wird. Das Paraffin schwimmt auf, so dass das Gelcoat unter Luftabschluss klebefrei aushärten kann.
12. Das ausgehärtete Gelcoat wird zunächst mit normalem Schleifpapier geglättet. Von 80er Körnung ausgehend wird das Papier immer feiner. Ein Schleifklotz hilft, eine gleichmäßige Fläche zu erzeugen. Dann steigt man auf Nassschleifpapier um, um die Oberfläche später polieren zu können.
13. Wenn das Tape durchgeschliffen ist, wird es entfernt und ein kleines Stückchen weiter außen neu abgeklebt. So wird die umliegende Außenhaut geschützt.
14. Nach dem Nassschliff wird das Gelcoat mit Schleifpolitur aufpoliert. Vorsicht: Nicht mit Wachspolitur verwechseln. Sie behindert das Anhaften des Gelcoats, sollte es noch Korrekturen geben.
15. Erst zum Schluss wird das neue Laminat mit Wachspolitur versiegelt.

Weitere Tipps zur Reparatur von Gelcoat gibt’s hier.

Preise der ARC 2018 in der Karibik verliehen

Mit der Preisverleihung am 22. Dezember ging die Atlantic Rally for Cruisers (ARC) 2018 auf der Karibikinsel Saint Lucia zu Ende. Rund 170 Boote aus fast 40 Ländern waren einen Monat zuvor im gut 2.700 Seemeilen entfernten Las Palmas de Gran Canaria an den Start gegangen. Ein kräftiger und nahezu gleichmäßiger Nordost-Passat bot den Teilnehmern während der Atlantiküberquerung in diesem Jahr zwar noch keine rekordverdächtigen, aber durchaus gute Bedingungen – und sorgte dafür, dass die Segler im Durchschnitt ein bis zwei Tage früher als gewöhnlich ins Ziel gelangten.

JP54 The Kid überquerte die Ziellinie bereits am 6. Dezember 2018

Gerade noch rechtzeitig zur großen Abschlussfeier schaffte es die Zweihand-Crew der Excalibur (Halmatic 30). Auf dem mit 8,99 Metern Länge kleinsten Boot der Flotte trafen sie nur wenige Stunden vor der Verleihung als letztes Team der ARC 2018 in Rodney Bay, Saint Lucia, ein. Deutlich schneller querten hingegen die Racing-Yachten Scarlet Oyster (Oyster Lightwave 48) und The Kid (JP54) von Jean-Pierre Dick die Ziellinie. Letztere brauchte nur etwas mehr als 11 Tage für die Atlantiküberquerung und wurde damit Line-Honours-Gewinnerin. Den Gesamtsieg in der Racing-Kategorie sicherte sich aber die mehrfache Klasse-B-Siegerin Scarlet Oyster, die knapp drei Tage später ins Ziel kam. „Ein Klassensieg ist schön, ein Gesamtsieg aber noch schöner“, freute sich Ross Appleby, Skipper der Oyster Lightwave 48, auf Saint Lucia.

Schnellste deutsche Yacht der ARC 2018 war die Finot Conq FC53 Nica. Dreizehneinhalb Tage nach dem Start auf Gran Canaria erreichte sie Rodney Bay. Das reichte für Platz 4 in der eigenen Wertungsgruppe und Platz 10 in der Racing-Kategorie. Die Crew der Peter von Seestermühe rund um Skipper Christoph von Reibnitz konnte sich kurz vor Weihnachten sogar über einen Doppelsieg freuen. Die Segler der Yawl aus dem Jahr 1936, die alle zwei Jahre bei der ARC an den Start geht, waren etwas mehr als fünfzehn Tage unterwegs und gingen damit nicht nur als Sieger der Wertungsgruppe E, sondern auch als Gesamtsieger der Cruising-Kategorie aus der Rallye hervor.

“Wild Oats XI” zurück an der Spitze

In einem spannenden Finale des 628 Seemeilen langen Rennens von Sydney an der australischen Ostküste in das tasmanische Hobart konnte der weiße Supermaxi die leichten Winde im Finale nutzen und sich an der lange führenden „Comanche“ (USA) vorbeischieben.

Kurz vor dem Sonnenaufgang am 28. Dezember und rund 45 Seemeilen vom Ziel entfernt hatte die „Wild Oats XI“ mit der Titelverteidigerin „Comanche“ gleichgezogen. Danach ging es in das Mündungsdelta des Derwent River, und hier spielte die Rekordsiegerin mit Skipper Mark Richards ihre ganze Erfahrung aus. Richards hatte schon vor dem Start angesichts der Wettervorhersage ein gutes Gefühl, und das sollte sich im Finale bewahrheiten. Die „Wild Oats“ war unter diesen Bedingungen nicht mehr zu halten, hatte schnell fünf Seemeilen zwischen sich und die nächsten Verfolger gelegt. Und diesen Vorsprung ließ sich das Team von Mark Richards auch nicht mehr nehmen.

Die aktuelle Crew mit einer Erfahrung von über 270 Teilnahmen am Sydney Hobart knüpfte damit an die lange Erfolgsserie der Oatley-Familie an. Von 2005 bis 2014 hatte die 100-Fuß-Yacht acht Siege nach gesegelter Zeit für die Eigner eingefahren, dabei zweimal einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Und auch zweimal durfte die „Wild Oats XI“ das Double aus Sieg nach gesegelter und berechneter Zeit feiern.

Danach gab es aber eine Durststrecke von zwei Renn-Aufgaben und einer Bestrafung im vergangenen Jahr, die trotz Platz eins im Ziel den Sieg und den neuen Streckenrekord kostete. Den sicherte sich 2017 die „Comanche“. Nun konnte sich die große Siegerin revanchieren. Nachdem die „Comanche“ lange das Feld angeführt hatte, gehörte das Finale der „Wild Oats XI“. Für die Titelverteidigerin ging es in einem engen Duell mit der „Black Jack“ lediglich um den zweiten Platz.

Immerhin bleibt der „Comanche“ der Streckenrekord, denn mit einer Siegerzeit von über 1 Tag und 19 Stunden war die 74. Auflage rund zehn Stunden langsamer als die vergangene Auflage.

HSC verlässt das TW-Team

Zur 130. Travemünder Woche (19. bis 28. Juli 2019) verteilt sich die Verantwortung der Wettfahrtleitungen auf zwei starke Schultern. Der Lübecker YC und der NRV Hamburg werden mit ihren Teams dafür Sorge tragen, dass die Segelwettbewerbe als Kern der Segel- und Festivalwoche den hohen Ansprüchen der Traditionsveranstaltung gerecht werden. Unterstützung bekommt die Travemünder Woche zudem von der Hansestadt Lübeck in ihrer Rolle als Mitveranstalter.

Die Zahl der für die Regatten verantwortlichen Vereine reduziert sich für 2019 von drei auf zwei. Hintergrund ist der Ausstieg des Hamburger SC als Mitveranstalter. Der HSC gehörte seit 90 Jahren zum Veranstalterkreis der Travemünder Woche. Damit verkörperten der NRV und der HSC den Ursprung der Segel-Großveranstaltung, die 1889 durch den Wettbewerb der Hamburger Kaufleute Hermann Wentzel und Hermann Dröge vor Travemünde entstanden ist.

In einem Vorstandsbeschluss im Herbst hat sich der HSC aber von seiner Rolle als Mitveranstalter bei verschiedenen Großveranstaltungen, darunter auch der Kieler Woche, zurückgezogen. „Wir bedanken uns, dass der HSC der Travemünder Woche über so viele Jahrzehnte als Mitveranstalter zur Seite stand, und bedauern es sehr, dass der HSC sich nun nicht mehr in der Lage sieht, diese Segelsportwoche aus Kostengründen weiter mitzutragen“, sagt Frank Schärffe, der Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH.

In jedem Jahr schultern rund 300 Ehrenamtler die Aufgaben der zehn Tage an Land und auf dem Wasser, um für die Segler ein perfektes Feld zu bereiten. Die Helfer sind zu einer richtigen TW-Familie zusammengewachsen, die gern ihren Urlaub einbringen, um bei dem Event dabei zu sein. Neben den veranstaltenden Vereinen LYC und NRV gehören viele Helfer aus anderen Clubs dazu. „Wir freuen uns über jeden Helfer, der uns in welcher Funktion auch immer unterstützt – sei es als Wettfahrtleiter, Startschiffcrew, Sicherungsbootfahrer oder in den vielen Aufgaben an Land“, sagt Frank Schärffe. Unabhängig von der offiziellen Rolle des HSC bleibt das intensive Verhältnis zwischen den Vereinen bestehen – auch über die Travemünder Woche hinaus. Denn in verschiedenen Trainingsgruppen und Zusammenstellungen von Segelteams gibt es Kooperationen.

Für die 130. Travemünder Woche haben die veranstaltenden Clubs LYC und NRV ein starkes Programm mit Meisterschaften auf der Seebahn, in leistungsstarken internationalen Klassen sowie im Jugend-Bereich und in der Segelbundesliga zu stemmen. Das genaue Programm und das frisch gedruckte Veranstaltungsplakat werden traditionell zum Empfang der Travemünder Woche am 20. Januar (17 Uhr) zur boot in Düsseldorf präsentiert.

Unter Deck der First 27

Zum Selbstverständnis einer Seascape / First 27 gehört nicht nur, dass die Yacht schnell segeln kann und regattatauglich ausgerüstet ist, sondern auch, dass die Crew auf ihr übernachten und an regattafreien Wochenenden oder während der Sommerferien mit ihr auf Törn gehen kann – allein, mit Freunden oder der Familie.

Den Mittelpunkt des Salons bildet der Schwert- beziehungsweise Kielkasten. Zu beiden Seiten des Kiel­kastens sind Sitzbänke aufgestellt, die im Salon eine Länge von zwei Metern erreichen und unter dem Cockpitboden nochmals (ohne Polsterauflage) zwei Meter weiterlaufen. Dieser Platz ist ideal zum Stauen von Kleidung, Schrubbern, sonstigen Sachen. Unter der Niedergangstreppe findet man nicht, wie sonst üblich, den Zugang zum Motor, sondern eine Kühlbox.

Weiter vorn verschließt eine Falttür den Weg ins Vorschiff. Einmal kurz in den Knick gestupst, faltet sich die Tür zusammen und gibt den Durchgang frei. Auf der Steuerbordseite kommt man an einer separaten Nasszelle vorbei. An Backbord sieht man einen kleinen Segelstauraum. Eine zweite Falttür, welche die vordere Dreieckskoje vom Rest des Aufbaus separiert, kann vor die Nasszelle geschwungen werden. Tatsächlich ist diese Kabine mit einer richtigen Seewassertoilette ausgestattet.

Bewegungsfreiheit, zum Ankleiden beispielsweise, gewährleistet der kleine Flur und eine vernünftig dimensionierte Decksluke. Wird sie geöffnet, kann man im Durchgang aufrecht stehen. Ansonsten ist keine Stehhöhe vorhanden. Nirgendwo. Maximal 1,45 Meter werden erreicht. In einer nur siebeneinhalb Meter langen Yacht, die schnell und konkurrenzfähig Rennen absolvieren soll, darf man eben keine Stehhöhe erwarten. Die Distanz von 1,05 Metern zwischen Bank und Decke garantiert immerhin komfortables Sitzen.

Gekocht wird entweder auf einem mobilen Gaskocher, für den es eine Gurt-Aufhängung gibt, die von der Decke baumelt, oder an einem extra Pantry-Block mit Spüle und Spirituskocher, der anstelle des Segelstauraums aufgebaut wird.

Wichtig zu wissen ist, dass sehr viele Teile, vor allem diejenigen, die seitens der Klassenvorschriften nicht erforderlich sind, ausgebaut und weggeräumt werden können. Und zwar im Nu. Die Türblätter werden ausgehängt, der faltbare Tisch abgeschraubt, die Crewtaschen, in denen die Mannschaft ihre persönlichen Sachen lagert, einfach aus ihren Halterungen genommen. Stauraum unter Deck ist eher Mangelware, denn große Teile der Kojensockel dienen als luftdichte Auftriebskörper.

Sydney Hobart: Erste Ausfälle nach wenigen Meilen

Nach dem sauberen Start der 74. Auflage des Rennens gingen die „Wild Oats XI“ der Familie Oatley und die „Black Jack“ von Peter Harburg Bug an Bug auf den Kurs in Richtung Sydney Heads. Die „Infotrack“ und die „Scallywag“ folgten kurz dahinter, während die Vorjahressiegerin, die „LDV Comanche“ einen etwas östlicheren Kurs für das Verlassen des Sydney Harbour wählte. „Black Jack“-Skipper Mark Bradford konnte als erster den Fuß auf das Gaspedal setzen und nach dem Verlassen des Harbour-Bereiches nach Süden in Richtung Hobart abbiegen.

Es folgten die „Wild Oats XI“ und die „Scallywag“. Doch kurz darauf meldete die HongKong-Yacht auch schon Probleme mit dem Bugspriet. Die „Scallywag“ musste schließlich aufgeben und kehrte nach Sydney zurück. Damit ist die Zahl der Supermaxis auf vier reduziert. Mit „Zen“ gab es einen weiteren Ausfall. Die TP52 hatte einen Schaden am Rigg.

Währenddessen änderte sich an der Spitze das Bild. Die kraftvolle „Comanche“ übernahm die Führung und legte sechs Stunden nach dem Start einen Vorsprung von drei Meilen zwischen sich und die nächsten Verfolger. Gleich fünf Yachten lagen vor der Referenzzeit, die die „Comanche“ im vergangenen Jahr mit Streckenrekord vorgelegt hatte.

Ebenfalls stark unterwegs ist die „Winning Appliances“, eine Carkeek 60, die unter dem Namen „Ichi Ban“ bekannt ist. Sie ging in Führung der Yachten mit einer Länge 60 bis 70 Fuß, musste sich dann aber von der „Alive“, eine mit reiner Frauencrew besetzte RP66, überholen lassen. An Bord der „Winning Appliances“ ist Dr. Wolfgang Schäfer, der Vorsitzende des Seesegel-Ausschuss‘ im DSV, als einer der Steuermänner mit unterwegs.

Die kleineren Yachten hatten einen etwas schwierigeren Start, da die Brise nach und nach abnahm und bis zu den Sydney Heads sehr unstetig wurde. Die deutsche „Lunatix“ von Friedrich Böhnert (Hamburg) kam indes gut weg und lag nach sechs Stunden in den Top-50 des Feldes mit bereits 65 gesegelten Meilen im Heckwasser.

Wahl zum Segler des Monats: Amateur-Segler schlägt die Profis

Im November hatten der NRV Hamburg, der mit dem Gewinn des Ligapokals das Double aus Bundesliga und Pokal in diesem Jahr perfekt machte, sowie die beiden Teilnehmer der Route du Rhum, Boris Herrmann und Arnt Bruhns, für die segelsportlichen Glanzlichter in Deutschland gesorgt. Herrmann segelte im Feld des Imoca60-Feldes auf Platz fünf, Bruhns schaffte als es, sich als Amateur im professionellen Feld der Class40 zu etablieren. Mit seiner „Iskareen“ segelte er auf dem Transatlantik-Rennen von St. Malo/Frankreich nach Guadeloupe in der Karibik auf Platz 17 unter den 53 Startern seiner Klasse. Damit übertraf er seine eigenen Zielsetzungen deutlich und begeisterte die Segel-Fangemeinde in Deutschland.

Die Abstimmung und die Kommentare der User von sail24 waren eindeutig: „Arnt Bruhns, einfach ein extrem cooler Segler…“, hieß es unter anderem. „Arnt und seine RdR waren ein unglaublich erfolgreiches und mega cooles Projekt.“ Aus den Kommentaren auf Sail 24 sprach der höchste Respekt für die Leistung des Familienvaters. „Zweifelsohne kann man die Leistung des Amateurseglers Arnt Bruhns nicht hoch genug einstufen. Ausschließlich angetrieben von der Liebe zum Hochseesegeln, der sechsköpfigen Familie (plus Hund) und Freunden, in akribischer Vorbereitung. Solo, derart erfolgreich den stürmischen Atlantik zu bezwingen, sucht Seinesgleichen. Dies kann, ohne spezielle Unterstützung von Sponsoren oder ähnlichem, nur mit außerordentlicher Seemannschaft passieren, welche den Kern unseres Sports darstellt. Chapeau!“

Gegen diese Anerkennung hatten Boris Herrmann, der sich mit der Route du Rhum auf seine Solo-Weltumsegelung im Rahmen der nächsten Vendée Globe vorbereitet und der NRV Hamburg um den ehemaligen Olympiasegler Tobias Schadewaldt keine Chance.

Die Ergebnisse:

Arnt Bruhns: 71,07 Prozent

NRV Hamburg: 15,70 Prozent

Boris Herrmann: 13,23 Prozent

Neue Navigations-App: Navico C-MAP Embark

Navico, einer der größten Hersteller von Schiffselektronik, gab den Start von C-MAP Embark bekannt, einer neuen nautischen Navigations-App bekannt. C-MAP Embark basiert auf Kartendaten von offiziellen hydrographischen Büros. Diese Daten werden kontinuierlich aktualisiert und aus Tausenden von Datenquellen ergänzt, um Lücken in Küsten- und Binnengewässern zu schließen. Die Karten werden monatlich aktualisiert und arbeiten plattformübergreifend, sodass Nutzer immer die aktuellsten Karten auf Ihrem Smartphone, Tablett oder PC haben. Die Karten sind so gestaltet, dass sie alle Informationen enthalten, die für eine sichere Navigation erforderlich sind, aber dennoch eine saubere und klare, benutzerfreundliche Ansicht bieten.

Die Karten passen die Farben und den Kontrast je nach Licht automatisch an, so dass sie immer gut abzulesen sind. Individuelle Konfigurationsmöglichkeiten erlauben die Anpassung an eigene Vorstellungen. Für Angler wurde ein Konturmodus entwickelt, der eine hochauflösende Sicht auf die Unterwassertopografie bietet und den Benutzern so hilft, die besten Angelplätze zu finden. Ein 3D-Modus erlaubt das zielgenaue Folgen einer Route z.B. entlang von Tiefenlinien o.ä. Die App bietet zudem hilfreiche Tipps und Informationen über lokale Yachthäfen, Häfen, Strände, Geschäfte und vieles mehr. Für Nutzer des Premium-Paketes besteht die Möglichkeit, Offline-Karten und Wetterberichte herunter zu laden. Embark ist sowohl auf mobilen Geräten als auch auf Desktop PCs verfügbar. So können Routen Zuhause geplant, und an Bord auf dem Mobilgerät abgerufen werden! C-MAP Embark bietet eine kostenlose zweiwöchige Testversion an und steht bei Google-Play und im App-Store zum Download bereit.
www.c-map.com

Notfackel ohne Pyrotechnik: ODEO Distress Flare

Die ODEO Distress Flare soll die pyrotechnischen Notfackeln an Bord ersetzen und somit in zweifacherweise für mehr Sicherheit sorgen. Zum einen sollen Unfälle mit der Pyrotechnik vermieden werden und zum anderen kann die ODEA Flare im Notfall länger im Einsatz sein, da die Akkuleistung die Brenndauer einer üblichen Fackel übertrifft. Der Hersteller spricht von mindestens acht Stunden bei voller Leistung. Die Energie liefern vier Lithiumbatterien. Außerdem kann die ODEO frei erworben werden, und im Fluggepäck mitgenommen werden.
www.odeoflare.com