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Groupe Beneteau baut um

Let’s Go Beyond” ist das Motto der neuen Strategie, deren Vorstellung des CEO der Groupe Beneteau Jérôme de Metz gestern live vom Pariser Hauptsitz der Beneteau-Gruppe gestreamt wurde.

Die Reorganisation umfasst alle Bereiche, darunter natürlich auch den Boots- und Yachtbau. Dem Plan nach sollen die Werke des Unternehmens nach dem Vorbild der Automobilindustrie reorganisiert und nach Markensegmenten spezialisiert werden. Die Produktentwicklung soll verkürzt und an die Ressourcen der Konstruktionsabteilungen an die Produktplanung angepasst werden. Das Management wird straffer und neu organisiert und nach den Funktionen Generaldirektion, Marken- und Industriemanagement, Kommunikation und Finanzen klar gegliedert werden.  

Bisher umfasste das Portfolio der Groupe Beneteau zwölf Marken mit insgesamt 180 Modellen, angefangen bei der 14 Fuß langen Segelyacht Beneteau First 14 bis zur 105 Fuß langen Luxus-Motoryacht Monte Carlo. Als klares Signal für den Endverbraucher, trennt sich die Gruppe von den Marken CNB, Monto Carlo, Glastron und Scarab. Während im stark umkämpften und geschäftlich Risikoreichen oberen Segment der Marken der Luxus-Custommade-Yachten CNB und der Motoryachtmarke Monte Carlo in den letzten Jahren keine positiven Geschäftsentwicklungen zu verzeichnen waren, machten im Bereich der kleineren US-amerikanischen Marken insbesondere die Zölle die Akzeptanz der Marken bei den europäischen Kunden schwer. Alle vier Marken sollen an andere Interessenten verkauft werden.

Die Groupe Beneteau trennt sich von der Luxus-Marke CNB. Grafik: Groupe Beneteau

In den globalen Marktsegmenten sollen die führenden Positionen der Marken Beneteau, Jeanneau, Prestige und Lagoon verstärkt werden, hohes Potential sieht man bei den Marken Excess Cartamarans, Four Winns, Wellcraft und Delphia.

Auch wenn hinsichtlich der Marken der Fokus weiterhin im Bereich der Motoryachten liegt, hat sich das Unternehmen, das zukünftig als „House of Brands“ agieren will, auf die Fahnen geschrieben, eine Vorreiterrolle im Bereich der nachhaltigen Bootsantriebe zu spielen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist, das Erfolgsmodell der Segelyacht Bénéteau Océanis 30.1 als vollelektrisch angetrieben Yacht zu präsentieren. Zudem sollen Hybrid- und Elektromotoren Versionen anderer Modelle verfügbar sein.

Mit Investitionen in die Digitalisierung, der verstärkten Nutzung der Synergien im Bereich der Vertriebsnetze und eine Erweiterung des Portfolios auf Dienstleistungen, sollen weitere Kernprozesse gestrafft und neue Geschäftsfelder erschlossen werden.

Verschlankung: Vier Marken werden abgestoßen, womit sich das Modellangebot um 55 Modelle reduziert. Grafik: Groupe Beneteau

Auch finanziell will sich die Groupe Beneteau entsprechend wappnen, da damit gerechnet wird, dass sich die wirtschaftlichen Schwankungen, ausgelöst durch die Covid 19 Krise auch auf den Boots- und Yachtmarkt durchschlagen wird. Mit einem Eigenkapital von mehr als 600 Millionen Euro zum 28.Februar diesen Jahres, sowie 300 Millionen Euro an bestätigten aber nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien, plus den staatlich garantierte Darlehen in Höhe von 120 Millionen Euro und geringer Nettoverschuldung, kündigt die Groupe Beneteau an, dass sie sich auf eventuelle Schwankungen vorbereitet zu sein.

Klar ist, dass das Ganze nicht ohne den Verlust von Arbeitsplätzen vor sich gehen wird. Für die Umsetzung der Pläne wurde bereits in Frankreich als auch im Ausland der Kontakt zu den Sozialpartnern aufgenommen. So wurde bereits angekündigt, dass Produktionskapazitäten gesenkt und Fixkosten reduziert werden sollen.

Nicola Breuer führt IMMAC Sailing Team

In Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Geschäftsführer Matthias Graf Castell zu Rüdenhausen hat sie die Segler des IMMAC Sailing Teams schon viele Jahre begleitet und betreut. „Ich freue mich sehr darauf, weiterhin im Namen der IMMAC den Segelsport fördern zu können, angefangen von der Jugendarbeit bis hin zu den professionellen Spitzenseglern“, erklärt Nicola Breuer.

Gemeinsam mit Kai Mares, dem Sportlichen Leiter des Sailing Teams, wird sie das ehrenamtliche Engagement der IMMAC im Segelleistungssport fortführen und ausbauen. Hierbei steht bereits die Segelsaison 2021 im Fokus, für die neue Projekte und Fördermöglichkeiten geplant werden.

Die IMMAC Sailing Team GmbH wurde vor 19 Jahren von Marcus H. Schiermann, Aufsichtsratsvorsitzender der IMMAC group und selbst leidenschaftlicher Segler, gegründet. Das Sailing Team unterstützt Spitzen- und Nachwuchssegler in den Klassen 49er, Nacra 17, 2.4mR und das Seesegel-Team der „IMMAC Fram“. Aktuell gehören zu den unterstützten Crews die Seesegel-Mannschaft um Kai Mares, die 2.4mr-Segler Heiko Kröger, Antonia Schröder und Tim Leonard Trömer, die 49er Ex-Europameister Justus Schmidt/Max Boehme sowie die Olympia-Aspiranten im Nacra17 Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer.

Messe: boot Düsseldorf startet neue Kampagne

An vielen Hotspots der Wassersportszene in Europa kommt wieder Leben in die Bude“, freut sich boot Chef Petros Michelidakis. Auch für den gebürtigen Griechen und leidenschaftlichen Segler geht es bald wieder in heimische Gefilde. Vorher konnte er jedoch auch rund um seine langjährige Wahlheimat Düsseldorf den Wassersport genießen. „Als Surfen, Segeln, Tauchen oder SUP bei uns wieder erlaubt war, habe ich in den letzten Wochen einige der regionalen Destinationen besucht und war wirklich beeindruckt vom tollen Engagement und der Leidenschaft, mit der die Sportler wieder ans Werk gegangen sind“, ergänzt er.

Die boot wird im kommenden Jahr mit dem neuen Kampagnenmotto „reboot your business“ wieder die internationale Geschäfts-Plattform mit Motor- und Segelyachten, dem Surfsport und Tauchen sein. In der visuellen Darstellung wird das blaue Messelogo mit dem „boot“ Schriftzug von dem „re“ und dem „your business“ umschlossen. „Mit dem Slogan ‚reboot‘ wollen wir den Herstellern zeigen, dass wir an ihrer Seite stehen. Auf der boot Düsseldorf 2021 werden sie das Ambiente für erfolgreiches Netzwerken und gute Geschäfte finden“, erläutert Michelidakis.

Branchengrößen wie Princess, Azimut oder San Lorenzo aus dem Luxusyachtbereich haben sich schon zum jetzigen Zeitpunkt ihren Platz auf der boot 2021 gesichert. Mit an Bord sind auch die deutschen Marktführer Hanse und Bavaria oder die slowenische Greenline, bekannt als innovativer Vorreiter bei alternativen Antrieben, sowie mit Starboard einer der führenden Board-Produzenten.

„Damit steuert die boot exakt auf Kurs. In der Branche herrscht, angetrieben von der diesjährigen Messe, eine gute Auftragslage“, sagt Michelidakis. Und auch vom Bundesverband Wassersportwirtschaft kommt eine positive Markteinschätzung. „Wir sind nach einem sehr gutem Messeverlauf im Januar hoch motiviert ins Jahr gestartet. Die Corona-Krise hat die Branche natürlich zurückgeworfen, doch die Zeichen für einen erfolgreichen Wassersport-Sommer stehen gut. Ich glaube, die Menschen werden diese Form des Sports besonders lieben lernen und sehe der boot 2021 als Impulsgeber für die gesamte internationale Branche, positiv entgegen. Sie ist für uns Hersteller unverzichtbar“, beschreibt Verbandspräsident Robert Marx die Lage.

CKA Safety Day: „Panik ist der größte Feind“

Mitmachen, zuhören, lernen – im Olympiahafen Schilksee ist am 15. August 2020 beim CKA Safety Day Einsatz gefragt. Nach dem erfolgreichen Start des ‚Safety Day‘ 2019  in der ancora Marina Neustadt tourt der Saft Day der CKA weiter und findet 2020 im Olympiahafen Kiel Schilksee statt. Von 10 bis 18 Uhr informiert der Service-Club für Wassersportler in Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen in Workshops und Vorträgen über das richtige Verhalten bei Notsituationen auf dem Wasser und Sicherheitsmaßnahmen an Bord. Das Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit der DSV Kreuzer-Abteilung und der Schadenabteilung von Pantaenius Yachtversicherungen entwickelt. Das Programm richtet sich an alle Wassersportinteressierte und Bootseigner, die Leckage- und Brandabwehr trainieren, oder sich zum Beispiel über den sicheren Umgang mit elektronischen Seekarten informieren möchten.

Informative Vorträge rund um das Thema Sicherheit gehören zum Programm des Safety Days. Foto: segel-bilder.de

Überlebenswichtiges Verhalten in Notsituationen erfahren Besucher des CKA Safety Day in diversen Vorträgen und durch anschauliche Simulationen. „Notsituationen sind trainierbar und genau deshalb haben wir vergangenes Jahr den CKA Safety Day ins Leben gerufen“, erklärt Christian Bahrs, 1. Vorsitzender des Club der Kreuzer-Abteilung. „Je weiter man sich vom sicheren Hafen entfernt, desto schwieriger ist es, schnelle Hilfe zu erhalten und dann ist Panik der größte Feind“, ergänzt der leidenschaftliche Segler. Trainieren und mitmachen, üben und ausprobieren ist deshalb das Motto der Veranstaltung.
So kommen zum Beispiel beim Thema Brandbekämpfung wirkungsvolle Löschmethoden und unterschiedliche Löschmittel demonstrativ zum Einsatz. Wie ein Leck schnell und effektiv abgedichtet wird, veranschaulicht die Crew der Segelschule Well Sailing. Der Clou: Auf der präparierten Yacht „MERI CRASH“ werden Lecks nicht simuliert, sondern finden kontrolliert statt. Umfassende Informationen über den sicheren Zustand des Riggs, um für alle Wetterbedingungen gewappnet zu sein, hält Rigg-Spezialist Uli Münker von Faber & Münker bereit. Und mit dem Thema „Immer gutes Wetter“ zeigt Seewetterexperte Dipl.-Meteorologe Dr. Meeno Schrader von WetterWelt, was zu tun ist, um schlechtes Wetter zu vermeiden. Der beliebte TV-Moderator des Schleswig-Holstein Magazins wird bestimmt am Veranstaltungstag für Sonnenschein sorgen.

Auf Grund von erhöhten Sicherheits- und Hygienevorgaben findet die Veranstaltung auf dem Außengelände im Olympiahafen Schilksee statt. „Gemeinsam mit der Sporthafen Kiel GmbH haben wir ein verlässliches Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das garantiert alle Hygienevorschriften berücksichtigt“, erklärt Christian Bahrs, dem die Gesundheit der Besucher besonders am Herzen liegt.

Die Teilnahme am CKA Safety Day sowie an allen angebotenen Workshops ist kostenlos.

www.clubderkreuzerabteilung.de

Swan 58: Elegante Blauwasser-Yacht

Gefertigt wurde mit Hilfe der Vakuuminfusions-Methode unter Verwendung hochwertiger Materialien wie Vinylesterharz und Kohlefaser für Verstärkungen. Aktuell wird das Deck laminiert, parallel dazu das Interieur gefertigt.

Konzipiert als leistungsstarke Blauwasseryacht, übernimmt die Neue einerseits die Charaktereigenschaften der Ur-Swans, die beides konnten: Als Cruiser anspruchsvolle Freizeitsegler durch luxuriösen Komfort begeistern und als Performance-Yacht erfolgreich Regatten bestreiten. Allerdings liegt der Fokus der neuen Swan 58 verstärkt auf Fahrten-Kompetenz. Die klassische Schönheit, die wieder einmal von Germán Frers gezeichnet wurde, soll langersehnte Träume von entspannten Langfahrt-Törns erfüllen. Mit dieser Zielsetzung folgt sie ihrer kleineren Schwester Swan 48, (man erinnere sich, sie feierte im vergangenen Jahr Premiere).

Falls gewünscht, können beide aber auch zu Racern werden. In diesem Fall wird, um wirklich konkurrenzfähig zu sein, ein schlanker, tief reichender Racing-Kiel montiert und für eine regattataugliche Decks- und Rigg-Ausstattung, die u.a. ein deutlich größeres Squaretop-Großsegel verträgt, gesorgt. Die trimmrelevanten Beschläge sind so platziert, dass eine vielköpfige Regattacrew schnellstmöglich ihre Manöver absolvieren kann. Aber auch für kleinere Mannschaften ist die knapp 18 Meter lange Yacht handelbar, denn die zentrale Winsch, die in der Mitte zwischen den beiden Steuerrädern aufgestellt ist, befindet sich in Reichweite des Skippers.

Blauwassersegler freuen sich über drei moderatere Kielversionen mit unterschiedlichen Tiefgängen zwischen 2,10 und 3,10 Metern, haben sie dadurch doch die Möglichkeit, ihr Schiff optimal an die bevorzugten Reviere anzupassen.

Die Werft hat sich verschiedene Ausbauvarianten überlegt © Nautors Swan

Für den Ausbau stehen ebenfalls mehrere Varianten zur Disposition. Sie unterscheiden sich durch die Aufteilung der Räume und die Wahl des Holzes, darunter Walnuss und Eiche. Im Scandi Vision Look kommen durchgängig helle Farben (sowohl das Holz als auch die Stoffe betreffend) zum Einsatz. Hier wird überwiegend mit Weiß- und Beige-Tönen gearbeitet, die mit zartem Blau kombiniert werden und insgesamt für eine sehr luftig-leichte Wohnatmosphäre sorgen. Für Velvet Vibe werden etwas dunklere Stoffe und Hölzer mit Grau und Bordeauxrot kombiniert, bei Swan Soul geben Nougat- und Cognac-Töne die entscheidenden Design-Impulse.

In jedem Fall werden mindestens drei Schlafkabinen eingebaut. Zwei liegen achtern unter dem Cockpitboden, die dritte und komfortabelste im Vorschiff. Diese ist als Eigner-Suite deklariert und lässt sich entweder mit einem geräumigem Inselbett oder aber mit zwei Einzelkojen ausstatten. Obligatorisch sind hier das eigene Badezimmer und ein kleiner Vorraum mit Schminktisch. Auch die beiden anderen Kabinen verfügen über eigene Nasszellen, einen zusätzlichen Aufenthaltsbereich haben sie jedoch nicht.

Das Alternativ-Layout, das vor allem für Regattasegler interessant sein dürfte, schlägt eine vierte Kajüte vor. Sie liegt steuerbord neben dem Niedergang und wird anstelle einer geräumigen Navi-Ecke eingebaut. Dieser Raum ist schmal gehalten und mit Doppelstockbetten ausgebaut. Einen „abgespeckten“ Arbeitstisch findet der Navigator dann im Salon. Soll ein Profi-Skipper mitsegeln, kann ein weiterer Schlafraum in der Bugspitze eingerichtet werden, samt WC und Waschbecken.

Gekocht wird backbord neben dem Niedergang an einer übereck aufgestellten Pantry, gegessen im Salon. Bei allen Ausbau-Versionen fällt der Wohn-/Essbereich besonders geräumig aus. Mit fünf Metern Länge und einer großzügigen Sitzgarnitur, bestehend aus U- und Längssofa, bietet er gleichermaßen Langfahrtkomfort für die kleinere Familien-Crew wie Entspannungsmöglichkeiten für die größere Regatta-Mannschaft, nach getaner Arbeit. Am rechteckigen Tisch, der sich zu einer großen Tafel ausbauen lässt, finden sechs bis acht Personen Platz.

Technische Daten:

Konstruktion:Germán Frers
Lüa:19,11 m
Rumpflänge:17,96 m
LWL:17,09 m
Breite:5,27 m
Tiefgang:Cruising-Kiele: zw. 2,10 und 3,10 m; Racing-Kiel: 3,60 m
Verdrängung:24,7 t
Ballast:7 t
Wassertank:930 l
Treibstofftank:1.150 l
Motor:Volvo D3-150 Saildrive, 150 PS
Fock:97 m²
Groß:117 m²
Gennaker:334 m²
Preis:ab 1.890.000 Euro
Internet:www.nautorswan.com

5. Flensburg Boat Show abgesagt

Wir bedauern die Entscheidung sehr, aber die Voraussetzungen für eine sichere Planung und Durchführung, vor allem auch für unsere Aussteller ist leider nicht gegeben,“ sagt Christoph Volkmann vom Flensburger Yacht-Service.

Ein neuer Termin der so beliebten Boat Show in der SONWIK Marina in Flensburg im nächsten Jahr wurde schon festgelegt. Am 20., 21. und 22. August 2021 heißt es dann „Leinen los“ für neue Yachten und den Gebrauchtbootsteg, für das landseitige Unterhaltungsprogramm und Aussteller aus dem maritimen Bereich im Hafenumfeld. Auch ohne die Flensburg Boat Show läuft der Saisonbetrieb in der Marina auf Hochtouren und Gäste sind herzlich in der Flensburger Förde willkommen.

Interboot mit „Special-Edition“

Nach der Absage-Welle wegen der Corona-Pandemie ist die Messe am Bodensee, die vom 19. bis 27. September 2020 auf dem Messegelände in Friedrichshafen stattfindet, eine der ersten großen Wassersportmessen in Europa. Klar ist für das Messeteam auch, dass die Veranstaltung unter ganz anderen Vorzeichen, mit einer veränderten Planung und mit einem Sicherheitskonzept, das umfangreiche Gesundheits- und Hygienemaßnahmen berücksichtigt, organisiert werden muss. Das Messeteam macht deutlich, dass es „keine Interboot in ihrem gewohnten Format und in ihrer gewohnten Dimension geben kann.“

Wir sprechen von einer Veranstaltung, die aufgrund der Umstände und der Hygieneregeln eine Spezial-Ausgabe sein wird“, betont Klaus Wellmann, Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen. Projektleiter Dirk Kreidenweiß appelliert daran, die Erwartungshaltung neu zu justieren: „Die Messe wird sich anders anfühlen und sich auch komprimierter darstellen.“ Die 59. Ausgabe wird sozusagen eine „Special-Edition“ mit einem klaren Fokus auf die Themen Kaufen, Verkaufen und Know-how Transfer. Die Wassersportfamilie kommt nicht nur erstmalig wieder so richtig zusammen, sondern sie wird auch ordentlich von der Senkung der Mehrwertsteuer profitieren. Vor allem hochwertige Produktgruppen werden auf der Messe deutlich günstiger zu erwerben sein.

„Wir haben ein umfangreiches Schutz- und Hygienekonzept für die Interboot erarbeitet und sehen uns für die Vorgaben gut gerüstet. Wenn auch vorab noch Details mit den Behörden geklärt werden müssen“, sagt Dirk Kreidenweiß. „Die Pläne sehen eine großzügigere Standplatzierung, breitere Gänge und eine neue Produktkonfiguration vor. Eintrittskarten können ausschließlich digital erworben werden und sind pro Tag limitiert. Wir schaffen für unsere Aussteller und Besucher ein möglichst sicheres Einkaufserlebnis in einem riesigen Wassersportzentrum.“ Das Rahmenprogramm ist konsequent auf die Vermittlung von Fachwissen ausgerichtet, zusätzlich werden die Expertenforen ins Netz gestreamt. Die aktiven Mitmachangebote werden reduziert, der Interboot Hafen am Bodensee und die Wassersport-Arena am Messegelände können nicht in Betrieb genommen werden.

Die Internationale Wassersport-Ausstellung bietet nach wie vor ein breites Spektrum an Segel- und Motoryachten, alle Kategorien von Boards, vor allem Stand-Up Paddle Boards und ein umfangreiches Angebot des Elektronik-, Zubehör- und Bekleidungsmarktes.

Die Interboot hat von Samstag, 19. bis Sonntag, 27. September täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Tagestickets sind ausschließlich online erhältlich.

www.interboot.de


Windjammerparade für alle – Anmeldung bis 15. Juli

Die Parade wird am zweiten „KiWo“-Sonnabend, 12. September, stattfinden und unter dem Motto „#Zusammenhalt“ stehen. Alle teilnehmenden Schiffe erhalten die offizielle Kieler-Woche-Flagge in den Maßen 2 x 5 Meter, die dann bei der Parade gehisst wird. Außerdem gibt es eine Kieler-Woche-Plakette auf Holz mit passender Beschriftung.

Dem Führungsschiff werden in mehreren Gruppen die teilnehmenden Schiffe folgen. Die Führung der Gruppen werden Traditionsschiffe übernehmen. Denen wiederum werden die privaten Segler folgen.

Eine Anmeldung zur Windjammer-Segelparade für alle ist bis zum 15. Juli möglich. Das Anmeldeformular steht unter www.kieler-woche.de zum Download bereit. Die Teilnahmezahl ist auf 150 Schiffe begrenzt. Bei Absagen kann nachgerückt werden.

Teilnehmen können Segelschiffe mit einer Länge von mindestens zehn Metern, die einen Innenborder besitzen und eine Geschwindigkeit von fünf bis sechs Knoten halten können. Außerdem muss ein UKW-Sprechfunkgerät an Bord sein und ein Versicherungsnachweis vorliegen. Während der Parade müssen zwei Skipper an Bord sein.

Für allgemeine Informationen zum Verhalten und zum Thema Sicherheit wird es vorab ein verpflichtendes Briefing durch Mitarbeiter des Hafenamtes und der Wasserschutzpolizei geben.

Mehr zum Thema unter www.kieler-woche.de/windjammer

Der Messe-Macher

Messe, das ist mein Leben“, sagt Werner Dornscheidt. „Zusammen mit meinem Team haben wir in all den Jahren das aufgebaut, was dem Unternehmen heute zu Gute kommt. Die Rahmenbedingungen sind zwar aktuell schwierig, doch es tut gut, ‚mein‘ Unternehmen in besten Händen zu wissen. Die Mannschaft arbeitet bereits an einem Neustart und entwickelt weitere digitale Ergänzungen, damit die Messe Düsseldorf auch in Zukunft das erfolgreiche, angesehene Unternehmen bleibt, das sie heute ist. Meinen Beitrag habe ich geleistet.“

Profitables, subventionsfreies Wirtschaften und finanzielle Stabilität sind zwei Markenzeichen der Ära Dornscheidt. Die Messe Düsseldorf Gruppe schloss das letzte volle Geschäftsjahr unter seiner Führung mit einem Umsatzanstieg von 28,7 Prozent auf 378,5 Millionen Euro (Vorjahr: 294 Millionen Euro). Der Konzerngewinn nach Steuern hat sich 2019 mit 56,6 Millionen Euro mehr als verdoppelt. 2004 übernahm Dornscheidt die Unternehmensführung bei einer Rendite der Messe Düsseldorf Gruppe von 6,4 Prozent und einer Eigenkapitalquote 34,4 Prozent. Die Rendite steig zuletzt auf 14,8 Prozent und die Eigenkapitalquote auf 66 Prozent.

All dies sind beste Voraussetzungen, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern. Wolfram N. Diener ist seit 2018 operativer Geschäftsführer bei der Messe Düsseldorf und wird zum 1. Juli 2020 den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen: „Ich freue mich über das Vertrauen. Wir können bestens auf den Leistungen von Werner Dornscheidt aufbauen und gemeinsam die Herausforderungen meistern“, sagt Diener. „Hier in Düsseldorf haben wir ein unschlagbares Markenprofil, das in Zukunft durch die Treiber Internationalisierung und Digitalisierung noch erfolgreicher gestaltet werden kann. Aber was ebenso wichtig ist: eine schlagkräftige Mannschaft.“

Hermann Hell (links), Herausgeber und Chefredakteur der Segler-Zeitung sowie Pressesprecher der Kieler Woche, im Gespräch mit Werner Dornscheidt (rechts) und seinem Nachfolger Wolfram Diener beim Kiel-Treff während der boot Düsseldorf 2020. Seit 1994 ist die Messe Partner der Kieler Woche. Foto: Messe Düsseldorf

Beide Themen hat Werner Dornscheidt entscheidend vorangetrieben. Betrieb die Messe Düsseldorf 2004 noch 65 Auslandsvertretungen für 104 Länder, sind es aktuell 77 Auslandsvertretungen für 141 Länder. Der Auslandsanteil bei den Ausstellern in Düsseldorf stieg von 58 Prozent auf zuletzt 73,4 Prozent und bei den Besuchern von 34 Prozent auf 37,1 Prozent. „All diese internationalen Gäste sind gut für die Stadt“, so Dornscheidt. Allein das Düsseldorfer Messe- und Kongresswesen induziert laut einer Studie des Münchner ifo-Instituts deutschlandweit jährlich rund 2,98 Milliarden Euro an Umsätzen (in Düsseldorf: 1,66 Milliarden Euro), sichert 27.692 Arbeitsplätze (in Düsseldorf: 16.664) und führt zu steuerlichen Mehreinnahmen von 567 Millionen Euro (in Düsseldorf: 36,3 Millionen Euro). Zahlreiche Wirtschaftszweige hängen mit den Veranstaltungen zusammen, wie Handwerksbetriebe, Messebauunternehmen, Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel und der öffentliche Nahverkehr. Dornscheidt betont daher: „Umso wichtiger ist es, dass der Messebetrieb schnell wieder aufgenommen wird. Mein Team arbeitet aktuell an Konzepten für den Neustart und ich weiß: Er wird ihm gelingen.“

Die strategische Neuausrichtung des Unternehmens unter Werner Dornscheidt trug entscheidend zum internationalen Wachstum bei. Die vier Düsseldorfer Weltleitmessen mit den meisten Auslandsveranstaltungen wurden zu den „Global Portfolios“ zusammengefasst: „Processing & Packaging“ mit der Verpackungsmesse interpack, „Plastics & Rubber“ mit der Kunststoffmesse K, „Health & Medical Technologies“ mit der Medizintechnikmesse MEDICA und „Metals & Flow Technolgies“ mit den Kabel-, Draht- und Röhrenmessen wire und Tube bilden seitdem die Treiber der weltweiten Expansion.

Vor Ort setzte Werner Dornscheidt unter anderem auf die Entwicklung des Düsseldorfer Messegeländes – in Bezug auf Technologie, Funktionalität, Komfort und Architektur. „Um zukünftig wettbewerbsfähig und attraktiv für Kunden zu bleiben“, so Dornscheidt. Nachdem bereits im Herbst 2019 die mehr als 12.000 Quadratmeter große Halle 1 in Betrieb genommen wurde, wird dieses Jahr der neue Eingang Süd mit seinem 20 Meter hohen und 7.800 Quadratmeter großen Vordach fertiggestellt. „Pünktlich zum Neustart der Messen im Herbst wird die Messe Düsseldorf mit einem neuen architektonischen Highlight aufwarten“, freut sich Dornscheidt. Bis zum Lockdown im März war die angeschlossene Halle 1 von Beginn an durchgängig ausgebucht.

Zugleich hat Werner Dornscheidt auch die Weiterentwicklung der digitalen Präsentationsmöglichkeiten vorangetrieben. „Auf unseren Online-Portalen finden die Messen schon längst 365 Tage im Jahr statt“, unterstreicht Dornscheidt. Dort bietet die Messe Düsseldorf ihren Ausstellern die Möglichkeit, sich und ihre Produkte multimedial zu präsentieren und mit anderen Branchenvertretern in Kontakt zu treten. Die Messe Düsseldorf wird die Inhalte ihrer Kunden kontinuierlich attraktiver und nutzerfreundlicher aufbereiten. Zur Digitalisierung des Formats Messe kommt seit Jahren auch die Digitale Transformation des gesamten Unternehmens. „Das zahlt sich während und nach der Covid-19-Zeit aus“, so Dornscheidt.

Neben dem eigentlichen Messegeschäft sind es vor allem zwei Projekte, mit denen Werner Dornscheidt ein Zeichen gesetzt hat: Die Deutschen Häuser während der olympischen und paralympischen Spiele sowie die Initiative SAVE FOOD. Vor 20 Jahren hat Dornscheidt persönlich den Auftrag zur Durchführung des Deutschen Hauses bei den Spielen 2000 in Sydney beim damaligen Nationalen Olympischen Komitee akquiriert. Unter seiner Leitung wurde das Deutsche Haus im Auftrag der Deutschen Sport Marketing (DSM) ständig weiterentwickelt und ist heute eine feste Größe der deutschen olympischen und paralympischen Familie.

Anlässlich der interpack 2011 gründete er gemeinsam mit der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) die Initiative SAVE FOOD, dem sich kurz darauf auch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen anschloss. Ziel: Lebensmittelverluste in entwickelten und weniger entwickelten Ländern mit den Mitteln der Wirtschaft bekämpfen. Inzwischen unterstützen mehr als 1.000 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Nicht-Regierungsorganisationen die Initiative. Dornscheidt: „Wenn man so lange im Messegeschäft ist und die Welt gesehen hat, kann man den Blick nicht vor gesellschaftlichen Problemen verschließen. Da hilft es nicht zu quatschen, sondern man muss was machen!“

24-Stunden-Segeln wagt den Start

„Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben wir uns entschieden, die Regatta doch zu starten und setzen jetzt auf spontane Meldungen“, sagt Organisationsleiter Frank Krupinska vom Team der Möltenorter SK und der WV Mönkeberg. Auf die weiter bestehenden Bestimmungen wird mit einer Steuermannsbesprechung unter freiem Himmel und einer Einschränkung der Social Events reagiert. Doch das Segeln soll nicht zu kurz kommen.

So haben die Teilnehmer nach dem Start vor dem Hafen von Möltenort/Heikendorf 24 Stunden Zeit, Meilen zu sammeln. Gewertet werden alle Boote, die binnen 24 Stunden, also bis Sonntag, 5. Juli 11:00 Uhr den Zielhafen Mönkeberg erreichen. Eine Verspätung von maximal 30 Minuten ist zulässig, bedeutet allerdings einen Abzug bei den gesegelten Meilen von mindestens 10 Prozent.

Im Gegensatz zu anderen Wettfahrten gibt es keinen abgesteckten Kurs. Jede Crew folgt ihrem eigenen Kurs. Insgesamt 19 Häfen innerhalb des Reviers dürfen in beliebiger Reihenfolge bis zu zweimal angelaufen werden. Neben seglerischem Können sind also von jeder Crew Strategie und vorausschauende Wetternavigation gefragt.

14 Crews haben bereits gemeldet. Alle weiteren Informationen gibt s unter 24h-segeln.de

Kieler Woche 2020: Olympiasiegerin und Weltmeister am Start

Innerhalb von neun Tagen waren die Teilnehmerlisten in acht Klassen geschlossen und die Veranstalter mussten bei der Vergabe der maximalen Starterplätze in den Klassen nachjustieren. Die internationale Segelwelt setzt auf die verschobene Kieler Woche (5. bis 13. September).

Neben den Nachwuchsklassen 29er (Eurocup) und Laser 4.7 ist vor allem in den olympischen Klassen der Andrang groß. „Mit diesem Tempo haben wir nicht unbedingt gerechnet, aber darauf gehofft. Es unterstreicht, dass die Aktiven sich auf die Regatta in Kiel freuen und unbedingt bei der Kieler Woche dabei sein wollen. Es ist eine große Anerkennung für die Kieler Woche“, so Organisationsleiter Dirk Ramhorst. Doch genauso groß wie die Freude ist in Zeiten der Corona-Pandemie das Bewusstsein für die Verantwortung für die Aktiven und Veranstalter.

„Bei der Planung der Segelwettbewerbe werden wir keine Kompromisse machen. So werden wir bestehende Obergrenzen bei der Teilnehmerzahl einhalten und zusätzlich die Verordnungen wie Hygienevorschriften und Abstandsregeln erfüllen. Und natürlich schauen wir bei den internationalen Teilnehmern sehr kritisch auf den Status in Ihren Herkunftsländern“, so Ramhorst.

Nicht nur die Quantität spricht für die Kieler Woche 2020, auch die Qualität. Olympiamedaillengewinner, Weltmeister und Kieler-Woche-Sieger von 2019 haben gemeldet. Dabei erhalten die Topten der Olympischen Spiele 2016 vor Rio de Janeiro (Brasilien) und den jüngsten Weltmeisterschaften in den olympischen Klassen Melde-wildcards.

Laser Radial:
Das stärkste Feld weisen die Laser Radial Frauen auf. Die kompletten Topten der Weltmeisterschaft 2020 in der olympischen Einhandklasse für Frauen am Start. Ebenso die drei Medaillengewinnerinnen aus Rio.

Allen voran die Olympiasiegerin von 2016 und amtierende Weltmeisterin Marit Bouwmeester aus den Niederlanden. Wie bereits bei der WM Anfang des Jahres in Australien trifft Bouwmeester auf ihre Landsfrau und WM-2. Maxime Jonker, die Norwegerin Line Flem Höst (WM-3.), die WM-4. Anne-Marie Rindom. Die Dänin gewann 2018 die Kieler Woche und holte vor Brasilien bei den Olympischen Spielen die Bronzemedaille. Auch die Vorjahressiegerin der Kieler Woche und Olympia- sowie WM-6., Josefin Olsson aus Schweden, zählt sicherlich zu den Kandidaten auf den Kieler Woche-Sieg. Die Silbermedaillengewinnerin von 2016 Annalise Murphy (Irland) und die Olympia-Fünfte aus Finnland Tuula Tenkanen komplettieren das Favoritenfeld.

Mehr hochkarätige Konkurrenz geht nicht für die deutsche Hoffnung Svenja Weger. Die Berlinerin hat für Deutschland das Nationenticket für die Spiele in Japan gesichert und mit Rang 13 bei der WM unterstrichen, dass sie durchaus Topten-Chancen hat. Die Europameisterin von 2014 feiert einen Tag vor der Kieler Woche ihren 27. Geburtstag und kann sich das schönste Geburtstaggeschenk selbst bescheren.

Auch die Vorjahressiegerin der Kieler Woche und Olympia- sowie WM-6., Josefin Olsson aus Schweden, zählt sicherlich zu den Kandidaten auf den Kieler Woche-Sieg. Foto: S. Klahn/Kieler Woche

Laser Standard:
Im Laser bekommt es der amtierende Weltmeister Philipp Buhl (Kiel, NRV) mit dem Olympiazweiten und WM-3., Tonic Stipanovic (Kroatien), dem Olympia-Siebenten Pavlos Kontides aus Zypern, dem Olympia-Achten Juan Ignacio Maegli aus Guatemala und Segellegende Robert Scheidt zu tun. Der Brasilianer trug sich bereits dreimal in die Kieler-Woche-Siegerliste der Lasersegler ein und zählt zu den Stammgästen in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt.  Zweimal olympisches Gold (1996 und 2004), zweimal Silber (2000 und 2008) und einmal Bronze (2012) sowie neun WM-Titel im Laser und zwei im Star sind Bestandteil der Trophäen-Sammlung des zweimaligen Weltsegler des Jahres. Dass der heute 47-Jährige noch nicht zum alten Eisen zählt, bewies Scheidt bei den Spielen 2016 mit Rang Vier. Um ganze vier Punkte verpasste der Brasilianer den Sprung aufs Podium.

Auf der anderen Seite der Alterspyramide der Lasersegler vor Kiel steht Julian Hoffmann. Der 18-jährige Nachwuchssegler des Jahres von 2018 kommt aus dem Philipp Buhl-Club SC Alpsee Immenstadt und wandelt auf den Spuren seines Vorbildes. Noch im Vorjahr segelte Hoffmann bei der Kieler Woche des Nachwuchses, den Young Europaens Sailing, im Radial auf Rang eins und belegte bei den Youth Worlds für Deutschland Platz elf. Nun tritt der Bayer erstmals im Laser Standard vor Kiel an und misst sich in der olympischen Klasse mit den ganz Großen und insgesamt 119 Konkurrenten. 141 stehen auf der Meldeliste.

Nacra 17:
Im Nacra 17 sind die amtierenden Weltmeister aus Großbritannien John Gimson/Anna Burnet und die Goldmedaillengewinner aus Brasilien Santiago Lange/Cecilia Carranza Saroli (wildcard) gemeldet. Diese beiden Topcrews, die Franzosen Quentin Delapierre/Manon Audinet (WM-4.), das italienische Duo Vittorio Bissaro/Maelle Frascari (Olympia- und WM-5.), die WM-Achten Lin Cenholt/Christian Peter Lübeck aus Dänemark, die WM-Neunten Sinem Kurtbay/Akseli Keskinen aus Finnland sowie die Kieler-Woche-Titelverteidiger und Olympia-Dritten Thomas Zach/Barbara Mats (Österreich) dürften alles daran setzen, der deutschen Nachwuchscrew Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kiel) das Leben schwer zu machen. Kohlhoff, der 2015 und 2016 mit Caro Werner Kieler-Woche hamstern konnte, möchte im „vorolympischen“ Jahr seins draufsetzen. Der 26-jährige Sportsoldat war 2016 der Jüngste im deutschen Olympiateam. Mit seiner neuen Vorschoterin Alica Stuhlemmer sicherte er zu Jahresbeginn mit Rang elf den deutschen Nationenplatz für die Spiele und nimmt nun seinen zweiten olympischen Anlauf.

Die Kieler-Woche-Titelverteidiger und Olympia-Dritten Thomas Zach/Barbara Mats (Österreich) haben gemeldet. Foto: S. Klahn/Kieler Woche

49er:
Im 49er ruhen die deutschen Hoffnungen auf den WM-Dritten Erik Heil/Thomas Plößel. Die Bronzemedaillengewinner von Rio haben nach einem Jahr Pause ihre Ambitionen auf Titel vor Australien unterstrichen. Vor Kiel messen sich die Vorzeigesegler des NRV mit den amtierenden Vizeweltmeistern Diego Botin/Iago Lopez Marra (Spanien/Olympia-Neunte) den Olympia-Vierten und WM-7., Jonas Warrer/Jacob Precht Jensen aus Dänemark, den WM-Vierten aus Österreich, Benjamin Bildstein/David Hussl, den WM-10. Sime und Mihovil Fantela (Kroatien) und die deutsche Nachwuchshoffnung Tim Fischer, der zusammen mit seinem ehemaligen Vorschoter Fabian Graf (beide Kiel), 2018 bei der WM vor Aarhus (Dänemark) mit Rang drei das deutsche Nationentickets für Japan sicherte.

49er FX:
Im 49er FX treffen die Kieler-Woche-Titelverteidigerinnen Victoria Jurczok/Anika Lorenz aus Berlin (WM-5.) auf die Weltmeisterinnen des Vorjahres, Annemieke Bekkering/Annette Duetz. Die Olympia-7. aus den Niederlanden mussten sich in diesem Jahr bei der WM mit Rang acht zufriedengeben. Zu den weiteren Favoritinnen vor Kiel zählen die Französinnen Lili Sebesi/Albane Dubois, die bei der WM im Frühjahr Rang vier belegten. Auf dem heimischen Revier immer für Titel gut, sind Tina Lutz/Susann Beucke. Sie konnten 2013 und 2016 die Kieler Woche gewinnen. Gemeinsam mit Jurczok/Lorenz, die 2016 bei den Spielen Rang neun belegten und mit dem dritten Rang bei der WM 2016 und der EM 2017 Podiumsplätze ersegelten, kämpft die bayerisch-norddeutsche Crew noch um das eine Ticket für die Olympischen Spiel 2021, ihr dritter Anlauf.

Die amtierenden Weltmeisterinnen Tamara Echegoyen/Paula Barcelo aus Spanien meldeten als 61. und wäre Nummer 1 in der Warteliste. Tamara Echegoyen hatte mit ihrer damaligen Vorschoterin Berta Betanzos vor Rio um zwei Punkte Bronze verpasst. Wie die Goldmedaillengewinnerinnen Martine Grael/Kahena Kunze aus Brasilien und die WM-Dritten Stephanie Roble/Maggie Shea (USA) profitieren sie von der wildcard.

Finn:
Im olympischen Finn trifft Max Kohlhoff (KYC) auf Jorge Zarif (Brasilien/Olympia-4.), Max Salminen (Schweden/Olympia-6.) und Jake Lilley (Australien/WM-8.).

Die neue Ausschreibung/Notice of race steht ab sofort im Netz unter: www.manage2sail.de und www.kieler-woche.de

Teil I: (5. bis 8. September)
Klasse (Maximale Anzahl der Boote/bereits bestehende Wartelisten):
420er (100), 505er (50), Europe (50), J/80 (10), J/70 (30), J/24 (20), Laser 4.7 (60/Warteliste)), Laser Radial open (100), Contender (50), Musto Skiff (20).

Teil II: (10. bis 13. September)
49er (60/Warteliste), 49erFX (60/Warteliste), Laser Radial W (60/Warteliste), Laser Std M (120/Warteliste), OK-Jolle (60), Finn (40), Nacra 17 (30/Warteliste), Formula 18 (25), 29er (110/Warteliste).  

Teil III: (5.-13. September)
IDM: ORC I bis IV (35), Double Hand (30), Welcome Race (131), Senatspreis (35), Silbernes Band (35).

blueribboncup: Die gewollte Langstrecke ganz anders

Der Termin bleibt ähnlich, allerdings verkürzt, der Kurs ist neu, denn in Zeiten der Corona-Pandemie ist Flexibilität gefordert. „Wir haben ein Format gefunden, das sportlich, abwechslungsreich und einfach anders ist“, freut sich Eckhard von der Mosel.

Der blueribboncup 2020 findet von Freitag, 21. August, bis Sonntag, 23. August, statt und führt von Kiel rund Fünen zurück nach Kiel. Der Start erfolgt am Freitag um 10 Uhr vor dem Kieler Yacht-Club in Kiel-Düsternbrook. Von da geht es rund Fünen über die dortigen Checkpoints zurück in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt. Am Samstag werden die schnellsten Teilnehmer nach der rund 200 sm langen Strecke ab Nachmittag zurückerwartet. Ein Get-Together und die Siegerehrung in Düsternbrook, vermutlich nach Startgruppen unterteilt, werde für den Sonntagmorgen noch organisiert. Das Meldegeld wurde angepasst, wobei die Liegeplatzgebühren von Donnerstag auf Freitag und Samstag auf Sonntag im Preis enthalten seien, so die Veranstalter. Um 8.30 Uhr am Freitag ist die Steuermannsbesprechung in Düsternbrook geplant. Dabei wird lediglich aktuell der Kurs (links oder rechts um Fünen) bekanntgegeben.

Bevor es danach an die Startlinie geht, kann auch das Publikum an Land eine traditionelle Zeremonie aus erster Reihe gut beobachten: Mit Rettungsweste hat sich die komplette Crew an der Reling stehend zu verabschieden. „Wir machen dann von jeder Crew ein Foto und wissen so, dass alle Mann an Bord sind. Dieses Zeremoniell wird auch „Eckis Kiel Gate“ genannt, wobei es dafür wohl gleich zwei Namensgeber gibt: Eckhard von der Mosel und Wettfahrtleiter Eckart Reinke (Kieler Yacht-Club).

„Je mehr ich über diese Lösung nachdenke, desto mehr freue ich mich auf dieses Event“, so von der Mosel, der im Vorfeld zahlreiche Variationen angedacht und geplant hatte. Doch alle Versuche und Ansätze mit Übernachtungen in Dänemark, zwischenzeitlich sogar in Schweden wurden verworfen. Oberstes Ziel ist die Gesundheit der Aktiven und Gäste, so dass die Einhaltung der Hygiene-Vorschriften Vorrang habe, so die Veranstalter. 

Der blueribboncup wendet sich an seegehende ORC-Club-Yachten und Doublehand-Crews ab einem CDL von 8,1 (oder größer). Zu den ersten Meldungen gehörte bereits im Vorfeld Christian Rönsch, der im Vorjahr mit seiner J-111 „Piranha“ in der Gruppe ORC A auf dem Weg nach Kopenhagen Rang drei belegte. Auch die „Intermezzo“ (Schulz/Bläsi/Blankeneser Segel-Club/Match 42) und „Sunbird“ (Drücker/Verein Bremer Segelfreunde/BM 53) sind Wiederholungstäter in den Gruppen der Vollcrews.

Einen Familienausflug der besonderen Art gönnen sich Hanna und Martin Görge (Kieler Yacht-Club) mit ihrer „Hunky Dory“. Frei nach dem Album von David Bowie benannt, werden sie die Regatta genießen, denn der Schiffsname verspricht: In bester Ordnung.

Bei Doublehand hatten schon vor der Bekanntgabe des neuen Kurses als erste Carl Rasmus Richardsen/Lena Fetting (Flensburg/Münster) gemeldet. Mit ihrer MaxiFun 35 startet die Mixcrew für den Missunder Yacht-Club. In der Klasse Dehler 30od hat Matthias Sator aus Offenbach mit seiner „Crasyboat“ das Rennen um Platz eins in der Meldeliste gewonnen. Die Dehler 30od macht sich zu Recht große Hoffnung auf den olympischen Status in der Mixed Doublehand-Offshore-Klasse. „Wir hoffen auf eine entsprechende Meldezahl“, so Sven Christensen. Auch zur Kieler Woche wird die Dehler 30od als Einheitsklasse ausgeschrieben. Die aktive deutsche Klassenvereinigung plant im September im Rahmen der Kieler Woche ihre erste German Open. 2024 wird diese neue olympische Disziplin in Frankreich erstmals an den Start gehen und um olympische Medaillen segeln. Vielleicht in der Dehler 30od. (hel)

Die Fakten in Kürze:

blueribboncup 2020:  Kiel – rund Fünen – Kiel, rund 200 sm.

Start am Freitag, 21. August, um 10 Uhr vor dem KYC Düsternbrook. Checkpoints auf dem Weg rund Fünen.  Ziel auch vor dem KYC Düsternbrook.

Steuermannsbesprechung um 8.30 Uhr vor dem KYC. Dort Festlegung des Kurses (rechts oder links um Fünen).

Rückkehr im Laufe des Sonnabendnachmittags/-abends. Get-Together und Siegerehrung in Düsternbrook wird für den Sonntagmorgen noch organisiert, evtl. nach Startgruppen getrennt.

Das Meldegeld wurde reduziert, beträgt jetzt bis 01. August 2020 für alle Klassen € 190, danach € 250. Liegeplatzentgelte für die Nacht 20./21.August und 22./23. August 2020 in Düsternbrook sind darin enthalten.

Ewige Wanderpreise (Für die Wertung wird es ein Zwischengate geben):

KDY-Trophy für das beste Boot  nach ORC  der Wettfahrt bis zum Zwischengate, Steuermannspreis von 1970 für die erste Yacht im Ziel, Zwischengate.

KYC-Trophy für das beste Boot nach ORC bis zum Zwischengate.

R.T.  Dixon Challenge Cup für den Kaiserlichen Yacht Club 1912 für das beste Boot nach ORC über alles (die berechneten Zeiten der beiden Wettfahrten bis zum Zwischengate und zurück werden addiert).

Carl-Grage-Gedächtnispreis von 1957 für  das  erste  Boot  im  Ziel  (die  gesegelten  Zeiten  der  beiden  Wettfahrten  bis zum Zwischengate und zurück werden  addiert).

Zukunft-Preis der Jugend, gestiftet 2018 von Patrick Schmidt und Johannes  Hoppe, gegeben über den KYC für das schnellste Boot nach  berechneter  Zeit,  dessen Besatzung (mit Ausnahme des Skippers/Coaches) am Tage des Starts 28  Jahre oder jünger ist. Gewertet werden beide Wettfahrten des blueribboncups (berechnete Zeiten beider Teil-Wettfahrten bis Zwischengate und zurück werden addiert).